Tina Uebel

 4.3 Sterne bei 79 Bewertungen
Autor von Die Wahrheit über Frankie, Uebel unterwegs und weiteren Büchern.
Tina Uebel

Lebenslauf von Tina Uebel

Tina Uebel wurde 1969 in Hamburg geboren. Sie ist Schriftstellerin, freie Journalistin, Literaturveranstalterin („Machtclub“, „Slamburg“) und Diplom-Illustratorin. Neben vielen Erzählungen und Anthologiebeiträgen veröffentlichte sie die Romane „Ich bin Duke“ (2002) und „Horror Vacui“ (2005). Für den bislang unveröffentlichten Roman „Lucky Luke raucht nicht mehr“ erhielt sie 2003 den Hamburger Literaturförderpreis. Sie lebt in Hamburg, wenn sie nicht auf Reisen ist.

Alle Bücher von Tina Uebel

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Die Wahrheit über Frankie

Die Wahrheit über Frankie

 (38)
Erschienen am 22.07.2009
Uebel unterwegs

Uebel unterwegs

 (23)
Erschienen am 07.03.2016
Last Exit Volksdorf

Last Exit Volksdorf

 (8)
Erschienen am 06.09.2011
Horror Vacui

Horror Vacui

 (4)
Erschienen am 20.06.2017
Frau Schrödinger bewältigt die Welt

Frau Schrödinger bewältigt die Welt

 (2)
Erschienen am 27.08.2012
Ich bin Duke

Ich bin Duke

 (3)
Erschienen am 01.01.2005

Neue Rezensionen zu Tina Uebel

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MarieKleinstadts avatar

Rezension zu "Uebel unterwegs" von Tina Uebel

Fernweh
MarieKleinstadtvor 2 Jahren

Tina Uebel, ihrerseits Schriftstellerin aus Hamburg, hat ein Stipendium in Shanghai. Aber in ein Flugzeug steigen, um nach Shanghai zu fliegen.......nee, das ist Frau Uebel viel zu langweilig. Per Landweg soll die Reise gehen. Und zwar mit dem Zug und durch Länder, mit denen die meisten Schwierigkeiten hätten, sie auf einer Landkarte schnell zu lokalisieren. 
Also schultert die Autorin ihren Hinkelstein, pardon, ihren Rucksack und begibt sich auf eine wundervolle, anstrengende und amüsante Reise vom Hamburger Hauptbahnhof aus durch Deutschland - Serbien - Bulgarien - Türkei - Iran - Turkmenistan - Usbekistan - Kasachstan - China. 
Und der Leser reist mit ! Durch Städte, die durch ihre größenwahnsinnige Architektur, beklemmend oder lächerlich wirken. Oder einfach durch ihre Kulturdenkmäler bezaubern. Wir lernen Menschen kennen...liebenswert, schrullig, verbiestert.....je nach Land und Laune. Und wir lernen Undenkbares vom Reisen per Bahn. 
Ganz ehrlich ? Ich hätte nicht gedacht, dass es Frau Uebel schafft, mich SO zu begeistern. Erstmal schon der Mut, allein als Frau loszuziehen, durch Länder, die nicht ganz unproblematisch sind. Und dann so amüsant und wortakrobatisch über das Erlebte zu berichten. Ich habe nach dem Lesen immer gleich gegoogelt nach weiteren Infos: z.B. Fotos von Ashgabat und Astana. Und ich hab mir auch schon weiterführende Literatur zugelegt. 
Also, von meiner Seite aus vollste Zufriedenheit. Ach ja....und Frau Uebel....kommt da vielleicht noch mehr ? Planen Sie etwas so reisemäßig ? Hier würde sich jemand sehr freuen !

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Bücherfüllhorn-Blogs avatar

Rezension zu "Uebel unterwegs" von Tina Uebel

Intelligent, hintergründig, pointiert, unterhaltsam ehrlich,
Bücherfüllhorn-Blogvor 2 Jahren

Vor kurzem erst „Die beste Entscheidung unseres Lebens“, „Das Schneekind“ und  „Mut für zwei“  gelesen, um von dort aus dann bei „Uebel unterwegs“ zu landen.  Das interessante daran, diese Bücher könnten nicht verschiedener sein! Und so nach und nach fand ich mich dann am liebsten bei den alternativ Reisenden wieder, keine klassischen Backpacker-Touren, nein, individuell unterwegs auf neuen Spuren und nicht in ausgetretenen Wegen. Waren in „Die beste Entscheidung unseres Leben“ bekannte Backpacker-Routen und eine Art Massentourismus unter selbigen schon vorherrschend, ging Julia Malchow mit „Mut für Zwei“ einen Schritt weiter auf der Suche nach Individualität. Und nun bei „Uebel unterwegs“ die alternative Individualität, nicht das abklappern von Kulturdenkmälern steht im Vordergrund, sondern die Begegnungen mit anderen Menschen.

 

Vor ungefähr 15 Jahren las ich das Buch von Bruni Prasske „Mögen deine Hände niemals schmerzen“ und dieses Buch war für mich eine Art Einstiegsliteratur zum Thema Persien/Iran. Seit dem liebe ich Reiseberichte aus Zentralasien.

 

Der Einstieg in die Reise-Erzählung von Tina Uebel beginnt mit einem Gespräch und einer Zusammenfassung von Gesprächen zu der jeweiligen Landessituation im Zug. Auf ihrer Reise erfährt Tina Uebel von vielen Gesprächspartnern auch die negativen Seiten des jeweiligen Landes: Militärstellungen, Folter, Willkür, Internetüberwachung, Frauen sind weniger wert als Möbelstücke, Spitzel, Verräter, Korruption, Bestechung, Minderheiten … der Gegensatz zu Deutschland könnte nicht größer sein. Der Autorin und dem Leser wird bewusst, was Freiheit heißt, welche Freiheit wir haben, ohne es richtig zu schätzen. Die Freiheit zu reisen, wohin man will. Die Freiheit, den Beruf auszuüben, den man will. Die Freiheit, als Frau gleichberechtigt zu sein. Und noch viel mehr.

 

Witzig auf die Spitze getrieben sind die Erlebnisse zum Klimaanlagenausfalltod (Seite 10). Hier eine kleine Kostprobe ein paar Seiten weiter:

Zitat Seite 22: „Wer in den letzten Tagen nicht selbst mit der Bahn unterwegs war, dem sei gesagt: ja. Es ist genauso schlimm, wie’s in den Zeitungen beschrieben wurde. Insofern wär’s mit Kommunikation eh Essig, ein jeder ist mit dem eigenen Überleben bei 50 Grad beschäftigt … In Tschechien überholen uns bisweilen Züge osteuropäischer Provenienz, deren Erbauer noch über das uralte Geheimwissen um die ausgestorbene Kulturtechnik des FENSTER AUF verfügten.  … Wir schluchzen neidisch und winken mit dem Nothämmerchen.“ …

 

Einen schönen Namen erfindet die Autorin für die obligatorischen, meist aufdringlichen männlichen Dienstleistungen als Begleitperson und „Mädchen für alles“: der Lästling (Seite 25).

 

Das alternativ-touristische Erscheinungsbild, von weitem schon erkennbar, das eigene sowohl als auch das der mittlerweile massenhaft auftretenden Backpacker, steht unterhaltsam ehrlich auf Seite 28 auf dem Prüfstand: Khaki-farbende Cargohosen mit vielen Taschen, Lonely Planet Reiseführer, Wasserfalsche, Daypack (Frontbeutlers) + Trekking-Rucksack … Und immer auf der Suche nach dem Bahnhof, Hotel, Bus, Internet-Cafe, WC …  

 

Menschenmassen sind ein Greuel, der Autorin und mir auch. Bei mir sogar ein expliziter Grund, genau dort nicht hinzugehen.

Zitat Seite 32: „… ist’s zu den Kulturdenkmälern nicht weit, und da Kulturdenkmäler unseligerweise zumeist mit Menschenmassen verbunden sind, kann eine gewisse Sedierung nicht schaden. Ich hasse Menschenmassen.“

Teheran ist ein Geheimtipp für „Touristenansammlungs-Verweigerer“ (Tipp von der Autorin).

 

Eine Taxifahrt mit einem „hässlichen Honk“ am Steuer wird zur Geduldsprobe. Die Frage lautet: Zitat Seite 37: „Manchmal muss man nur kurz klären who‘s boss, ist wie bei den Caniden.“ Dieser Satz gefällt mir zunehmend gut.

 

Weitere Einsichten gibt es spitzfindig präsentiert, hier ein paar Stichworte: Backpacker-Bespassung, herausfordernde Kommunikation, endemischer Handel versus Hochglanzfilialen, nerviger Gedönsverkauf, Backpacker-Kemenaten, der Stupid Tourist Award (S.47), diverse paranoiainduzierende Aspekte (S.48), Lungerlager in Teheran (S.52), …   

 

Die Autorin schätzt Gespräche und die Erlebnisse unterwegs mit den Menschen höher ein, als die Besichtigung von massenhaft überlaufenen Kulturdenkmälern. Diese Erinnerungen an Menschen bezeichnet sie als kostbare Solitäre. Ich kann ihr da nur zustimmen, nachdem ich das Buch gelesen habe. Manchmal muss man erst sensibilisiert werden, und sich trauen, auch mal etwas nicht gesehen zu haben, wonach jeder fragt.

 

In Teheran kann es nicht schaden, einen Kontakt zu haben, den hat in diesem Fall ein Freund er Autorin, der sogenannte „Lieblingsperser aus Hamburg“, der sie mit verwandtschaftlichen Kontakten und Tipps unterstützt. Beklemmend empfand ich die Szenerie in Maschhad, das einem wie das Gegenteil von Teheran vorkam: Tief religiös und alle Vorurteile scheinen wahr zu sein.

 

Die vielen Zitate hier aus dem Buch sind dem Sinn geschuldet, einen Eindruck von der wunderbaren pointierten Sprache zu erhalten:

 

Ashgabat – ein Traum aus Säulen und Marmor.

Zitat Seite 91: „Dem Freund der Säule kann ich zu einem Urlaub in Ashgabat nur zuraten.“

Und nicht zu vergessen, die Aktion auf der Post, Pakete nach Deutschland zu schicken. Wahnsinn.

 

In Turkmenistan wird dann der Ehrgeiz geweckt:

Zitat Seite 98: „Der Hauptgrund, warum ich nach Turkmenbashi wollte, ist, dass im Lonely Planet steht, da gebe es nichts. Ich bin ein Connaisseur der Abwesenheiten aller Art.“

 

Endlich passiert wieder mal etwas, an der Grenze zwischen Turkmenistan und Usbekistan:

Zitat Seite 116: „Einen Moment wie diesen will ich mir in Gießharz gießen. Als Briefbeschwerer, für die lausigen Tage.“

 

In Buchara, es ist große Hitze, touristische Nebensaison, daher sind fast keine Touristen unterwegs.

Zitat Seite 124: „Nun gut, irgendwo muss man dann wieder eine Strecke knietief durch Kunsthandwerk waten, das ist halt der Preis, den man fürs Erleben von Weltkulturerbe zahlt.“

 

In Samarkand sind ähnliche „Lästlinge“ wie Anfangs wieder on Tour, auf Seite 134 kann man die „Visit my shop“ Episode lesen. Und auf der Flucht von ebensolchen dann noch das beste rausholen:

Zitat Seite 134: „… schließlich ist die zweitschönste Art, eine Stadt kennenzulernen, das hoffnungslose Verirren.“

 

Interessant fand ich die Reiseart des „Platskartny“ (Seite 160), wenn ich das so las, bekam man große Lust, dies nachzuahmen. Allerdings ist es wie so oft, wenn man genaue Erwartungen hat, passiert meistens nichts, egal wie viel Proviant man zum teilen dabei hat.

 

Auf die Reiseerfahrungen in Kasachstan war ich besonders gespannt, da meine Nachbarin aus diesem Land kommt, und wir uns über Plov, riesige Melonen und große schmackhafte Pfirsiche unterhalten haben. Über Astana, mit seinem Beyterek (ähnelt einer Fußball-Worldcup-Trophäe). Kurz und knapp fand ich das auch im Buch wieder. Für ausführliche Informationen werde ich mir wohl aber noch einen Reiseführer über Kasachstan kaufen.

 

Der Schluss des Buches endet leider zu schnell mit dem Besuch der Terrakotta-Armee in Xiang, und der Ankunft in Peking und Shanghai.

 

Fazit:

Ein faszinierender Erzählton. Die Reise, eine Steigerung des bis dahin bekannten alternativen Reisens oder Backpacker-Reisens. Eine Steigerung zum Individualismus, nicht das abklappern der Kulturgüter sind entscheidend, sondern die Begegnungen mit Menschen. Und auch, hier ein passendes Zitat dazu, auf Seite 20: „… Das Unbequeme, das Lästige, das Ärgerliche“ gehöre zum richtigen Reisen, so las ich unlängst Stefan Zweig zitiert“.

Dies ist kein Buch zum einfachen „runter lesen“. Der Erzählton, gewöhnungsbedürftig, nicht einfach und fast schon ein wenig sperrig, aber umso treffender, fast durchgehend pointiert, manchmal auch mit einen „running gag“, siehe „Too much suspicion ist a sin“.

Ich bin begeistert von dieser Reiserfahrung, weil sie mal etwas ganz anderes offeriert, untermauert mit einem subtilem witzigen Unterton. Am liebsten würde man sofort aufbrechen. Unterstützt wird dieses Gefühl von einer Auswahl Fotos.

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bk68165s avatar

Rezension zu "Uebel unterwegs" von Tina Uebel

Uebel unterwegs oder Reisen für Fortgeschrittene
bk68165vor 2 Jahren


Der Leser sollte sich vom Titel des Buches nicht abschrecken lassen. Uebel unterwegs entspricht im Großen und Ganzen weniger dem Reisen der Autorin wie ihrem Namen, Tina Uebel.

Tina Uebel ist Schriftstellerin und möchte von Hamburg nach Shanghai. So weit so gut! Aber als Reisemittel soll nicht das Flugzeug dienen, sondern der Landweg. In 7 Wochen soll das geschafft sein. Während es im Umfeld der Autorin immer wieder Skeptiker gibt (von wegen Iran schaffst Du wegen dem Kopftuch-Tragen eh nicht), verliert Tina Uebel nie die Nerven. Alle gestellten Aufgaben werden gelöst und Tina kommt ihrem Ziel immer näher, auch wenn es viele Momente gibt, an denen Tina zweifelt noch das Ziel oder die nächste Station zu erreichen. Der Leser lernt Länder kennen, die man – wenn überhaupt- vorher nur vom Namen her kannte. Es ist wirklich ein Reiseführer der anderen Art, lustig geschrieben und das Buch regt zum Nachdenken an.

Nun zu meiner persönlichen Meinung zu dem Buch. Die Autorin ist mir auf Anhieb sehr sympathisch, immerhin leidet sie auch an akutem Kaffeebedarf, das kommt mir sehr bekannt vor. An den Schreibstil musste ich mich erst einmal gewöhnen, er ist ein bisschen „blogartig“ gehalten, aber man kann sich daran gewöhnen. Das Buch erfordert daher auch etwas mehr Aufmerksamkeit beim Lesen. Die Struktur des Buches ist sehr gut, da es zeitlich chronologisch geschrieben hat. Also, wenn der Leser das erste Fremdeln gegenüber dem Buch abgelegt hat, wird er auf eine sehr interessante Reise mitgenommen. Durch die vielen Fotos kann man sich das Geschehene auch gut vorstellen. Mir persönlich hat sehr gut gefallen, mit welcher Gelassenheit Tina an viele Situationen rangeht und wie sie im Laufe der Reise immer gelassener wird. 

Eines wird mir nach dem Lesen auch immer in Erinnerung bleiben. Freiheit ist wie Licht. Man merkt erst, was man an ihr hat, wenn sie durch Abwesenheit glänzt. 

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