Funkstille

von Tina Soliman 
4,3 Sterne bei4 Bewertungen
Funkstille
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Inhaltsangabe zu "Funkstille"

Nahe Verwandte oder Partner brechen plötzlich, ohne Vorwarnung, jeglichen Kontakt ab, sie reagieren nicht und sind unerreichbar. Was den Zurückgelassenen bleibt, ist nur die nicht enden wollende Hilf- und Ratlosigkeit und die quälende Frage nach dem Warum.

Der Sohn von Lisa-Maria W. lebt und ist gesund. Doch für sie ist er nur noch ein Phantom. Das älteste ihrer drei Kinder will keinen Kontakt mehr zu ihr. Es gab keinen Abschied, keine erklärenden Worte – und bis heute kein Wiedersehen … Kann das Band zwischen zwei Menschen so brutal gekappt werden? Was geht in Menschen vor, die sich plötzlich abwenden? Wie gehen die Angehörigen mit ihrem Schmerz und ihren Fragen um? Und vor allem: Gibt es Möglichkeiten, solche abrupten Kontaktabbrüche zu verhindern? Mit viel Einfühlungsvermögen spürt Tina Soliman die Hintergründe auf, vor denen sich das Phänomen der Funkstille abspielt. Sie begleitet Verlassene auf der Suche nach Antworten und spricht auch mit den Menschen, die wortlos gegangen sind.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783608962734
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:196 Seiten
Verlag:Klett-Cotta
Erscheinungsdatum:06.11.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    Alienors avatar
    Alienorvor 7 Jahren
    Rezension zu "Funkstille" von Tina Soliman

    Mit einem Kontaktabbruch haben wohl bereits die meisten Menschen mehrfach in ihrem Leben zu tun gehabt: Freunde oder Bekannte, die sich irgendwann einfach nicht mehr melden, Kontakte, die langsam einschlafen… Wie schlimm muss es sich dann erst anfühlen, wenn ein Mensch, der einem sehr nahe steht, von heute auf morgen nichts mehr von sich hören lässt, keine Erklärung dafür gibt und einfach nicht mehr zu sprechen ist?

    Tina Soliman hat sieben solcher Fälle nachgespürt, hat mit Abbrechern und Zurückgelassenen gesprochen, mit Müttern, Söhnen, Lebenspartnern und Geschwistern. Ihr Fazit: Auf diese Art verlassen zu werden, kann schlimmer sein, als der plötzliche Tod der geliebten Person. Die besondere Schwierigkeit liegt darin, einen Abschluss zu finden, da sich häufig noch jahrelang alle Gedanken um eine mögliche Erklärung drehen.

    Aus welchen Gründen bricht jemand den Kontakt einfach ab? Ist dies eigentlich ein Zeichen von Schwäche oder kann durch eine derartige Handlung sogar Stärke demonstriert werden? Wie leben Betroffene auf beiden Seiten mit dem Bruch? Und ist dieses sich häufende Phänomen nicht auch Ausdruck einer sprachlos gewordenen Gesellschaft, die nicht mehr in der Lage ist, richtig zu kommunizieren, und die es sich zur Gewohnheit gemacht hat, Schwierigkeiten jeglicher Art bequem aus dem Weg zu gehen?

    Soliman, die bereits zahlreiche Recherchen zu gesellschaftlichen Reizthemen durchgeführt hat, unter anderem als Autorin der ZDF-Reihe “37°”, gibt hier keine “Anleitung”, wie sich Betroffene im Falle eines Kontaktabbruchs verhalten sollten und wie sie mit der Situation umgehen können. Anhand der unterschiedlichsten Fallbeispiele verdeutlicht sie jedoch die Vielzahl von Motiven, die hinter einem Abbruch stehen können, und deckt auf, wie auf beiden Seiten Missverständnisse zustande kommen. Selten ist die Schuld nur bei einer Partei zu suchen.

    Die Autorin sensibilisiert dafür, wie hart und nachhaltig sich ein unerklärter Kontaktabbruch auf die betroffenen Personen auswirken kann, und stellt fest, dass dieser, aus welchen Gründen er auch immer erfolgte, selten eine echte Lösung bringt, sondern höchstens als Schutzraum für einen gewissen Zeitraum wirksam sein kann. Wirklich nützlich und heilsam für beide Seiten kann eine Funkstille nur dort werden, wo sie schlussendlich zur Klärung der Verhältnisse führt. Abgerundet werden Frau Solimans eigene Recherchen, Interviews und Überlegungen durch Aussagen diverser Fachleute. Herausgekommen ist eine sehr flüssige Lektüre, die zum Nachdenken über unseren Umgang miteinander anregt.

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    Buchliesevor 2 Jahren
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    Himbeerelivor 3 Jahren
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    Bibliophiliavor 8 Jahren

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    »Dramaturgisch einleuchtend leitet Soliman von der Konstellation Abbrecher/Verlassener über zu zentralen Bausteinen des Scheiterns, zu Aspekten wie Charakter und Biografie inklusive familienhistorischer Vorprägung ... Ein lesenswerter Beitrag zur Erforschung von radikaler Kommunikationsunterbrechung, Beziehungsverweigerung und Familiensprengung.«
    Alexander Kluy, Psychologie heute, Januar 2012

    »Die Autorin stellt in einfühlsamen Gesprächen Menschen vor, die vom Thema Kontaktabbruch betroffen sind. Zudem helfen Fragen an Psychologen, die schmerzhaften Entscheidungen zu begreifen. "Höre, was ich nicht sage!", lautet die Botschaft des Buchs, das von der ersten bis zur letzten Seite unter die Haut geht.«
    Emotion, Februar 2013

    »Ein Sachbuch mit Cliffhangern, so spannend wie informativ.«
    Journal Frankfurt, Nr. 07/11

    »Es wäre leichter, wenn er tot wäre«

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