Titus Müller Der Tag X

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Inhaltsangabe zu „Der Tag X“ von Titus Müller

Seit ihr Vater als Wissenschaftler zu einem Leben im fernen Russland gezwungen wurde, passt Nelly sich ihrer Ostberliner Umgebung immer weniger an. Sie engagiert sich in einer kirchlichen Jugendorganisation und wird im Frühjahr 1953 kurz vor dem Abitur von der Schule geworfen. Trost könnte sie bei dem jungen Uhrmacher Wolf Uhlitz finden, der sich in sie verliebt hat. Er will ihr helfen, legt sich dafür sogar mit seinem Vater an, entwendet staatliche Dokumente und landet im Gefängnis. Was Wolf nur vage ahnt: Die junge Nelly steht in einer geheimnisvollen Verbindung mit einem russischen Spion namens Ilja, der sie mit Nachrichten über ihren verschleppten Vater versorgt und den Austausch von Briefen mit ihm vermittelt. Wie Wolf träumt auch Ilja von einem Leben mit Nelly – aber als sich in Berlin und Halle die Unzufriedenheit mit dem Regime in Massendemonstrationen entlädt, hängt ihrer aller Leben an seidenen Fäden.

Gäbe es mehr, würde ich noch mehr Sterne vergeben. Ich hoffe ich darf noch viele Bücher von Titus Müller lesen.

— Regina_Kollo

Ein grandioses Buch über eine wahre Begebenheit. Die Figuren sind facettenreich. Liebe und Gefühle kommen auch nicht zu kurz.

— carathis

Ein Stück deutsche Geschichte

— malo2105

Zeitgeschehen zum Nacherleben. Informativ und unterhaltsam.

— vielleser18

Ein hervorragender Roman, man wird Zeuge einer Zeitgeschichte. Interresant und mitreißend erzählt.

— Arietta

Facettenreich und spannend!

— Eliza08

Eine fesselnde Geschichte über den Aufstand vom 17. Juni 1953. Lest selbst.

— ginnykatze

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  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Absolut authentisch

    Der Tag X

    BubblyIna

    27. July 2017 um 14:48

    Das Buch "Der Tag X" von Titus Mülller ist wieder wunderbar recherchiert und ist somit absolut authentisch. Es erweckt die Ereignisse um den Arbeiteraufstand in der DDR am 17.Juni 1953 zum Leben reißt einen mit, so dass man gar nicht aufhören möchte zu lesen. ;)

  • der Anfang vom Ende

    Der Tag X

    derMichi

    10. June 2017 um 16:32

    Nach den letzten zeitgeschichtlichen Romanen von Titus Müller scheint die Erwartungshaltung klar: interessant recherchierter historischer Hintergrund plus Liebesgeschichte, dieses Mal in der frühen DDR. Dass "Der Tag X" allerdings auch als spannungsreicher Politthriller funktioniert zeugt einerseits von schriftstellerischer Wandlungsfähigkeit, andererseits verdeutlicht es, wie viel vor und während des Volksaufstandes im Juni 1953 auf dem Spiel stand. Müller bettet seine Figuren, die kaum unterschiedlicher sein könnten, glaubhaft in das Geschehen rund um die Aufstände in Berlin und Halle an der Saale ein und zeichnet ein ebenso realistisches wie ernüchterndes Bild einer gescheiterten Utopie.Eigentlich scheint es naheliegend, dass die Bevölkerung des ausgelaugten Ostdeutschlands mit den Machenschaften der wohlgenährten Parteiführung und deren überambitionierten Zielen auf Dauer nicht einverstanden sein könnte. Gleichzeitig hatte der junge sozialistische Staat, der sich die Sowjetunion zum Vorbild nahm und doch auf Rohstoffimporte aus dem Westen angewiesen war, mit Legitimationsproblemen zu kämpfen und wollte vor allem die Jugend auf seiner Seite wissen. Der Handlungsstrang um Nelly Findeisen veranschaulicht besonders die offene Diffamierung der "Jungen Gemeinde" und anderer christlicher Gruppierungen, die ihren Glauben nicht der Staatsdoktrin unterordneten. Ein Kapitel der Geschichte, das allzu oft in entsprechenden Nischenverlagen untergeht, hier aber als passendes Zeugnis einer von Umbrüchen gezeichneten Epoche fungiert.Die sichtbaren und unsichtbaren Akteure werden gleichermaßen porträtiert, Szenen wie der beginnende Machtkampf an Stalins Sterbebett oder im noch jungen (west)deutschen Bundestag liefern den nötigen Hintergrund für die Geschehnisse zwischen Moskau, Bonn und Berlin, die erst die Vorraussetzungen für die Volksaufstände schufen. Bevor es so richtig zu den genretypischen Verwicklungen und heimlichen Liebschaften kommen kann, brechen die zunächst friedlichen, dann aber unverhofft gewalttätigen Proteste los. Die Reaktionen aller Seiten stellt Müller nebeneinander, lässt den Leser beobachten, ohne selbst Urteile zu fällen oder nachträglich einzelne Figuren zu Helden zu verklären. Das bleibt der SED-Führung überlassen, die ein eher zufälliges Todesopfer zum Märtyrer ihrer gerechten Sache macht.Die beklemmende Stimmung wird glücklicherweise nie überstrapaziert, für einen historischen Roman ist das Buch mit seinen 400 Seiten (inkl. Anhang) sogar relativ übersichtlich. Die Vielzahl grundverschiedener Charaktere an den unterschiedlichsten Stellen des Geschehens macht die Lektüre spannend und ermöglicht einen hervorragenden Einblick in eine Zeit, in der es an allem mangelte, außer an reichhaltiger Kost für die Geburtstagsgäste eines Walter Ulbricht, der nebenbei auch noch seine Biografie in einer großzügigen Auflage drucken ließ. Außerdem werden die Hintergründe der Chruschtschowschen "Tauwetter-Periode" deutlich, die unter seinem entmachteten Vorgänger Beria Lawrenti deutlich weniger pragmatisch hätte werden können.Seitenzahl: 400Format: 14,8 x 22,1 cm, gebundenVerlag: BlessingBonusmaterial: Anhang mit Glossar und weiteren Infos zu den historischen Hintergründen

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  • Freiheit!

    Der Tag X

    walli007

    05. June 2017 um 21:18

    Kurz nach dem Krieg wird Nellys Vater von den Sowjets aus Ostberlin nach Russland verschleppt. Wie viele andere Wissenschaftler soll er für die Sieger forschen. Nellys Mutter weigert sich, ihren Mann zu begleiten. Noch im Jahr 1953 weiß Nelly nicht, wo ihr Vater ist. Bald will sie Abitur machen, doch ihr Engagement bei der christlichen jungen Gemeinde wird ihr zum Verhängnis. Ihr wird verboten, an den Abiturprüfungen teilzunehmen. Wolf Uhlitz, ein junger Uhrmacher, der sich in Nelly verliebt hat, wird von der Stasi in den Dienst gezwungen, um die christliche Gruppe zu infiltrieren. Und der Russe Ilja, der einmal gut zu Nelly war, bringt immer seltener Briefe von ihrem Vater. Keine Liebesgeschichte im eigentlichen Sinne, keine romantischen Treffen junger Menschen in einer wachsenden DDR, in der doch alles nicht so schlimm ist. Man muss nur seine Nische finden. Und wenn man nicht in eine abgeschottete Nische will? Wenn man offen seine Meinung sagen will? Wenn man einfach nur über Vor- und Nachteile des Systems diskutieren will. Im Frühjahr 1953 ist die Lage in Ostdeutschland schlecht, die Normen werden heraufgesetzt, die landwirtschaftliche Produktion sinkt, die Läden sind leer. Manche Mütter wissen nicht, wie sie ihren Kindern etwas Vernünftiges auf den Tisch bringen sollen.  Bespitzelung und Denunziation an allen Ecken und Enden. Keiner kann dem anderen wirklich trauen. Geheimdienste spionieren und nutzen jede Gelegenheit, um die jeweils anderen auszuspähen. Und auch die große Politik spinnt ihre Fäden. Gerade diese jedoch haben nicht unbedingt das Wohl der Menschen im Sinn. Wenn es um das sogenannte große Ganze geht, kann ein Einzelner schon zum bedauerlichen Opfer werden. Und so wird der verzweifelte Aufstand der Arbeiter von allen Seiten für die eigenen Ziele genutzt.  Nach der mitreißenden Lektüre dieses Romans fühlt man sich eindringlich daran erinnert, dass die Freiheit, sich nach seiner Überzeugung zu äußern und zu leben, zumindest solange man andere damit nicht ungerechtfertigt einschränkt, nicht selbstverständlich ist. Fast klaustrophobisch könnte man das Gefühl beschreiben, das die Lektüre auslöst. Die immer größer werdende Enge des Überwachungsstaates, das gegenseitige Belauern, das Misstrauen, das immer größer wird. Dazu ein spannendes Spionagegeschehen vor dem Hintergrund der Weltpolitik. Man stellt sich, die Frage, ob die Menschen in der DDR von allen verlassen wurden, zum einen, um den idealen Arbeiter- und Bauernstaat zu schaffen, zum anderen aber auch, um ein vereintes, aber neutrales Deutschland zu verhindern. Soll man von Glück reden, wenn die eigenen Großeltern einfach ein paar Kilometer weiter gelaufen sind und einem so ermöglicht haben in einer westlichen Demokratie aufzuwachsen. Zumindest sind die Zeiten vorbei, in denen man dieses Privileg für selbstverständlich halten sollte.  Ein hervorragender zeitgeschichtlicher Roman, der sehr eindringlich daran erinnert, dass Freiheit keine Selbstverständlichkeit ist.

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  • Besser gehts nicht

    Der Tag X

    elvire

    08. April 2017 um 21:46

    Ich bin eher ein „Geschichtsmuffel„ und ueber die Geschichte der DDR wusste ich praktisch nichts. Der Autor aber schafft es einen mitzureissen. Anhand von mehreren Einzelschicksalen erleben wir verschiedene Haltungen, Einstellungen, Gedankengaenge mit, wir lernen wie unterschiedlich die Lage in den beiden Teilen Deutschlands war, uvm. Auch reale Personen kommen vor, wie z.B. Beria, von dem ich vorher noch nie etwas gehoert hatte. Anfangs habe ich mehrmals gegoogelt, bis ich den Anhang entdeckt habe, wo vieles erklaert wurde. Und das ist auch das einzige Manko: am Anfang des Buches haette ein Hinweis auf den Anhang sein muessen, damit man waehrend des Lesens immer wieder mal nachgucken konnte. Dieses Buch kann ich auf jeden Fall uneingeschraenkt weiterempfehlen.

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  • Warten auf Tag X

    Der Tag X

    Regina_Kollo

    05. April 2017 um 20:54

    Der Tag X Autor:Titus Müller Genre:Roman Erschienen: 27. Februar 2017 Version: gebunden, eBook, Audio-CD Seiten:400 Verlag: Karl Blessing Verlag Inhalt(übernommen): Seit ihr Vater als Wissenschaftler zu einem Leben im fernen Russland gezwungen wurde, passt Nelly sich ihrer Ostberliner Umgebung immer weniger an. Sie engagiert sich in einer kirchlichen Jugendorganisation und wird im Frühjahr 1953 kurz vor dem Abitur von der Schule geworfen. Trost könnte sie bei dem jungen Uhrmacher Wolf Uhlitz finden, der sich in sie verliebt hat. Er will ihr helfen, legt sich dafür sogar mit seinem Vater an, entwendet staatliche Dokumente und landet im Gefängnis. Was Wolf nur vage ahnt: Die junge Nelly steht in einer geheimnisvollen Verbindung mit einem russischen Spion namens Ilja, der sie mit Nachrichten über ihren verschleppten Vater versorgt und den Austausch von Briefen mit ihm vermittelt. Wie Wolf träumt auch Ilja von einem Leben mit Nelly – aber als sich in Berlin und Halle die Unzufriedenheit mit dem Regime in Massendemonstrationen entlädt, hängt ihrer aller Leben an seidenen Fäden.Titus Müller erzählt eindringlich und packend vom Leben der Aufbegehrenden und entfaltet authentisch und detailgenau das Panorama eines Aufstandes, der beispielhaft wurde. Meine Meinung: Das Cover ist sehr ansprechend gestaltet und versetzt den Leser direkt in die 50er Jahre. Auf dem Cover ist eine Frau und ein Mann, sitzend, auf einem Auto abgebildet. Schon der Prolog hat mich in den Bann gezogen. Dieser beinhaltet schon sehr viel Spannung. Die Geschichte wird aus der auktorialen Perspektive erzählt. Auch wenn es mehrere Geschichten in einem Roman sind, kommt der Leser nicht durcheinander. Beim Lesen lernt der Leser viel über die DDR, ohne das dieses zu plakativ wird. Die geschichtlichen Informationen bleiben weiterhin im Hintergrund. Ich habe mich besonders gut in Nelly hineinversetzten können und mich oft gefragt „Was hätte ich an ihrer Stelle getan“. Durch die vielen geschichtlichen Hintergründe, ist dieses Buch aus meiner Sicht auch für den Geschichtsunterricht gut zu nutzen, denn auch ich habe durch dieses Buch noch viel über die DDR erfahren, was ich vorher noch nicht wusste. Die Schreibweise von Titus Müller ist leicht zu lesen und auch ohne Hintergrundwissen, ist der Geschichte „Der Tag X“ gut zu folgen. Der Roman war für mich genau so geschrieben, wie ich es im Vorfeld schon von Titus Müller kannte. Da mich Der Tag X von Titus Müller so begeistert hat, kann ich dem Buch nur 5 von 5 Büchersternen geben. Gäbe es mehr, würde ich noch mehr Sterne vergeben. Ich hoffe ich darf noch viele Bücher von Titus Müller lesen.

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  • Deutsche Geschichte unterhaltsam erklärt

    Der Tag X

    carathis

    02. April 2017 um 17:40

    Ein Stück jüngerer deutscher Geschichte wird in „Der Tag X“ gefühlvoll mit menschlichen Schicksalen und den dazugehörigen Geheimnissen verwoben. Wir begegnen Nelly, einem jungen Mädchen, dessen Vater 1946 von sowjetischen Soldaten verschleppt wurde. Diese traumatische Erfahrung wird sie prägen und lässt Skepsis gegenüber der staatlichen Macht der DDR in ihr wachsen. Wie sie sich in den 1950ern in Ostberlin nicht mit den verordneten sozialistischen Einheiten arrangieren will und stattdessen in der Jungen Gemeinde nach Gleichgesinnten sucht, erzählt Titus Müller sehr einfühlsam und auch realitätsnah. Doch nicht nur die Probleme und Träume der Normalbürger spielen in dem Roman eine Rolle, sondern auch große politische Aktionen. Die Machtübernahme Berias nach Stalins Tod und seine Einflussnahme auf die DDR lassen einen tief eintauchen in die Zeit der Neuordnung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg. Während Westdeutschland versucht Anschluss an Großbritannien, Frankreich und die USA zu finden, leiden Land und Leute in der DDR noch, geschwächt durch die Reparationszahlungen, die sie an die Sowjetunion abtreten müssen. Dies führt dazu, dass die Menschen unzufrieden werden und schließlich den Aufstand am 17. Juni 1953 wagen.Es gibt im Buch verschiedene Hauptcharaktere und auch Erzählstränge, die aber sehr stimmig und abwechslungsreich zusammengesetzt wurden. Neben verschiedensten Liebesbeziehungen, erfahren wir auch von einem Spion, der in Deutschland für die Sowjetunion arbeitet und seinen haarsträubenden Einsätzen, einem jungen Uhrmacher, der von der Stasi gezwungen wurde, für sie zu arbeiten und einer allein erziehenden Mutter, die alles für ihre Kinder tun würde. Die Vielfalt an Personen und Themen, war das, was mir am Buch besonders gut gefallen hat. Denn durch die Perspektivwechsel erfährt man umfassend, was zu dieser Zeit passierte und was die Menschen zu ihren jeweiligen Handlungen getrieben hat. Ich würde behaupten, dass ich nun das historische Geschehen viel besser verstehen kann. Trotzdem war es keine schwere Kost, es war unterhaltsam und kurzweilig. Deswegen möchte ich dieses Buch jedem ans Herz legen.         

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  • Leserunde zu "Der Tag X" von Titus Müller

    Der Tag X

    TitusMueller

    Herzliche Einladung zur Leserunde zu "Der Tag X"! Ich freue mich auf eure Leseeindrücke, bin gespannt, wo euch die Geschichte fesselt und an welchen Stellen ihr mir noch was beibringt für den nächsten Roman. (Ein wichtiger "Nebeneffekt" von Leserunden für uns Autoren.) Gern werde ich natürlich auch eure Fragen beantworten. Der Klappentext: Seit ihr Vater als Wissenschaftler zu einem Leben im fernen Russland gezwungen wurde, passt Nelly sich ihrer Ostberliner Umgebung immer weniger an. Sie engagiert sich in einer kirchlichen Jugendorganisation und wird im Frühjahr 1953 kurz vor dem Abitur von der Schule geworfen. Trost könnte sie bei dem jungen Uhrmacher Wolf Uhlitz finden, der sich in sie verliebt hat. Er will ihr helfen, legt sich dafür sogar mit seinem Vater an, entwendet staatliche Dokumente und landet im Gefängnis. Was Wolf nur vage ahnt: Die junge Nelly steht in einer geheimnisvollen Verbindung mit einem russischen Spion, der für den neuen starken Mann in Moskau, für Beria, den Nachfolger Stalins, arbeitet. Welches Geheimnis verbindet die beiden? Wie Wolf scheint auch dieser Fremde von einem Leben mit Nelly zu träumen. Aber Sehnsüchte und Eifersucht werden plötzlich fortgerissen. In Berlin und Halle entlädt sich die Unzufriedenheit der Menschen mit dem Regime in Massendemonstrationen, und die erbitterte Reaktion der Herrschenden lässt nicht lange auf sich warten. Unter allen Teilnehmern verlost der Blessing Verlag 10 Freiexemplare, Bewerbungsschluss ist der 7. März. Wir starten mit dem Lesen am 13. März. Liebe Grüße, Titus

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  • Der Tag X

    Der Tag X

    malo2105

    24. March 2017 um 08:27

    „Der Tag X“ ist der erste Roman von Titus Müller, den ich gelesen habe.Wie viele andere Wissenschaftler und Ingenieure aus der DDR wird auch der Vater von Nelly als Wissenschaftler 1946 in die Sowjetunion verschleppt, Mutter und Tochter bleiben zurück.1953 steht Nelly kurz vor dem Abitur, doch sie geht zur Jungen Gemeinde, einer christlichen Organisation, die Staat und Partei ein Dorn im Auge ist. Nelly wird von der Schule und vom Abitur ausgeschlossen. Sie lernt den jungen Uhrmacher Wolf kennen, der sich in Nelly verliebt. Als er bei einen Einbruch in das Parteiarchiv erwischt wird, zwingt ihn die Stasi, Nelly und andere Mitglieder der Jungen Gemeinde zu bespitzeln.Zeitgleich lebt Lotte als alleinerziehende Mutter mit ihren drei kleinen Kindern in Halle/S. Trotzdem sie frühmorgens zur Arbeit geht, gehen die Kinder oft hungrig zu Bett, denn die Versorgungslage in der DDR ist schlecht und in den Läden bleiben die Regale leer. Das und die Normerhöhung durch den Staat schüren den Unmut unter den Arbeitern, die ihrer Wut am 17. Juni 1953 freien Lauf lassen. Doch der Volksaufstand wird von den Russen blutig niedergeschlagen.Und dann ist da noch der Russe Ilja. Er arbeitet als Spion für den russischen Geheimdienst und versorgt Nelly mit Briefen und Informationen über ihren Vater.Titus Müller versteht es gekonnt, die verschiedenen Handlungsstränge aufzubauen und den Leser einen Blick in das Leben der Menschen der ehemaligen DDR und in die Machtzentrale der Russen werfen zu lassen und so ein Stück deutscher Geschichte lebendig werden zu lassen. Mit seiner klaren und präzisen Sprache nimmt der Autor den Leser mit in das Jahr 1953, als die Menschen der DDR ein Stück Freiheit gewittert haben. Meine Frage beim Lesen war immer wieder: Wie hätte alles sein können, wenn andere Menschen an der Macht gewesen wären und andere Entscheidungen getroffen worden wären?Ein umfangreiches und sehr interessantes Nachwort inkl. eines kurzen Dankes runden den Roman ab.

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  • Großartig!

    Der Tag X

    Jule_liest

    23. March 2017 um 15:54

    Rezension zu „Der Tag X“ von Titus MüllerInhalt:Seit ihr Vater als Wissenschaftler zu einem Leben in Russland gezwungen wurde, passt Nelly sich ihrer Ostberliner Umgebung immer weniger an. Sie engagiert sich in einer kirchlichen Jugendorganisation und wird im Frühjahr 1953 kurz vor dem Abitur von der Schule geworfen. Trost könnte sie bei dem jungen Uhrmacher Wolf Uhlitz finden, der sich in sie verliebt. Er will ihr helfen, legt sich dafür sogar mit seinem Vater an, entwendet staatliche Dokumente und landet im Gefängnis. Nelly steht in einer undurchschaubaren Verbindung mit einem russischen Spion, der Kontakte im Kreml hat. Welches Geheimnis verbindet die beiden? Wie Wolf scheint auch der Fremde von einem Leben mit Nelly zu träumen. In Berlin und Halle entlädt sich unterdessen die Unzufriedenheit der Menschen mit dem Regime in Massendemonstrationen.Meinung:Als Hintergrund dient der 17.Juni 1953. Der Roman ist sehr gut recherchiert und es ist hilfreich, sich ein wenig in der Geschichte auszukennen, da viele Fachbegriffe und Abkürzungen auftauchen, die jedoch auch im Anhang erläutert werden. Trotz der Fachbegriffe lässt er sich leicht und flüssig lesen und man hat das Gefühl mitten im Geschehen zu sein. Die Atmosphäre und die Entwicklung des Aufstandes sind spürbar und werden beeindruckend deutlich.Der Roman zeigt schon auf den ersten Seiten, was Ideologie bewirken kann. Geschichte sollte immer auch dazu da sein, um aus ihr zu lernen. Daher ist der Roman, obwohl er historisch ist, aktuell, da er anregt über Politik und seine Funktion und Auswirkungen nachzudenken, was ich gerade in unserer Gegenwart mit den politischen Brandherden wichtig finde.Der Spannungsaufbau gefällt mir sehr gut. Lange bleibt unklar, welche Rolle der russische Spion spielt und wo Nellys Vater steckt. Auch die steigernde Anspannung in der Gesellschaft, die sich dann am Tag X entlädt, trägt dazu bei.Auch die Charaktere sind toll beschrieben. Nelly gefällt mir sehr gut. Sie ist ein mutiger, beispielhafter Charakter, der all jene vertritt, die sich gegen das Regime aufgelehnt haben. Ihre Geschichte ist realistisch erzählt und vermittelt das Zeitgeschehen.Wolf ist, zumindest auf politischer Ebene, der perfekte Gegenpart zu Nelly- ebenfalls jung, aber (zunächst) regimetreu. Gut gefällt mir, dass er einerseits regimetreu scheint, andererseits aber an vielen Dingen zweifelt, wie etwa dem Schulverweis. Er versteht nicht, wie Nelly an einen Gott glauben und sich derart negativ über den Staat äußern kann, ist aber andererseits nicht einverstanden mit einigen der vom Staat gegebenen Einschränkungen. An ihm sieht man in jedem Fall was eine ideologische Erziehung nach Vorstellung des Staates und der Angstapparat Stasi bewirkt haben. Der Charakter des russischen Spions ist gnadenlos und mordet, wenn es ihm aufgetragen wird. Er stellt jedoch auch einige Geschehnisse und Verhaltensweisen der Führungsriege Russlands in Frage, was ihn sehr interessant macht.Fazit:Der Roman regt zum Nachdenken an. Er macht bewusst, was Politik und Macht anrichten können und wie Komplex die Politik ist, dass alles verpackt in einer tollen Geschichte mit starken Charakteren. Gerade in unserer heutigen Zeit sollten wir daran denken und uns unserer Verantwortung bewusst sein, die wir bei jeder Wahl tragen.Ein beeindruckender Roman, den ich jedem ans Herz legen kann, der sich für Geschichte und Politik interessiert.

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  • Lebendige Zeitgeschichte

    Der Tag X

    cyrana

    23. March 2017 um 12:33

    Im Mittelpunkt des Buches stehen die Ereignisse des 17. Juni 1953. Die Geschichte spielt (bis auf das erste Kapitel) in der Zeit vom März 1953, dem Tode Stalins, bis Anfang Januar 1954, umfasst also noch nicht mal ein Jahr, aber sehr turbulente Monate.Nelly lebt in Berlin und engagiert sich in der Jungen Gemeinde. Deswegen wird sie kurz vor dem Abitur von der Schule ausgeschlossen. Der junge Uhrmacher Wolf ist in sie verliebt und versucht ihr zu helfen, da sein Vater in der Partei ist.Dann gibt es da noch Ilja, ein russischer Spion und enger Mitarbeiter Berias, der nach Stalins Tod die Geschicke der Sowjetunion in der Hand hält. Ilja hat auch eine Verbindung zu Nelly.Ein weiterer Erzählstrang spielt in Halle an der Saale.Titus Müller ist es gelungen ein wichtiges Stück Zeitgeschichte lebendig werden zu lassen. Durch die verschiedenen Erzählperspektiven bekommt der Leser ein besseres Verständnis für die jeweiligen Interessen und Einblicke in die Gedankengänge. Höhepunkt sind die Tage um den 17. Juni, einem sehr wichtigen Tag in der deutschen Geschichte, denn nie vorher seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges war eine Wiedervereinigung näher.Im Anhang gibt es Erläuterungen zum historischen Kern der Geschichte, ein Literatur- sowie ein Abkürzungsverzeichnis.

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  • Als das Volk sich gegen den Staat erhob

    Der Tag X

    UlrikeG-K

    23. March 2017 um 12:27

    Vor dem Hintergrund der dramatischen Ereignisse, in der noch jungen DDR, die am Tag X, dem 17. Juni 1953 in einen Aufstand weiter Teile der Bevölkerung kulminierten, lässt uns Titus Müller in seinem Roman teilhaben an den Schicksalen einer Handvoll Menschen, deren Leben dadurch nachhaltig beeinflusst wurde.Er tut dies auf eine Weise, die den Leser in atemlose Spannung versetzt, die mitreißt, die aber auch verstört und bedrängt, - die jedoch gleichzeitig tiefe Einsichten in eine Zeit vermittelt, die, so möchte man sich am Ende dankbar sagen, der Vergangenheit angehört! Unserer Vergangenheit, in der sie ein weiteres unrühmliches Kapitel in die Geschichtsbücher schreibt....Der Autor versteht es grandios, geschichtliche Fakten, Informationen zur damaligen politischen Lage im Ostblock als auch im Westen mit einer Romanhandlung zu verknüpfen, die den Leser lange nicht loslassen wird. Er zeigt Schritt für Schritt, fast analytisch, und immer nachvollziehbar, die Gründe auf, die zur Erhebung des Volkes führten.Noch jung ist sie, die Deutsche Demokratische Republik, der Zweite Weltkrieg mit all seinen Gräueln ist vor gar nicht langer Zeit zu Ende gegangen. Die Menschen könnten aufatmen, in Freiheit weiterleben...Ja, im Westen des geteilten Deutschlands begann tatsächlich eine neue, eine bessere Zeit, die Entbehrungen der Kriegsjahre sind vorüber.Nicht so im sowjetisch besetzten Deutschland! Mangel, Repressalien, Schikane, Bespitzelung sind an der Tagesordnung. Vorsichtig müssen sie sein mit dem was sie sagen und tun, die Werktätigen, Angst ist ihr ständiger Begleiter...Allenthalben herrscht Unsicherheit. Das Volk wird immer unzufriedener....In der geteilten Stadt Berlin lernen wir Nelly kennen, eine junge Frau, deren Vater kurz nach dem Krieg in einer Nacht-und-Nebel-Aktion zusammen mit anderen Wissenschaftlern in die UdSSR deportiert wurde. Ein einschneidendes Erlebnis, das Nelly geprägt hat. Sie ist aufmüpfig. Sie unterwirft sich dem sozialistischen System nicht, sie lässt sich ihre Überzeugungen nicht nehmen...Dafür nimmt sie erhebliche Nachteile in Kauf!Da ist Wolf, ein junger Uhrmacher, der sich in Nelly verliebt. Er ist Kind des Systems, kann Nellys Handlungen nicht verstehen. Doch - auch er kann über sich hinauswachsen.... Ein weiterer Mann interessiert sich für Nelly : der schillernde, rätselhafte Ilya, ein junger Russe, der im Dienste Moskaus steht. Welche Verbindung besteht zwischen den beiden?Um diese drei Hauptakteure bewegen sich eine Reihe weiterer Charaktere:Eine adlige alte Russin, die es in den Zwanziger Jahren nach Berlin verschlagen hat. Lotte, eine alleinerziehende Mutter dreier Söhne aus Halle, deren Mann sich in den Westen abgesetzt hat und die unversehens in den Strudel um den Tag X hineingezogen wird. Ihr Vetter, ein junger Doktorand an der Universität Halle und dessen unzufriedene Frau.. Die beiden geraten unfreiwillig in die Demonstrationen der Aufständischen Und schließlich ein Hauptfeldwebel, mit dem die einsame Lotte eine Beziehung eingehen möchte....Noch einige Nebenfiguren gesellen sich hinzu, die ein für die damalige Zeit repräsentatives Kaleidoskop bilden....Mit "Der Tag X", spannend wie ein Kriminalroman mit Elementen aus Spionageroman, aus Drama und Tragödie, ist Titus Müller ein wahres Meisterwerk gelungen, das auch sprachlich eine Ausnahmestellung einnimmt. Eine Empfehlung für jeden, dem guter Stil bei Büchern wichtig ist und natürlich für alle, die ein wichtiges Stück Zeitgeschichte verstehen lernen wollen!

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  • Informativ und unterhaltsam

    Der Tag X

    vielleser18

    14. March 2017 um 09:44

    17.Juni 1953, DDR. Ein Volksaufstand. Wie kam es dazu, was passierte damals ? Wie ging es weiter ? Titus Müller hat seinen Roman "Der Tag X" um dieses Ereignis gebettet. Es gibt verschiedene Erzählstränge, verschiedene Protagonisten und sie führen alle zu diesem Tag. Verschiedene Sichtweisen, verschiedene Erlebnisse. Wie immer hat Titus Müller alles hervorragend recherchiert, hat im Anhang den historischen Kern nochmals dargelegt, ein Stichwortregister mit weiteren Erklärungen zu den Abkürzungen ist ebenfalls vorhanden.Es geht um Nelly, die Abiturientin ist Mitglied der Jungen Gemeinde und bekommt zu spüren, dass der christliche Glaube in der DDR nicht mehr erwünscht ist, sowie um Wolf,  dessen Vater SED-Kreisleiter ist. Lotte König ist alleinerziehende Mutter von drei Kindern, sie weiß kaum noch, wie sie sie satt bekommen soll. Ihr Cousin Marc und dessen Frau Katharina werden ungewollt eine größere Rolle am 17. Juni spielen. Das sind die kleinen "Rädchen", die alle wichtig sind für das, was passieren wird. Aber es gibt auch den Russen Ilja, Handlanger für Lawrentia Beria, der nach Stalins Tod einer der wichtigsten Männer der UDSSR wird. Historisches Geschehen, politische Entscheidungen und Ränke, reale Erlebnisse sind das wahre Grundgerüst zu diesem Roman. Ausgefüllt wurde dies mit den fiktiven Protagonisten, die der Autor nah an der Realität gefüllt hat. Wie immer gelingt es Titus Müller Zeitgeschehen informativ und unterhaltsam in eine Geschichte zu verpacken. Auch wenn mir die Protagonisten in "Berlin Feuerland" mehr ans Herz gewachsen waren. Diesmal sind es sehr viele, daher ist vielleicht die Distanz zum Leser größer. Dennoch zeigen sie alle eindringlich, warum sich die Menschen erhoben. Warum sie aufbegehrten. Jeder hatte seine Gründe, es waren unterschiedliche, doch nur zusammen konnten die sie damals stark sein.Das Buch ist ein wichtiger Beitrag dazu, diese Zeit nicht zu vergessen. Fazit:Gut recherchiert, hervorragend erzählt - Zeitgeschehen zum Nacherleben. Informativ und unterhaltsam.

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  • 17. Juni 1953

    Der Tag X

    Eliza08

    12. March 2017 um 11:09

    Meine Meinung: Schon seit längerem bin ich ein Fan von Titus Müller, er schreibt für mich historisch fundierte Romane die unter die Haut gehen und von seinen Lesern bzw. Leserinnen verlangen, dass sie sich eine eigene Meinung zu einem Thema bilden und dies gefällt mir ganz außerordentlich. Als ich in der Vorschau der Verlagsgruppe Random House sah, dass „Der Tag X“ das neue Buch von Titus Müller bald erscheinen würde, setzte ich es mir direkt auf meinen Merkzettel. Auch das Cover sprach mich direkt an, es ist relativ ruhig gehalten, ein wenig beklemmend und strahlt eine gewisse Nachdenklichkeit aus. Der Klappentext bzw. die Beschreibung des Buches gibt nur einen Teil der Geschichte wieder und kratzt somit nur an der Oberfläche dessen, was Titus Müller uns erzählen wird. Die Geschichte wird stringent chronologisch erzählt, als Leserinnen und Leser erleben wird die Zeit des Umbruchs aus verschiedenen Perspektiven und finden uns auf einmal mitten im Geschehen der DDR und der Bundesrepublik Deutschland wieder. Es ist nahezu unmöglich eine Distanz zum Geschehen zu wahren, so sehr wird man in den Strudel aus Intrigen, politische Spiele und familiäre Beziehungen hineingezogen. Nur die Mischung und Verstrickung der verschiedenen Handlungsstränge ergibt ein Gesamtbild zur Lage in der Gesellschaft, die so komplex und unübersichtlich ist. Nelly, Wolf sowie Ilja sind die Hauptcharaktere dieses Romans, doch spielen sie nicht alleine, sondern müssen sich den Regeln ihrer Regierung, ihren Machthabern, ihrer Familie und Vorgesetzten beugen. Sie erfahren leidvoll, dass sie nicht wirklich frei sind, sondern in einem System gefangen sind, welches man nicht so einfach durchbrechen kann. Die Zeichnung der Charaktere und Nebenfiguren ist Titus Müller wieder einmal sehr gut gelungen. Jede handelnde Figur hat ein unverwechselbares Profil. Was mir sehr gut gefallen hat, ist die Facettierung der Figuren, keine Figur ist nur „schwarz“ oder nur „weiß“. Es gibt nicht die klassisch „Guten“ oder die klassisch „Bösen“ in diesem Roman. Um dem Autor in vollem Umfang folgen zu können, braucht man eine gehörige Portion an geschichtlichem Wissen bzw. die Bereitschaft sich diese(s) während des Lesens anzueignen. Ein recht anspruchsvoller Roman, der genau wegen dieser Tiefe so viel Spaß und Freude bereitet. Auch die Sprache die Titus Müller wählt ist diesem Roman angemessen. Der Schreibstil fordert vom  Leser Konzentration und Aufnahmefähigkeit, denn man hat nicht nur das Gefühl, dass jedes Wort wichtig ist, nein jedes Wort ist wichtig und wohl gewählt und trägt zu dem überzeugenden Gesamteindruck bei. Komplettiert wird der sehr gute Eindruck von diesem Buch durch die Karte im vorderen Klappeninnendeckel, sowie einem Abkürzungsverzeichnis und einem umfangreichen Anhang, der viele zusätzliche historische Infos gibt. Titus Müller hat wieder einen sehr guten historischen Roman geschrieben, der volle Beachtung verdient. Für dieses Buch muss man sich Zeit nehmen, um es in seiner ganzen Tiefe und Breite erfassen zu können. Wer hier eine reine Liebesgeschichte vor historischer Kulisse erwartet wird eventuell enttäuscht oder völlig überrascht werden. Von mir gibt es eine ganz klar Lese- und Kaufempfehlung für alle Leserinnen und Leser, die sich auch schon mal gerne etwas tiefer mit einem historischen Thema beschäftigen und dabei nicht auf die Nähe von menschlichen Protagonisten verzichten möchten. Ich bedanke mich bei der Verlagsgruppe Random House und dem Karl Blessing Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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  • Eiine Aufwühlende und bewegende Geschichte

    Der Tag X

    Arietta

    09. March 2017 um 17:57

    Meine Meinung zum Autor: Titus Müller hat mit seinem Roman „ Der Tag X“ , ein Bravouröses Werk der Erzählkunst geschaffen, ein Stück deutscher Geschichte, sehr gut veranschaulicht. Bis ins kleinste Detail hat er vom Aufstand des 17. Juni 1953 erzählt. Da war ich gerade mal 10 Monate alt, ich habe das ganze beim Lesen aufgesogen wie ein Schwamm. Schade das in meinem Geschichtsunterricht nicht darüber gesprochen wurde. Die Beschreibung und die internationale Politischen Hintergründe hat er sehr präzise und Authentisch beschrieben. Er erzählt sehr spannend was hinter den Mauern des Kremls passierte, da bekam man schon manches mal Gänsehaut. Die Machenschaften der Politiker dort, der Druck der UdSSR auf die Politiker in Ostdeutschland, das wurde einem beim Lesen erst so richtig bewusst. Die Politiker in der DDR, die ein sehr hartes Regiment führten, die Menschen unterdrückten und bespitzelten, auch hier schauderte man, wie Machtbesessen diese Bonzen waren. Das Aufbegehren dort den Menschen im Osten, mehr Arbeit, weniger Lohn, Enteignung , diese Unterdrückung und Entmündigung, ein Volk das unter der Knute steht. Kein Wunder das, das Fass überlief und man auf die Straße ging, ein Aufstand der aus dem Ruder lief, und in Blut und Tränen endete. Das alles hat er sehr gut herüber gebracht. Seine Protagonisten, sind teilweise Echt, man konnte sich gut in sie hineinversetzen, er hat sie sehr gut und lebendig beschrieben. Sein Schreibstil empfand ich als Klar, Kraftvoll, fließend, informativ und mitreißend. Meine Zusammenfassung zum Inhalt: Sehr gut hat er die vier betroffenen Familien beschrieben. All diese Menschen verbindet das gleiche Schicksal, sie sehnen sich nach Freiheit, nach einem Staat der ihnen Luft zum Atmen lässt und wo man nicht ständig überwacht und bespitzelt wird. Wo man wieder sagen kann was man denkt und nicht Angst hat, das sie einem gleich holen und ins Gefängnis stecken. Was keiner Ahnt sie werden mit in den Aufstand des 17. Juni 1953 mit herein gezogen, der in Blut, Leid und Tränen endet, was erst so Euphorisch begonnen hatte. Es war schon dramatisch das ganze Ausmaß mit zu erleben, man sah das ganze vor seinem inneren Auge wie ein Film ablaufen. Es ging einem ganz schön unter die Haut. Es fängt mit Nelly und ihrer Familie an, die des Nachts in ihrer Ostberliner Wohnung, von den Russischen Armee aus dem Schlaf gerissen wird, der Vater ein Wissenschaftler wird nach Russland entführt, er ist wertvoll für die Russen, die deutschen besaßen das Wissen das sie dringend brauchten. Die Ängste die und ihre Mutter Ausstand waren so greifbar, mir tat die Familie so Leid. Wolf der Uhrmacher , tickt auch ganz anders, er zweifelt an dem Regime, obendrein hat er sich in Nelly verliebt. Sein Vater ist ein hohes Tier in der Partei. Aber Wolf in seiner Verliebtheit möchte Nelly helfen, ihre Vater zu finden und riskiert dabei Kopf und Kragen Lotti, deren Mann Erwin sich in den Wesen abgesetzt hat, sie muss arbeitet Tag und Nacht um sich und ihre 3 Jungen durchzubringen. Diese stille Lotte, riskiert bei der Demo einiges und landet im Gefängnis, was sie dort mitmachte war unmenschlich und trieb einem beim Lesen, die Tränen in die Augen. Auch Katharina und ihr Mann Marc geraten unschuldig ins Fadenkreuz der Politik und müssen viel Leid und Schmerz erdulden. Nicht vergessen möchte ich den Russischen Spion Iljas der auch ein Auge auf Nelly geworfen hat, was er von ihr will und was sie verbindet erscheint Geheimnisvoll, da ist noch sein Chef und Auftraggeber Lawenri Beria, ein hohes Tier im Kreml, auch sie geraten nach und nach ins Visier der Mächtigen und müssen um ihr Leben bangen. Eine sehr aufregende und bewegende, sowie Lehrreiche Geschichte mit einem sehr überraschenden Ausgang.

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  • „Ein neues Leben anzufangen ist nicht leicht“.

    Der Tag X

    ginnykatze

    04. March 2017 um 16:00

    „Ein neues Leben anzufangen ist nicht leicht“.Zum Inhalt:Nelly Findeisen ist ein glückliches Kind. Sie hat tolle Eltern und auch an Liebe und Spielsachen fehlt es ihr nicht. Im Oktober 1946 wird dann ihr Leben in einer nächtlichen Aktion auf eine harte Probe gestellt. Die Russen dringen in die Wohnung ein und räumen alles aus. Sie wollen die Familie nach Russland verschleppen. Am Bahnhof dann trifft ihre Mutter eine Entscheidung. Sie bleibt in Berlin und lässt ihren Mann allein nach Russland fahren.Nelly wächst heran und kann immer noch nicht verstehen, warum ihre Mutter ihren Vater hat allein gehen lassen. Kurz vor ihrem Abitur im Jahre 1953 wird sie von der Schule verwiesen, weil sie sich in einer kirchlichen Jugendorganisation engagiert. Auch erfahren wir vom jungen Uhrmacher Wolf Uhlitz, der immer korrekt und unauffällig sein Leben führt. Er liebt seinen Beruf und spricht mit seinen Uhren. Dann begegnet er Nelly und verliebt sich in sie. Können diese Beiden unterschiedlichen Menschen ein Paar werden?Und dann ist das noch Ilja, ein russischer Soldat, den Nelly von der Entführung ihres Vaters kennt. Ilja ist ein Spion und er mag sie schon seitdem er ihr das erste Mal begegnet ist. Er ist das einzige Bindeglied zu ihrem Vater. Ilja riskiert alles für Nelly, denn auch er hat starke Gefühle für sie entwickelt.Die Zeiten sind schwierig, es ist die Zeit des Umbruchs. Der Aufstand vom 17. Juni 1953 spielt hier eine sehr große Rolle.Wie die beteiligten Personen in den Aufstand verwickelt sind und was noch so alles passiert, verrate ich jetzt nicht. Wir erfahren noch viel Interessantes über so viele Menschen und das Regime als die Massendemonstrationen losgehen. Und dann ist sich Jeder selbst der Nächste.Fazit:Der Autor Titus Müller hat mit seinem Roman „Der Tag X“ den Aufstand vom 17. Juni 1953 aufgearbeitet. Es gelingt ihm von der ersten Seite an, mich an das Buch zu fesseln. Wir erfahren hier Seiten des Aufstandes, die ich so nie vorher gelesen habe.Die Charaktere beschreibt der Autor mit sehr viel Feingefühl und verleiht so jedem ein ganz eigenes Gesicht. Hier ist es egal ob es die Guten oder die Bösen sind. Jede einzelne Person kann ich vor meinem geistigen Auge sehen, mit ihr fühlen und mich in sie hineinversetzen. Nelly ist ganz klar hier meine Lieblingsprotagonistin.Die Spannung baut Titus Müller gleichbleibend hoch auf. Man kann nicht aufhören zu lesen, trotz der Schwere des Stoffes, ist es unmöglich, das Buch zur Seite zu legen. Manchmal musste ich dann doch eine Pause machen, um zu verarbeiten, was ich da gerade gelesen hatte. Der Schreibstil lässt sich sehr flüssig lesen und war verständlich und so bildlich geschrieben, dass ich zu jedem Kapitel auch die entsprechenden Bilder im Kopf hatte. Einige Male habe ich die Augen geschlossen und wollte gar nicht mehr hinschauen. Aber diese sehr gut recherchierte Geschichte ließ mich bis zum Ende nicht los. Hier vergebe ich hoch verdiente 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung.

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