Tobias Hürter Der Tod ist ein Philosoph

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Inhaltsangabe zu „Der Tod ist ein Philosoph“ von Tobias Hürter

Grenzsituationen offenbaren uns radikal die Zerbrechlichkeit unseres Lebens. Tobias Hürter hat es erlebt: Auf einer Bergtour nahe der Zugspitze stürzte er ab. Es wäre ein freier Fall in den Tod gewesen, 500 Meter in die Tiefe. Erstaunlicherweise blieb er nach 37 Metern mit dem Rucksack an einer Kante hängen. Er beschreibt, was ihm in diesem Moment des drohenden Todes durch den Kopf ging und wie er seine Erfahrung als »urphilosophischen Moment« erlebt hat. Seine philosophischen Gedanken werden flankiert durch die Theorien großer Denker, von Lukrez und Platon über Heidegger und Jaspers bis zu den zeitgenössischen Philosophen. Hürter legt überzeugend den Wert der Sterblichkeit dar und damit die Erkenntnis, dass wir den Tod ohne Furcht als Bestandteil unseres Lebens akzeptieren können.

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  • "Vom Menschen abgesehen sind alle Geschöpfe unsterblich, da sie den Tod nicht kennen" (J. L. Borges)

    Der Tod ist ein Philosoph

    HeikeG

    02. August 2015 um 14:45

    "In der Londoner Nationalgalerie hängt ein eigenartiges Gemälde: 'Die Gesandten' von Hans Holbein dem Jüngeren. Auf den ersten Blick ist es ein Doppelporträt zweier Diplomaten. Auf den zweiten Blick erkennt man eine rätselhafte, lang gezogene Struktur in der unteren Bildhälfte. Sie liegt da wie selbstverständlich. Und dennoch scheint sie nicht ins Bild zu passen. Sie sprengt die Harmonie der zwei Gentlemen und ihrer Insignien. Was ist das Ding? Es offenbart sich nur, wenn man sich dem Bild von rechts außen nähert. Wenn man so nah dran ist, dass man das Gemälde aus einem spitzen Winkel von 27 Grad betrachtet, erkennt man einen Totenschädel.", berichtet Tobias Hürter. Er ist beeindruckt von diesem Bild, da es den Tod genau so zeigt wie er ist: mittendrin als Teil des Bildes, aber zugleich ein Fremdkörper. Erst beim Perspektivenwechsel aus extremem Winkel gibt er sich zu erkennen und verzerrt dabei zugleich den Rest des Lebens bis ins Unkenntliche. Der Mensch fürchtet den Tod, obwohl er doch das Selbstverständlichste ist, sozusagen "Routine im Lauf der Welt". Vielleicht wegen seiner schweren Greifbarkeit, diesem Nichts, was sich "hinter ihm" verbirgt. "Eine Lösung des Paradoxes der Sterblichkeit bestünde darin, beide Perspektiven zusammenzuführen.", sinniert Hürter. Diese durchaus nicht leicht zu nennende Aufgabe versucht er in seinem "Plädoyer des Todes" zu bewerkstelligen. Anlass gab ihm eine ganz persönliche Grenzerfahrung mit dem schwarzen Kapuzenmann, der seine Sense bereits ziemlich nah über dem 40-Jährigen schwang. Sein "Beinahetod" zwang ihn zur Auseinandersetzung mit den großen Grundfragen der Menschheit: "Wer bin ich? Was bleibt von mir? Was ist mir wirklich wichtig?" In dreizehn Kapiteln sinniert er über das Wesen des Todes, über die Seele, die Angst vor dem Sterben, über ausgetretene und neue Wege zur Unsterblichkeit. Entstanden ist ein klares, gut lesbaren, aber dennoch tiefsinniges Buch, "das ohne Mystizismen und ohne Jargon auskommt; in dem philosophiert, argumentiert, begründet und das heißt: langsam gedacht wird. Schritt für Schritt auf den Grund der Dinge zu." Viele Namen tauchen auf: sei es nun Baruch Spinoza, John Locke, Sigmund Freud, Goethe, Sokrates und Platon. Aber auch dem ersten Kaiser von China und den Ansichten der Transhumanisten wird Raum gegeben. Sie alle haben sich bereits mit dem Fundament unseres Daseins auseinandergesetzt. Jeder auf seine Weise, meist nie im Konsens. Offenbar gibt es keine einfache Wahrheit über unsere Identität. Zu schwer greifbar ist die Materie, zu differenziert in ihrer Wahrnehmung, beeinflusst zudem durch persönliche, gesellschaftliche und religiöse Einflüsse. Doch auch wenn viele Dinge nur angekratzt werden können, tut dies der Qualität des Textes, der sich eher als "lautes Denken in Schriftform" versteht, keinen Abbruch. "Der Tod ist ein Philosoph" offenbart sich als Buch, das Anstöße und Spielräume gibt und zum (Um)Denken anregt. Denn genau wie bei Hohlbein gilt: "Wer die Perspektive nicht wechselt, wer dort verharrt, wo er ist, wer nicht suchend umherwandert, der kann nicht alles erkennen. Um den Tod zu erkennen, muss man an den Rand gehen. Um das Leben zu erkennen, muss man in die Mitte." Denn der "bessere Weg ist, den Gedanken an den Tod als heilsamen Schrecken zu nehmen: als freundliche Mahnung, sich darauf zu konzentrieren, worauf es wirklich ankommt, statt sich im Unwesentlichen zu verlieren. Der Schrecken ist am wirksamsten, wenn wir uns weit weg vom Tod wähnen. Wenn wir kräftig und tatendurstig sind. Dann können wir nicht nur erkennen, worauf es wirklich ankommt, wir können es auch tun. Der Tod ist der Maßstab, ob etwas wirklich sinnvoll ist oder wir uns nur einreden, dass es sinnvoll sei. Eine Angst, die uns daran erinnert, hat Sinn."

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  • Es tut jedem gut, sich schon zu Lebzeiten näher an den Tod heranzuwagen

    Der Tod ist ein Philosoph

    WinfriedStanzick

    18. December 2013 um 15:50

        Tobias Hürter ist ein Mathematiker und Philosoph, der in den letzten Jahren mit einigen sehr verständlichen naturwissenschaftlichen Büchern auf sich aufmerksam gemacht hat.   Als er im Jahr 2011 auf einer Bergtour abstürzt hat er Glück, und bleibt nach 37 Metern auf einem Vorsprung liegen. Eine Szene, die man aus vielen Filmen kennt und die er über Stunden zwischen Leben und Tod erfahren hat und nach seiner schlussendlichen Rettung nicht mehr vergessen hat.   Er, der sozusagen unfreiwillig mitten in seinem noch jungen Leben dem Tod ins Auge geblickt hat, beginnt das, was ihm in diesen bangen Stunden durch den Kopf und das Herz ging, aufzuschreiben. Es ist eine lange und tiefsinnige, wegen seiner sprachlichen Leichtigkeit aber immer gut verständliche Reise in die Welt der Philosophen und Religionen. Eine ehrliche und unsentimentale Auseinandersetzung eines Naturwissenschaftlers und Philosophen mit der eigenen Sterblichkeit und dem Tod. Denn von einem ist Tobias Hürter spätestens nach seinen Sturz überzeugt: „Ich bin sicher: Es tut jedem gut, sich schon zu Lebzeiten näher an den Tod heranzuwagen. Und ich bin auch sicher: Es ist nicht nötig, dafür vom Berg zu fallen. Vielleicht genügt es sogar, ein Buch zu lesen.“   Und, wie der Rezensent hinzufügen  möchte, sich seine eigenen Gedanken zu machen und ggf. darüber mit anderen Menschen ins Gespräch zu kommen.    

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