Tobias Hürter

 4.2 Sterne bei 14 Bewertungen

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Du bist, was du schläfst

Du bist, was du schläfst

 (5)
Erschienen am 06.09.2011
Der Tod ist ein Philosoph

Der Tod ist ein Philosoph

 (2)
Erschienen am 01.10.2013

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Rezension zu "Du bist, was du schläfst" von Tobias Hürter

Hinter dem Schlafen und Träumen steckt weit mehr als man denken möchte!
Pialalamavor einem Jahr

Zunächst einmal sollte gesagt werden, dass es sich bei diesem Buch um keinen klassischen Ratgeber handelt. Es geht nicht unbedingt darum, seinen Schlaf zu verbessern oder öfters und besser zu Träumen. Diese Dinge werden eher in Nebensätzen an den Leser weitergeleitet. In diesem Buch geht es um das Warum: Warum existiert der Schlaf überhaupt? Warum träumen wir? Warum ist Gähnen ansteckend? Tobias Hürter hat hier eine schönen Zusammenfassung von Antwortern auf viele Fragen zu vielen Themen zusammengetragen. Er bedient sich so mancher wissenschaftlichen Quelle und hangelt sich anhand diverser Ereignissen an dieser Fragen-Kette entlang. Dabei spielt auch der Aufbau des Buches eine wichtige Rolle: Die Kapitel sind hier in verschiedene Uhrzeiten gegliedert, denn manch einer unter euch weiß vielleicht, dass auch der Schlaf nicht homogen ist, sondern sich in verschiedene Phasen unterteilt. Dass es Tief- und REM-Schlaf gibt, habe ich bereits gewusst, doch dass auch das Einschlafen und das Aufwachen interessante Vorgänge darstellen, ist mir erst durch dieses Buch bewusst geworden. Überhaupt habe ich viele interessante Dinge erfahren, allem voran auch, dass viele Fragen auch nach hundert Jahren Forschung immer noch nicht beantwortet sind. Hürter nimmt uns mit durch all diese Jahre an Forschung und es prasseln viele Namen auf uns ein. Dabei geht es gar nicht so sehr um diese Namen, sondern darum, zu zeigen: Dieses Gebiet ist schon lange in der Forschung vertreten und gleichzeitig: Jeder schläft, fast jeder träumt. Dem Anteil an tief wissenschaftlichen Passagen wird dabei nicht zu viel Platz eingeräumt, was ich persönlich gut finde. Das Buch soll auch bis zu einem gewissen Punkt zur Unterhaltung dienen, denn es ist eben Populärwissenschaft. Ich möchte nicht mit chemischen Prozessen gelangweilt werden (die kann ich dann auch googlen). Im Groben beschränkt sich Hürter hier vor allem auf die verschiedenen Zentren des Gehirns und wie sie zusammen arbeiten oder welcher Teil des Schlafs mit welchen Teil des Gehirns zusammenhängt.

„Wie kann man etwas gern tun, wovon man nichts mitkriegt? Gern schlafen , das hielt ich für einen Widerspruch in sich und überhaupt den Schlaf für eine lästige Notwendigkeit […]“

Seite 9

Auch wenn es sich bei diesem Buch um keinen Ratgeber handelt, denke ich, dass man doch viele interessante Aspekte aus dem Buch mitnimmt, die man auf sein eigenes Schlafverhalten übertragen kann. So geht es an einer Stelle zum Beispiel um das Problem, dass manche Menschen mitten in der Nacht aufwachen und sich dann so viele Gedanken darüber machen, dass sie nicht mehr einschlafen können. Dabei ist es ganz natürlich, nachts aufzuwachen. Nur erinnern sich die meisten Menschen morgens einfach nicht mehr daran. Viele dieser kleinen Informationen sind in dem Buch untergebracht, manchmal nützlich, manchmal zur Unterhaltung und manchmal auch zum Nachdenken.

Am Ende des Buches stellt man fest, dass es stimmt, was da im Titel steht: Du bist, was du schläfst.

Fazit Auch wenn ich selbst im Bereich der Wissenschaft tätig bin, und vielleicht schon ein gewisses natürliches Interesse an solchen Themen mitbringe, kann ich dieses Buch nur weiterempfehlen! Hinter unserem Schlafen und Träumen steckt weit mehr als wir vielleicht denken und das Buch bringt viele solcher Aspekte dem Leser auf interessante und auch unterhaltsame Art näher.

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HeikeGs avatar

Rezension zu "Der Tod ist ein Philosoph" von Tobias Hürter

"Vom Menschen abgesehen sind alle Geschöpfe unsterblich, da sie den Tod nicht kennen" (J. L. Borges)
HeikeGvor 3 Jahren

"In der Londoner Nationalgalerie hängt ein eigenartiges Gemälde: 'Die Gesandten' von Hans Holbein dem Jüngeren. Auf den ersten Blick ist es ein Doppelporträt zweier Diplomaten. Auf den zweiten Blick erkennt man eine rätselhafte, lang gezogene Struktur in der unteren Bildhälfte. Sie liegt da wie selbstverständlich. Und dennoch scheint sie nicht ins Bild zu passen. Sie sprengt die Harmonie der zwei Gentlemen und ihrer Insignien. Was ist das Ding? Es offenbart sich nur, wenn man sich dem Bild von rechts außen nähert. Wenn man so nah dran ist, dass man das Gemälde aus einem spitzen Winkel von 27 Grad betrachtet, erkennt man einen Totenschädel.", berichtet Tobias Hürter. Er ist beeindruckt von diesem Bild, da es den Tod genau so zeigt wie er ist: mittendrin als Teil des Bildes, aber zugleich ein Fremdkörper. Erst beim Perspektivenwechsel aus extremem Winkel gibt er sich zu erkennen und verzerrt dabei zugleich den Rest des Lebens bis ins Unkenntliche.

Der Mensch fürchtet den Tod, obwohl er doch das Selbstverständlichste ist, sozusagen "Routine im Lauf der Welt". Vielleicht wegen seiner schweren Greifbarkeit, diesem Nichts, was sich "hinter ihm" verbirgt. "Eine Lösung des Paradoxes der Sterblichkeit bestünde darin, beide Perspektiven zusammenzuführen.", sinniert Hürter. Diese durchaus nicht leicht zu nennende Aufgabe versucht er in seinem "Plädoyer des Todes" zu bewerkstelligen. Anlass gab ihm eine ganz persönliche Grenzerfahrung mit dem schwarzen Kapuzenmann, der seine Sense bereits ziemlich nah über dem 40-Jährigen schwang. Sein "Beinahetod" zwang ihn zur Auseinandersetzung mit den großen Grundfragen der Menschheit: "Wer bin ich? Was bleibt von mir? Was ist mir wirklich wichtig?" In dreizehn Kapiteln sinniert er über das Wesen des Todes, über die Seele, die Angst vor dem Sterben, über ausgetretene und neue Wege zur Unsterblichkeit. Entstanden ist ein klares, gut lesbaren, aber dennoch tiefsinniges Buch, "das ohne Mystizismen und ohne Jargon auskommt; in dem philosophiert, argumentiert, begründet und das heißt: langsam gedacht wird. Schritt für Schritt auf den Grund der Dinge zu."

Viele Namen tauchen auf: sei es nun Baruch Spinoza, John Locke, Sigmund Freud, Goethe, Sokrates und Platon. Aber auch dem ersten Kaiser von China und den Ansichten der Transhumanisten wird Raum gegeben. Sie alle haben sich bereits mit dem Fundament unseres Daseins auseinandergesetzt. Jeder auf seine Weise, meist nie im Konsens. Offenbar gibt es keine einfache Wahrheit über unsere Identität. Zu schwer greifbar ist die Materie, zu differenziert in ihrer Wahrnehmung, beeinflusst zudem durch persönliche, gesellschaftliche und religiöse Einflüsse. Doch auch wenn viele Dinge nur angekratzt werden können, tut dies der Qualität des Textes, der sich eher als "lautes Denken in Schriftform" versteht, keinen Abbruch. "Der Tod ist ein Philosoph" offenbart sich als Buch, das Anstöße und Spielräume gibt und zum (Um)Denken anregt. Denn genau wie bei Hohlbein gilt: "Wer die Perspektive nicht wechselt, wer dort verharrt, wo er ist, wer nicht suchend umherwandert, der kann nicht alles erkennen. Um den Tod zu erkennen, muss man an den Rand gehen. Um das Leben zu erkennen, muss man in die Mitte." Denn der "bessere Weg ist, den Gedanken an den Tod als heilsamen Schrecken zu nehmen: als freundliche Mahnung, sich darauf zu konzentrieren, worauf es wirklich ankommt, statt sich im Unwesentlichen zu verlieren. Der Schrecken ist am wirksamsten, wenn wir uns weit weg vom Tod wähnen. Wenn wir kräftig und tatendurstig sind. Dann können wir nicht nur erkennen, worauf es wirklich ankommt, wir können es auch tun. Der Tod ist der Maßstab, ob etwas wirklich sinnvoll ist oder wir uns nur einreden, dass es sinnvoll sei. Eine Angst, die uns daran erinnert, hat Sinn."

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R_Mantheys avatar

Rezension zu "Du bist, was du schläfst" von Tobias Hürter

"Wer naturbelassen schläft, gewinnt."
R_Mantheyvor 3 Jahren

Diese Aussage möchte man gerne glauben. Doch wenn man dieses Buch gelesen hat, wirkt nichts mehr, was man über den Schlaf zu wissen glaubte, wie eine sichere Erkenntnis. Noch vor ein paar Tagen hätte ich vermutet, dass man - wie der Durchschnittsmensch - vor Mitternacht ins Bett gehen sollte und dann nach sieben oder acht Stunden Ruhe auf einer in irgendeiner Weise gesunden Unterlage dem Ideal des naturbelassenen Schlafes Genüge getan hätte.

Nun jedoch weiß ich, dass die vorindustriellen Menschen ganz anders schliefen. Sie kannten einen ersten und einen zweiten Schlaf. Zunächst schliefen sie bis Mitternacht, erwachten, lagen dann zwei Stunden in meditativer Ruhe oder zeugten Nachkommen und setzen danach ihren Schlaf fort. Inzwischen ist auch zweifelsfrei bestätigt, dass dieser Rhythmus sich von alleine wieder einstellt, wenn man Menschen ihre Uhren abnimmt, sie isoliert und natürlichen Lichtverhältnissen aussetzt. Das verblüfft, zumal sich danach ein anderes Wachgefühl ergeben soll, das die Probanden vorher noch nie erlebt hatten.

Den Inhalt dieses Buches zu beschreiben, fällt schwer, denn dazu ist er einfach zu vielfältig und keineswegs so klar, wie man sich dies vielleicht vorher erhofft hatte. Ich hatte zunehmend den Eindruck, dass wir eigentlich fast nichts vom Schlaf wirklich sicher wissen. Und selbst das, was einst sicher erschien, wird auf einmal kontrovers diskutiert. Der Autor macht sich leider auch nicht die Mühe, uns wenigstens die Illusion eines irgendwie strukturierten Wissens zu vermitteln. Ganz im Gegenteil. Er gliedert sein Buch nach den Uhrzeiten der Nacht, was jedenfalls meine Verwirrung noch verstärkte.

Sein Werk beginnt um 21 Uhr mit der Dämmerung. Dann erzählt er uns, was in dieser Zeit so alles mit unserem Gehirn passiert, analysiert die Vorgänge und beschreibt, was man darüber weiß oder gerade zu wissen glaubt. Und diese Art der Darstellung setzt er dann bis zum frühen Morgen fort. Rein inhaltlich ist sein Text hochinteressant, wenngleich man irgendwie die praktische Botschaft vermisst. Darüber hinaus verfällt Hürter in die nervige Angewohnheit von Neurologen, uns immer wieder zu erklären, welche Gehirnregionen mit ihren überaus leicht zu merkenden Namen auf ihren Computerbildschirmen rot oder grün aufleuchten, wenn dies oder das in unserem Schädel passiert. Das interessiert wahrscheinlich nur die Wenigsten und soll möglicherweise verschleiern, dass mehr eigentlich auch nicht bekannt ist.

Wer also irgendwelche praktischen Erkenntnisse in Form von vernünftigen und wohltuenden Regeln für einen besseren Schlaf von diesem Buch und nach diesem Titel erwartet, wird sicher enttäuscht sein. Der Text gibt wohl eher das gegenwärtige und das inzwischen abgelöste, ehemals als sicher geltende Wissen über den Schlaf wieder und beschreibt dabei mehr die offenen Fragen als den sicheren Hafen der Erkenntnis. Lehrreich erschien mir dieses Buch jedoch allemal. Beispielsweise habe ich gelernt, dass der etwas verwirrende Zustand, in dem man träumt und genau weiß, dass man dies tut, nicht auf dem Weg zum Wahnsinn liegt, sondern normal und sehr nützlich ist und sogar bewusst erzeugt werden kann.

Fazit.
Ein hochinteressantes Buch über das, was die Forschung gegenwärtig über den Schlaf zu wissen glaubt. Leider ist es etwas unstrukturiert geschrieben. Mir fiel es im Nachhinein ungewöhnlich schwer, etwas im Text wiederzufinden, was ich vor einem Tag gelesen hatte. Das Buch orientiert sich an der Schlafforschung und vermittelt aus meiner Sicht keine oder nur sehr wenige praktisch umsetzbare Erkenntnisse.

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Gespräche aus der Community

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MaxRauners avatar

Liebe Lovelybooks-Gemeinde, 

mein Koautor Tobias Hürter und ich sind noch neu hier, aber wir möchten Lovelybooks gerne mal ausprobieren, um mit Euch über unser neues Buch "Schluss mit dem Bullshit" zu diskutieren.  

Kurze Inhaltsangabe: 
Die Menge an Bullshit, die täglich auf uns einprasselt, nimmt zu. Die Autoindustrie preist ihre Geländewagen als umweltfreundlich, Politiker sprechen von "alternativlosem Handeln", Bäckereien backen Brötchen mit "energetisiertem Wasser". Wir hören und sehen inzwischen so viel Bullshit, dass wir ihn oft gar nicht mehr bemerken. Im Selbstversuch erkunden Tobias Hürter und Max Rauner den alltäglichen Blödsinn. Sie absolvieren ein Training zum Eliteverkäufer, machen die Grundausbildung in Chakren-Heilung, besuchen eine Familientherapie und testen ihre eigene Blödsinns-Quote. Sie beschreiben die aktuellen Bullshit-Strömungen und hinterfragen die Ursachen und die Bedürfnisse dahinter. Eine unterhaltsame Lektüre mit Streifzügen durch die philosophische Geschichte des Bullshits. Mit konkreten Tipps, wie man Blödsinn erkennt und vermeidet – und wann es besser ist, selbst zu bullshitten.

Der Piper-Verlag spendiert freundlicherweise 15 Exemplare. Bitte schreibt in die Bewerbung, über welche drei Kapitel des Buchs Ihr am liebsten diskutieren möchtet. Schaut Euch dafür das Inhaltsverzeichnis www.bullshitalarm.de/inhaltsverzeichnis/ an und nennt drei Themen aus Teil 2 des Buchs, die Euch am meisten interessieren. Wir geben zu Beginn der Leserunde dann bekannt, welche drei Kapitel zur Diskussion stehen. Außerdem steht Teil 1 "Bullshit für Einsteiger" zur Diskussion. 

Wir werden uns meistens abends und am Wochenende zu Wort melden. Über eine Rezension nach Abschluss der Leserunde freuen wir uns. 

Bis bald,

Tobias Hürter und Max Rauner
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