Tobias Ginsburg

 4,6 Sterne bei 10 Bewertungen
Autor von Die Reise ins Reich, Die Reise ins Reich und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Tobias Ginsburg

Tobias Ginsburg, Jahrgang 1986, ist Autor und Regisseur. Er studierte Dramaturgie, Literaturwissenschaft und Philosophie. 2016 war er Fellow des Hanse-Wissenschaftskollegs, 2020 erhielt er das Grenzgänger-Stipendium der Robert-Bosch-Stiftung. 

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Tobias Ginsburg

Cover des Buches Die Reise ins Reich (ISBN: 9783360013316)

Die Reise ins Reich

 (10)
Erschienen am 12.06.2019
Cover des Buches Die Reise ins Reich (ISBN: 9783499004568)

Die Reise ins Reich

 (0)
Erscheint am 17.08.2021
Cover des Buches Die letzten Männer des Westens (ISBN: 9783499003530)

Die letzten Männer des Westens

 (0)
Erscheint am 17.08.2021

Neue Rezensionen zu Tobias Ginsburg

Cover des Buches Die Reise ins Reich (ISBN: 9783360013316)Ruth_Tueschers avatar

Rezension zu "Die Reise ins Reich" von Tobias Ginsburg

Undercover bei Nazis
Ruth_Tueschervor einem Monat

Dieses Buch habe ich schon mehrfach gelesen. Es ist sehr spannend geschrieben und ein wichtiger Tatsachenbericht für alle, die sich mit der Frage beschäftigen, was heute Menschen in die rechte Ecke zieht.

Ein sehr mutiger Autor, der sein Schreibhandwerk beherrscht!

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Cover des Buches Die Reise ins Reich (ISBN: 9783360013316)Paperboats avatar

Rezension zu "Die Reise ins Reich" von Tobias Ginsburg

Das war mal so eine ganz andere Welt...
Paperboatvor einem Jahr

Ein abenteuerlicher Versuch ist das, den Undercoverjude (Eigenbezeichnung des Autors) Tobias Ginsburg da unternommen hat, die Natur des Reichsbürgers zu skizzieren.
Personen aus dem Buch werde ich nicht benennen, jede Bühne wäre eine zu viel, aber wer das Buch liest, dem lege ich nahe mal einige der erwähnten Namen zu googlen. Gibt auch Videos, bei denen sich überwiegend Fremdscham einstellt, dann ist da aber die üble Gewissheit, dass solche Spinner durchaus ernstgenommen werden.
Es sind Menschen, überwiegender Anzahl ältere Männer, viele mehrfach gescheiterte Existenzen, manche hauptberuflich staatenlos, viele BRD-Leugner, einige deutsche Könige, Nazis, Rassisten, braune Esoteriker und Verschwörungstheoretiker, die Ginsburg während seiner Recherchen trifft. Aber nicht alle lassen sich so einfach einordnen. Eins hat Ginsburg gelernt und in seinem Buch zu vermitteln versucht: Oberflächlich Reichsbürger können erschreckend normal wirken. Wahnsinn ist nicht so einfach zu erkennen.
Es scheint nur zwei grob zu unterscheidende Arten von Reichsbürgern zu geben: Die, die machen (was, ist denen selbst manchmal nicht so klar); Buden mit Flyern und Mikrofonen, einen eigenen Staat auf baufälligen Geländen, von denen sie weginsolventiert werden und Politik in eigenen Parteien. Und dann gibts noch die, die folgen. So wie das Dritte Reich eben einen Führer hatte, so sehnen sich diese Reichsbürger eben danach wieder von einem Vorbild geführt zu werden.
Eins jedoch eint sie alle: Wut auf ein System, aus dem sie sich ausgeklammert fühlen. Es ist eine regelrechte Hass-Manufaktur, in der Ginsburg sich mehr als einmal gefragt hat, ob er eigentlich in einer unmittelbaren Gefahr schwebt, denn Ginsburg hat Feldforschung betrieben: Er hat sich ein Alter Ego, mitsamt Facebook-Identität und eigener Internetpräsenz mit Meinung zugelegt. Als alternativer Reporter „Tobias Patera“ mischt er sich unters Publikum, lauscht zwielichtigen Veranstaltungen, auf denen Redner und Publikum gleichermaßen über Flüchtlinge, Umvolkung, Regierungsumstürze und am Rande auch über Genderwahn schimpfen, wenn sie nicht gerade den Holocaust leugnen.
Frauen scheinen in dieser Szenerie überhaupt nur schmückendes Beiwerk zu sein wie "Souvenier"-Tische mit rechtspopulistischen Zeitschriften, Jutebeuteln, Buttons besonders anhand der T-Shirt-Größen in L und XL zeigen - Frauengrößen will der Reichsbürger nicht haben. Die sollen brav hinterherlaufen und dem Mann dabei zustimmen wie er Politik macht (oder was er dafür hält).
Das Wirre ist, dass sich die meisten dieser Reichsbürger mit fragwürdig einseitigen Ideologien nicht als Nazis oder Rassisten sehen. Ihre fremdenfeindlichen Parolen tragen sie ganz selbstverständlich nebem dem Konterfei von Rosa Luxemburg oder den Geschwistern Scholl auf ihren Transparenten und fühlen sich als Opfer eines Systems, das sie zu bekämpfen versuchen. Nazis sind immer die anderen, sie selbst jedoch der Widerstand. Ganz normaler Wahnsinn und paranoider Verdolgungswahn geben sich auf einer politischen Ebene die Klinke in die Hand.

Es ist ein skurriles Buch, das man da vor den Augen hat und gar nicht glauben kann, was man da liest, wie Menschen Teile von Realitäten so dermaßen ausblenden können, um in ihrem eigenen Weltbild Helden zu sein und weder sich noch die Ereignisse politisch einzuordnen vermögen.

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Cover des Buches Die Reise ins Reich (ISBN: 9783360501509)mareikealbrachts avatar

Rezension zu "Die Reise ins Reich" von Tobias Ginsburg

Unter Reichsbürgern
mareikealbrachtvor 3 Jahren

Der jüdische Autor Tobias Ginsburg macht sich auf eine tollkühne Reise ins Reich der Reichsbürger, Neonazis, Esoteriker, BRD-Skeptiker und Verschwörungstheoretiker. Neun Monate bringt er unter dem Pseudonym Tobias Patera dort zu und berichtet im Buch von seinen Erlebnissen.
Ich hatte das Glück, ihn auf der Leipziger Buchmesse kennenlernen zu dürfen und fand seine Lesung so interessant, dass ich mir das Buch gekauft und sofort gelesen habe.
Ein wenig hat wohl jeder schon mal von Reichsbürgern und Verschwörungstheoretikern gehört, aber was diese Leute wirklich glauben, wie sie reden, was sie denken und wie sie sich vernetzen, das bleibt den meisten normal denkenden Menschen verborgen.
Tobias Ginsburg fährt auf das Gelände eines ehemaligen Krankenhauses, auf dem der selbst ernannte König Peter das neue Deutsche Reich aufgerufen hat. Er trifft sich mit Reichsbürgern, Neonazis und rechtsradikalen Politikern und er erzählt von seinen Erlebnissen. Oft mit einem Augenzwinkern, oft mit einer Leichtigkeit, die das schlimme Thema erträglich und erlebbar macht.
Es bring seine Leser zum Lachen und zum Nachdenken und vor allem denke ich, zu einem besseren Verständnis, wo die Überschneidungen zwischen Esoterik, alternativer Medizin, Reichsbürgertum und rechter Ideologie liegen.
Für mich ein supergeniales Buch, das ich gerne weiterempfehle.

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