Tanz unter Sternen

von Titus Müller 
3,9 Sterne bei42 Bewertungen
Tanz unter Sternen
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wie von Titus Müller gewöhnt, vertquickt er meisterhaft Tatsachen mit Fantasie - empfehlenswert.

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Inhaltsangabe zu "Tanz unter Sternen"

Die Titanic – der Mythos des 20. Jahrhunderts

Für Nele Stern wird ein Lebenstraum wahr: Als Barfußtänzerin feiert sie endlich ihren ersten Soloauftritt im renommiertesten Varieté ihrer Zeit, dem Berliner Wintergarten. Doch sie fällt beim Publikum als zu prüde durch und beschließt auszuwandern: Das Geld reicht gerade noch für eine Fahrt in der 3. Klasse der Titanic. Dort gerät sie unversehens in eine Spionagegeschichte. In diesem ebenso brillant recherchierten wie fesselnd erzählten Roman wirft Titus Müller ein neues Licht auf die Bedeutung der Titanic in der Zeit europäischer Aufrüstung und schildert einfühlsam Menschen am Scheideweg ihres Lebens.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783453409972
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:400 Seiten
Verlag:Heyne
Erscheinungsdatum:14.01.2013
Das aktuelle Hörbuch ist am 15.09.2011 bei RADIOROPA Hörbuch erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Bellis-Perenniss avatar
    Bellis-Perennisvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: wie von Titus Müller gewöhnt, vertquickt er meisterhaft Tatsachen mit Fantasie - empfehlenswert.
    der Mythos "Titanic" ist Schauplatz dieses gelungenen Romans

    Titus Müller heizt für diesen Roman die Dampfkessel der „Titanic“ nochmals an.
    Die dreiköpfige Berliner Familie Singvogel, die Tänzerin Nele Stern und der undurchsichtige Engländer Lyman Tindale: sie alle treffen auf dem für „unsinkbar“ erklärten Dampfschiff aufeinander.
    Cäcilie, die Tochter eines reichen Bankiers, kennt Tindale von einigen Rendezvous in Berlins Kaffeehäusern. Wird sie ihren Mann und ihren Sohn verlassen?
    Allen ist gemeinsam, dass sie in Amerika ihr bisheriges Leben hinter sich lassen und ein neues beginnen wollen.
    Als die „Titanic“ den Eisberg rammt und untergeht, kommen die Charakterzüge der Hauptpersonen ans Tageslicht …

    Titus Müller schildert präzise – wie die Leser es von ihm gewohnt sind – historische Ereignisse, stützt sich auf Dokumente, Augenzeugenberichte und verquickt die Tatsachen mit den Figuren aus seiner Fantasie.
    Gut gelungen ist auch der „Nachspann“ in dem der Autor auf reale Ereignisse und Personen hinweist.
    Ich konnte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen und musste es in einem durch lesen.

    Kommentare: 1
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    Karin_Kehrers avatar
    Karin_Kehrervor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Gut recherchiert, leider bleiben die Charaktere blass.
    Politik contra Gefühl

    Eine Ahnung von Krieg schwebt schon über Europa, als die Titanic zu ihrer Jungfernfahrt nach New York aufbricht. Mit an Bord die junge Tänzerin Nele Stern, die in Amerika ein neues Leben anfangen will, der hypochondrische Pastor Matheus Singvogel mit seiner Frau Cäcilie und dem siebenjährigen Sohn Samuel sowie der attraktive, aber undurchsichtige Engländer Lyman Tindale. Der flirtet ungehemmt mit Cäcilie, die nicht ahnt, dass sie nicht zufällig an Bord des Schiffes ist. Denn Lyman ist ein englischer Spion und will die Tatsache nützen, dass Cäcilie die Tochter des einflussreichen Bankiers Ludwig Delbrück ist.
    Doch mit dem Untergang der Titanic ist die Geschichte nicht zu Ende, denn Schuld und Tod folgen den Überlebenden immer noch ...

    Sorgfältige Recherche ist bei einem historischen Roman unumgänglich und hier hat der Autor wirklich gut gearbeitet. Seine Beschreibung Berlins der Vorkriegszeit, die politischen und wirtschaftlichen Hintergründe sowie technische Details sind akribisch und perfekt. 
    Leider wurde aber hier verabsäumt, den Figuren Leben einzuhauchen. 
    Als Leser erwarte ich von einem Roman über den Untergang der Titanic keineswegs die in zahlreichen Dokumentationen ohnehin fast bis zum Überdruss durchgekauten technischen und zeitlichen Abläufe der Katastrophe. Nein, ich möchte etwas über die Menschen erfahren, die Opfer des Untergangs werden (auch wenn sie nur fiktiv sind!)
    Nur ein Beispiel: Als Matheus seine Frau bei einem Abendessen mit dem Engländer ertappt, ergeht er sich mit seinem Nebenbuhler in einem ermüdenden Dialog über die politische Lage Deutschlands und Englands, anstatt seinen Gefühlen freien Lauf zu lassen. Ziemlich unglaubwürdig, finde ich! Natürlich ist es gut, wenn Informationen in Form von Dialogen vermittelt werden, aber hier wird es eindeutig übertrieben. 
    Dadurch vermitteln die Charaktere den Eindruck, als wären sie gefühllos und belehrend und wirken so unsympathisch. 

    Fazit: Gut recherchiert, aber zu viel davon in die Geschichte gepackt, ansatzweise tolle Atmosphäre, Charaktere blutleer. 

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    Buecherwurm1973s avatar
    Buecherwurm1973vor 5 Jahren
    Wo ist der Tanz unter Sternen?

    Der Baptistenpfarrer fährt mit seiner Frau Cäcilie und seinem Samuel nach Amerika. Eigentlich hat die Einladung nur angenommen, weil er Frau und Kind was bieten will. Nele eine erfolglose Tänzerin will ihr Glück in Amerika versuchen. Auch der englische Spion Lyman Tundale macht sich auf den Weg über den grossen Teich. So kommt es, dass sie alle auf der Titanic sind, als diese zu ihrer Jungfernfahrt startet. Bald sind sie alle miteinander verbunden durch Verrat, Ehebruch und Barmherzigkeit.

     

    Die Grundidee, die der Autor mit dieser Geschichte verfolgt hat, finde ich eigentlich sehr inspirierend. Es ist keine kitschige Liebesgeschichte. Es ist eine Geschichte, wie sie wirklich hätte geschehen können. Bis auf einige Ungereimtheiten, die wir aber unter dichterische Freiheit gelten lassen können. Dennoch kann die Geschichte mich nicht überzeugen. Die Protagonisten haben mich nicht erreicht. Selten haben mich die Figuren in einem Roman so kalt gelassen. Ich hätte auch nicht sagen können, wer mir sympathisch und wer nicht.

     

    Die Recherche für diesen Roman ist hervorragend. Man merkt, dass sich Titus Müller nicht nur mit dem Unfallhergang und der Rettung beschäftigt hat. Er hat das Schiff sehr gut studiert. Fast hat man das Gefühl, der Autor sei auch schon auf der Titanic gewesen.

     

    Fazit: Die Grundidee des Romans ist gut. Leider ist die Umsetzung nicht gelungen.

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    mecedoras avatar
    mecedoravor 5 Jahren
    Ein lahmer Tanz unter Sternen ...

    1912, die Titanic sticht zu ihrer Jungfernfahrt nach New York in See. An Bord des luxuriösesten Passagierschiffs seiner Zeit sind auch die Protagonisten dieses Romans: der hypochondrisch veranlagte Baptistenpastor Matheus mit seiner Frau Cäcilie und dem siebenjährigen Samuel, Adam, der Dieb, die erfolglose Barfußtänzerin Nele Stern und der charismatische Engländer Lyman Tundale, der der schönen Cäcilie den Hof macht - nicht ohne Hintergedanken.
    Wie es mit dem Schiff enden wird, das wissen wir. Wie jedoch das Schicksal der an Bord versammelten Menschen seinen Lauf nehmen wird, das ist in diesem Buch zentral.

    Und leider ist genau das dem Autoren nicht überzeugend gelungen - das Leben, die Konflikte, die Entwicklungen und Verwicklungen, vor allem aber die Emotionen dieser Menschen darzustellen. Für mich blieben die Figuren blass und beinah körperlos, die meisten unsympathisch, vor allem aber emotional kaum fassbar. Ich brauche in einem Buch nicht unbedingt positive Identifikationsfiguren - wenn sie mir aber, vor allem in einem Buch, das sich eines der größten Dramen der Seefahrtsgeschichte zum Schauplatz nimmt, mehr oder minder egal bleiben und ich ihrem Schicksal gleichgültig gegenüber bin, dann ist das ... schade.

    Titus Müllers Sprache ist klar, der Stil vermag aber kaum zu fesseln, wirkt er doch oft sehr distanziert. Ich mag dokumentarisch zurückgenommene Texte sehr, wenn allerdings dieser Stil mit dem Leben und Erleben von Einzelindividuen so eng verbunden ist, führt das häufig, wie auch hier, zu einer Dissonanz im Gefüge von Figuren und Geschehen.

    Gut recherchiert sind die Hintergründe zur Zeitgeschichte und dem eigentlichen Schiffsunglück - positiv zu erwähnen ist an dieser Stelle der informative Anhang. Die Umsetzung in eine an individuelles Erleben gekoppelte Geschichtsdarstellung aber ist nicht gelungen. Leider.

    Auch die massive Raffung der erzählten Zeit im letzten Drittel des Buchs ist dem Buch und seiner Wirkung in meinen Augen nicht zuträglich. 

    Ein Roman dieses Genres lebt für mich durch die Figuren und ihre Entwicklung, durch ihre emotionale Zugänglichkeit und ihre Plastizität. Er lebt sicher durch ein Quäntchen Dramatik und eine detaillierte und fesselnde Beschreibung eines solchen Ereignisses wie dem Untergang der Titanic.
    All das wirkte hier bemüht - und konnte mich nicht berühren.

    Ein interessantes Thema, auch das Personal ist in seiner Grundanlage gut gewählt - an der Umsetzung hapert es aber.
    Für diesen leider etwas lahmen "Tanz unter Sternen" gibt es von mir nur drei derselben.

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    Athenes avatar
    Athenevor 5 Jahren
    Auch diesmal geht es unter

    INHALT:
    Die Tänzerin Nele Stern ist enttäuscht von ihrer bisherigen Karriere in Berlin und beschließt auszuwandern. Der Pastor Matheus will seiner Frau Cäcilie und seinem Sohn Samuel endlich etwas bieten und nimmt eine Einladung nach New York an.

    Die Reise wird von allen mit der Titanic angetreten und das Schicksal führt alle zusammen. Spionage, Betrug, Leidenschaft, Verrat, Unglück und Nächstenliebe treffen geballt aufeinander. Wer hat eine Chance?

    FAZIT:
    Man merkt dem Schreib- und Erzählstil des Autors an, dass dies nicht sein erster Roman mit historischem Hintergrund ist. Denn hier erfährt der Leser ganz nebenbei die politische Lage, die Konstruktion der Titanic und einige Abläufe. Der Schreibstil lässt sich trotz "schwerer" historischer Kost gut lesen. Hier wurde gut recherchiert.

    Leider habe ich keine richtige Verbindung zu den Hauptfiguren aufbauen können. Sie waren mir teilweise sogar richtig unsympathisch. Das Zusammenspiel der Figuren fand ich teilweise etwas lieblos. Spannender wurde die Handlung natürlich ab dem Zeitpunkt der Kollision der Titanic mit dem Eisberg. Denn auch in diesem Buch geht das Schiff unter ;) .

    Interessant fand ich auch die separat an den Roman angefügten historischen Hintergründe. Ich vergebe daher 3 von 5 Punkten.

    http://kleeblatts-buecherblog.blogspot.de/2013/09/titus-muller-tanz-unter-sternen-von.html

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    gabelingebers avatar
    gabelingebervor 6 Jahren
    Etwas holprig...

    Der Autor schafft es zwar, einen mit seiner Geschichte bei der Stange zu halten. Aber mir hat sein Stil nicht wirklich zugesagt. Ich fand ihn streckenweise unbeholfen, gewollt. Das hat mir die Lektüre immer mal wieder leicht versauert. Müllers Stil fehlt es m.E. an Eleganz, an Flüssigkeit.

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    S
    sabavor 6 Jahren
    Rezension zu "Tanz unter Sternen" von Titus Müller

    Der Mythos rund um die Ereignisse auf der Jungfernfahrt der Titanic ist auch im 21. Jahrhundert ungebrochen. Titus Müller reiht sich ein in die Riege einer Vielzahl von Autoren, die sich mit den Geschichten der Passagiere auf dem „praktisch unsinkbaren“ Schiff beschäftigen.
    Die Handlung beginnt in Berlin. Seinen Protagonisten verleiht der Autor einen fast schon schwermütig anmutenden Charakter, auf den ich mich anfangs nur schlecht einlassen konnte. Da ist unter anderem die erfolglose Tänzerin Nele, die im Ausland die erhoffte Anerkennung sucht und auch der evangelische Pfarrer Matheus macht sich gemeinsam mit seiner Familie auf in das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Seine Frau Cäcilie kam einst aus vornehmen Verhältnisse, die sie für eine Heirat mit ihm verließ. Nach der Geburt des gemeinsamen Sohnes Samuel und der folgenden Eheroutine, zeigt Cäcilie nun häufig Anzeichen von Unzufriedenheit. Mit der luxuriösen Reise auf der Titanic erhofft sich Matheus auch eine Wiederbelebung seiner Ehe. Doch auch der britische Spion Lyman befindet sich an Bord und macht Cäcilie den Hof. Schon bald ist Cäcilie in sein lebensgefährliches Vorhaben verstrickt. Als die Titanic am 14.04.1912 mit einem Eisberg kollidiert erweist sich dies als richtungsweisend für die weitere Biographie der Protagonisten.

    Die größte Stärke von „Tanz unter Sternen“ ist die hervorragende Recherchearbeit von Titus Müller. Zwar stellt der Autor die Geschichten rund um die Geschehnisse auf der Titanic in den Mittelpunkt seines Romans, es bleibt aber auch noch ausreichend Raum für die Darstellung politischer Entscheidungen und gesellschaftlicher Umstände in den Vorkriegsjahren. Obwohl die Vorgehensweise der Charaktere für mich nicht immer nachvollziehbar war, gelang es Titus Müller doch ein packendes Stimmungsbild einer Zeit zu zeichnen, deren Tragik mit dem Untergang der Titanic erst ihren Anfang nimmt.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 6 Jahren
    Rezension zu "Tanz unter Sternen" von Titus Müller

    Also, ein Roman, der die Titanic-Geschichte an drei Hauptpersonen erzählt. Kann man machen, ist aber recht kitschig und vorhersehbar geraten. Und, das ist natürlich nicht professionell, aber wahr: Ich finde die Hauptperson, den Pfarrer, einfach nur schrecklich. Der Roman ist meines Erachtens ein Pendant zu Chick-Lit. Nur nicht witzig und historisch. Also Hist-Lit.

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    Jares avatar
    Jarevor 6 Jahren
    Rezension zu "Tanz unter Sternen" von Titus Müller

    Der Traum der Freiheit!

    Ein Lebenstraum entpuppt sich für Barfußtänzerin Nele Stern als große Enttäuschung. Sie fällt bei ihrem ersten Auftritt im Berliner Wintergarten beim Publikum durch und wird als zu Prüde gefeuert. Enttäuscht verlässt sie Berlin, um auch in Paris zu erkennen, dass sie dort keine Chance hat. Mit dem letzten Geld beschließt sie nach Amerika auszuwandern und erwirbt eine Fahrkarte für die dritte Klasse der Titanic. An Bord lernt sie den hypochondrischen Pastor Matheus kennen, der mit seiner Frau und seinem Sohn reist und der gerade eine offensichtliche Ehekrise durchlebt. Seine Frau, die Tochter des Hofbankiers des deutschen Kaisers, flirtet ungeniert mit einem jungen Engländer, der ihr schon in Berlin Avancen gemacht hat. Als die Beziehungsprobleme der vier ihren Höhepunkt erreichen, stößt die Titanic mit einem Eisberg zusammen. Während Matheus verzweifelt seinen Sohn sucht und sich die Frage stellt, ob seine Frau mit ihm zusammen das Schiff verlassen will, wird sich Nele ihrer Gefühle für Matheus bewusst.

    Mit „Tanz unter Sternen“ hat Titus Müller eine wahre Perle von Roman erschaffen. Im Blickpunkt steht das Schicksal von vier Menschen, deren Wege sich im April 1912 auf der Titanic kreuzen. Meisterschaft versteht es es, die damalige Zeit lebendig werden zu lassen. Dies fängt schon in Berlin an. Schon der Auftritt im Wintergarten verzaubert den Leser mit Detailreichtum, als sei der Autor seinerzeit dabei gewesen. Diesen Detailreichtum behält Titus Müller auch bei, als sich der Schauplatz auf die Titanic verlagert. Das er das eigentliche Unglück nicht in den Blickpunkt des Romans gestellt hat, macht diesen um so lesenswerter. Im Gegenteil. Trotz der furchtbaren Katastrophe bleibt der Blickpunkt der Erzählung auf den Hauptfiguren. Und gerade das ist die große Stärke des Romans, der das Unglück der Titanic an keiner Stelle plakativ ausschlachtet, sondern gekonnt in die Geschichte von Nele und Matheus einbindet. Dafür spricht auch, dass der Roman nicht mit dem Untergang der Titanic endet, sondern noch einige Jahre weitergeht, so dass die Geschichte ein mehr als rundes Ende bekommt.

    Fazit:
    „Tanz unter Sternen“ ist ein hervorragender Roman, der eine spannende Geschichte vor historischem Hintergrund erzählt. Reine Titanicfans kommen bei diesem tollen Roman genauso auf ihre Kosten, wie Fans gut erzählter Geschichten vor historischem Hintergrund. Titus Müller hat ein ausgesprochen gutes Gespür für Fakten und Fiktion, die er mit überaus glaubhaften Charakteren zu einem tollen Roman vermischt!

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    Fantasie_und_Träumereis avatar
    Fantasie_und_Träumereivor 7 Jahren
    Rezension zu "Tanz unter Sternen" von Titus Müller

    KLAPPENTEXT:
    Für Nele Stern wird ein Lebenstraum wahr: Als Barfußtänzerin feiert sie ihren ersten Soloauftritt im renommiertesten Varieté ihrer Zeit, dem Berliner Wintergarten. Doch sie fällt beim Publikum als zu prüde durch. Da sie auch in Paris keine Auftrittsmöglichkeiten findet, beschließt sie, nach Amerika auszuwandern: Das Geld reicht gerade noch für eine Fahrt in der 3. Klasse der Titanic. Als sie sich an Bord des Luxusliners zu einem Diebstahl hinreißen lässt, lernt sie Matheus kennen, einen ebenso liebenswürdigen wie hypochondrischen Pastor aus Berlin. Er reist mit Frau und Kind, durchlebt aber offensichtlich gerade eine Ehekrise. Ungeniert flirtet seine Frau, die aus gutem Hause kommt und deren Vater der Hofbankier des deutschen Kaisers ist, mit einem jungen Engländer, der sich höchst verdächtig benimmt. Tatsächlich ist er ein Spion der britischen Krone, und er hat sich keineswegs zufällig auf die Frau des Pastors kapriziert, sondern will über sie an geheime Dokumente des Hofbankiers herankommen. Der Zusammenstoß der Titanic mit einem Eisberg stürzt die Reisenden in einen Mahlstrom aus Wasser und Eis – und setzt Liebe und Freundschaft einer weiteren Zerreißprobe aus. In diesem ebenso brillant recherchierten wie fesselnd erzählten Roman wirft Titus Müller ein neues Licht auf die Bedeutung der Titanic in der Zeit europäischer Aufrüstung und schildert einfühlsam Menschen am Scheideweg ihres Lebens.

    ZUM AUTOR:
    (Quelle: Blessing)
    Titus Müller, geboren 1977 in Leipzig, studierte in Berlin Literatur, Geschichtswissenschaft und Publizistik. 1998 begründete er die Literaturzeitschrift "Federwelt". 2002 war er Mitbegründer des Autorenkreises Historischer Roman "Quo vadis". Im gleichen Jahr veröffentlichte er, 24 Jahre jung, seinen ersten Roman: "Der Kalligraph des Bischofs". Es folgten sechs weitere historische Romane wie "Die Brillenmacherin" (2005), "Das Mysterium" (2007) und zuletzt "Die Jesuitin von Lissabon". Titus Müller wurde mit dem C. S. Lewis- Preis und den Sir Walter-Scott-Preis ausgezeichnet.

    EIGENE MEINUNG:
    Im Jahr 2012 jährt sich das Unglück der Titanic zum hundertsten Mal. Überall wo man hinschaut wird man auf diesen schweren Schicksalsschlag, der weit über 1000 Menschen das Leben gekostet hat, aufmerksam gemacht. James Cameron bringt seinen erfolgreichen Titanic Film sogar noch ein mal ins Kino, um all der Opfer zu gedenken, die ihre Suche nach Freiheit oder einem neuen Leben mit dem Tod bezahlten. Ein historisches Ereignis, das auch mich sehr bewegt hat, aber noch nie so anrührend, authentisch, traurig und schön zugleich erzählt wurde wie von Titus Müller.
    Die Hauptrolle in „Tanz unter Sternen“ spielen der Pfarrer Matheus und die junge Tänzerin Nele Stern. Beider Leben läuft gerade nicht so wie es sollte und so streben sie nach einem Besseren. Neles Karriere soll endlich in Schwung kommen. Was ihr in Berlin nicht so recht gelingen wollte, soll nun in den USA, dem Land des Glücks und der Stars, gedeihen. Um ihren Traum als Tänzerin zu verwirklichen nimmt sie in Kauf ihre Heimat und vor allem ihre Mutter, die ihr ganzes Leben lang – und das in einer sehr schweren Zeit – ihre Tochter unterstützt hat. Von der brotlosen Kunst des Varietés hält sie allerdings nicht sehr viel und so macht sich Nele alleine auf in eine ungewisse Zukunft.
    Auch Matheus Leben hatte schon mal bessere Stunden. Seine Ehe scheint auf Eis zu liegen, denn er ist nur ein armer Pastor, der für alle Menschen ein offenes Ohr hat, und seine Frau Cäcilie die etwas verwöhnte Tochter eines einflussreichen Bankiers. Zwei Welten, die doch recht unterschiedlich sind und für sehr viel Spannung im Eheleben führen. Das einzige was sie scheinbar noch zusammenhält ist ihr Sohn Samuel. Ein stilles Kerlchen, das sich sowohl für Gott, als auch die Welt interessiert. Ein Angebot für eine Pfarrstelle in den USA kommt da genau recht, denn so kann Matheus Cäcilie noch einmal beweisen, dass auch er etwas wert ist.
    Auf der Titanic treffen die beiden Parteien, Nele Stern und Familie Singvogel aufeinander. Ihr Schicksal scheint miteinander verwoben. Vor allem haben sie eins gemeinsam: Sie alle kämpfen am 14. April 1912 ums Überleben.
    „Tanz unter Sternen“ ist eins der wundervollsten und zugleich traurigsten Bücher, die ich jemals gelesen habe. Titus Müllers Schreibe ist hinreißend. Seine Erzählstimme großartig, so dass ich gar nicht mehr aufhören konnte seiner Geschichte zu lauschen bzw. sie zu lesen. Seine Figuren sind facettenreich, gut durchdacht und mit viel Charakter. Dabei sind sie nicht nur liebenswert, sondern haben jede Menge Ecken und Kanten. Besonders ins Herz geschlossen habe ich jedoch den kleinen Samuel, der eher still, leise und nachdenklich, keinen guten Stand bei den Jungs seines Alters hat und auf der Titanic eine ganz außergewöhnliche Freundschaft schließt.
    „Tanz unter Sternen“ ist ein Buch, das sehr viele Themen umfasst. Es geht um Ehre, um Freundschaft, um den Weg zu sich selbst, um das was wichtig ist im Leben, es ist ein kleines bisschen Krimi, ein kleines bisschen historischer Roman und ein kleines bisschen Familiendrama. All diese, teilweise sehr unterschiedlichen Dinge und Thematiken verknüpft der Autor so gekonnt zu einer wundervollen Geschichte, das der Roman geschmeidig verläuft, keine Ecken und Kanten entstehen, und man das Buch am liebsten in einem durchlesen würde.
    Ich muss auch noch mal über meine Gefühle zum Roman sprechen: dieses Buch hat mich dermaßen berührt, dass ich immer wieder Gänsehaut und einen Kloß im Hals bekam. Im Zug sitzend heulte ich, was mir ein bisschen peinlich war, obwohl man sich angesichts dieser eindringlichen Geschichte keiner Träne schämen muss. Das Schicksal der Titanic, auf der man einfach Menschen sterben ließ, weil nicht ausreichend für Sicherheit gesorgt war, ist mir extrem nahe gegangen.
    Den wahren Charakter eines Menschen entdeckt man sowieso erst in einer Situation in der die Not sehr groß ist ...

    FAZIT:
    „Tanz unter Sternen“ ist wie ein Tanz mit Worten und Gefühlen. Bewegend und berührend schreibt Autor Titus Müller eine fiktive Geschichte mit dem Hintergrund eines historischen Ereignisses, das auch heute, 100 Jahre später, noch Menschen zu Tränen rührt. Eines der schönsten Bücher, die ich jemals gelesen habe.

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