Tobias Bauer , Karl Elser Blattschuss

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Inhaltsangabe zu „Blattschuss“ von Tobias Bauer

Die Seneser Detektive Filippo Marlotti und Samuele Spadoni tauchen in ihrem neuen Fall in die Medienlandschaft der Südostschweiz ein. Der lokale Medienmogul ist nämlich mit einem Blattschuss vom Hochsitz geholt worden, was auch überregional und international Irritationen auslöst. Wer hatte eine offene Rechnung mit dem Verleger? Wer hat Interesse an seinen ehrwürdigen Steinbock-Medien? Und was hat das alles mit dem Übervater der schweizerischen Populistenpartei zu tun? Den Fall lösen die Detektive erst, als sie den Zusammenhang mit einem missglückten Blattschuss auf einen italienischen Verleger in Schottland erkennen. Der vorliegende Roman zeichnet Personen und Geschehnisse, die Ihnen zum Teil bekannt vorkommen mögen. Das ist kein Zufall, da er doch durchaus das schweizerische politische und medienpolitische Geschehen mit abbilden will. Diese Elemente werden aber ganz ungeniert mit freiester Fiktion vermischt. Und darum gilt wie immer: Jegliche Ähnlichkeit mit lebenden Personen und realen Geschehnissen ist zufällig. Suchen Sie also nicht im Bündnerland nach mordenden Mitgliedern des Nationalrates, suchen Sie plagierende Politikdoktoren weiterhin primär im deutschen Kabinett und denken Sie nicht, der Besitzer des Verlags, welcher dieses Buch vertreibt, habe etwas von einem Mordopfer an sich. Herausgegeben im Eigenverlag

Es ist schon speziell, ein Buch zu lesen, das dort spielt, wo man selber wohnt.

— Jari
Jari

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  • Tobias Bauer & Karl Elser - Blattschuss

    Blattschuss
    Jari

    Jari

    08. October 2016 um 18:00

    Das Buch wurde uns vom Autor Tobias Bauer ins Geschäft geschickt, da es vielleicht ins Sortiment passen könnte. Der Rückentext machte mich neugierig und so habe ich  mich daran gemacht, mit Pippo und Lele auf Ermittlungstour zu gehen. Elser und Bauer legen hier ein satirisches Werk mit realem Hintergrund vor. Zwar Beginn die Geschichte in Italien, wo Pippo und Lele beheimatet sind, doch rasch verschlägt es sie ins Schweizerische Graubünden. Der ursprüngliche Auftrag schien harmlos zu sein, doch als plötzlich Medienmogul Longoni kopfüber am Hochstand baumelt, wird die ganze Sache noch etwas verzwickter. Während des Lesens hat mich das Autorenduo des Öfteren zum Schmunzeln gebracht. Der Schreibstil ist flüssig, heiter und natürlich oft ziemlich ironisch. Immerhin handelt es sich hier um Satire. Toll dabei fand ich den Bezug zur Hauptstadt Graubündens. Es ist schon speziell, ein Buch zu lesen, das dort spielt, wo man selber wohnt. Natürlich bekommen viele Berühmtheiten ihr Fett weg, jedoch ohne dass sie direkt beim Namen genannt werden. Diese wurden nämlich angepasst und verändert. Doch kennt man sich etwas in der Schweizer Politiklandschaft und Graubünden aus, erkennt man rasch, wer gemeint sein könnte. Das macht das Lesen nur noch unterhaltsamer, da man sich automatisch bestimmte Persönlichkeiten aus Politik und der Medienwirtschaft vorstellt. Übrigens wird das Buch über eine Mediengruppe vertrieben, die in "Blattschuss" ebenfalls irgendwie vorkommt. Jedenfalls erinnert die Steinbock-Gruppe aus dem Buch ziemlich stark an diesen real existierenden Verlag und irgendwie finde ich das lustig. Leider konnte ich der Kriminalhandlung nicht immer ganz folgen. Das liegt vor allem daran, dass ich von Aktien, Treuhandfirmen etc. keine Ahnung habe. Jemand, der sich hier besser auskennt, wird bestimmt auch nicht so schnell den Überblick verlieren. Da jedoch der Handel mit Wertpapieren und Firmen ziemlich zentral ist, fand ich es eher benachteiligend, dass ich hier nur über Halbwissen verfüge. Die grundsätzliche Aussage, die hinter diesem Buch steht, ist trotz allem verständlich und überaus ernst. Politik und  Medien gehen oft Hand in Hand und Tatsachen können dadurch so dargestellt werden, dass sie der jeweiligen Partei in den Kram passt. Es geht um Macht, Geld und Einfluss. Dinge, die ganz real sind und nicht nur in einem fiktiven Krimi passieren. Ob der Krimi einen Einfluss auf unsere Stadt haben wird? Das weiss ich nicht, ich selbst bin Zeitungen und Politikern gegenüber schon lange gleichermassen kritisch eingestellt. Auf jeden Fall habe ich dank der Lektüre zudem noch ein paar interessante Fakten über Graubünden erfahren, denn immer wieder erklären die Autoren durch ihre Figuren, was es mit diesem Kanton so auf sich hat. Es wird wohl einen zweiten Krimi mit Pippo und Lele geben, der dann in einem anderen Gebiet der Schweiz spielen wird. Wie es ansonsten weitergeht, steht wohl noch in den Sternen, da Karl Elser 2015 leider überraschend verstorben ist.

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