Die Jesuitin von Lissabon

von Titus Müller 
4,1 Sterne bei33 Bewertungen
Die Jesuitin von Lissabon
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drachenseglers avatar

Titus Müller schafft einen lebendigen Hintergrund für eine Reise nach Portugal, belebt diese faszinierende Stadt

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Autorenlesung am 13. Juni 2010 um 13:00 Uhr auf dem Markt beim Literaturfest in Meissen.

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Inhaltsangabe zu "Die Jesuitin von Lissabon"

"Jede Seite atmet Geschichte." Wolf Serno

Antero Moreira de Mendonça hasst die Jesuiten. Als ein Erdbeben von biblischer Wucht Lissabon 1755 zerstört und die Jesuiten den Zorn Gottes predigen, sieht der junge Naturwissenschaftler die Gelegenheit gekommen, sich am Orden zu rächen. Doch Gabriel Malagrida, der als Prophet verehrte Jesuitenführer, ist ihm ein machtvoller Gegner. Mit Hilfe der deutschen Kaufmannstochter Leonor gelingt es Antero, dem Kerker und der Hinrichtung zu entgehen. Was Antero nicht weiß: Leonor gehört zur Gefolgschaft der Jesuiten. Für wen schlägt Leonors Herz - für Antero oder ihre grausamen Glaubensbrüder?

"Das prächtige Lissabon hieß lange schön und groß; doch eine halbe Viertelstunde verwüstet solches bis zum Grunde. O grässliches Schauspiel! Welch ein Entsetzen!"
Leipziger Zeitung, 6. Dezember 1755

Mit 24 Seiten Zusatzmaterial

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783746627458
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:463 Seiten
Verlag:Aufbau TB
Erscheinungsdatum:12.12.2011
Das aktuelle Hörbuch ist am 23.03.2010 bei RADIOROPA Hörbuch erschienen.

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    AlexReadss avatar
    AlexReadsvor 3 Monaten
    Ein ordentlicher Vertreter seines Genres


    Eindringlich beschreibt der Autor Titus Müller die Naturkatastrophe, die die damalige Welt veränderte. Starke Bilder versetzen den Leser zurück ins 18. Jahrhundert. Man erfährt viel über den mächtigen Orden der Jesuiten und die Anfänge der Erdbebenforschung. Schauplätze werden mit Liebe zum Detail wiederbelebt. Titus Müller hat intensiv recherchiert und ein 450 Seiten starkes Buch vorgelegt, das ein ordentlicher Vertreter seines Genres geworden ist. Fakten und Fiktion verweben sich zum erlebten Geschichtsunterricht. Religiöse, politische und naturwissenschaftliche Überzeugungen prallen aufeinander und enden nicht selten in Intrigen, Verleumdung oder gar Tod. Die Wortgewalt zeugt von der Grausamkeit und Rohheit der Tragödie und ihrer Folgen.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 7 Jahren
    Rezension zu "Die Jesuitin von Lissabon" von Titus Müller

    Inhalt:
    (...hatte hier gerade so viel geschrieben, nun alles futsch - ich habe keine Lust mehr zu schreiben...)
    ** ** ** ** ** ** ***
    Schreibstil:
    Keine Besonderheiten.
    ** ** ** ** ** ** ***
    Quintessenz:
    Eine ziemliche Liebesschnulze. Und wenn man viel weniger als das erwartet, was einem auf dem Klappentext versprochen wird, dann ist es ein Buch zum überfliegen.

    Ach so: Die ersten 100 Seiten waren eine ziemlich Qual: Dauernd sich ändernde Schauplätze und Figuren und somit für mich ein ziemlich langweiliges Chaos...
    ** ** ** ** ** ** ***

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    mueckers avatar
    mueckervor 8 Jahren
    Rezension zu "Die Jesuitin von Lissabon" von Titus Müller

    Eigentlich bin ich nicht so der große Fan von Historischen Romanen, aber "Die Jesuitin" hat mir sehr gut gefallen. Ich könnte das Buch leicht lesen und es war voller Informationen. Allgemein ist das Thema vom Erdbeben in Lissabon sehr interessant in meinen Augen.

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    AxelSMeyers avatar
    AxelSMeyervor 8 Jahren
    Rezension zu "Die Jesuitin von Lissabon" von Titus Müller

    Eine packende Geschichte und ein historischer Roman, der den Titel verdient: Die Jesuitin ist prall gefüllt mit interessanten Details und gut geschrieben.

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    Cibo95s avatar
    Cibo95vor 8 Jahren
    Rezension zu "Die Jesuitin von Lissabon" von Titus Müller

    Historie vor dem 19. Jahrhundert ist irgendwie nicht mein Ding. Von begeisterten Lesern verleitet, habe ich "Die Jesuitin von Lissabon" gelesen, mit wenig Begeisterung, einfach aus Neugierde, was damals bei dem Erdbeben passiert ist. Die Geschichte um Antero und Leonor hat mich gelangweilt, sein Kampf gegen den Jesuitenführer hat mich nicht mitreißen können. Irgendwie plätscherte die Geschichte mit wenigen Höhepunkten vor sich hin ... vielleicht hat mich auch das Getue der Adligen genervt. Ich weiß es nicht genau. Das Buch habe ich gelesen und werde es wohl schnell wieder vergessen. Eine nette Lektüre, mehr war es für mich nicht.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 8 Jahren
    Rezension zu "Die Jesuitin von Lissabon" von Titus Müller

    Lissabon 1755. Antero Moreira de Mendonça, einst die rechte Hand des Jesuitenführers Gabriel Malagrida, kehrt nach längerer Abwesenheit in die Stadt am Tejo zurück. Bei den Jesuiten hat er eine naturwissenschaftliche Ausbildung genossen. Seit er sich von dem Orden jedoch abwandte, weil dieser Schuld am Tod seiner geliebten Julie trägt, muss er den Hass des vom Volk als Prophet verehrten Ordenmannes fürchten. So ist er schon seit Jahren auf der Flucht. Unmittelbar nach seiner Rückkehr bemerkt er eigenartige Erscheinungen, so sind z. B. Quellen plötzlich schwefelhaltig, die Tiere reagieren verstört. Für ihn deutet alles auf eine bevorstehende Naturkatastrophe hin. Er will noch warnen, aber es ist zu spät. Ein verheerendes Erdbeben zerstört die Stadt, tausende Menschen kommen ums Leben. Antero sorgt sich um seine Tochter, Samira, die er bei der deutschen Kaufmannsfamilie Oldenburg versteckt hält. Sowohl Leonor, älteste Tochter des deutschen Kaufmannes, als auch seine Tochter haben das Erdbeben überlebt. Gemeinsam mit Leonor versucht er nun zu beweisen, dass ein Erdbeben nicht gottgewollt ist. Aber Leonor ist auch für Anteros ärgsten Widersacher, Malagrida, keine Unbekannte. Der nennt sie freundschaftlich seine Jesuitin.

    Der Klappentext verspracht eine Liebesgeschichte zwischen Antero und Leonor. Also die bekannte Konstellation in einem der momentan inflationär auf dem Buchmarkt zu findenden „Die …in“-Romane. Ich war dementsprechend auf leichte und wohl auch seichte Unterhaltung eingestellt. Titus Müller war mir als Autor unbekannt. Wohl nur deshalb verfiel ich in diesen Irrglauben. Schon der zu Beginn geschilderte Sturm ließ mich aufhorchen und weckte sofort mein Interesse an diesem Roman. Realitätsnah, kraftvoll und wortgewandt beschrieb der Autor dieses Naturereignis und diesem Stil blieb er bis zum Ende treu. So gab es keine rührseligen Szenen, kein Liebesgeflüster und auch keinen kitschigen Herzschmerz. Dafür zeichnete der Autor auf beeindruckende Weise, das Bild einer von einer Katastrophe ungeahnten Ausmaßes heimgesuchten Stadt. Die Ängste der Menschen wurden nachvollziehbar, deren Reaktionen und Handlungen waren verständlich. Immer wieder gab es Verweise auf die politische Situation und den damaligen Stand der Technik und der Wissenschaft. Das machte den gesamten Roman so authentisch und glaubwürdig. Die im Roman enthaltenen Erklärungen zur politischen Lage, zum Jesuitenorden, zur Erdbebenforschung und die technischen Details wurden so geschickt in die Handlung integriert, dass sie zwar hervorragende Recherche belegten, jedoch nie dozierend wirkten.

    Titus Müllers Protagonisten waren nicht nur Charaktere, sie besaßen auch Charakter und durchliefen in Handlungsverlauf eine Entwicklung. Zudem wurde von der ersten Seite an kontinuierlich ein Spannungsbogen aufgebaut, der bis zum Ende hin gehalten werden konnte.

    Das Buch enthielt ein aufschlussreiches und erklärendes Nachwort. Die Gestaltung ist ansprechend. Als einzigen Kritikpunkt sehe ich die Wahl des Titels an, der meines Erachtens aus rein im Marketing verankerten Gründen so gewählt wurde. Für „Die Jesuitin von Lissabon“ war eindeutig zu wenig Jesuitin enthalten. Wer einen Liebesroman vor historischer Kulisse erwartete, wird bitter enttäuscht werden. Liebhaber guter historischer Romane kommen dagegen voll auf ihre Kosten.

    Mein Fazit: „Die Jesuitin von Lissabon“ ist ein gut durchdachter, logisch aufgebauter historischer Roman, der dem Leser bildhaft eine vergangene Zeit mit einer entsetzlichen Katastrophe vor Augen führt. Dieser verband gekonnt Unterhaltung und Wissenserwerb und entgegen meiner Erwartung nie trivial. Ich empfehle dieses Buch sehr gern weiter.

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    Federchens avatar
    Federchenvor 8 Jahren
    Kurzmeinung: Autorenlesung am 13. Juni 2010 um 13:00 Uhr auf dem Markt beim Literaturfest in Meissen.
    Rezension zu "Die Jesuitin von Lissabon" von Titus Müller

    Wundervolles Kopfkino
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    Zwei Jahre hat Titus Müller an seinem neuen Roman „Die Jesuitin von Lissabon“ gearbeitet. Zwei Jahre, die sich gelohnt haben. Dieser historische Roman verschlingt sich leider viel zu schnell.
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    Wir tauchen ein in das Jahr 1755, in dem Jesuiten Lissabon in ihrem Bann halten. Wir wandeln durch den Hafen, begleiten Antero Moreira de Mendonca auf seinem Weg, dem Jesuitenorden das Handwerk zu legen. Ein Handwerk, welches auch er einst erlernte und leider viel zu spät feststellte, was sein Lehrer Gabriel Malagrida ihm wirklich beibringen wollte. Doch bevor Antero auch nur in die Nähe des Jesuitenführers gelangt, riecht das Brunnenwasser nach Schwefel, die Tiere verziehen sich auf Hügel, kein Vogel sitzt mehr zwitschernd im Baum. Ein Erdbeben, biblischen Ausmaßes verwüstet Lissabon. Feuer bricht aus, eine Flutwelle zieht über die Menschen hinweg. Kein Stein bleibt auf dem anderen. Als die Jesuiten das Beben als Zorn Gottes bezeichnen, wecken sie den Wissenschaftler in Antero. Mit Hilfe der Kaufmannstochter Leonor will er den grausamen Orden vernichten und beweisen, dass die Natur allein Schuld am Erdbeben trägt. Doch Antero kennt Leonors geheime Machenschaften nicht. Sie arbeitet als Spionin für Gabriel Malagrida.
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    Titus Müller hat einen wundervollen historischen Roman mit einer Menge an Hintergrundinformationen geschrieben. Er besitzt einen klaren Schreibstil, spannt raffinierte Spannungsbögen, erzeugt Bilder vor dem geistigen Auge. Er schafft es, Geschichte lebendig werden zu lassen. Das dabei entstehende Kopfkino war so beeindruckend, dass ich mehr wissen wollte. Schnell wurde mir bewusst, welche Arbeit hinter diesem Roman steckt. Welch große Recherche war hier von Nöten. Ich war und bin beeindruckt. Diese faszinierende Geschichte über eine gefährliche Liebe gepaart mit einer der größten Naturkatastrophen bekommt einen besonderen Platz in meiner Bibliothek – bei meinen Lieblingsbüchern.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 8 Jahren
    Rezension zu "Die Jesuitin von Lissabon" von Titus Müller

    Lissabon im Jahre 1755: Jahrelang war der ehemalige Jesuiten-Schüler Antero auf der Flucht vor seiner Vergangenheit. Er glaubte, ihr nach all den Jahren entkommen zu sein. Doch als er die Stadt wieder betritt, tritt auch die Vergangenheit wieder in sein Leben und er flieht erneut vor dem Jesuiten Gabriel Malagrida. Dieser beherrscht den Orden in Lissabon und war früher Anteros Lehrer.
    Während Antero überlegt, wie er wieder aus der Stadt kommt, mehren sich die Anzeichen und schon bald liegt die einst so glorreiche, reiche Handelsstadt Lissabon in Schutt und Asche...

    Aufmerksam wurde ich auf das Buch durch den Klappentext und den Titel. Die beide meiner Meinung nach nicht wirklich halten, was sie versprechen.
    Der Klappentext lässt vermuten, dass der Schwerpunkt auf einer Liebesgeschichte liegen wird.
    Daher war ich sehr überrascht, dass genau dies nicht der Fall war.

    Die mögliche Liebesgeschichte spielt nur eine hintergründige Rolle. Denn was der Autor hier dem Leser bietet ist ein Stück lebendige Geschichte.
    Mit anschaulichen Worten beschreibt Titus Müller die Katastrophe von 1755, die Lissabon grundlegend veränderte. So beschreibt der Autor anschaulich und lebendig, was alles geschah, als Lissabon dem Erdboden gleich gemacht wurde. Dabei wird alles so genau und anschaulich geschildert, dass man als Leser meint, selbst zu spüren, wie die Erde wackelt und man sieht sich selbst neben den Einwohnern Lissabons durch die Gassen der Stadt rennen.
    Nach der Katastrophe spielt der Wiederaufbau der Stadt eine wichtige Rolle.

    Doch nicht nur die Schilderung des Erdbebens liegen dem Autor am Herzen. In all den Wirren spielt die Erforschung eben jenen Naturphänomens eine große Rolle. In dem Zusammenhang erfährt man viel über die damals aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse über Erdbeben.
    Dabei spürt man mit jedem Wort die Faszination und Leidenschaft des Autors für dieses Thema. Obwohl er einem mit seinem Wissen versorgt, wirkt er nie belehrend dabei, sondern lädt eher ein, sich auf das Thema einzulassen und ebenfalls dafür zu begeistern.
    Dies trifft in gleichem Maß auch auf die Vermittlung der angespannten politischen Situation der Stadt zu. Ohne Zeigefinger zeigt der Autor, welche Rolle die Societas Jesu in Lissabon spielten. Dabei vergisst er nicht in gleichem Maß ihre Verfehlungen wie ihre positiven Errungenschaften zu erwähnen.

    All diese historischen Fakten verbindet der Autor gekonnt mit der Fiktion. Und in dieser müssen die Protagonisten Antero und Leonor lernen, mit der neuen Welt zu leben und ihr eigenes zu ordnen und zu verändern. Beide Charaktere sind unglaublich interessant, glaubwürdig und vielschichtig.

    Vor allem der Schreibstil des Autors hat mich beeindruckt: Titus Müller hat ein unglaubliches Talent sich in die Gedanken anderer hinein zu versetzen und diese in Worte zu kleiden. Auch seine Beschreibungen sind präzise und bildhaft.
    Es gab viele Sätze und Passagen, die ich hätte anstreichen können.

    Alles in allem ist "Die Jesuitin von Lissabon" ein fesselnder und facettenreicher Roman und er wird sicherlich nicht mein letzter von Titus Müller gewesen sein. Ihm ist es mühelos gelungen historische Fakten und Fiktion zu einem Ganzen zusammen zu fügen.

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    Nina2401s avatar
    Nina2401vor 8 Jahren
    Rezension zu "Die Jesuitin von Lissabon" von Titus Müller

    Als ich dieses wunderschön gestaltete Buch zur Hand nahm, war ich sehr gespannt, denn ich habe vor einiger Zeit die Todgeweihte von Titus Müller mit Begeisterung gelesen.

    Dieses Mal entführt uns Titus in das Portugal des 18. Jahrhunderts, die Jesuiten sind sehr mächtig und beherrschen die blühende Stadt. Am 1. November 1755 wird sie durch ein verheerendes Erdbeben völlig zerstört und bis zu 100.000 Menschen verlieren ihr Leben. Die Jesuiten versuchen durch diese Katastrophe ihre Macht zu vergrößern, allen voran Gabriel Malagrida, der charismatische und sehr grausame Anführer des Ordens. Sein Gegenspieler ist sein ehemaliger Schüler und rechte Hand Antero Moreira. Es kommt zu einem erbitterten und spannenden Machtkampf zwischen den Beiden, dessen Ausgang sehr lange ungewiss ist.

    Schon ganz zu Beginn wird Spannung aufgebaut, denn die einzelnen Charaktere treten nach und nach in Erscheinung und erst nach einiger Zeit wird erkennbar, welche Rolle sie spielen und in welcher Beziehung sie zueinander stehen. Hier wurde ganz bewusst auf die Auflistung der wichtigsten Personen verzichtet, was ich im Nachhinein sehr gut verstehen kann. Die einzelnen Charaktere werden sehr gut beschrieben, so dass man sofort Bilder von ihnen im Kopf hat. Die beiden Hauptfiguren Antero und Leonor sind mir sehr sympathisch und ich habe die ganze Zeit mitgefiebert und vor allem auch mitgelitten. Mehr als einmal standen mir die Tränen in den Augen.

    Die Liebesgeschichte, die für mich in keinem Buch fehlen darf, wird sehr behutsam in die Geschichte eingebaut, im Vordergrund stehen die geschichtlichen Ereignisse und die wissenschaftlichen Hintergründe. Man merkt beim Lesen immer wieder, wie gründlich im Vorfeld recherchiert wurde und die Fakten wurden so schön verpackt, dass es auch für mich als Laien nicht langweilig wurde.

    Mit sehr viel Fingerspitzengefühl werden die Ängste und die Verzweiflung der Menschen in der damaligen Zeit beschrieben, die Ereignisse nehmen Gestalt vor dem inneren Auge an, die Erzählweise ist so bildhaft, dass man das Schwanken unter den Füßen spürt, der Rauch der brennenden Stadt in der Nase beißt.

    Die bildhafte und lebendige Sprache, zwischendurch gespickt mit wunderschönen Sätzen, die man sich am liebsten aufschreiben würde, hat mich sehr begeistert. Dieses Buch hebt sich sehr wohltuend von dem sehr verbreiteten historischen Einheitsbrei ab und bietet spannende Unterhaltung vor einem gut recherchierten geschichtlichen Hintergrund, ich kann es jedem Liebhaber von guten historischen Romanen empfehlen.

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    Klusis avatar
    Klusivor 8 Jahren
    Rezension zu "Die Jesuitin von Lissabon" von Titus Müller

    Lissabon im Jahr 1755:

    Antero Moreira de Mendonça kehrt als Schmuggler in die Stadt seiner Kindheit und Jugend zurück. Er wird bereits in Lissabon erwartet. Einst ein Schüler der Jesuiten ist der junge Wissenschaftler heute ihr erbitterter Gegner. Und sein früherer Lehrer und Mentor, der Jesuitenführer Gabriel Malagrida, möchte ihn zurück gewinnen – oder vernichten.

    Antero ahnt nicht, dass auch Leonor, die Frau seiner Träume, eine Anhängerin der Jesuiten ist und Malagrida regelmäßig wichtige Informationen zuspielt.

    Es geschehen seltsame Dinge in der Stadt, aber die Bevölkerung achtet nicht darauf. Antero erkennt die Zeichen für eine nahende Katastrophe zu spät. Ehe er die Menschen warnen kann, erschüttert am 1. November ein verheerendes Erdbeben Lissabon. Durch die Erdstöße und eine nachfolgende, gigantische Flutwelle werden große Teile der Stadt zerstört, und tausende Menschen kommen bei dem schrecklichen Ereignis ums Leben. Während Antero, unter dem Schutz des Königs und gefördert vom neuen Premierminister Sebastian de Carvalho, nach dem schrecklichen Naturereignis alles daran setzt, eine vernünftige Erklärung für die Entstehung des Erdbebens zu finden, versetzt im Gegensatz dazu Malagrida die abergläubige Bevölkerung mit seiner Gottesstrafe-Theorie in Angst und Schrecken, um auf diese Weise mehr Autorität und Einfluss auf die Menschen ausüben zu können. Der Premierminister und Antero sind ihm bei seinen Machenschaften im Weg, und es beginnt ein zermürbender Kampf um die Macht.

    Titus Müller beschreibt die Situation in Lissabon und die Naturgewalten mit ungeheuerer Intensität und vermittelt dem Leser ein lebendiges, sehr authentisches Bild der damaligen Zeit. Sein Schreibstil ist flüssig, kraftvoll und zugleich sensibel, und die schöne, oft bildhafte Sprache zieht von der ersten bis zur letzten Seite des Buches in ihren Bann. Sowohl die wirtschaftlichen und politischen Auswirkungen der Katastrophe, als auch die Anfänge der Erdbeben-Forschung werden zur Sprache gebracht. Für die ausführliche und aufwändige Recherchearbeit, die der Entstehung des Buches vorangegangen sein muss, möchte ich dem Autor ein großes Kompliment aussprechen. Eine schöne Abrundung dieses historischen Romans ist die Liebesgeschichte zwischen Antero und Leonor, die jedoch nicht im Vordergrund steht und etwas anders verläuft, als man das normalerweise aus Romanen kennt. Beide Protagonisten, deren persönliche Entwicklung und ihre Liebe haben Ecken und Kanten und sind alles andere als geradlinig, aber gerade das macht sie so glaubwürdig.

    Zum Abschluss, wenn man den Ausgang der Geschichte kennt, kann man sich noch gründlich in das ausführliche Zusatzmaterial im Anhang vertiefen. Dort findet man jede Menge interessantes Hintergrundwissen. „Die Jesuitin von Lissabon“ ist ein Buch, das ich mit Sicherheit noch einmal lesen werde. Bis dahin bekommt es mit seinem dekorativen Einband einen Stammplatz in meinem Bücherregal.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Aff11s avatar
    Hallo, ich habe am Montag die Lesung mit Titus Müller gesehen und mir gleich das Buch bestellt und gelesen. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und vor allem auch das Thema, des Erdbebens von Lissabon fand ich spannend. Jetzt wollte ich mal fragen ob ihr da noch andere Bücher mit diesem Thema empfehlen könnt?
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