Timothy Kang

 3.9 Sterne bei 10 Bewertungen
Autor von Gegen den Strom.

Lebenslauf von Timothy Kang

Timothy Kang wurde 1986 in Danchonsi (Hamkyongnamdo), Nordkorea geboren. Mit elf Jahren flüchtet er nach China und kommt dort zum christlichen Glauben. Im Jahr 2003 wird er als nordkoreanischer Flüchtling in China festgenommen und verbringt zwei Jahre in nordkoreanischen Gefängnissen. Wie durch ein Wunder überlebt er seine Haft und lebt heute mit seiner Frau in Südkorea. Er ist Leiter des Bibelkreis "Spross der Wiedervereinigung" und der Talbukmin-Community (www.talbukmin.com).

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Timothy Kang

Cover des Buches Gegen den Strom (ISBN: 9783775156950)

Gegen den Strom

 (10)
Erschienen am 21.12.2015

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Rezension zu "Gegen den Strom" von Timothy Kang

Flucht aus Nordkorea
gstvor einem Jahr

Chôl alias Thimothy Kang wurde 1987 in einem kleinen Dorf in Nordkorea geboren. In seiner Autobiografie erzählt er von schrecklichen Hungersnöten auf den Dörfern. Die Menschen ernähren sich teilweise von Gras, weil sie – im Gegensatz zu den Städtern aus Pjöngjang – kaum etwas zum Essen haben. Insgesamt ist das Leben in dem Staat der Kims, die sich als Götter verehren lassen, sehr eingeschränkt. Internet gab es zumindest zu der Zeit nicht, in der Buch entstand.



„Da sieht man (im Fernsehen, falls man eines hat) zum Beispiel ein verarmtes Amerika, dessen Bevölkerung nur dank nordkoreanischer Hilfsgüter überlebt.“ (Seite 21)

Chôl hatte eine lieblose Kindheit, überquerte mehrmals die Grenze nach China (von wo er als Wirtschaftsflüchtling wieder abgeschoben wurde) und lernte 15 verschiedene Gefängnisse von innen kennen. Neben ständigem Hunger herrschten dort unvorstellbare Zustände: die Insassen froren, bekamen kaum etwas zu essen, mussten entweder stundenlang stillsitzen oder schwere Arbeit verrichten.


Das Einzige, was ihn in schwierigen Zeiten über Wasser hielt, war sein christlicher Glaube, den er in heimlichen Zusammenkünften in China kennenlernte. Seiner Bekehrung widmet er ein ganzes Kapitel und seine Überzeugung zieht sich durchs ganze Buch. 2008 gelang es ihm, in Südkorea anzukommen.



„Vor mir liegt die Republik Korea. Dies ist das Land der Freiheit. Es ist das Land der Möglichkeiten. Hier gibt es Pressefreiheit, Religionsfreiheit, Freiheit zum Leben. Es ist ein Land, in dem man seinen Bemühungen entsprechend belohnt wird. Es ist auch ein fortgeschrittenes Land mit Sozialhilfe, das verhungernde Menschen nicht ihrem Schicksal überlässt.“  (Seite 197)

Immer wieder, wenn ich ein Buch über Nordkorea lese, kann ich kaum glauben, was darin steht. Doch die Inhalte ähneln sich, so dass sie sicherlich einen Wahrheitsgehalt aufweisen. Der Mut der Autoren darf bewundert werden, denn in solch einem totalitären Staat muss mit schweren Strafen gerechnet werden. Allein deshalb hat das Buch eine gute Bewertung verdient. Außerdem ist es sehr gut verarbeitet und der Text wird durch zahlreiche Zeichnungen untermalt.


Doch leider kann ich nicht umhin, auch den Schreibstil zu bewerten. Und da sind mir neben vielen Wiederholungen und auch einige Widersprüche aufgefallen. Zum Beispiel habe ich gelesen, dass ihm seine Schuhe genommen wurden, er barfuss laufen muss und kurz darauf besitzt er Schuhe aus China. Oder: Er träumt davon zu lernen, kann aber schon lesen, obwohl er als Kind ständig auf der Flucht war anstatt zur Schule zu gehen.


Die Schlussgedanken zur Wiedervereinigung von Nord- und Südkorea erinnerten mich sehr an die Zeit in Deutschland vor 1989. Auf jeden Fall ist diese Autobiografie lesenswert – allein um zu sehen, wie es in anderen Teilen der Welt aussieht. 

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Rezension zu "Gegen den Strom" von Timothy Kang

Gott, bitte rette mich!
Traeumerin109vor 5 Jahren

„Dort, wo niemand lange überlebt, ringt ihm ein Freund ein Versprechen ab: „Wenn du hier rauskommst, musst du der Welt davon berichten.“ Timothy Kang überlebt. Und erzählt seine Geschichte. Es ist die Geschichte der vergessenen Menschen Nordkoreas.“


Was Armut, Hunger, Kälte und Schmerzen wirklich bedeuten, muss Timothy Kang früh erfahren. Auch was sie mit den Menschen machen, was sie mit ihm machen. Wer im diktatorischen Nordkorea überleben will, der kann es sich fast nicht leisten, an andere zu denken. Gemeinsam mit seiner Mutter flieht Timothy nach China, doch er wird wieder abgeschoben und landet in einem Arbeitslager, das normalerweise die allerwenigsten lebend verlassen. Unter unvorstellbaren Bedingungen verliert er doch nie sein Vertrauen in Gott, und er schafft das Unglaubliche: Er überlebt und kommt frei. Wird er es schaffen, dem System endgültig zu entkommen?


Ein in vielerlei Hinsicht sehr bedrückendes Buch. Ich muss gestehen: Ich hatte keinen blassen Schimmer, was in Nordkorea für Zustände herrschen, bevor ich dieses gelesen habe. Jede Seite hat mich aufs Neue geschockt und fassungslos zurückgelassen. Es könnte ein Weckruf sein, für all die, die wie ich ahnungslos weit weg von all dem leben. Aber das Buch möchte uns nicht ermahnen, es ist eher eine sanfte, wenn auch eindringliche Bitte, nicht die Augen zu verschließen, sie nur ein kleines bisschen weiter aufzumachen.

Was der junge Timothy erlebt hat, kann man eigentlich nicht beschreiben, und doch tut er es. Er selbst schreibt, dass ihm bei der Erinnerung die Tränen kamen. Man spürt jede einzelne von ihnen. Die ganze Geschichte hat bei mir dennoch keinen niederschmetternden, sondern eher einen hoffnungsvollen und tröstenden Eindruck hinterlassen.


Zwischenzeitlich habe ich mich gefragt, ob wirklich ein Mensch all das erleben kann, ohne zu verbittern. Timothy hat es geschafft, weil er immer auf Gott vertraut hat und sich nicht gescheut hat, diesen immer wieder um Hilfe anzurufen. Stellenweise erzählte er in doch recht distanzierter Art und Weise von dem Erlebten. Wenn der Sprache die Worte fehlten, dann lag das glaube ich daran, dass es keine anderen Worte gibt um das Leiden zu beschreiben, und dass dies die einzige Möglichkeit war, damit umzugehen.


Timothys Hauptanliegen ist es, seinen Landsleuten das Evangelium zu verkünden und ihnen Gott näher zu bringen. Genau da allerdings hatte ich so meine Schwierigkeiten mit dem Buch. Es ist doch ziemlich missionarisch, und vermittelt meiner Ansicht nach ein recht starres Gottesbild. Das Bild eines Gottes, dem ich persönlich mich nie anschließen könnte, weil ich nicht glaube, dass es Gott auf unsere Sünden ankommt. Ich verbinde mit Gott, wenn überhaupt, erstmal einfach nur Liebe, und das Gefühl, gefunden zu sein. Das habe ich in dieser Geschichte nicht gefunden, daher war ich schon etwas verwirrt. Schließlich glaube ich Timothy, dass er das alles so erlebt hat. Aber die ganzen Wunder, die er beschreibt, was Gott zu ihm gesagt hat...ich weiß nicht, aber es hat mich nicht überzeugt. Irgendetwas fehlte.

Da sich dieses Unerklärliche, was fehlte, durch das gesamte Buch zog, bekommt es von mir trotz der bewegenden Schilderung der Lebensumstände in Nordkorea nur drei Sterne.  

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Rezension zu "Gegen den Strom" von Timothy Kang

Ein wunderbares Buch, das zum Nachdenken anregt
lesebiene27vor 5 Jahren

Inhalt:

Timothy Kang - bzw. Chol wie er sich in dem Buch selber nennt – wächst in schlimmsten Armutsverhältnissen in Nordkorea auf. Zusammen mit seiner Mutter leidet er an starkem Hunger und unter dem diktatorischen System. Aus diesem Grund beschließt er seine Heimatland zu verlassen und nach China zu flüchten. Dort wird er jedoch abgeschoben und landet im nordkoreanischen Gefängnis, wo die Verhältnisse bedingt durch Folter und Hungersnöte noch viel grausamer sind als außerhalb der Mauern. An diesem Ort, den die wenigsten überleben, hilft ihm einzig der Glaube an Gott durchzuhalten, um der Nachwelt von den mitunter grausamsten Verbrechen der heutige Zeit zu berichten.

Meine Meinung:

Der Schreibstil des Buches hat mir wirklich sehr gut gefallen. Der Autor berichtet von seinem Leben auf eine sachliche Art, die es dem Leser erlaubt, Mitgefühl für ihn zu entwickeln ohne das Gefühl zu bekommen, dass er genau dies damit beabsichtigt. Man spürt sofort, dass es Timothy Kang daran gelegen ist, über sein Land zu informieren und dabei weder etwas zu beschönigen, noch zu erklären oder zu verdammen. Dies ist mir besonders positiv aufgefallen, weil man sich auf diese Weise eine fast schon objektive Meinung bilden kann, die natürlich auf subjektiven Erfahrungen des Autors beruhen.

Weiterhin ist mir dies auch bei dem Thema Glauben aufgefallen. Der Autor erklärt seinen Glauben an Gott, seine eigenen Erfahrungen und seine persönliche Meinung. Jedoch war zu spüren, dass das Ziel dabei nicht ist, den Leser von Gott zu überzeugen, sondern lediglich seinen Standpunkt näher zu bringen ohne sich ein Urteil darüber zu bilden, an was andere Menschen glauben. Dadurch kann das Buch auch von Menschen gelesen werden, die nicht religiös sind.

Die Erlebnisse des Autors seit seiner frühsten Kindheit haben mich emotional sehr bewegt. Schon nach den ersten Seiten konnte ich spüren, dass die nächsten ca. 240 Seiten nicht leicht zu lesen sein werden, obwohl der Schreibstil sehr flüssig war. Mein Eindruck lag vielmehr darin begründet, dass ich mir sofort ein Bild machen konnte unter welch ärmlichen und bedauernswerten Zuständen nicht nur Chol, sondern all die Menschen Nordkoreas leben. Dazu kommen die eigenen für mich aufwühlenden Gedanken, dass solche Zustände von der Außenwelt in größten Teilen unbeachtet bleiben. Dadurch habe ich mich manchmal beim Lesen ein bisschen hilflos gefühlt.

Ein weiterer für mich wichtiger Punkt in diesem Buch ist die Intention des Autors. Timothy Kang schreibt, dass es ihm kein Anliegen ist, Mitleid für sich oder die Nordkoreaner zu bekommen, sondern die Menschen dazu zu bewegen möchte, für sein Land und die darin lebenden Menschen zu beten, damit es ihnen irgendwann möglich sein wird, frei von Hunger, Todesangst und Existenznöten zu leben.

Fazit:

Für mich ist „Gegen den Strom“ ein ganz besonderes Buch, welches ich wirklich jedem Menschen ohne Einschränkungen ans Herz legen möchte. Timothy Kang berichtet von seinem Leben und seinem Glauben in einem Land, in dem beides fast unmöglich ist. Mich hat das Buch nachhaltig bewegt, sodass ich auch jetzt – einige Tage nach Beendigung des Buches – viel über den Autor und die furchtbaren Zustände in Nordkorea nachdenken muss. Dieses Buch hat auch dazu geführt, dass ich mein eigenes Leben mittlerweile mit mehr Dankbarkeit betrachte. Ich möchte dem Buch die vollen 5 von 5 Sternen geben und hoffe, dass noch viel mehr Menschen sich an dieses großartige Werk trauen mögen.

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Gespräche aus der Community

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Cover des Buches Gegen den Strom
Ein weiteres interessantes Sachbuch über Norkorea ist gerade im SCM Verlag erschienen. Ich bedanke mich beim SCM Verlag für die Unterstützung der Leserunde !

Gegen den Strom von Timothy Kang



Zum Inhalt:


Timothy Kang wächst in bitterer Armut und unter großen Entbehrungen in Nordkorea auf. Um aus dem diktatorischen System auszubrechen, flieht er mit seiner Mutter nach China, wird jedoch abgeschoben und zu einer Haftstrafe in einem nordkoreanischen Straflager verurteilt. Diese Lager gehören zu den grausamsten Gefängnissen der Welt. Ein Ort, an dem niemand lange überlebt. In der dunkelsten Stunde seiner Haft ringt ihm ein Freund das folgenschwere Versprechen ab: Wenn er das Lager jemals lebend verlässt, muss er die grausamen Verbrechen öffentlich machen und den Toten eine Stimme geben. Und er überlebt!
Heute lebt er in Südkorea in Sicherheit. Und er hat seine Geschichte aufgeschrieben, einen unglaublichen Bericht über Menschen, die die Welt vergessen hat.



Falls ihr eines der 3 Exemplare gewinnen wollt, bewerbt euch bis zum 06. Januar 2016, 24 Uhr hier im Threat mit der Antwort auf die Frage: Was interessiert euch an diesem Buch ?  Dazu gibt es noch die Möglichkeit, zwei Rezensionsexemplare außerhalb  (!) der Leserunde zu lesen. Bitte gebt diesen Wunsch bei der Bewerbung an. DANKE !






Wichtige Hinweise zu eurer Bewerbung:



Ein Gewinn verpflichtet innerhalb von ca 4 Wochen nach Erhalt des Buches zum Austausch in der LR mit den anderen Teilnehmern über alle Leseabschnitte sowie zur Veröffentlichung einer Rezension, die möglichst breit gestreut werden soll.
Bewerber mit privatem Profil , erwiesene Nichtleser , sowie jene ohne Rezensionen werden nicht berücksichtigt.


Bitte beachtet, dass es sich hierbei um eine CHRISTLICHE LESERUNDE handelt, das Buch ist in einem christlichen Verlag erschienen und so spielen christliche Werte eine wichtige Rolle.

Ich freue mich auf eure Bewerbungen.

Wer mit einem eigenen Exemplar bei dieser Leserunde mitlesen möchte, ist natürlich herzlich willkommen.


ACHTUNG : ES GIBT EIN NEUES BEWERBUNGSVERFAHREN VON LOVELYBOOKS. NUR WER SICH UNTER BEWERBUNG EINTRÄGT KANN NACHHER AUSGEWÄHLT WERDEN !!! BEI MIR FUNKTIONIERT DAS MIT DEN ADRESSEN NICHT: ICH BRAUCHE VON DAHER DIE ADRESSEN NACH DER AUSLOSUNG !!











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