Softcore

von Tirdad Zolghadr 
4,3 Sterne bei3 Bewertungen
Softcore
Bestellen bei:

Zu diesem Buch gibt es noch keine Kurzmeinung. Hilf anderen Lesern, in dem du das Buch bewertest und eine Kurzmeinung oder Rezension veröffentlichst.

Auf der Suche nach deinem neuen Lieblingsbuch? Melde dich bei LovelyBooks an, entdecke neuen Lesestoff und aufregende Buchaktionen.

Inhaltsangabe zu "Softcore"

Teheran, ein Vierteljahrhundert nach der Revolution:

Ein junger Iraner kommt zurück aus dem
Ausland, um das Promessa wiederzueröffnen:

In den 70ern eine angesagte Cocktailbar, soll es
jetzt Nachtclub und Galerie werden. Ist das im
Land der Mullahs möglich?
Tirdad Zolghadr schreibt mit Tempo, Witz und
Hintergründigkeit über den Kunstbetrieb in
Teheran. Seine hellsichtige Satire über die Eröffnung
einer Galerie ist zugleich das Zeitporträt
einer Generation, die sich für Politik schon lange
nicht mehr interessiert, ihr aber ausgeliefert ist.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783866158009
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:224 Seiten
Verlag:Süddeutsche Zeitung
Erscheinungsdatum:14.08.2010

Rezensionen und Bewertungen

Neu
4,3 Sterne
Filtern:
  • 5 Sterne1
  • 4 Sterne2
  • 3 Sterne0
  • 2 Sterne0
  • 1 Stern0
  • Sortieren:
    jandreess avatar
    jandreesvor 7 Jahren
    Rezension zu "Softcore" von Tirdad Zolghadr

    Die rauschende Schah-Party wurde 1979 von der islamischen Revolution im Iran gecrashed. Aus dem dekadenten 1001-Nacht-Märchen, das ebenso schillernd wie scho-nungslos agierte, formte sich jenes Staatsgebilde, das 2002 vom US-Präsident George Bush zur "Axis of Evil" - zur Achse des Bösen - gerechnet wurde. 25 Jahre nach besagter Revolution geht das unterbrochene, unter dunklen Schleiern erstickte Fest weiter. In Tirdad Zolghars heißem Debütroman "Softcore" eröffnet ein junger, globalisierter Iraner seine It-Kunstgalerie in der Hauptstadt Teheran. Ungewöhnlich? "Heutzutage findet man Food Courts, West-Coast-Hip-Hop, internationale Filmfestivals, Nike und Puma und Swatch und Longines neben einer Heavy-Metal-Szene, Pizza Burger, Jim-Jarmusch-Retro-spektiven…" – im Iran! Softcore kippt mit popkulturell auf-geladenen Szenen die ermüdenden Terror-, Atomkriegbilder, ohne beschönigend zu wirken. Softcore ist: mutig, re-volutionär, regimekritisch, mittelpunktsfähig, cool. Warum?

    Die Antwort lautet: Ironie. Tirdad schreibt, beschreibt selbst die ungeheuerlichsten Begebenheiten mit ironisch-en Mitteln. Eine Horde Geheimagenten argwöhnt, dass ei-ne private CD-Sammlung Informationen für Mudschaheddin-Kameraden im Untergrund erhalten, sie "sitzen um den Couchtisch herum und hören nach dem Zufallsprinzip Lieder von Dr. Dre und Vanessa Paradis."

    Der junge Held muss in Einzelhaft. und er kann sich glücklich schätzen, Journalist zu sein: "Mein eigener Trakt ist picobello und bietet unbegrenzte Mengen an heißem Tee, frischen Früchten und Gerichten wie Hühnchen in Granatapfel-Walnuss-Soße, hat aber keinen Hof, und die grellen Neonlampen sind vierundzwanzig Stunden am Tag einge-schaltet." In diesem Ton werden üblicherweise All-Inclusive-Hotels auf Mallorca rezensiert. Als der Mann später freigelassen ist, kümmert er sich erst einmal um seine Kör-perhygiene: Stirn peelen, Achselhöhlen rasieren, Schläfen massieren, Nägel feilen. Der Terror ist außen vor und ge-rade deshalb omnipräsent. Nach Deo riecht nur der eige-ne Leib, draußen lauert ein stinkender Tod. Man kann nur absurden Visionen frönen, in solchen Zeiten: "Die Amerikaner sollen rüberkommen, ich schwöre a'n jad, sie sollten alles besetzen. Zwei Vorteile. Passt auf. erstens. Wir wer-den alle arabischen Führer los. Zweitens. Sind die Amerikaner erst mal am Boden, können wir sie abknallen."

    Der 1973 geborene Tirdad Zolghadr lebt als Kurator, Filmemacher und Kritiker in Berlin. Er schreibt für verschiede-ne Tageszeitungen und Kunstmagazine, unter anderem für das renommierte "Frieze Magazine", das 2003 die bekannte Kunstmesse "Frieze Art Fair" im Londoner Regent's Park begründet hat. Tirdads Roman, der bis jetzt nur in Deutschland erhältlich ist, erscheint nicht im Original: "Softcore" wurde von Johann Christoph Maass aus dem Englischen übersetzt.

    Das komplette Buch erinnert an einen anderen großen, globalisierten, genialischen, auf Deutsch und Englisch schreibenden Schriftsteller. Dieses Buch erinnert an Christian Kracht, der im Herbst endlich, endlich seinen neuen Roman "Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten" vorlegen wird. Und eben dieser Christian Kracht bietet sich als fulminanter "Softcore"-Laudator an: "Man möchte wilde Blumen pressen, am Feuer stehen, dem jungen Schriftsteller Tridad Zolghadr immer wieder mechanisch die Hand schütteln für diesen großartigen Roman. Ihn zu lesen, bedeutet die Rituale einer absurden Komödie in einem leeren Theater in Teheran beobachten zu dürfen. Softcore ist kalt, präzise und gerade deshalb unglaublich unterhaltsam."

    Kommentieren0
    16
    Teilen
    asitas avatar
    asitavor 10 Jahren
    Rezension zu "Softcore" von Tirdad Zolghadr

    »Man möchte wilde Blumen pressen, am Feuer stehen, dem jungen Schriftsteller Tirdad Zolghadr immer wieder mechanisch die Hand schütteln für diesen großartigen Roman. Ihn zu lesen, bedeutet die Rituale einer absurden Komödie in einem leeren Theater in Teheran beobachten zu dürfen. Softcore ist kalt, präzise und gerade deshalb unglaublich unterhaltsam.« Christian Kracht

    Kommentieren0
    23
    Teilen
    Holdys avatar
    Holdyvor 7 Jahren

    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu

    Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks