Titus Müller Die Todgeweihte

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Inhaltsangabe zu „Die Todgeweihte“ von Titus Müller

Basel 1348: Auf einen Schlag verliert die Jüdin Saphira ihren Beruf, ihre Familie, ihre Heimat. „Bringe dieses Kästchen zum König“, flüstert der Vater ihr vor seinem Tod zu. Doch die junge Frau wird von mächtigen Feinden gejagt. Es sind dunkle Jahre – die Pest wütet in der stolzen Stadt, und deren Bürger richten ihren Zorn gegen die jüdische Minderheit. Aber eines haben Saphiras Verfolger nicht bedacht: Zwei Männer sind unsterblich in sie verliebt.

Gekonnte Fiktion mit historischem verwoben.

— dieben

berührender historischer Roman mit einem wahren Hintergrund

— irismaria

Ein sehr schöner historische Roman.

— patchwork

Ein toller Historienschmöker, aber das ist bei Titus Müller ja nicht anders zu erwarten!

— RobinBook

Gefühlvoller Roman mit 3 Protagonisten, die gut gezeichnet sind. Die Beschreibungen Basels und der Menschen davon sind sehr authentisch.

— Lanie

Oberflächlich und lieblos

— luan

Grundgütiger, was für ein Page-Turner...

— kingofmusic

Das Leben in Basel in einer harten Zeit! Absolut lesenswert!

— Leuchtturmwaerterin

Nur etwas für unverbesserliche Romantiker, sehr konstruiert und historisch ungenau

— Huschdegutzel

Fesselnder historischer Roman verbunden mit geschichtlichen Hintergrund, lesenswert !

— Tine13

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  • Rezension: Die Todgeweihte von Titus Müller

    Die Todgeweihte

    patchwork

    31. May 2016 um 18:43

    Hallo ihr lieben, ich bin wieder zurück aus meinem wunderbaren Urlaub an der Ostsee. Natürlich war ich nicht nur unterwegs, sondern habe auch gelesen. Diesmal habe ich mich für einen Roman von Titus Müller entschieden. Titus Müller war mir bisher unbekannt, umso erfreuter war ich, als ich gelesen habe, dass seine Geburtsstadt, so wie bei mir, Leipzig ist. "Titus Müller, geboren 1977 in Leipzig, studierte in Berlin Literatur, Geschichtswissenschaft und Publizistik. 1998 gründete er die Literaturzeitschrift "Federwelt". 2002 veröffentlichte er, 24 Jahre jung, seinen ersten Roman: "Der Kalligraph des Bischofs". Es folgten weitere historische Romane wie "Die Brillenmacherin" (2005). Titus Müller wurde mit dem C. S. Lewis-Preis und dem Sir Walter Scott-Preis ausgezeichnet. 2011 erschien im Blessing Verlag sein Roman über den Untergang der Titanic: "Tanz unter Sternen". Für den Roman "Nachtauge" (Blessing, 2013) wurde Titus Müller 2014 im Rahmen einer Histo-Couch-Umfrage zum Histo-König des Jahres gewählt."Um was geht es im Roman:"Basel 1348: Auf einen Schlag verliert die Jüdin Saphira ihren Beruf, ihre Familie, ihre Heimat. „Bringe dieses Kästchen zum König“, flüstert der Vater ihr vor seinem Tod zu. Doch die junge Frau wird von mächtigen Feinden gejagt. Es sind dunkle Jahre – die Pest wütet in der stolzen Stadt, und deren Bürger richten ihren Zorn gegen die jüdische Minderheit. Aber eines haben Saphiras Verfolger nicht bedacht: Zwei Männer sind unsterblich in sie verliebt."Der Roman erschien bereits im Jahr 2005. Diese Ausgabe wurde nun neu überarbeitet. Ich finde das Cover sehr gelungen und ansprechend.Der Schreibstil ist flüssig, verständlich, detailliert und facettenreich. Man kann sich alles gut vorstellen und sich in die Charaktere einfühlen. Ich liebe historische Romane, es ist so faszinierend in die Vergangenheit zu reisen und zu lesen wie es den Menschen erging, wie sie lebten und mit welchen Problemen sie zu kämpfen hatten. Saphira ist Jüdin. Ich war wirklich erstaunt zu lesen, dass die Judenverfolgung auch zu dieser Zeit, 1348, schon ein großes Thema war. Die Art wie sie vernichtet wurden steht der Grausamkeit des zweiten Weltkrieges in nichts nach. Abgesehen davon, dass nur 300 Juden getötet wurden und nicht Millionen. Es ist derselbe Hass und dieselbe Dummheit.Die Geschichte um Saphira, und die zwei Männer, die Saphira lieben ist spannend und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Saphira hat viele Kämpfe auszutragen, den Kampf gegen die Pest und den Kampf gegen die Feinde der Juden. Ich habe das Leben in und rund um Basel hautnah erleben können, alles wurde so wundervoll beschrieben, dass ich das Gefühl hatte dabei zu sein. Sehr schön fand ich die liebevolle Beschreibung Gottes, und Christians Weg Gott zu finden.Ich weiß nicht, ob der Autor selbst Christ ist, aber anhand der gelungenen und liebevollen Beschreibung von Gottes Wesen und seiner Liebe zu uns würde ich es vermuten.Ich habe keine Kritikpunkte an diesen Buch, ich kann es nur empfehlen. Das Buch ist gut recherchiert, was auch das Nachwort nochmal bestätigt. Denn diese Geschichte basiert auf wahren Fakten, viele Personen und Gegebenheiten aus diesem Buch sind Realität. Das macht das Buch für mich noch wertvoller.Als nächstes werde ich das Buch "Der Kalligraph des Bischofs" von Titus Müller lesen. Ich bin sehr gespannt.

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  • Ein opulentes Mittelalterepos in neuem Gewand ...

    Der Kalligraph des Bischofs

    Bellis-Perennis

    Historischer Hintergrund: Wir befinden uns im 9. Jahrhundert nach Christus. Karl der Große, der römisch-deutsche Kaiser, ist 814 gestorben. Sein Nachfolger ist Sohn Lothar. Auf dem Papstthron sitzt Paschalis I., der mehr Einfluss in den deutschen Landen will. Die Kirche und die Fürstentümer rittern um ihre Macht. Wenn sie nicht gemeinsam gegen die Sarazenen, die ihre Pfründe bedrohen kämpfen, bekriegen sie sich gegenseitig. Die Klöster stehen in ihrer Hochblüte. Die Kunst des Schreibens wird hochgehalten. In den Skriptorien mancher Klöster finden wahre Künstler im Ausfertigen von Urkunden ihr Lebensziel. Unter Karl dem Großen wird auch die als „karolingische Bildungsreform“ begonnen und die Schrift der „karolingischen Minuskel“ als Schreibschrift eingeführt Inhalt: Germunt, ein Dieb und Mörder flieht vor seinen Bluträchern über die Alpen nach Turin. In eben jene Stadt, in die auch Claudius, ein gelehrter Westgote als Bischof entsandt wurde. Claudius ist zwar Bischof, vertritt aber die Lehre nach dem Bilderverbot in der Kirche. Zu dieser Zeit (700 Jahre vor Martin Luther) eine ketzerische These. Doch nicht nur die innerkirchlichen Dispute machen Claudius das Leben schwer, nein auch der aufsässige Graf Godeoch will ihn aus dem Weg räumen. Claudius nimmt Germunt in seine Dienste und lässt ihn in den „sieben schönen Künsten“ ausbilden. Der ehemalige Dieb findet Gefallen daran Schreiben zu lernen und entpuppt sich als wahrer Künstler. Noch weiß Germunt nicht, dass seine Gabe sowohl Claudius als auch ihm das Leben retten wird. Die Schicksale der beiden sind enger verknüpft als sie beide dies erwarten. Erzählstil/Spannung: Titus Müller präsentiert einen opulenten und farbenprächtigen Mittelalteroman. Gespickt mit echten historischen und fiktiven Personen und Persönlichkeiten. Der Leser ist förmlich dabei, wenn die Salzverkäufer ihre Ware auf dem Markt loswerden wollen. Man kann die inneren Kämpfe des Bischofs miterleben, ist hautnah an den Intrigen dabei und lernt einiges aus der Geschichte. Das jedoch völlig unaufgeregt und unterschwellig. Sehr anschaulich ist das Leben der einfachen Leute geschildert, der Gestank im sommerlich heißen Turin, Manchmal könnte die eine oder andere Passage ein wenig gestrafft werden. Als Leser kommt man manchmal in Versuchung „schnell“ weiterzulesen, so dass einem das eine oder andere wichtige Detail entgeht. Spannende Situationen entstehen immer dann, wenn einerseits Germunt in sein altes Leben als Dieb zurückfällt und andererseits Claudius an sich und Gott zweifelt. Hochspannung kommt auf, als das Geheimnis um Germunt von einem Spielmann gelüftet wird. Charaktere: Germunt, ein schlauer Bursch, gewitzt nimmt seine quasi letzte Chance in Form des Schreiberlings bei Claudius wahr. Seine „Karriere“ als Dieb ist nun beendet. Er setzt seinen Verstand nun für andere Dinge ein. Claudius, der Zweifler, sein täglicher Kampf mit sich und Gott ist anschaulich dargestellt und mündet in der Zerstörung der Heiligenbilder und Statuen. Er erkennt kritisch, dass der Reliquienhandel ausgemachter Schwindel ist. Es ist allerdings auch ein absoluter Machtmensch. Stilla, die Blinde erscheint mir ein wenig zu emanzipiert. Das macht aber gar nichts, bietet sie ja Germunt, dem Grafen und auch dem Bischof die Stirn. Fazit: Ich habe das Buch schon im Jahr 2002 bei seinem erstmaligen Erscheinen gelesen. Es hat in der Zwischenzeit nichts an seiner Faszination eingebüßt. Für die, die sich im Mittelalter abseits von „König Artus und seiner Tafelrunde“ nicht so gut auskennen, wäre ein Glossar recht hilfreich. Wer mittelalterliche Farbenpracht liebt, ist hier richtig und gut bedient.

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    • 10
  • Ein typischer Roman von Titus Müller

    Die Todgeweihte

    RobinBook

    10. March 2016 um 22:30

    Es ist einige Jahre her, dass ich dieses Buch gelesen habe, aber seit der Priestertochter, dem Kalligraphen des Bischofs und der Brillenmacherin lese ich jeden historischen Roman von Titus Müller. Auch die Geschichte der jungen Jüdin Saphira aus dem Basel der Mitte des 14. Jahrhunderts gefiel mir wieder gut und blieb mir in nachhaltiger Erinnerung.  Ich schätze an den Büchern von Titus Müller besonders, dass man immer wieder merkt, was für ein guter Beobachter er ist und wie gut er seine Beobachtungen in Worte zu kleiden vermag.

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  • Basel in seiner dunkelsten Zeit

    Die Todgeweihte

    Leuchtturmwaerterin

    Inhalt: Eine dramatische Liebe in dunkler Zeit. Basel im Jahr 1348: Auf einen Schlag verliert die Jüdin Saphira ihren Beruf, ihre Familie, ihre Heimat. "Bringe dieses Kästchen zum König", flüstert der Vater, bevor er an seinen Wunden stirbt. Doch die junge Frau wird von mächtigen und mitleidslosen Feinden gejagt. Es sind die dunklen Jahre - die Pest wütet in der stolzen Stadt, und deren Bürger richten ihren Zorn gegen die Juden. Was ist das Leben einer Jüdin wert? Eines haben Saphiras Verfolger nicht bedacht: Zwei Männer sind unsterblich in sie verliebt. Ein üppiger historischer Roman nach einer wahren Begebenheit: Packend und berührend erzählt Titus Müller von großer Liebe, wahrer Freundschaft, religiöser Intoleranz und verheerenden Schicksalsschlägen. Meine Meinung zum Buch: Gelesen habe ich die 4. Auflage vom Aufbau Verlag von 2009. Man lernt Saphira und ihren Vater kennen und ihre Liebe zu Tam, dem Sohn des Bürgermeisters Konrad von Bärenfels. Die Zeiten sind für Juden nicht gerade rosig und es wird von Jahr zu Jahr schlimmer. Die Freundschaft zwischen Tam und Christian steht unter keinem guten Stern. Teilweise war mir Saphira zu naiv, aber sie macht einen Reife-/Lernprozess durch, was ihre Figur erwachsener und sympatischer wirken lässt. Die Figuren sind lebendig und man leidet, liebt und hasst mit ihnen. Kapiteleinteilung und Abschnitte sind sehr gut eingeteilt. Kein Kapitel wirkt zu lang und der Spannungsbogen bleibt durchgehend bestehen. Schmunzeln musste ich über den Gedanken, dass man früher tatsächlich glaubte, durch eine ausgeprägtere Leibesfülle krankhafte Winde abwehren zu können. Die geschichtliche Recherchearbeit des Autors macht sich bezahlt. Das Buch wirkt sehr authentisch und man hat das Gefühl mitten unter den Baselern zu sein. Auch die damaligen Klischees wurden rausgeholt: "Juden vergiften Brunnen, um die Christen mit der Pest zu infizieren" oder auch "Juden schlachten kleine Christenkinder und opfern sie". Die Geschichte um den Schotten Eachann Blackhall brauchte etwas, um in Schwung zu kommen. Doch dann wird alles nach und nach klar. Die Wendungen in der Geschichte haben mich immer wieder überrascht und Menschen, die mir unsympatisch waren, wurden mir immer sympatischer, und umgedreht. Fazit: Dieser historische Roman von Titus Müller lädt ein zum Träumen, Bangen, Weinen und Lachen mit der Baseler Bevölkerung und zeigt das Leid, dass die Juden damals erfahren mussten. Spannung bis zum Schluss! Mich hat dieser Roman tief bewegt und ich kann es wirklich weiterempfehlen. Es wird nicht das letzte Buch des Autors gewesen sein! Bewertung: 5 von 5 Sterne

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    • 10
  • Faszinierende Zeitreise ins 14. Jahrhundert

    Die Todgeweihte

    kingofmusic

    Was lange währt wird endlich gut :-) Nach einigen erfolglosen Anläufen über eine Leserunde an ein Buch von Titus Müller heranzukommen (ja, ich weiß, es gibt auch die Möglichkeit einfach in eine Buchhandlung zu latschen und sich ein Buch zu kaufen *g*), hatte die Losfee im Dezember ein Einsehen und ich durfte "Die Todgeweihte" in Empfang nehmen. Nachdem der Weihnachtsstress langsam, aber sicher nachließ und die Gedanken nicht mehr nur bei Geschenken für die Kinder, die Frau, die Freunde usw. weilten, machte ich mich auf den literarischen Weg nach Basel ins Jahr 1348 und war sofort gefesselt von Titus Müller´s locker-leichten Schreibweise sowie den hervorragend recherchierten historischen Fakten. Man merkt sehr schnell, dass hier (was die historische Realität angeht) sehr viel Wert auf Genauigkeit gelegt wurde, was für mich als Archivar unverzichtbar ist. Und so lernen wir im Laufe der Geschichte etwas über jüdische Sitten und Gebräuche sowie über die Verleumdungen gegenüber Juden und dem daraus resultierendem Judenpogrom in Basel Anfang 1349. Durch einen Zeitsprung von 7 Jahren werden wir auch Zeuge des schrecklichen Erdbebens, welches Basel 1356 heimgesucht hat und bei dem ein Großteil der Stadt vernichtet wurde. Geschickt verbindet Titus Müller eine (erfundene) Dreiecksliebesgeschichte, die aber genauso hätte stattfinden können (ob so etwas zu der damaligen Zeit möglich war, kann ich nicht beurteilen, muss ich aber zum Glück auch nicht) mit historischer Realität und lässt dem Leser das ein oder andere Mal die Kinnlade herunterklappen. Die von Titus Müller geschaffenen (fiktiven) Personen wie die Hauptprotagonistin Saphira und die historisch belegbaren Personen wie Konrad von Bärenfels sind dem Leser sofort symphatisch (oder auch nicht) und man wechselt auch mal auf die jeweils andere Seite und hofft, bangt, lacht mit ihnen. Alles in allem ein großartiger Blick in die Geschichte und definitiv nicht mein letztes Buch von Titus Müller. Zum Abschluss noch ein Zitat für alle Eltern oder die, die es noch werden wollen - manche Dinge ändern sich halt nie *g*. "Kinder, räumt dieses Schlachtfeld auf! Wie oft muss ich euch noch sagen, dass ihr die Spielsachen nicht auf dem ganzen Boden verteilen sollt!" (S. 81)

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    • 8
  • Die dunkle Seite von Basel

    Die Todgeweihte

    Maddinliest

    Ein toller und sehr gut recherchierter historischer Roman über die Judenverfolgung in Basel. Die Rahmenhandlung für diesen aus meiner Sicht sehr gelungen historischen Roman bildet eine dramatische Liebesgeschichte zweier Freunde, Tam und Christian, zu einer Jüdin namens Saphira. Im Streit um Saphira bekämpfen sich die beiden Freunde und sehnen sich nach einer Zukunft mit ihrer Liebsten. Gleichzeitig herrscht der Bürgermeister Konrad von Bärenfels, Tams Vater, mit eiserner Hand über Basel. Er ist hochverschuldet und sieht die Chance alle Schulden loszuwerden, indem er die Juden verleumdet, verfolgt und letztendlich tötet. Die bestehenden Schuldscheine sollen allesamt vernichtet werden und so der Bürgermeister vor dem finanziellen Ruin gerettet werden. Geht der Plan des skrupellosen Bürgermeisters auf? Kann Saphira als Jüdin gerettet werden? Steht einer der beiden Freunde vor einer Zukunft mit seiner Angebeteten? Ein großes Abenteuer beruhend auf historischen Fakten nimmt seinen Lauf. Der Schreibstil von Titus Müller hat mir sehr gut gefallen. Er skizziert in einer sehr bildreichen und flüssig zu lesenden Sprache die historischen Ereignisse so realitätsnah, dass sie bildlich vor Augen erscheinen. Die Rahmenhandlung um die sehr gut recherchierten historischen Gegebenheiten ist aus meiner Sicht gut gelungen. Die Liebesgeschichte wirkt nicht zu sehr aufgesetzt und ist durchaus nachvollziehbar. Durch den Kampf um Saphira und der dramatischen Bekämpfung der Juden in Basel schafft Titus Müller einen Spannungsbogen, den er über die gesamte Länge der Geschichte aufrechterhalten kann. Die einzelnen Charaktere sind sehr gut beschrieben und die Entwicklung der Protagonisten ist jederzeit spannend zu verfolgen. Auf diese Art und Weise hat der Autor mir eine bis dahin unbekannte schwarze Stunde in der Geschichte von Basel sehr unterhaltsam nähergebracht. Wer sich für gut recherchierte historische Fakten interessiert und sich diesen gerne mit einer interessanten und spannenden Rahmenhandlung nähert, sei "Die Todgeweihte" von Titus Müller ans Herz gelegt!!!   

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    • 2

    kingofmusic

    09. January 2016 um 00:47
  • Leserunde zu "Die Todgeweihte" von Titus Müller

    Die Todgeweihte

    TitusMueller

    Ihr Lieben, darf ich euch in die dramatischen Jahre 1348-1356 in Basel entführen, in denen die Pest in der Stadt wütete und die Bürger ihren Zorn gegen die jüdische Minderheit richteten? In meinem Roman "Die Todgeweihte" geht es um die junge Jüdin Saphira, die diese Jahre erlebt und von mächtigen Feinden gejagt wird. Ich würde gern eine Leserunde dazu  begleiten, eure Fragen beantworten und erfahren, wo ihr steckenbleibt oder wo euch die Geschichte besonders Freude macht. Das sagte die Presse über das Buch Packend und berührend. Buchreport Magazin Spannender als jeder Katastrophenfilm. Eine wortmächtige, bisweilen fast lyrisch formulierte Erzählung. DeutschlandRadio Kultur Mitten hinein in die Zeit der großen Katastrophen. Finster ... Heftig ... Grausam. Und doch fürs Gefühlige noch eine Liebesgeschichte. Südwest Presse Ein historischer Leckerbissen! Bild am Sonntag   Ein spannender Historienthriller mit klugen Gesprächen über Gottes Gerechtigkeit. SWR Ein dramatischer Liebesroman. Schweizer Radio DRS1 Zum Inhalt Basel 1348: Auf einen Schlag verliert die Jüdin Saphira ihren Beruf, ihre Familie, ihre Heimat. "Bringe dieses Kästchen zum König", flüstert der Vater ihr vor seinem Tod zu. Doch die junge Frau wird von mächtigen Feinden gejagt. Es sind dunkle Jahre – die Pest wütet in der stolzen Stadt, und deren Bürger richten ihren Zorn gegen die jüdische Minderheit. Aber eines haben Saphiras Verfolger nicht bedacht: Zwei Männer sind unsterblich in sie verliebt. Zum Autor Ich bin 1977 in Leipzig geboren und habe in Berlin Literatur, Geschichtswissenschaft und Publizistik studiert. Für meine Romane wurde ich u.a. mit dem C. S. Lewis-Preis und dem Sir Walter Scott-Preis ausgezeichnet und für "Nachtauge" 2014 im Rahmen einer Histo-Couch-Umfrage zum Histo-König des Jahres gewählt. Hier geht es zur Leseprobe. Der Heyne Verlag verlost freundlicherweise 10 Freiexemplare unter allen Teilnehmern der Leserunde. Solltet ihr gewinnen, wäre es schön, wenn ihr aktiv an der Diskussion teilnehmt. Auch über Rezensionen zum Schluss freue ich mich, ob nun positiv oder negativ, Hauptsache, ich lerne daraus für die nächsten Romane! Herzliche Grüße, ich bin gespannt auf den Austausch mit euch, Titus

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    • 235
  • Die Todgeweihte

    Die Todgeweihte

    jackdeck

    05. January 2016 um 18:32

    Der Roman spielt 1348 in Basel, Schweiz. Saphira ist Jüdin und verliebt sich in etwas schüchternen Thomas, genannt Tam. Ihre Liebe wird zwar erwidert, jedoch weiß Saphira, dass eine Beziehung niemals funktionieren würde, zumal diese zu damaliger Zeit auch nicht gestattet war. Tam hingegen, glaubt fest an diese Liebe und nimmt eine Stolpersteine für eine Beziehung mit ihr in Kauf. Aber da gibt es auch noch Christian. Tams (ehemaliger) bester Freund und ebenfalls in Saphira verliebt. Die Inhaltsangabe ist sehr kurz, aber mehr brauchte es gar nicht, um mein Interesse an diesem historischen Roman zu wecken. Dieses Genre begeistert mich im Moment sehr und ich war sofort nach den ersten Seiten von Titus Müllers Feder und Sprachgewandtheit überzeugt. Im Anhang finden sich "Hintergründe, historische Fakten, Erläuterungen zur aktuellen Situation, Interviews zur Bedrohung durch Erdbeben und andere Katastrophen" unter dem Titel "Basel ist nicht auf Fels gebaut - die Städte des 21. Jahrhunderts sind verletzlich: eine Herausforderung" von Thomas Lachenmaier. Autoren und Illustrator beschränken sich nicht auf unterhaltsame Lektüre sondern stützen sich auf seriöse Recherchen die dem Leser, was sich damals zugetragen hat, anschaulich vor Augen führen. Ein spannender Mittelalterroman, den ich absolut weiterempfehlen würde. Eine Stern ziehe ich ab, gegen Ende war für mich irgendwie die Luft raus und es fehlte der nötige Schwung.

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  • dramatisch und spannend

    Die Todgeweihte

    robberta

    31. December 2015 um 20:09

    Die Todgeweihte           TitusMueller  Basel 1348: Auf einen Schlag verliert die Jüdin Saphira ihren Beruf, ihre Familie, ihre Heimat. „Bringe dieses Kästchen zum König“, flüstert der Vater ihr vor seinem Tod zu. Doch die junge Frau wird von mächtigen Feinden gejagt. Es sind dunkle Jahre – die Pest wütet in der stolzen Stadt, und deren Bürger richten ihren Zorn gegen die jüdische Minderheit. Aber eines haben Saphiras Verfolger nicht bedacht: Zwei Männer sind unsterblich in sie verliebt Meine Meinung: Die Figuren-Zeichnung und der Schreibstil sind trotz des dramatischen Themas locker zu lesen und man erlebte zusammen mit Saphira die Zeit der Judenverfolgung im Basel um 1348-1356. Hass wird geschürt und dazu macht sich Neid, Missgunst und Habgier breit und schon ufert es in der Judenverfolgung aus. Der abergläubische Mob überrollt auch viele Andere. Man fühlt sich als Leser richtig in die Zeit der Judenverfolgung zurückversetzt und spürt den aussichtslosen Kampf der beiden Liebenden; denn es ist die verbotene Liebe zwischen einem Christen und einer Jüdin; als sei man dabei. dramatisch und spannend

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  • Nur etwas für unverbesserliche Romantiker, sehr konstruiert und historisch ungenau

    Die Todgeweihte

    Huschdegutzel

    Basel 1348: Auf einen Schlag verliert die Jüdin Saphira ihren Beruf, ihre Familie, ihre Heimat. „Bringe dieses Kästchen zum König“, flüstert der Vater ihr vor seinem Tod zu. Doch die junge Frau wird von mächtigen Feinden gejagt. Es sind dunkle Jahre – die Pest wütet in der stolzen Stadt, und deren Bürger richten ihren Zorn gegen die jüdische Minderheit. Aber eines haben Saphiras Verfolger nicht bedacht: Zwei Männer sind unsterblich in sie verliebt... So besagt es die Inhaltsangabe und da auf dem Klappentext darauf hingewiesen wird, dass der Roman auf Tatsachen beruht, griff ich gern zu, denn ich schätze historisch fundierte Romane. Leider verspricht "Die Todgeweihte" mehr, als sie halten kann. Hier stimmt das Grundgerüst: in Basel fand wirklich die Massenvernichtung von Juden statt, die Pest hielt Einzug und die Stadt wurde tatsächlich später durch ein Erdbeben nahezu vernichtet.Dieser Teil ist sehr packend geschrieben und lässt an Wortgewalt, Spannung und Kopfkino keine Wünsche offen. Allerdings ist gerade dies aber der kleinste Part.Der große Rest dreht sich um eine an Unglaubwürdigkeit kaum zu überbietende Dreiecksgeschichte mit einer Jüdin, die das Herz gleich zweier hochangesehener christlicher Ritter gewinnt.Und was daraus entsteht ist so konstruiert und nicht zu der damaligen Zeit passend, dass man schon ein unverbesserlicher Romantiker sein muss, der keinen Wert auf historische Genauigkeit legt, um davon gefesselt zu sein oder es gar zu genießen. Autor Titus Müller zeigt in dem fundiert recherchierten Rahmen, dass er es wirklich drauf hat, packende Geschichte lebendig werden zu lassen, daher auch zwei Sterne. Das, was sich innerhalb dieses Rahmens abspielt, alles was sich um die Protagonisten dreht, ist in meinen Augen nicht lesenswert. Schade.

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    • 3
  • Unterhaltsamer historischer Roman

    Die Todgeweihte

    aftersunblau

    22. December 2015 um 21:15

    Die stolze Stadt Basel um 1348: Thomas, genannt Tam, Sohn des zukünftigen Bürgermeistern Konrad von Bärenfels, schwärmt für die junge und schöne Saphira, Tochter des jüdischen Geldverleihers. Doch die Beziehung scheint hoffnungslos, da Tams Vater eine gnadenlose Treibjagd auf die Juden anzettelt - in Basel wütet die Pest und der Zorn der Bürger verlangt nach Schuldigen. Saphira schwebt in höchster Gefahr, doch die Liebe zweier Männer - auch Christian, ein Draufgänger und Tams bester Freund, ist in Saphira verliebt - ist stärker als der Hass einer ganzen Stadt. Dies war mein erster historischer Roman von Titus Müller und er konnte mich voll überzeugen. Ein schöner, lockerer, bildhafter Schreibstil hat mich an den Seiten kleben lassen und die Handlung ist wie ein Film in meinem Kopf abgelaufen. Pest, Intrigen, Judenverfolgung und eine Liebesgeschichte wurden meisterlich dargestellt und man merkt in jeder Zeile die gute Recherche, ohne je belehrend zu wirken. Ein toller Roman, der mich bestens unterhalten hat. 

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  • Tödliche Verschwörung in Basel

    Die Todgeweihte

    Tine13

    22. December 2015 um 12:15

    Die Handlung des Buches spielt in der Stadt Basel um das Jahr 1348. Die junge Jüdin Saphira, Tochter eines reichen Geldhändlers, ist unsterblich  in den Ritter Tam von Bärenfels verliebt.  Beide sind aber durch ihren Standesunterschied voller Zweifel ob ihre Liebe eine Zukunft hat.  Der beste Freund des Ritters Christian Münch, ein erfahrener Frauenheld, nutzt bei erster Gelegenheit Saphiras Verzweiflung und Unerfahrenheit aus, um sie zu verführen. Promt wird sie schwanger und ihre Situation wird kompliziert.  Zur gleichen Zeit, schmiedet der bei den Juden hoch verschuldete, neu gewählte Bürgermeister Konrad von Bärenfels, Tams Vater, einen grausamen und perfiden Plan um sich seinen Schulden zu entledigen. So nimmt das Unheil seinen Lauf..... Der Einstieg in die Geschichte gelingt sehr gut. Man befindet sich gleich mitten im Geschehen, man begleitet die Figuren durch die Stadt Basel, erlebt ihren Alltag und lernt sie und ihre Eigenheiten kennen. Der Autor hat ein gutes Hintergrundwissen um Religion und Bräuche dieser Zeit und erzählt sehr lebhaft und flüssig. Die Liebesgeschichte an sich, war mir ab und an etwas zu haarsträubend und komisch....manchmal hätte man am liebsten ins Geschehen eingreifen wollen;).  Die Denkweise, die Naivität und die Weltsicht der Protagonisten ist eben nicht ganz nachvollziehbar....was wohl auch an der Zeit liegen mag. Wir haben heutzutage eine ganz andere Einstellung zu den Dingen. Auch die Brutalität und Bösartigkeit des Bürgermeisters überraschte mich doch sehr....! Das Finale ist dann an Spannung nicht zu überbieten, ich wusste noch gar nicht welch tragische Vergangenheit die Stadt Basel hat. Das Buch hat sehr mich wirklich sehr gut unterhalten und ist für Liebhaber von historischen Geschichten absolut lesenswert. Im Nachwort klärt der Autor dann auch auf, welche wahren Begebenheiten er für das Buch nutzte.

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  • Historischer Ausflug nach Basel

    Die Todgeweihte

    vielleser18

    20. December 2015 um 18:02

    Basel 1348. Jährlich wechseln sich zwei Familien mit dem Bürgermeisteramt ab. In diesem Jahr steht Konrad von Bärenfels der Stadt vor. Dieser ist hochverschuldet, wie viele andere Familien auch, verschuldet bei der jüdischen Minderheit. Konrad hat Pläne, düstere Pläne... Sein Sohn Thomas, genannt Tam, hat sich in die Jüdin Saphira verliebt. Und sie sich in ihn. Doch ihre Liebe darf nicht sein, ist doch eine Verbindung zwischen dem Katholiken und der Jüdin verboten. Als Tam seinen Freund Christian mit einem Brief zu Saphira schickt, ahnt er nicht, dass dies der Anfang vom Ende ist.... Titus Müller hat mich mit dieser Geschichte mitgenommen in eine ferne, vergangene Zeit. Dabei hat er viele historische Fakten verwoben, hat sie mit Leben und (erfundenen und historischen) Personen gefüllt und sie spannend erzählt. Es geht hauptsächlich um die drei jungen Personen, Tam, Saphira und Christian, doch auch die Ränke von Tams Vaters, Konrad von Bärenfelse (eine historische Figur übrigens) haben einen großen Raum. Alle sind sehr unterschiedlich dargestellt, Tam, eher schüchtern und ein Kopfmensch, Saphira, zu leichtgläubig, Christian , einer der nur seinen Spaß möchte und sich viel zu wenig Gedanken um die Folgen macht und Konrad, der buchstäblich über Leichen geht, um des eigenen Vorteils wegen. Hinzu kommt eine Zeit in Basel, die geschichtsträchtig ist. Ich möchte nicht zu viel verraten, damit die Spannung erhalten bleibt, aber die Stadt hat in dieser Zeit so einiges erlebt. Diese historischen Fakten hat Titus Müller geschickt mit seinen Protagonisten verknüpft. Ich habe mich mit dieser Geschichte gut unterhalten gefühlt, ist es dem Autor doch gelungen, sie lebendig zu erzählen, ich konnte mich dadurch in diese nicht leichte Zeit hinein versetzen. Immer neue Wendungen auch in der Liebesgeschichte erhöhten die Spannung und lange war der Ausgang der Geschichte nicht vorher zu sehen. Und am Ende punktet der Autor auch noch mit einem Nachwort, das die historischen wahren Begebenheiten aufführt.

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  • Die Todgeweihte

    Die Todgeweihte

    Nessa_Davy

    20. December 2015 um 12:22

    Die Jüdin Saphira lebt als Federhändlerin im mittelalterlichen Basel. Zwischen ihr und dem Ritter Tam von Bärenfels besteht eine gegenseitige Liebe, die allerdings aufgrund des verschiedenen Glaubens keine Zukunft hat. In ihrer Hoffnungslosigkeit lässt sich Saphira verführen und gibt sich dem Frauenheld Christian hin - der auch noch Tams bester Freund ist. Als in anderen Städten die Pest ausbricht, nutzen das die einflussreichen Bürger Basels, um Intrigen zu schmieden, allen voran der Bürgermeister, Tams Vater, der den Juden - vor allem Saphiras Vater - zu viel Geld schuldet. Die Juden werden zu Unrecht zu Sündenböcken. Doch Tam und Christian erkennen beide, dass sie für die nun dem Tode geweihte Saphira wahre Liebe empfinden - und Liebe kann großartige Macht entwickeln. Saphira allerdings strebt immer noch nach Gerechtigkeit für die Juden, die dem Unrecht zum Opfer fielen... Inhalt und Schreibstil: Der historische Rahmen der Geschichte ist wahr; aus heutiger Sicht hinterlässt das irgendwie ein mulmiges Gefühl. Dem Leser fällt sofort auf, wie gut das Buch recherchiert ist - großes Lob hierfür. Der Roman ist wirklich äußerst spannend und der Schreibstil gefällt mir sehr gut, sodass man das Buch kaum aus der Hand legen möchte. Auch wenn es mehrere "Spannungshöhepunkte" gibt, ist vor allem das Ende...wow. Ein richtiges Finale eben. Figuren: Die Figuren sind zwar alle charakterstark und sympathisch, allerdings sind ihre Handlungen nicht immer hundertprozentig nachvollziehbar bzw authentisch. Dennoch, die Figuren bleiben ihrem Charakter treu und sind sogar dynamisch, sie verändern sich realistisch im Laufe des Romans. Außerdem werden Gedanken und Gefühle gut beschrieben, nicht einmal die "Bösewichte" wirken eindimensional. Fazit: Vor allem für Freunde historischer Romane kann ich dieses Buch empfehlen!

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  • Einfach abtauchen in eine andere Epoche! Durch die talentierte Feder des Autors wird es gelingen...

    Die Todgeweihte

    Floh

    Ein fesselnder und mitreißender historischer Roman zu Zeiten der totbringenden Pest und zu Zeiten der vielen anderen Gefahren, die das Leben im Mittelalter im Jahre um 1348 geprägt und beherrscht haben. „Die Todgeweihte“ erzählt authentisch, unglaublich intensiv und sehr fundiert vom Leben der jungen Jüdin Saphira, der nichts mehr im Leben bleibt, außer die letzten Worte des Vaters auf dem Sterbebett… Packend, authentisch, atmosphärisch und mitreißend schildert der Autor Titus Müller das damalige Leben, der Hass auf die jüdischen Viertel und Bürger, die Ausgrenzung, die Stigmatisierung und den Kampf um den schwarzen Tod und der Gier nach Macht und Herrschaft. Der talentierte und überaus ambitionierte Autor Titus Müller bringt all das in seinem historischen Roman unter, was man als Liebhaber und Leser solcher Romane erhofft. Wissen, Recherche, Hintergrund, authentische Sprache, Kleider und Gesellschaftsformen. Erschienen im Heyne Verlag (http://www.randomhouse.de/heyne/) Inhalt: „Basel 1348: Auf einen Schlag verliert die Jüdin Saphira ihren Beruf, ihre Familie, ihre Heimat. „Bringe dieses Kästchen zum König“, flüstert der Vater ihr vor seinem Tod zu. Doch die junge Frau wird von mächtigen Feinden gejagt. Es sind dunkle Jahre – die Pest wütet in der stolzen Stadt, und deren Bürger richten ihren Zorn gegen die jüdische Minderheit. Aber eines haben Saphiras Verfolger nicht bedacht: Zwei Männer sind unsterblich in sie verliebt.“ Zum Schreibstil: Die Inhaltsangabe ist sehr kurz, aber mehr brauchte es gar nicht, um mein Interesse an diesem historischen Roman zu wecken. Dieses Genre begeistert mich im Moment sehr und ich war sofort nach den ersten Seiten von Titus Müllers Feder und Sprachgewandtheit überzeugt. WOW. Der Autor schreibt seinen historischen Roman mit viel Verbundenheit, Herzblut und Akribie. Seine Erkenntnisse, Erfahrungen und Hintergründe der ausschweifenden und tiefgründigen Recherche verwebt dieser talentierte Autor in seiner sehr gefühlvollen, spannenden, unglaublichen und teils sogar brutalen Geschichte um die junge Jüdin Saphira, die mit dem Verlust ihrer Familie und dem stigmatisierten Ansehen in Basel zurechtkommen muss. Immerhin hallen stets die letzten Worte des sterbenden Vaters in ihrem Kopf nach… Diese Geschichte ist so nah und ehrlich geschrieben, dass ich beim Lesen ganz vergesse, dass ich mich in der heutigen Zeit und nicht in Basel um 1348 befinde. Ich werde auf Märkte genommen, besuche das Königshaus, den Stadtrat, die dunklen Gassen, das Verderben der Pest, begleite Familien und Handwerker und spüre und rieche das Leben des Mittelalters. WOW, das beeindruckt mich ganz besonders. Titus Müller war mir bisher als Autor dieses Genre unbekannt, aber er überzeugt mich schnell durch enorme Sprachgewandtheit, er hat die Eindrücke und den Jargon der damaligen Epoche treffend und authentisch eingefangen und gibt diesen Charme an seine Leser weiter. Auf diesen Autor bin ich durch eine Empfehlung des Verlags gestoßen, da ich auf der Suche nach einen weiteren historischen Roman war, der meinen Erwartungen gerecht werden könnte. Mit Titus Müller habe ich genau das gefunden, was ich an historischen Romanen so sehr beherzige und gerne lese. Nun darf ich ganz überzeugt und selbstbewusst zu weiteren seiner Romane greifen, denn das was er hier bietet, kann keine „Eintagsfliege“ sein… Der Autor T. Müller hat sich bereits mit seinem Prolog und den ersten gelesenen Seiten in mein Herz geschrieben, ich mag seine gewählte Erzählweise, die Dramaturgie ohne jeglichen Kitsch, die fundierten Fakten und Hintergründe, die sich zu einer äußerst fesselnden Geschichte bündeln und von großem Können und Wissen sprechen. Gerade das schwere und verteufelte Leben der jüdischen Familien zu dieser Zeit der Pest hat mich sehr interessiert, hier bietet der Autor guten Hintergrund und stimmige Fakten. Neben all dem vermittelten und verwebten Wissen steht natürlich die (Liebes-) Geschichte und Saphirs Aufgabe im Fokus. Das soll auch so sein und das habe ich mir so erhofft. Genauso und gar nicht anders. Ganz großartig und lobenswert! Schauplätze: Wie ein lebendig gewordener Streifzug durch das Mittelalter und den Gepflogenheiten Basels. Basel mit seinen Gesetzen, seiner Gesellschaft, Hierarchien und Machenschaften. Einflüsse anderer Städte und düstere Intrigen. Tod und Verderben. Mittendrin eine zarte Liebe, die zu weiteren Problemen und Hadern führt… Basels alte Archive. Die geformten, realen und überaus detaillierten Schauplätze überzeugen durch Atmosphäre, Gerüche, Gesellschaft und vielen authentischen Details. Eine Vergangenheit wird neu zum Leben erweckt. Hier gibt es nicht nur Orte des Grauens und des Verlustes. Hier gibt es auch den Alltag aus Handwerk, Glaube, Aberglaube, Heilkunst und Markbesuche. Gesellschaftliche Ereignisse und Sitten. Enorme Atmosphäre, Gesellschaftsformen, Handel, Kirche und die Härte des damaligen Lebens. All die atemberaubenden Kulissen aus Marktplatz, Flussufer und Gassen Basels und weit über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus laden zu einem geschichtlichen Streifzug ein. Historische Atmosphäre, die Kluft zwischen Glaube und Aberglaube, zwischen Rat und Kirche, zwischen Sehen und Ansehen, zwischen Recht und Unrecht, sowie Urteil und Vollstreckung… Autor Müller gibt in seinem historischen Roman immer ein authentisches und zeitgemäßes Bild der Schauplätze wieder und macht seinem Buchtitel alle Ehre. Charaktere: Der Titel lautet Die Todgeweihte, und das erleben wir mit jeder Faser des Lesens. Die damalige Zeit war keine leichte. Schon gar nicht als verwaiste Jüdin im gläubischen Basel, zu Zeiten der Pest und der Intrigen der Könige. Dennoch stehen hier nicht nur Saphira und ihre Stigmatisierung im Dorf als solche im Fokus, sondern eine galant und komplex verwobene Geschichte um einen letzten Wunsch, um ein düsteres Geheimnis, um Vertuschung und einer Gefahr die schwärzer ist als die Pest. Und einer Liebe, die sich alles andere als einfach zeigt, aber Saphiras Leben bedeuten könnte, wenn sie denn die richtige Wahl trifft. Herz oder Verstand? Bei der Wahl der Charaktere punktet der Autor bei mir weiter haushoch, denn Hauptcharaktere und die vielen Nebenrollen und Einflüsse der Gesellschaft, Bürger, Herrscher und Abschaum lassen dieses Buch richtig lebendig erscheinen, obwohl der Tod so nahe ist. Ständig lauert Frau Hippe oder der Sensemann im übertragenen Sinne. Titus Müller bietet ein vollkommenes Bild und repräsentieren die damalige Zeit und die Gesellschaftsformen. Zur einprägsamen Kulisse hat Müller genauso einprägsame Persönlichkeiten in seinem historischen Roman erschaffen. Und nicht nur die Opfer hinterlassen eine Handschrift. Zwielichtig, bestialisch, korrupt und machthungrig. Bei der Ausformung und Darstellung der einzelnen Charaktere aus Haupt- und Nebenrollen hat der Autor aus den Vollen geschöpft. Meinung: Nachdem mit auf der Suche nach einem richtig guten historischen Roman war, und ich in der letzten Zeit dem Genre sehr zugetan bin, habe ich mich über den Buchtipp des Verlages besonders gefreut, da dieser mir voll und ganz gerecht wurde. Ein Autor mit Suchtpotential von dem ich jederzeit immer wieder gern etwas Lesen würde und werde. Zuerst möchte ich die einzigartige Schreibkunst und Nähe dieses Autors hervorheben. Hier ist einmal der Umgang mit den hiesigen Sitten, die Schauplätze, die Kleider und Speisen, die Wortwahl und die nahen und intensiven Dialoge, der Hass, der Verrat, die Gesetze und Kaltblütigkeit, der Glaube und vor allem der Aberglaube… Zwischen all dem Verderben wächst eine zarte Liebe. Hier hat Titus Müller sehr genau auf das Ausmaß geachtet um nicht in einen Liebesroman abzuschweifen und ich finde es ist ihm sehr galant gelungen. Eine perfekte Mischung und ein perfekter Mix aus zwei wichtigen Säulen, auf denen dieser historische Roman gebaut ist. Ich wurde unterhalten, durfte gespannt die Dinge verfolgen, wurde in die Irre geführt und fühlte mich in das Geschehen samt Nervenkitzel eingebunden. Mit Saphira konnte ich sehr gut nachempfinden, welche Qualen physisch wie auch psychisch auf sie wirken und in welchem Zwiespalt sie sich stets befindet. Autor Titus Müller bedient viele historische Fakten und bewegende Emotionen und glänzt mit Spannungsspitzen und Erholungsinseln und Überraschungen und den vielen Problemen der vergangenen Zeit und auch den Problemen auf den Weg der Machenschaften und Intrigen und der Pest. Alchemie, medizinisches Wissen, Bestialische Verstrickungen, abgründige Hintergründe und die Schicksale spielen hier eine zentrale Rolle im Roman, das macht das Buch erst zum richtigen Lesegenuss, gepaart mit unschlagbaren Charakteren. Was soll ich da noch mehr loben? Einfach lesen und abtauchen in eine andere Epoche! Der Autor: "Titus Müller, geboren 1977 in Leipzig, studierte in Berlin Literatur, Geschichtswissenschaft und Publizistik. 1998 gründete er die Literaturzeitschrift "Federwelt". 2002 veröffentlichte er, 24 Jahre jung, seinen ersten Roman: "Der Kalligraph des Bischofs". Es folgten weitere historische Romane wie "Die Brillenmacherin" (2005). Titus Müller wurde mit dem C. S. Lewis-Preis und dem Sir Walter Scott-Preis ausgezeichnet. 2011 erschien im Blessing Verlag sein Roman über den Untergang der Titanic: "Tanz unter Sternen". Für den Roman "Nachtauge" (Blessing, 2013) wurde Titus Müller 2014 im Rahmen einer Histo-Couch-Umfrage zum Histo-König des Jahres gewählt." Zum Cover: Das Cover ist eine stimmige Einladung zum spannenden und historischen Roman. Stimmig gewählt und dem Genre entsprechend. Die Farbwahl gefällt mir gut, so erkennt man das Genre auf dem ersten Blick. Der Tod lauert und viele kleine Vignetten runden den ersten Bucheindruck ab. Fazit: Das Buch lässt mich zurück, mit einem wirklich positiven Gefühl für einen sehr gut recherchierten und mit Herzblut geschriebenen Roman zu Zeiten der Pest und des Schwarzen Tods in Basel. Ich bin begeistert und finde gar keinen einzigen Kritikpunkt und würde dem Buch sogar mehr als 5 Sterne geben, wenn es diesen Bonus gäbe!

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