Rezension zu "Despereaux - Von einem, der auszog das Fürchten zu verlernen" von Kate DiCamillo
Sanne54Eigentlich handelt diese Geschichte im Märchen-Stil von drei Figuren: Despereaux, der namensgebenden Maus, der Ratte Chiaroscuro und der Waise Miggery Sow. Despereaux ist ein Außenseiter in seiner Maus-Gemeinschaft, seine Liebe zur Menschenprinzessin Erbse führt dazu, dass man ihn in den Kerker verbannt, indem die Ratten hausen, u.a. der Außenseiter Chiaroscuro, der sich nach Licht sehnt. Das Mädchen wurde nach dem Tod seiner Mutter vom Vater an einen gewalttätigen "Onkel" verkauft und träumt davon Prinzessin zu werden. Ihr Schicksal verknüpft sich miteinander und auf unerwartete Art und Weise sollen die Träume der drei in Erfüllung gehen.
Ich mag den ruhigen Erzähl-Ton und dass Aufbau und Sprache an ein klassisches Märchen erinnern. Besonders schön sind auch die Illustrationen. Nicht nur die klassischen Tugenden wie Mut oder Verzeihen werden in eine schöne Geschichte eingebaut, sondern auch hintergründiger Witz (... der sich den Lesern ab 10 Jahren vielleicht noch nicht so erschließt, aber an dem dann z.B. die Eltern ihre Freude haben) und typische Märchenmotive, die einen Sachverhalt überbetonen (Der König verbietet Suppe im ganzen Reich, nachdem die Königin während des Suppe-Essens verstarb.).
Lediglich der Untertitel hat mich im Vorfeld etwas anderes erwarten lassen: einmal, weil Despereaux ja aus der Gemeinschaft ausgestoßen wird, und erstmal nicht freiwillig ausziehen und als er auszieht, dann weil er seine Prinzessin retten will; und auch, weil es eben nicht nur um Despereaux, sondern auch um die beiden anderen Figuren in gleichberechtigter Weise geht. Ihr Schicksal ist miteinander verknüpft.






