Timo Wildt Die Leipziger Sagen

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Inhaltsangabe zu „Die Leipziger Sagen“ von Timo Wildt

Kobolde in Auerbachs Hof, Nixen in der Pleiße, Drachen auf Leipziger Dachböden – in dieser Sagensammlung sind spannende Erzählungen aus der langen Geschichte der Stadt nun erstmalig in einem Band zusammengefasst. Von der sagenumwobenen Gründung Leipzigs, Ereignissen während des Dreißigjährigen Krieges und den Wahrzeichen der Stadt ist zu lesen. Aber auch von Schatzsuchern, Gespenstern und bösen Zauberern wurde in Leipzig immer wieder gemunkelt. Der Herausgeber Timo Wildt durchsuchte die klassischen Sammlungen des 19. Jahrhunderts nach Geschichten aus und um Leipzig. Mit über 80 Sagen entstand so diese umfangreichste Kollektion ihrer Art. Die Sprache der Gebrüder Grimm und Abbildungen der alten Stadt geben das Gefühl in diese Zeit einzutauchen und die Stadtgespräche aus erster Hand zu erfahren. Besuchen sie die geschichtsträchtigen Orte und erleben Sie das sagenhafte Leipzig!
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  • Ein Buch über Sagen, dass in keiner Sammlung fehlen darf

    Die Leipziger Sagen
    Buechereulenparadies

    Buechereulenparadies

    22. September 2014 um 21:07

    Die Leipziger Sagen von Timo Wildt  Ich bin schon immer sehr begeistert von Märchen & Sagen und habe eine kleine Sammlung von Märchen- und Sagenbüchern bei mir Zuhause. Vor einiger Zeit konnte ich dann auch das Buch „Die Leipziger Sagen“ von Timo Wildt mein Eigen nennen, da mir der bookra Verlag ein Rezensionsexemplar zukommen ließ. Dafür möchte ich mich recht herzlich bedanken. Da Sagen ja nicht wirklich umfassend sind, ist es etwas schwierig eine Zusammenfassung zu schreiben. Daher habe ich mir bei dieser Rezension folgendes gedacht. Ich werden euch eine kleine Sage aus dem Buch erzählen. „Ein Hexenprozess vor dem Leipziger Schöppenstuhl“ Im Dorfe Wehlitz erkrankte kurz vor dem Erntefest des Jahres 1658 ein kleines Mädchen. Da sich im Bett der Kranken öfters „böse spitzige Würmer, die wie große spitzige Fliegen gewesen, teils schwarz und teils fahl ausgesehen, jeder sechs Beine und zwei Hörner gehabt“, zeigten, so glaubte die Mutter des Kindes an Behexung. Auf Anraten eines Nachbarn bereitete sie ein besonderes Wachslicht und dieses ward auf Geheiß des Superintendenten von Gommern in Gegenwart der Gerichtspersonen „probiert“. Es ergab sich nun, „dass solch Licht, so sie unterwärts gehalten, nicht verlöschet sei, sondern laut gepfiffen“ habe. Die Vermutung der Mutter des Mädchens, das inzwischen gestorben war, erwies sich also als richtig. Der Verdacht, das Kind behext zu haben, lenkte sich auf Anne Eve, die Ehefrau eines Wehlitzer Einwohners. Diese sollte an dem kritischen Tage das Mädchen und Schwester „Teufelskröten“ genannt und ihnen den Teufel in Arme und Beine gewünscht haben, damit sie verunstaltet würden. Bei dieser Verwünschung habe Anne Eve dreimal auf die Hand des verstorbenen Kindes „gespuckt“. Außerdem war nach Aussage mehrerer Frauen bekannt, dass der „Drache unterschiedliche Male“ und zwar als „ein Klumpen Feuer“ auf Evens Haus zugeflogen sei. Nach längeren Verhandlungen ward das unglückliche Weib am 8. Oktober 1660 in Haft genommen und wiederholt gefoltert. Um den Teufel zum Weichen zu bringen, gab man ihr unter anderen einen Trank ein, bereitet aus „Ehrenpreis, braunen Taust, weißem Drand, einer Galle und Leber vom frischen Hecht, Schwarzkümmel, zweitragendem Knoblauch und Johanniskraut“. Unter steter Beteuerung ihrer Unschuld verschied die Arme am 3. November unter der Folter. Bei ihrem Sterben haben Scharfrichter und ein Landsknecht einen „schwarz- und rotbunten Vogel oder Mulkendieb um die Inquisitin unter den Scharfrichter“ fliegen sehen. Dieser Vogel soll beim letzten Atemzug der Angeklagten seinen Weg durchs Fenster genommen haben. Ich habe schon sehr viele Bücher über Sagen aus verschiedenen Ländern und Städten gelesen. Deshalb war ich richtig begeistert, als mir der bookra Verlag ein Sagenbuch aus meiner eigenen Stadt anbot. So konnte ich 84 Sagen über Leipzig und der Umgebung kennenlernen. Ich kann wirklich sagen, dass mich „Die Leipziger Sagen“ wirklich überzeugt hat. Manche Sagen sind eher lang, manche eher kurz, sodass für jeden etwas dabei ist. So bot mir dieses Buch die Möglichkeit immer mal zwischendurch, wenn gerade nicht viel Zeit war, eine oder zwei Sagen zu lesen ohne das ich unterbrochen wurde. Die Sprache faszinierte mich eigentlich am meisten, denn diese ist eher altertümlich und wurde nicht ins moderne „übersetzt“. So eine Sprache war mir natürlich nicht gänzlich fremd, trotzdem brauchte ich während des Lesens meine Ruhe, damit ich alles verstand. Die Sagen an sich waren entweder skurril, abenteuerlich, lustig und/oder spannend. Der Großteil brachte mich zum lachen, andere bereiteten mir aber eine Gänsehaut. Diese Abwechslung machte das Buch wirklich besonders. Während des Lesen ist mir auch die besondere Gestaltung aufgefallen. Bei jeder neuen Sage wurde der Anfangsbuchstabe von wunderschönen Verschnörkelungen eingerahmt und hervorgehoben. Außerdem finden sich in dem Buch noch viele alte Bilder vom altertümlichen Leipzig, was mich sehr erfreute, denn so sah ich, wie sich mein Leipzig verändert hat. Mir hat es aber auch das Cover angetan. Denn in die idyllische Landschaft wurde ein kleiner Drache und ein kleiner Kobold eingefügt, die das Gesamtbild abrunden. „Die Leipziger Sagen“ von Timo Wildt ist ein wunderbares Buch zum verschenken und selber schmökern. Dieses Buch möchte ich jedem empfehlen, der genau wie ich Märchen & Sagen liebt. Dieses Buch darf in so einer Sammlung nicht fehlen.

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