Tino Hemmann

 4.2 Sterne bei 27 Bewertungen
Autor von Hugo. Der unwerte Schatz, Und weil die Stunde kommt und weiteren Büchern.

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Hugo. Der unwerte Schatz
Erscheint am 03.12.2018 als Hardcover bei Engelsdorfer Verlag.

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Tino HemmannHugo. Der unwerte Schatz
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Hugo. Der unwerte Schatz
Hugo. Der unwerte Schatz
 (10)
Erschienen am 01.07.2009
Tino HemmannHugo, der unwerte Schatz. Erzählung einer Kindheit
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Hugo, der unwerte Schatz. Erzählung einer Kindheit
Tino HemmannUnd weil die Stunde kommt
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Und weil die Stunde kommt
Und weil die Stunde kommt
 (4)
Erschienen am 23.04.2008
Tino HemmannVogelgrippe
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Vogelgrippe
Vogelgrippe
 (1)
Erschienen am 01.04.2006
Tino HemmannShinkh - Einer muss das Opfer sein
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Shinkh - Einer muss das Opfer sein
Shinkh - Einer muss das Opfer sein
 (1)
Erschienen am 18.03.2011
Tino HemmannDer unwerte Schatz. Erzählung einer Kindheit: Erzählung einer Kindheit. Gegen das Vergessen - über die Kinder-Euthanasie im NS-Staat
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Der unwerte Schatz. Erzählung einer Kindheit: Erzählung einer Kindheit. Gegen das Vergessen - über die Kinder-Euthanasie im NS-Staat
Tino HemmannHugo - Der unwerte Schatz. Erzählung einer Kindheit
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Hugo - Der unwerte Schatz. Erzählung einer Kindheit
Tino Hemmann2136
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2136
2136
 (1)
Erschienen am 25.02.2015

Neue Rezensionen zu Tino Hemmann

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monerls avatar

Rezension zu "Hugo. Der unwerte Schatz: Erzählung einer Kindheit" von Tino Hemmann

Eine sehr wertvolle Geschichte
monerlvor 6 Monaten

Dieses (Hör)Buch werde ich nie vergessen! Es hat sich in mein Herz eingebrannt! Hugo hat sich in mein Herz eingebrannt.

Mit Hugo hat Tino Hemmann eine Figur geschaffen, die zwar erfunden ist, aber für all die vielen kleinen Schätze steht, denen ein Leben und eine Zukunft auf grausame Art und Weise genommen wurde. Für all die vielen Kinder, die nicht ins Schema gepasst haben, das im Laufe der 30er Jahre anfing zu gelten. Es half auch nichts, wenn man dann wie Hugo blond und blauäugig war, dafür aber eine offensichtliche Behinderung oder eine schwere Krankheit hatte, egal ob psychisch oder physisch.

Hugo war ein Kuckucksei. Schon immer wollte er wissen, was das bedeutet. Lange hatte es gedauert, bis er es verstanden hatte. In der Zwischenzeit ließ ihn sein Vater spüren, was er davon hielt. Er bestrafte das Kind, nicht die Mutter. Und diese war nicht in der Lage Hugo zu schützen, weder als Säugling noch als Kleinkind. Und so schuf Hugo sich sein eigenes Schutzschild - Fritz ward geboren! Fritz war jedoch Fluch und Segen zugleich. Denn Fritz war es, an dem Professor von Rasch großes Interesse entwickelte.

Und obwohl man ahnt, nein, obwohl man weiß, wie es sich zutragen wird, stirbt die Hoffnung doch zuletzt. Diese Hoffnung ist es, die einen dranbleiben lässt, obwohl sich das Herz zusammenzieht, der Kopf nicht mehr denken will und es einem die Sprache verschlägt.

Es gab sie, die Monster, die Menschen, die keine waren. Und deshalb ist Hugo und diese Geschichte so wichtig! Nie mehr dürfen wir zulassen, dass irgendjemand zu entscheiden hat, wer wertvoll ist und wer nicht! Heute wieder wichtiger denn je, wenn man in der Presse liest, dass eine bestimmte Partei eine "Kleine Anfrage" an den Deutschen Bundestag gestellt hat, mit dem Thema "Schwerbehinderte in Deutschland".

Ein Buch mit dem Fokus auf Kinder-Euthanasie ist gewiss nicht leicht zu ertragen. Dennoch spreche ich dem Autor ein großes Lob aus, wie er das Thema in seinem Roman behandelt hat. Alles Wichtige wurde gesagt, aber mit einer Sprache, die große Sorgfalt erkennen lässt.

Dazwischen lässt der Autor reale historische Entwicklungen einfließen, die den Leser den Roman in den damaligen zeitlichen Kontext bringt.    

Zum Hörbuch:
Ich hing dem Sprecher an den Lippen! Umso schlimmer es wurde umso weniger konnte ich aufhören zu hören. Die musikalischen Einspielungen, kombiniert mit der Stimme des Sprechers, wirkte schon irgendwie betörend. Ich wurde hineingezogen in das Dunkel der Geschichte und konnte ihm einfach nicht widerstehen und entfliehen. Diese Geschichte sollte GEHÖRT werden, damit sie die volle Kraft entfalten kann. Für alle Hörbuchlieber absolute Hörempfehlung!

Fazit:
Ein absolut gelungenes Hörbuch, das trotz des unglaublich schweren und schmerzhaften Themas Pflichtlektüre #GegenDasVergessen ist! Lasst uns diese kleinen Schätze in unseren Herzen verwahren. Diese kleinen Engelein, die nichts und niemand auf der Welt beschützen konnte und deren Mörder nach 1945 am Ende von allem freigesprochen wurden und fröhlich und frei weiter praktizieren durften. Wen dieses Buch nicht erschüttert und nicht erdrückt, der hat ein Herz aus Stein... Ein absolutes Lese- und Hörhighlight in 2018!

Kommentare: 1
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pardens avatar

Rezension zu "Hugo. Der unwerte Schatz" von Tino Hemmann

Das Buch hallt nach!
pardenvor 3 Jahren

DAS BUCH HALLT NACH!

Uff. Es gibt (Hör-)Bücher, die lassen einen einfach nicht mehr los. Weder während der Lektüre noch danach. Dies ist so eines, und ich stehe noch vollkommen unter dem Eindruck des Geschehens. Und entgegen sonstiger Gewohnheiten fehlen mir hier erst einmal die Worte. Bis vielleicht auf eines: Respekt!

'Die Erzählung einer Kindheit' lautet der lapidare Untertitel des Buches, und auch der verschmitzt lächelnde Junge mit den Händen in den Taschen seiner Lederhose auf dem Cover deutet in seiner Harmlosigkeit in nichts auf das hin, was den Leser hier erwartet. Ich kann nur sagen: selten hat mich ein Buch derart beeindruckt.

Warum eigentlich? Schließlich schreibt Tino Hemmann hier über ein fiktives Kind, und auch die anderen Charaktere sowie viele der genannten Orte sind frei erfunden. Hugo heißt das Kind, wie der Titel bereits verrät - und es erlebt seine Kindheit im Nationalsozialismus. Mit seinen blauen Augen und den blonden Haaren könnte Hugo arischer nicht sein, und auch seine Noten in der Schule lassen nichts zu wünschen übrig. Doch Hugo ist anders, und dies, so wird Hugo wie dem Leser allmählich deutlich, ist fatal.

Bereits als Säugling wird Hugo von seinem Vater schwer misshandelt, und dies bleibt so, bis der Vater an die Front muss. Die Mutter schreitet nicht ein, verdrängt die Zeichen der Misshandlung und setzt ihren Sohn damit schutzlos dem Martyrium aus. Auch seine älteren Schwestern setzen sich nicht für den Jungen ein, drangsalieren ihn noch zusätzlich. Doch Hugo ist ein intelligentes Kind, und sein Gehirn findet einen Weg, mit den Schmerzen und den Erniedrigungen umzugehen. Es kreiert eine zweite Person, Fritz, der immer dann auftaucht, wenn Schweres zu ertragen ist. Fritz und Hugo sind unzertrennlich, doch außer Hugo kann niemand den anderen sehen. Mit ihm kann er sich unterhalten, wo doch sonst kaum jemand mit ihm redet, und ihm kann er bedingungslos vertrauen. Für alle anderen sieht es so aus, als führe Hugo Selbstgespräche.

Als Hugo in die Schule kommt, fallen zwei Dinge sogleich ins Auge: seine überragende Intelligenz sowie der unsichtbare Fritz, der Anlass gibt, den Jungen in einer Kinderpsychiatrie vorzustellen. Von da an ist Hugo zum Entsetzen seiner Eltern aktenkundig, muss immer wieder einmal zur Untersuchung, auch wenn er im Schulalltag rasch seinen Platz findet. Doch auch das offenkundige Wohlwollen des Lehrers kann nicht verhindern, was durch die Mühlen des Nationalsozialismus unaufhaltsam seinen Lauf nimmt. Ein ehrgeiziger Professor wird auf den sonderbaren Fall aufmerksam - und dank der neuen Euthanasiegesetze setzt er alles daran, Hugos Hirn persönlich untersuchen zu können - nach dessen postmortaler Entnahme.

Der Kloß im Hals wird beim Lesen / Hören immer größer. Man ahnt, worauf es hinausläuft und fühlt die Ohnmacht der Beteiligten.  Immer wieder stößt der Junge auf wohlwollende Menschen, die versuchen ihm zu helfen, und doch rückt die Bedrohung der faschistischen Maschinerie immer näher. Zeitweise war dies nur schwer zu ertragen.

Der Autor präsentiert hier ein ergreifendes Einzelschicksal - eine zwar fiktive Biografie, die jedoch für unzählige reale Kinder steht, die während der Zeit des Nationalsozialismus als unwert deklariert und ermordert wurden - oftmals im Zeichen der Wissenschaft. Nicht alle genannten Orte sind fiktiv, und gerade ostdeutschen Lesern werden manche der Namen vertraut sein, auch wenn die Rolle der Einrichtungen während Hitlers Diktatur nicht jedem bekannt sein dürften. Hemmann lässt in die Biografie des Jungen immer wieder auch konkrete Details der Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten einfließen, so dass die Einbindung von Hugos Schicksal in den geschichtlichen Hintergrund für den Leser jederzeit transparent ist. Auch die damalige Rolle der Kirche wird durch die Erzählung selbst sowie durch zusätzliche Erläuterungen sehr deutlich.

Das Ende - tja. Es ist was es ist. Es ist der Wahrheit geschuldet. Und der Menschlichkeit. Nur so wird das Entsetzen in seinem ganzen Umfang (be-)greifbar.

Bodo Henkel liest dieses ungekürzte Hörbuch (12 Std. 47 Min.) einfühlsam und unaufdringlich. Die tiefe sonore Stimme lässt den Hörer eher eine Märchenerzählung erwarten, und doch trägt sie eine Erzählung vor, die ungemein berührend und erschütternd ist.

Es ist dem Buch zu wünschen, dass es von vielen Lesern / Hörern entdeckt wird. Es gelingt Hemmann, die Zusammenhänge und geschichtlichen Hintergründe plausibel und nachvollziehbar zu präsentieren, und gerade auch für Schüler ist dies in meinen Augen eine überaus geeignete Lektüre, um die Grundlagen eines menschlichen Miteinanders zu begreifen. Ganz schleichend wird der Leser dabei eingenommen für dieses kleine, so besondere Kind. Das Buch bietet zahlreiche Erkenntnisse und Emotionen, mit denen man sich auseinanderzusetzen hat und die einen nachhaltig beschäftigen.

Sehr beeindruckend. Sehr bewegend. Sehr empfehlenswert. Und 'Gegen das Vergessen' im Grunde eine Pflichtlektüre...



© Parden

Kommentare: 13
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Babschas avatar

Rezension zu "Hugo, der unwerte Schatz. Erzählung einer Kindheit" von Tino Hemmann

Mahnmal für die Menschlichkeit
Babschavor 5 Jahren

Um es direkt auf den Punkt zu bringen: Dies ist ein Buch voller tief empfundener Menschlichkeit und mit einem unglaublichen Einfühlungsvermögen vor allem in die kindliche Psyche. Es ist Beleg einer Erzählkunst, die sich mir eingebrannt hat wie lange nichts mehr. Ein Meisterwerk, ein ganz großes Buch.

Worum geht es? Erzählt wird die Lebensgeschichte des kleinen Hugo Hassel, der 1931 in Leipzig als uneheliches Kind einer überforderten, emotional abgestumpften Frau geboren wird, abgelehnt von seiner Mutter, von deren Ehemann und seinen beiden Halbschwestern. Schon als Säugling wird er vernachlässigt und von seinem dem aufkommenden Nationalsozialismus ergebenen „Vater“ regelmäßig und grundlos brutal misshandelt. Der hochintelligente Hugo überlebt diese unsäglichen Torturen mental nur, indem er ein allgegenwärtiges zweites Ich, seinen Freund Fritz, in seine Welt ruft, der an seiner Stelle die Qualen übernimmt. Im Laufe der Jahre, in Kindergarten und Schule, beginnen die Probleme dann erst richtig, da Hugo mit seiner unwissend entwickelten Persönlichkeitsspaltung und mit seinen andauernden Selbstgesprächen massiv auffällt. Zwar findet er einige Vertraute wie seinen Klassenlehrer, die ihn mit aller Kraft unterstützen und schützen wollen, unausweichlich beginnt sich jedoch auch zunehmend die medizinische Forschung, allen voran der von den deutschen Machthabern unterstützte Leipziger Uniprofessor von Rasch für ihn zu interessieren. Obwohl Hugo, sich seiner besonderen Persönlichkeit mittlerweile voll bewusst, von ihm wohl gesonnenen Personen zunächst an wechselnden Orten in Sicherheit gebracht werden kann und in den unruhigen Vorkriegsjahren zumindest noch einige schöne Momente wie im Ferienlager erleben darf, wird er irgendwann aufgespürt, von seiner eigenen Mutter verraten und im Frühjahr 1941 als „unwertes Leben“ in einem Vernichtungslager für Forschungszwecke von Ärzten des NS-Regimes getötet.

Hugo Hassel ist eine fiktive Person und steht stellvertretend für die unzähligen Opfer der Kindereuthanasie in der NS-Zeit. Dem Autor gelingt es hervorragend, seine Geschichte eng in den wahren historischen Kontext einzubinden und damit beklemmend und spannend zu erzählen. Von daher ein aus meiner Sicht absolut wichtiges Buch, das aufrüttelt und ermahnt, so etwas niemals wieder zuzulassen.
Und der Autor schafft es kraft seiner Worte nebenher, den Leser für diesen kleinen, ganz besonderen Menschen Hugo völlig einzunehmen. 

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