Band 3 der Cold Case Reihe habe ich vor vier Jahren gelesen und fand ihn sehr gut. Dennoch hatte ich Schwierigkeiten, mich in diesen neuen Fall einzulesen.
Tess ist eine Frau mit einem komplizierten Privatleben, zu dem sich nun auch eine komplizierte, selbstverschuldete berufliche Situation hinzugesellt. Da sie aktuell vom Dienst suspendiert ist, langweilt sie sich sehr und sagt erleichtert zu, einem dänischen Kollegen zu helfen.
Es geht um verschwundene junge Frauen und eine bekannte Schauspielerin, die gestalkt wird. Grundsätzlich also ein guter Stoff für einen Krimi. Leider konnte er mich nicht so fesseln wie der Vorgängerband. Wahrscheinlich liegt es an den vielen Handlungssträngen, die den Spannungsaufbau eher verhindern als steigern. Auch diese ganzen privaten Schwierigkeiten von Tess sind leider wenig interessant. Sie wirken eher wie Zickenkrieg und nicht wie Eheprobleme.
Die Auflösung der Verbrechen dagegen ist logisch und grundsolide, insofern kann man getrost eine Leseempfehlung aussprechen.
Tina Frennstedt
Lebenslauf
Quelle: Verlag / vlb
Alle Bücher von Tina Frennstedt
Cold Case - Das verschwundene Mädchen
Cold Case - Das gezeichnete Opfer
COLD CASE - Das gebrannte Kind
COLD CASE - Das letzte Bild
COLD CASE - Das letzte Bild
Cold Case - Das gezeichnete Opfer: Kriminalroman (Cold Case-Reihe 2)
COLD CASE - Tödliches Rampenlicht
Cold Case - Das verschwundene Mädchen
Neue Rezensionen zu Tina Frennstedt
Dies war mein erstes Buch der Cold Case-Reihe. Man braucht nicht zwingend Vorkenntnisse, macht es aber vermutlich in einigen Szenen „leichter“, wenn es um vergangene Geschichten der Hauptcharaktere geht. Mit war Tess als Hauptcharaktere sympathisch, da sie realistisch und nicht unfehlbar ist. Zwischendurch zog sich die Geschichte immer etwas, aber die Spannung wurde mit der Zeit immer mehr und man hat viel mitgerätselt. Gute und intelligente Geschichte, die Spaß gemacht hat, zu lesen. Ich könnte mir gut vorstellen, dass man diese Geschichte als Film/Serie rausbringt. Hat mir bis auf die langwierigen Szenen zwischendurch aber gut gefallen. Leseempfehlung 4,0/5 ⭐️
Auf der Online-Plattform murderpix tauchen plötzlich aktuelle Fotos von längst verlorenen Mädchen auf – ein Bild zeigt Jenny Ramsvik am Tag ihres Verschwindens, ein anderes eine weitere Vermisste. Kommissarin Tess Hjalmarsson, seit Jahren gequält von ungelösten Cold Cases, kann nicht anders, als tief in die Abgründe dieser Fälle zu tauchen, obwohl sie gerade um ihre eigene Position bei der Polizei bangen muss und beurlaubt ist. Dabei stolpert sie mit ihrem „Ersatzteam“ über neue Spuren, die lange verdrängte Geheimnisse aufdecken, und muss sich zugleich mit privaten Konflikten auseinandersetzen.
Als bekennender Krimi-Fan habe ich schon manche Leiche ausgegraben, doch „Cold Case – Das letzte Bild“ von Tina Frennstedt katapultierte mich mit seiner brillanten Prämisse direkt in die digitale Gruselkammer. Der Plot ist schlüssig aufgebaut, die kurzen Perspektivwechsel zwischen den Figuren halten die Spannung konstant hoch – ein echtes Katz-und-Maus-Spiel mit Nervenkitzelfaktor.
Trotz aller Faszination für den Fall wollte sich bei mir allerdings keine wirkliche Beziehung zu Tess aufbauen. Einerseits wird sie als leitende Ermittlerin vorgestellt, die souverän ein Team lenken bzw. sich um ihre Rückkehr zur Polizei kümmern sollte, andererseits flitzt sie plötzlich wie eine Hobby-Sherlock, die jedes Detail persönlich entschlüsseln will. Dieses in Krimis nicht unübliche Doppelspiel wirkte auf mich so, als würde man gleichzeitig zwei Hauptrollen besetzen wollen – sympathisch und ehrgeizig einerseits, chaotisch-allwissend andererseits.
Ein Kapitel für sich ist in „Cold Case – Das letzte Bild“ die Funktion der neuen Medien: Plattformen wie das fiktive murderpix werden hier zur digitalen Gerichtsbank, an der einst verschollene Opfer wieder vorladen. In Tess’ Ermittleralltag zeigt sich, wie Bilder-Feeds & Co. ein zweischneidiges Schwert sind: Einerseits eröffnen aktuelle Uploads von alten Vermisstenfotos völlig neue Spurensuche – Metadaten, Geotags und Pixelanalysen können Hinweise liefern, die jahrzehntelang begraben schienen. Andererseits sorgt diese Flut an User-Kommentaren, Clickbait-Schlagzeilen und halbgar gesammelten Theorien dafür, dass Ermittler im virtuellen Lärm erstmal Ordnung schaffen müssen. Ich kann mir vorstellen, dass dies für Cold Case-Ermittler:innen oft einen ziemlichen Spagat bedeutet: Da ist die offizielle Polizeiaktenecke mit ihren behördlichen Protokollen, und genau gegenüber tummeln sich digitale Trailbreaker – Hobby-Detektive, die über Instagram-Stories Jagd auf Indizien machen oder in TikTok-Videos verschwundene Zeugenaussagen live kommentieren. Das Buch nimmt das Thema auf: es wird deutlich, dass ein moderner Cold Case längst nicht mehr nur in staubigen Aktenschränken ruht, sondern hochaktuell in Echtzeit im Netz widerhallt. Meiner Meinung nach verpasst Frennstedt hier die Gelegenheit, dieses Dilemma mehr auszubauen, was dem Fall noch mehr Brisanz gegeben hätte. Zugleich bedient „Cold Case“ nicht den Mythos, der „Social Media Cop“ könne ganz allein den perfekten Beweis liefern. Im Gegenteil: die Autorin zeigt respektvoll, wie klassische Polizeiarbeit, forensische Labore und souveräne Vernehmungstechniken Hand in Hand gehen müssen mit digitaler Datenanalyse. Ein Bild kann Hinweise enthalten, die hundertmal übersehen wurden – wenn man nur das richtige Tool und den richtigen Sachverstand draufwirft. Insgesamt bekommt man hier einen spannenden Einblick in eine Welt, in der YouTube-Analytiker, Forensik-Apps und Algorithmus-Alarmmeldungen Teil des Ermittler-Koffers sind. Die neuen Medien erschweren und bereichern Kriminalfälle gleichermaßen – und sorgen dafür, dass ein alter Fall manchmal schneller wieder Feuer fängt, als man „Cold Case“ sagen kann.
4 von 5 Sternen vergebe ich für einen spannenden, gut recherchierten Krimi, der mit seiner digitalen Spurensuche sehr zeitgemäß daherkommt.
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