Tina Breckwoldt

 4,6 Sterne bei 9 Bewertungen

Alle Bücher von Tina Breckwoldt

Cover des Buches Die ganze Wahrheit über Münchhausen & Co. (ISBN: 9783710901027)

Die ganze Wahrheit über Münchhausen & Co.

 (6)
Erschienen am 20.05.2020
Cover des Buches Stille Nacht (ISBN: 9783710401862)

Stille Nacht

 (3)
Erschienen am 11.10.2018

Neue Rezensionen zu Tina Breckwoldt

Cover des Buches Die ganze Wahrheit über Münchhausen & Co. (ISBN: 9783710901027)Sikals avatar

Rezension zu "Die ganze Wahrheit über Münchhausen & Co." von Tina Breckwoldt

Lügen bis sich die Balken biegen …
Sikalvor 5 Monaten

Ob der Ritt auf der Kanonenkugel oder die Rettung an den eigenen Haaren aus dem Sumpf – jeder kennt die Geschichten des Hieronymus Carl Friedrich von Münchhausen. Kaum jemand kennt hingegen die wahre Geschichte und Biografie des Lügenbarons. War er wirklich ein Mensch, dem man kein Wort glauben konnte oder erzählte er seine Geschichten einfach, um die Schenken zu unterhalten in denen er verkehrte?

 

Die Autorin Tina Breckwoldt hat sich an die Geschichte hinter den Geschichten gemacht und Erstaunliches zu Tage gefördert. Sie beginnt ihre Erzählung bereits weit vor der Geburt unseres Helden und schon da sieht der Leser, dass das Leben des Barons vorgezeichnet sein wird. Aber ganz so geradlinig wurde aus dem damaligen Kind natürlich noch kein Lügenbaron.

 

Sein Weg war ein nicht immer leichter und der damaligen politischen Landschaft angepasst. Der Baron von Münchhausen nutzte die Gelegenheiten, die sich angeboten haben, um seine Karriere voranzutreiben wie jeder andere auch. Ein Brief an seine Mutter, mit der Bitte ihm warme Unterwäsche nach Russland nachzusenden, zeigt, dass er ebenfalls mit banalen Problemen zu kämpfen hatte und sein Leben ein anderes war als das in seinen Geschichten gezeichnete.

 

Das Buch zeigt historisch belegt und in eindrucksvoller Weise das wirkliche Leben eines Mannes, der wie viele andere auch mit den politischen Verhältnissen gerungen hatte und seine persönlichen Stärken und Schwächen hatte. Und eben diese persönlichen Einblicke machen die wahre Geschichte des Barons zu etwas Besonderem – sie zeichnen einen Menschen abseits aller Märchen und verstrickt in die Geschichten des Alltags.

 

Aber nicht nur die Biografie Münchhausens lässt das Buch interessant werden. Auch die damit verbundenen geschichtlichen Ereignisse werden dargestellt und in einen Kontext mit dem Leben, aber auch den erzählten Geschichten Münchhausens aufgezeigt. Oftmals waren die Geschichten nicht mehr und nicht weniger als ein Hilfsmittel Münchhausens, um über Krisen hinweg zu finden.

 

An manchen Stellen wird ein wenig weit ausgeholt und es wird etwas zäh, andere Stellen wiederum lesen sich wie ein Roman – alles in allem aber hoch interessant. 4 Sterne

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Cover des Buches Die ganze Wahrheit über Münchhausen & Co. (ISBN: 9783710901027)Bellis-Perenniss avatar

Rezension zu "Die ganze Wahrheit über Münchhausen & Co." von Tina Breckwoldt

Eine Hommage an den echten Baron Münchhausen
Bellis-Perennisvor 10 Monaten

Punktgenau zum 300. Geburtstag des als „Lügenbaron“ bekannten Hieronymus Carl Friedrich von Münchhausen bringt der Salzburger Benevento-Verlag ein Buch „über 300 Jahre Lügengeschichten“ heraus.  

Es gibt im deutschsprachigen Raum wohl niemanden, dem der Name Münchhausen unbekannt ist. Doch wer kennt die Person hinter all den Fantastereien? Stimmt das alles, was man sich über den Adeligen erzählt? Oder ist das auch nur ein Lügengespinst?  

Tina Breckwoldt ist dem historischen Hieronymus Carl Friedrich von Münchhausen (1720-1797) in penibler Recherchearbeit nachgegangen. Trotz weniger historischer Quellen gelingt es der Autorin ein rundes Bild des Barons zu enthüllen. Zahlreiche Zitate aus Briefen von, an und über ihn, die zum Teil auch abgedruckt sind zeigen von der akribischen Suche nach Archivmaterial. 

Das Buch selbst ist neben Vorwort und Vorbemerkung („Der Wahrheit die Ehre“) in vier Abschnitte gegliedert. 

  • „Wenn das Glück favorabell ist“ - Die nackte Wahrheit
  • Bis sich die Balken biege - Über das Lügen an sich
  • Das Blaue vom Himmel - die Fiktion
  • „Daß Cuireuse anzumercken“ - Was der Baron alles auslöst 

Den Abschluss machen dann neben dem Kapitel „Wer zuletzt lügt, lügt am besten“, was so etwas wie ein Nachwort ist, ein umfangreiches Personenregister, zahlreiche Anmerkungen sowie eine Bibliografie und ein Bildverzeichnis. 

In ihrem Buch beleuchtet die Autorin nicht nur Baron Münchhausen selbst sondern auch sein Umfeld und wie seine Geschichten quasi zu einem Selbstläufer wurden. Fakt scheint, dass Münchhausen in guter alter Bardentradition Geschichten erfunden und erzählt hat. Sei es bei Hofe oder während langer Nächte irgendwo Wache schiebend. Zunächst sind die Überlieferungen nur mündlich, die bei jedem Weitererzählen ein wenig mehr ausgeschmückt werden. Man kennt das ja vom Jäger- und Anglerlatein wo aus einer Sprotte ein Waller mit 100kg wird. Auch unter Nicht-Seeleuten wird gerne Seemannsgarn gesponnen. Doch erst mit der Verschriftlichung der Erzählungen setzt Vermarktung als „Lügenbaron“ ein, denn was geschrieben steht, muss doch wahr sein, oder?  

Zum Image als Lügenbaron haben auch Film und Fernsehen beigetragen. Man erinnere sich an den legendären Streifen in dem Hans Albers als Münchhausen und dem Ritt auf der Kanonenkugel. 

Mit diesem Buch ist es der Autorin geglückt, den historischen Baron Münchhausen ins rechte Lichte zu rücken. Viele der Geschichten, die unter seinem Namen erschienen sind, sind gar nicht von Münchhausen.  

Wie schreibt schon Geheimrat Johann Wolfgang von Goethe so treffend: 

„Wer so versteht, Lügen von genialistischen Effekten in die Welt zu setzen, muss ein großer Mann sein, vor dem alle Welt den Hut zieht.“ 

Und Goethe, der Meister der Fabulierkunst muss es ja wissen. 

Gut gefallen hat mir auch, dass Matthias Freiherr von Münchhausen, ein heute lebender Nachfahre des legendären Hieronymus Carl Friedrich von Münchhausen, ein gelungenes Vorwort geschrieben hat. 

Das Buch ist kurzweilige geschrieben und enthält zahlreiche Zitate und Abbildungen von Briefen sowie Bildern von Münchhausen selbst.  

Fazit: 

Ein gelungenes Geburtstagsgeschenk für Hieronymus Carl Friedrich von Münchhausen, der sich 2020 zum 300. Mal jährt. gerne gebe ich hier 5 Sterne.

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Cover des Buches Die ganze Wahrheit über Münchhausen & Co. (ISBN: 9783710901027)annlus avatar

Rezension zu "Die ganze Wahrheit über Münchhausen & Co." von Tina Breckwoldt

Wer war er wirklich?
annluvor 10 Monaten

*Wir leben von Geschichten. Und kaum jemand erzählt sie so gut wie der Baron von Münchhausen.*


Als Lügenbaron kennt man Münchhausen und seine Geschichten. Welches Leben aber führte Hieronymus Carl Friedrich von Münchhausen und wie kam es zur Veröffentlichung seiner Geschichten und der Bildung des Begriffs „Münchhausen“. Diesen Fragen geht die Autorin nach und schafft damit ein Buch, das mehr ist, als eine Biografie des Lügenbarons. 



Das Buch startet mit den historischen Fakten und der Familiengeschichte der Münchhausens samt einer Biografie des Barons. Dieser werden die Biografien der beiden Münchhausen-Autoren Rudolph Erich Raspes und Gottfried August Bürgers angehängt. Nach einem kleinen Exkurs zum Thema Lügen – rücken Münchhausens Erzählungen in den Vordergrund. Es werden Vorläufer, die ihm wohl als Inspiration dienten, genannt ebenso, wie für die Zeit populäre Geschichten, die die einzelnen Auflagen beeinflusst haben. In sechzehn Münchhausengeschichten aus dem Vade Mecum – ergänzt mit Besprechungen der jeweiligen Adaptionen von Raspe und Bürger – lassen sich die Originale nachlesen. Am Ende wird noch der Mythos Münchhausen betrachtet. 


Die Autorin weist im Vorwort darauf hin, dass es wenige Quellen gibt, die auf Münchhausen selbst zurückgehen (seine Briefe werden in der Biografie zitiert und sind zum Teil auch im Buch abgebildet). Umso überraschter war ich, wie umfassend der biografische Teil gelungen ist. Als Page in Russland, im Krieg aber auch in seiner Zeit in Lettland kommt er aber in den Dunstkreis historisch „wichtigerer“ Persönlichkeiten, sodass er einigen Episoden beiwohnt, von denen es bessere Quellen gibt. Bereits hier  - aber auch in seiner Zeit auf seinem Landgut – lässt sich erahnen, dass er bei seinen Geschichten auf viele Erinnerungen zurückgreifen kann. Auch Raspes und Bürgers Biografien fand ich interessant, da sie in ihrem Leben für einige dramatische Veränderungen verantwortlich sind. 


Überraschend für mich wird hier immer wieder die Tatsache angesprochen, dass die typischen Geschichten, die man mit Münchhausen assoziiert, entweder gar nicht von ihm stammen, sicher aber nicht mit seinem Einverständnis gedruckt wurden. Der Titel als Lügenbaron wurde ihm vielmehr zum Verhängnis, was auch sein Leben mit einem tragischen Touch versieht. Dass er allerdings gerne übertriebene Geschichten erzählte, ist historisch verbrieft. So finden sich im biografischen Teil Aussagen (in Briefen), die auf seine Erzählkunst eingehen. Ich für meinen Teil fand seine Art Erinnerungen an Krieg und Intrigen am Hof in humorvolle Schwänke und erfundene Anekdoten umzuwandeln durchaus sympathisch.


Fazit: Mit der Lektüre dieses Buches habe ich nicht nur Einblicke in das echte Leben des Lügenbarons und der Entstehung der Erzählungen bekommen, sondern auch eine Idee, warum sich „Münchhausen“ zum Begriff für mehr als nur seine Geschichten entwickelt hat. Ich fand es höchst interessant. 

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