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Sonnenblume1988

vor 1 Jahr

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Das Gleichnis vom verlorenen Sohn beeindruckend erklärt

Ich möchte euch ganz herzlich zu einer neuen Leserunde einladen: Der fontis-Verlag stellt drei Exemplare des Buches "Bedingungslos geliebt" von Timothy Keller zur Verfügung. Vielen Dank an den Verlag  für die Unterstützung der Leserunde!

Zum Inhalt:

"In seinem Buch Bedingungslos geliebt beleuchtet Timothy Keller das Gleichnis vom verlorenen Sohn aufregend neu. Schon nach seinem ersten Buch (The Reason for God) nannte die amerikanische Zeitschrift Newsweek Timothy Keller einen "C. S. Lewis für das 21. Jahrhundert". Diesmal legt Timothy Keller das Gleichnis vom verlorenen Sohn aus – oder das Gleichnis von den zwei verlorenen Söhnen, wie es besser heißen müsste. Denn Timothy Keller zeigt, dass der ältere Sohn ebenso verloren ist wie der jüngere.

Mit frischer, ungestelzter Sprache, scharfsinniger Menschenkenntnis und Beispielen aus aktuellen Büchern und Filmen führt Timothy Keller uns vor Augen, dass Jesus im Gleichnis vom verlorenen Sohn seinen Zuhörern die gesamte biblische Botschaft in einer unnachahmlich verdichteten Form präsentierte. "

Bitte bewerbt euch bis zum 29. Februar hier im Thread und beantwortet die Frage, ob ihr die Geschichte vom verlorenen Sohn aus der Bibel schon einmal gehört habt. 

Bitte beachtet, dass Arwen10 die Bücher an euch verschickt und ihr die Portokosten von 1,60 € selber tragen müsst.

Wir bitten euch, vor eurer Bewerbung folgende Punkte zu berücksichtigen: 

- Der Gewinner verpflichtet sich dazu, sich innerhalb von ca. 4 Wochen mit den anderen Teilnehmern über alle Leseabschnitte auszutauschen und eine Rezension zu schreiben.

- Es können nur Bewerber berücksichtigt werden, deren Profil öffentlich ist und die mindestens eine Rezension in ihrem Profil haben.

- Bitte beachtet, dass in diesem Buch christliche Werte eine wichtige Rolle spielen.

Ich freue mich auf eure Bewerbungen. Wer ohne Verlosung mitlesen möchte, kann dies natürlich auch sehr gerne tun. Das Buch könnt ihr unter www.fontis-verlag.de für 12,99 € (Buchpreis)  bestellen. Dort könnt ihr auch sehr gerne eure Rezension hinterlassen.

Autor: Timothy Keller
Buch: Bedingungslos geliebt

pallas

vor 1 Jahr

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Ich würde sehr sehr gerne dieses Buch lesen.
Ich habe schon viel Gutes über den Schriftsteller gehört. Wäre schön wenn ich ihn mal kennen lernen dürfte.
Das Thema des Buches ist auch sehr interessant. Wie Timothy Keller die Geschichte uns nahe bringen möchte? Wie er uns die gesamte biblische Botschaft in dieser Geschichte mitteilt ?
Das Gleichnis vom verlorenen Sohn kenne ich. Bei uns im Gottesdienst habe ich es schon sehr oft gehört und entdecke immer wieder eine andere Auslegung.

heaven4u

vor 1 Jahr

Schade dass ich das Buch schon kenne. Ich hatte es letztes Jahr auf der Buchmesse gekauft und gleich verschlungen. Ein wirklich tolles Buch!

Sonnenblume1988

vor 1 Jahr

@heaven4u

Ich habe es leider auch schon letztes Jahr gelesen und mochte es auch sehr gerne. Irgendwann werde ich es sicher noch einmal lesen.

pallas

vor 1 Jahr

Wie gefällt euch das Cover?
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Das Cover ist still und magisch. Wirkt auf mich beschützend und hoffnungsvoll.

pageturner211

vor 1 Jahr

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In unserer Zeit zählen nur die Zahlen. Selbst die Mitarbeiter sind längst zum Kostenfaktor "Humankapital" geworden. Eine Kündigung ist nicht mehr persönlich, sondern "rein geschäftlich". Bis auf die Gekündigten. Da kann es nicht anders als persönlich sein. Bisher hat es mir immer gut getan, wenn ich mal ein Buch lesen konnte, indem es nicht so "zuging". Wenn ich daran zurückdenke, was diese speziellen Bücher mit mir gemacht haben, kann ich es mit dem Wort "entspannen" bezeichnen. Entspannung durch die Hoffnung, dass es nicht nur in den Büchern bleiben muß. Entspannung bei Nachrichten, die besagen, dass immer mehr Menschen sich vom reinen Zahlendenken abwenden und einen anderen Lebensentwurf für sich entdecken. Ich würde gerne mal wieder diese Art der Entspannung finden. Mit diesem Buch zum Beispiel. Aber schon mal Danke für diesen Tipp.

Zisa45

vor 1 Jahr

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Ich hab die Geschichte vom Verlorenen Sohn schoon in verschiedenen Ausführungen, Bibeltexten und Predigten gehört, jedochinteressiert mich sehr, was Timothy Keller dazu schreibt, da ich seine Art, Dinge zu beleuchten einfach großartig finde.

Sonnenblume1988

vor 1 Jahr

Wer darf mitlesen?

Mitlesen dürfen:
pallas,
pageturner211
Herzlichen Glückwunsch an euch beide.
Ihr erhaltet gleich eine Mail wegen der Kontodaten.

pallas

vor 1 Jahr

Wer darf mitlesen?

Ich glaub es noch gar nicht. Ich bin sooo froh. DANKE. 🌷🌷❤

pageturner211

vor 1 Jahr

Wie gefällt euch das Cover?

Das Cover nimmt das Thema vorweg und verrät doch nichts. Schattenrisse eines Erwachsenen und eines Kindes, die dadurch gut interpretierbar sind. Kein Baum oder eine andere Erhöhung lenkt den Blick ab. Es acht neugierig.

pallas

vor 1 Jahr

Mein Buch kam heute an. Ich freue mich schon auf die Leserunde.
Vielen lieben Dank nochmals.🌻

pageturner211

vor 1 Jahr

Anfang- S.37
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Als mir bewusst wurde, dass es sich bei diesem Buch um eine Exegese handelt, habe ich mich gefragt, ob ich dafür überhaupt qualifiziert bin. Bin ich nicht, aber hier ist ja auch "nur" mein Eindruck als Leser gefragt. Erst nachdem ich diese Frage für mich geklärt hatte, konnte ich mich richtig auf den Text einlassen. Es hat mich beruhigt, zu erfahren, dass selbst ein Theologe erklärt, dass er lange gebraucht hat, um einen Zugang zu diesem Text zu finden. Aus terminlichen Gründen habe ich mich nicht wieder aufstellen lassen, aber meine Zeit als Presbyter hat mir den einen oder anderen Blickwinkel eröffnet, der mir vorher zumindest nicht bewusst war. Auch dadurch kann ich mich besser mit diesem Text befassen. Schon die Darstellung des Gleichnisses im letzten Teil der Einführung beinhaltet einige ungewöhnliche Betonungen. Im ersten Kapitel wird gleich zu Beginn betont, dass es sich um zwei Brüder handelt und nicht nur um einen, den verlorenen Sohn, und einem zweiten als Staffage. Diese Darstellung erfolgt viel zu selten. Im weiteren Text wird sogar verdeutlicht, dass der eine Sohn zwar verloren war, aber der andere noch immer verloren ist. Auch die Kategorisierung unserer Gesellschaft in ältere und jüngere Brüder, also in "Protestler" und "Sturköpfe" ( meine Wortwahl) empfinde ich in diesem Zusammenhang als bereichernd, irgendwie erfrischend. Als wichtig sehe ich die Hinweise darauf, dass dieses Gleichnis insgesamt an die "älteren Brüder", die Musterknaben, gerichtet ist und eben nicht an die "jüngeren" und "unzuverlässigen". Institutionen haben sich im Laufe der vielen Jahre ihres Bestehens immer mal wieder selbst diskreditiert und dadurch Kritiker und Abtrünnige hervorgerufen. Diese Bewegung hat die Bewahrer ihren internen Zwist unterdrücken und sich zusammenschließen lassen. Dadurch sind zwei Blöcke entstanden, die beide einen gewissen Hang zu radikalisierenden Ansprüchen entwickelt haben und dadurch die Gemeinsamkeiten zwischen den Blöcken immer unüberbrückbarer erscheinen lassen. Was mir bis dahin unbekannt war, ist, dass die Römer die Christen "Atheisten" nannten, weil die sich von ihren Göttern abwandten. Wenn man die Jahrhunderte der Kirchengeschichte betrachtet, ist das schon mehr als Ironie. Zwei Kernaussagen sind für mich wichtig und aktueller denn je : Einmal, dass sich diejenigen, die religiösen Eifer zeigten weniger mit Jesus anfangen konnten, als die, die sich von der Kirche abgewandt hatten. Zum anderen, dass es wohl zu viele Ältere Brüder in der Kirche geben müsse, wenn sich die jüngeren dort nicht wohlfühlten. Die Forderung des jüngeren Bruders nach seinem vorzeitigen Erbanteil ruft heute hinsichtlich der entsprechenden Steuervorteile kaum noch ein Stirnrunzeln hervor. Auch, dass für die Auszahlung der Rest des Erbes durch Zinszahlungen belastet wird ist nicht neu. Fast so, als ob der Anteil der jüngeren Brüder in der Gesellschaft gewachsen wäre. Was ist die berühmte '68er Generation anderes ? Eine fast geschlossene Generation von jüngeren Brüdern, die gegen die etablierten älteren Brüder rebellierte. Und doch sind die meisten dieser jüngeren Brüder in die Gesellschaft zurückgekehrt und haben sie damit verändert. Nicht ganz in ihrem Sinn, aber unerwartet weit. Der Vater rennt ihm entgegen. Ein Vater, der die Liebe voran stellt. Es ist oft von Mutterliebe und Vaterstolz zu lesen. Wenn der Vater weniger stolz als liebevoll ist, gilt er schnell als feminin. Als unser Sohn klein war, war mir immer egal, was andere von mir dachten. Auch jahrelang als einziger Vater vor und im Kindergarten. Ich hatte immer nur Augen für unseren Sohn. Der Rest war für mich immer nebensächlich. "Es gibt kein Übel, das die Liebe des Vaters nicht verzeihen und überdecken könnte, und es gibt keine Sünde, die seiner Gnade gewachsen wäre." (S.33) Ohne es in Worte zu fassen, war es genau das, was mich durch die Geburt unseres Sohnes durchdrungen hat. Als ich ihn das erste Mal im Arm hielt. Völlig unvorbereitet und immer gleichbleibend. Auch in hitzigen Auseinandersetzungen. Er ist mittlerweile achtundzwanzig und es hat sich daran nichts geändert. Der jüngere Sohn wollte einfach nur weg. Um sein eigenes Leben zu führen. Nicht unbedingt gegen den Vater, aber ohne ihn. Der ältere will den Vater übertrumpfen, will besser, etwas besseres, sein. Will den "Generationswechsel" vorbereiten. Dadurch richtet er sich automatisch gegen den Vater. Er ist so sehr von seiner Überlegenheit überzeugt, dass es öffentlich kund tut, indem er dem fest fern bleibt.

pallas

vor 1 Jahr

Anfang- S.37
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Vielen Dank für Deine ausführliche Darstellung und die Gedanken, die Dich dazu bewegen. Ich liebe Christus unter Anderem deswegen, weil er auch in diesem Gleichnis ganz klar zeigt, wie wenig jeder Mensch sich über den Anderen aufschwingen sollte. Vor des Vaters Weisheit und Liebe verblasst jegliche menschliche Interpretation. Weder der Lebenshungrige noch der Selbstzufriedene (oder gar Selbstverliebte) sind vor Gott der "bessere" oder gar weisere Mensch. Beide sind im gleichen Maße unvollkommen - jeder auf seine Art; doch keinesfalls dem Vater näher im Sinne von gereifter als der Andere. So kann ich mir schon vorstellen - wie der Autor auch -, dass dieses Gleichnis keinem der beiden Läger gefallen haben wIrd. Weder dem "Revolutzer" noch dem "Selbstgefällig-Selbstüberzeugten". Es erscheint mir logisch, dass Christus als Inbegriff des freundlichen Lebens starre religiöse Riten (sicherlich auch heute noch) eher ablehnt als um den Glauben ringende und meist etwas unruhig auftretende Menschen. Das für mich Schönste im Gleichnis ist, dass letztendlich beide Söhne gleich erzogen werden: mit intelligenter, liebevoller Zuneigung auf den rechten Weg der jeweiligen Entwicklung geleitet.
Vorerst etwas, morgen mehr.

pageturner211

vor 1 Jahr

S. 38-S. 96
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Der Weg der moralischen Anpassung (älterer Bruder ) und der Weg der Selbsterkenntnis
prägen beide die gesamte jeweilige Sichtweise, der Ausschließlichkeit. Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Auf Probleme, die Welt, das Leben. Sie geben die Maßstäbe vor für Lösungen, Fehler, den Umgang mit eigenem und fremden Scheitern, dem Selbstwert. Es kommt vor, dass Menschen in unterschiedlichen Phasen ihres Lebens, mal zum einen und dann zum anderen Bruder tendieren. Wenn sich Vertreter der beiden Richtungen begegnen und irgendwie zueinander finden, besteht nur eine geringe Chance, dass einer der beiden sein "Lager" verlässt, denn schließlich befindet sich die Person nicht ohne Grund in dem Lager. In unserer Gesellschaft werden die vermeintlichen und realen Zwänge oft als zu große Bürde empfunden. In unterschiedlichen Versionen gibt es schon viele Jahre Seminare zur "Selbstverwirklichung". Dabei meist so, dass es dabei nicht zu Brüchen mit der Gesellschaft führt, sondern Änderungen innerhalb der bekannten Parameter stattfinden.
Bei jüngeren Brüdern werden bestimmte Verhaltensweisen als normal angesehen, aber bei älteren Brüdern wird das gleiche Verhalten als "Ausbruch" oder "midlifecrisis" bewertet.
Der "böse" Sohn erkennt sein Scheitern und kommt zum Vater zurück. Der vermeintlich gute Sohn nicht, weil sein Verhalten eben nur eine Fassade war. Der ältere "gute" Sohn ist stolz auf die eigenen moralischen Verdienste und erwartet deshalb dafür eine Belohnung. Auch wenn unterschiedliche Wege beschritten werden, führen sie zum gleichen "bösen" Ziel. Eine Ausrichtung hin zu den Gütern des Vaters und nicht zum Vater selbst. Vor allem aber gegen die Autorität des Vaters. Kann es einen Erwerb von "Rechten" durch vorbildliches untadeliges Verhalten geben, so wie der ältere Bruder es empfindet ?
Wiederum gemein ist beiden, dass sie nicht auf den Erlöser bauen, sondern sich selbst die anscheinend trotzdem benötigte Erlösung besorgen. Der eine durch Ablehnung und der andere durch eine völlige Übersteigerung, die an eine Persiflage heranreicht. Besonders durch seine "griesgrämige" Weigerung zeigt der ältere, dass der Vater bei ihm nicht im Vordergrund steht. Bisher war mir nur der freie, kostenlose Aspekt der Gnade bewusst. An dieser Stelle hörten meine Überlegungen meist auf. Dass dies nur für den Beschenkten gilt und durch eine Art Dominoeffekt die "Kosten" einer Gnadenhandlung nur verlagert werden, wurde mir erst durch diese Lektüre bewusst. Die Wiederaufnahme des jüngeren Sohnes geschieht auf Kosten des älteren, weil auch das Erbrecht des jüngeren wieder eingesetzt wird. Das Erbrecht auf einen Teil des älteren Bruders, der aus seiner Sicht ungefragt um einen Teil seines Erbes gebracht wird. Dass sein Vater noch lebt und deshalb noch gar nichts vererbt wurde, also alles noch dem Vater gehört, findet in seinen Überlegungen überhaupt nicht statt. Das Überlegenheitsgefühl des älteren Bruders verhindert, dass er bei sich selbst Defizite erkennen oder gar zugeben kann. Es fehlt ihm dadurch die Voraussetzung für seine Heilung. Grundsätzlich wird Sünde als Übertretung der Gebote angesehen. So sah ich es auch. Aber mindest genau so wichtig ist der falsche, der selbstsüchtige, Grund für eine Einhaltung der Gebote. Natürlich war mir diese Verhaltensweise bekannt, aber nicht diese Bewertung. Die ist in dieser Form neu für mich. So sind es also zwei verschiedene Wege, um jeweils der eigene Erlöser werden zu können, indem dem Vater die Autorität dafür, offen oder versteckt, abgesprochen wurde. Somit sind beide Brüder auch gleich egozentrisch und sich selbst genug.

Das Evangelium unterscheidet sich grundsätzlich von den Wegen der beiden "Brüder", denn nach dem Evangelium ist jeder auf dem falschen Weg, aber auch jeder geliebt. Auch ist jeder aufgerufen, dies zu erkennen und sich entsprechend zu ändern. Im Gegensatz zur Beschreibung der beiden Brüdern, ist dies ein wichtiger Hinweis. Es kann sonst unter Umständen die Situation entstehen, dass sich ein Mensch auf dem Weg des einen oder anderen Bruder erkennt und dann keine Umkehrmöglichkeit mehr für sich erkennen kann.

Eine Voraussetzung Gnade zu erhalten, sei, zu erkennen, dass diese Gnade notwendig ist. Nur Menschen, die sich selbst für in Ordnung hielten bewegten sich davon weg.

Im Gegensatz zur eher offensichtlichen Verlorenheit der jüngeren Brüder, macht die Verlorenheit der älteren Brüder sie nicht nur traurig, sondern wütend. Oft sogar kampfeswütig. Auf allen Ebenen. Ob bei Erbstreitigkeiten, im Konzernvorstand, in der Kirchengemeinde, in den Parteien. In der Kürzung von humanitären Mitteln. Bei den abstrakten Haushaltsbeschlüssen vor humanitären Hilfe, obwohl es möglich wäre. Wenn es ganz schief läuft, auch in Kriegshandlungen. Bisher hatte ich all dies schon miteinander verbunden, aber nicht in Zusammenhang mit dem älteren Bruder gesehen. Dazu fehlten mir die Begrifflichkeiten. Diese Wettbewerbe, hervorgerufen durch zu geringes Selbstwertgefühl, als Nachweis für die eigene Bedeutung, erinnern mich an Rangkämpfe in einem Wolfsrudel. Bei den meisten Rudelangehörigen entsteht eine freudlose, auf Furcht gegründete Unterwürfigkeit. Die innere Einsicht der älteren Brüder hat zu mehr als bis zu dieser primitiven Ebene eben nicht gereicht.

Etwas Gutes zu tun, ohne davon überzeugt zu sein, kann auch in die Irre führen. Dies wurde gut dargestellt bei der zweimaligen Bitte Jesus an seine Jünger für ihn einen Stein zu tragen. Die Überlegungen von Petrus dazu zeigen exemplarisch die der meisten Menschen. Zumindest hier verstehe ich Petrus besser als die anderen. Er macht sich Gedanken. Wenn auch die falschen. Doch weil sie ihm bewusst werden, kann er sie korrigieren.

Der größte Stolz entsteht durch die Mitgliedschaft in der scheinbar richtigen Religionsgemeinschaft. Auch wenn aktuelle Situationen etwas anderes vermuten lassen, aber mir fallen dazu zuerst immer die Nordirlandkämpfe während meiner Kindheit ein, denn diese Auseinandersetzungen gehörten direkt zu uns und nicht nur indirekt, weil wir beide Seiten ständig mit Waffen versorgen und dann Aufbauhilfe und Lebensmittelrationen kürzen.

Es ist unmöglich, jemandem zu vergeben, wenn man sich dieser Person überlegen fühlt.!
Dazu wird beispielhaft und sehr gut nachvollziehbar die Ehe eines Alkoholikers angeführt.

Das zweite gute Beispiel ist das selbstlose Geschenk einer riesige Möhre gegenüber dem berechnenden Geschenk eines wertvollen Pferdes an einen weisen König.

Durch Kritik fühlt sich ein älterer Bruder nicht nur verletzt, sondern regelrecht zerstört.

Ohne Selbsterkenntnis ist er gefährlicher als ein jüngerer Bruder.

In großen Religionen befinden sich zu viele ältere Brüder. Deshalb fühlen sich jüngere Brüder dort ausgegrenzt. Sie halten ältere Brüder und Religion für identisch.


Ein wahrer älterer Bruder fragt nicht nach Kosten oder Aufwand wenn er nach seinem jüngeren Bruder sucht.

Jesus stellt dar, dass es bei einer Umkehr immer Hoffnung gibt. Auch für Pharisäer.

pageturner211

vor 1 Jahr

S. 38-S. 96
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Dieses Buch bereitet mir größere Probleme. Es ist teilweise erhellend, aber manchmal schwierig für mich. Auf jeden Fall kann ich mich kaum lösen. Auch dann, wenn ich es beiseite gelegt habe. Es beschreibt zu viele Begebenheiten aus meinem eigenen Leben. Ich habe zwar schon vor Jahren davon Abstand genommen, aber mir sind meine Zeiten als jüngerer und später auch als älterer Bruder noch voll bewußt.

pallas

vor 1 Jahr

S. 38-S. 96
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Genau wie Du bin ich ebenfalls auf's Äußerste fasziniert von diesem Buch. Ist es nicht schön, wie wir spüren dürfen, wie Gott nun an uns arbeitet, wenn die Gedanken auch nach der Lektüre so an einem herumnagen? Wie oft sehnen, oder eher fasten, wenn nicht sogar hungern wir danach etwas von IHM in unserem Leben zu spüren; und dann "kracht" so ein Werk in unsere mentale Mitte. Mich haben ältere Brüder, wie von Timothy beschrieben, aus der Kirche getrieben. Zwar bin ich nicht ausgetreten, jedoch vertrieben mich die für mich starren und oft hohl erscheinenden Rituale. Wie den beschriebenen jüngeren Brüdern gleich, rebelliert hier mein Innerstes. Könnte es nicht sein, dass alles sogar sehr einfach ist? Indem wir uns alle eingestehen, den jeweils Anderen nicht dahingehend beherrschen zu wollen, die eigene - sicherlich auch noch falsche - Auffassung aufzuzwingen, sondern weit darüberhinaus gemeinsam vor der unfasslichen Liebe unseres Herrn demütig einzugestehen, dass wir nicht sehr viel wissen, sondern nur die doch recht einfache Botschaft glauben, und was möglicherweise noch wichtiger ist, es tatsächlich auch TUN: Liebt einander, möglichst so wie ich euch gezeigt habe, was das überhaupt ist. Ein herrlicher Aspekt in diesem Abschnitt des Buches war für mich, vielleicht das erste Mal überhaupt, erahnt zu haben, warum dieses schreckliche Schicksal der Kreuzigung stattfand. Ich musste den Abschnitt über "den Preis zu zahlen" und in Verbindung damit, den Begriff des wahren "echten älteren" Bruders immer wieder lesen, weil es für mich erlösende Gedanken waren. Im wortspielerischen Sinne meine ich das: Er - lösend. Es löste viele Zweifel und Missverständnisse auf. Die älteren Brüder schenkten mir das jedenfalls nicht. Genau wie Dir fällt es mir schwer das Buch nicht in die nächsten Kapitel (oder gar zu Ende) weiterzulesen- ich bin mir nicht sicher, ob mein Wissensdurst das aushält.

pageturner211

vor 1 Jahr

S. 97- Ende
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Kinder die nie einen Ort finden von dem sie das Gefühl haben, dass sie dort
hingehören, bringen eine Unfähigkeit zu Bindungen mit in ihr Erwachsenenlebens. "Zuhause" ist ein mächtiger, aber schwer fassbarer Begriff.
Zusammengefasst wird diese mehr oder minder bewusste Suche in den Worten "Sehnsucht" und "Heimweh". Dies ist für mich eine der Kernaussagen in diesem Buch. Eine Suche nach "etwas" im Universum. Diese Suche verspüren viele in sich. Es ist nicht populär darüber zu sprechen. Sehnsucht wird immer noch gleichgesetzt mit Schwäche. Und wenn das nicht, dann aber als zu privat, um mit anderen darüber zu sprechen. Die Häuser und Familien in denen wir aktuell wohnen, seien nur Raststätten unterwegs auf dem Weg zum "richtigen" Zuhause. Wer sich meist mit viel Mühe ein richtiges Zuhause schaffen konnte und so etwas liest oder hört erfährt einen Rückfall. Ich finde, dass es generell notwendig ist, alle Anstrengungen in dieser Richtung zu unterstützen und nicht auch noch zu unterminieren. Gerade von Menschen, die es besser wissen müssten. Hier ist der Autor ein Theologe.

Eigentlich waren wir für den Garten Eden vorgesehen. Doch dann mussten wir heraus, weil wir zu neugierig, zu ungehorsam waren ? Diese Darstellung war schon immer sehr problematisch für mich. Das verbinde ich mit Denkverboten, totalitären Regimes und ähnlichem. Da habe ich bis heute das Gefühl, ausbrechen zu müssen. Da bin ich sofort wieder der jüngere Bruder. Wenn wir so geschaffen wurden, wie wir sind und dann Wesentliches untersagt wird, ist das ein eklatanter Widerspruch. Es kann doch nicht sein, dass wir geschaffen wurden, um drangsaliert zu werden. Wirklich bedingungslos geliebt ?

Ein Festmahl ist immer etwas besonderes, besänftigendes verbindendes und jeder weiß, dass es teuer ist.

Die Liebe zu Jesus sei realer als zu einem Menschen? Warum wird dieser Vergleich auf diese Weise erhoben? Reicht es nicht, darzustellen, dass es zwei unterschiedliche Situationen sind? Diese Aussage halte ich für so problematisch, dass ich sie in dieser Form nicht annehmen kann. Für mich fühlt sich so eine Reduzierung deprimierend an. Wieder ein Punkt, der dieses Buch für mich schwierig macht.

Es sei rationell nicht zu erfassen ? Skeptiker seien entweder zu versessen oder nicht versessen genug ? Da habe ich bei einem solchen Buch mehr erwartet. Das finde ich sehr schade, weil mich diese Art der vermeintlichen Argumentation in ihrer Armut immer extrem misstrauisch macht und mich sofort verliert, denn da gehen jemandem die richtigen Argumente aus und schiebt die Schuld dafür auf andere.

Dann steht auf der nächsten Seite dazu das für mich genaue Gegenteil indem dort behauptet wird, dass für Jesus die materielle Welt nicht nur Bedeutung habe, sondern dass er sie liebe. Als Herleitung sei das Christentum die materialistischste Glaubensrichtung der Welt.

Religion funktioniere nach dem Prinzip : Ich gehorche, also bin ich von Gott angenommen. Das Evangelium sei anders : Ich bin durch das Werk Jesu von Gott angenommen, also gehorche ich. Auf jeden Fall habe ich zu gehorchen. Wie passt das zum Titel "bedingungslos geliebt" ?

pallas

vor 1 Jahr

S. 97- Ende
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Ich sehe keinen Widerspruch darin, bedingungslos geliebt zu sein, und gerade deswegen zu gehorchen. Als Eltern, ein extrem schwacher Abglanz natürlich, lieben wir unser Kind, bügelten seine Fehler - die es aus Unwissenheit machte - verzeihend aus. Wie oft gehorchte unser Kind einfach nur und begründete dies durch sein Vertrauen, das es in die elterliche Überlegenheit hatte. Setzen wir dies in unser Verhältnis zu Gott, dessen Weisheit, Intelligenz und Liebe unzählbare Größenordnungen unserer eigenen Fähigkeiten übersteigt, bleibt dem Menschen schon deswegen nur das Gehorchen im Vertrauen, dass die Vorgaben des Vaters das einzig Richtige sein können, weil wir sehr begrenzt sind. Die Aufforderung, das Gehorchen anzunehmen fällt doch schon deswegen leicht, weil wir ja eben keinem niederträchtigen Diktat (or), sondern einem bedingungslos liebenden, also ausschließlich liebenden, Vater vor uns haben. Die alttestamentarische Stelle, die oft als "Hinauswurf" empfunden wird, fühle ich anders. Wenn der Mensch sich dadurch überfordert, Dinge begreifen zu wollen, die er durch seine Begrenztheit nicht verstehen kann, wird es für das Individuum schon deswegen schwierig, weil sich in solchen komplexen Fragestellungen unweigerlich Fehlentscheidungen ergeben müssen, die zu (schmerzlichen) Fehlern inklusive deren Konsequenzen führen werden. Da haben wir uns durch die dringende vorausschauende Empfehlung dies möglichst zu unterlassen schon selbst in eine nicht mehr paradiesische Zwangslage gebracht, aus der uns doch nur wieder - aber dann halt nun mal zu einem uns unendlich hoch erscheinenden Preis, der wahre ältere Bruder zurückführen kann. Das ganze Dilemma ging aber schon von uns aus. So empfinde ich das. Das Buch von Timothy ist für mich ein sehr gelungenes Werk. Ich durfte durch die Lektüre so oft durch- und aufatmen. Für die Freude, die vielen Botschaften darin in meinem Herzen wiederklingen zu hören bin ich sehr dankbar. Ich denke ich werde nicht den Fehler begehen, in dieser Welt Vollkommenes zu erwarten. So kann das Buch nicht vollkommen sein; jedoch in bester Weise zum Nach-denken anregen. Aber eines ist es sicher nicht: grau wie die Rituale der älteren Brüder.

pallas

vor 1 Jahr

Fazit/Rezension
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Einen lieben Dank an Arwen und Sonnenblume 1988 sowie den Verlag für die Bereitstellung des Buches.

Rezension
http://www.lovelybooks.de/autor/Timothy-Keller/Bedingungslos-geliebt-1137063520-w/rezension/1230139230/

in Amazon wird noch frei geschaltet

http://www.thalia.de/shop/home/rezensent/?rezensent=121923

pageturner211

vor 1 Jahr

Fazit/Rezension

http://www.lovelybooks.de/autor/Timothy-Keller/Bedingungslos-geliebt-1137063520-w/rezension/1234797283/

Das Buch hat mich emotional gefordert. Vielen Dank für diese Möglichkeit.

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