Ungeschehen

von Tina Seskis 
3,5 Sterne bei89 Bewertungen
Ungeschehen
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Positiv (44):
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Zwischenzeitlich zwar etwas langsatmig und verwirrend, aber am Schluss überraschend und spannend

Kritisch (14):
JessiBuechersuchtis avatar

Was eine Katastrophe..

Alle 89 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Ungeschehen"

«Die Schuld bringt mich fast um den Verstand, aber ich zwinge mich dazu, nicht zurückzublicken. Einen anderen Ausweg gibt es nicht mehr. Ich bin in London, ich bin am Leben. Und ich bin unauffindbar.»

An einem Sommermorgen verschwindet Emily Coleman ohne ein Wort. Sie wirft am Bahnhof ihren Ehering in den Müll, kauft ein Zugticket und nimmt einen neuen Namen an. Sie will nur eines: nicht gefunden werden. Bis sie gezwungen wird, sich den Ereignissen zu stellen, die ihr Leben von einer Sekunde auf die andere für immer verändert haben.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783499269264
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:336 Seiten
Verlag:ROWOHLT Taschenbuch
Erscheinungsdatum:28.11.2014
Das aktuelle Hörbuch ist am 08.12.2014 bei Random House Audio erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Phyrias avatar
    Phyriavor 7 Monaten
    Teilweise sehr langatmig

    Emily versucht einfach nur ihre Vergangenheit zu vergessen. Sie verlässt die Stadt, ihr Haus und ihre Familie um in London unter ihrem bürgerlichen Namen ein neues Leben anzufangen. Niemand weiß wohin sie weggelaufen ist und sie möchte keinesfalls gefunden werden. Schnell lernt Emily neue Menschen kennen, kommt anfangs sogar sehr gut zurecht und doch drehen sich schon bald ihre Gedanken immer öfter um ihr altes Leben, sodass sie radikalere Wege einschlägt um das Ganze verdrängen zu können. Doch welches Ereignis war ausschlaggebend für den Entschluss neu anzufangen?


    Meine Meinung:

    Ich würde diesen Roman nicht unbedingt in die Thriller oder Krimi Kategorie einordnen, da er am ehesten einem Familiendrama nahe kommt.

    Es ist ein gut geschriebenes Debüt, das vor allem durch die Rückblenden lebt, die aus verschiedenen Perspektiven erzählt sind und die hinzu von verschiedenen Ereignissen handeln. So bekommt man einen guten Einblick in die tiefen Abgründe von Emilys Familienmitgliedern, darunter die ganzen Probleme zwischen ihren Eltern, das Leben ihrer kaputten Zwillingsschwester Caroline und man erfährt auch einiges über die Vergangenheit von Angel, ihrer neuen Freundin in London. Keiner von den Protagonisten –mal von Ben abgesehen- scheint auch nur annähernd perfekt zu sein, jeder hat sein Päckchen zu tragen. Und auch wenn die Rückblenden größtenteils interessant sind um mehr zu erfahren, da Emily es vermeidet an die Vergangenheit zu denken, sind sie zum Teil auch sehr verwirrend, weil sie ganz plötzlich kommen und manchmal ist es auch nicht direkt ersichtlich aus welcher Sicht und zu welcher Zeit es sich abspielt. Außerdem wirken einige Abschnitte, die die aufkommende Spannung zunichte machen, viel zu langatmig und im Nachhinein auch teilweise sinnlos.

    Man versucht als Leser alle Teilstücke, die man bekommt zusammenzusetzen um herauszufinden was der Grund für Emily’s Verschwinden sein könnte. Die Autorin Tina Seskis legt gekonnt falsche Fährten aus und weiß genau wie man den Leser ans Buch fesselt. Man stellt sich die Frage was Emily zu dem Entschluss sich ein neues Leben aufzubauen bewogen hat, was sie Schreckliches erlebt hat und ob vielleicht sogar ihr Mann Ben und Charlie in Gefahr sind, sodass es ihre einzige Möglichkeit war wegzulaufen. Nur dadurch, dass man unbedingt wissen möchte was vorgefallen ist, wird Spannung erzeugt, denn erst gegen Ende wird die Auflösung preisgegeben.

    Schon am Anfang werden wir mitten in die Geschichte geworfen und dürfen miterleben wie sich Emily ihren Ehering auf der Bahnhofstoilette liegen lässt und mit dem nächsten Zug nach London fährt. Es klingt faszinierend wie eine Frau einen Neuanfang wagen möchte und obwohl sie zu Beginn sehr gefasst wirkt, wird mit der Zeit deutlich wie sehr ein gewisses Ereignis sie in der Vergangenheit getroffen hat. Es ist schwer ihre Emotionen und Handlungen nachvollziehen zu können, wenn man nicht weiß womit sie zusammenhängen und genauso schwer ist es eine Verbindung zu ihr herzustellen. Obwohl sie eine Anwältin war, kann man in ihrem Verhalten davon nichts wiedererkennen. Sie ist unsicher, lässt sich schnell zu etwas verleiten und trifft folgenschwere Entscheidungen über die man nur mit dem Kopf schütteln kann. Wie kann eine Frau, die scheinbar ein tolles Leben geführt hat alles zurücklassen? Die Auflösung ist bewegend und doch hätte ich mir ein  ausführlicheres Ende gewünscht, weil es auf den letzen Seiten viel zu schnell abgehandelt wurde und mich leider auch nicht ganz überzeugen konnte. Da hätte man von mir aus gerne ein paar Einkürzungen im Mittelteil machen können aber doch nicht dann wenn es darum geht endlich ein paar Antworten zu bekommen. Auch wenn es eine überraschende Wendung gab mit der ich nie gerechnet hätte, blieb ich etwas unzufrieden zurück.


    Fazit:

    Ein gut geschriebenes Debüt mit neuer Idee und interessanten Wendungen, das mir zeitweise jedoch zu langatmig war und bei dem ich mir mehr Spannung gewünscht hätte. Wer Familiendramen mag ist hier auf jeden Fall genau richtig. Ich vergebe 3 Sterne, denn auch wenn mich der Roman gut unterhalten hat kann ich die negativen Aspekte nicht ignorieren.

     

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    JessiBuechersuchtis avatar
    JessiBuechersuchtivor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Was eine Katastrophe..
    Rezension - Ungeschehen

    Inhalt: Die verheiratete Anwältin Emily verlässt ihre Familie, um ein neues Leben in London zu beginnen. Sie beginnt ihre Reise und ist von der ersten Sekunde verzweifelt, ob es das Richtige war. Doch zurück gehen ist unmöglich - niemals würde ihr Ehemann ihr verzeihen. Außerdem hat sie die Nase voll von Caroline - ihrer Zwillingsschwester. In London angekommen zieht sie in eine schmuddelige WG, findet neue Freunde, einen neuen Job - jedoch vermisst sie immer mehr ihre Familie. Bis ihr Leben auf einmal eine Wendung nimmt - wird doch noch alles gut werden?


    Meinung: 
    Ja, ich weiß gar nicht, was ich zu diesem Buch schreiben soll. Fangen wir beim Cover an, in meinen Augen absolut kein hübsches Cover, aber auch kein 0815 Cover und es passt zum Inhalt schon ziemlich gut. Der Schreibstil war ziemlich emotionslos, aber recht flüssig, somit kriegt man das Buch relativ schnell gelesen und es ist eher etwas für zwischendurch. 
    Die Charaktere waren in meinen Augen nicht grad gut gelungen, total leichtsinnig und haben manchmal wirklich unmögliche Entscheidungen getroffen, gerade in ihrem Alter sollte man schon mehr Grips haben um sich anders zu verhalten. (Man merkt nicht an einer Stelle im Buch das Emily einmal Anwältin war und eine Familie hat, sie benimmt sich eher wie 16 statt wie 30+). Außerdem - das Buch hat gerade einmal 336 Seiten und mich konnte es erst ca. ab Seite 220 wirklich fesseln - deswegen hab ich es dann (zum Glück) so schnell beendet. Und das Ende - was zum Teufel..- mit so einem Ende hätte ich absolut niemals gerechnet und es ist in meinen Augen einfach total unrealistisch. Was genau kann ich euch ja leider nicht erzählen, sonst würde ich euch ja spoilern.

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    miahs avatar
    miahvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Zwischenzeitlich zwar etwas langsatmig und verwirrend, aber am Schluss überraschend und spannend
    Die Vergangenheit vergessen und von vorn anfangen

    Inhalt:
    Emily Coleman geht eines Tages ohne ein Wort des Abschieds, um ein neues Leben anzufangen. Sie lässt ihre Familie zurück und versucht in London Fuß zu fassen. Von nun an ist sie Cat Brown.
    Auch wenn sie ihre Familie vermisst, zwingt sie sich in London zu bleiben. Sie sucht sich eine Wohnung, einen Job und lässt die Vergangenheit hinter sich. Aber was ist passiert, dass sie diese drastischen Schritt gegangen ist?

    Meine Meinung:
    Ich war neugierig. Zu Beginn wird immer nur angedeutet, dass etwas Schlimmes passiert sein muss. Emily/Cat will nicht daran zurückdenken. Sie konzentriert sich auf ihr neues Leben. Doch ich wollte es unbedingt wissen. Deshalb habe ich immer weitergelesen, auch wenn ich die Geschichte zwischenzeitlich etwas langatmig und schwierig fand.

    In zahlreichen Rückblenden aus der Sicht von verschiedenen Personen wird die Vergangenheit geschildert. Man erfährt einiges über Emilys Familie, ihre Kindheit, ihren Mann. Mir persönlich waren es zu viele Figuren, deren Vergangenheit man in Rückblenden kennen lernte.

    Die Abschnitte endeten oft mit kleinen Cliffhängern und manchmal nervte es einfach, dass die Handlung gerade an dieser Stelle unterbrochen wurde, um in die Vergangenheit einer anderen Person zu springen. Es wechselt auch ständig in der Zeit hin und her, wodurch die Zeitangabe zu Beginn eigentlich nutzlos ist, da man sich ohnehin ständig neu orientieren musste.

    Teil 3 war aber durchaus gut gelungen. Endlich wurde das Geheimnis gelüftet. Emily flog gezwungenermaßen auf und die Gründe für ihre Flucht aus dem alten Leben kamen raus. Ich muss zugeben, dass ich damit nicht gerechnet hatte und wirklich schockiert war.
    Ich finde es gut, dass man am Schluss auch noch erfährt, wie es allen Figuren später so ergangen ist. In den meisten Romanen bleibt das offen.

    Alles in allem nicht uninteressant, wenn man sich mit der Erzählweise anfreunden kann.

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    Langeweiles avatar
    Langeweilevor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Gute Geschichte mit etwas unlogischem Ende
    Emilys neues Leben

    Eines Morgens verläßt Emily ihren Mann Ben,fährt nach London und beginnt unter ihrem Mädchennamen ein neues Leben. Sie mietet sich in einer heruntergekommenen WG ein und versucht sich mit einem Job als Angestellte einer Werbeagentur über Wasser zu halten.In der WG ist Angel die einzige Person zu der Catherine (ihr Zweitname ) Vertrauen hat. Obwohl Angel selbst ein total verkorkstes Leben hat -Drogen ,Alkohol ,Ladendiebstähle- hilft sie Cat immer wieder . Allerdings gerät sie durch Angel auch in den Sog der unterschiedlichen Drogen. Der Roman wechselt ständig zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Man erfährt dass sie eine Zwillingsschwester namens Caroline hat.Emily war die Erstgeborene und ihre Mutter war nicht auf ein zweites Kind eingestellt.Durch die fehlende Mutterliebe war Carolines Leben von Anfang an schwierig.Ihre vielen Eskapaden ,Drogen, Alkohol,Magersucht waren nur ein Hilfeschrei, der von ihrer Familie erst zu spät wahrgenommen wird. Warum Emily ihren Mann verlassen hat ,was mit ihrem Sohn passierte bleibt lange im Dunklen. Der Roman hat mich von Anfang an gefesselt, allerdings fand ich das Ende nur bedingt nachvollziehbar. Buchtitel: Ungeschehen

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    Greedyreaders avatar
    Greedyreadervor 3 Jahren
    Flucht in ein neues Leben

    “Ungeschehen” ist Tina Seskis erfolgreicher Debütroman. Die 30jährige Emily Coleman verlässt eines Tages ihre Familie, um in London ein neues Leben zu beginnen. Sie vollzieht einen wirklich radikalen Schnitt: ihren wertvollen Ehering lässt sie in einer Bahnhofstoilette liegen und begibt sich in die Anonymität einer großen Stadt. Sie wird zu Cat Brown und hat nicht die Absicht, jemals zurückzukehren. Warum tut sie das, wo sie ihre Angehörigen bereits kurz nach dem Aufbruch vermisst? Die ersten Seiten enthalten den rätselhaften, kursiv gedruckten Satz “…, ich gehe für immer, ich fliehe aus einem Leben, in dem ich komplett überflüssig geworden bin.” (S. 11)

    In zahlreichen Rückblenden wird in der dritten Person die Vorgeschichte berichtet: die Geburt der Zwillingsschwestern Emily und Caroline, ihre Kindheit und Jugend, die Ungleichbebehandlung der Schwestern durch die Mutter, die bei Caroline zu schweren psychischen Störungen führt, Emilys Ehe mit Ben, die Geburt des Sohnes Daniel. Auf der Ebene der Erzählgegenwart fungiert “Cat” als Ich-Erzählerin. Der Leser erfährt, dass sie in eine WG zieht, sich sehr schnell mit Angel(a) anfreundet und einen Job in einem Büro findet, der eigentlich nicht ihrer Qualifikation entspricht. Ihr neues Leben ist voller Abenteuer und neuer Situationen. “Cat” verändert auch ihr Äußeres sehr stark, so dass sie nichts mehr von der alten Emily hat, stattdessen aussieht wie Caroline.

    Dann passiert ein Unglück, und ihre Tarnung fliegt auf. Sie muss sich den Ereignissen der Vergangenheit endlich stellen. Auf Emily kommen erneut schwierige Zeiten zu.

    Die Geschichte ist nicht uninteressant, vor allem auch die Behandlung von Zwillingsbeziehungen. Allerdings wirkt die Erzählung etwas disparat, weil auch die Vorgeschichte anderer Personen, - zum Beispiel Angel - nachgeholt und das eine, alles entscheidende Ereignis von der Autorin bis zum Schluss zurückgehalten wird. Durch diesen erzähltechnischen Trick wird etwas Spannung erzeugt, allerdings finde ich die Auflösung insgesamt wenig spektakulär und eher lahm. Geheimnisvolles Geschehen in der Vergangenheit, das Auswirkungen bis in die Gegenwart hat und dem sich die Protagonisten irgendwann doch stellen müssen, ist als typisches Muster aus unzähligen Romanen bekannt. Die Frage, wer mit welcher Handlung einen Schritt zu weit geht - Originaltitel: One Step Too Far - muss sich der Leser selbst beantworten. Eine englische Leserin hat das Buch als ideal für die Strandtasche bezeichnet. Das ist positiv und negativ zugleich und ein passender Kommentar.

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    CoffeeToGos avatar
    CoffeeToGovor 3 Jahren
    Emily Colemans Neuanfang

    Emily Coleman verlässt eines Tages ihren Mann und ihren kleinen Sohn, reist nach London und fängt ein neues Leben an. Keiner weiß, was mit ihr passiert ist. Doch was ist geschehen, dass ihr nur noch dieser Ausweg blieb?

    Vom Aufbau her ist der Roman schon echt klasse! Die Kapitel behandeln entweder Emilys Leben in der Gegenwart (Ich-Perspektive), oder aber erzählen von der Vergangenheit, oder Gegenwart anderen Personen in ihrem Leben. Ihrer boshaften Schwester, ihrem gebrochenen Ehemann, oder aber auch von ihrem armseligen Vater. Dabei hat jeder Charakter einen eigenen Schreibstil (dritte Person) zugewiesen bekommen, so dass man ein hervorragendes Bild aller Personen in Emilys Leben bekommt. In vielen Sprüngen in die Vergangenheit und zu anderen Figuren erfährt man Stück für Stück mehr von Emilys schlimmen Geheimnis und kann sich ein genaueres Bild von ihren komplizierten Familienverhältnissen machen. Von diesen Sprüngen gibt es zwar viele, doch Tina Seskis versteht es diese passend in die Hauptgeschichte einzubetten.
    Es wurde an keiner Stelle langweilig. Von Anfang an brennt man darauf zu erfahren, was an jenem schicksalhaften Tag geschehen ist und am Schluss steigert sich die Spannung dann noch einmal ins Unermessliche, um dann mit vielen unerwarteten Wendungen auf ein unglaubliches Ende zuzusteuern.

    Allein der letzte Teil des Buches hat mir nicht so gut gefallen. Die Auflösung was passiert ist schon noch, doch als dann Emilys Leben mehrere Jahre nach der Schilderung des Ereignisses beschrieben wurde, war mir das ein bisschen zu konstruiert und vor allem auch kitschig.

    Ein Buch, in dem Erzählsprünge in der Zeit und zwischen den Charakteren so gut gemacht sind und sich so hervorragend in die Geschichte integrieren, habe ich selten gelesen. Bitte mehr davon :)

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    Engelchen07s avatar
    Engelchen07vor 3 Jahren
    Emily und Ben

    Emily verläßt an einem Sommermorgen ihr zuhause. Sie hinterläßt ihren Mann und Charly. Sie möchte ein neues Leben beginnen. Warum sie geht, ist im ersten Teil leider nicht ersichtlich. Im Buch wird immer wieder auf Rückblicke in Emilys Kindheit oder wie sie ihren Mann kennenlernt geschaut. Man springt immer wieder zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit hin und her. Da erkennt man schnell, das schon die Vergangenheit Emily ziemlich geprägt hat und sie nur noch durch die Flucht aus ihrem bisherigen Leben ausbrechen kann. Das Buch ist ganz ok, zum Schluß ist es sehr aufschlußreich und man beginnt es erst am Ende zu schätzen. Was für eine tragische und auch ergreifende Geschichte!

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    marcelloDs avatar
    marcelloDvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Die versprochene Spannung wird nicht eingehalten: langatmig und Stilschwächen.
    Ereignisarm mit erzählerischem Höhepunkt am Ende

    "Ungeschehen" handelt von Emily Coleman, die eines Tages beschließt ihre Ehe und alles, was damit verbunden ist, hinter sich zu lassen. Ausgestattet mit einem Zugticket beginnt sie ein Leben, das ihrem bisherigen in keinster Weise ähnelt. Auch wenn die Sehnsucht nach der familiären Geborgenheit am Anfang noch groß ist, die Erinnerung verblasst nach und nach. Doch dann ereignen sich Geschehnisse, die Emily zwingen sich mit ihrer Vergangenheit auseinanderzusetzen, sei es noch so schmerzlich.

    Der Klappentext, der Titel, das Cover und auch die Leseprobe versprachen eine spannende Handlung, die noch für einige Überraschungen sorgen könnte. Da genau diese Erwartung nicht erfüllt wurde und auch kein komplett anderes spannendes Thema aufgemacht wurde, ist "Ungeschehen" nicht mehr als solide Unterhaltung. Natürlich war es spannend Emilys/Catherines neues Leben zu verfolgen, die ganze Zeit mit der Frage im Hinterkopf: Warum tut sie das? Zum Glück wurde diese Frage wirklich erst ganz am Schluss beantwortet, denn die Spannung auf die Beantwortung der Frage war das einzige, was mich während der Lektüre bei der Stange halten konnte. Natürlich kann man auch bemerken, dass "Ungeschehen" erzähltechnisch ein Kunstwerk ist, da sehr raffiniert und auch in einem psychologischen Sinn mit den Erzählperspektiven gespielt wird. An dieser Stelle merkt man, dass Tina Seskis durchaus was auf dem Kasten hat.

    Ansonsten aber war der Plot vor allem langatmig. Dieser Eindruck kam zu Stande, weil Kapitel aus Emilys/Catherines Sicht immer wieder unterbrochen wurden durch Kapitel aus der Perspektive von Nebenfiguren. An dieser Stelle muss Nebenfiguren wirklich betont wurden, denn während die Erzählung aus Carolines oder aus Bens Sicht durchaus interessant und für die Geschichte auch fördernd waren, waren mir die Eltern und auch Angel vollkommen egal. Alle drei sind nie mehr als Randfiguren gewesen und dennoch musste ihre Psychologie abgehackt durch kurze Kapitel dargestellt werden. Genau dieser Stil war es dann aber, dass ich sie als störend und hindernd für den Verlangen weiterzulesen empfand. Leider wurde kurz vor der großen Auflösung dann der ganze Plot so dramtisch zugespitzt, dass es auch noch in dem bis dato soliden Teil unglaubwürdig wurde. Sehr, sehr schade!

    Dennoch hat "Ungeschehen" noch einen wirklichen Höhepunkt zu bieten. Die Auflösung hinter den Gründen für Emilys Beweggründe war komplett überraschend. Zuerst war ich sauer, dann habe ich ungläubig zurückgeblättert, ob das handlungslogisch in Ordnung geht, habe über den Klappentext geflucht, um dann festzustellen, das er in keiner Weise etwas falsches verspricht und dann habe ich anerkannt, dass das wirklich ein gelungener Twist war.

    Für mein Fazit bleibt aber dennoch vor allem Enttäuschung zurück. "Ungeschehen" ist sicherlich von einer sehr begabten Autorin geschrieben worden, aber dass es der Erstling ist, kann nicht verheimlicht werden. Viele gute Ansätze werden durch eine lahme Geschichtenentwicklung und Unsauberheiten im Stil zu nichte gemacht. Das Ende ist zwar überraschend und wirklich gut gelungen und dennoch reicht dies nicht, dass ich diesen Roman vollsten Herzens empfehlen könnte. Dies kann ich nur mit Einschränkungen, daher 3 Sterne!

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    SanniRs avatar
    SanniRvor 3 Jahren
    "Ungeschehen" von Tina Seskis

    Es ist das erste Werk von Tina Seskis, die dieses Buch am Krankenbett ihrer Mutter schrieb. Und mit diesem Roman ist ihr ein Wahnsinns-Debüt gelungen!

    Schon die Leseprobe zu "Ungeschehen" hat mich völlig in ihren Bann gezogen:
    eine Frau die ihr komplettes bisheriges Leben hinter sich lässt, ohne dass einem klar ist, warum. Sie verschwindet von heute auf morgen und scheint irgendeine (schreckliches?) Geheimnis hinter sich zu lassen.

    Dann erzählt die Geschichte von einer Frau, die ihre Kinder zur Welt bringt - Zwillinge, ungeplant. Die Story erzählt vom Familienleben, von scheinbarer Perfektion. Doch der weitere Verlauf zeigt: es kommt ganz anders!

    Liest man weiter wird einem schnell klar, wie die Geschichte von der Frau die verschwindet (Emily) mit der Frau, die ihre Zwillinge zur Welt bringt zusammenhängt. Das wird hier natürlich nicht verraten ;-)

    Die Kapitel wechseln von "heute" zu "damals" und erzählen immer wieder neue Dinge. Auch der Wechsel der Erzählform (1. Person, 3. Person) macht die Erzählung spannend. Mit jeder Seite, die man liest, erlangt man neue Erkenntnisse und die ganze Zeit überlegt man, welches Geheimnis Emily wohl ihn ihrer Vergangenheit zurückgelassen hat.

    Die Autorin schreibt wahnsinnig spannend - ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, wollte ich doch endlich wissen: was ist so schlimm, dass man seine Familie verlässt, ohne Rücksicht, ohne jemanden zu informieren?

    Doch mit der "Lösung" hätte ich niemals gerechnet! Die ganze Zeit hat es die Autorin geschafft, die Geschichte so zu schreiben, dass man nicht das kleinste bisschen ahnt. Und im Nachhinein denkt man sich "Klar, wieso bin ich da nicht drauf gekommen?!".
    Und auch nach der Offenbarung des Geheimnisses hält die Autorin noch die ein oder andere Überraschung bereit und so war ich mit dem Ende des Buches in vollem Umfang zufrieden!

    Fazit: "Ungeschehen" ist absolut lesenswert und kann in Sachen Spannung mit einigen meiner Lieblings-Thriller völlig mithalten!

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    Dreamleins avatar
    Dreamleinvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Ein Buch, dass mich als Mutter sehr beschäftigt hat beim Lesen...
    Ein aufrührendes Buch ohne Knall-Bumm-Effekte

    Ein wirklich ansprechendes und zum Inhalt passendes Buchcover! Es geht darum dass man das was hinter einen liegt schwarz sehen will, vergessen und weiter ins helle, unbekannte aber hoffentlich bessere aufbricht. Dies stellt für mich das Cover und der Titel auf jedenfall da. Inhalt: Die Vergangenheit auslöschen. Von vorn anfangen. Eine neue Stadt, ein neuer Name, ein neues Leben. Aber kannst du vergessen, wen du zurückgelassen hast? Vergessen, was du getan hast? An einem Sommermorgen wirft Emily Coleman ihren Ehering in den Müll, kauft ein Zugticket und verschwindet ohne ein Wort. Niemand soll sie finden. Ab jetzt ist sie eine andere. Anfangs bringt die Sehnsucht sie fast um den Verstand: nach Ben, ihrem Ehemann, nach ihrem kleinen Sohn. Doch mit der Zeit verblasst, wovor sie davonläuft. Bis etwas sie zwingt, sich den Ereignissen zu stellen … Gesamteindruck: Positiv finde ich den Einstieg und den Aufbau der Kapitel, die immer wieder zwischen Personen und Zeiten springen, kleine wichtige Einblicke gewähren, aber nie zu viel verraten und den Leser immer mit einem Fragezeichen zurück lassen. Der Schreibstil ist flüssig, man ist sofort im Geschehen, welches der Klappentext verspricht,drin. Man verschwindet sofort in der Geschichte um Emily Coleman, ihrer Familie und ihres Schicksals drin. Umso mehr man liest, desto schneller kommen Fragen auf und ich wurde immer neugieriger! Mit der Flucht der Protagonistin anzufangen und dann immer wieder Geschehenes Revue passieren zu lassen und die Vorgeschichte aufzuleuchten, finde ich eine perfekte Art um bei diesem Buch die Spannung aufzubauen, Fragen aufzuwerfen und den Leser immer wieder Eindrücke aus dem Leben der Protagonisten zu geben. Ich habe mich teilweise dabei ertappt nicht weiterlesen zu können, weil mir immer wieder neue Ideen kamen was nun der Grund dafür sein kann seine Familie, sein altes Leben zu verlassen und irgendwo nochmal neu anzufangen. Ich bin selbst Mutter und immer wenn es im die Innere Zerrissenheit von Emily zum Neuanfang versus ihrer Familie ging, musste ich schlucken... Immer wieder geht es in dem Buch um "vorher", aber dem Leser wird noch nicht offenbart, welches Ereignis so viel kaputt machen konnte. Und dann schafft es die Autorin, während Erlebnisse aus der Vergangenheit erzählt werden und die Gegenwart dargestellt wird, plötzlich in scheinbar nur kleinen und nebensächlichen Sätzen Puzzleteile wie Brotkrumen zu streuen und hatte mich, als Leserin, total an ihrer Angel. Am Ende des Buches wurde ich von meinen Gefühlen übermannt. Es ist ein aufwühlendes Buch, in dem Alltagssituationen in den Vordergrund Rücken, Charaktere bestechen und dann doch alles anders kommt als erwartet. Ich bin noch fix und fertig und muss das gelesene definitiv sacken lassen.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    abas avatar

    Die Vergangenheit auslöschen. Von vorn anfangen. Aber kannst du vergessen?

    Warum beschließt eine Frau, von einem Tag auf den anderen ihre Familie zu verlassen, ohne vorher ein Wort gesagt zu haben? Was bewegt sie zu flüchten? Warum will sie ihre ganze Vergangenheit vergessen?
    Mit ihrem Debütroman "Ungeschehen" landete die britische Autorin Tina Seskis einen großen Erfolg in ihrer Heimat. Ihren psychologischen Spannungsroman, der auch ein internationaler Bestseller ist, gibt es jetzt auf Deutsch!

    Zum Inhalt:
    An einem Sommermorgen wirft Emily Coleman ihren Ehering in den Müll, kauft ein Zugticket nach London und verschwindet ohne ein Wort. Sie will nicht gefunden werden. Will eine andere sein. Anfangs bringt die Sehnsucht sie fast um den Verstand: nach Ben, ihrem Ehemann, nach ihrem kleinen Sohn. Doch mit der Zeit verblasst, wovor sie davonläuft. Bis sie die Ereignisse einholen, die ihr Leben von einer Sekunde auf die andere für immer verändert haben …
    Spannungsroman, Familiendrama, Liebesgeschichte: Mit ihrem Debüt hat Tina Seskis international Furore gemacht und sich als neue große Stimme in der psychologischen Spannung etabliert.


    Leseprobe

    Zur Autorin:
    Tina Seskis wuchs im britischen Hampshire auf, studierte Betriebswirtschaftslehre an der Universität Bath und arbeitete 20 Jahre lang in Marketing und Werbung, ehe sie mit dem Schreiben begann. Gleich mit ihrem Debütroman «Ungeschehen» landete sie einen Bestseller, der Leser auf der ganzen Welt begeisterte. Tina Seskis lebt mit ihrem Mann und ihrem Sohn im Norden von London.

    Zusammen mit dem Rowohlt Verlag suchen wir 25 Testleser, die diesen fesselnden Thriller im Rahmen einer Leserunde gemeinsam lesen und sich darüber austauschen möchten.

    Wollt ihr euch bewerben? Dann beantwortet uns bis zum 07. Dezember folgende Frage:

    In "Ungeschehen" verlässt Emily Coleman ihre Familie und gibt alles auf. Unter welchen Umständen könntet ihr so eine schwerwiegende Entscheidung nachvollziehen?

    Ich bin sehr gespannt auf eure Antworten!

    Und bitte vergesst nicht:

    Im Gewinnfall verpflichtet ihr euch zur zeitnahen und aktiven Teilnahme an der Diskussion in allen Leseabschnitten und zum Verfassen einer abschließenden Rezension.

    Zur Leserunde

    Weitere Informationen zum Buch

    Pressestimmen

    Seskis ist eine herausragende Erzählerin, die die Spannung Seite um Seite steigert. Sehr zu empfehlen!

    Ein fesselnder Thriller für Leser, die unerwartete Wendungen lieben.

    Spannend und extrem überraschend. Ein fulminantes Leseerlebnis ist.

    Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen! Tina Seskis verwebt die Handlungsstränge aufs Überzeugendste. Eine großartige Autorin.

    Einfach genial.

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