Die Hungrigen und die Satten

von Timur Vermes 
4,5 Sterne bei15 Bewertungen
Die Hungrigen und die Satten
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Neue Kurzmeinungen

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Großartig, böse, witzig und gleichzeitig sehr ernst. Mehr als ich erwartet hatte und auch besser gelesen!

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2/3 der Geschichte sind ZU satirisch und überspitzt. Einzig das Ende wirkt angemessen. Ein wichtiges Thema, nicht ganz optimal umgesetzt.

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Inhaltsangabe zu "Die Hungrigen und die Satten"

'Wenn Timur Vermes‘ Erstlingswerk ER IST WIEDER DA böse, realistisch und komisch ist, so ist sein zweiter Geniestreich böser, realistischer und komischer.'
CHRISTOPH MARIA HERBST

Deutschland hat eine Obergrenze für Asylsuchende eingeführt, ganz Europa ist bis weit nach Nordafrika hinein abgeriegelt. Jenseits der Sahara entstehen riesige Lager, in denen Millionen von Flüchtlingen warten, warten, warten. So lange, dass man in derselben Zeit eigentlich auch zu Fuß gehen könnte, wäre das nicht der sichere Tod.

Als die deutsche Starmoderatorin Nadeche Hackenbusch das größte dieser Lager besucht, erkennt der junge Lionel die einmalige Gelegenheit: Mit 150.000 Flüchtlingen nutzt er die Aufmerksamkeit des Fernsehpublikums und bricht zum Marsch nach Europa auf. Die Schöne und die Flüchtlinge werden zum Quotenhit. Und während sich der Sender über Live-Berichterstattung mit Zuschauerrekorden und Werbemillionen freut, reagiert die deutsche Politik mit hilflosem Wegsehen, Kleinreden und Aussitzen. Doch je näher der Zug rückt, desto mehr ist Innenminister Joseph Leubl gefordert. Und desto dringlicher stellen sich ihm und den Deutschen zwei Fragen: Was kann man tun? Und in was für einem Land wollen wir eigentlich leben?

Timur Vermes‘ neuer Roman ist eine Gesellschaftssatire, aktuell, radikal, beklemmend und komisch zugleich. DIE HUNGRIGEN UND DIE SATTEN fängt dort an, wo der Spaß aufhört.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783785758007
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Audio CD
Verlag:Lübbe Audio
Erscheinungsdatum:27.08.2018
Das aktuelle Buch ist am 27.08.2018 bei Eichborn erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    monerls avatar
    monerlvor 25 Tagen
    Kurzmeinung: 2/3 der Geschichte sind ZU satirisch und überspitzt. Einzig das Ende wirkt angemessen. Ein wichtiges Thema, nicht ganz optimal umgesetzt.
    ZU überspitzt!

    Kurzmeinung

    Genre: Roman, (politische) Satire

    Handlung: Der Autor hat die derzeitige Situation der Flüchtlinge übernommen und in seinen Roman eingebaut. Europa schottet sich ab, Deutschland schottet sich ab und baut einen mächtigen Zaun, um die Massen an Flüchtlingen, die sich auf den weiten (Fuß)weg nach Deutschland gemacht haben, begleitet von einer Moderatorin und dem Life-TV, fernzuhalten.

    Charaktere: Zwei Protagonisten, die sich auf unterschiedlichen Seiten befinden, bilden den Roten Faden entlang der Fluchtroute. Zum einen ist das Nadeche Hackenbusch, die naive, überdrehte und wie ein Wasserfall redende Moderatorin, die mirnichtsdirnichts entscheidet, dass man diese armen Menschen im Lager nicht einfach so vor die TV-Kamera ziehen, um sich dann wieder, nachdem die Sendung im Kasten ist, auf den Rückweg in die schöne und sichere Welt im Westen machen kann und sein Leben weiter lebt wie bisher, als wäre nichts geschehen. Auf der anderen Seite nenne ich hier die deutschen Politiker, die sich mit der Tatsache beschäftigen müssen, was sie machen sollen, wenn all die Flüchtlinge, auch wenn sie nicht daran glauben, tatsächlich vor den deutschen Grenzen stehn würden und hinengelassen werden wollen.

    Spannung: Timur Vermes schafft es eine bestimmte Spannung zu erzeugen, da man als Leser/Hörer natürlich unbedingt wissen möchte, was am Ende tatsächlich passiert. Welche Entscheidung wird die Politik treffen, um mit dem Problem “Massenansturm von Flüchtlingen” umzugehen. Werden sie sich für den Mensch und die humanitäre Lösung entscheiden oder werden sie sogar Gewalt und Waffen anwenden, um die deutschen Grenzen zu verteidigen? Wie wird sich die Bevölkerung entscheiden? Gibt es noch eine Moral oder fallen irgendwann alle Masken?

    Schreibstil: Da dies eine Satire auf die aktuelle Situation ist, ist natürlich alles überzogen; die Charaktere als auch die Dialoge. Für meinen Geschmack ist alles aber zu sehr überzogen! Nadeche Hackenbusch hat nicht nur einen dämlichen Namen, nein, sie erscheint oftmals sogar ziemlich debil. Ihre Blödheit ging mir recht bald ganz stark auf die Nerven. Zudem verstärkt der Sprecher Christoph Maria Herbst diese Blödheit durch seine Art zu sprechen und Nadeche zu interpretieren noch zusätzlich.

    Ende: Je mehr wir uns dem Ende nähern, wird der Roman tiefsinniger und realitätsnaher. Und weil ich diese Entwicklung so gut fand, störte mich der zu überdrehte satirische Charakter noch mehr! Insgesamt ein gutes und rundes Ende, das man sich nicht traut, vorher zu überlegen und vorzustellen.

    Hörbuch: Was mir an “Er ist wieder da” durch den Sprecher besonders gefallen hat, störte mich im vorliegenden Buch, nämlich, die Interpretation des Sprechers! Hier ist es mir einfach ZU viel. Ein anderer Sprecher hätte die Geschichte für meinen Geschmack vielleicht besser stimmlich umgesetzt. In “Er ist wieder da” gibt Christoph Maria Herbst der Geschichte den richtigen Kick! Hier machte er für mich die Geschichte leider eher “kaputt”.

    Fazit: Ein interessantes Buch zu einem sehr wichtigen Thema, da der Autor sich traut Fakten zu schaffen und die daraus resultierenden Konsequenzen aufzuzeigen. Es ist das, was die derzeitige Politik tunlichst vermeidet. Ich wäre sehr gespannt darauf, was unsere Regierung machen würde, stünden sie vor dem selben Problem wie die Regierung im Buch. Vermes schafft es zudem alle an dem Thema “Flüchtlinge” Beteiligten in seinen Roman einzubinden und vorzuführen, sei es die Medienindustrie, die Schlepper, die Politik oder gar die ach so “besorgten Bürger”. Das Hörbuch war mir leider zu überzogen und deshalb gibt es 3 Sterne dafür. Das gedruckte Buch könnte deshalb womöglich bis zu einen Stern mehr erhalten, da mein größter Kritikpunkt wegfällt.

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    karatekadds avatar
    karatekaddvor einem Monat
    Kurzmeinung: Bitterböse. Fängt da an, wo der Spaß aufhört. Führt zu Tränen durch Lachen und Weinen.
    Fängt dort an, wo der Spaß aufhört

    Und der Spaß hört auf. Er hört auf eine Art und Weise auf, die schleppend beginnt. Er hört umso mehr auf, je mehr die Grenze von Österreich zu Deutschland naht. Es beginnt mit 150000

    Was war geschehen?  Deutschland hat endlich seine Obergrenze durchgesetzt. Irgendwie hat das dazu geführt, daß die Flüchtlinge erstmal fortblieben. Sie sammeln sich da, wo sie hingehören in Flüchtlingslagern tief in der Dritten Welt. Europa scheint sich einig geworden zu sein. Ergebnis: FRONTEX funktioniert.

    Nadeche Hackenbusch, eine Starmoderatorin des dritten Fernsehens reist in die Dritte Welt, in das größte derzeit existierende Lager der Post-Merkel-Ära. Pardon, das dritte Fernsehen ist natürlich Mai TV – ein Privatsender vielleicht so wie RTL II. Sie trifft dort auf DEN FLÜCHTLING. Der träumt davon, soviel Geld zusammen zu bekommen, dass er einen Spitzenschlepper bezahlen kann, der ihn nach D bringt. Das ist nicht einfach, wenn man jeden Cent, den man verdient, erdient, egaunert hat, mit anderen teilen muss, die dabei geholfen haben. Doch es naht seine große Chance, das ist Nadeche mit dem trolligen Englisch. Diese wächst angesichts de Elends über sich hinaus. Da hilft auch ihr Sender nicht, der vor allem mit seinem Star nach einem Quotenhit sucht.

    Nadeche zieht mit Lionel los. 300000 nehmen sie mit. Der Engel aus Deutschland, Mutter zweier Kinder, strohdumm und super hübsch, setzt sich durch und bleibt in mitten dieses Marsches. Mit ihr geht eine gewisse Astrid von Roel, die für ihr Boulevardblatt berichtet. Lionel hat es geschafft, dass die 150000, regelmäßig mit Wasser und Nahrung versorgt, jeden Tag 15 km gehen, alle 15 km steht ein Wassertanklaster und ein LKW mit Lebensmitteln für 1000 Menschen, schön nummeriert von 1 bis 300. Eine logistische Meisterleistung, finanziert von allen, die da marschieren, dank moderner bankingfähiger Kommunikationstechnik.

    In Deutschland macht sich Innenminister Leubl, CSU, langsam Sorgen. Der Alte wird einem im Kreis seiner Frau und seiner Enkelin richtig sympathisch. Mit einigem Abstand kommt einem der Gedanke, dass dies die einzigen Szenen sind, die am Ende normale Szenen waren. Oma, Opa und die Enkelin mit Gesprächen am Abendbrottisch, wie sie so oft in vielen Familien vorkommen. Die 150000 kommen immer näher.

    Mittlerweile überwinden die sich überschlagend bewegende Flüchtlingsschlange die Sahara, Ägypten, Jordanien, Syrien, die Türkei – wer hätte das gedacht – und nun ist es nicht mehr weit. Es naht die Grenze und in Deutschland geschieht ein Mord...

    Das Buch ist nicht einfach nur großartig – lustig – böse – traurig, wie man im Sternzitat auf der Webseite des Lübbe-Verlages lesen kann. Es war lustig, es wurde böse und böser und es endete unendlich traurig – und es endete satirisch durch die Arbeit einer Journalistik-Studentin, kommentiert von einem, der wissen muss, wie das mit einer Nadeche Hackenbusch wirklich gewesen ist, einem an der Astrid-von-Roel-Akademie für Qualitätsjornalismus, der sowohl diese Astrid als auch Nadeche kannte.

    Es scheint, als hätten alle vergessen, auch Claus Maria Herbst geht darauf nicht ein, dass bereits 1990 ein Film entstand, der das kommende Problem aufzeigte: Der Film hieß bezeichnenderweise DER MARSCH. In diesem wird einer EG-Kommissarin gezeigt, wie es in diesen Lagern zugeht. Deren Rolle übernimmt besagte Moderatorin, genannt Malaika – der Engel. Beide Geschichten haben denselben Hintergrund, das Ziel ist  aber nur teilweise dasselbe.

    Hier handelt es sich um „eine Gesellschaftssatire vom Feinsten, die unsere Realität schonungslos durchleuchtet und demaskiert. Ob es um eine zynische Medienszene geht, die das Leid anderer als Quotenbringer nutzt, um eine Politik, die ihre Aufgabe nur mehr darin sieht, „Scheiße von hier nach dort“ zu verschieben und sich hauptsächlich vor schlimmen Bildern fürchtet, oder um die Flüchtlinge und ihren unerschütterlichen Glauben an Europa: Timur Vermes seziert die Gegenwart mit feiner, aber scharfer Klinge. Dabei ist er gleichzeitig humorvoll und bitterböse, empathisch und respektlos – und von der ersten bis zur letzten Seite unterhaltend.“ *

    Allerdings ist das so eine Sache mit der Unterhaltung bis zur letzten Seite: Die letzten Seiten sind sicher wieder ausgibig satirisch, das Ende der Geschichte allerdings weniger „unterhaltend“: Man hält den Atem an, angesichts der kommenden Katastrophe. Diese naht, hörend oder lesend, um so schneller, je näher die immer größer werdende, unüberschaubare Menschenmenge den Bosporus überwindet und Europa betritt.

    Laut Timur Vermes „geht’s um zwei Knackpunkte: Erstens ist klar, dass, wenn Flüchtlinge im großen Schwung nach Deutschland kommen, unvorbereitet und ohne Plan, dieses Land nach rechts kippt. Wird die Welt da zuschauen? Nachdem sie in zwei Weltkriegen gegen ein autoritäres Deutschland gesehen hat, wie schwer wir wieder einzufangen sind? Punkt zwei: Wenn wer was unternimmt, wird er’s Ihnen nicht sagen. So ist das eben mit der hybriden Kriegsführung. Wie in der Ukraine, in Syrien, im Jemen. Es wird sogar Trolle geben, die sagen, das sei alles für die Kameras erfunden worden. Das ist dann „Die Salzburger Grenzlüge“ oder so. Das sind Optionen, die man einigermaßen fassungslos zur Kenntnis nimmt, die mir als Autor aber ganz neue Möglichkeiten eröffnen.“ **

    Es ist ein politisches Buch, eine Lösung offeriert es nicht. Nachdenklich macht es schon, ob des Rechtsrucks, der hoffentlich nur scheinbar und nicht anscheinend durch Deutschland geht. Hoffentlich. Interessant ist auch die Entwicklung, die Nadeche und Astrid während der monatelangen Reise nehmen, von der Regenbogenschreiberin bleibt genausowenig übrig wie von der einfältigen reichen Moderatorin. Fand ich jedenfalls.

    Timur Vermes, geboren 1957 in Nürnberg, hatte vor einigen Jahren mit ER IST WIEDER DA einen großen Erfolg. Claus Maria Herbst las auch dieses Buch und immitierte dabei Adolf Hittlers Stimme hervorragend. Auch bei diesem Buch blieb einem nach herzhaften Lachen dieses Lachen im Halse stecken. Der Autor hat im Interview direkt gesagt: „Das Ziel ist ..., die Leser sollen auch mal schlucken. Solche Situationen gibt es aber auch in „Er ist wieder da.“ **

    Es ist zu empfehlen, dieses Buch, gegen Rechts, gegen Globalisierung, für Menschlichkeit, Zusammenarbeit, Demokratie.

    Rezension auf Litterae-Artesque

    © KaratekaDD

    * Deutschlandfunk: https://www.deutschlandfunkkultur.de/timur-vermes-die-hungrigen-und-die-satten-bitterboese.950.de.html?dram:article_id=426426; 03.10.2018, 17:10 Uhr

    ** Interview mit Timus Vermes bei Spiegel-online
    http://www.spiegel.de/kultur/literatur/timur-vermes-ueber-die-hungrigen-und-die-satten-alle-reden-vom-schiessbefehl-a-1224819.html; 03.10.2018, 17:10 Uhr

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    Gwennileins avatar
    Gwennileinvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Ein sarkastischer Schlag ins Gesicht!
    Ein sarkastischer Schlag ins Gesicht!

    Wow! Das Buch trieft nur so vor sarkastischen, schmerzenden Wahrheiten. Der Brennpunkt, der aktuell alle beschäftigt, Flüchtlingskrise, Ausländerhass, Nationalismus, all das wird thematisiert und dramatisch überspitzt und dennoch voller Wahrheit dargestellt, mit allen Konsequenzen. Das Buch ist ein so großartig gesellschaftlicher Spiegel, dass es tatsächlich meiner Meinung als Schullektüre übernommen werden könnte. Die angesprochenen Themen werden verknüpft mit der Sensationslust und Mediengeilheit der Menschen, die mit Profitgier so ausgeprägt ist, dass es keine Rücksicht auf Verluste gibt. Ein Buch, das zwar belustigt, sich aber wie ein Kloß in den Hals legt, da leider so viel Wahrheit dahinter steckt. Denn so sarkastisch und übertrieben es rüber kommt, so könnte es doch genau so passieren, davon bin ich überzeugt. Ganz klare Leseempfehlung! 

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    AnjaScvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Böse und zynisch aber leider auch trotz der gekürzten Hörbuchfassung streckenweise sehr langatmig.
    Böse und zynisch

    Inhalt und meine Meinung: Ein Hörbuch großartig gelesen von Christoph Maria Herbst. Der Sprecher schafft es, dass der doch sehr naiven Moderatorin, Frau Hackenbusch, auch die Blödheit aus der Stimme trieft. Ich kann da nur immer wieder meinen Respekt aussprechen für die Leistung als Hörbuchsprecher. Jetzt aber zur Story: Die Serie „Engel im Elend“ fährt in DAS Flüchtlingscamp in Afrika. Warum? Geplantes Shooting einer Modekollektion mit Frauen aus dem Camp und natürlich Aufnahmen dort. Aber alles läuft irgendwie aus dem Ruder... Auf einmal machen sich 150.000 Flüchtlinge zu Fuß auf den Weg nach Deutschland, vom Fernsehen begleitet und ein absoluter Kassenschlager für den Sender! Die Werbeeinnahmen gehen durch die Decke, Sendezeiten zu absoluten Spitzenzeiten, Zuschauerquoten wie in den Siebzigern! Sensenbrinck kann sein Glück kaum fassen und schlägt alle Warnungen in den Wind, dass seine Sendung u.U. zur Katastrophe führen kann. Selbst die Politik in Deutschland wird nervös, denn klar ist, das erklärte Ziel der wandernden Flüchtlingen ist "das gelobte Land". Die Situation in Deutschland spitzt sich mich heranrückendem Konvoi immer mehr zu. Der Rechtsruck ist unverkennbar und es gibt Demonstrationen im sechsstelligen Bereich gegen die Flüchtlinge. Deutschland will die Länder dazu bewegen die Grenzen zu schließen und die Flüchtlinge unterwegs aufzuhalten, aber keine Nation macht da mit, keine Nation will als Mörder von Frauen und Kindern gelten... Der Flüchtlingskonvoi wächst und wächst und wächst während er durch die Länder wandern, er kommt immer näher und in Deutschland stehen alle Kopf. Die Politiker wollen einen Grenzzaun bauen mit Strom und ohne Öffnung, ein starkes Aufgebot von Polizei und Bundesgrenzschutz inkl. großem Waffenarsenal um Deutschland zu verteidigen... Wie weit ist Deutschland gewillt zu gehen an diesem Punkt? Was mir gefehlt hat: Die Situationskomik aus dem Buch „Er ist wieder da“, die lauten Lacher, stattdessen ist mir das Lachen leider im Hals stecken geblieben. Was mich gestört hat: Das Hörbuch ist schon stark gekürzt, daher hatte ich manchmal den Eindruck es fehlt was in der Geschichte und doch hat es sich gezogen für mich. Mein Fazit: Das Buch ist extrem zynisch und definitiv böse und alles andere als ein Wohlfühlbuch. Man erwischt sich dabei, dass man überlegt: Könnte das passieren? Was würdest Du machen, wenn es so kommen würde? Kann ein Land so etwas wirklich wollen? Was muss wirklich passieren, damit Menschen die Augen wirklich geöffnet werden? Auch die Momente: Das hat er jetzt nicht wirklich getan, haben mich beim Hören überkommen. Doch leider muss ich trotz der brisanten Thematik, dem zynischen Ton, dem Gedankenanstoß, dem Kloß im Hals zum Schluss muss ich sagen: Das war auf weiten Strecken leider nicht mein Hörbuch, was aber meiner ganz persönlichen Empfindung entspricht. Trotz meiner persönlichen Kritik möchte ich niemandem von dem Buch abraten,

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    Wedmavor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Klug, unterhaltsam, ironisch-sarkastisch, schonungslos. Unbedingt hören! C. M. Herbst hat kongenial gelesen! Hör-Highlight dieses Sommers!!
    Geniales Werk! Urkomisch, ironisch, unterhaltsam, zum Nachdenken anregend. Unbedingt hören!

    Den neuen Roman von Timur Vermes habe ich sehr gern gehört und empfehle das Hörbuch wärmstens auch weiter.

    Timur Vermes ist eine geniale Gesellschaftssatire gelungen, die dem Publikum Spiegel vors Gesicht hält: klug, mit Niveau, bis zu den Wurzeln der Dinge durchblickend, ironisch-sarkastisch, schonungslos. Die erste Hälfte hörte ich dauerschmunzelnd, paarmal musste ich auflachen. Zum Schluss wurde es immer ernster. 

    Christoph Maria Herbst hat kongenial gelesen. Hörgenuss auf der ganzen Linie, 15 St. 13 Min. der ungekürzten Ausgabe.

    Die Handlung spielt in naher Zukunft. Für weitere Inhaltsangaben s. Klappentext. Der beschreibt das Wesentliche sehr treffend.

    Sowohl die Figuren als auch die Handlung sind sehr überzeugend, alles hat Hand und Fuß. Von den Figuren gibt es meist die schrägen, bei denen man anfangs des Öfteren auflacht. Alles hat Sinn und einen festen Platz in der Handlung.

    Oft wurde zwischen den Figuren geschaltet, aber umso spannender und abwechslungsreicher wurde das Ganze.

    Viele Politiker kommen hier vor, zwar unter anderen Namen oder gar ohne welche, wie der Nachfolger von Merkel, der in etwa so auch genannt wurde, aber man kommt schon dahinter, wer eigentlich gemeint ist, auch weil C.M. Herbst dies mit seiner Darbietung nahelegt.

    Der Privatsender, der die Starmoderatorin in das Flüchtlingslager schickt, ist eine der tragenden Figuren und offenbart viel Intimes im Verhältnis privates Medium und seine Zuschauer. Schön bissig, schonungslos die Tatsachen offenbarend und stets auf den Punkt. Wenn man auf diese Seite des Geschehens achtet, bekommt man viel Wahres in der Hinsicht vermittelt. Diese Geschichten von Astrid von Roel, die für die Starmoderatorin schreibt! So genau auf die Zielgruppe der Privatsenderzuschauer zugeschnitten, Werbung und alles, was damit zu tun hat inkl.

    Nach und nach sieht man den Unterschied, die Kluft zwischen der rauen Realität und dem, was der Sender an sein Publikum vermittelt. Welch haarsträubenden Märchen da erzählt werden. Eklatant, auf welch Nebensächlichkeiten der Fokus stets fällt. Das eigentlich Wesentliche wird aber sicher ausgeklammert, kühn voraussetzend, dass der Zuschauer so etwas gar nicht wissen möchte/sollte.

    Das Wie der Roels Märchen tut das Übrige. Dieses Verklärende und Getragene des Erzählstils, den die gewiefte Geschichtenerfinderin des Privatsenders hinter den Kulissen bemüht! Unbedingt mit einer Ladung von in Rosa getauchter, schnulziger Romantik. Sehr treffend und toll insg. dargeboten.

    Eine der Aussagen des Romans: Alle, die können, versuchen, an den Flüchtlingen zu verdienen, egal wie verschlagen es aussehen mag. Die Fragen der Moral werden erst gar nicht gestellt. Dieser neoliberale Grundgedanke, dass man auch an menschlicher Elend Geld verdient, und davon am besten nicht wenig, ist hier im Laufe der Handlung in mehreren Szenen meisterhaft dargestellt worden.

    Klar wurde auch die Tatsache, dass es um 150.000 Flüchtlinge nach Deutschland zu bringen einer strammen Organisation, eines Chefs mit Geld wie mehrere Ausführungskräfte bedarf, die Wasser, Energie-, Sanitäts- und andere Versorgung täglich zur Verfügung stellen, um so ein komplexes Unterfangen wie ein Fußmarsch von Nordafrika nach Deutschland fertig zu bringen. Und warum? Weil der clevere Boss auf noch mehr Geld spekuliert, von der EU, von den dt Steuerzahlern usw.

    Man kann noch vieles über dieses tolle Werk schreiben, besser, man hört es selbst und gelangt zur eigenen Meinung.

    C. M Herbst hat, wie bereits erwähnt, kongenial gelesen. Schon allen das Lachen von Mojo, was man da so alles heraushört! Grenzenlosen Egoismus, Selbstzufriedenheit, Hochmut, Spott, Häme, Hinterlist uvm. Auch andere Figuren sind ähnlich großartig, jede auf ihre eigene Art, dargestellt worden.

    Man muss dieses Werk unbedingt hören, sonst entgeht einem viel. So toll lesen kann man selbst nicht.

    Fazit: Geniale Groteske zum akuten Thema. Urkomisch, ironisch, Spiegel vors Gesicht der Gesellschaft haltend, unterhaltsam, zum Nachdenken anregend uvm. Unbedingt hören! Ein Hör-Highlight dieses Sommers!

    P.S. Wer beim Thema Meiden nicht so ganz auf dem Laufenden ist, liest bei Gelegenheit „Lügen die Medien?“ von Jens Wernicke. Danach wird vieles klarer.

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    S
    Schneilavor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Nicht so lustig wie erwartet, aber einfach wieder großartig gesellschaftskritisch. Für mich ein Must-read.
    Einfach ein Muss

    Ich habe dieses Hörbuch angefangen in der Hoffnung und Erwartung wieder ein Werk á la "Er ist wieder da" präsentiert zu bekommen. 

    Das war es allerdings nur in Teilen.
    Schon bei Er ist wieder da war ich begeistert von dem Humor und der permanenten, ironischen und sarkastischen Gesellschaftskritik die lustig dargestellt wird, in Wahrheit aber so erschreckend wahr ist. 
    Diese Wahrheit ist es, was "Die Hungrigen und die Satten" bietet. 
    Zwar fehlen die Lacher an der ein oder anderen Stelle, vielleicht blieb mir das Lachen aber auch nur im Halse stecken weil dieses Flüchtlingsthema so erschreckend real und zeitgemäß ist und an hungernden, leidenden und sterbenden Menschen eigentlich einfach nichts witziges ist. Genau so erschrocken war ich über die wahrheitsgetreue Darstellung unserer aktuellen Medienlandschaft und somit leider auch unserer Gesellschaft. 
    Mit "Humor" und Überspitzung wird auf aktuelle Katastrophen hingewiesen, dass es unterhaltsam ist, spannend bleibt und man dabei nur weinen könnte. 

    Ich halte es für ein absolut gelungenes Buch, dass sich jeder Mensch zu Gemüt führen sollte. 

    P.S.. Christoph Maria Herbst war als Sprecher wie immer großartig!

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    Buchfeelingvor 2 Monaten
    eine erschreckende Geschichte...

    Die Geschichte beginnt mit einer aufstrebenden Moderatorin in Deutschland. Sie möchte ganz “groß” werden und mit ihrer neuen Sendung aus deutschen Flüchtlingsheimen scheint der Weg nicht mehr weit. Die Menschen lieben ihre rührseligen Berichte der Benachteiligten. Doch dann kommt ihr Chef auf eine geniale Idee: Nadeche Hackenbusch soll direkt von dort berichten, wo die Flüchtlinge her kommen: aus dem größten Flüchtlingslager in Afrika!

    Anfangs ist die medienbewußte Frau schockiert, doch sieht sie das Potential und die Chance, die sich ihr hier bietet. Also bricht sie auf in eine vollkommen unbekannte und ungeahnte Welt. Sie sieht sich neuen Herausforderungen gegenüber, wie, ob ihre Glitzerschuhe zum schlichten Rock passen… und… sie erlebt das echte Elend.

    In Deutschland streiten Politiker über Nichtigkeiten, stellen ihre privaten Belange über Alles und langweilen sich in Sitzungen.

    Und dann gibt es da noch den “Flüchtling”. Ein junger Mann, der alles dafür tut, um ins gelobte Europa zu kommen. Er lernt den “Engel” aus Deutschland kennen und wittert seine Chance. Die Macher der Sender freuen sich über stetig wachsendes Interesse … doch plötzlich entwickelt die Mission eine Eigendynamik, die niemand vorhersehen konnte und die bedrohliche Ausmaße annimmt. Doch auch hier zeigt sich die Kreativität der Medienmacher… die mit aberwitzigen Ideen diese Mission immer weiter unterstützen und Kasse machen…

    Die Story ist, typisch Timur Vermes, extrem sarkastisch, böse und hintergründig. Jede “Seite” bekommt ihr Fett weg und als Leser (oder Zuhörer) schwankt man mit seinen Gefühlen zwischen Schmunzeln, Wut, Erschrecken, Zustimmung und Ablehnung. Ein Wechselbad der Gefühle.

    Der recht unvorhersehbare Verlauf der Geschichte überrascht und lockert die Story auf. Zu keinem Zeitpunkt hatte ich das Gefühl, vom Autor belehrt zu werden oder in eine Richtung gedrängt zu werden.

    Der Autor trifft mit der Geschichte wieder mal den Nagel auf den Kopf. Schonungslos reißt er die Decke der Retusche herunter und zeigt auf, was niemand sehen möchte… denn sehen tut weh! Und am Ende bleibt der Leser mit einem sehr mulmigen Gefühl im Bauch zurück….

    Ein sehr erschreckendes Buch…. mit unerwartetem Ende.

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    Dirk1974vor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Was mit Humor beginnt steigert sich zur Dramatik und endet in einem gnadenlosen Inferno.
    150.000 auf der Flucht

    Zum Inhalt:

    Europa hat die Außengrenzen dicht gemacht. In Afrika entstehen riesige Flüchtlingslager. Die deutsche Moderatorin  Nadeche Hackenbusch macht sich mit einem Fernsehteam auf den Weg ins größte Flüchlingslager der Welt. Sie ist im Fernsehen durch ihre Serie  Engel im Elend bekannt und will nun ein Special drehen. 

    Lionel ist einer von tausenden Flüchtlingen in Afrika. Als ein deutsches Fernsehteam im Lager eintrifft, sieht er eine Chance, um nach Europa zu gelangen.

    Weiterhin ist da noch  der Staatssekretär. Er ist in Bayern und beobachtet, wie die Übertragungen aus dem Flüchtlingslager die Einschaltquoten durcheinanderwirbeln.

    Was relativ harmlos beginnt, entwickelt sich für Nadeche Hackenbusch zu einer Lebensaufgabe. Daher ist sie entsetzt, als ihr Regisseur plötzlich beschließt, die Sendereihe zu beenden. Sie will die Flüchtlinge aber nicht in ihrem Elend allein lassen und macht sich zusammen mit 150.000 Flüchtlingen zu Fuß auf den Weg nach Deutschland. Kann dieser Marsch Erfolg haben? Sie weiß es nicht? Doch je näher der Tross Deutschland kommt, um so nervöser werden die Politiker....

    Meine Meinung:

    Ich kenne den ersten Roman des Autors nur von Namen her. Bei seinem neuen Buch  Die Hungrigen und die Satten habe ich mich für das Hörbuch entschieden. Dieses wird von Christoph Maria Herbst gelesen. 

    Mit seinem satirischen Roman trifft Timur Vermes den Nerv der Zeit. Das Thema Flüchtlinge ist seit langem in Europa ein wichtiges und viel diskutiertes Thema. Er zeigt auf, wie ein Privatsender mit einem brisanten Thema Rekordeinschaltquoten erzielt und damit Millionen verdient. Und die Politik redet alles klein, solange die Flüchtlinge weit weg sind.

    Auf dem Cover des Hörbuches steht folgender Satz: " Timur Vermes‘ neuer Roman ist eine Gesellschaftssatire, aktuell, radikal, beklemmend und komisch zugleich. DIE HUNGRIGEN UND DIE SATTEN fängt dort an, wo der Spaß aufhört." (Quelle: Bastei Lübbe)

    Dieser Satz trifft es wie die Faust aufs Auge. 

    Was mit Humor beginnt steigert sich zur Dramatik und endet in einem gnadenlosen Inferno. 

    Das Finale des Buches ist nichts für zartbesaitete Leser. 

    Mir gefällt das Buch sehr gut. Christoph Maria Herbst ist der perfekte Vorleser für dieses Buch. Durch sein Spiel mit der Stimme verkörpert er aus meiner Sicht die Hauptcharaktere optimal.

    Fazit:

    Das neue Buch von Timur Vermes hat es in sich. Es ist schwer in ein spezielles Genre einzuordnen, aber auf jeden Fall lesens- bzw. hörenswert. Ich vergebe 5 Sterne.

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    Anja_Levs avatar
    Anja_Levvor 17 Tagen
    Kurzmeinung: Großartig, böse, witzig und gleichzeitig sehr ernst. Mehr als ich erwartet hatte und auch besser gelesen!
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    ElkeMZs avatar
    ElkeMZvor einem Monat
    Kurzmeinung: Eine bitterböse Satire, komisch wie knallhart und erschreckend realitätsnah, genial gelesen von C.M.Herbst.
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