Timothy Keller Bedingungslos geliebt

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Inhaltsangabe zu „Bedingungslos geliebt“ von Timothy Keller

Das Geheimnis der Liebe Gottes: Sie ist vorleistungsfrei zu haben. Jederzeit und mit Ewigkeitshorizont. Das ist die Lehrstunde fürs Leben von großen und kleinen Brüdern und Schwestern.§§Nach seinem ersten Buch The Reason for God nannte die amerikanische Zeitschrift Newsweek Timothy Keller einen "C. S. Lewis für das 21. Jahrhundert". Diesmal legt Keller das Gleichnis vom verlorenen Sohn aus oder das Gleichnis von den zwei verlorenen Söhnen, wie es besser heißen müsste. Denn Keller zeigt, dass der ältere Sohn ebenso verloren ist wie der jüngere. Mit frischer, ungestelzter Sprache, scharfsinniger Menschenkenntnis und Beispielen aus aktuellen Büchern und Filmen führt Keller uns vor Augen, dass Jesus in diesem Gleichnis seinen Zuhörern die gesamte biblische Botschaft in einer unnachahmlich verdichteten Form präsentierte.§§"In einer Flut von Bestsellern, geschrieben von Skeptikern und Atheisten, die einen nichtexistenten Gott des Verbrechens gegen die Menschlichkeit anklagen, ragt Timothy Keller als schlagkräftiger Kontrapunkt und Verteidiger des Glaubens heraus."§The Washington Post

Das Buch ist einen Exegese. Die Liebe zwischen Vater und Söhnen wird auch als Kommunikationsdefizit ersichtlich.

— pageturner211

Wunderschön, sehr klarer, nüchterner Schreibstil. Tolle Gedanken.

— Kirschbluetensommer

Die Liebe und Gnade Gottes begleitet uns ein Leben lang. Das Buch ist einmalig gut und gibt Hoffnung.

— pallas

Ein wunderbares Buch, das mich mit Vielem versöhnt hat.

— JoJansen

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  • Das Gleichnis von den zwei verlorenen Söhnen

    Bedingungslos geliebt

    Traeumerin109

    10. June 2016 um 21:00

    Timothy Keller beschäftigt sich in seinem Buch mit dem altbekannten Gleichnis vom verlorenen Sohn aus der Bibel. Nur schaut er viel genauer hin, als konventionelle Auslegungen dies tun: Normalerweise wird diese Geschichte dahingehend interpretiert, dass ein Mensch, der verloren war, durch Gottes Liebe und Vergebung, welche völlig kostenlos gewährt werden, wieder aufgenommen wird. Hier jedoch habe auch ich das Gleichnis zum ersten Mal aus einem ganz anderen Blickwinkel gesehen. Es gibt nicht nur einen, sondern zwei verlorene Söhne, auch der ältere Bruder, dem gemeinhin keine allzu große Bedeutung beigemessen wird, hat sich von seinem Vater abgewandt. Diese Erkenntnis erschließt uns ganz andere Möglichkeiten, das Ganze zu betrachten. Diese Möglichkeiten schöpft der Autor in seinem Buch sehr schön aus. In klarer und prägnanter Sprache macht er uns darauf aufmerksam, dass es nicht nur einen Weg gibt, sich von Gott abzuwenden. Es gibt nicht nur den Weg der Selbstfindung, den der jüngere Sohn beschritten hat. Da ist auch noch der Weg der Moralisierung, des peinlichst genauen Befolgens aller Regeln. Ein Weg, auf dem man sich auf den ersten Blick nichts vorwerfen kann. Doch ist das wirklich so? „Um wirklich Christen zu werden, müssen wir auch die Gründe bereuen, aus denen wir je etwas richtig gemacht haben.“ Dieses Zitat beschreibt es sehr treffend. Wichtig ist nicht, dass wir gut sind, sondern warum wir gut sind und für wen wir es sind: Für Gott oder für uns selbst. Das Phänomen der älteren Brüder dieser Welt, die sich moralisch nichts vorzuwerfen haben, ist weit verbreitet. Auch ich konnte nicht anders, als mich selbst an der einen oder anderen Stelle wiederzufinden: Diese Erwartungshaltung, wenn ich das Richtige tue, dann möchte ich bitte auch mit einem schönen Leben dafür belohnt werden, ist denke ich weit verbreitet. Sie begeht allerdings den Fehler, dass wir uns selbst zu unseren eigenen Erlösern und Richtern aufschwingen, und somit Gott keinen Platz mehr lassen. Und, noch viel schlimmer: Meistens sind wir uns nicht dessen bewusst, dass wir das, was wir vermeintlich für Gott tun, nur für uns selbst tun. Somit fällt es dem jüngeren Sohn, dem scheinbar Verloreneren einfacher, zurückzukehren, weil er sich dessen bewusst ist, dass er verloren ist. Ein gelungenes Buch darüber, was das Evangelium uns sagen möchte. Vielleicht gibt es noch mehr solcher Gleichnisse, bei denen man genauer hinschauen könnte. Von mir gibt es nur vier Sterne, weil mir das Buch zwar insgesamt wirklich gut gefallen hat und ich einiges daraus mitnehme, aber den Wow-Effekt, den ein richtig geniales und überzeugendes Buch für mich beim Lesen haben muss, habe ich ein bisschen vermisst. Trotzdem kann ich es euch nur weiterempfehlen.

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  • Leserunde zu "Bedingungslos geliebt" von Timothy Keller

    Bedingungslos geliebt

    Sonnenblume1988

    Das Gleichnis vom verlorenen Sohn beeindruckend erklärt Ich möchte euch ganz herzlich zu einer neuen Leserunde einladen: Der fontis-Verlag stellt drei Exemplare des Buches "Bedingungslos geliebt" von Timothy Keller zur Verfügung. Vielen Dank an den Verlag  für die Unterstützung der Leserunde! Zum Inhalt: "In seinem Buch Bedingungslos geliebt beleuchtet Timothy Keller das Gleichnis vom verlorenen Sohn aufregend neu. Schon nach seinem ersten Buch (The Reason for God) nannte die amerikanische Zeitschrift Newsweek Timothy Keller einen "C. S. Lewis für das 21. Jahrhundert". Diesmal legt Timothy Keller das Gleichnis vom verlorenen Sohn aus – oder das Gleichnis von den zwei verlorenen Söhnen, wie es besser heißen müsste. Denn Timothy Keller zeigt, dass der ältere Sohn ebenso verloren ist wie der jüngere. Mit frischer, ungestelzter Sprache, scharfsinniger Menschenkenntnis und Beispielen aus aktuellen Büchern und Filmen führt Timothy Keller uns vor Augen, dass Jesus im Gleichnis vom verlorenen Sohn seinen Zuhörern die gesamte biblische Botschaft in einer unnachahmlich verdichteten Form präsentierte. " Bitte bewerbt euch bis zum 29. Februar hier im Thread und beantwortet die Frage, ob ihr die Geschichte vom verlorenen Sohn aus der Bibel schon einmal gehört habt.  Bitte beachtet, dass Arwen10 die Bücher an euch verschickt und ihr die Portokosten von 1,60 € selber tragen müsst. Wir bitten euch, vor eurer Bewerbung folgende Punkte zu berücksichtigen:  - Der Gewinner verpflichtet sich dazu, sich innerhalb von ca. 4 Wochen mit den anderen Teilnehmern über alle Leseabschnitte auszutauschen und eine Rezension zu schreiben. - Es können nur Bewerber berücksichtigt werden, deren Profil öffentlich ist und die mindestens eine Rezension in ihrem Profil haben. - Bitte beachtet, dass in diesem Buch christliche Werte eine wichtige Rolle spielen. Ich freue mich auf eure Bewerbungen. Wer ohne Verlosung mitlesen möchte, kann dies natürlich auch sehr gerne tun. Das Buch könnt ihr unter www.fontis-verlag.de für 12,99 € (Buchpreis)  bestellen. Dort könnt ihr auch sehr gerne eure Rezension hinterlassen.

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    • 20
  • Bedingungslos geliebt ?

    Bedingungslos geliebt

    pageturner211

    13. April 2016 um 21:34

    Bedingungslos geliebt ? Als mir bewusst wurde, dass es sich bei diesem Buch um eine Exegese handelt, habe ich mich gefragt, ob ich dafür überhaupt qualifiziert bin. Bin ich natürlich nicht, aber hier ist ja auch "nur" mein Eindruck als Leser gefragt. Erst nachdem ich diese Frage für mich geklärt hatte, konnte ich mich richtig auf den Text einlassen. Es hat mich beruhigt, zu erfahren, dass selbst ein Theologe erklärt, dass er lange gebraucht hat, um einen Zugang zu diesem Text zu finden. Aus terminlichen Gründen habe ich mich nicht wieder aufstellen lassen, aber meine Zeit als Presbyter hat mir einen Blickwinkel eröffnet, der mir vorher zumindest nicht bewusst war. Auch dadurch kann ich mich besser mit diesem Text befassen. Schon die Darstellung des Gleichnisses im letzten Teil der Einführung beinhaltet einige ungewöhnliche Betonungen. Im ersten Kapitel wird gleich zu Beginn festgestellt, dass es sich um zwei Brüder handelt und nicht um einen, den verlorenen Sohn, und um einen zweiten als Staffage. Diese Darstellung erfolgt generell viel zu selten. Im weiteren Text wird sogar verdeutlicht, dass der eine Sohn zwar verloren war, aber der andere noch immer verloren ist. Auch die Kategorisierung unserer Gesellschaft in ältere und jüngere Brüder, also in "Protestler" und "Regelhüter" ( meine Wortwahl) empfinde ich in diesem Zusammenhang als bereichernd, irgendwie erfrischend. Als wichtig sehe ich die Hinweise darauf, dass dieses Gleichnis insgesamt an die "älteren Brüder", die Musterknaben, gerichtet ist und eben nicht an die "jüngeren" und "unzuverlässigen". Institutionen haben sich im Laufe der vielen Jahre ihres Bestehens immer mal wieder selbst diskreditiert und dadurch Kritiker und Abtrünnige hervorgerufen. Diese Bewegung hat die Bewahrer ihren Zwist unterdrücken und sich zusammenschließen lassen. Dadurch sind zwei Blöcke entstanden, die beide einen gewissen Hang zu radikalisierenden Ansprüchen entwickelt haben und dadurch die Gemeinsamkeiten zwischen diesen Blöcken unüberbrückbarer erscheinen lassen. Was mir bis dahin unbekannt war, ist, dass die Römer die Christen "Atheisten" nannten, weil sie sich von ihren Göttern abwandten. Wenn man die Jahrhunderte der Kirchengeschichte betrachtet, ist das schon mehr als Ironie. Zwei Kernaussagen sind für mich wichtig und aktueller denn je : Einmal, dass sich diejenigen, die religiösen Eifer zeigten weniger mit Jesus anfangen konnten, als die, die sich von der Kirche abgewandt hatten. Zum anderen, dass es wohl zu viele ältere Brüder in der Kirche geben müsse, wenn sich die jüngeren dort nicht wohlfühlten. Die Forderung des jüngeren Bruders nach seinem vorzeitigen Erbanteil ist heute, ruft hinsichtlich der entsprechenden Steuervorteile heute kaum noch ein Stirnrunzeln hervor. Auch, dass für die Auszahlung der Rest des Erbes durch Zinszahlungen belastet wird ist nicht neu. Fast so, als ob der Anteil der jüngeren Brüder in der Gesellschaft gewachsen wäre. Was ist die berühmte '68er Generation anderes ? Eine fast geschlossene Generation von jüngeren Brüdern, die gegen die etablierten älteren Brüder rebellierte. Und doch sind die meisten dieser jüngeren Brüder in die Gesellschaft zurückgekehrt und haben sie damit verändert. Nicht ganz in ihrem Sinn, aber unerwartet weit. Der Vater rennt ihm entgegen. Ein Vater, der die Liebe voran stellt. Es ist oft von Mutterliebe und Vaterstolz zu lesen. Wenn der Vater weniger stolz als liebevoll ist, gilt er schnell als feminin. Als unser Sohn klein war, war mir immer egal, was andere von mir dachten. Auch jahrelang als einziger Vater vor und im Kindergarten. Ich hatte immer nur Augen für unseren Sohn. Der Rest war für mich immer nebensächlich. "Es gibt kein Übel, das die Liebe des Vaters nicht verzeihen und überdecken könnte, und es gibt keine Sünde, die seiner Gnade gewachsen wäre." (S.33) Ohne es in Worte zu fassen, war genau das, was mich durch die Geburt unseres Sohnes durchdrungen hat. Völlig unvorbereitet und immer gleichbleibend. Auch in hitzigen Auseinandersetzungen. Er ist mittlerweile achtundzwanzig und es hat sich daran nichts geändert. Der jüngere Sohn wollte einfach nur weg. Um sein eigenes Leben zu führen. Nicht unbedingt gegen den Vater, aber ohne ihn. Der ältere will den Vater übertrumpfen, will besser, etwas besseres, sein. Will den "Generationswechsel" vorbereiten. Dadurch richtet er sich automatisch gegen den Vater. Er ist so sehr von seiner Überlegenheit überzeugt, dass es öffentlich kund tut, indem er dem Fest fern bleibt. Der Weg der moralischen Anpassung (älterer Bruder ) und der Weg der Selbsterkenntnisprägen beide die gesamte jeweilige Sichtweise, der Ausschließlichkeit. Auf Probleme, die Welt, das Leben. Sie geben die Maßstäbe vor für Lösungen, Fehler, den Umgang mit eigenem und fremden Scheitern, dem Selbstwert. Es kommt vor, dass Menschen in unterschiedlichen Phasen ihres Lebens, mal zum einen und dann zum anderen Bruder tendieren. Wenn sich Vertreter der beiden Richtungen begegnen und irgendwie zueinander finden, besteht nur eine geringe Chance, dass einer der beiden sein "Lager" verlässt, denn schließlich befindet sich die Person nicht ohne Grund in ihrem jeweiligen Lager. In unserer Gesellschaft werden die vermeintlichen und realen Zwänge oft als zu große Bürde empfunden. In unterschiedlichen Versionen gibt es schon viele Jahre Seminare zur "Selbstverwirklichung". Dabei meist so, dass es dabei nicht zu Brüchen mit der Gesellschaft führt, sondern Änderungen innerhalb der bekannten Parameter stattfinden. Bei jüngeren Brüdern werden bestimmte Verhaltensweisen als normal angesehen, die bei älteren Brüdern als "Ausbruch" oder "midlifecrisis" bewertet werden. Beide Richtungen folgen der Maxime der Ausschließlichkeit. Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Der "böse" Sohn erkennt sein Scheitern und kommt zum Vater zurück. Der vermeintlich gute Sohn nicht, weil sein Verhalten eben nur eine Fassade war. Der ältere "gute" Sohn ist stolz auf die eigenen moralischen Verdienste und erwartet deshalb eine Belohnung. Auch wenn unterschiedliche Wege beschritten werden, führen sie zum gleichen "bösen" Ziel. Eine Ausrichtung auf die Güter des Vaters und nicht für den Vater selbst. Vor allem aber gegen die Autorität des Vaters. Bisher war mir nur der freie, kostenlose Aspekt der Gnade bewusst. An dieser Stelle hörten meine Überlegungen meist auf. Dass dies nur für den Beschenkten gilt und durch eine Art Dominoeffekt die "Kosten" einer Gnadenhandlung nur verlagert werden, wurde mir erst durch diese Lektüre bewusst. Die Wiederaufnahme des jüngeren Sohnes geschieht auf Kosten des älteren, weil auch das Erbrecht des jüngeren wieder eingesetzt wird. Das Erbrecht auf einen Teil des älteren Bruders, der aus seiner Sicht ungefragt um einen Teil seines Erbes gebracht wird. Dass sein Vater noch lebt und deshalb noch gar nichts vererbt wurde, also alles noch dem Vater gehört, findet in seinen Überlegungen überhaupt nicht statt. Salieri, als "älterer Sohn", versucht sich durch seinen Lebenswandel die Gunst Gottes zu "erkaufen". dadurch sieht er Gott auch in seiner Schuld. Dass der Name seines Widersachers übersetzt "von Gott geliebt" bedeutet, macht es Salieri nicht einfacher, die neue Situation zu ertragen. Als er erkennen muss, dass es unabwendbar ist, zerbricht alles, was er an Fassade bis dahin aufrecht erhalten hatte, denn nichts hatte er aus Überzeugung, sondern nur als Preis für seinen Erfolg unternommen. Übrig blieb so nur sein "Kern". In diesem Fall die reine Mordlust. Das Überlegenheitsgefühl des älteren Bruders verhindert, dass er bei sich selbst Defizite erkennen oder gar zugeben kann. Es fehlt ihm dadurch die Voraussetzung für seine Heilung. Grundsätzlich wird Sünde als Übertretung der Gebote angesehen. So wie bisher auch ich. Aber mindestens genau so wichtig ist der falsche, der selbstsüchtige, Grund für eine Einhaltung der Gebote. Natürlich war mir diese Verhaltensweise bekannt, aber nicht diese Bewertung. Die ist in dieser Form neu für mich. So sind es also zwei verschiedene Wege, um jeweils der eigene Erlöser werden zu können, indem dem Vater die Autorität dafür, offen oder versteckt, abgesprochen wurde. Somit sind beide auch gleich egozentrisch und sich jeweils selbst genug. Das Evangelium unterscheidet sich grundsätzlich von den Wegen der beiden "Brüder", denn nach dem Evangelium ist jeder auf dem falschen Weg, aber auch jeder geliebt. Auch ist jeder aufgerufen, dies zu erkennen und sich entsprechend zu ändern. Im Gegensatz zur Beschreibung der beiden Brüdern, ist dies ein wichtiger Hinweis. Es kann sonst unter Umständen die Situation entstehen, dass sich ein Mensch auf dem Weg des einen oder anderen Bruder erkennt und dann keine Umkehrmöglichkeit für sich sehen kann. Eine Voraussetzung Gnade zu erhalten, sei, zu erkennen, dass diese Gnade notwendig ist. Nur Menschen, die sich selbst für in Ordnung halten bewegten sich davon weg. Im Gegensatz zur eher offensichtlichen Verlorenheit der jüngeren Brüder, macht die Verlorenheit der älteren Brüder nicht nur traurig, sondern wütend. Oft sogar kampfeswütig. Auf allen Ebenen. Ob bei Erbstreitigkeiten, im Konzernvorstand, in der Kirchengemeinde, in den Parteien, in der Kürzung von humanitären Mitteln. Bei den abstrakten Haushaltsbeschlüssen vor humanitären Hilfe, obwohl es möglich wäre. Wenn es ganz schief läuft, auch in Kriegshandlungen. Bisher hatte ich all dies schon miteinander verbunden, aber nicht in Zusammenhang mit dem älteren Bruder gesehen. Dazu fehlten mir die Begrifflichkeiten. Diese Wettbewerbe, hervorgerufen durch zu geringes Selbstwertgefühl, als Nachweis für die eigene Bedeutung, erinnern mich an Rangkämpfe in einem Wolfsrudel. Die innere Einsicht der älteren Brüder hat zu mehr als diese Ebene eben nicht gereicht.Etwas gutes zu tun, ohne davon überzeugt zu sein, kann auch in die Irre führen. Dies wurde gut dargestellt bei der zweimaligen Bitte Jesus an seine Jünger für ihn einen Stein zu tragen. Die Überlegungen von Petrus dazu zeigen exemplarisch die der meisten Menschen. Zumindest hier verstehe ich Petrus besser als die anderen. Er macht sich Gedanken. Wenn auch die falschen. Doch weil sie ihm bewusst werden, kann er sie korrigieren. Der größte Stolz entsteht durch die Mitgliedschaft in der als richtigen empfundenen Religionsgemeinschaft. Auch wenn aktuelle Situationen etwas anderes vermuten lassen, fallen mir dazu zuerst die Nordirlandkämpfe während meiner Kindheit ein, denn diese Auseinandersetzungen gehören direkt zu uns und nicht nur indirekt, weil wir beide Seiten ständig mit Waffen versorgen und dann Aufbauhilfe und Lebensmittelrationen kürzen. Es ist unmöglich, jemandem zu vergeben, wenn man sich dieser Person überlegen fühlt.! Dazu wird beispielhaft und sehr gut nachvollziehbar die Ehe eines Alkoholikers angeführt. Das zweite Beispiel dazu ist das selbstlose Geschenk einer riesigen Möhre gegenüber dem berechnenden Geschenk eines wertvollen Pferdes an einen weisen König. Durch Kritik fühlt sich ein älterer Bruder nicht nur verletzt, sondern regelrecht zerstört. Ohne Selbsterkenntnis ist er gefährlicher als ein jüngerer Bruder. In großen Religionen befinden sich zu viele ältere Brüder. Deshalb fühlen sich jüngere Brüder dort ausgegrenzt. Sie halten ältere Brüder und Religion für identisch. Ein wahrer älterer Bruder fragt nicht nach Kosten oder Aufwand wenn er nach seinem jüngeren Bruder sucht. Kinder die nie einen Ort finden von dem sie das Gefühl haben, dass sie dort hingehören, bringen eine Unfähigkeit zu Bindungen mit in ihr Erwachsenenlebens. "Zuhause" ist ein mächtiger, aber schwer fassbarer Begriff. Zusammengefasst wird diese mehr oder minder bewusste Suche in den Worten "Sehnsucht" und "Heimweh". Dies ist für mich eine der Kernaussagen in diesem Buch. Eine Suche nach "etwas" im Universum. Diese Suche verspüren viele in sich. Es ist nicht populär, darüber zu sprechen. Sehnsucht wird immer noch gleichgesetzt mit Schwäche. Und wenn das nicht, dann aber als zu privat, um mit anderen darüber zu sprechen. Die Häuser und Familien in denen wir aktuell wohnen, seien nur Raststätten unterwegs auf dem Weg zum "richtigen" Zuhause. Wer sich mit viel Mühe ein richtiges Zuhause schaffen konnte und so etwas liest oder hört erfährt einen Rückfall. Ich finde, dass es generell notwendig ist, alle Anstrengungen in dieser Richtung zu unterstützen und nicht zu unterminieren. Eigentlich waren wir für den Garten Eden vorgesehen. Doch dann mussten wir heraus, weil wir zu neugierig, zu ungehorsam waren ? Diese Darstellung war schon immer sehr problematisch für mich. Das verbinde ich mit Denkverboten, totalitären Regimes und ähnlichem. Da habe ich bis heute das Gefühl, ausbrechen zu müssen. Da bin ich spontan wieder der jüngere Bruder. Wenn wir so geschaffen wurden, wie wir sind und dann Wesentliches untersagt wird, ist das ein eklatanter Widerspruch. Es kann doch nicht sein, dass wir geschaffen wurden, um drangsaliert zu werden. Wirklich bedingungslos geliebt ? Die Liebe zu Jesus sei realer als zu einem Menschen? Warum wird dieser Vergleich auf diese Weise erhoben? Reicht es nicht, darzustellen, dass es zwei unterschiedliche Situationen sind? Diese Aussage halte ich für so problematisch, dass ich sie in dieser Form nicht annehmen kann. Für mich fühlt sich so eine Reduzierung deprimierend an. Wieder ein Punkt, der dieses Buch für mich schwierig macht. Es sei rationell nicht zu erfassen ? Skeptiker seien entweder zu versessen oder nicht versessen genug ? Da habe ich bei einem solchen Buch mehr erwartet. Das finde ich sehr schade, weil mich diese Art der vermeintlichen Argumentation in ihrer Armut immer extrem misstrauisch macht und mich sofort verliert. Dann steht auf der nächsten Seite das für mich genaue Gegenteil indem dort behauptet wird, dass für Jesus die materielle Welt nicht nur Bedeutung hat, sondern dass er sie liebt. Als Herleitung sei das Christentum die materialistischste Glaubensrichtung der Welt. Religion funktioniere nach dem Prinzip : Ich gehorche, also bin ich von Gott angenommen. das Evangelium sei anders : Ich bin durch das Werk Jesu von Gott angenommen, also gehorche ich. Auf jeden Fall habe ich zu gehorchen. Wie passt das zum Titel "bedingungslos geliebt ? Als reine Exegese ist das Buch etwas unerwartet und dadurch nicht verlockend, weil es für mich zu theologisch angelegt ist. Andererseits ist es verständlich geschrieben und ganz und gar nicht langweilig. Streckenweise werden Wege zur Selbsterkenntnis aufgezeigt. Aufmerksam gelesen, können aus der eigenen Historie mit allen ihren Schwankungen, auch von einem Extrem zum andern, Situationen neu eingeordnet werden. An unterschiedlichen Stellen kann das Buch dann wie ein Spiegel wirken. Es hatte dadurch eine völlig unerwartete Wirkung aufmich. Bei Begründungen, die psychologisch dargelegt werden, kann ich meist folgen, dort wo sie ausschließlich, oder hauptsächlich theologisch sind, kann ich das nicht so gut. Das Buch zu lesen, war auf jeden Fall ein Gewinn für mich. Ich habe einiges Neues gelernt. Neue Betrachtungen, aber auch über mich selbst. Wie meine Einstellungen sind, wie sie dazu wurden, weshalb sie so bleiben werden und weshalb ich sie nur als meine, nicht allgemeine begreife. Vielen Dank für diese Möglichkeit.

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  • Tiefsinnige und gute Gedanken

    Bedingungslos geliebt

    Kirschbluetensommer

    31. March 2016 um 21:23

    Ich habe gerade ein Buch beendet, das mich so begeistert hat, sodass ich es euch heute unbedingt vorstellen möchte. Der Titel lautet "Bedingungslos geliebt. Von zwei verlorenen Söhnen und einem liebenden Vater" von Timothy Keller. Es handelt sich dabei um ein christliches Sachbuch. Der Autor legt die bekannte Geschichte vom verlorenen Sohn aus Lukas 15 aus. Es ist eine Geschichte, die Jesus erzählt hat. Sie handelt von zwei Söhnen und ihrem Vater. Der jüngere Sohn verlangt vom Vater sein Erbe und zieht fort. Als sein Geld weg ist und er nur noch Schweine hüten darf, ist er ganz tief unten angekommen. Da besinnt er sich darauf wie gut er es beim Vater hatte und beschließt, zu ihm als Tagelöhner zurück zu gehen. Der Vater sieht ihn schon von weitem und kommt ihm entgegen. Er nimmt ihn wieder als Sohn und Erben an und schmeißt eine große Party für ihn. Der ältere Sohn bekommt das mit und ist richtig eifersüchtig auf seinen jüngeren Bruder. Der Vater macht ihm klar, dass auch ihm bereits alles gehören würde und er sich stattdessen lieber freuen solle, dass sein Bruder wieder zurückgekehrt sei. Damit endet das Gleichnis von Jesus. Der Autor analysiert und interpretiert nun diese Geschichte neu. Dabei bleibt er nahe am biblischen Text. Er versucht, ihn zu erklären und verständlich zu machen. Im Gegensatz zu manchen anderen christlichen Autoren schweift er nicht in erzählerische Beispiele aus seinem eigenen (Er-)Leben ab, sondern bringt nüchtern und sachlich seine Ausführungen an. Inhaltlich fokussiert er sich stark auf den älteren Sohn, der beim Vater daheim blieb. Dies ist ein Ansatz, der sich nicht so häufig in der Literatur rund um diese Geschichte finden lässt. Meist steht eher der jüngere Sohn oder der Vater im Mittelpunkt, hier nun der Ältere. Keller macht hier deutlich, dass Christsein mehr ist, als nur den moralischen Verpflichtungen nachzukommen. Christsein bedeutet, Gottes Liebe und seine Gnade wirklich verstanden zu haben und aus diesem neuen Verständnis heraus, sich Stück für Stück verändern zu lassen: "Gottes Gnade und Gunst können wir uns nicht verdienen, was auch immer wir tun. Wir können nur glauben, dass er sie uns in Jesus Christus geschenkt hat, und sie durch den Glauben annehmen. Wenn wir aber wahrhaftig an den glauben und demjenigen vertrauen, der uns aufopferungsvoll gedient hat, dann verwandelt uns das in Menschen, die Gott und ihrem Nächsten ebenfalls aufopferungsvoll dienen. Wenn wir sagen: "Ich glaube an Jesus", ohne dass dies Auswirkungen auf die Art und Weise hat, wie wir leben, dann ist die Antwort nicht so sehr, dass wir uns nun über unseren Glauben hinaus noch ordentlich Mühe geben müssen, als vielmehr, dass wir Jesus in Wirklichkeit noch gar nicht verstanden haben oder noch nicht an ihn glauben." (Aus: "Bedingungslos geliebt", Timothy Keller, Basel: fontis - Brunnen, S. 129, 2015) Mich hat dieser Gedanke erneut fasziniert, dass es allein Gottes Gnade ist, die Menschen verändern kann. Der Mensch schafft es nicht, indem er sich anstrengt und abmüht, sondern allein durch die Gnade. Ich habe das Buch als sehr wertvoll empfunden und kann es daher jedem nur wärmstens weiter empfehlen.

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  • Ein wunderbares Buch

    Bedingungslos geliebt

    pallas

    Das Taschenbuch "Bedingungslos geliebt" von Timothy Keller ist rein formal gesehen ein Sachbuch, das eine Interpretation zum Gleichnis vom "Verlorenen Sohn" präsentiert. Dennoch ist dieses nur scheinbar schmale Bändchen ein unglaublich fesselndes, spannendes und im besten Sinne er - leuchtendes Werk, das eigentlich jeder gelesen haben muss. Wenn ich "jeder" schreibe, so meine ich insbesondere auch diejenigen, welche möglicherweise erst einen Einstieg in eine wundervolle Beziehung zu Christus benötigen. Timothy Keller stellt in eindrucksvollster Weise dar, weshalb so viele Christen mehr oder weniger empört aus den Kirchen geflüchtet, jedoch von Gott als "jüngere Brüder" mindestens genauso geliebt sind wie diejenigen, die als "ältere Brüder" - in ihren starren Regeln verstrickt - sogar noch ein größeres Leid zu tragen haben. Die deutsche Übersetzung des "Gleichnisses vom Verlorenen Sohn" lässt leider das Missverständnis zu, dass nur einer der Söhne verloren sei, dabei sind es ja Beide! Warum das so ist, erklärt Timothy Keller in sieben eindrucksvollen Kapiteln anhand vieler Verweise in unsere heutige Zeit und logisch nachvollziehbaren Erklärungen, in erfrischend einfacher, verständlicher Sprache.Dieses Buch war für mich an vielen Stellen eine Offenbarung. Es ist durch seine solide Sprache nicht nur mühelos zu lesen, sondern darüber hinaus so spannend, fesselnd und faszinierend, dass man es nur schwer aus der Hand legen kann. Ich war über die Lektüre so begeistert (auch im wahrsten Sinne des Wortes), dass ich es ganz sicher mehrfach lesen werde. Auch (oder gerade) junge Menschen, die leicht  von den "älteren Brüdern" im Glauben irritiert oder sogar abgebracht werden könnten, ist die Lektüre dieses Buches ganz sicher eine enorme Hilfe für ihr Leben. Timothy gelingt es auf hervorragende und beste Weise über die genaue und klare - und auf oft so störende Fachwörter verzichtende - Beschreibung des Gleichnisses die zentralen so lebensbejahenden Aspekte unseres Christlichen Glaubens lebendig und nachvollziehbar darzustellen. Junge Menschen, wie auch Menschen, die sich möglicherweise durch verkrustete religiöse Riten abgeschreckt vom Christlichen Glauben abgewendet haben, finden hier eine frische Quelle der Inspiration und eine Brücke auf die man zum guten Leben zurück gehen und daher "nach Hause" finden kann.Ich bin begeistert. Dieses Buch hat definitiv mein Leben zum Guten verändert. Genauso wie das Buch von Eric Metaxa ("Wunder") gehört es zu den am hellsten strahlenden Edelsteinen, die ich gerne immer wieder lese.

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    • 5

    pallas

    21. March 2016 um 11:08
  • Leserunde zu "Der heilige Hafen" von Gary L. Thomas

    Der heilige Hafen

    Arwen10

    Diese Leserunde findet mit feststehenden Lesern statt. Ich danke dem SCM Verlag für die Unterstützung der Leserunde. Der heilige Hafen von Gary L. Thomas Zum Inhalt: Die Ehe ist mehr als ein heiliger Bund mit einem anderen Menschen, davon ist Gary Thomas überzeugt. Sie ist eine geistliche Disziplin und soll uns dabei helfen, Gott besser kennenzulernen, ihm mehr zu vertrauen und ihn inniger zu lieben. Es gibt unzählige Bücher darüber, wie Sie zur Ehe Ihrer Träume gelangen können. Aber was, wenn Gott uns durch die Ehe nicht unbedingt glücklich machen, sondern näher zu sich ziehen will? Und was, wenn es in Ihrer Beziehung weniger um Sie und Ihren Partner geht, sondern vielmehr um Sie und Gott? Jedes Detail unserer Ehe - der gegenseitige Respekt, die gewährte Vergebung oder die Begeisterung, Ehrfurcht und der bloße Spaß an der Liebe - hat prophetisches Potenzial und kann dazu dienen, das Wesen Jesu zu entdecken und zu offenbaren. Besprochen wird in dieser Leserunde auch das Andachtsbuch des Autors: Heilig währt am längsten Zum Inhalt: Das Andachtsbuch für Ehepaare! Hat Gott die Ehe dazu geschaffen, um uns heiliger und nicht nur glücklich zu machen? Diese und andere herausfordernde Fragen stellt Erfolgsautor Gary Thomas und präsentiert überraschende Einsichten. Die 52 Andachten stecken voller Ermutigungen, Weisheiten und ganz praktischen Tipps für eine gesunde Ehe - Woche für Woche. Ein Buch für alle, die bereit sind, Gott in ihren Alltag und in die Mitte ihrer Ehe aufzunehmen.

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    • 144

    Arwen10

    11. January 2016 um 10:00
    pallas schreibt Jutta fragte mich ob wir nach unserer beendeten Andachtsbuch Leserunde wieder gemeinsam etwas lesen wollen. Ein Vorschlag von mir falls Maria damit einverstanden ist. "Vater unser " von Max ...

    Da muss ich schauen, wer das alles haben wollte. Ich habe ja im Sachbuchthreat nachgefragt, wer das lesen wollte. Ihr hattet euch gar nicht gemeldet, wenn ich mich erinnere. Ich hätte da deshalb ...

  • Ein hoffnungsvolles, frohes Buch

    Bedingungslos geliebt

    JoJansen

    09. December 2015 um 16:36

    Das Gleichnis "Vom verlorenen Sohn" dient dem Autor als Grundlage, über die Liebe Gottes nachzusinnen. Dieses Gleichnis, das ich seit meiner Kindheit kenne, interpretiert Timothy Keller auf eine für mich neue Weise. Es geht hier nicht um einen verlorenen Sohn, sondern um zwei. Im Allgemeinen wird ja der jüngere Bruder, der vom Vater die Auszahlung seines Erbes verlangt, dies im Ausland verprasst und schließlich reumütig nach Hause zurückkehrt, als der verlorene Sohn bezeichnet. Timothy Keller erklärt auf nachvollziehbare Weise, warum auch der auf den ersten Blick rechtschaffene Weg des älteren Bruders falsch ist. Wow! Plötzlich wurde mir Vieles klar. Hatte ich mich doch schon lange in der christlichen Gemeinde nicht mehr wohlgefühlt, mich an "Scheinheiligkeit" und Selbstgerechtigkeit der "älteren Brüder" (und Schwestern) gestört. Doch der Autor klagt nicht an, keinen der beiden Brüder. Weder die aus dem neuen Testament, noch die, von denen wir heute umgeben sind und zu denen wir ebenfalls gehören. Ganz im Gegenteil, Timothy Keller zeigt anhand dieses und anderer Gleichnisse, die Jesus erzählte, dass Gottes Liebe wirklich bedingungslos ist. Wir können sie nicht "erkaufen", indem wir uns wohlgefällig wie der ältere Bruder verhalten. Und wir verlieren sie auch nicht, wenn wir wie der jüngere Bruder vom rechten Weg abkommen. Eine tröstliche Vorstellung. Aber der Autor geht noch einen Schritt weiter. Aus dieser bedingungslosen Liebe, die er ausführlich beschreibt, erwächst eine geradezu logische Verpflichtung, sich dieser Liebe würdig zu erweisen, es Jesus nachzutun und ebenfalls bedingungslos zu lieben und Gutes zu tun. Und zwar nicht, damit wir es "irgendwann im himmlischen Paradies" einmal guthaben werden, sondern damit diese Erde ein Ort wird, wie Gott ihn gewollt hat. Was für ein schöner Gedanke, was für eine Aufgabe - welch frohe Botschaft! Damit ist es dem Autor tatsächlich gelungen, mein Verständnis von Glauben und Schuld vom Kopf auf die Füße zu stellen. Herzlichen Dank, dass ich dieses Buch lesen durfte. Fazit: 5***** und unbedingte Leseempfehlung für alle, die sich fragen, ob Glaube heute noch möglich ist.

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  • Das Gleichnis vom verlorenen Sohn

    Bedingungslos geliebt

    LEXI

    17. March 2015 um 20:01

    „Das Geheimnis der Liebe Gottes: Sie ist vorleistungsfrei zu haben. Jederzeit und mit Ewigkeitshorizont. Das ist die Lehrstunde für das Leben von großen und kleinen Brüdern und Schwestern.“ Der amerikanische Pastor und Autor Timothy Keller macht im Buch „Bedingungslos geliebt“ das bekannte Gleichnis aus dem fünfzehnten Kapitel des Lukas-Evangeliums zu seinem Thema. Er möchte in seinen Ausführungen dazu die wesentlichen Dinge der christlichen Botschaft, nämlich des Evangeliums, darlegen, und empfiehlt dieses Buch sowohl wissbegierigen Außenstehenden wie auch Gläubigen. Timothy Keller erläutert zunächst die Grundbedeutung dieses Gleichnisses, das auch „Gleichnis vom verlorenen Sohn“ genannt wird, und wirft dabei sofort ein, dass dabei im Grunde nicht nur der jüngere Sohn, sondern vielmehr auch der ältere eine bedeutende Rolle spielt. Der Autor zeigt auf, wie dieses Gleichnis zu unserem Verständnis der Bibel als Ganzes beitragen kann und weist darauf hin, wie die Lehre der Bibel sich auf die Art und Weise unseres Lebens auswirkt. Timothy Keller analysiert dieses Gleichnis, wirft Aspekte auf, auf die man vielleicht selber noch niemals aufmerksam wurde und besticht durch einen sehr einnehmenden und mit Praxisbeispielen versehenen theoretischen Inhalt. Der Autor weist auf die rückhaltlose Gnade Gottes als eine lebensverändernde und Hoffnung bringende Erfahrung hin und sieht als eigentliche Zielgruppe dieses Gleichnisses fromme und bibeltreu lebende Christen, womit er ältere Brüder im Sinne dieses Gleichnisses, aber auch Pharisäer meint. Das Gleichnis vom verlorenen Sohn – vielfach gehört bzw. gelesen, aber aus einem vollkommen anderen, neuen Blickwinkel betrachtet – eine sehr empfehlenswerte und interessante Lektüre!

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  • Das Gleichnis der verlorenen Söhne

    Bedingungslos geliebt

    Sonnenblume1988

    14. March 2015 um 09:51

    In „Bedingungslos geliebt“ zeigt Autor Timothy Keller verschiedene Auslegungen zum Gleichnis vom verlorenen Sohn, das Jesus in der Bibel als Beispiel für Gottes Liebe erzählt. Timothy Keller kommt zu dem Ergebnis, dass das Gleichnis eigentlich „Das Gleichnis der verlorenen Söhne“ genannt werden muss. Denn der ältere Bruder, der beim Vater bleibt, ist genauso verloren wie der jüngere Bruder, der vom Vater wegläuft. Jesus erzählt das Gleichnis nicht nur den „sündigen“  Zolleinnehmern, sondern auch den Pharisäern, die hoffen, durch die exakte moralische Anpassung  Glück und Erfüllung zu finden. Auch heute gibt es Menschen, die sehr streng gehorsam sind. Sie sind verglichen mit dem jüngeren verlorenen Sohn „gut“ und scheinen auf den ersten Blick keine Sünden zu begehen, aber durch den Stolz auf ihre moralische Genauigkeit und ihre Selbstgerechtigkeit sind sie ebenso von Gott entfremdet. Timothy Keller definiert neu, was Sünde bedeutet und was es heißt, verloren zu sein, aber auch, was es heißt, gerettet zu sein. Zwar ist mir die Geschichte vom verlorenen Sohn schon seit meiner Kindheit vertraut, doch in diesem Buch habe ich viele neue Sichtweisen für mich entdeckt. Es ist überraschend und interessant zu lesen, wie viele Botschaften Jesus in einem Gleichnis versteckt hat, um uns Menschen zu erreichen und wie viel in diesem Bibelabschnitt wirklich steckt. Die Auslegungen des Gleichnisses finde ich sehr nachvollziehbar. Kurze historische und kulturelle Informationen erleichtern das Verständnis. Außerdem hat es mir gut gefallen, dass Timothy Keller den Bezug zur heutigen Zeit herstellt und mehrmals darauf hinweist, dass auch in den heutigen Gemeinden „jüngere und ältere Brüder“ wie sie im Gleichnis erwähnt werden, zu Hause sind. Bislang ist dies mein erstes Buch von Timothy Keller, doch es hat mich überzeugt, noch weitere Bücher von ihm zu lesen. Das Buch ist genau richtig für die Menschen, die sich neuen geistlichen Input wünschen, gerne über die Bibel und Gottes grenzenlose Liebe nachdenken und sich davon faszinieren lassen, wie aktuell ein Bibeltext heute noch sein kann. Sehr empfehlenswert.

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