Titus Müller Berlin Feuerland

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Inhaltsangabe zu „Berlin Feuerland“ von Titus Müller

Hannes Böhm lebt in dem Industrieviertel, das die Berliner Feuerland nennen, weil hier die Schornsteine der Industrie qualmen. Als eine Art selbst ernannter Fremdenführer verdient er sich ein kleines Zubrot, indem er neugierigen Bürgern die Armut und die Not in den Hinterhäusern zeigt. Bei einer solchen Gelegenheit lernt er Alice kennen, die als Tochter des Kastellans im Berliner Stadtschloss wohnt. Doch als die Märzunruhen 1848 ausbrechen, als sich der Konflikt zwischen dem preußischen König und den Aufständischen zuspitzt und gemäßigte Kräfte nur schwer Gehör finden, scheint es für die Gefühle, die Hannes und Alice für einander entwickeln, keine Zukunft mehr zu geben.

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  • Berlin Feuerland

    Berlin Feuerland

    Saralonde

    12. February 2016 um 16:42

    Berlin, 1848. Der junge Hannes lebt im sogenannten Berliner “Feuerland”, dem Industriegebiet in der Oranienburger Vorstadt. Die Zustände dort sind erbärmlich, die Bewohner können sich kaum ernähren, Kinder suchen in der Gosse nach Essbarem oder sterben am Typhus, die Erwachsenen schuften unter unmenschlichen Zuständen in den Fabriken. Doch nicht Hannes. Hannes ist gewieft und verdingt sich damit seinen Lebensunterhalt, dass er wohlhabenden, schaulustigen Bürgern, die sich gerne gruseln möchten, die Armut im Feuerland vorführt. Ganz an die Wahrheit hält er sich dabei nicht. Die Bürgertochter Alice wird von ihren Freundinnen zu einer solchen “Besichtigung” geschleppt, doch Alice hat einen ebenso wachen Verstand wie Hannes und durchschaut seine Lügen. Dennoch ist Alices Interesse am Feuerland geweckt, sie will helfen. Nach einem weiteren Zusammentreffen mit Hannes entwickelt sich zwischen den beiden eine scheinbar zum Scheitern verurteilte Romanze. Gleichzeitig steigt im Volk die aufrührerische Stimmung und Hannes wird über seinen besten Freund Kutte, der einer der Rädelsführer ist, in die nun beginnende Märzrevolution verwickelt. Ich weiß zugegebenermaßen nicht allzu viel über Deutschland im 19. Jahrhundert und dieses Hörbuch bot sich an, um auf unterhaltsame Art mehr über die Märzrevolution und die Zustände in den Großstädten zu erfahren. Der Beginn des Romans hat mich überzeugt, ein sehr interessantes Setting zwischen Feuerland (die Rezensentin muss zugeben, dass sie selbst in gewissem Sinne wohl auch eine von den Schaulustigen ist) und Berliner Stadtschloss, wo Alices Vater der Kastellan ist. Mir war schon klar, dass es eine Liebesgeschichte geben würde, aber ich hoffte, dass diese nicht allzu sehr im Vordergrund stehen würde. Neben den fiktiven Charakteren Hannes und Alice werden bald auch einige historische Charaktere eingeführt, etwa der Oberkommandeur der preussischen Truppen Ernst von Pfuel oder der Polizeipräsident Julius von Minutoli. Die facettenreiche Darstellung dieser historischen Persönlichkeiten hat mir sehr gefallen. Leider steht die Liebesgeschichte für meinen Geschmack zeitweise doch etwas zu sehr im Vordergrund, ich halte sie außerdem für äußerst unwahrscheinlich. Die Kampfhandlungen im Rahmen der Revolution scheinen etwas aneinandergereiht, was aber durchaus auch mit ihrem stakkatohaften, unterbrochenen Ablauf zusammenhängt. Gestört hat mich auch die Nebenhandlung um den Spion, dessen Name ich natürlich inzwischen vergessen habe, diese empfand ich als überflüssig. Diese beiden Punkte führen zur Abwertung des Buchs. Ein wenig wettgemacht wurden die Schwächen des Buchs durch den sehr langen, interessanten Anhang mit historischen Erläuterungen. So bekam ich auch die Informationen, die ich normalerweise im Internet recherchiert hätte, gleich in Hörform dazugeliefert. Ich komme damit in meiner Wertung auf knappe 3,5 Sterne. Zum Hörbuch: Tobias Dutschke macht seine Sache als Sprecher ordentlich, gelegentlich hatte ich allerdings Schwierigkeiten, den Beginn einer neuen Szene und Wechsel des Schauplatzes auszumachen. Sehr schön: Der interessante Anhang wird beim Audio-Download von Audible als PDF mitgeliefert.

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