Morgen ist leider auch noch ein Tag

von Tobi Katze 
4,1 Sterne bei97 Bewertungen
Morgen ist leider auch noch ein Tag
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Positiv (75):
S

So ein tolles und interessantes Buch!

Kritisch (4):
Buecherwurm22s avatar

Also die Beschreibung und der Titel versprachen eine interessante und lustige Unterhaltung, aber leider mochte ich es gar nicht. Abgebrochen

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Inhaltsangabe zu "Morgen ist leider auch noch ein Tag"

Diagnose: Depression. Behandlung: mit Humor.

Selbstironisch und sehr ehrlich erzählt Tobi Katze von seinem Leben mit der Depression. Nach der Diagnose seines Therapeuten ist er beinahe erleichtert. Endlich hat er einen Namen für das Gefühl, dass irgendetwas nicht in Ordnung ist: 'Ich bin das einzige iPhone 5 in einer Welt voller Android-Telefone. Was allen hilft, passt nicht in meine Anschlüsse.'
Die meiste Zeit schließt er sich in seiner Wohnung ein und spricht lieber mit der schmutzigen Wäsche als mit seinen Freunden. Abends übertönt er die Stille in ihm mit Partys, füllt die Leere, wo Gefühle sein sollten, mit Bier und pflanzt sich ein Dauergrinsen ins Gesicht, um ja nicht den Anschein zu erwecken, etwas wäre nicht in Ordnung.
Das alles ist furchtbar. Und dann auch wieder furchtbar komisch. Aber spricht man so über Depression?
Ja, genau so!

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783499629273
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:256 Seiten
Verlag:ROWOHLT Taschenbuch
Erscheinungsdatum:25.09.2015

Rezensionen und Bewertungen

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    page394s avatar
    page394vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Stellenweise sehr witzig und für Betroffene sicherlich nachvollziehbar, manchmal aber auch langatmig.
    Der Depression einen Arschtritt verpasst

    Herr Katze hat eine Krankheit, die sicher auch hier viele kennen: Depression. Als mir, ebenfalls betroffen, das Buch zufällig in der Bibliothek in die Hände gefallen ist, hat mich der Titel gleich angesprochen – genau mein Humor. 

    Tatsächlich ist Morgen ist leider auch noch ein Tag fast durchgehend auf ironisch-sarkastische Art witzig geschrieben. An vielen Stellen musste ich schlucken, weil Tobi Katze Situationen und Gefühle, mich denen ich mich schon seit Jahren rumschlage, die ich aber nie beschreiben konnte, so akkurat und treffend in Worte gefasst hat.

    Dennoch gibt es von mir nur drei Sterne, denn stellenweise, gerade bei den Alkoholeskapaden des Autors, übertreibt er es in meinen Augen etwas mit dem Tiefgang und den Details. Könnte auch daran liegen, dass ich selbst keinen Alkohol trinke, aber diese Stellen waren für mich eher weniger lesenswert. 

    Auch, ob das Buch wirklich dazu dient, Außenstehende über die Krankheit aufzuklären, zweifle ich an. Für Betroffene ist es sicher nachvollziehbar, Nicht-Betroffene können womöglich mit Dialogen mit der Schmutzwäsche weniger anfangen. 

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    Paulina95s avatar
    Paulina95vor einem Jahr
    Gute Autobiografie über das Tabu-Thema Depression

    In „Morgen ist leider auch noch ein Tag“ erzählt der Autor Tobi Katze selbstironisch und ehrlich von seinem Leben mit Depressionen. Mir hat das Buch gut gefallen, zeichnet es doch ein gutes Bild einer Person, die an Depressionen erkrankt ist und öffnet einem in vielerlei Hinsicht die Augen, um Betroffene besser zu verstehen. Andererseits muss man ganz klar sagen, dass Tobis Depression in vielerlei Hinsicht auch sehr individuell ist (wie bei jedem), weshalb man gerade bei dieser besonderen Erzählform weniger mit sachlichen Informationen als mit persönlichem Erleben rechnen sollte. Der Schreibstil ist humorvoll, sarkastisch und etwas speziell, auch etwas abgehoben, aber alles in allem macht dies den besonderen Reiz des Büchleins aus. 

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    SveaJosephines avatar
    SveaJosephinevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ehrlich, humorvoll und gleichzeitig unendlich traurig.
    Morgen ist leider auch noch ein Tag.

    Dies ist das erste Buch, das ich zum Thema Depressionen gelesen habe. Aufmerksam darauf wurde ich durch das aussagekräftige Cover sowie den außergewöhnlichen Titel.

    Tobi Katze beschreibt ehrlich und in einer oftmals sehr ironischen Schreibweise sein Leben mit der Depression. Trotz seiner humorvollen Art stimmen seine Schilderungen den Leser traurig und nachdenklich. Nicht selten kamen mir die Tränen beim Lesen. Das Buch ließ mich auch noch Tage nach der Lektüre nicht los, da es so viele Bereiche des Themas abdeckt.

    Sehr gut gefallen haben mir die "Gespräche" zwischen Herrn Katze und der Depression. Allgemein hat es etwas, dieses ernste Thema mit Humor anzugehen - darüber lustig gemacht wird sich jedoch nie. Trotz des Humors ist die Ernsthaftigkeit dahinter stets zu erkennen.

    Einen Stern Abzug gibt es von mir, da das Buch so abrupt endete. Mir hat ein wenig der Abschluss gefehlt, vielleicht ein Fazit oder ein kleiner Rückblick auf das Geschehen im Verlauf des Buches. Pläne, mit denen Herr Katze in Zukunft seine Depressionen in den Griff bekommen möchte oder Ratschläge an Betroffene oder Personen mit depressiven Angehörigen.

    Ansonsten jedoch ein gelungenes, ehrliches und sehr lesenswertes Werk!

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    EmiliaSabbats avatar
    EmiliaSabbatvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Bestes Buch über Depressionen
    Morgen ist leider auch noch ein Tag von Tobi Katze

    Alles begann mit einer Leseprobe, die ich von diesem Buch bekam. Schon die hat mich überzeugt, das Buch brauche ich unbedingt!

    Tobi Katze bringt den Alltag eines Depressiven einfach, mit viel Hurmor und Sarkasmus auf den Punkt.

    Obwohl es ein ernstes Thema ist, in dem ich mich allzuoft wieder gefunden haben, musste ich doch des öfteren Herzhaft lachen.

    ja, auch ich spreche mit der Wäsche... was ist die auch so faul und räumt sich nicht selbst weg, wenn man selbst einfach nicht die Kraft hat, es zu tun?

    Natürlich ist es kein Buch für zwischendurch, man sollte auch Bezug zu dem Thema haben, oder zumindest interessiert sein. Es ist kein Ratgeber "wie überwinde ich eine Depression" den kann es auch gar nicht geben, denn jeder Mensch ist anders. Doch trotzdem, oder grade deswegen, möchte ich dieses Buch allen ans Herz legen. Wir sind nicht allein!

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    Buchstabenpoesies avatar
    Buchstabenpoesievor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein Buch über das Leben mit einer Depression, schockierende Ereignisse, wie beschissen das Leben sein kann und man trotzdem damit umgeht.
    "Irgendwie hatte ich von meine Depression mehr erwartet" - und etwas mehr von dem Buch

    Inhalt
    Tobi ist 29 Jahre alt, als er die Diagnose einer Depression bekommt. Für ihn eine "Wald-und-Wiesen-Erkrankung", mit welcher er trotzdem nicht umzugehen weiß.
    Oft liegt er den ganzen Tag im Bett, unter einer Bettdecke aus Blei, mit einem Körper wie Blei und Gedanken wie Blei. Abends gelingt es ihm tatsächlich aus dem Bett zu kriechen und mit Freunden ein Bier zu trinken. 
    Dies scheint für ihn die einzige Möglichkeit, seine innere Leere zu füllen.
    Auf der Suche nach Gesprächspartnern und dem Grund für seine Depression, versucht er seinen Freunden und auch seinen Eltern von seiner Diagnose zu berichten.
    Vor allem bei seiner besten Freundin findet er Unterstützung, denn auch diese trägt die Diagnose seit ihrem 15. Lebensjahr mit sich herum.

    Beschreibung
    Das Buch hat mich komplett eingenommen. Schon durch das Cover und den Titel, ließ sich erahnen, welches Leben der Protagonist führt und was den Lesern zwischen den Zeilen erwarten wird. 
    Das zerwühlte Bett, die triste Bettwäsche, ein Bett, welches so hinterlassen wurde, wie man aufgestanden ist. 
    Fast zu vergleichen mit dem Leben von Tobi.
    Für mich ist das Buch ganz viel Mut und Stärke. 

    Die Geschichte beginnt mit der Beschreibung des Protagonisten, der im Bett liegt und nicht aufstehen kann. Er spricht mit seiner Wäsche, weil niemand sonst in seiner Nähe ist und diskutiert darüber, weshalb er nicht aufstehen kann, die Wäsche nicht wäscht. 
    Immer wieder kommen in diesem Buch ähnliche Szenen vor, in denen der Protagonist mit unterschiedlichen Objekten spricht. Ob mit seinen Medikamenten oder später sogar mit seiner Depression, die mit ihm an einem Tisch sitzt. 
    Dies sind die Szenen des Buches, in denen sich der Leser mit der Welt und der schwere von Tobi's Depression auseinander setzen kann. 
    Jedes Kapitel ist anders und doch wieder gleich, das macht das Buch zu etwas besonderem. 
    Durch die Ich-Perspektive des Buches, kann sich der Leser noch besser in die Situation von Tobi hineinversetzen und seine Gedanken zum Leben und seiner aktuellen Situation nachvollziehen. 
    Das gesamte Buch ist eher ironisch und mit schwarzen Humor bestückt. 
    Für ein ernstes Thema, wie das einer Depression, vielleicht sehr passend, besonders für Jugendliche, die dieses Buch lesen könnten.
    Für mich allerdings dadurch schwer zu lesen, da ich selber mit depressiven Menschen gearbeitet habe und somit ganz andere Seiten der Depression kennen gelernt habe.
    Nun sind diese Menschen auch nicht im Alter von Tobi gewesen und hatten keine von Alkohol durchzechten Nächte hinter sich. 
    Dennoch habe ich mir von dem Buch noch mehr erhofft, als nur ein ernstes Ende, in welchem die Depression und das Leben mit ihn nochmal genauer dargestellt wird. 

    Fazit
    Ein ernstes Buch über das Leben mit einer Depression, über schockierende Ereignisse, wie beschissen das Leben sein kann und man trotzdem damit umzugehen weiß, plus eine große Portion Humor!
    Wer einen kleinen Einblick in solch ein Leben erhalten möchte, dem kann ich dieses Buch wärmstens empfehlen. Allen anderen Lesern, die sich mit Depressionen schon häufiger befasst haben, sollten sich nochmal über andere Bücher zu diesem Thema informieren. 

    Von mir gibt es 4 Sterne, für diesen wunderbaren kleinen Eindruck und dem Nachempfinden können einer Depression. Wie das Gefühl ist, kein Gefühl zu haben, sondern voll Leere zu sein. 
    Vor allem aber für ein Nachwort, dass den Leser zu Tränen rührt!

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    aliiina_liiinchens avatar
    aliiina_liiinchenvor 2 Jahren
    "Es ist nur wirklich Kuchen, wenn Sahne drauf ist. Alles andere ist schnödes Gebäck mit Komplexen."

    Tobi Katze begegnet dem Thema Depression mit viel Witz und Humor, jedoch auch sehr Ernst und Ehrlich.
    Wer sich ein beschönigtes "Es ist alles gar nicht so schwer"-Buch wünscht, ist hier auf jeden Fall an der falschen Adresse. Das mag ein Grund sein, warum es mir im ersten Anlauf so schwer gefallen ist dieses Buch zu lesen. Bei meinem ersten Versuch, war ich gerade selbst stationär in einer psychiartirschen Klinik und noch nicht wirklich bereit dazu, mich mit dem Thema auseinander zu setzten. Auch jetzt ist es mir phasenweise schwer gefallen. (Darin ist auch der eine Stern abzug begründet)

    Inhaltlich habe ich aber nichts zu meckern. Man merkt Tobi Katze seine Änfange in der Poetry-Slam Szene durchaus an, was sich besonders in der teilweise kompakten Satzstrucktur und einigen Neologismen zeigt.
    Seine Sprache ist komplex, kreativ und präzise. Ich lehne mich mal so weit aus dem Fenster und behaupte, dass ich noch keine bessere Beschreibung der Krankheit Depression gelesen habe.
    Besonders gefällt mir sein Verzicht auf Euphemismen. Alles wirkt authentisch, Gutes wie Schlechtes.

    Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Buch von Tobi Katze wirklich für jeden empfehlenswert ist, der sich einmal näher mit dem Thema Depressionen beschäftigen möchte, sei es aus persönlichem Interesse oder auch weil Bekannte/Freunde betroffen sind. Dieses Buch macht vieles verständlicher und Hilft auch die ein oder andere Situation mal mit Humor zu sehen.

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    ScarletsWalks avatar
    ScarletsWalkvor 3 Jahren
    Ich hab extra langsam gelesen...

    ...damit ich extra lange was von dem Buch hab. ;)
    Ich kannte Tobi Katze schon aus seinem Blog, hab seine Beiträge sehr gerne gelesen und oft zustimmend nickend vor dem PC gesessen. Klar, dass sein Buch da zum Pflichtprogramm gehörte. Es lässt sich nicht so leicht lesen wie seine Blog-Einträge, was aber wohl in der Natur der Dinge liegt. Ein Blog ist kein Buch und ein Buch kein Blog. Aber auch hier hab ich mich in vielem wiedergefunden und es hat sich das Bedürfnis gemeldet, es nochmal zu lesen und einzelne Sätze zu markieren. Was ich sonst nicht tue. Niemals. Ich male nicht in Bücher. Aber dieses ist stellenweise so nah an dem, was ich empfinde/empfunden habe, dass ich es eh nicht mehr hergeben werde und nun ganz und gar zu meinem machen möchte. (:

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    Luvings avatar
    Luvingvor 3 Jahren
    Wie fühlt sich eine Depression an?

    Tobi erzählt mit viel Humor und Selbstironie, was die Depression bei ihm anstellt und wie es ihn dabei hindert sein Leben zu führen. Viele Sätze kamen mir vertraut vor, nur konnte ich es nie so gut in Worte fassen wie Tobi. Wollen aber nicht können, sich hassen weil man will aber nicht kann...

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    ChrischiDs avatar
    ChrischiDvor 3 Jahren
    Was ist schon "normal"?

    Morgens nicht aus dem Bett kommen, einfach keinen Antrieb haben, unliebsame Dinge lieber weit von sich schieben und hoffen, dass sie sich von selbst erledigen, die Wäsche der Einfachheit halber gar nicht erst in den Schrank räumen, man nimmt sie schließlich sowieso bald wieder heraus... das alles können natürlich einfache Beispiele für hoffnungslose Faulheit sein, aber es können auch Anzeichen einer (sich entwickelnden) Depression sein. Entsprechend sollte man nicht unbedingt alles auf die leichte Schulter nehmen oder gar ignorieren, sondern einmal ganz tief in sich hineinhorchen, ob vielleicht etwas aus dem Rhythmus geraten ist. So geschehen bei Tobi Katze, der nicht nur ein Buch zum Thema geschrieben hat, sondern dieses auch mit Humor nimmt, denn es ist nicht alles grau und trostlos.

    Psychische Probleme werden immer noch lieber totgeschwiegen als offen auf den Tisch gebracht, schließlich kann das nicht „normal“ sein, wenn man sich komisch/anders/leer fühlt. Aber was ist eigentlich normal und wer bestimmt das? Eine Frage, die häufig gestellt, aber niemals beantwortet werden kann, zumindest nicht pauschal. So viele Individuen es gibt, so viele Definitionen des Wörtchens „normal“ gibt es, und jeder sollte die Vorstellung der anderen akzeptieren, dann wäre vieles leichter.

    Tobi Katze erzählt in „Morgen ist leider auch noch ein Tag“ offen über sein Leben mit der Depression, mit der er sich das ein oder andere Wortgefecht und Zwiegespräch liefert. Man sollte sich jedoch bereits im Vorfeld ein wenig mit dem Krankheitsbild auseinandergesetzt haben, sonst kann es passieren, dass man in ebenjene klischeehaften Denkweisen rutscht, die auch seine Eltern überfallen, als er von der Diagnose berichtet. Schnell ist man geneigt zu sagen, er solle sich nicht so anstellen, morgen sieht alles schon wieder ganz anders aus und ähnliche Plattitüden. Dass es sich bei der Depression allerdings nicht ausschließlich darum dreht ständig traurig zu sein, muss man erst einmal lernen, und akzeptieren.

    Mit viel Humor schildert Tobi Katze diverse Erlebnisse, in denen man sich hin und wieder tatsächlich selbst wiederfindet. Manchmal ist es in der Tat erschreckend wieviele Parallelen sich auftun, was zwar nicht direkt bedeutet, dass man sich als „verrückt“ erklären muss/soll/kann, dass man sich aber einmal eingehender mit sich selbst beschäftigt, wird definitiv nicht schaden. Die Ernsthaftigkeit der Thematik wird trotz Ironie und Sarkasmus mehr als deutlich, hin und wieder muss man auch kurzzeitig mit dem Lesen aussetzen, sich ablenken, da die Stimmung droht von einem Besitz zu ergreifen, wodurch man wie in einen schwarzen Abgrund schaut.

    Ob Tobi Katze tatsächlich jeden erreicht, vor allem Menschen, die felsenfest an ihrer Meinung festhalten und anderen Erklärungen keine Chance geben, sei dahingestellt, zumindest aber bringt er ein Thema auf den Plan, das bisher in einer solchen Form nicht behandelt wurde. Ganz ohne hochtrabende Fachtermini beschäftigt man sich mit einer Krankheit, die häufiger vorkommt als man glaubt.

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    Buchwurm80s avatar
    Buchwurm80vor 3 Jahren
    Tabuthema psychisch Erkrankung

    Tobi Katze ist jung und unabhängig. Er arbeitet als Autor und Comedian, als ihm sein Leben entgleitet. Plötzlich wird es für ihn die reinste Herausforderung, morgens überhaupt aus dem Bett zu kommen, geschweige denn, seinen Junggesellenhaushalt zu schmeißen oder soziale Kontakte zu pflegen. Als sein Leidensdruck steigt und er einen Psychotherapeuten aufsucht, steht schnell die Diagnose „Depressionen“. Mit rabenschwarzem Humor versucht er, diesem Leiden zu begegnen und es zu enttabuisieren. Denn die meisten Menschen unserer Gesellschaft können mit psychischen Erkrankungen nun einmal nichts anfangen und wissen nicht, wie sie Menschen, die an solchen leiden, begegnen sollen; bzw. darf es diese einfach nicht geben, weil „der Junge doch eine ganz normale Kindheit hatte und doch so ein glückliches, fröhliches Kind war“.


    Das Buch schafft es meines Erachtens nach, einen guten Einblick in das Erleben und Denken von Menschen mit Depressionen zu geben. Schnell wird klar, welcher Kraftaufwand benötigt wird, für scheinbar ganz alltägliche Aufgaben, und vor welch scheinbar unlösbare Widrigkeiten die Betroffenen immer wieder gestellt werden. Mir gefiel das Buch aufgrund des Tabubruchs und der authentischen Darstellung seines Alltags. Das Ende empfand ich als gut gewählt, da es aufzeigt, dass auch nach einem absoluten Tiefpunkt wieder die Sonne am Horizont erkennbar werden kann, wenn man sich dafür entscheidet und kämpft. Dass dies nur mit Hilfe des sozialen Umfelds gelingen kann, wird hier klar deutlich.

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    Tobi Katze findet die Komik in der Schwermut oder die Schwermut in der Komik und lässt uns mal ganz anders lachen.

    Scharf, ironisch, schlau.

    Tobi Katze hat ein schier unendlich schweres Thema auf unterhaltsame Weise aufbereitet.

    Ein sehr persönliches und damit einzigartiges Buch über Depressionen, das nicht nur das Prädikat 'wichtig' verdient, sondern auch das Prädikat 'absolut lesenswert'.

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