Tiziano Scarpa

 4 Sterne bei 10 Bewertungen
Autor von Stabat Mater, Venedig ist ein Fisch und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Tiziano Scarpa

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Tiziano ScarpaStabat Mater
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Stabat Mater
Stabat Mater
 (9)
Erschienen am 12.08.2011
Tiziano ScarpaVenedig ist ein Fisch
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Venedig ist ein Fisch
Venedig ist ein Fisch
 (1)
Erschienen am 15.04.2002
Tiziano ScarpaKörper
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Körper
Körper
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Erschienen am 15.08.2005
Tiziano ScarpaAmore
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Amore
Amore
 (0)
Erschienen am 01.08.2001
Tiziano ScarpaWas ich von dir will
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Was ich von dir will
Was ich von dir will
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Erschienen am 15.04.2004
Tiziano ScarpaBertozzi & Casoni
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Bertozzi & Casoni
Bertozzi & Casoni
 (0)
Erschienen am 01.03.2008
Tiziano ScarpaStabat Mater, italienische Ausgabe
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Stabat Mater, italienische Ausgabe
Tiziano ScarpaGroppi d'amore nella scuraglia
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Groppi d'amore nella scuraglia
Groppi d'amore nella scuraglia
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Erschienen am 04.11.2010

Neue Rezensionen zu Tiziano Scarpa

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Pongokaters avatar

Rezension zu "Stabat Mater" von Tiziano Scarpa

Rezension zu "Stabat Mater" von Tiziano Scarpa
Pongokatervor 6 Jahren

Die Erzählerin der Geschichte ist ein Waisenmädchen von 16 Jahren in dem Waisenhaus in Venedig, in dem historisch verbürgt Antonio Vivaldi gewirkt hat. Dem männlichen Autor von über 40 Jahren von heute ist es eindrucksvoll gelungen, die Stimme des kleinen Mädchens aus dem frühen 18. Jahrhundet zu treffen. Dabei spielt der Titel "Stabat Mater" nicht nur auf das Werk Vivaldis an, sondern vor allem auf die Sehnsucht des Mädchens nach der nie gekannten Mutter. Damit führt der Roman den in eine fremde Welt und eine ihm fremde Sicht auf diese Welt. Beeindruckend.

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serendipity3012s avatar

Rezension zu "Stabat Mater" von Tiziano Scarpa

Rezension zu "Stabat Mater" von Tiziano Scarpa
serendipity3012vor 7 Jahren

„Frau Mutter, erinnert Ihr Euch noch an mich?“

In Venedig gab es im 18. Jahrhundert vier berühmte Frauenkonservatorien. Verzweifelte Mütter konnten Ihre Kinder anonym an die Waisenhäuser abgeben, sie wurden von Nonnen aufgezogen, die Begabtesten unter ihnen erhielten Instrumental- oder Gesangsunterricht und traten in Kirchen auf. Diese Mädchen waren Attraktionen, die Konzerte zogen viele Italienreisende an. Niemals zeigten sich die Konzertierenden ihrem Publikum, sie standen auf Emporen, hinter Gittertüren. Wenn sie die Waisenhäuser verließen, trugen sie Masken. So blieben sie für die Zuhörer stets geheimnisvoll; dass es sich bei ihnen um Frauen aus Fleisch und Blut handelte, sollte möglichst unsichtbar bleiben.

Tiziano Scarpa schenkt einem dieser jungen Mädchen in seinem schmalen Roman „Stabat Mater“ eine Geschichte. Cecilia ist einsam, in ihren schlaflosen Nächten schreibt sie Briefe an ihre unbekannte Mutter, fragt sie – und sich – immer wieder, wo sie sein mag, warum sie sie damals im Ospedale della Pietà abgegeben haben könnte. Ob sie vielleicht irgendwann kommen werde, um sie zu holen? Cecilia glaubt nicht daran.

Cecilias Stimme ist die einzige, die im Roman zum Leser spricht. Ihre Gedanken an ihre unbekannte Mutter, Gespräche mit einem Schlangenhaupt, das ihr erscheint, Assoziationen zu ihrem Leben im Kloster und zum Leben überhaupt, berührend, verstörend, manchmal unverständlich, all dies macht Scarpas Buch aus.

Im Jahr 1703 kam Antonio Vivaldi ans Ospedale della Pietà, unterrichtete dort die Mädchen, komponierte die Konzerte, die sie aufführten. Scarpa lässt Vivaldi zu einer wichtigen Figur in Cecilias Leben werden. Eine Veränderung kann beginnen.

„Stabat Mater“ ist ein kleiner, poetischer Roman, der die Einsamkeit der Waisen einfängt und den Alltag an den noch wenig erforschten venezianischen Mädchenkonservatorien zum Leben erweckt. Scarpa erklärt im Nachwort, dass er sich viele historische Freiheiten genommen habe. So ist sein Buch freilich als fiktive Geschichte zu verstehen. Eine Geschichte, die den Leser für ein paar Stunden in eine fremde Welt entführt, in eine Welt voller Musik, aber auch voller unbeantworteter Fragen und Einsamkeit. Empfehlenswert!

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Daniliesings avatar

Rezension zu "Stabat Mater" von Tiziano Scarpa

Rezension zu "Stabat Mater" von Tiziano Scarpa
Daniliesingvor 9 Jahren

Wie mag es wohl gewesen sein, im 18. Jahrhundert in einem Kloster zu leben und nie seine Mutter kennengelernt zu haben? Diesem Thema widmet sich der Autor Tiziano Scarpa ganz detailliert in seinem Buch "Stabat Mater". Der Titel "Stabat Mater" stammt aus einem mittelalterlichen Gedicht. In diesem geht es um den Schmerz der Gottesmutter wegen ihres gekreuzigten Sohnes.

Um den Titel mit dem Inhalt in Bezug zu bringen, bedarf es aber schon einer gewissen Interpretationskunst und einer genauen Auseinandersetzung mit den Gefühlen und Taten der 15-jährigen Protagonistin Cecilia. Lange Zeit scheint es so, als beschäftige sich das Mädchen nur mit ihrem Inneren und ihren Gedanken über die eigene Herkunft. In langen Briefen an ihre Mutter und inneren Monologen bereist der Leser eine ganz eigene und besondere Gefühlswelt.

Hat man sich erstmal in den Stil des Buches eingelesen, entwickelt es einen richtigen Sog auf den Leser. Geprägt ist "Stabat Mater" durch viele kurze und extrem prägnante Absätze. Ein jeder trifft den Leser in seiner Gewalt der Bedeutsamkeit mitten ins Herz. Und auch die teils sehr düsteren Gedanken und extremen Ängste und Zweifel von Cecilia lernt man zu verstehen und kann sich immer mehr in sie hineinversetzen. Möglicherweise ist das Buch dem ein oder anderen Leser zu düster oder verworren. Es ist wirklich notwendig, sich intensiv darauf einzulassen.

Im Buch hadert Ceclilia immer mehr mit sich selbst und mit dem Sinn ihres Lebens. Oft spricht sie mit einem imaginären Schlangenhaupt, mit dem sie die abstrusesten Gedanken austauscht. Das mutet teilweise schon sehr skurril an. Fast bekommt man den Eindruck, als wäre das Mädchen einer Depression nahe. Sie kämpft darum, allein gelassen und unter den strikten Regeln des Klosters, zu sich selbst zu finden und ihr Leben lebenswert zu machen.

Schließlich bekommt die Musik eine immer größere Bedeutung für Cecilia. Sie ist ihr Anker in dieser oft tristen und recht einsamen kleinen Klosterwelt. Besonders als der Komponist Antinio Vivaldi ins Kloster kommt, macht Cecilia einen inneren und äußerlichen Wandel durch.

Tiziano Scarpa schreibt in "Stabat Mater" mit einer ungeheuren Kraft und viel Poesie. Obwohl die Thematik nicht einfach ist und der Leser ständig neue Ideen und Interpretationen entwickeln muss, überzeugt dieses Buch. Es ist ein zutiefst berührendes Werk, dem man nur viele Leser wünschen kann, die den Wert dieses einzigartigen Stils und dieser besonderen Geschichte zu schätzen wissen.

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