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Rezension zu "Die verschenkte Tochter" von Tinga Horny

Adoption – das ewig spaltende Thema
TanteGhostvor 6 Monaten

Wenn ein Adoptivkind nach seinen Wurzeln sucht... Und sie findet.

Inhalt:
Tinga erfährt mehr durch einen Zufall, dass sie adoptiert wurde. Die Tatsache, dass sie anders als ihre Eltern aussieht, ergibt nun einen Sinn. Aber leichter wird ihr Leben deswegen nicht. Im Gegenteil! Sie empfindet dieses „adoptiert sein“ lang als Stigma.
Es ist nur logisch, dass sie irgendwann nach ihren Wurzeln sucht. Doch das wird ein langer und steiniger Weg. Allein auf weiter Flur gibt sie aber nicht auf. - Das Ende ihrer Suche deckt eine Geschichte auf, die mich irgendwie komplett erschüttert hat.

Der erste Satz:
„Beinahe wäre ich in das Grab meines Vaters gefallen.“

Der letzte Satz:
„Er sagt, dass er nicht die leiseste Ahnung hat, wer Ihr Vater ist.“

Fazit:

Ich habe schon öfter mal gehört, dass adoptiere Kinder irgendwann das Bedürfnis haben, ihre leiblichen Eltern kennen zu lernen. Es gibt ja auch genügend Fernsehformate zu diesem Thema. - Dass es sich in dem Fall um dieses Thema handelt, habe ich erst durch den Klappentext erfahren. Der Titel hat mich auf das Buch aufmerksam werden lassen. Ich fand den interessant.
Interessant war der Stoff in jedem Fall. Das war auch der Grund, dass ich dieses Buch so schnell durch hatte. Ein weiterer Punkt war auch, dass der Reader gerade einmal 157 Seiten anzeigte. Im Grunde genommen nur ein kleiner Happen zwischendurch.
Die Kapitalaufteilung hätte es im Grund nicht gebraucht. Besondere Überschriften hatten die ja nicht. Ich denke mal, dass die Autorin ihren Lesern Hilfestellung für eventuelle Unterbrechungen geben wollte. Aber da hätten auch einfache Absätze gereicht. Es hatte ja nur diesen einen Handlungsstrang.
Die Autorin hat anfangs kühl, fast emotionslos von ihrem Leben berichtet. Die Tatsache mit der Adoption landet irgendwann, wie nebenbei, in der Handlung.
Das Empfinden eines Stigmas kann ich sehr gut nachvollziehen. Die Eltern haben das Thema schließlich einfach unter den Tisch geschwiegen. Eigentlich auch nicht die feine englische Art.
Emotionaler und auch interessanter wird es, als die Suche zum Erfolg geführt hat. Der Leser erfährt etwas über Sitten und Gebräuche in der damaligen Zeit. Mir ging zumindest ein Licht auf, warum der weibliche Säugling verschenkt wurde.
Als Pflichtlektüre würde ich das Buch nicht einstufen. Es ist aber auch kein Fehler, wenn msn es gelesen hat.

Die Bewertung ist mir in diesem Fall nicht leicht gefallen. Ich hatte kein Kopfkino, das Thema hätte ich mir emotionaler vorgestellt. Und doch hat die Lektüre eine gewisse Faszination auf mich ausgeübt.
Auch die Leseempfehlung spreche ich nur unter Vorbehalt aus. Dieses Thema ist nicht wirklich für jeden geeignet. Ich denke schon, dass ich nicht genügend Empathie empfinden kann und ich deswegen so gut wie gar nicht mitgenommen wurde.
Versucht es doch einfach. Im Zweifel erfährt man wenigstens etwas über alte Kulturen.

(Auszüge des des Textes sind auch auf meiner Website und in meinem Blog zu finden.)

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aftersunblaus avatar

Rezension zu "Die verschenkte Tochter" von Tinga Horny

Auf der Suche nach ihren Wurzeln
aftersunblauvor 4 Jahren


Tinga Horny wurde 1958 geboren und kurz danach von ihren chinesischen Eltern als Baby an ein Waisenhaus verschenkt. Tinga wurde dann von einem deutschen Ehepaar adoptiert und ist in einem kleinen bayrischen Dorf aufgewachsen. Zu der Zeit gab es noch nicht viele ausländische Kinder und mit ihrem asiatischen Aussehen hatte sie es schwer akzeptiert zu werden.
Sie hat es mit ihren Adoptiveltern gut getroffen und so hat sie sich nie groß Fragen nach ihrer wahren Herkunft gestellt. Dies ändert sich als ihr Vater stirbt und sie macht sich auf die Suche nach ihren leiblichen Eltern.
Da sie nichts weiter hat als die Namen und die nicht einmal in einer eindeutigen Schreibweise, ist es kein leichtes Unterfangen, doch ihre Beharrlichkeit bringt sie ans Ziel. Als sie sich dann mit ihrem leiblichen Vater trifft gibt es eine Überraschung….
Tina Horny beschreibt in ihrem 180 Seiten Büchlein wie sie unter ständigen Sticheleien aufwächst. Dieser erste Teil, der gut die Hälfte des Buches einnimmt zeigt deutlich wie schwer es anders aussehende Kinder zu der Zeit hatten, die Gefühle von ihr kommen gut rüber. Mir war dieser Teil allerdings viel zu lang denn es wurde ständig alles, nur in anderen Worten, wiederholt.
Richtig interessant war dann erst die zweite Hälfte in dem beschrieben wird welcher Aufwand nötig war um ihre Herkunft zu ermitteln. Gefühlvoll war dann das Wiedersehen mit ihrem vermeintlichen Erzeuger, der inzwischen von seiner Frau getrennt ist, und dann das Treffen mit ihrer Mutter.
Ganz nebenbei lernt man auch noch etwas über die politischen Ereignisse zu der Zeit in China.
Gut und sachlich geschrieben, ich hätte aber lieber etwas mehr über ihre leiblichen Eltern gelesen als den langen Teil um ihre Kindheit, was aber sicherlich Geschmacksache ist.
Ich vergebe 3,5 Sterne.

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makamas avatar

Rezension zu "Die verschenkte Tochter" von Tinga Horny

EInen Jungen hätte ich vielleicht behalten
makamavor 4 Jahren

Tinga Horny, geboren im Juni 1958 in München wurde als Kleinkind adoptiert. Ihre Eltern stammen aus China und lebten nach der Revolution in Hongkong.
Das Studium führte sie nach München.....
Doch das Mädchen war unerwünscht, so dass sie ohne ihre Tochter nach Hongkong zuückkehrten und das KInd dem Kinderheim zum Geschenk machten.
Anfang der 60er Jahre war es für Tinga nicht immer leicht, Multikulti gabs noch nicht und Auslandsadoptionen waren eher ungewöhnlich.....
Tinga studiert unteranderem auch in China....
Kurz nach dem Tod des Vaters beschliesst sie ihre leiblichen Elten zu suchen.
Kein einfaches Unterfangen, es gibt nur wenig Unterlagen und die chinesische Schreibweise ist nicht eindeutig.......
Doch das scheinbare Unmögliche gelingt.....
Die Eltern sind mitlerweile getrennt und leben in Brasilien.....
Tinga nimmt Kontakt auf und trifft ihren "VATER"........
Er erzählt ihr wie es dazu kam, dass das kleine Mädchenallein in München zurück blieb...
Es geht um eine völlig fremde Kultur, in der Familienehre und die Ehre der großen Clans  wichtiger ist, als das Glück eines kleinen Mädchens, dass sowieso nichts wert ist.....  Eine in Asien immer noch weit verbreitete Einstellung.
Eine Junge hätte vielleicht eine Chance gehabt....
Mir hat dieses Buch sehrgut gefallen, (trotz einiger Wiederholungen) Tinga Horny erzählt ihre Geschichte sachlich und ohne Wertung. Trotzdem kommen die Gefühle, gerade des Kindes gut rüber und man kann sich gut in sie reinversetzen.
Deshalb gute 4,5 Sterne


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