Timothy Sonderhüsken Meine feuerroten Stilettos

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Inhaltsangabe zu „Meine feuerroten Stilettos“ von Timothy Sonderhüsken

»Was hast du denn gekauft, meine Schöne?« Ich küsse ihn. »Warte, ich zeig’s dir.« Eine junge Braut sucht ein Paar dezente Ballerinas und findet stattdessen ein Paar feuerrote Stilettos, die ihr Leben verändern. Eine brave Hausfrau veranstaltet eine erotische Tupperparty, um ihr ins Koma gefallenes Liebesleben wiederzubeleben. Ein potenter Sportwagen bringt eine Sekretärin zum Vibrieren – und eine angesehene Anwältin kauft für einen Kollegen ein höchst inspirierendes Geschenk … Sexy, frech und ganz schön scharf: Erotische Phantasien über leidenschaftliche Stunden und lustvolles Shoppen von Anne West, Tobsha Learner, Silke Schütze, Steffi von Wolff und vielen anderen.

Niveauvoll, etwas klischeemäßig, aber mit Perlen

— EvyHeart

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    Meine feuerroten Stilettos

    EvyHeart

    26. June 2014 um 11:51

    Das Cover Meine Ausgabe zeigt eine Frau, die auf einem Stuhl kniet. Sie trägt eine Netzstrumpfhose und Absatzschuhe sowie eine Jacke. Der Schwerpunkt liegt auf dem Hintern, der durch das helle Licht und den starken Kontrast fast leuchtet. Die titelgebenden Pfennigabsätze (Stilettos) nimmt man fast nicht wahr. Umso mehr knallt die magentafarbene Schrift des Titels. Das Design setzt sich auf der Rückseite fort, auf der man den Klappentext und den Titel nochmals lesen kann. Ich finde das Cover zwar nicht ganz passend, aber sehr ansprechend. Das Foto ist erotisch, doch nicht pornografisch und das Design wirkt durch die Kombination aus Schwarz-Weiß und einer Farbe sehr klar. Gestaltung und Aufbau Prägend für das Innenleben ist die verschnörkelte Schrift, mit der die Kapitel sowohl im Text als auch im Inhaltsverzeichnis überschrieben sind. Sie ist gut lesbar und gibt dem Buch etwas Edles, Besonderes. Die Autorennamen sind in einer serifenlosen Schrift gedruckt, für die Geschichten verwendet man eine Schrift mit Serifen. Dieser Mix ist sehr dezent. Er gliedert den Text gut. Positiv ist außerdem, dass die Geschichten viele Absätze enthalten und damit leicht lesbar sind. Kursive Formatierungen weden sparsam eingesetzt. Ein großer Pluspunkt ist das Autorenverzeichnis am Ende. Neben der Kurzbiografie findet man eine Internetseite bzw. E-Mail-Adresse. Das ist vorbildlich! Außerdem gefällt mir der Stil: Es wirkt nicht, als müssten die Macher im Dunkeln bleiben, sondern man bekommt einen Einblick in ihr Schaffen; sie scheinen menschlich. Inhalt und Schreibstil Der Band enthält 16 Kurzgeschichten, die zwischen 15 und 32 Seiten lang sind. Die meisten wurden für die Anthologie geschrieben. Bei den wenigen Geschichten, die nicht ursprünglich auf deutsch verfasst wurden, wird der Übersetzer genannt. Die Stilettos tauchen in allen Geschichten auf und nehmen unterschiedlich viele Raum ein: Beim Titeltext stehen sie im Mittelpunkt, bei anderen erhöhen sie als Accessoire die erotische Stimmung. Die Trägerin fühlt sich weiblicher! Der Schreibstil ist erotisch und anregend, aber selten pornografisch. Auch wenn gängige Vokabeln verwendet werden, wirkt der Stil nicht zu knallig, weil das Umfeld und die Charaktere viel Raum einnehmen und die Erotik ausgleichen. Der Ausdruck ist in vielen Geschichten sauber, die Übersetzungen gut, nur manchmal holpert es. Die Geschichten Meine feuerroten Stilettos von Nina George Die Titelgeschichte ist 19 Seiten lang und handelt von einer Gardrobiere, die durch rote Stilettos sich selbst wiederfindet. Cherie ist Mitte 30 und will Simon heiraten. Eine Kollegin, die für sie trotz ihrer Unscheinbarkeit eine große Eleganz und Fraulichkeit verkörpert, schickt Cherie zu einem Schuhmacher. Dort findet sie Schuhe, von denen sie sich angezogen fühlt. Anstatt ihrem Tagesplan zu folgen, kauft sie Dessous, geht essen und besucht ihren Lover. Das Ende ist offen, es wird aber betont, dass für sie etwas Neues angebrochen ist. Ich finde die Geschichte etwas märchenhaft, es sind gibt zuviele Zufälle. Das Bild der Frau, die sich befreien will und das anfangs nicht merkt, wird deutlich. Mir war es stellenweise zu übertrieben. Warum muss eine Frau, wenn sie ihre Weiblichkeit enteckt, Dessous kaufen? Warum muss sie einen Mann verführen? Es geht darum, auszubrechen und nicht nur dem Herz, sondern auch dem Trieb zu folgen - aber das kann verschiedene Facetten haben, vor allem innerlich. Dennoch hat die Geschichte viel Dynamik. Roter Lack von Lilly Meerbusch Die 23 Seiten lange Geschichte wirkt anfangs skurill, hat aber Drive und ist nachvollziehbar. Es geht um ein Auto. Einen tollen, roten Sportwagen, der der Protagonistin feuchte Träume beschehrt. Aber warum es bei Träumen belassen? Der Text knallt durch die geniale Idee. Gut gefällt mir, dass das Auto nicht alles für die Frau ist, sondern sie einen Freund hat, der auch in den Genuss ihrer Leidenschaft für den Wagen kommt. Das macht die Geschichte bodenständig. Das Krimielement dagegen wirkt konstruiert, als sei die Geschichte ohne nicht spannend genug. Story No. 25 von Oscar Savage Der 18 Seiten lange Text wirkt durch seinen Titel eher unscheinbar, war aber intensiv. Vielleicht passt er  auch gut, denn eine der drei Hauptfiguren weiß lange nicht, was geschieht... Im Mittelpunkt steht ein Mann, der seine Chefin (gewollt) und seine Frau (unwisssend) zu Sexspielchen animiert. Die Geschichte geht in Richtung SM mit dem Schwerpunkt auf Macht - der Mann genießt, wie seine Frau hilflos und gespannt mitmacht. Gleichzeitig genießt die Chefin dominiert zu werden. Und ein Happy End gibt es auch :-) Die Thematik ist reizvoll, für mich gruslig, aber interessant. Die Ansätze waren toll, für mich war aber das Ende zu konstruiert. Die Figuren haben Potential. Die Perle von Silke Schütze Binnen 22 Seiten erzählt die Autorin von einer älteren Frau, die sich selbst entdeckt. Sie ist 44 und wird durch den One-Night-Stand mit dem besten Freund ihrer Mitbewohnerin wieder erweckt - Simon ist 20 Jahre jünger. Unsere Protagonistin landet daraufhin zuerst im Pralinen- und dann im Dessousladen. Dort entdeckt sie, dass sich auch ältere Menschen mit dem Thema befassen können. Und Simon mag sie. Ich fand die Geschichte arg klischeebeladen und idealistisch. Natürlich ist das Thema wichtig, aber jüngere Männer, die frustrierte Frauen erlösen?   Der Drachentöter von Jens J. Kramer Was sich wie eine Fantasiegeschichte anhört, ist von der Grundidee her brilliant - ein Womanizer will seinen besten Freund vor einem weiblichen Reinfall schützen und gerät in die Fänge einer Femme Fatale. Die Pointe war grob vorhersehbar, im Detail hat sie mich überrascht. Die Perspektive des Frauenverstehers ist bewusst so übertrieben angelegt, dass es nur ein böses Ende nehmen kann :-) Das hat der Geschichte aber die Spannung genommen, denn 20 Seiten sind lang... Was man nicht kaufen kann von Miriam Kaefert Die mit 15 Seiten kürzeste Geschichte des Bandes handelt von einer erfolgreichen Frau, die sich entscheiden muss zwischen einem hübschen Englisch-Fanatiker mit beschränkten Bettfähigkeiten und einem mittelosen Maler schöner Frauenakte. Auch in dieser Geschichte ist nichts, wie es am Anfang scheint, die Pointe wirkte aber etwas gewollt. Magic von Max Urlacher Der Titel der 16 Seiten lange Geschichte wirkt etwas schwammig, handelt aber tatsächlich von Magie. Ein gefrusteter Mann begibt sich mit seinem durchgeknallten Nachbarn auf eine Reise nach Syrien, um dort das Besondere zu finden. Der Text ist sehr skurill, aber voller liebenswerter Charaktere. Der Esprit kommt rüber, stellenweise ist die Geschichte schwärmerisch, und auch die Erotik kommt nicht zu kurz. Ein sehr süßer Text :-) First Choice von Tanja Krätschmar Auf 22 Seiten lesen wir von der Besitzerin eines Second-Hand-Ladens, die eine Affäre mit dem Schlosser von nebenan hat und überlegt, ob sie die Beziehung zu ihrem Freund beenden soll. Eingeflochten darin ist das Pottpurri eines Viertels einschließlich einer nervigen Kundin - die der Story die Wendung gibt. Auch diesen Text fand ich arg klischeebeladen, wenngleich er interessant anfängt - Schlosser haben etwas Handfestes! Auch die Umgebung gefiel mir. Aber warum die alte Frau Dessous anprobiert, leuchtet mir nicht ein. Es war förderlich für die Geschichte, aber so banal. Am Abend Handschuhe von Anne West Der zweite Text der Stiletto-Autorin ist 15 Seiten lang und handelt von der Faszination für Handschuhe. Der Einstieg ist etwas verworren und vermutlich nur da, weil ein Einstieg nötig war, aber der Rest ist sehr außergewöhnlich. Man muss das Thema mögen, denn es geht um die Wirkung von Handschuhen. Der Erzähler spricht den Leser direkt an und man hat das Gefühl, als würde eine alte Dame mit rauer Stimme vor einem sitzen und erzählen. Ich fand das sehr faszinierend! Kissenschlacht von Markus Heitz Ein Hauch von Homoerotik und Dominanz umweht diese 22 Seiten lange Geschichte, obwohl sie banal-genial beginnt: Frau möchte ein Kissen kaufen, kommt zu spät und versucht an das Exemplar einer anderen Kundin zu kommen. Diese weckt durch ihr Aussehen und Auftreten ungeahnte Gefühle... Der Text hat gute Ansätze, besonders, was die Dominanz betrifft, aber diese werden leider nicht ausgeführt. Ich finde die Geschichte sehr gegensätzlich, manchmal unfreiwillig komisch und etwas übertrieben. Der Gemüsehändler meines Vertrauens von Steffi von Wolff Die mit 32 Seiten längste Geschichte erinnerte mich an Friedrich Schillers Gedicht Der Handschuh. Frau begehrt leidenschaftlich einen Gemüsehändler und setzt dafür sogar ihre Gesundheit aufs Spiel. Die Geschichte hat zwar kein Happy-End, aber eine weise Erkenntnis. Die Autorin baut viel Spannung auf, aber die Pointe ist nicht so intensiv. Man ahnt lange, wie es ausgeht, aber die genauen Umstände waren amüsant. Sadie kommt von Tobsha Learner Die 18-seitige Geschichte ist aus Sicht einer Ladendiebin geschrieben, die Stilettos klauen will, der aber der Wachmann im Wege steht. Frau muss also tun, was Frauen tun... Wie viele andere vermittelt der Text das Bild, dass Menschen sich verändern, wenn sie die richtigen Klamotten tragen - Frauen werden plötzlich stark! Der Autor macht das sehr geschickt, indem er den Kriminalfall und etwas Erotik untermischt. Die Geschichte war stellenweise sehr überraschend, die Pointe fand ich etwas konstruiert, aber die Figuren gefielen mir. Erstens. Zweitens. Drittens. von Kai Lindberg Der 28 Seiten lange Text ist der zweite und letzte Ausflug in die Gefilde homoerotischer Aktivitäten - diesmal mit Männern. Ein Mann arbeitet für eine Firma, die extrem abgetragene Hosen vertreibt und muss beispielsweise auf Berge klettern, damit die entsprechenden Spuren entstehen. Eines Tages wird er von seiner Chefin gebeten, beim verhassten Kollegen vorbei zu schauen - und natürlich bleibt es nicht beim Schauen... Die Grundidee gefällt mir gut und die Szene finde ich *Shonen-Ai-Fan* toll. Das Vor-Ende hat mich traurig zurück gelassen, das eigentliche Ende war aber zu happy. Gut fand ich die Botschaft, die vermittelt wird: Manchmal sollte man nicht alles planen, sondern sehen, wie sich Dinge entwickeln. Ich küsse dich, Honeyboy von Jun Lin Der 20-seitige Text ist einzigartig und traurig. Ein Mädchen in China möchte ein Fußkettchen im Internet kaufen und muss als Gegenleistung mit dem Besitzer reden. Nebenbei entdeckt sie die Schönheit ihrer Füße. Die Geschichte ist weniger erotisch als gesellschaftskritisch. Der Druck, einen Mann zu heiraten, ist hoch. Gleichzeitig fühlt man sich einsam. Vom Thema habe ich schon manches Mal gehört, aber mir gefiel die Geschichte, weil sie so ruhig ist. Ob sie in dieses Kollektiv mit eher offensiven Sexszenen reinpasst, weiß ich nicht. Aber erfrischend war es. Und für Fußfreunde ideal :P Shopping Mall von Lance Hardwood Aus diesen 12 Seiten ging ich irritiert hervor, es ist nichts Halbes und nichts Ganzes. Ein Mann wird von seiner Ex-Freundin in einem leerstehenden Geschäft inmitten einer Einkaufspassage verführt. Der Autor spielt mit dem Klischee der unscheinbaren Frau, die sich in eine mysteriöse Femme Fatale verwandelt und dem Kerl, der sie unterschätzt. Vielleicht habe ich die Pointe nicht begriffen, aber trotz der interessanten Ausgangslage fehlte mir die Tiefe. Schnickschnack von Kirsten Rick Mit dieser 32-seitigen Geschichte endet der Band. Eine ältere Frau versucht ihrer Ehe neuen Schwung zu verpassen, indem sie einen Stripkurs besucht und sich mit Dildos beschäftigt. Die Botschaft lautet: Sieh nicht in die Ferne, guck, was du vor deiner eigenen Haustür machen kannst. Der Grundgedanke war gut, hätte aber besser herausgearbeitet werden können. Stattdessen werden Klischees sehr intensiv ausgeführt. Das war einerseits lustig und tragisch, andererseits zuviel. Fazit Der Band hebt sich deutlich ab von billigen Sexgeschichten, die man im Internet findet; die Autoren haben sich Gedanken gemacht und relativ niveauvolle Geschichten geschrieben. Meistens geht es um die (Wieder)-Entdeckung der eigenen Sexualität, die nicht ohne Hindernisse abläuft. Ich fand es gut, dass die Figuren manchmal scheitern. Allerdings war es stellenweise übertrieben, etwas oberflächlich und nicht tief genug.

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    Meine feuerroten Stilettos

    EvyHeart

    26. June 2014 um 11:51

    Das Cover Meine Ausgabe zeigt eine Frau, die auf einem Stuhl kniet. Sie trägt eine Netzstrumpfhose und Absatzschuhe sowie eine Jacke. Der Schwerpunkt liegt auf dem Hintern, der durch das helle Licht und den starken Kontrast fast leuchtet. Die titelgebenden Pfennigabsätze (Stilettos) nimmt man fast nicht wahr. Umso mehr knallt die magentafarbene Schrift des Titels. Das Design setzt sich auf der Rückseite fort, auf der man den Klappentext und den Titel nochmals lesen kann. Ich finde das Cover zwar nicht ganz passend, aber sehr ansprechend. Das Foto ist erotisch, doch nicht pornografisch und das Design wirkt durch die Kombination aus Schwarz-Weiß und einer Farbe sehr klar. Gestaltung und Aufbau Prägend für das Innenleben ist die verschnörkelte Schrift, mit der die Kapitel sowohl im Text als auch im Inhaltsverzeichnis überschrieben sind. Sie ist gut lesbar und gibt dem Buch etwas Edles, Besonderes. Die Autorennamen sind in einer serifenlosen Schrift gedruckt, für die Geschichten verwendet man eine Schrift mit Serifen. Dieser Mix ist sehr dezent. Er gliedert den Text gut. Positiv ist außerdem, dass die Geschichten viele Absätze enthalten und damit leicht lesbar sind. Kursive Formatierungen weden sparsam eingesetzt. Ein großer Pluspunkt ist das Autorenverzeichnis am Ende. Neben der Kurzbiografie findet man eine Internetseite bzw. E-Mail-Adresse. Das ist vorbildlich! Außerdem gefällt mir der Stil: Es wirkt nicht, als müssten die Macher im Dunkeln bleiben, sondern man bekommt einen Einblick in ihr Schaffen; sie scheinen menschlich. Inhalt und Schreibstil Der Band enthält 16 Kurzgeschichten, die zwischen 15 und 32 Seiten lang sind. Die meisten wurden für die Anthologie geschrieben. Bei den wenigen Geschichten, die nicht ursprünglich auf deutsch verfasst wurden, wird der Übersetzer genannt. Die Stilettos tauchen in allen Geschichten auf und nehmen unterschiedlich viele Raum ein: Beim Titeltext stehen sie im Mittelpunkt, bei anderen erhöhen sie als Accessoire die erotische Stimmung. Die Trägerin fühlt sich weiblicher! Der Schreibstil ist erotisch und anregend, aber selten pornografisch. Auch wenn gängige Vokabeln verwendet werden, wirkt der Stil nicht zu knallig, weil das Umfeld und die Charaktere viel Raum einnehmen und die Erotik ausgleichen. Der Ausdruck ist in vielen Geschichten sauber, die Übersetzungen gut, nur manchmal holpert es. Die Geschichten Meine feuerroten Stilettos von Nina George Die Titelgeschichte ist 19 Seiten lang und handelt von einer Gardrobiere, die durch rote Stilettos sich selbst wiederfindet. Cherie ist Mitte 30 und will Simon heiraten. Eine Kollegin, die für sie trotz ihrer Unscheinbarkeit eine große Eleganz und Fraulichkeit verkörpert, schickt Cherie zu einem Schuhmacher. Dort findet sie Schuhe, von denen sie sich angezogen fühlt. Anstatt ihrem Tagesplan zu folgen, kauft sie Dessous, geht essen und besucht ihren Lover. Das Ende ist offen, es wird aber betont, dass für sie etwas Neues angebrochen ist. Ich finde die Geschichte etwas märchenhaft, es sind gibt zuviele Zufälle. Das Bild der Frau, die sich befreien will und das anfangs nicht merkt, wird deutlich. Mir war es stellenweise zu übertrieben. Warum muss eine Frau, wenn sie ihre Weiblichkeit enteckt, Dessous kaufen? Warum muss sie einen Mann verführen? Es geht darum, auszubrechen und nicht nur dem Herz, sondern auch dem Trieb zu folgen - aber das kann verschiedene Facetten haben, vor allem innerlich. Dennoch hat die Geschichte viel Dynamik. Roter Lack von Lilly Meerbusch Die 23 Seiten lange Geschichte wirkt anfangs skurill, hat aber Drive und ist nachvollziehbar. Es geht um ein Auto. Einen tollen, roten Sportwagen, der der Protagonistin feuchte Träume beschehrt. Aber warum es bei Träumen belassen? Der Text knallt durch die geniale Idee. Gut gefällt mir, dass das Auto nicht alles für die Frau ist, sondern sie einen Freund hat, der auch in den Genuss ihrer Leidenschaft für den Wagen kommt. Das macht die Geschichte bodenständig. Das Krimielement dagegen wirkt konstruiert, als sei die Geschichte ohne nicht spannend genug. Story No. 25 von Oscar Savage Der 18 Seiten lange Text wirkt durch seinen Titel eher unscheinbar, war aber intensiv. Vielleicht passt er  auch gut, denn eine der drei Hauptfiguren weiß lange nicht, was geschieht... Im Mittelpunkt steht ein Mann, der seine Chefin (gewollt) und seine Frau (unwisssend) zu Sexspielchen animiert. Die Geschichte geht in Richtung SM mit dem Schwerpunkt auf Macht - der Mann genießt, wie seine Frau hilflos und gespannt mitmacht. Gleichzeitig genießt die Chefin dominiert zu werden. Und ein Happy End gibt es auch :-) Die Thematik ist reizvoll, für mich gruslig, aber interessant. Die Ansätze waren toll, für mich war aber das Ende zu konstruiert. Die Figuren haben Potential. Die Perle von Silke Schütze Binnen 22 Seiten erzählt die Autorin von einer älteren Frau, die sich selbst entdeckt. Sie ist 44 und wird durch den One-Night-Stand mit dem besten Freund ihrer Mitbewohnerin wieder erweckt - Simon ist 20 Jahre jünger. Unsere Protagonistin landet daraufhin zuerst im Pralinen- und dann im Dessousladen. Dort entdeckt sie, dass sich auch ältere Menschen mit dem Thema befassen können. Und Simon mag sie. Ich fand die Geschichte arg klischeebeladen und idealistisch. Natürlich ist das Thema wichtig, aber jüngere Männer, die frustrierte Frauen erlösen?   Der Drachentöter von Jens J. Kramer Was sich wie eine Fantasiegeschichte anhört, ist von der Grundidee her brilliant - ein Womanizer will seinen besten Freund vor einem weiblichen Reinfall schützen und gerät in die Fänge einer Femme Fatale. Die Pointe war grob vorhersehbar, im Detail hat sie mich überrascht. Die Perspektive des Frauenverstehers ist bewusst so übertrieben angelegt, dass es nur ein böses Ende nehmen kann :-) Das hat der Geschichte aber die Spannung genommen, denn 20 Seiten sind lang... Was man nicht kaufen kann von Miriam Kaefert Die mit 15 Seiten kürzeste Geschichte des Bandes handelt von einer erfolgreichen Frau, die sich entscheiden muss zwischen einem hübschen Englisch-Fanatiker mit beschränkten Bettfähigkeiten und einem mittelosen Maler schöner Frauenakte. Auch in dieser Geschichte ist nichts, wie es am Anfang scheint, die Pointe wirkte aber etwas gewollt. Magic von Max Urlacher Der Titel der 16 Seiten lange Geschichte wirkt etwas schwammig, handelt aber tatsächlich von Magie. Ein gefrusteter Mann begibt sich mit seinem durchgeknallten Nachbarn auf eine Reise nach Syrien, um dort das Besondere zu finden. Der Text ist sehr skurill, aber voller liebenswerter Charaktere. Der Esprit kommt rüber, stellenweise ist die Geschichte schwärmerisch, und auch die Erotik kommt nicht zu kurz. Ein sehr süßer Text :-) First Choice von Tanja Krätschmar Auf 22 Seiten lesen wir von der Besitzerin eines Second-Hand-Ladens, die eine Affäre mit dem Schlosser von nebenan hat und überlegt, ob sie die Beziehung zu ihrem Freund beenden soll. Eingeflochten darin ist das Pottpurri eines Viertels einschließlich einer nervigen Kundin - die der Story die Wendung gibt. Auch diesen Text fand ich arg klischeebeladen, wenngleich er interessant anfängt - Schlosser haben etwas Handfestes! Auch die Umgebung gefiel mir. Aber warum die alte Frau Dessous anprobiert, leuchtet mir nicht ein. Es war förderlich für die Geschichte, aber so banal. Am Abend Handschuhe von Anne West Der zweite Text der Stiletto-Autorin ist 15 Seiten lang und handelt von der Faszination für Handschuhe. Der Einstieg ist etwas verworren und vermutlich nur da, weil ein Einstieg nötig war, aber der Rest ist sehr außergewöhnlich. Man muss das Thema mögen, denn es geht um die Wirkung von Handschuhen. Der Erzähler spricht den Leser direkt an und man hat das Gefühl, als würde eine alte Dame mit rauer Stimme vor einem sitzen und erzählen. Ich fand das sehr faszinierend! Kissenschlacht von Markus Heitz Ein Hauch von Homoerotik und Dominanz umweht diese 22 Seiten lange Geschichte, obwohl sie banal-genial beginnt: Frau möchte ein Kissen kaufen, kommt zu spät und versucht an das Exemplar einer anderen Kundin zu kommen. Diese weckt durch ihr Aussehen und Auftreten ungeahnte Gefühle... Der Text hat gute Ansätze, besonders, was die Dominanz betrifft, aber diese werden leider nicht ausgeführt. Ich finde die Geschichte sehr gegensätzlich, manchmal unfreiwillig komisch und etwas übertrieben. Der Gemüsehändler meines Vertrauens von Steffi von Wolff Die mit 32 Seiten längste Geschichte erinnerte mich an Friedrich Schillers Gedicht Der Handschuh. Frau begehrt leidenschaftlich einen Gemüsehändler und setzt dafür sogar ihre Gesundheit aufs Spiel. Die Geschichte hat zwar kein Happy-End, aber eine weise Erkenntnis. Die Autorin baut viel Spannung auf, aber die Pointe ist nicht so intensiv. Man ahnt lange, wie es ausgeht, aber die genauen Umstände waren amüsant. Sadie kommt von Tobsha Learner Die 18-seitige Geschichte ist aus Sicht einer Ladendiebin geschrieben, die Stilettos klauen will, der aber der Wachmann im Wege steht. Frau muss also tun, was Frauen tun... Wie viele andere vermittelt der Text das Bild, dass Menschen sich verändern, wenn sie die richtigen Klamotten tragen - Frauen werden plötzlich stark! Der Autor macht das sehr geschickt, indem er den Kriminalfall und etwas Erotik untermischt. Die Geschichte war stellenweise sehr überraschend, die Pointe fand ich etwas konstruiert, aber die Figuren gefielen mir. Erstens. Zweitens. Drittens. von Kai Lindberg Der 28 Seiten lange Text ist der zweite und letzte Ausflug in die Gefilde homoerotischer Aktivitäten - diesmal mit Männern. Ein Mann arbeitet für eine Firma, die extrem abgetragene Hosen vertreibt und muss beispielsweise auf Berge klettern, damit die entsprechenden Spuren entstehen. Eines Tages wird er von seiner Chefin gebeten, beim verhassten Kollegen vorbei zu schauen - und natürlich bleibt es nicht beim Schauen... Die Grundidee gefällt mir gut und die Szene finde ich *Shonen-Ai-Fan* toll. Das Vor-Ende hat mich traurig zurück gelassen, das eigentliche Ende war aber zu happy. Gut fand ich die Botschaft, die vermittelt wird: Manchmal sollte man nicht alles planen, sondern sehen, wie sich Dinge entwickeln. Ich küsse dich, Honeyboy von Jun Lin Der 20-seitige Text ist einzigartig und traurig. Ein Mädchen in China möchte ein Fußkettchen im Internet kaufen und muss als Gegenleistung mit dem Besitzer reden. Nebenbei entdeckt sie die Schönheit ihrer Füße. Die Geschichte ist weniger erotisch als gesellschaftskritisch. Der Druck, einen Mann zu heiraten, ist hoch. Gleichzeitig fühlt man sich einsam. Vom Thema habe ich schon manches Mal gehört, aber mir gefiel die Geschichte, weil sie so ruhig ist. Ob sie in dieses Kollektiv mit eher offensiven Sexszenen reinpasst, weiß ich nicht. Aber erfrischend war es. Und für Fußfreunde ideal :P Shopping Mall von Lance Hardwood Aus diesen 12 Seiten ging ich irritiert hervor, es ist nichts Halbes und nichts Ganzes. Ein Mann wird von seiner Ex-Freundin in einem leerstehenden Geschäft inmitten einer Einkaufspassage verführt. Der Autor spielt mit dem Klischee der unscheinbaren Frau, die sich in eine mysteriöse Femme Fatale verwandelt und dem Kerl, der sie unterschätzt. Vielleicht habe ich die Pointe nicht begriffen, aber trotz der interessanten Ausgangslage fehlte mir die Tiefe. Schnickschnack von Kirsten Rick Mit dieser 32-seitigen Geschichte endet der Band. Eine ältere Frau versucht ihrer Ehe neuen Schwung zu verpassen, indem sie einen Stripkurs besucht und sich mit Dildos beschäftigt. Die Botschaft lautet: Sieh nicht in die Ferne, guck, was du vor deiner eigenen Haustür machen kannst. Der Grundgedanke war gut, hätte aber besser herausgearbeitet werden können. Stattdessen werden Klischees sehr intensiv ausgeführt. Das war einerseits lustig und tragisch, andererseits zuviel. Fazit Der Band hebt sich deutlich ab von billigen Sexgeschichten, die man im Internet findet; die Autoren haben sich Gedanken gemacht und relativ niveauvolle Geschichten geschrieben. Meistens geht es um die (Wieder)-Entdeckung der eigenen Sexualität, die nicht ohne Hindernisse abläuft. Ich fand es gut, dass die Figuren manchmal scheitern. Allerdings war es stellenweise übertrieben, etwas oberflächlich und nicht tief genug.

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  • Rezension zu "Meine feuerroten Stilettos" von Timothy Sonderhüsken

    Meine feuerroten Stilettos

    nic

    09. March 2010 um 18:38

    Das ist also ein Buch mit erotischen Geschichten... nun ja... ich hatte mehr Aufregung erwartet. Stattdessen trifft der Leser auf langweiliges Geschreibsel Z. Bsp. über Sex mit einem Auto, von dessen 200 PS eine Dame so angeturnt ist, dass sie kurz davor ist... aber nein, dafür nimmt sie dann noch den Schaltknüppel her. Pft.. also wirklich. Hat die Story ein Mann geschrieben? Ich weiß nicht mehr. Überhaut ist nicht sonderlich viel in Erinnerung geblieben. Die Geschichten sind nicht schön, nicht erotisch, nicht aufregend. Fad, langweilig, billig trifft es eher. Vielleicht liegt mir das Genre auch nicht, wer weiß.

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