Tiziano Terzani Asien, mein Leben - Die großen Reportagen - Herausgegeben von Angela Terzani und Dieter Wild

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Inhaltsangabe zu „Asien, mein Leben - Die großen Reportagen - Herausgegeben von Angela Terzani und Dieter Wild“ von Tiziano Terzani

Die besten Reportagen neu herausgegeben
Die besten Reportagen aus der Feder des großen Journalisten Tiziano Terzani, der Jahrzehnte in Asien verbrachte und von dort für den SPIEGEL berichtete. Wunderbar anschaulich schildert er die großen Umbrüche der Politik ebenso wie die Freuden und Nöte des Alltags, das Leben der Mächtigen wie der einfachen Leute. Seine Frau Angela Terzani und sein ehemaliger Kollege Dieter Wild haben die Auswahl getroffen und führen in die Texte ein.

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  • Rezension zu "Asien, mein Leben - Die großen Reportagen - Herausgegeben von Angela Terzani und Dieter Wild" von Tiziano Terzani

    Asien, mein Leben - Die großen Reportagen - Herausgegeben von Angela Terzani und Dieter Wild

    HeikeG

    01. September 2008 um 20:21

    Ein prächtiges weißes Pferd Monatelang hielt sich im Jahr 2007 ein Buch auf den Bestsellerlisten, in dem der "Grand Voyageur" seinem Sohn Folco in Interviews "die lange Reise seines Lebens" zu Protokoll gab. Gemeint ist "Das Ende ist mein Anfang" des im Juli 2004 verstorbenen Journalisten Tiziano Terzani. Diese Reise beschloss er nach eigenen Worten glücklich bzw. setzte sie sie vielmehr nach seinem Tod fort. Zu Lebzeiten reiste er ebenfalls sehr viel. 25 seiner 65 Lebensjahre - sie zählten zweifelsohne zu seinen produktivsten - verbrachte der italienische Intellektuelle, der u. a. für den SPIEGEL arbeitete - in Ost-, Südost- und schließlich in Südasien. Unzählige Reportagen schrieb Terzani für das Magazin aus diesen Ländern. Einen Auszug davon haben die Herausgeber (Terzanis Ehefrau Angela und Dieter Wild) in diesem Buch zusammengestellt. "Sie zeigen einen detailgenauen Erzähler, zugleich einen unbestechlichen politischen Analytiker, der sich vom Augenschein nicht täuschen lässt.", schreibt Dieter Wild, der selbst viele Jahre für den SPIEGEL arbeitete, zuletzt als stellvertretender Chefredakteur und der seinen Freund Terzani in viele Länder begleitete. "Begnadet wie wenige, nüchtern, aber doch engagiert, gleicht er das Gesehene mit der Doktrin ab - der eigenen wie jener der beobachteten Menschen. Manche dieser Reportagen, nie ideologisch und maniriert, ähneln im Stil den Erzählungen des großen Vorbildes Edgar Snow über Mao Tse-tung." Unbändige Abenteuerlust und eine schier unersättliche Neugier trieben den fünf Sprachen sprechenden Terzani. Jeder Winkel musste erkundet werden, um auch die dunkelste Ecke seinem Leser zu beleuchten. Er war ein begnadeter Erzähler, der - so Dieter Wild - sich daran labte, ganze Abendgesellschaften zu unterhalten und unter Spannung zu setzen. Ständig war er in Bewegung und auf Reisen. "Reisen", schreibt er, "die Freude eines ganzen Lebens. Ein Jugendtraum, der zum Beruf wurde, zu einer Lebensweise. Immer gleich und doch wieder anders." Diese Aussage spiegelt sich auch in seinen Reportagen wieder, die im vorliegenden Buch dem Leser einen gelungenen Einblick geben. Derweil war Terzani kein Reiseschriftsteller, sondern politischer Journalist. Aber seine Reportagen sind trotzdem keine nüchternen Abhandlungen, sondern enthalten vielfach wundervolle Stimmungsbilder seiner Umgebung, etwa über die Wüste Gobi: "Flach, trocken, beängstigend. Unter wolkenlosem Himmel in der flimmernden Hitze reicht die endlose Sand- und Kiesfläche bis hinter den Horizont. Sie übersteigt die Fantasie. Tagelang kann man in jede beliebige Richtung gehen, ohne etwas anderes als die eigene Endlichkeit zu treffen, in einer völlig leeren Mondlandschaft. Die Uiguren nennen diese Landschaft 'Takla Makan'", was so viel bedeutet wie 'Man geht hinein und kommt nie wieder heraus.' Die im Buch versammelten Reportagen decken den Zeitraum von drei Jahrzehnten (1975-1996) ab. Terzani berichtet vom Sieg der Kommunisten aus Vietnam nach dem Rückzug der Amerikaner und dem enttäuschenden Ergebnis der hochgesteckten Ziele nach zehn Jahren: "Die Menschen sehen gesund und froh aus, sie sind wohlgekleidet - aber nur auf den Plakaten. (...) Die Saigoner, keine Zweifel, leben heute schlechter, leiden unter mehr Inkompetenz und Korruption, haben größere Angst vor der Polizei als früher." Äußerst erschütternd ist auch sein Bericht des Genozids am eigenen Volk in Kambodscha durch Pol Pot und die Roten Khmer. "Ein gelähmtes, verzweifeltes, gebrochenes Volk von Witwen, Waisen und wenigen noch lebenden terrorisierten Männern wandert umher, sammelt Stücke seines Unglücks und sucht den Faden des Lebens wiederaufzunehmen." Der größte Teil berichtet aus dem "Reich der Mitte" - aus China. Von 1978 bis 1984 lebte und arbeitete Terzani hier, bis er den Machthabern zu unbequem und ausgewiesen wurde. Er begibt sich in die chinesische Provinz Sinkiang, ganz im fernen Westen, an der Grenze zur damaligen Sowjetunion, spricht mit der dort ansässigen muslimischen Minderheit der Uiguren, er berichtet von der systematischen Zertrümmerung alter buddhistischer Kultur, aber auch dem stillem Frieden bei einem "Himmelsbegräbnis" in Tibet oder über Misswirtschaft in Chinas Ruhrgebiet - der Mandschurei. Terzani reist nach Qufu, der Geburtsstadt des Philosophen Konfuzius und ist entsetzt über die kulturelle und städtebauliche Verwüstung Pekings. Schockierend ist sein Bericht über die schizophrene Ausmaße annehmende Geburtenkontrolle in China. Weitere Stationen sind Nordkorea mit Orwells Wirklichkeit gewordenem Alptraum einer totalitären Gesellschaft, Japan, dessen diszipliniertes, aber verklemmtes Volk den polyglotten und weltläufigen Journalisten nur noch deprimiert, Hongkong, die Philippinen, Burma, wo Terzani den Opiumkönig Khun Sa oder in Indien Mutter Theresa trifft. Es folgen Sri Lanka und schlussendlich Nepal. Fazit: 26 Fotos, die Terzani inmitten seines asiatischen Lebensumfeldes zeigen sowie zwei Vorworte der beiden Herausgeber runden überaus gelungene, interessante und brillant geschriebene Reportagen ab. Mit Tiziano Terzani hat der Journalismus "eine Persönlichkeit jenseits der Normen" (Zitat "Le Monde", Frankreich) verloren. Dieses Buch erinnert noch einmal an ihn.

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