Tine Høeg

 4,6 Sterne bei 5 Bewertungen
Autor von Neue Reisende.

Lebenslauf von Tine Høeg

Tine Høeg, geboren 1985, studierte Dänisch und Philosophie und lebt in Kopenhagen. Sie lieferte Beiträge für zahlreiche Zeitschriften und Anthologien und hat einen schmalen Band mit Gedichten sowie ein Hörspiel veröffentlicht. Außerdem leitete sie Workshops zu kreativem Schreiben. "Neue Reisende" ist ihr erster Roman, der mit dem Debütantenpreis 2017 der Buchmesse Bogforum in Kopenhagen ausgezeichnet wurde. 2018 wurde "Neue Reisende" als Theaterstück im Königlichen Dänischen Theater in Kopenhagen uraufgeführt.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Tine Høeg

Cover des Buches Neue Reisende (ISBN: 9783990590461)

Neue Reisende

 (5)
Erschienen am 07.02.2020

Neue Rezensionen zu Tine Høeg

Cover des Buches Neue Reisende (ISBN: 9783990590461)LaKatis avatar

Rezension zu "Neue Reisende" von Tine Høeg

Das geht ganz tief
LaKativor 6 Monaten

Ein Buch, das man in sich aufsaugt. Seite für Seite muss ich weiterlesen und die Verse, die meist ohne Satzzeichen auskommen, setzen sich in mir fest. Sie verbreiten eine Stimmung und wirken ganz tief im Inneren.

Tine Høeg lässt einen an den Gedanken ihrer Ich-Erzählerin teilhaben. Diese beginnt einen neuen Job als Lehrerin und eine Affäre mit einem verheirateten Mann, den sie morgens im Zug auf dem Weg zur Arbeit begegenet. Das ist im August. Bis Ende Dezember geht das Zeitfenster, aus dem uns die Ich-Erzählerin berichtet. Das Zeitfenster, in dem auch die Affäre stattfindet, die die Protagonistin immer mehr gefangen nimmt, unfrei macht, negativ beeinflusst. Diese Wirkung wird durch die Erzählweise und den Schreibstil der Autorin auch der Leserschaft erfahrbar gemacht. Einfach grandios!

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Cover des Buches Neue Reisende (ISBN: 9783990590461)renees avatar

Rezension zu "Neue Reisende" von Tine Høeg

Begehren
reneevor 10 Monaten

Interessant gemacht ist dieses Buch. Eine kurze versartige und zeilenweise Formulierung, erinnert mich etwas an Glattauers "Gut gegen Nordwind" oder Foenkinos "Charlotte". Aber gerade in den wenigen Worten liegt eine immense Kraft und damit macht Tine Høeg sehr neugierig. Denn diese Frau kann schreiben! Jedes Wort ist genau gesetzt, es ist kein Wort zu viel, denn die Autorin erzeugt mit diesen wenigen Worten einen immensen Sog. Um was geht es in diesem Buch? Es ist ein Blick auf eine Affäre und ein Blick auf eine junge Lehrerin, die gerade neu anfängt. Von August bis Dezember beschreibt die Autorin was mit der Erzählstimme passiert, wie sie den neuen Job meistert, aber auch in eine obsessive Affäre rutscht/schlittert/gleitet/gezogen wird. Dabei erschafft Tine Høeg mit wirklich sehr wenigen Worten einen Sog, der mitreißt, eine Kraft, die umhaut. Ein interessanter Blick ist "Neue Reisende"! Und ein spannender Blick! Die Affäre wird obsessiv gezeichnet, beherrscht die Erzählstimme, entwickelt sich schon fast etwas wahnhaft. "Neue Reisende" ist definitiv interessant gemacht! Obwohl ich diesen besonderen Hinweis aus dem Klappentext, was junge Menschen heute bewegt, nicht ganz verstehen kann. Denn für mich ist dies nicht etwas, was junge Leute bewegt, sondern eine Geschichte einer bestimmten jungen Frau, eine Geschichte, für die sicher nicht jede junge Frau prädestiniert wäre. Und "Neue Reisende" ist eine Geschichte, die neugierig macht auf weiteres aus der Feder dieser Ausnahmeautorin, sehr neugierig. Wie wäre es wohl einen ausführlicheren Roman von Tine Høeg zu lesen? Wäre der ebenso intensiv und eindringlich? Wahrscheinlich. Also verbleibe ich neugierig in einer wartenden Position. 

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Cover des Buches Neue Reisende (ISBN: 9783990590461)Miamous avatar

Rezension zu "Neue Reisende" von Tine Høeg

Ein Buch für den Moment...
Miamouvor einem Jahr

Ich glaube, ich habe in meinem Leben noch nie ein Buch gelesen, dass stilistisch und in seinem Ausdruck so minimalistisch ist aber gleichzeitig so viel aussagt, wie es bei „Neue Reisende“ der Fall war. Dass die Autorin Tine Høeg eine Auszeichnung für den besten Debütroman erhalten hat erscheint mir nur vollkommen logisch. 

Und dass, obwohl die Handlung etwas ist, dass man als Vielleser vielleicht schon kennt. Eine junge Lehrerin tritt ihre erste Stelle an. Sie muss mit dem Zug zu ihrer Arbeitsstelle fahren und trifft dort einen (verheirateten) Mann, mit dem sie eine Affäre beginnt. Zunächst beschränkt sich diese nur auf die Zugfahrt, nimmt aber dann immer privatere und persönlichere Ausmaße an. Gleichzeitig hat sie mit Problemen einer klassischen Junglehrerin zu kämpfen, die ihre idealistischen Vorstellungen schnell über Bord werfen muss, um in der Schule überhaupt „überleben“ zu können. 

Als Leser begleitet man die Lehrerin einige Monate ihres Lebens und man bekommt sehr schnell Einblick, weil die Autorin nirgends in ihrer Sprache hängen bleibt. Die Sprache und der Stil sind tatsächlich der Dreh – und Angelpunkt dieser Geschichte und dieses Buches. Ich traue mich wetten zu sagen, dass hier kein, aber auch wirklich kein Wort steht, das unnötig ist. Denn es sind so wenige, dass man aus denen fassen muss, die da sind. Nicht einmal Kapitelüberschriften gibt es. Diese sind nur durch einen Stern gekennzeichnet und auf Punktationen und Beistriche legt die Autorin eben so wenig wert, genauso ob der Satzanfang großgeschrieben wird. Wer braucht das auch schon...?! Zugegeben war das für mich auf den ersten Seiten ein wenig irritierend, weswegen ich dann gleich nochmal von vorn beginnen musste. Aber wenn man den Dreh raus hat, dann merkt man eigentlich sehr rasch, wie wenig es tatsächlich braucht, um ein gutes Buch vorzulegen. 

Gleichzeitig, und da zeigt sich das Können der Autorin, schafft sie es sehr viel auszusagen. Sie erklärt die Gefühlswelt der jungen Lehrerin, die sich über ihre Affäre mit dem verheirateten Mann und dessen Familie bis hin zu dem Verhältnis zu ihren Arbeitskolleg/innen und ihren Schüler/innen erstreckt. Auch die Beziehung zu ihrer Schwester wird sehr klar dargestellt. 

Das Ende bleibt offen, aber andererseits dann auch wieder nicht. Es endet auf einem Friedhof…mehr sei dazu aber nicht gesagt :-)

Ich fand das Buch in seiner Art überaus beeindruckend und empfehle es allen, die sich lesetechnisch mal auf etwas ganz Anderes einlassen wollen. 

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