Timothy Dawson Byzantine Cavalryman C.900-1204

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Inhaltsangabe zu „Byzantine Cavalryman C.900-1204“ von Timothy Dawson

Regarded as the elite arm of the military during the Middle Byzantine period, the cavalry executed high speed reconnaissance, agile arrow barrages and crippling blows to enemy formations. This book offers an examination of their training, weaponry, dress and daily life.
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  • Rezension zu "Byzantine Cavalryman C.900-1204" von Timothy Dawson

    Byzantine Cavalryman C.900-1204

    wolfschwerdt

    18. May 2010 um 15:35

    Das Buch aus der „Warrior“- Serie des britischen Verlages Osprey behandelt mit der byzantinischen Reiterei eine fast vergessene militärgeschichtliche Epoche des römischen Reiches, das aus der Sicht des Autors, Timothy Dawson erst mit der Eroberung Konstantinopels im Rahmen des vierten Kreuzzuges 1204 aufgehört hatte, zu existieren. Tatsächlich tauchte der Begriff Byzanz, beziehungsweise byzantinisches Reich für den Ostteil des römischen Reiches mit der Hauptstadt Konstantinopel erst im Laufe des 16. Jahrhunderts auf. Und Dawson konstatiert, dass die neuzeitliche Umbenennung letztendlich ideologische Hintergründe hatte. Immerhin verstanden sich die germanischen Eroberer Roms aus der Völkerwanderungszeit mit der Gründung des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nationen als die legitimen Nachfolger des römischen Imperiums, das Überleben des Originals im Osten war da problematisch und wurde daher durch die Umbenennung im Nachhinein schlichtweg geleugnet. Aber eigentlich geht es in diesem Buch um Militärgeschichte und um eine der innovativsten und effektivsten Streitkräfte der damaligen Zeit, der byzantinischen, also römischen Kavallerie von 900 bis 1204. Im Rahmen eines historischen Abrisses, der von der Verlagerung der Hauptstadt ins griechische Byzanz im Jahr 330, der Umbenennung in Konstantinopel und der Teilung des Imperiums, über den Untergang Westroms bis eben zum vierten Kreuzzug 1204 reicht, hebt Dawson unter anderem die Entwicklung der römischen Militärliteratur zwischen 602 (Strategikon), 895 (Taktika) und dem 10. Jahrhundert (Praecepta Militaria) hervor. Das Strategikon belegt, dass die Römer die Herausforderung der nomadischen Reiterheere und damit die Anforderung an eine neue Art der Kriegsführung spätestens im 6. Jahrhundert angenommen und umgesetzt hatten. Die Reiterei –und hier kann zu dieser Zeit nur noch die Oströmische gemeint sein- war zur Hauptoffensivwaffe geworden. Gründlich waren die Römer bei der Adaption der barbarischen Kriegstechnik gewesen, sodass selbst die von den östlichen Reiternomaden entwickelte Technik, die Bogensehne mit dem Daumen zu spannen im Gegensatz zur persischen Dreifingertechnik im Strategikon als „römischer Zug“ bezeichnet wurde. Der Autor gibt nicht nur detaillierte Einblicke in Entwicklung, Konstruktion und Anwendung von Waffen und Ausrüstung der byzantinischen Reiterei. Sein wissenschaftlicher Hintergrund erlaubt es ihm ebenfalls, dem Leser die militärischen Organisationsstrukturen, die Kampftechniken und Kriegstaktiken anschaulich zu vermitteln. Anschaulich heißt bei Osprey natürlich auch, dass Werke des italienischen Militärmalers Guiseppe Rava und zahlreiche Detailzeichnungen und –fotos die verbalen Ausführungen des Byzanzspezialisten Dawson ergänzen. Dr. Timothy Dawson, der an den Universitäten New England und New South Wales studiert hat, ist ein vielseitiger Mensch. Als international anerkannter wissenschaftlicher Experte für spezielle Waffen und Rüstungen, bringt er nicht nur das theoretisch- akademische Rüstzeug für das vorliegende „Warrior-Buch“ mit. Er ist ebenfalls ein erfahrener Reenactor des europäischen Mittelalters. Von 1984 bis 1987 leitete Dawson zudem die erste historische europäische Kampfschule „Amyna“ nahe dem australischen Sydney. Und nicht zuletzt galt Timothy Dawson in den 80er und 90er Jahren als einer der besten australischen Hersteller von Schwertern und anderem militärischen Equipment. Kein Wunder, dass das Buch vor diesem Hintergrund nicht nur für theoretische Militärhistoriker eine spannende Lektüre darstellt. Auch am Thema interessierte Reenactors finden hier viele wertvolle Informationen und Hinweise in Text und Abbildungen des Buches. Auf Literaturhinweise –mit Ausnahme der bereits erwähnten zeitgenössischen Militärliteratur- muss der Leser allerdings verzichten. Dafür finden sich im Kapitel „Collecting, Museums and Reenactment“ aber nicht nur Informationen zur spärlichen auch materiellen Quellenlage, sondern auch die Namen der Gruppen, die sich weltweit mit diesem oder verwandten Themen auseinandersetzen.

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