Timothy Basil Ering

 4,3 Sterne bei 38 Bewertungen

Lebenslauf

Timothy Basil Ering studierte Illustration und Kunst am Art Center College für Design in Pasadena, Kalifornien. Er ist erfolgreicher Autor und Illustrator zahlreicher Bilderbücher und Romane für Kinder. Timothy Basil Ering liebt das Meer und lebt in Massachusetts an der amerikanischen Atlantikküste.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Timothy Basil Ering

Cover des Buches Finn tobt! (ISBN: 9783954700417)

Finn tobt!

(1)
Erschienen am 07.05.2020
Cover des Buches 33 Snowfish (ISBN: 9780763629175)

33 Snowfish

(0)
Erschienen am 01.05.2006

Neue Rezensionen zu Timothy Basil Ering

Eine Maus, eine Ratte und ein Mädchen mit großen Träumen

Eigentlich handelt diese Geschichte im Märchen-Stil von drei Figuren: Despereaux, der namensgebenden Maus, der Ratte Chiaroscuro und der Waise Miggery Sow. Despereaux ist ein Außenseiter in seiner Maus-Gemeinschaft, seine Liebe zur Menschenprinzessin Erbse führt dazu, dass man ihn in den Kerker verbannt, indem die Ratten hausen, u.a. der Außenseiter Chiaroscuro, der sich nach Licht sehnt. Das Mädchen wurde nach dem Tod seiner Mutter vom Vater an einen gewalttätigen "Onkel" verkauft und träumt davon Prinzessin zu werden. Ihr Schicksal verknüpft sich miteinander und auf unerwartete Art und Weise sollen die Träume der drei in Erfüllung gehen.


Ich mag den ruhigen Erzähl-Ton und dass Aufbau und Sprache an ein klassisches Märchen erinnern. Besonders schön sind auch die Illustrationen. Nicht nur die klassischen Tugenden wie Mut oder Verzeihen werden in eine schöne Geschichte eingebaut, sondern auch hintergründiger Witz (... der sich den Lesern ab 10 Jahren vielleicht noch nicht so erschließt, aber an dem dann z.B. die Eltern ihre Freude haben) und typische Märchenmotive, die einen Sachverhalt überbetonen (Der König verbietet Suppe im ganzen Reich, nachdem die Königin während des Suppe-Essens verstarb.). 


Lediglich der Untertitel hat mich im Vorfeld etwas anderes erwarten lassen: einmal, weil Despereaux ja aus der Gemeinschaft ausgestoßen wird, und erstmal nicht freiwillig ausziehen und als er auszieht, dann weil er seine Prinzessin retten will; und auch, weil es eben nicht nur um Despereaux, sondern auch um die beiden anderen Figuren in gleichberechtigter Weise geht. Ihr Schicksal ist miteinander verknüpft.



Bezauberndes Mutmachbuch

Der kleine Mäuserich, mit dem für Kinder fast schon unaussprechlichen französischen Namen, ist der Held dieses Buches und seine Eigenschaft, ein kleiner bezaubernder Held zu sein, zieht sich durch das gesamte Buch. Man muss ihn einfach liebhaben und mit ihm mitfiebern. Mir hat sehr gut die Stimmung dieses Buches gefallen. Es gibt durchaus heikle und tragische Situationen für den  Mäuserich, aber alles ist von einem sehr positiven Gedanken getragen und diese Atmosphäre der Gutherzigkeit zieht sich durch das gesamte Buch, ohne kitschig oder süsslich zu werden. Der kleine Leser ist, das ist leider der Nachteil dieses Buches, gefordert, so einige lange Seiten der Hindernisse mit dem Mäuserich zu durchleben und die Gefahr, dass in unserer schnelllebigen Zeit und der der superkurzen Aufmerksamkeitsspannen, der Leser das Buch aus der Hand legt, weil zuviel Stoff enthalten ist, ist durchaus gegeben. Vielleicht daher als Vorlesebuch besser geeignet? Nunja, es kommt, wie immer im Leben, auf den Leser an. 

Kleine Maus ganz groß

Die deutsche Übersetzung trägt den Untertitel "Von einem, der auszog das Fürchten zu verlernen". Das finde ich nicht ganz passend, denn furchtsam fand ich Despereaux auch am Anfang nicht. Verträumt, sensibel, vielleicht zurückhaltend, auf jeden Fall anders als die anderen Mäuse - aber furchtsam eigentlich nicht. Da passt schon eher "Von einem, der auszog ein Held zu werden" - denn das wird Despereaux aller (Nicht-)Erwartungen (auch seiner eigenen) zum Trotz auf jeden Fall. Und so muss man diese kleine Maus, die ihrem Herzen folgt und zum Helden wird, unweigerlich gern haben.
Die Handlung selbst umfasst auch einige wichtige andere Figuren - die fiese Ratte Roscuro, das einfältige Mädchen Miggery Sow - deren Geschichte in jeweils eigenen Teilen erzählt wird. So fügen sich im letzten Teil, in dem alle Charaktere schließlich aufeinandertreffen, die Puzzlestücke zusammen und Beweggründe, selbst für die bösen Taten, sind verständlich, wenn auch nicht entschuldbar.
Die Sprache ist sehr einzigartig, teils nachdenklich, manchmal auch derb und brutal, aber sie übt einen ganz besonderen Reiz aus, was unter anderem an der besonderen Erzählweise liegt, in der der Leser selbst immer wieder direkt angesprochen wird.
Fazit: ein außergewöhnliches Buch, das nicht umsonst für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert war.

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