Titus Müller Der Kuss des Feindes

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Inhaltsangabe zu „Der Kuss des Feindes“ von Titus Müller

Liebe kennt keine Grenze n Kappadokien um 800 n. Chr.: Über zehntausend Menschen leben in der geheimen unterirdischen Stadt Korama. Es sind Christen. Sie haben hier Zuflucht gefunden vor den Arabern, die das Land erobert haben. Arif, der Sohn eines arabischen Hauptmanns, entdeckt bei einem Streifzug das Christenmädchen Savina und verliebt sich Hals über Kopf in sie. Unbemerkt folgt er ihr und entdeckt so den geheimen Zugang in das Höhlensystem der Christen. Eigentlich müsste Arif seinem Vater melden, dass er die Stadt der Christen entdeckt hat … Ein wunderbarer historischer Roman, der vergangene Zeiten fühl- und erlebbar werden lässt, und ein Plädoyer für Toleranz und Menschlichkeit.

Ein sehr gute geschriebenes Buch, in dem gezeigt wird, dass Liebe keine Grenzen hat!

— maliax
maliax

sehr süßes geschichte !

— Mariet
Mariet

Dieses Buch ist eines meiner Lieblingsromane. Es ist mitreißend geschrieben: Liebe, Freundschaft, Hoffnung auf das Ende des Kriegs.

— Ein LovelyBooks-Nutzer
Ein LovelyBooks-Nutzer

Viel Stoff zum Nachdenken über Religion und Glauben. Ein wirklich schöner historischer Jugendroman :)

— PrinzessinAurora
PrinzessinAurora

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    Der Kuss des Feindes
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    24. August 2015 um 00:18

    Es geht um eine junge Christin, die mit ihrem Volk in der unterirdischen Stadt Korama lebt, da sie von den feindlichen Muslimen verfolgt werden. Arif, der Sohn eines arabischen Hauptmannes will sich beweisen und macht sich auf die Suche der Christen. Dabei trifft er auf Savina, in der er sich Hals über Kopf verliebt. Sie hegt die gleichen Gefühle für ihn und die zwei treffen sich weiter- heimlich, nachts. Einmal nimmt Arif seinen jüngeren behinderten Bruder mit und bittet Savina ihn zu verstecken: Er sei bei seinen Leuten in großer Gefahr. Ohne nachzudenken nimmt sie den Jungen mit tief unter die Erde. Arif ist unentschlossen, denn er hatte das geheime Höhlensystem der Christenstadt entdeckt und wusste jetzt nicht, ob er es seinem Vater sagen sollte... Meiner Meinung nach sehr schön geschrieben. Ich habe mitgefiebert, als sie die zwei Jugendlichen verboten getroffen haben. Der Autor springt zwischen den zwei Hauptcharakteren hin und her und übermittelt somit die Gefühle, Gedanken und Empfindungen der beiden erfolgreich den Lesern. Außerdem finde ich, dass es eine Stelle gibt, in der sich die Geschichte in die länge zieht und die Handlung kurz aufhört. Aber solche Stellen muss es geben. Ich weiß nicht, ob klar ist was ich meine. Bei einigen Büchern gibt es diese Seiten, in denen die Geschichte kurz erklärt wird, damit der Leser mitkommt. Auch in diesem Buch ist das so. Daher bleibt die Handlung kurz "stehen". Aber sonst ist es ein super spannendes Buch mit einem tollen Ende. Auch wenn es um Religion geht, kann es jeder lesen. Ein spannender Liebesroman über die Religionskriege um 800 n. Chr.

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  • Rezension zu "Der Kuss des Feindes" von Titus Müller

    Der Kuss des Feindes
    Dubhe

    Dubhe

    02. November 2012 um 21:44

    Seit über einem Jahr verstecken sich die Christen in einer unterirdischen Stadt vor den Heiden, die das Land in Besitz nehmen wollen. Savina ist in dieser Stadt eingesperrt und gleichzeitig auch sicher, doch sie vermisst ihre Freiheit. Und dann wäre da noch Arif, der Sohn des arabischen Hauptmannes, der die Christen jagt. Sein älterer Bruder ist letztes Jahr gestorben und hätte der nächste Anführer werden sollen, doch nun fällt es auf Arif, der nicht ganz so glänzend wie sein Bruder ist. Um sich zu behaupten, macht er sich alleine auf den Weg um die Christen aufzuspüren und er hat sogar Erfolg! Allerdings verliebt er sich dabei in Savina. Eine Liebe, die über die Grenzen verschiedener Völker hinausgeht. Ob sie fähig ist, zu überleben? . Die Idee mag sich zwar gut anhören, doch der Autor hat es nicht geschafft, diese relativ gute Idee auch wirklich gut umzusetzen. Die Charaktere haben keine ausgeprägten Persönlichkeiten und anscheinend sind sie fast perfekt, was das ganze noch langweiliger macht. Leider ist dieses Buch nicht so, wie ich es mir erhofft habe. Es gibt einige großartige Liebesgeschichten, die in der Vergangenheit spielen, doch leider zählt diese hier nicht dazu.

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  • Rezension zu "Der Kuss des Feindes" von Titus Müller

    Der Kuss des Feindes
    knusperkeks

    knusperkeks

    28. October 2012 um 18:26

    Inhalt: Lust auf eine Reise? Dann lasst uns doch gemeinsam in die Vergangenheit reisen! Wir befinden uns in der Türkei, im Jahre 800 nach Christus. Genauer gesagt in Kappadokien! In dieser Zeit lebt eines unserer beiden Haupt-Protagonisten, Arif Asad. Er ist 15 Jahre alt, Moslem und sein Glaube gilt demnach einzig und allein Allah. Der junge Araber wird jedoch von den meisten verspottet und auch sein behinderter 13-Jähriger Bruder Al-Qabih, zu deutsch "der Hässliche", wird von der Gemeinschaft vertoßen. Um seinen Mut zu beweisen und die Ehre der Familie aufrecht zu erhalten, beschließt Arif allein nach dem Unterschlupf der Ungläubigen zu suchen. Mit seinem Pferd Layla macht er sich auf den Weg und trifft schon bald auf das Mondmädchen! Savina, sie ist eine Christin und lebt mit weiteren 10.000 Menschen in Korama - einer unterirdischen Höhlenstadt. Die 15-Jährige liebt die Freiheit und fühlt sich in ihrem Versteck sichtlich unwohl. Sie will die Sterne sehen und frei Atmen können und so schleicht sie sich des Nachts immer wieder heimlich aus der Höhle und trifft so auf Arif. Dieser hat großes Glück, denn Savina lässt ihn laufen!! Doch schon in der kommenden Nacht findet Arif den Eingang zum Versteck und die beiden treffen erneut aufeinander. Daraufhin folgt er der hübschen Savina bis zum Innersten der Höhle. Dass er damit sein eigenes Todesurteil unterschrieben hat, ist ihm defintiv bewusst. Doch das Mondmädchen übt eine gewisse Faszination auf ihn aus. Aber wie soll er nun wieder dieser Höhle entkommen, ohne entdeckt zu werden? Nur Savina kann ihm dabei helfen. Doch für wen entscheidet sie sich? Wird sie dem fremden, gutaussehenden Wüstenprinzen helfen? Auch Al-Qabih kämpft derzeit um sein Leben - denn er soll ertränkt werden! Meinung: Ich gestehe, meine Inhaltsangabe ist etwas lang geworden. Aber der Inhalt ist einfach zu schön um wahr zu sein!! Ich habe euch damit auch wirklich nicht zu viel verraten!! :-) Die kleine Liebesgeschichte wurde schön beschrieben und natürlich auch die Hürden, die die zwei überwinden müssen. Ich finde, der Autor bringt die interessanten Dinge auf den Punkt und schwaffelt nicht um den heißen Brei herum. Somit ist das Buch auch nicht so dick und lässt sich zügig durchlesen. Ihr erhaltet in diesem Buch einen überschaubaren und gelungenen Einblick in die unterirdischen Höhlen (Korama), Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Bibel und Koran, sowie weiteren wissenswerten Sachen - OHNE, dass es dabei langweilig wird oder zu einseitig. Alles wird wunderbar mit der Geschichte vermischt und lässt das Ganze auf den Leser spannend und anschaulich wirken. TOP!!

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  • Rezension zu "Der Kuss des Feindes" von Titus Müller

    Der Kuss des Feindes
    Anahid

    Anahid

    08. October 2012 um 09:09

    Kappadokien um 800 n. Chr.: Über zehntausend Menschen leben in der geheimen unterirdischen Stadt Korama. Es sind Christen. Sie haben hier Zuflucht gefunden vor den Arabern, die das Land erobert haben. Arif, der Sohn eines arabischen Hauptmanns, entdeckt bei einem Streifzug das Christenmädchen Savina und verliebt sich Hals über Kopf in sie. Unbemerkt folgt er ihr und entdeckt so den geheimen Zugang in das Höhlensystem der Christen. Eigentlich müsste Arif seinem Vater melden, dass er die Stadt der Christen entdeckt hat … Die Protagonisten: Savina ein Freigeist – Leben, Luft und Liebe und dann muss sich in der unterirdischen Stadt leben. Wie habe ich ihr Sucht nach Sonne und Wind verstanden! Auch sehr schön, dass sie trotzdem eine stille Seite hat, nachdenkt und uns an ihren Gefühlen teilhaben lässt. Sie ist für mich ein kluges Mädchen, dem ich gerne gefolgt bin, auch wenn sie mich zum Lachen gebracht hat, habe ich sie sehr gemocht. Auch Arif hat mich mit seiner Welt in den Bann gezogen. So ganz anders als die unterirdische Stadt bewegte er sich zwischen Zelten und in einer Welt, die von Neid geprägt ist, da er der Sohn eines Hauptmanns ist. Witzigerweise ist mir dieser Umstand kaum aufgefallen, weil sich sein Vater sehr wenig wie ein Hauptmann benimmt. Auch Trauer und Schmerz sind für Arif nicht neu und so wächst mir der traurige, andächtige und aufgeweckte Junge ans Herz. Die Kulisse: Ich kannte vorher weder Christen, die sich in unterirdischen Städten versteckten, noch kannte ich Kappadokien. Mit viel Fantasie wird eine Stadt erschaffen, die seines gleichen sucht und eine Außenwelt, die karg und rau ist, aber die ich auch auf ihre Art mochte. Die Handlung: Immer wieder gibt es Krieg zwischen den Religionen. Wer hat wann, das erste heilige Wort niedergeschrieben und wer glaubt an den richtigen Gott? Auch Arif und Savina geraten in diese Spirale. Dabei sind es gerade diese beiden jungen Menschen, eine neue Generation, die sich beginnt darüber Gedanken zu machen. Können wir nicht alle gemeinsam Leben? Ein schöner Gedanke, der in dieser Geschichte trotzdem nicht mit dem erhobenen Zeigefinger ausgesprochen wird. Der Leser darf selber denken und sich auf eine Seite schlagen, wenn er möchte, muss er aber nicht. Trotz des ernsten Themas eine wunderbare Geschichte. Die Gestaltung: Ein traumhaftes Cover, oder? Eine schemenhafte Verbindung, die noch wachsen kann. Die Bewertung: Mein zweites Buch von Titus Müller und wieder hat er mich mitgerissen. Ich lebte in der Höhlenstadt udn ich ritt durch die Steppe

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  • Rezension zu "Der Kuss des Feindes" von Titus Müller

    Der Kuss des Feindes
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    10. August 2012 um 16:28

    Kappadokien um 800 nach Christus: Christen habe sich in einer unterirdischen Stadt, genannt Korama, verschanzt, um den erbarmungslosen Schwertern der Arabern, die das Land erobert haben, zu entgehen. In dieser Stadt lebt auch Savina, eine junge Christin, und Jonathan, ihr Freund seid Kindertagen. Dass Jonathan Savina liebt und dieses Mädchen gerne heiraten würde, dass ist allseits bekannt, doch über Savinas Gefühle hat Jonathan keine Gewissheit. Zu undurchsichtig sind ihre Absichten. Als Arif, der Sohn des arabischen Heerführers, Savina eines Nachts an der frischen Luft entdeckt, verliebt er sich sofort in sein "Mondmädchen" und folgt ihr zum Eingang der Höhlenstadt. Eigentlich müsste Arif seinem Vater melden, dass er weiß, wo die Christen sich verschanzen, damit dieser einen Angriff gegen sie starten kann, aber Arif beginnt zu zweifeln. Wieso haben die Araber etwas gegen die Christen? Was haben diese ihnen getan und wieso stehen die beiden Religionen im erbitterten Kampf gegeneinander? Als Arifs Bruder dann auch noch in Gefahr gerät und Arif keinen anderen Ausweg sieht, als ihn Savina anzuvertrauen, spitzt sich die Lage zu... * Dieses Buch ist wirklich augenöffnend! Denn Streit oder gar Krieg zwischen den unterschiedlichen Religionen existiert auch heutzutage noch. Selbst Menschen, die selbst weder in einen solchen Streit, noch in einen Krieg verwickelt sind, verhalten sich meist nicht gerade tolerant gegenüber anderen Glaubensrichtungen. Dieses Buch zeigt, dass die Liebe manchmal eben doch stärker wiegen kann, als die Zugehörigkeit zu einer Familie oder einer Glaubensgemeinschaft. Es beweist, dass Zweifel und Nachfragen manchmal genau der richtige Weg sind, um Antworten zu erlangen, die das eigene Weltbild sprengen und das Denken über den eigenen Horizont hinweg ermöglichen. * Sowohl Arif als auch Savina sind tiefgläubig und davon überzeugt, dass ihr Glauben der richtige ist. Das hält sich jedoch nicht davon ab, andere Religionen zu akzeptieren und den Glauben anderer zu respektieren. Beide Protagonisten sind erstaunlich reif für ihr Alter und seelisch und moralisch ihren Eltern, Onkels und anderen Gleichgesinnten weit vorraus. Vorallem Arif ist ein wahnsinnig mutiger und selbstloser junger Mann. Im Gegensatz zu seinem Vater und anderen Gleichaltrigen hinterfragt Arif die ständige Verfolgung der Christen und setzt sich dabei intensiv damit auseinander, was der Koran dazu wirklich sagt. * Durch diese Auseinandersetzung mit dem Koran habe ich für meinen Teil auch einiges dazu gelernt. Ich habe zum Beispiel nicht gewusste, dass Bibel und Koran sich in einigen Dingen doch sehr gleichen. Es ist nämlich auch im Koran die Rede von der Vertreibung Evas und Adams aus dem Paradiese. Auch die Sintflut und Noah und die Arche taucht im Koran auf. Zumdem gibt es einige recht Interessante Rechtfertigungen, die Arif aus dem Koran zitiert, wieso die Araber die Christen eben gerade nicht (!) verfolgen und umbringen sollten. Natürlich darf man auch die Gegenargument seines Vaters, ebenfalls aus dem Koran zitiert, nicht außer Acht lassen, dennoch hielt "Der Kuss des Feindes" einige neue Einblicke in den Koran für mich bereit, die ich sehr spannend fand. * Wer jetzt glaubt, Tolleranz und detaillierte Einblicke in den Koran seinen das einzige, was man aus "Der Kuss des Feindes" lernen könnte, der irrt sich gewaltig. Auch über das Christentum oder gerade die Verfolgung der Christen durch die Araber erfährt man sehr viel. Vorallem die unterirdische Stadt, Koroma, fand ich sehr interessant. Dass tausende Menschen in so einer Höhlenstadt über Monate hinweg hausen können und dennoch an Nahrung, Wasser und Wärme kommen, das hätte ich vorher nicht für möglich gehalten! Alle Wissbegierigen finden im Anhang des Buches auch noch viele historische Fakten, die ich persönlich sehr interessant fand. Gut finde ich auch, dass der Autor Wert darauf gelegt hat, zu erzählen, wie der Krieg zwischen Arabern und Christen, bzw. die Christenverfolgung, letztendlich beigelegt wurde. * Natürlich darf man an dieser Stelle auch die Liebesgeschichte zwischen Arif und Savina und die eigentliche Handlung nicht außer Acht lassen. Diese hat mir aber ehrlich gesagt nicht so gut gefallen. Ich habe lange nicht verstanden, wie Arif und Savina sich so schnell ineinander verlieben konnten, dass die jegliche Angst vor dem jeweils anderen verlieren konnten. Vorallem Savina sieht auf Anhieb, dass es sich bei Arif um einen Araber handelt und dennoch vertraut sie ihm gefährlich schnell und schlägt nicht Alarm. Schließlich geht es hier ja auch um das Überleben ihrer Familie, da Arif ein Spion sein könnte, der nur herausfinden will, wo die Christen sich verstecken. Generell fand ich, dass beide sich viel zu schnell ineinander verliebt haben, sodass die Liebesgeschichte an sich für mich teils unrealistisch wirkte und auch überhaupt nichts Besonderes an sich hatte. Natürlich versucht auch in diesem Buch die "Dreiecksbeziehungsgeschichte", auf die Autoren von Jugendbüchern ja in letzter Zeit so setzen, ein wenig Spannung ins Spiel zu bringen, da aber von vorneherein klar ist, wie Savina sich entscheiden wird, hätte ich darauf gut verzichten können. * Die restliche Handlung ist in meinen Augen leider auch nicht sehr spannend. Einzig die Geschichte rund um Arifs Bemühungen, seinen Bruder zu beschützen, fand ich wirklich spannend. Arifs jüngerer Bruder ist nämlich geistig behindert und wird von Arifs komplettem Volk, dass unter der Heerführung seines Vaters reist, belächelt und geärgert. Arif selbst liebt seinen Bruder aber sehr und beschützt ihn, wo er nur kann. Als dann aber etwas folgenschweres passiert und Arif einsieht, dass er nicht mehr länger auf seinen Bruder aufpassen kann, fasst er den Entschluss, den Araber bei seinen vermeidlich größten Feinden unterzubringen. * Das Ende an sich lässt mich mit einer zweigeteilten Meinung zurück. Da ist auf der einen Seite der Showdown der Geschichte, der ja eigentlich spannend und beklemmend zugleich sein sollte, mich aber völlig kalt gelassen hat. Dieser Showdown trägt sich auch wahnsinnig schnell zu, sodass man gerade erst in die Schlacht eingestiegen ist und fast zeitnah aus der Mauerschauperspektive erfährt, dass alles schon wieder vorbei ist. Die Liebesgeschichte zwischen Arif und Savina endet aber sehr authentisch und wirklich romantisch. Gut finde ich, dass der Autor es nicht zugelassen hat, dass einer von beiden konvertieren muss. Denn genau das macht die Geschichte aus: Beide Liebenden akzeptieren den Glauben des anderen, ohne ihn vom eigenen Glauben überzeugen zu wollen! Allerdings stellt sich mir die Frage, wie beide in einer Welt aus Hass auf Andersgläubige leben und sich durchschlagen wollen.... Da hätte ich mir noch ein paar mehr Perspektiven seitens des Autors gewünscht. * Alles in allem also ein toller historischer Jugendroman, der uns Lesern lehrt, dass man, auch wenn man selbst anderer Meinung ist, den Glauben eines jeden achten und respektieren sollte. Diese message des Buches fand ich so genial, dass ich dem Buch trotz der vielen Schwächen, die die Story an sich in meinen Augen hatte, 3.5 Sterne geben möchte. Letztendlich kommt es für mich nicht nur darauf an, ob mich ein Buch unterhalten konnte, was "Der Kuss des Feindes" leider nicht wirklich konnte, sondern auch darauf, was ich daraus lernen konnte und was mir die Geschichte sagen möchte. Und "Der Kuss des Feindes" hielt da so einiges für mich parat!

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  • Rezension zu "Der Kuss des Feindes" von Titus Müller

    Der Kuss des Feindes
    Karin1970

    Karin1970

    28. July 2012 um 01:15

    Die unterirdische Stadt Kappadokien, ca. 800 n Ch., dient den Christen als Zuflucht vor den Arabern, die sie wegen ihrer Andersgläubigkeit verfolgen und bekriegen. Arif, der Sohn des arabischen Stammesführers, wird in seinem Stamm „Angsthase“ und „Weichling“ geschimpft. Er macht sich deshalb auf den Weg die Christen zu finden, um bei seinem Volk und seinem Vater angesehener zu werden. Er findet das Versteck und wird von Savina erwischt, die in Kappadokien lebt und sich nachts nach draußen schleicht. Sie verhilft ihm zur Flucht, aber kann sie ihm trauen? Dann treffen sie sich ein weiteres mal. Titus Müller hat es als einer der Wenigen geschafft, mich mit einem historischen Roman zu begeistern. Auf 213 Seiten erzählt er eine Geschichte über Liebe, Herkunft, Abenteuer und Religion. Die Authentizität des Romans hat der Autor sich erarbeitet. Er hat die Schauplätze selbst besucht und kann dadurch eine bildhafte Sprache verwenden. Er bringt uns somit ein plastisches Portrait nahe. Titus Müller schafft es sehr objektiv mit dem Thema Islam und Christentum umzugehen.

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  • Leserkommentare zu Der Kuss des Feindes von Titus Müller

    Der Kuss des Feindes
    Tariza

    Tariza

    18. July 2012 um 15:15 via eBook 'Der Kuss des Feindes'

    Ich finde den historischen Jugendroman als Genre ziemlich interessant, weil ich es mag, auf diese Weise etwas über die Geschichte zu erfahren, aber gleichzeitig einer schönen Story folgen kann. Genau das ist Titus Müller mit diesem Buch auch gelungen. Ich fand die LIebesgeschichte zwischen einem Araber und einer Christin Super und dazu noch die unterirdischen Städte: wirklich toll.

  • Rezension zu "Der Kuss des Feindes" von Titus Müller

    Der Kuss des Feindes
    Angela2011

    Angela2011

    15. July 2012 um 16:56

    Kurzbeschreibung Liebe kennt keine Grenzen Kappadokien um 800 n. Chr.: Über zehntausend Menschen leben in der geheimen unterirdischen Stadt Korama. Es sind Christen. Sie haben hier Zuflucht gefunden vor den Arabern, die das Land erobert haben. Arif, der Sohn eines arabischen Hauptmanns, entdeckt bei einem Streifzug das Christenmädchen Savina und verliebt sich Hals über Kopf in sie. Unbemerkt folgt er ihr und entdeckt so den geheimen Zugang in das Höhlensystem der Christen. Eigentlich müsste Arif seinem Vater melden, dass er die Stadt der Christen entdeckt hat … Meine Meinung Dies ist der erste historische Jugendroman den der Autor Titus Müller geschrieben hat, und da dachte ich mir, das ich es jetzt doch nochmal versuchen möchte, mich an das Genre zu wagen. Vorallem aber auch weil es ein Jugendbuch ist und dies schon der ausschlaggebende Punkt für mich gewesen ist, da ich dieses Genre eigentlich sonst nicht unbedingt gerne mag. Am Anfang war es etwas schwierig für mich, mit den Themen des Buches und dem Schreibstil von Titus Müller warm zu werden. Nach und nach wurde es aber einfacher, denn die geschichtlich interessanten Hintergrundinformationen begeisterten mich immer mehr. Der Autor Titus Müller hat sich nämlich auf die Reise nach Kappadokien gemacht, um sein ganzes Wissen darüber in "Der Kuss des Feindes" bildhaft zu beschreiben. Dies ist ihm meiner Meinung nach besonders gut gelungen. Seine Recherchen über unterirdische Städte, und dem Vergleich zwischen Islam und Christentum, machen das historische Jugendbuch schon zu etwas besonderem, denn als Leser erfährt man genauso wie Arif, warum oder wieso es eigentlich keine so großen Unterschiede im Koran oder in der Bibel gibt. Durch die ganzen geschichtlichen Hintergrundinformationen habe ich sehr viel über die Unterschiede des Islams und des Christentums erfahren, und auch Titus Müller schreibt am Ende seines Buches, dass er verblüfft darüber war, wie sehr sich doch viele Aussagen im Koran und in der Bibel gleichen. Die besondere Liebesgeschichte zwischen Savina und Arif, die eigentlich nicht sein dürfte, hat mich auch begeistert und sehr berührt, denn diese Liebesgeschichte, die immer im Vordergrund steht, verknüpft mit den geschichtlichen Hintergründen, hat Titus Müller wunderbar ausgearbeitet. Titus Müller hat mich mit seinem schönen Schreibstil und der spannenden Geschichte keinesfalls gelangweilt sondern sehr gefesselt nach ein paar anfänglichen Schwierigkeiten. Daher würde ich dieses Buch auch jedem Nicht-Leser dieses Genres empfehlen, da es einfach etwas besonderes ist und ich dem Text des Buchrückens vorbehaltlos unterschreiben würde. "Ein wunderbarer historischer Roman, der vergangene Zeiten fühl- und erlebbar werden lässt, und ein Plädoyer für Toleranz und Menschlichkeit." Fazit 4,5 Sterne

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  • Rezension zu "Der Kuss des Feindes" von Titus Müller

    Der Kuss des Feindes
    Vampir_Addict

    Vampir_Addict

    08. June 2012 um 23:39

    “Titus Müller“ lässt in „Der Kuss des Feindes“ den Glauben in den Schatten rücken und die Liebe aufblühen, ein Roman in dem die Liebe stärker ist als der Glaube an Gott. Savina lebt mit ihrer Familie und 10.000 anderen Menschen in der unterirdischen Stadt Korama, wo sie sich vor dem arabischen Volk verstecken müssen, da diese das Land erobern wollen. Als Arif, ein arabischer Junge, sich allein auf die Suche nach den versteckten Christen macht, um seinen Vater imponieren zu können, findet er nur ein Mädchen und ist vom diesem sofort beeindruckt. Ihre ganze Art ist für ihn mehr als anziehend und auch die Tatsache das sie eine Troglodytin ist, scheint ihm nichts auszumachen. Auch Savina ist auf Anhieb von den braun gebrannten Arif hin und weg. Es beginnt eine gefährliche junge Liebe, welche die Vorurteile der Familie und Freunde bestehen muss. Fazit Eine sehr emotionale Geschichte die mir persönlich sehr gut gefallen hat. Ich war oft nahe der Tränen. Einige sind auch, durch die eine oder andere unmoralische Szenen, geflossen. Die junge Liebe zwischen einem Araber und einer Christin, so dachte ich anfangs könnte nie gut gehen. Zu verschieden sind die Glaubensrichtungen und ihre Regeln. Doch das Buch hat gezeigt, dass viele Theorien der Bibel und des Koran sich ähneln. Jedoch ist der eigentliche Grund beider Religionen, dass Gott einen Sohn schickte und keinen Propheten, der Christen und Muslime so verfeinden lässt. Denn die Muslime sind der Meinung Gott hätte keinen Sohn sondern nur einen Propheten gesandt. Doch auch dieser große Streitpunkt beider Religionen konnte Savina und Arif nicht aufhalten ihre Liebe zu leben. Vielleicht ist nicht der Glaube am Christentum oder Islam die Rettung unserer Seelen nach dem Tod, sondern ganz einfach der Glaube an die Liebe.

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  • Rezension zu "Der Kuss des Feindes" von Titus Müller

    Der Kuss des Feindes
    Anka2010

    Anka2010

    12. May 2012 um 21:58

    Der Einstieg in diese Geschichte gestaltete sich für mich etwas holprig und ich hatte das Gefühl, dass zu viel Wüstensand in das Lese-Getriebe geraten war. An den "unausgeschmückten" Schreibstil musste ich mich erstmal gewöhnen. Auch die Charaktere waren mir zu Beginn noch nicht so sympatisch, sodass ich anfangs doch etwas skeptisch war. Doch das Durchhalten wurde belohnt. Bald tauchte ich vollkommen in die Welt von Kappadokien um 800 n. Chr. ein und lernte Arif und Savina besser kennen. Besonders Arifs Leben interessierte mich immer mehr. Ein besonderer Junge, der in seinem Heer als Schwächling und Angsthase abgestempelt war, am Ende aber mehr Mut als alle Krieger zusammen beweisen muss. Titus Müller hat es tatsächlich geschafft mich für seinen historischen Roman zu begeistern. Die interessanten geschichtlichen Hintergrundinformationen, die er in seinen Roman geschickt einfließen lässt, habe ich förmlich verschlungen und mich auch nach dem Lesen noch intensiver mit diesem Thema beschäftigt. Denn natürlich ist die Handlung in "Der Kuss des Feindes" frei erfunden, den geschichtlichen Hintergrund, die unterirdischen Städte und die religiösen Konflikte gab es aber wirklich. Der Autor hat sich auf seiner Recherche-Reise nach Kappadokien selbst ein Bild von einer unterirdischen Stadt gemacht und lässt diese mit seinen bildreichen Beschreibungen erneut zum Leben erwecken. Weitere Erfahrungen und Erklärungen des Autors gibt es übrigens zusammengefasst ganz am Ende des Buches Am meisten beeindruckt hat mich das Gespräch zwischen Arif und dem Scheich (ab Seite 168). Der junge und vor allem sehr intelligente Araber stellt sich die Frage, was nun der genaue Unterschied zwischen dem Islam und dem Christentum ist. Warum ist ein christliches Leben in den Augen seiner Glaubensgemeinde weniger Wert? Der belehrte Scheich steht Arif Rede und Antwort und bestärkt ihn darin, die Dinge weiter zu hinterfragen und das schwarz-weiß Denken abzulegen. Diese Diskussion hat auch mir weitergeholfen. Ich saß quasi neben Arif und habe mir diesen Konflikt verständlich (wenn auch nicht nachvollziehbar!) erklären lassen. Die zarte Liebesgeschichte, die zum Scheitern verurteilt ist und alle Grenzen überschreitet, die es in der damaligen Zeit gab, hat mein Herz berührt. Sie nimmt keinen zu großen Platz ein, wird nicht übertrieben oder gar kitschig dargestellt und doch ist diese besondere,naive und süße Verbindung zwischen Arif und Savina stets spürbar. Obwohl dieses Buch mit seinen 283 Seiten relativ dünn ist, beinhaltet es so viel Abenteuer, Geschichte, Liebe und jede Menge Denkanstöße. Meiner Meinung nach eignet sich dieser historische Roman wunderbar als Schullektüre, z.B. für den Ethik- oder (warum auch nicht) Religionsunterricht. Das Verständnis für beide Religionen wird verstärkt und das Hinterfragen unterstützt, ohne belehrend zu wirken. "Die ganze Hässlichkeit des Krieges lag zwischen den Häusern: Menschen, die gestern noch gesprochen hatten, geatmet, gegessen, gewünscht hatten, die gelaufen waren und den Wind auf der Haut gespürt hatten - sie rührten sich nicht mehr, waren zu leblosen Formen geworden. Wie konnten sie nur so aufeinander losgehen im Streit um ein paar Ziegen und einige Klumpen Gold? Wie konnten sie sich töten, um das Sagen zu erhalten über einen kleinen Flecken Land?" S. 167 Auch wenn ich ein paar Seiten gebraucht habe, um in diesen historischen Jugendroman hineinzufinden, bin ich froh, dass ich ihm eine Chance gegeben habe. Ich habe Neues gelernt, viel nachgedacht und nebenher einen bewunderswerten Jungen kennen gelernt, von dem sich jeder, auch in der heutigen Zeit, eine Scheibe abschneiden sollte. Deshalb möchte ich euch diese Geschichte ans Herz legen. In ihr steckt viel mehr, als man auf den ersten Blick erkennen kann.

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  • Rezension zu "Der Kuss des Feindes" von Titus Müller

    Der Kuss des Feindes
    Fabella

    Fabella

    03. May 2012 um 19:25

    Inhalt: Wir schreiben das Jahr 800. Savina lebt in der unterirdischen Stadt Korama. Ihr Volk war zur Flucht in die Höhlen gezwungen, da sie Christen sind. Verfolgt von den Arabern, die sie als Feinde betrachten. Und das nur, weil sie den "falschen" Glauben haben. Doch nachts schleicht sich Savina aus den Höhlen um die Sterne zu betrachten, um Freiheit zu fühlen. Dort lernt sie Arif kennen - den Sohn des arabischen Hauptmanns, der ihr Volk bedroht. Doch von Arif geht für Savina keine Gefahr aus, im Gegenteil. Sie fühlt sich zu ihm hingezogen, zu seiner Andersartigkeit, seiner Ruhe. Und sie risikiert eine Menge, um Arif zu helfen. Doch kann sie ihm wirklich vertrauen? Und dann gibt es auch noch Jonathan. Er liebt sie. Er ist aus ihrem Volk. Und er beobachtet Sie. Kann sie auch ihm vertrauen? Meine Meinung: Der Kuss des Feindes ist ein sehr ungewöhnliches Buch finde ich. Es behandelt ein immer wieder auftretendes, bzw. nie endendes Streitthema: Glauben. Wer hat den Richtigen, welcher ist der Richtige? Eine Frage, die sich mir persönlich nie stellt. Ich glaube an keine Religion, ich glaube nicht, dass es dutzend verschiedene Götter gibt .. ich denke, sie haben nur unterschiedliche Namen. Ich sage das jetzt, weil ich damit eigentlich ausdrücken möchte, dass ich dadurch diesem Buch bzw. seinem Thema sehr offen gegenüberstehe, ohne für eine Seite zu symphatisieren. Ich empfand das Buch als etwas bedrückend und düster. Passend zu dem Thema. Und doch - auch offen und hoffnungsvoll. Denn so schlimm der Krieg zwischen den zwei Völkern ist, so schön ist es, dass sich die Liebe scheinbar immer einen Weg bahnt. Und die Geschichte zeigt uns, dass es sich immer lohnt gegen den Strom zu schwimmen und das auf mehrere Arten. Wer sich nicht sicher ist, ob er dieses Buch lesen soll, den kann ich beruhigen. Es ist nicht eine einzige Schlacht um Glauben und Sieg. Ja, es spielt eine wichtige Rolle, aber mehr im Hintergrund. Vordergründig sind die Personen das wichtigste. Arif und ein paar seines Volkes und Savina und ein paar ihres Volkes. Wie sie die Tage erleben, mit den Schwierigkeiten umgehen, das Unmögliche möglich machen. Wie sie ihre Liebe finden - ohne dass es ein Liebesroman ist oder kitschig wird. Eigentlich ist es ein Buch, das Hoffnung spendet. Das Mut macht. Das Grenzen auflöst und zeigt, es geht auch anders. Ein kleiner Schritt ist manchmal ein unendlich großes Geschenk. Ich kannte bislang noch kein Buch des Autors. Wirklich eine Lücke wie ich feststellen mußte. Denn ich mochte die ruhige, oft ein bisschen sachliche Art des Autors, ohne dass er dabei gefühllos oder kalt das Geschehen vermittelt. Und trotz dieser Art hatte ich einige Male einen Kloß im Hals und war ergriffen von den Kleinigkeiten. Ein Beispiel, wie schön er mit Worten umgehen kann: "Ihre Umarmung berauschte ihn. Er war eins mit dem Pferd und mit dem Mondmädchen, die Nachtluft fuhr ihm wild ins Gesicht, und er hielt es ihr glücklich hin." Es ist doch toll, wie man mit so wenig Worten so viel erzählen, so viel ausdrücken kann, oder? Mir jedenfalls gefiel es sehr gut. Fazit: Ein ernstes und doch so viel Hoffnung gebendes Buch. Ihm fehlt zwar Leichtigkeit, dafür überzeugt es mit Eindringlichkeit und Gefühl, ohne einen Moment kitschig zu sein. Sehr empfehlenswert!

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  • Rezension zu "Der Kuss des Feindes" von Titus Müller

    Der Kuss des Feindes
    Claudias-Buecherregal

    Claudias-Buecherregal

    30. April 2012 um 09:45

    Um 800n Chr. in Kappadokien sind Christen und Araber aufgrund ihrer unterschiedlichen Religionsansichten extrem verfeindet. Um Angriffen der kampferprobten Araber zu entgehen, ziehen sich die Christen immer wieder in unterirdische Städte zurück. Doch das Leben unter der Erde ist besonders für Savina oft eine Qual, da sie die Natur liebt. Als sie sich eines nachts erneut heraus schleicht, lernt sie Arif kennen. Er ist nicht nur Araber und somit der Feind, sondern auch noch der Sohn des arabischen Hauptmannes, sein Vater führt die Gruppe an. Obwohl die beiden sich gegenseitig bekämpfen und verraten müssten, verlieben sie sich ineinander, aber wie soll diese Liebe je eine Chance erhalten... "Der Kuss des Feindes" führt den Leser in eine Welt, die mir recht unbekannt war. Bisher hatte ich keine Ahnung davon, dass um 800n Chr. in Kappadokien zum Teil Städte mit 10.000 Menschen unterirdisch existierten und die Bevölkerung sich so vor Angriffen schützen konnte. Wie man im Anhang des Romans erfährt, war Titus Müller selbst vor Ort und hatte die Gelegenheit Teile einer unterirdischen Stadt selbst zu besuchen und diese Erfahrung und das damit verbundene Wissen hat er gekonnt in seinen Jugendroman einfließen lassen. Mit seiner bildhaften Sprache schafft er es, diese Welt dem Leser näher zu bringen, so dass man sich das Setting sehr gut vor Augen führen kann. "Die ganze Hässlichkeit des Krieges lag zwischen den Häusern: Menschen, die gestern noch gesprochen hatte, geatmet, gegessen, gewünscht hatten, die gelaufen waren und den Wind auf der Haut gespürt hatten - sie rührten sich nicht mehr, waren zu leblosen Formen geworden." (Seite 167) Sehr gut gefällt mir auch, wie der Autor mit den unterschiedlichen Religionen umgegangen ist. Er vergleicht die Bibel und den Koran, lässt seine Charaktere manchmal objektiv, manchmal aber auch subjektiv über die Unterschiede diskutieren, stellt jedoch auch Gemeinsamkeiten heraus und schafft es nie abwertend über eine der beiden Religionen zu urteilen. Diesen Religionspart fand ich sehr interessant, da er erstens sich nicht anfühlt wie Religionsunterricht, sondern diese Informationen geschickt in die Handlung eingearbeitet wurden, und ich mich bisher noch nicht so intensiv mit dem Koran auseinander gesetzt hatte. Der Roman ist sehr flüssig geschrieben und es macht Spaß die Handlung zu verfolgen. Neben der glaubhaften Liebesgeschichte zwischen Savina und Arif, welche natürlich sehr sehr schnell entstanden ist, war es auch interessant weitere Handlungsstränge zu verfolgen. Das Finale war nicht wirklich überraschend, aber das vorhersehbare Ende gehört einfach zu dieser Art von Geschichte dazu und ist somit auch absolut zufrieden stellend. Wie der Klappentext bereits verrät ist der Roman ein Plädoyer für Toleranz und Menschlichkeit und dieses Ziel wird im Roman gut vermittelt und ich finde es sehr unterstützenswert. Liebe kennt halt keine Grenzen und so soll es auch sein! Fazit: Romeo und Julia in der Religions-Edition ist Titus Müller sehr gut gelungen und sorgt dafür, dass man sich weitere Jugendbücher von ihm wünscht. Gebundene Ausgabe: 282 Seiten Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: 1 (2. April 2012) Sprache: Deutsch ISBN-10: 3596854458 ISBN-13: 978-3596854455 Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 16 Jahre

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  • Rezension zu "Der Kuss des Feindes" von Titus Müller

    Der Kuss des Feindes
    heaven4u

    heaven4u

    27. April 2012 um 18:04

    Kappadokien (Türkei) ca. 800 n. Chr.: Savina liebt die Natur und würde gern immer den Wind in den Haaren spüren. Sie ist Christin und lebt mit zehntausend anderen Christen in der unterirdischen Stadt Korama, in die sie vor den Arabern geflohen sind, die das Land erobert haben und nun auf der Suche nach dem Geheimversteck sind. Arif, der Sohn des Stammesoberhauptes der Araber, entdeckt durch Zufall diese Stadt und Savina, ein Christenmädchen, in die er sich auf der Stelle verliebt. Doch ihre Völker sind verfeindet und bekämpfen sich seit Jahren. Wird Arif die Christen verraten und somit das Leben von zehntausenden Menschen aufs Spiel setzen? Als ich las, dass Titus Müller ein Jugendbuch geschrieben hat, wollte ich es sofort lesen, weil ich schon von 'Tanz unter Sternen' sehr begeistert war. Auch das Thema Religionskonflikte verpackt in eine Liebesgeschichte fand ich gewagt aber gut. Und ich wurde nicht enttäuscht! Das Buch ist wirklich sehr fesselnd, auch wenn man nicht mehr zur Zielgruppe von 12-16jährigen angehört. Besonders fasziniert war ich von der Tatsache, dass der Autor persönlich vor Ort war und eine Führung durch diese Bergstadt gemacht hat um alles realistischer darzustellen. Das ist ihm sehr gelungen. Man denkt beim Lesen, man wäre mittendrin während der Kämpfe und erlebt die zarte Annäherung der beiden Liebenden. Man kann die Spannung förmlich greifen, als beide sich das erste Mal begegnen. Die Figuren sind sehr detailliert beschrieben. Es wird immer abwechselnd aus verschiedenen Perspektiven erzählt, so dass man Einblicke in die verschiedenen Gedankenwelten bekommt. Der Schreibstil ist flüssig und sehr bildhaft, so dass man sich alles sehr genau vorstellen kann. Auch der Einblick in den Glauben eines Moslems hat mir gut gefallen, vor allem, weil man da oft Vorurteile hat. Die Gespräche zwischen Arif und dem Scheich sind sehr beeindruckend, ehrlich und liebevoll. Er erklärt den Unterschied zum christlichen Glauben ohne Hass und Mordgedanken. Ganz anders wie die Gespräche zwischen Arif und seinem Vater. Man kann seinen Hass auf die Christen förmlich greifen, er kann auch nicht so richtig erklären, warum Christen Feinde sind. Es ist eben so. Ich kann dieses Buch nur sehr empfehlen. Lesen, genießen und nachdenken!

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