Titus Müller Nachtauge

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Inhaltsangabe zu „Nachtauge“ von Titus Müller

April 1943: Dicht an der Möhnetalsperre befindet sich ein Lager, in dem ukrainische Zwangsarbeiterinnen Waffen produzieren müssen. Doch der Leiter ihres Lagers, Georg Hartmann, ist ein Mann voller Zweifel und Skrupel. Und er ist im Begriff, eine Liebesgeschichte zu beginnen, die ihm eigentlich nur den Tod bringen kann. Zur gleichen Zeit jagt in London der britische Geheimdienst eine deutsche Spionin, die raffinierter und kaltblütiger als alle ihre männlichen Kollegen ist. Unter dem Codenamen »Nachtauge« ist sie einem Geheimnis auf der Spur, das alle deutschen Talsperren betreffen könnte.

Gibt guten Einblick in die Gesellschaften im 2. Weltkrieg

— Frinis
Frinis

Spielt in der Region, aus der ich komme, top. Kannte die Ereignisse vom Hörensagen. Gut die Zeit & Umstände wiedergegeben. Spannende Story.

— Surfer-H
Surfer-H

Beeindruckender Roman über die Zeit des zweiten Weltkriegs! Spannend geschrieben und exakt recherchiert!

— mabuerele
mabuerele

Sehr spannend - das Katz-und-Maus-Spiel der Geheimnisdienste im 2. Weltkrieg.

— Bellis-Perennis
Bellis-Perennis

Fesselnder Spionagekrimi, historisch akkurater Roman und berührende Liebesgeschichte zugleich. Ein ganz wunderbares und beeindruckendes Buch

— blessed
blessed

Ein wirklich sehr empfehlens- und lesenswerter Spionage - und 2. Weltkriegsroman - spannend, klasse und gut recherchiert - Nachwirkungen!!!

— SigiLovesBooks
SigiLovesBooks

Ein spannendes und gut recherchiertes Buch, dass ich nur weiter empfehlen kann

— Curin
Curin

Dieses Buch ist ganz großes Kino.

— Kerstin_KeJasBlog
Kerstin_KeJasBlog

Dieses nachhaltige Buch nimmt einen mit ins Jahr 1943 und lässt einem immer wieder die Haare zu Berge stehen.

— gst
gst

Faszinierender, grandios recherchierter Roman über den 2. Weltkrieg, in dem es um Spionage geht - und um die Liebe und deren Kraft.

— TochterAlice
TochterAlice

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ein Buch das mich total gefangen genommen hat. Hoher Spannungsbogen bis man die Wahrheit kennt.

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  • Challenge Historische Romane 2016

    Buecherwurm1973

    Buecherwurm1973

    Hallo Freunde der Historischen Romane! Unsere Challenge findet auch im Jahre 2016 statt. Mit neuen Kategorien und neuen Regeln. In diesem Jahr müssen  20 Bücher gelesen werden. Es gibt noch ein paar andere Änderungen. Am Ende des Jahres wird ein Bücherpaket verlost. Es gelten folgende Regeln: Ablauf:  Du kannst dich unten mit einem Kommentar anmelden. Erstellt bitte einen Sammelbeitrag, in dem ihr euere Rezensionen sammelt. Ich werde daraufhin eine Teilnehmerliste führen. Dann habe ich einen Überblick. 15 Bücher müssen rezensiert werden. 5 dürfen mit einem Leserkommentar bewertet werden. Es zählen nur rezensierte Bücher oder die 5 mit Leserkommentar. Auch dieses Jahr wird es  wieder Kategorien geben. Ich gebe euch 8 Kategorien und ihr müsst daraus die Hälfte lesen. Den Rest dürft ihr frei wählen. In jeder Kategorie max. 2 Bücher. Zeitspanne: 1. Januar 2016 bis 31. Dezember 2016 Mindestzahl Bücher:  20 Bücher müssen gelesen werden. Du kannst jederzeit einsteigen oder dich wieder abmelden. Du verpflichtest dich nicht fix. Die Challenge soll Spass machen! KATEGORIEN Historische Auswanderer-Romane: Auf vielfachen Wunsch wurden Siedler-Romane gewünscht. Ich habe den Begriff "Historische Auswanderer Romane" gefunden. Kaiserreiche /Königsreiche: Alle Romane über die Kaiser- und Königsreiche der Vergangenheit sind hier gefragt. Es gibt genügend Auswahl.  Mittelalter: bezeichnet in der europäischen Geschichte die Epoche zwischen dem Ende der Antike und dem Beginn der Neuzeit (ca. 6. bis 15. Jahrhundert) Historische Personen: Keine Biografien. Sondern fiktionale Romane über historische Personen. Z.B. Tanja Langer, die ein Buch über Heinrich Kleists Selbstmord geschrieben hat. Historische Krimis: Kriminalromane bis zirka zum 2. Weltkrieg. Danach sind es für mich keine Historische Krimis mehr. 1. und 2. Weltkrieg: Romane, die sich im Umfeld der beiden Weltkriege bewegen. Historische Ereignisse: Romane, die sich im Umfeld von Historischen Ereignissen spielen. Zum Beispiel Russische Revolution, Französische Revolution, Franco-Ära etc... Glauben: Es gibt unzählige Romane über die Katholische Kirche (Papst), die Reformation und andere Glaubenskriege. 10 Bücher aus diesen Kategorien müssen gelesen werden. Ich freue mich auf zahlreiche Teilnehmer und einen regen Austausch! Teilnehmerliste: Gesamt: anne_lay   20/20anushka    20/20 ban-aislingeach    8/20 Bellis-Perennis  90/20 Buchraettin    20/20ChattysBuecherblog  22/20Curin    2/20 DieBerta       0/20 engineerwife    27/20Filzblume   16/20 Finesty22   0/20 Floh      41/20 Fornika  21/20Ginevra    20/20 histeriker   21/20Insider2199  6/20 JuliB      7/20 Kirschbluetensommer    20/20 LadySamira091062      1/20Lese_gerne  15/20 leseratteneu    0/20 LibriHolly     5/20mabuerle   42/20 PMelittaM    20/20 Pucki60      15/20 Rissa    2/20 robberta        3/20 specialang   3/20 sursulapitschi     20/20Sternenstaubfee   36/20Svanvithe    0/20 tiggger  2/20Traubenbaer 4/20 werderaner  14/20 Historische Auswanderer-Romane: anne_lay 2/2anushka   1/2 ban-aislingeach    0/2 Bellis-Perenni   2/2 Buchraettin    2/2 ChattysBuecherblog 0/2 Curin     0/2 DieBerta       0/2 engineerwife    2/2 Filzblume   1/2 Finesty22   0/2 Floh       2/2 Fornika  1/2 Ginevra  0/2 histeriker    0/2 Insider2199 2/2 JuliB       2/2 Kirschbluetensommer     2/2 LadySamira091062      0/2 Lese_gerne  2/2 leseratteneu    0/2 LibriHolly     1/2mabuerle   2/2 PMelittaM   1/2 Pucki60    2/2 Rissa    0/2 robberta        0/2 specialang    0/2 sursulapitschi     2/2Sternenstaubfee   2/2Svanvithe   0/2 tiggger  0/2Traubenbaer 1/2 werderaner  0/2Kaiserreiche / Königreiche: anne_lay 1/2anushka    2/2 ban-aislingeach   2/2 Bellis-Perennis   2/2 Buchraettin    0/2 ChattysBuecherblog 1/2 Curin     0/2 DieBerta       0/2 engineerwife    1/2 Filzblume   2/2 Finesty22   0/2 Floh      2/2 Fornika  2/2 Ginevra  2/2 histeriker    2/2 Insider2199   0/2 JuliB       0/2 Kirschbluetensommer     2/2 LadySamira091062      1/2 Lese_gerne 1/2 leseratteneu    0/2 LibriHolly     1/2mabuerle  2/2 PMelittaM  2/2 Pucki60     1 /2 Rissa    0/2 robberta        0/2 specialang    1/2 sursulapitschi      0/2Sternenstaubfee    0/2Svanvithe    0/2tiggger  0/2Traubenbaer 0/2 werderaner  2/2 Mittelalter: anne_lay 2/2anushka    2/2 ban-aislingeach    1/2 Bellis-Perenni   2/2 Buchraettin   2/2 ChattysBuecherblog 2/2 Curin     0/2 DieBerta       0/2 engineerwife    2/2 Filzblume   2/2 Finesty22   0/2 Floh       2/2 Fornika  2/2 Ginevra  2/2 histeriker    2/2Insider2199 0/2 JuliB       0/2 Kirschbluetensommer     2/2 LadySamira091062      0/2 Lese_gerne 0/2 leseratteneu    0/2 LibriHolly    1/2mabuerle  2/2 PMelittaM    2/2 Pucki60     1/2 Rissa    0/2 robberta        0/2 specialang    0/2 sursulapitschi      2/2Sternenstaubfee   2/2Svanvithe   0/2 tiggger  2/2Traubenbaer 1/2 werderaner  1/2 Historische Personen: anne_lay 2/2anushka    2/2 ban-aislingeach    2/2 Bellis-Perenni   2/2 Buchraettin   2/2 ChattysBuecherblog 2/2 Curin     0/2 DieBerta       0/2 engineerwife   2/2 Filzblume   2/2 Finesty22   0/2 Floh       2/2 Fornika  2/2 Ginevra  2/2 histeriker    2/2 Insider2199 1/2 JuliB       0/2 Kirschbluetensommer     2/2 LadySamira091062      0/2 Lese_gerne 1/2 leseratteneu    0/2 LibriHolly     0/2mabuerle   2/2 PMelittaM   2/2 Pucki60      2/2 Rissa    0/2 robberta        0/2 specialang    0/2 sursulapitschi      2/2Sternenstaubfee   2/2Svanvithe     0/2 tiggger  4/2Traubenbaer 1/2 werderaner  0/2 Historische Krimis: anne_lay 2/2anushka   1/2 ban-aislingeach    1/2 Bellis-Perennis   2/2 Buchraettin    2/2 ChattysBuecherblog 2/2 Curin     0/2 DieBerta       0/2 engineerwife    2/2 Filzblume   2/2 Finesty22   0/2 Floh       2/2 Fornika  2/2Ginevra  2/2 histeriker    2/2 Insider2199 0/2 JuliB      2/2 Kirschbluetensommer     1/2 LadySamira091062      0/2 Lese_gerne 2/2 leseratteneu    0/2 LibriHolly     0/2mabuerle   2/2 PMelittaM    2/2 Pucki60      2/2 Rissa    0/2 robberta        0/2 specialang    1/2 sursulapitschi      2/2Sternenstaubfee   2/2Svanvithe   0/2tiggger  0/2Trauenbenbaer 0/2 werderaner  2/2 1. und 2. Weltkrieg: anne_lay 0/2anushka    2/2 ban-aislingeach    0/2 Bellis-Perennis   2/2 Buchraettin    1/2 ChattysBuecherblog  0/2 Curin     0/2 DieBerta       0/2 engineerwife    2/2 Filzblume   2/2 Finesty22   0/2 Floh       2/2 Fornika  2/2 Ginevra  0/2histeriker    2/2Insider2199 1/2 JuliB       1/2 Kirschbluetensommer     0/2 LadySamira091062      0/2 Lese_gerne 0/2 leseratteneu    0/2 LibriHolly     0/2mabuerle   2/2 PMelittaM    1/2 Pucki60      0/2 Rissa    0/2 robberta        0/2 specialang    0/2 sursulapitschi      2/2Sternenstaubfee   2/2Svanvithe   0/2 tiggger  1/2Traubenbaer 0/2 werderaner  1/2 Historische Ereignisse: anne_lay   2/2anushka    0/2 ban-aislingeach    0/2 Bellis-Perenni  2/2 Buchraettin    2/2 ChattysBuecherblog 2/2 Curin     0/2 DieBerta       0/2 engineerwife    1/2 Filzblume   1/2 Finesty22   0/2 Floh      2/2 Fornika  1/2 Ginevra 1/2 histeriker    0/2 Insider2199 1/2 JuliB       0/2 Kirschbluetensommer     1/2 LadySamira091062      0/2 Lese_gerne 1/2leseratteneu    0/2 LibriHolly     0/2mabuerle  2/2 PMelittaM    2/2 Pucki60      2/2 Rissa    1/2 robberta        0/2 specialang    0/2 sursulapitschi      1/2Sternenstaubfee   0/2Svanvithe   0/2 tiggger  0/2Traubenbaer 1/2 werderaner  1/2 Glauben: anne_lay 2/2anushka    0/2 ban-aislingeach    2/2 Bellis-Perenni  2/2 Buchraettin    0/2 ChattysBuecherblog 1/2 Curin     0/2 DieBerta       0/2 engineerwife    0/2 Filzblume   1/2 Finesty22   0/2 Floh      2/2 Fornika  0/2 Ginevra  2/2 histeriker    0/2 Insider 21099 0/2 JuliB       0/2 Kirschbluetensommer     2/2 LadySamira091062      0/2 Lese_gerne   1/2 leseratteneu    0/2 LibriHolly     1/2mabuerle   2/2 PMelittaM    1/2 Pucki60      0/2 Rissa    0/2 robberta        0/2 specialang    0/2 sursulapitschi      0/2Sternenstaubfee   0/2Svanvithe    0/2 tiggger  0/2Traubenbaer 0/2 werderaner  0/2

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    • 779
    werderaner

    werderaner

    20. November 2016 um 21:27
    Ginevra schreibt Mich würden mal Eure persönlichen Histo-Charts des Jahres interessieren - also nicht unbedingt Neuerscheinungen, sondern alle, die Euch in diesem Jahr so richtig begeistert haben! Ich fange ...

    Schwer zusagen Nachtauge-Titus Müller Der Löwe des Kaisers- der Aufstieg Und zurzeit lese ich gerade Welt in Flammen das landet auch ganz weit oben.. Eigentlich haben mir alle gelesen gefallen.. ...

  • Der Angriff auf die Möhnetalsperre rettet einem ungewöhnlichen Liebespaar in der Nazizeit das Leben.

    Nachtauge
    Frinis

    Frinis

    23. September 2016 um 19:57

    Nachtauge, eine deutsche Topspionin ist nahe dran, den Plan der Operation Chastise heraus­zufinden und die deutsche Abwehr rechtzeit­ig zu warnen.  Zur selben Zeit verliebt sich der Lageraufseher in eine Ostarbeiterin und dies bedeutet für Georg Hartmann und der Ukrainerin Nadjeschka Lebensgefahr, sollten sie von der Gestapo entdeckt werden. Nachtauge kommt dem Ziel ihres Auftrags sehr nahe, während die verbotene Liebesbe­ziehung aufzufliegen droht. Nachtauge scheitert, als die Gestapo Hartmann und Nadjeschka verhaften. Der erfolgreiche Angriff der Briten auf die Möhnetalsperre ermöglicht es dem Liebespaar zu fliehen und die Nazizeit zu überleben. Titus Müller hat mit diesem Buch erneut ein Meisterwerk abgeliefert, welches den Alltag in den kriegsführenden Nationen plastisch erlebbar macht. Besonders hat mir das historische Detail der Minox gefallen, das zu dieser Zeit State of the Art der Minikameras war. Ich kann dieses Werk uneingeschränkt weiter empfehlen.   

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  • Ein opulentes Mittelalterepos in neuem Gewand ...

    Der Kalligraph des Bischofs
    Bellis-Perennis

    Bellis-Perennis

    Historischer Hintergrund: Wir befinden uns im 9. Jahrhundert nach Christus. Karl der Große, der römisch-deutsche Kaiser, ist 814 gestorben. Sein Nachfolger ist Sohn Lothar. Auf dem Papstthron sitzt Paschalis I., der mehr Einfluss in den deutschen Landen will. Die Kirche und die Fürstentümer rittern um ihre Macht. Wenn sie nicht gemeinsam gegen die Sarazenen, die ihre Pfründe bedrohen kämpfen, bekriegen sie sich gegenseitig. Die Klöster stehen in ihrer Hochblüte. Die Kunst des Schreibens wird hochgehalten. In den Skriptorien mancher Klöster finden wahre Künstler im Ausfertigen von Urkunden ihr Lebensziel. Unter Karl dem Großen wird auch die als „karolingische Bildungsreform“ begonnen und die Schrift der „karolingischen Minuskel“ als Schreibschrift eingeführt Inhalt: Germunt, ein Dieb und Mörder flieht vor seinen Bluträchern über die Alpen nach Turin. In eben jene Stadt, in die auch Claudius, ein gelehrter Westgote als Bischof entsandt wurde. Claudius ist zwar Bischof, vertritt aber die Lehre nach dem Bilderverbot in der Kirche. Zu dieser Zeit (700 Jahre vor Martin Luther) eine ketzerische These. Doch nicht nur die innerkirchlichen Dispute machen Claudius das Leben schwer, nein auch der aufsässige Graf Godeoch will ihn aus dem Weg räumen. Claudius nimmt Germunt in seine Dienste und lässt ihn in den „sieben schönen Künsten“ ausbilden. Der ehemalige Dieb findet Gefallen daran Schreiben zu lernen und entpuppt sich als wahrer Künstler. Noch weiß Germunt nicht, dass seine Gabe sowohl Claudius als auch ihm das Leben retten wird. Die Schicksale der beiden sind enger verknüpft als sie beide dies erwarten. Erzählstil/Spannung: Titus Müller präsentiert einen opulenten und farbenprächtigen Mittelalteroman. Gespickt mit echten historischen und fiktiven Personen und Persönlichkeiten. Der Leser ist förmlich dabei, wenn die Salzverkäufer ihre Ware auf dem Markt loswerden wollen. Man kann die inneren Kämpfe des Bischofs miterleben, ist hautnah an den Intrigen dabei und lernt einiges aus der Geschichte. Das jedoch völlig unaufgeregt und unterschwellig. Sehr anschaulich ist das Leben der einfachen Leute geschildert, der Gestank im sommerlich heißen Turin, Manchmal könnte die eine oder andere Passage ein wenig gestrafft werden. Als Leser kommt man manchmal in Versuchung „schnell“ weiterzulesen, so dass einem das eine oder andere wichtige Detail entgeht. Spannende Situationen entstehen immer dann, wenn einerseits Germunt in sein altes Leben als Dieb zurückfällt und andererseits Claudius an sich und Gott zweifelt. Hochspannung kommt auf, als das Geheimnis um Germunt von einem Spielmann gelüftet wird. Charaktere: Germunt, ein schlauer Bursch, gewitzt nimmt seine quasi letzte Chance in Form des Schreiberlings bei Claudius wahr. Seine „Karriere“ als Dieb ist nun beendet. Er setzt seinen Verstand nun für andere Dinge ein. Claudius, der Zweifler, sein täglicher Kampf mit sich und Gott ist anschaulich dargestellt und mündet in der Zerstörung der Heiligenbilder und Statuen. Er erkennt kritisch, dass der Reliquienhandel ausgemachter Schwindel ist. Es ist allerdings auch ein absoluter Machtmensch. Stilla, die Blinde erscheint mir ein wenig zu emanzipiert. Das macht aber gar nichts, bietet sie ja Germunt, dem Grafen und auch dem Bischof die Stirn. Fazit: Ich habe das Buch schon im Jahr 2002 bei seinem erstmaligen Erscheinen gelesen. Es hat in der Zwischenzeit nichts an seiner Faszination eingebüßt. Für die, die sich im Mittelalter abseits von „König Artus und seiner Tafelrunde“ nicht so gut auskennen, wäre ein Glossar recht hilfreich. Wer mittelalterliche Farbenpracht liebt, ist hier richtig und gut bedient.

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    • 10
  • Nachtauge

    Nachtauge
    werderaner

    werderaner

    Das Buch spielt in Jahr 1943 und hat zwei erzählstränge. Zum einen handelt es von Georg Hartmann dem Leiter eines Zwangsarbeiterinnenlagers. Er verliebt sich an eine Ukrainische Arbeiterin darf diese aber auf keinen fall öffentlich machen da sonst beiden der Tod droht. Zum andren handelt es von Britischen Geheimdienst der eine deutsche Spionin "genannt Nachtauge" jagt.  Sie könnte Kriegs entscheidende Informationen liefern wenn sie nicht rechtzeitig gestellt wird. Die Geschichte ist authentisch und anschaulich geschrieben und die Charaktere lassen einen mitleiden. Es wird deutlich das man in dieser zeit niemanden treuen konnte und jeden jeden anschwärzen konnte. ( auch wenn er selber vielleicht nicht ganz ohne Geheimnis war. Mir hat es gut gefallen und es ist absolut lesenswert!!

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    • 2
    Floh

    Floh

    09. February 2016 um 08:27
  • Ein wunderschönes, berührendes Buch

    Der Schneekristallforscher
    peedee

    peedee

    1887, Jericho, Vermont, USA. Wilson Bentley arbeitet als Bauer, aber seine Leidenschaft gehört den Schneekristallen, die er fotografiert. Diese Leidenschaft kann seine Familie überhaupt nicht nachvollziehen und im Dorf gilt er als verrückt. Mina Seeley, die Lehrerin aus New York, lässt sich von seiner Begeisterung anstecken. Als Wilson Mina einen Antrag machen will, ist sie jedoch zurück nach New York gereist – ihm bleibt nur ihr letzter Brief. Er will sie nochmals sehen und fährt nach New York. Wird er sie finden? Falls ja, was wird er dort erfahren? Die Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit. Erster Eindruck: Ein sehr schönes Cover mit feinen Details, absolut passend zum Buchtitel. Mir gefällt, dass die einzelnen Kapitel ebenfalls mit Schneekristallen versehen sind. „Die Ruhe des Waldes senkte sich tief in sein Herz.“ Die Leidenschaft von Wilson für Schneekristalle ist in jeder Zeile gut spürbar. Ich bin immer begeistert, wenn ich Menschen kennenlerne oder von ihnen lese, die von irgendetwas so fasziniert sind, dass sie alles um sich herum vergessen und manchmal, wie z.B. Wilson, in Kauf nehmen, als Sonderling zu gelten. Aber insgeheim werden solche Menschen doch auch beneidet, dass sie eine so grosse Leidenschaft spüren und leben. Ich habe mir im Internet Fotos von diesen Schneekristallen angesehen und staune über diese kleinen Kunstwerke. „Ein Schatzsucher, ein Entdecker und Weltenerkunder war er, frei wie ein Vogel, dem Himmel mehr verwandt als der Erde.“ Wilson und Mina sprechen über Gott und ihre unterschiedlichen Ansichten. Wilson ist kein häufiger Kirchgänger, da ihm der „Sheriff-Gott“, der in der Predigt vermittelt wird, nicht gefällt. Er sieht Gott als Künstler, der all die wunderbaren Details auf der Welt geschaffen hat. Zwischen Wilson und Mina entsteht eine ganz besondere Verbindung. Dieses Band reisst auch dann nicht ab, als sie zurück nach New York fährt. Dies ist mein zweites Buch von Titus Müller, nach „Stille Nacht“, das ich erst vor wenigen Tagen gelesen habe. Es hat unwahrscheinlich schöne und detaillierte Beschreibungen – nur allein schon dafür würde ich diesem Buch 5 Sterne geben! Einmal begonnen, konnte ich das Buch fast nicht mehr aus der Hand legen. Ein leises Buch, sehr berührend, zeugt von Begeisterung und Geduld. Absolute Leseempfehlung!

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    • 2
  • Spannend, beklemmend und gut recherchiert

    Nachtauge
    mabuerele

    mabuerele

    „...Was ging in diesem Mann vor, der so hart sein musste, und doch insgeheim ein weiches Herz besaß?...“ (Seite 195) Wir schreiben das Jahr 1943. Eric Knowlden, der für die Abteilung M15 der Spionageabwehr des britischen Geheimdienstes arbeitet, bringt seine Familie in den Luftschutzkeller. Die permanenten Luftangriffe auf London fordern die Mitarbeiter der Abwehr, denn für die gezielte Bombardierung wird eine deutsche Spionin verantwortlich gemacht. Sie trägt den Tarnnamen „Nachtauge“ und ist bisher durch sämtliche Kontrollen geschlüpft. Im Luftschutzkeller kommt Eric die entscheidende Idee. Währenddessen wartet Georg Hartmann in Neheim auf einen Zug mit russischen und ukrainischen Zwangsarbeiterinnen. Sie sollen für die Waffenherstellung eingesetzt werden. Georg Hartmann ist Lagerkommandeur und darf sich aus den ankommenden Frauen einige auswählen. Er entscheidet sich unter anderen für eine junge rothaarige Frau. Der Autor hat einen fesselnden und vielschichtigen historischen Roman geschrieben. Das Buch lässt sich zügig lesen und hat mich schnell in seinen Bann gezogen. Das lag zum einen an dem angenehmen Schriftstil, zum anderen an der abwechslungsreichen Handlung und den interessanten Protagonisten. Auf zwei davon möchte ich näher eingehen. Georg Hartmann ist von Beruf Lehrer. Um nicht an die Front zu müssen, hat er mit Unterstützung seines Schwagers Axel, einem Gestapomann, die Stelle als Lagerleiter erhalten. Innerlich aber distanziert er sich von der aktuellen deutschen Politik. Er liest verbotenen Bücher und behandelt die Zwangsarbeiterinnen als Menschen. Trotzdem muss er manche Grausamkeiten seiner Untergebenen dulden. Da er kein Parteimitglied ist, steht er unter besonderer Beobachtung. Nadjeschka, die junge Ukrainerin, kann und will sich mit ihren Los nicht abfinden. Ihre Aufmüpfigkeit hat Georg schon am Bahnhof geahnt. Als Lehrer hat er einen Blick dafür. Doch da kann er noch nicht wissen, dass die junge Frau sein Herz berühren wird. Das Geschehen spielt abwechselnd in London und in Neheim an der Möhnetalsperre. Die ist das Ziel einer geheimen britischen Militäroperation. Diese zu verhindern, ist Nachtauges vordringliche Aufgabe. Der Schreibstil des Buches passt sich den historischen Gegebenheiten an. Detailgenau und mit passenden Worten werden die Zustände in Deutschland beschrieben, seien es die unmenschliche Behandlung der Zwangsarbeiter, die Lage nach der Bombardierung von Dortmund oder die allgemeine Bespitzelung und Denunziation. Vor allem die Gespräche in Alex` Familie zeigen, wie weit das nationalsozialistische Gedankengut schon in die Kinderzimmer vorgedrungen war. Als ich als Leser eine Mathematikstunde als Hospitant an Georgs Seite erleben durfte, wurde das Ausmaß der politischen Einflussnahme besonders deutlich. Gut wurde herausgearbeitet, dass selbst in Kreisen der Gestapo Misstrauen gegeneinander überwog. Die Jungen wollten sich profilieren, koste es, was es wolle. Der Autor beherrscht den Umgang mit Metaphern. Zu den sprachlichen Höhepunkten aber gehören die gekonnt gestalteten Dialoge. Hier werden Gegensätze deutlich, Lebensfragen angesprochen und Personen allein dadurch charakterisiert, was sie sagen. Sie ermöglichen auch einen Blick in die psychischen Tiefen der Protagonisten. Georgs innere Zerrissenheit, Nadjeschkas Freiheitsdrang, Axels Fanatismus und Wiesen Untertanenmentalität sind nur einige der aufgezeigten Emotionen. Obiges Zitat stammt von Nadjeschka. Besser und kürzer kann man Georgs Dilemma nicht ausdrücken. Im englischen Teil der Geschichte steht der Zweikampf zwischen Eric und Nachtauge im Mittelpunkt. Mit Nachtauge wurde eine Spionin kreiert, die alle Raffinessen ihres Geschäfts beherrscht. Nicht nur Worte, auch Gesten und Ungesagtes entscheiden über Sieg oder Niederlage. An vielen Stellen des Romans ist spürbar, dass ihm eine ausführliche und exakte Recherche zugrunde liegt. Fakten wurden zu einer Handlung mit hohem Spannungsbogen verarbeitet. Am Ende der Geschichte teilt der Autor kursiv mit, wessen Schicksale ihn zu dem Roman inspiriert haben. Ein umfangreiches Nachwort zum historischen Hintergrund und eine Liste an Sachliteratur ergänzen das Buch. Das Cover mit der Frau, die kurz zurückschaut, aber auf dem Weg ist, passt zur Handlung. Der Roman hat mir ausgezeichnet gefallen. Er ermöglicht einen Einblick in eine historische Epoche, die das letzte Jahrhundert geprägt hat. Er zeigt aber auch, dass inmitten aller Unmenschlichkeit die zarten Pflanzen der Hoffnung und der Liebe gedeihen können, und dass es Menschen braucht, die sich dem Unrecht entgegenstellen.

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    • 5
  • Sehr spannend - das Katz-und-Maus-Spiel der Geheimnisdienste im 2. Weltkrieg.

    Nachtauge
    Bellis-Perennis

    Bellis-Perennis

    Europa 1943. Der Zweite Weltkrieg ist in vollem Gange. Die Geheimdienste Englands, der MI5, und Deutschlands, die Spionageabwehr, liefern sich beinahe täglich Gefechte. Die Leute des MI5 sind hinter einer deutschen Spionin her, die unter dem Decknamen „Nachtauge“ Brücken und Eisenbahnschienen zerstört. Gleichzeitig bereiten die Engländer einen Angriff auf einen Stausee in Deutschland vor. Just in dieser Gegend befindet sich ein Arbeitslager voll mit ukrainischen Zwangsarbeiterinnen. Einige Arbeiterinnen liebäugeln mit einem Ausbruch. Die Leitung obliegt dem, als nicht parteikonform verdächtigen, Georg Hartmann. Die Geschichte ist extrem spannend bis zur letzten Seite. Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen und habe es in Einem durch gelesen. Wie der Leser von Titus Müller gewöhnt ist, zeichnet sich auch dieses Werk durch penible Recherche und lebendige Figuren aus. Ein wahrlich bemerkenswertes Buch.

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    • 2
  • Geschichte nah, einfühlsam und spannend erzählt!

    Nachtauge
    stekle88

    stekle88

    21. March 2015 um 14:09

    Mein Bezug zum Buch: "Nachtauge" habe ich mir für den Sommerurlaub gekauft und es ist mein neues Lieblingsbuch. Ich kannte weder Autor noch das Buch, aber fand die Beschreibung einfach spannend. Im Urlaub habe ich am Strand und nachts im Bett bei "Nachtauge" alle Zeit vergessen. Die Story ist durchgehend spannend und alles ist dabei: Krieg, Liebe, Zerissenheit, Hoffnung, Skrupellosigkeit, Geheimnisse uvm. Die Charaktäre sind toll erzählt, so dass ich mich in jeden hineinversetzen und mitfühlen konnte. Zur Story: Der Roman "Nachtauge" von Titus Müller spielt 1943 im Zweiten Weltkrieg. In England ist die deutsche Spionin namens "Nachtauge" aktiv, die dem Geheimdienst MI5 immer wieder entwischen konnte. Doch nun ist Eric Knowlden ihr dicht auf der Spur. Er hat herausgefunden, dass sie die deutschen Luftangriffe als Sendezeit nutzt. Währenddessen leiden auch die Deutschen unter dem Kriegsalltag. Georg Hartmann wäre eigentlich viel lieber Lehrer geblieben, doch nun leitet er ein Lager für ukrainische Zwangsarbeiterinnen, die für eine Munitionsfabrik am Möhnesee arbeiten. Als Hartmann sich in die junge Nadjeschka verliebt, hat das weitreichende Folgen... Zum Historischen: Der Angriff auf die Möhnetalsperre ist ein Ereignis, das aus dem Kriegsgeschehen herausragt. Unvergessen bleibt die Flut, die über die Stadt Neheim hereinbrach und die unzähligen Menschen das Leben gekostet hat. Der Roman zeigt auch deutlich, wie die Ideologie das Gehirn der Menschen umnebelt hat und sie falschen Werten gefolgt sind. Aber auch das ist nichts Neues. Um sich vor falscher Ideologie zu schützen, muss man wachsam sein und darf nicht nur danach schauen, ob es einem selbst gut geht. Zum Fazit: "Nachtauge" ist ein einfühlsamer, spannender Roman, der durchaus auch zum Nachdenken anregt. Die Spionageschichte steht nicht im Vordergrund,  bildet aber mit der Geschichte um Georg Hartmann und Nadjeschka und den allgemeinen Kriegsereignissen ein harmonisches Ganzes. Die Tatsachen im Anhang sind erschreckend und runden das Buch perfekt ab. Ein top Buch, kann ich wirklich nur empfehlen!

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  • Leserunde zu "Nachtauge" von Titus Müller

    Nachtauge
    TitusMueller

    TitusMueller

    Ihr Lieben, habt ihr Lust auf einige spannende Leseabende? Ich würde gern eine Leserunde zu meinem Roman "Nachtauge" begleiten, eure Fragen beantworten und erfahren, wo ihr steckenbleibt oder wo euch die Geschichte besonders Freude macht. Zum Inhalt April 1943: Dicht an der Möhnetalsperre befindet sich ein Lager, in dem ukrainische Zwangsarbeiterinnen Waffen produzieren müssen. Doch der Leiter ihres Lagers, Georg Hartmann, ist ein Mann voller Zweifel und Skrupel. Und er ist im Begriff, eine Liebesgeschichte zu beginnen, die ihm eigentlich nur den Tod bringen kann. Zur gleichen Zeit jagt in London der britische Geheimdienst eine deutsche Spionin, die raffinierter und kaltblütiger als alle ihre männlichen Kollegen ist. Unter dem Codenamen »Nachtauge« ist sie einem Geheimnis auf der Spur, das alle deutschen Talsperren betreffen könnte. Zum Autor Ich bin 1977 in Leipzig geboren und habe in Berlin Literatur, Geschichtswissenschaft und Publizistik studiert. Für meine Romane wurde ich u.a. mit dem C. S. Lewis-Preis und dem Sir Walter Scott-Preis ausgezeichnet und für "Nachtauge" 2014 im Rahmen einer Histo-Couch-Umfrage zum Histo-König des Jahres gewählt. Hier geht es zur Leseprobe Und hier zum Trailer Der Heyne-Verlag verlost freundlicherweise 10 Freiexemplare unter allen Teilnehmern der Leserunde. Solltet ihr gewinnen, wäre es schön, wenn ihr aktiv an der Diskussion teilnehmt. Auch über Rezensionen zum Schluss freue ich mich, ob nun positiv oder negativ, Hauptsache, ich lerne daraus für die nächsten Romane! Gebt mir gern auch Hinweise, was den Ablauf der Leserunde angeht, es ist mein erster Versuch hier. :) Herzliche Grüße, ich bin gespannt auf den Austausch mit euch, Titus

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    • 324
  • Ein Roman, der nachdenklich macht

    Nachtauge
    Arwen10

    Arwen10

    18. February 2015 um 05:47

    Dieser Roman beruht auf historischen Zeugnissen. Im Anhang des Buches kann man den historischen Hintergrund nachlesen. Der britische Geheimdienst MI5 jagd  Jahrelang  eine deutsche Spionin mit Codename "Nachtauge". Sie ist so gerissen, dass sie ihnen immer entwischt. Doch nun sind sie ihr ganz nahe auf den Fersen. Eine Operation der britischen Luftwaffe , Ziel die Möhnetalsperre, ist gefährdet. Georg Hartmann, Leiter im Lager der ukrainischen Frauen, die in der Munitionsfabrik arbeiten, ist eigentlich Lehrer. Er ist dem Einsatz an der Front nur entkommen, weil sich sein Schwager, der bei der Gestapo arbeitet für ihn eingesetzt hat. Die Ungarin Nadjeschka wird ihm neu zugeteilt. Georg verliebt sich in sie und stellt zum widerholten Male das System in Frage. Dieser Roman liest sich wunderbar. Die Atmosphäre der damaligen Zeit ist gut eingefangen. Der Zweite Weltkrieg und seine Folgen, auch für die Zivilbevölkerung ist greifbar nahe. Es ist eine Zeit, die wohl keiner von uns so wieder erleben möchte und doch gibt es in dieser Welt immer wieder Krieg, der ähnlich schlimm ist, wie die hier beschriebenen Zustände. Immer wieder sind unschuldige Menschen Opfer in einem Kampf mit sinnloser Gewalt. Der Angriff auf die Möhnetalsperre ist ein Ereignis, das aus dem Kriegsgeschehen herausragt. Unvergessen bleibt die Flut, die über die Stadt Neheim hereinbrach und die unzähligen Menschen das Leben gekostet hat. Der Roman zeigt auch deutlich, wie die Ideologie das Gehirn der Menschen umnebelt hat und sie falschen Werten gefolgt sind. Aber auch das ist nichts Neues. Um sich vor falscher Ideologie zu schützen, muss man wachsam sein und darf nicht nur danach schauen, ob es einem selbst gut geht. Nur wenige Menschen stellen daher das System in Frage und überlegen, was sie dagegen tun können. Heute, viele Jahre nach diesen Ereignissen kann man behaupten, man hätte es anders gemacht. Ist es wirklich so ? Auch heute sind viele Dinge im Gange und die Menschen merken es nicht, bis es zu spät ist. Was mich in diesem Roman auch etwas erschreckt hat, dass ein Menschenleben teilweise nichts zählt. Um Ziele zu erreichen, werden Menschen einfach getötet, manchmal im Vorbeigehen. Die Spionin "Nachtauge" ist so ein Beispiel. Immer wieder tötet sie Menschen, um ihrem Land zu dienen. Ihre Vorgeschichte ist vielleicht der Grund dafür, dass sie so geworden ist. Und Georgs Schwager Axel, der bei der Gestapo arbeitet. Zunehmend identifiziert er sich mit der Ideologie und vergißt dabei das Wichtigste im Leben. Hinter jeder Person steht eine Geschichte, die uns zusammen mit unserem Handeln und Denken zu dem macht, was wir sind. Manchmal muss man eine schreckliche Vergangenheit begraben , um ein anderes Leben führen zu können. Man muss vergeben. Sonst schürt Hass immer wieder neuen Hass. Fazit: Es erwartet euch ein einfühlsamer Roman, der auch zum Nachdenken anregt. Die Spionageschichte steht nicht im Vordergrund sondern bildet mit der Geschichte um Georg Hartmann und Nadjeschka und den allgemeinen Kriegsereignissen ein harmonisches Ganzes. Die Tatsachen im Anhang sind erschreckend.

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  • Liebevoller Detailreichtum

    Nachtauge
    anushka

    anushka

    23. January 2015 um 22:33

    England/Deutschland, 1943: Der zweite Weltkrieg tobt mit Härte. Der Sieg scheint dem in Aussicht, der die besseren taktischen Ziele und Informationen hat. In dieser Zeit sammelt eine der besten Spioninnen Deutschlands Informationen in England, doch Eric Knowlden vom MI5, dem britischen Geheimdienst, ist ihr auf den Fersen. Kann er sie schnappen bevor sie die Geheimwaffe und -pläne der Briten aufdeckt und weitergeben kann? In Deutschland ist Georg Hartmann, ehemaliger Lehrer, Leiter eines Zwangsarbeiterinnenlagers. Als neue Arbeiterinnen aus der Ukraine ankommen, ist er gleich fasziniert von Nadjeschka, die aufmüpfig und unbeugsam wirkt. Doch die Liebe zwischen einem Deutschen und einer Zwangsarbeiterin ist verboten. Nicht nur muss diese geheim bleiben, sondern Georg ist umgeben von Feinden. Während sich die Liebe langsam entwickelt, nehmen die Briten das Möhnetal, den Ort der Handlung, ins Visier ... "Nachtauge" besticht vor allem durch seine Detailverliebtheit, die dafür sorgt, dass man historische Details erfährt, die man so noch nicht kannte. Hier zeigt sich, wie gern und wie akribisch der Autor scheinbar recherchiert. Weiterhin beeindruckt hat mich, dass die Figuren nicht eindimensional bleiben, sondern authentisch sind und auch Entwicklungen durchmachen. So war mir jemand zunächst sympathisch bzw. dessen Handlungen wenigstens irgendwie nachvollziehbar, der sich im Verlauf der Geschichte zu einem klaren Gegenspieler entwickelt. Die Geschichte an sich konzentriert sich überwiegend auf die Liebesgeschichte und den Alltag der deutschen Bevölkerung im zweiten Weltkrieg. Teilweise wirkt sie etwas unglaubwürdig, vor allem dahingehend, wie schnell sich die Gefühle (bei Georg) entwickeln. Am Ende erfährt man jedoch, dass sie auf einer wahren Begebenheit beruht. Das Nachwort ist sehr ausführlich und listet beispielhaft auf, dass solche Liebesgeschichten gar nicht so ungewöhnlich waren, aber selten gut ausgingen. Ein Kritikpunkt an diesem ansonsten sehr überzeugenden Buch ist, dass der namengebende Handlungsstrang eher nebensächlich ist und Nachtauge zwischenzeitlich gar nicht auftaucht. Hier hätte ich mir mehr Fokusauf dem Spionage-Strang gewünscht, weil mit dem Stil und der Recherche des Autors auch hier sicherlich noch sehr viele interessante Aspekte hervorgekommen wären. Die vorhandenen Szenen waren unglaublich spannend. Insgesamt konnte mich der Autor ein weiteres Mal mit einem seiner historischen Romane überzeugen und größtenteils begeistern, sodass ich zum einen "Nachtauge" empfehlen kann (wenn man sich bewusst macht, dass die Geschichte um Nachtauge nicht der zentrale Handlungsstrang ist) und zum anderen selbst zu weiteren Büchern des Autors greifen werde.

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  • Sehr lesenswert!

    Nachtauge
    blessed

    blessed

    22. January 2015 um 17:48

    Nachtauge ist ein fesselnder Spionagekrimi, ein historisch akkurater Roman und eine berührende Liebesgeschichte zugleich. Für manch einen mag es klingen, als hätte Titus Müller sich hier zu viel vorgenommen. Dem ist jedoch nicht so. Es ist ihm vorbildlich gelungen die verschiedenen Ebenen in diesem Buch harmonisch miteinander zu verknüpfen. Titus Müller fesselt den Leser mit seinem Schreibstil bereits nach wenigen Sätzen und man ist gleich mittendrin in der Geschichte. Die Atmosphäre und der Zeitgeist sind sehr gut eingefangen, die Umgebung genau beschrieben; wer die Ortschaften kennt, findet sich in Gedanken dort wieder und kann sich alles bildlich vorstellen. Auch die Charaktere sind sehr stark und facettenreich gezeichnet. Wirklich beeindruckend sind die historischen Details in der Erzählung. Sie passen lückenlos in die Geschichte, ohne in irgendeiner Weise aufgesetzt oder fehl am Platz zu wirken. Es ist offensichtlich, dass der Autor sorgfältig recherchiert hat. Der Erzählstrang um die Geschehnisse in Großbritannien ist sehr spannend und fesselnd, wohingegen die auf wahren Begebenheiten beruhende Liebesgeschichte  berührend ist. Man fiebert in beiden Erzählungen mit, wenn auch auf unterschiedliche Weise. Ein interessantes Nachwort zum historischen Hintergrund rundet das Buch erfolgreich ab. Ich habe Nachtauge sehr gerne gelesen und war oft hin- und hergerissen zwischen dem Wunsch weiterzulesen und das Buch nicht enden lassen zu wollen. Daher gibt es von mir eine uneingeschränkte Leseempfehlung.  

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  • Nachtauge

    Nachtauge
    SigiLovesBooks

    SigiLovesBooks

    "Nachtauge" von Titus Müller ist 2013 im Blessing-Verlag (HC) erschienen; das Cover ist sehr passend zum Romaninhalt gewählt und zeigt die Agentin "Nachtauge", die als fiktive Figur stellvertretend für deutsche Spione in England zu sehen ist, die für das 3. Reich und die Nazis vor und während des 2. Weltkrieges aktiv waren. Handlung/Inhalt: Es gibt 2 Erzählstränge, der eine ist in England verortet, die Hauptprotagonisten sind "Nachtauge", die Agentin und Eric Knowlden, der ihr auf den Fersen ist);  der zweite an der Möhnetalsperre im Ruhrgebiet (als sehr wichtiges Industrie- und Waffenproduktionsgebiet der Nazis); hier sind Georg Hartmann (Lagerleiter Zwangsarbeiterinnen "Ost") und Nadjeschka (eine ukrainische Zwangsarbeiterin), inspiriert durch eine wahre Begebenheit, die der Autor im "Nachspann" erzählt, die beiden Hauptprotagonisten. Der Roman spielt im Kriegsjahr 1943 und greift die damalige politische Situation für Hitler-Deutschland exemplarisch in Neheim und Dortmund  sowie in London auf. Eine kurze Inhaltsangabe befindet sich im Klappentext und auf dem Buchrücken. Meine Meinung: Nach wenigen Seiten gelingt es Titus Müller, durch seinen flüssigen und guten Schreibstil, den Leser direkt in die Geschichte hinein zu ziehen - in abwechselnder Folge beobachtet der Leser, wie Eric Knowlden, der seit Jahren versucht, die deutsche Spionin zu fassen, dieser unter Einsatz seines Lebens immer näher kommt. Sehr beeindruckt war ich von der aufgebauten Spannung und dem Detailreichtum der Erzählweise, die die Möglichkeit für mich boten, sich diese Zeit der Schreckensherrschaft sehr gut vorstellen zu können: Die emotionale Gefühllosigkeit, mit der "Nachtauge" vorging, erbarmungslos zahlreiche Menschen ermordete, kam in dem Roman auf brutale Weise und authentisch "rüber"; ebenso im zweiten Erzählstrang, in dem die barbarischen Bedingungen für Zwangsarbeiter aus dem Osten (und vermutlich auch für alle anderen) geschildert werden. Hier berührt die Entwicklung des Romans - der Lagerleiter Georg Hartmann verliebt sich in der Zeit dieser unmöglichen Liebesbeziehung durch die Rassengesetze der Nazis (Blutschande) - und macht betroffen. Man begegnet überzeugten Nazis in der Gestapo (Schwager Axel), brutalsten Lageraufsehern, die ihre sadistischen Neigungen und Störungen auf dem Rücken der Frauen im Lager ausprügeln, aber auch Mitmenschlichkeit und Liebe, wenn Georg für Nadjeschka z.B. ein Kleid kauft oder ihr einen Kuchen backt. Der Autor hat einen flüssigen und klaren, gut zu lesenden Schreibstil und die Spannung wird im letzten Romandrittel noch gesteigert. Trotz der - auch emotionalen - Sprache wirkt die Handlung sehr authentisch; gut recherchiert und nachvollziehbar. Fazit: Mir haben die "scheinbar nebensächlichen Details" die jedoch sehr informativen und erkenntnisreichen Charakter haben, an diesem Roman sehr gut gefallen: Durch den Spannungsaufbau und den Stil las sich das Buch wie ein "pageturner": Ein exemplarisches und gut recherchiertes Stück Zeitgeschichte, die jeder lesen sollte, der sich für Spionage, das 3. Reich und die Geschichte der Deutschen während des 2. Weltkrieges interessiert. Sehr positiv zum historischen Kontext fand ich das Nachwort und die Bibliographie des Autors. Prädikat: Sehr lesens- und empfehlenswert! Ich vergebe daher 5 Sterne und 94 Punkte auf der Histo-Couch.

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    • 3
  • Spannender, sehr gut recherchierter Roman über Spionage, Liebe und Verrat im Zweiten Weltkrieg

    Nachtauge
    -Viki-

    -Viki-

    1943 zur Zeit des Zweiten Weltkrieges versucht Eric Knowlden in London sein Familienleben und seine Arbeit beim brititschen Geheimdienst MI5 unter einen Hut zu bringen. Unter dem permanenten Luftalarm, der nicht nur seine Familie bedroht, will er die deutsche Agentin Nachtauge nach jahrelanger Suche endlich ausschalten. Diese will einen streng geheimen Plan der Briten aufdecken und so die schon absehbare Kriegsniederlage Deutschlands vereiteln. Eric Knowlden will dies um jeden Preis verhindern und obwohl er anfangs immer einen Schritt hinter Nachtauge zu sein scheint, ist er ihr schon bald nah auf den Fersen. Eine spannende Verfolgungsjagd auf Leben und Tod beginnt. Zur gleichen Zeit in Nazideutschland leitet Georg Hartmann das Zwangsarbeiterlager an der Möhnetalsperre, dessen weibliche Insassen Kriegsmunition für die Front herstellen müssen. Innerlich hegt er jedoch einen Groll gegen das Nazi-Regime und versucht den menschenunwürdigen Verhältnissen im Lager entgegenzuwirken. Als er schließlich noch Gefühle für eine der Zwangsarbeiterinnen - eine Frau namens Nadjeschka - entwickelt, beginnt ein gefährliches Spiel aus Liebe, Verrat und Gefahr. Ich persönlich fand das Buch wirklich spannend und sehr gut gelungen. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen, sodass ich keine Probleme hatte, in die Geschichte einzutauchen und Teil dieser zu werden. Alles ist detailliert und bildlich beschrieben, wodurch man sich alles wunderbar vorstellen kann. Es wird einem diese schreckliche Zeit voller Angst und Gefahren beispiellos vor Augen geführt wird. Dies hat mir teilweise eine Gänsehaut verursacht, denn die Lebensumstände im damaligen England und Deutschland waren wirklich erschreckend. Die Menschen mussten immerfort mit dem Tod rechnen und hier in Deutschland darüber hinaus noch jede Handlung, jedes Wort den Forderungen des Nazi-Regimes anpassen. Diese Darstellung ist dem Autor ausgesprochen gut gelungen. Weiterhin werden alle Charaktere anschaulich vorgestellt; jeder mit individuellen Ängsten, Wünschen, Bestrebungen. Selbst die Nebencharaktere haben bei mir einen nachhallenden Eindruck hinterlassen. Wie beispielsweise die Zwangsarbeiterin Oksana, die um jeden Preis ihre Kinder wieder sehen möchte oder auch die fürsorgliche Ehefrau Erics. Einziger Kritikpunkt ist für mich, dass die Geschichte um Nachtauge ein wenig auf der Strecke geblieben ist, obwohl sie dem Roman ihren Namen gibt und sie die Schlüsselrolle spielt. Ich gebe aber trotzdem fünf Sterne, da die Liebesgeschichte von Georg und der Zwangsarbeiterin Nadjeschka mich wirklich berührt hat und ich viel über die Lebensumstände in dieser Zeit dazugelernt habe; kleine Details, die vortrefflich recherchiert wurden. Zusammenfassend kann ich diesen Roman wirklich nur empfehlen, weil er für alle Geschichtsinteressierten etwas bereithält. Liebe, Spionage, aber auch Wissen über diese schreckliche Zeit. Wer Romane mit Spannung liebt und dazu noch ein Faible für diesen Teil der Geschichte hat, wird das Buch mit Freuden lesen.

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    • 2
  • Absolut zu empfehlen

    Nachtauge
    irismaria

    irismaria

    06. January 2015 um 15:33

    "Nachtauge" von Titus Müller spielt 1943 im Zweiten Weltkrieg. In England ist die deutsche Spionin "Nachtauge" aktiv, die dem Geheimdienst MI5 immer wieder entwischen konnte. Doch nun ist Eric Knowlden ihr dicht auf der Spur, denn er hat herausgefunden, dass sie die deutschen Luftangriffe als Sendezeit nutzt. Währenddessen leiden auch die Deutschen unter dem Kriegsalltag. Georg Hartmann wäre eigentlich viel lieber Lehrer geblieben, doch nun leitet er ein Lager für ukrainische Zwangsarbeiterinnen, die für eine Munitionsfabrik am Möhnesee arbeiten. Als Hartmann sich in die junge Nadjeschka verliebt, hat das Folgen nicht nur für die beiden… Ich hatte vor "Nachtauge" noch nichts von Titus Müller gelesen und bei der Buchbeschreibung an die Agentenromane von Ken Follett gedacht. Nun muss ich sagen, dass es Müller durchaus mit Follett aufnehmen kann, denn auch bei ihm verknüpfen sich gut recherchierte und dargestellte historische Ereignisse und Hintergrundinformationen (etwa über die Zwangsarbeiter oder das Schulwesen) mit berührenden Geschichten rund um fiktive aber sehr lebendig und facettenreich gestalteten fiktiven Charakteren. Die Personen sind nicht nur gut oder böse, sondern man kann ihre Beweggründe gut nachvollziehen und selbst die brutalen Parteileute lassen erahnen, dass auch sie nur ihren Idealen folgen. Ich kann "Nachtauge" absolut empfehlen, denn es verspricht sowohl wirklich fesselnde Lesestunden als auch einen guten Einblick in die Welt 1943. Es ist ein Buch, das lange nachwirkt.

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