Der Tod gehört zum Leben – und so finde ich total wichtig, dass wir Kindern einen Zugang zu diesem Aspekt geben. Hier stellt eine Gruppe von Vögeln fest, dass einer der Ihren tot ist. Ungläubigkeit, Entsetzen, Traurigkeit und Erinnerungen brechen aus. Die Vögel überlegen, was nun zu tun ist, und organisieren die Beerdigung – und den Abschied.
Sehr gelungen fand ich, dass die unterschiedlichen Gefühle absolut gleichwertig geschildert werden, die alle Vögel haben. Einer sagt, dass er den Toten nicht mochte, weil der immer das Futter weggepickt habe. Auf den Vorwurf, zu langsam gewesen zu sein, verweist der auf nur ein Bein. Es heißt ja oft fälschlicherweise, man solle von Toten nichts schlechtes reden. Dabei ist es eigentlich, man solle nicht Falsches reden. Diese Ambivalenz, dass Menschen – und so auch tote – den einen Freund*innen sein konnten und gemein zu anderen, ist sehr gelungen.
Dieser Aspekt führt aber gut vor Augen, warum ich dieses Buch nicht für Kinder empfehle, die sich konkret auf einen Todesfall vorbereiten müssen oder mit einem konfrontiert sind. Der Vogel in diesem Buch scheint doch viel weiter weg für die Hinterbliebenen, als es Großeltern wären, was ja statistisch den häufigsten Tod darstellt, mit dem Kinder konfrontiert sind.
Es wird übrigens kein Grund für den Tod des Vogels angegeben. Das ist leider ebenfalls Teil des Lebens, dass er uns doch immer mit der Sinnfrage zurücklässt. Beim Vorlesen muss man das aber gegebenenfalls auffangen, weil das Kinder auch ängstigen kann. Das Buch selbst tut das nicht und einige Klnder denken dann sicherlich in die Richtung: Können Du oder Papa oder ich dann auch morgen so einfach tot sein? Das ist eine Frage, die eh irgendwann einmal kommen wird. Hier gibt das Buch aber nur insoweit Antwort, da ein allgemeiner Umgang mit dem Tod erklärt wird.
Richtig toll finde ich die bunten Vögel aus Stoffelementen, die einen fröhlichen Kontrast zum Thema geben. 4 von 5 Sternen.





