Immer schön die Ballons halten

von Tobi Katze 
3,5 Sterne bei2 Bewertungen
Immer schön die Ballons halten
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Leider hat mich das Hörbuch total runtergezogen. Erst der letzte Track war total KLASSE!

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Inhaltsangabe zu "Immer schön die Ballons halten"

Henriette Liebling ist unzufrieden mit ihrem Leben. Sie steckt allerorten in Sackgassen und hat sich eingerichtet in der Ereignislosigkeit mit einem sicheren aber langweiligen Job, einer schönen aber sterilen Wohnung und einer netten aber monotonen Beziehung. Sie muss einige Tiefpunkte erleben, bevor die Erkenntnis reift: Das ist nicht ihr „Lieblingsleben“. Das ist höchstens Plan B. Und so begibt sie sich auf die Suche nach dem, was „erwachsen sein“ für sie wirklich bedeutet.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783956393013
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Audio CD
Verlag:Audio Media Verlag
Erscheinungsdatum:15.09.2017
Das aktuelle Buch ist am 22.09.2017 bei ROWOHLT Taschenbuch erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    MissStrawberrys avatar
    MissStrawberryvor 11 Tagen
    Kurzmeinung: Leider hat mich das Hörbuch total runtergezogen. Erst der letzte Track war total KLASSE!
    Die kleinen und großen Tücken des Erwachsenendaseins

    Henriette Liebling ist mit allem nicht so ganz zufrieden – Job, Beziehung, Wohnung, Freunde, dem ganzen Leben. Immer wieder grübelt sie so vor sich hin und kommt nie in die Puschen. Das Leben geht weiter und sie steht herum. Doch eines Tages geraten die Dinge ganz langsam in Bewegung …

    Es ist immer nett, wenn ein Autor sein Werk selbst liest. Aber hier stört mich das enorm, denn Tobi Katze spricht eine Frau, eben Henriette Liebling. Das jedoch so typisch männlich, dass ich immer wieder darüber gestolpert bin. Außerdem kommt mir „Henriette“ eine Spur zu depressiv vor. Nicht, dass ich das Problem Depression nicht nachvollziehen könnte und auch weiß ich, dass Tobi Katze unter Depressionen leidet. Nur kommt mir hier zu viel davon rüber und zu wenig „Galgenhumor“ oder Ironie, zu wenig Motivation, zu wenig Selbsthilfe. Der Auftrieb kommt mir persönlich einfach deutlich zu spät – nämlich eigentlich erst ganz am Ende. Möglicherweise wäre das bei einer weiblichen Sprecherin anders transportiert worden. Aber ganz extrem stört mich, dass Tobi Katze die männlichen Parts gern so vorliest, als seien das Frauen und Henriette besonders tief und männlich. Das bringt mich total aus der Spur.

    „Frag doch mal Dich, statt irgendwen.“ Eine wunderbare Aussage. Wie so vieles, das der Autor gekonnt anspricht. Ob es nun ist, unsinnigerweise Gegenstände mit Gefühlen zu belegen (an der roten, röchelnden Kaffeemaschine hängen) oder das Telefonat mit dem Verlag oder die Erlebnisse auf dem Arbeitsamt – ja, da wird deutlich gezeigt, wie unschön das Leben sein kann, wie gewisse Positionen ausgenutzt werden und wie auch mal Machtspielchen gespielt werden. Dass aber auch diese Momente irgendwann vorbei sind und/oder witzige Momente oder Aspekte haben, klingt nur ganz ganz leise an. Aber dass man aus Zitronen, die einem das Leben schenkt, nicht zwangsläufig Limonade machen muss, sondern sie auch verschenken und sich Orangen besorgen kann, das ist eine wunderbare Aussage.

    Obwohl die verschwurbelten Satzkonstrukte wirklich klasse sind und ihren ganz eigenen Witz haben, steckt ganz viel Depression in diesem Hörbuch. Das zieht runter, das beschwert – dabei würden viele der wunderbaren Wortspiele sich genial dazu eignen, lauthals rauszulachen. Doch die Stimmung ist arg düster. Das ist schade.

    Ein Hörbuch, das zwar nicht schlecht ist, aber einfach nicht in meine Bestenliste gehört. Mehr als „gut“ kann ich nicht geben, deshalb drei Sterne.

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    Anteks avatar
    Antekvor 8 Monaten
    3,5 Sterne für "Frag doch mal dich selbst und nicht irgendwen."

    Henriette hat mit Ende 20 einen biographischen Bestseller gelandet, ein nachfolgendes Buch wollte der Verlag nicht mehr. Damit war der Traum von der Schriftstellerei leben zu können, schnell ausgeträumt. Das Arbeitsamt hat sie nämlich so ohne Abschluss und Berufserfahrung kurzerhand zu einem Bürojob in einer Versicherung verdonnert. Seit sieben Jahren ärgert sie sich seither so gut wie täglich über ihren Chef, durchsucht Listen nach Fehlern und ist mehr als unzufrieden mit sich und ihrem Leben. Denn nicht nur im Job, auch Zuhause lebt es sich in der sterilen, weiß gestrichenen Wohnung mit ihrem Freund Mattes eigentlich doch längst schon nicht mehr so wie in jungen Tagen immer für später erhofft. Wenn nur das blöde Erwachsenwerden nicht so sehr auf ihr lasten würde.

    Man lernt zuerst Hennriette, kurz Henni, die fett in der Krise steckt, und ihr unzufriedenes Gedankenkino kennen und erfährt dann nach und nach, wie es dazu kam. Auch einige Anekdoten aus früherer unbeschwerter Zeit sind mit dabei. Große Teile des Romans füllen aber innere Monologe und laute Selbstgespräche, in denen sie sich der Frage widmet, was denn Erwachsenwerden überhaupt bedeutet. Bedeutet es, dass einem nie mehr egal sein darf, was andere denken? Muss man sich so durchs Leben schleppen, nur damit man einen sicheren Job hat oder gehören Kinder ganz zwangsläufig ebenso wie ein großartiger Job dazu? Muss man die Erwartungen der anderen erfüllen oder darf man sich auch mal gehen lassen? Das sind nur einige Beispiele dafür, worum sich ihre Gedanken drehen. Als Hörer bekommt man zudem Unterhaltungen mit Mattes geboten, in denen sie ihren Frust los wird und auch den einen oder anderen Tipp von ihm (zu viel) bekommt. Denn eigentlich heißt Erwachsen sein ja,…, zumindest für Henni, aber das wird hier nicht verraten.

    Der Autor philosophiert, führt Sprachbilder an, Gedanken-Karussell fahren kann man mit ihm auf jeden Fall. Mir ganz persönlich war es allerdings schon fast eher ein bisschen zu viel des Verharrens in Überlegungen, auch wenn einige durchaus witzig, zahlreiche sicher auch bedeutend und wertvoll zu bezeichnen sind. Toll finde ich aber auf jeden Fall die Botschaften, dass es nicht nur Schwarz Weiß, dass es immer auch einen Mittelweg gibt, dass man sich im Leben, auch als Erwachsener Nischen einrichten kann, in denen „kindisch“ geht, und dass man nur älter, erwachsen und längst nicht tot ist.

    Henriette war mir fast schon eine Spur zu sehr in der Krise und durch das lange Verharren darin, stellenweise schon fast ein wenig zu antriebslos um der große Fan von ihr werden zu können. Allerdings hat sie mich mit ihren spitzen Sprüchen, ihren, teilweise unterdrückten, schelmischen Gedanken und Einfällen durchaus ganz oft zum Schmunzeln gebracht.  Ich habe mich auch ehrlich für sie gefreut, dass sie dann am Ende doch noch die Kurve bekommt. Ihren Freund Mattes fand ich sympathisch, seine Art und auch Geduld haben mir gut gefallen. Richtig witzig fand ich ihre kleine Nichte, die ihr nicht nur zu einer neuen Frisur verhilft, sondern auch die Sicht der Kids noch einmal ganz nah vor Augen bringt. Sie war mein Favorit unter den Nebenrollen.

    Bei diesem Hörbuch handelt es sich um eine Autorenlesung, was ich generell eigentlich immer ganz besonders toll finde, liegt da doch das ganze Herzblut mit drin. Hier musste ich mich aber erst einmal ein bisschen einhören, weil die männliche Stimme für die weibliche Hauptprotagonistin Henriette für mich sehr gewöhnungsbedürftig war. Auch die Tatsache, dass sich die Stimmlagen für Mattes und sie, für mein Empfinden, nur wenig unterscheiden, hat mir das Verständnis nicht unbedingt erleichtert. Ich könnte mir vorstellen, dass mir der Roman selbst gelesen eventuell sogar ein bisschen besser gefallen hätte als diese Hörbuchausgabe. Allerdings bin ich wohl auch einfach nicht die perfekte Zielgruppe für diese Geschichte.

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