Das Buch vereinfacht Produktivität auf zwei Prinzipien: Pareto und Parkinson. Oder anders gesagt: Tue das Richtige und tue das Richtige richtig. Eigentlich könnte ich damit das ganze Thema "Produktivität" abhaken - doch das Buch hat trotzdem über 200 Seiten. Erst einmal das Positive: Das Buch verstrickt sich nicht im Technischen. Es werden keine Graphen verwendet - darum kann ich es als Abendlektüre gut verspeisen. Doch hier besteht ein Manko: Manchmal sind so viele Geschichten in dem Ratgeber verbaut, dass ich mehrfach einen Abschnitt wiederholen, um herauszufinden, um was es eigentlich geht. Trotzdem sind die erklärten Ratschläge hier und da auf das eigene Leben anwendbar - wenn man das so will. Ich kann mich meinen vorherigen Rezensenten nur anschließen. Wenn ich pro Woche eine vierstelligen Betrag verdienen mit mit 4 Stunden, dann muss etwas anderes oder jemand anderes diese Produktivität leisten. Anders gesagt: Von nichts kommt nichts. Das beginnt mit meinem Arbeitsalltag, der für die meisten Deutsche derjenige ist: Arbeitnehmer sein. Die meisten Leser dieses Buches brauchen gar keine Virtuelle Assistenz, weil sie kein Unternehmen oder Selbstständigkeit führen. Das will natürlich Tim Ferriss als waschechter Amerikaner ändern. Aber auch hier das zweite Manko: Vielleicht geht es auch anders? Die absoluten Aussagen irritieren bisweilen schon. "Join the New Rich" - sind das die mit dem coolen Insta-Videos? Wer ist das? Natürlich versucht Tim Ferriss eine Definition zu liefern - direkt zu Beginn - doch auch die greift auf seine eigene Haltung zurück, was er für "Richtig" und "Falsch" versteht. Also: Gute Tipps - nur die konkrete Anwendung muss jeder nach seinen ethischen Standards beurteilen müssen.
Timothy Ferriss
Lebenslauf
Quelle: Verlag / vlb
Alle Bücher von Timothy Ferriss
Die 4-Stunden-Woche
Der 4-Stunden-Körper
Der 4-Stunden-(Küchen-)Chef
Die 4-Stunden-Woche. Mehr Zeit, mehr Geld, mehr Leben
Der 4-Stunden-Körper. Mit minimalem Aufwand ein Maximum erreichen
The 4-Hour Workweek
The 4-hour Work Week
Neue Rezensionen zu Timothy Ferriss
Mittlerweile müsste es schon gut 3 oder 4 Jahre her sein, dass ich dieses Buch, welches sehr bekannt ist, gelesen habe. Es müsste auch das erste Buch in dieser Richtung gewesen sein. Der Inhalt ist nicht ganz zu Unrecht teilweise umstritten.
Das was andere an dem Buch kritisieren, muss ich zugeben, finde ich mittlerweile auch, aber es ist trotzdem ein lesenswertes Einstiegsbuch. Grundsätzlich schreibt Ferriss davon, wie er alle seine Aufgaben soweit ausgelagert hat, dass seine virtuelle Assistenz sogar seine Arzt-Termine und dergleichen geregelt hat und er ohne Probleme herumreisen kann, während sein Business normal weiter läuft. Das Buch ist ganz nett und lustig geschrieben und Herr Ferriss wird nicht müde, davon zu erzählen, was er alles für Dinge in seinem Leben erlebt hat und dass er sogar einen Weltrekord aufgestellt hat. Das ist allerdings nicht all zu schwer, wenn man es in einer Disziplin macht, in der es noch niemand anders getan hat 😉
Vieles dreht sich in dem Buch um das ständige Verreisen. Wem dieser Lebensstil aber nicht zusagt, für den sind viele Passagen eher unbrauchbar. Einiges ist als normaler Arbeitnehmer auch definitiv nicht anwendbar, zumindest nicht in Deutschland. Einfach mal ins Ausland abhauen, während man dem Arbeitgeber vorgaukelt man fühle sich nicht gut und macht Home-Office, während man das Notebook durch die Weltgeschichte herum trägt, sollte man besser unterlassen. Wenn das rauskommt hat man hierzulande in vielerlei Hinsicht ein Problem. Gekündigt zu werden wäre da noch die mildeste Konsequenz.
In dem Buch gibt es allerdings auch einige wirklich zu beherzigende Erkenntnisse. So z. B. das „relatives“ Einkommen wichtiger ist als „absolutes“ Einkommen. 10 Stunden die Woche arbeiten für beispielsweise 2000 € im Monat ist mit Sicherheit gesünder und gibt einem mehr Zeit wirklich zu leben, als 60-80 Stunden die Woche für 8000 € im Monat zu arbeiten. Aber der Grundtenor des Buches stimmt leider nicht ganz, denn so gut wie niemand wird es schaffen ein Unternehmen aufzubauen, für welches man direkt beim Start nur halbherzige 4 Stunden die Woche opfern muss. In den ersten Jahren werden dies mit Sicherheit mindestens durchgehend 12 Stunden pro Tag sein und zur Entspannung vielleicht „nur“ 6-8 Stunden an Sonn- und Feiertagen. Wenn man sich dann irgendwann durchgerungen hat sein „Baby“ zu verkaufen oder wie Bill Gates die Führung abzutreten und sich selber aus dem Tagesgeschäft zu entfernen, dann hat man finanzielle Freiheit erreicht.
Letzt endlich ist es auch bei diesem Buch, wie es in „The Millionaire Fastlane“ beschrieben wird, fragwürdig ob der Autor wirklich wegen seines ausgelagerten Businesses und der angeblichen 4 Stunden die Woche, die er damit verbringt, sein Geld verdient hat, oder weil er dieses Buch über eben jenes Business und die dazugehörigen Seminare sehr gut vermarktet und verkauft hat. Aber trotzdem gibt das Buch gute Anregungen und ist unterhaltsam zu lesen 😉
Titel und Klappentext klingen ja ganz vielversprechend... Tatsächlich liefert der Autor auch eine Vielzahl an Tipps, bei denen ich mir gut vorstellen kann, dass sie das Leben etwas bequemer machen. Leider auf eine total unsypatische Art. Ich habe in diesem Buch erwartet, dass es darum geht, die eigene Arbeit effektiver zu erledigen, mit Tricks und Kniffen einfach mehr zu schaffen oder klüger vorzugehen.
Leider gehen die meisten Tipps meiner Meinung nach auf Kosten anderer. Er spricht von Delegation der Arbeit an Arbeiter mit geringerem Lohn, Arbeitsverlagerung ins Ausland, um Mindestlohn oder bestimmte Regulierungen zu umgehen etc. Das ganze Buch klingt mehr nach "lass andere für dich schuften" als nach Effektivität o.ä.
Insgesamt wirkt der Ton auf mich eher abfällig, dass Verfolgen der Tipps aufwendig und vieles kann ich mir für mich einfach nicht vorstellen. Habe das Buch etwa bei der Hälfte abgebrochen.
Ich kann das Buch denjenigen empfehlen, denen es darum geht mehr Geld zu verdienen. Wer das selbst erreichen will sollte sich vielleicht eher an Brian Tracy oder Robert Kiyosaki halten.
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