Tobias Hürter Du bist, was du schläfst

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Inhaltsangabe zu „Du bist, was du schläfst“ von Tobias Hürter

Der passionierte Schläfer Hürter, der sich selbst ins Schlaflabor begeben hat, schreibt über mordende Schlafwandler, albtraumhaftes Schnarchen und über Träume, die schlau machen. Lange hat man geglaubt, dass Schlaf nur der Stand-by-Modus des Menschen sei – Stoffwechsel auf Sparflamme, Bewusstsein abgeschaltet. Doch die Forschung findet immer mehr Erstaunliches über das Phänomen Schlaf heraus: Im Land der Träume passiert jede Menge. Geist und Körper vollenden, was sie im Wachen begonnen haben: Unser Gehirn ist im Schlaf aktiver als im Wachen. Es sortiert und ordnet das tagsüber Erfahrene, fügt es zusammen und legt es im Gedächtnis ab. Im Traum spielt es sogar damit. Umso eigenartiger, dass Schlaf noch immer ein Imageproblem hat. Denn Schlafen ist keine Schwäche, sondern eine Fähigkeit!

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  • "Wer naturbelassen schläft, gewinnt."

    Du bist, was du schläfst
    R_Manthey

    R_Manthey

    03. July 2015 um 10:32

    Diese Aussage möchte man gerne glauben. Doch wenn man dieses Buch gelesen hat, wirkt nichts mehr, was man über den Schlaf zu wissen glaubte, wie eine sichere Erkenntnis. Noch vor ein paar Tagen hätte ich vermutet, dass man - wie der Durchschnittsmensch - vor Mitternacht ins Bett gehen sollte und dann nach sieben oder acht Stunden Ruhe auf einer in irgendeiner Weise gesunden Unterlage dem Ideal des naturbelassenen Schlafes Genüge getan hätte. Nun jedoch weiß ich, dass die vorindustriellen Menschen ganz anders schliefen. Sie kannten einen ersten und einen zweiten Schlaf. Zunächst schliefen sie bis Mitternacht, erwachten, lagen dann zwei Stunden in meditativer Ruhe oder zeugten Nachkommen und setzen danach ihren Schlaf fort. Inzwischen ist auch zweifelsfrei bestätigt, dass dieser Rhythmus sich von alleine wieder einstellt, wenn man Menschen ihre Uhren abnimmt, sie isoliert und natürlichen Lichtverhältnissen aussetzt. Das verblüfft, zumal sich danach ein anderes Wachgefühl ergeben soll, das die Probanden vorher noch nie erlebt hatten. Den Inhalt dieses Buches zu beschreiben, fällt schwer, denn dazu ist er einfach zu vielfältig und keineswegs so klar, wie man sich dies vielleicht vorher erhofft hatte. Ich hatte zunehmend den Eindruck, dass wir eigentlich fast nichts vom Schlaf wirklich sicher wissen. Und selbst das, was einst sicher erschien, wird auf einmal kontrovers diskutiert. Der Autor macht sich leider auch nicht die Mühe, uns wenigstens die Illusion eines irgendwie strukturierten Wissens zu vermitteln. Ganz im Gegenteil. Er gliedert sein Buch nach den Uhrzeiten der Nacht, was jedenfalls meine Verwirrung noch verstärkte. Sein Werk beginnt um 21 Uhr mit der Dämmerung. Dann erzählt er uns, was in dieser Zeit so alles mit unserem Gehirn passiert, analysiert die Vorgänge und beschreibt, was man darüber weiß oder gerade zu wissen glaubt. Und diese Art der Darstellung setzt er dann bis zum frühen Morgen fort. Rein inhaltlich ist sein Text hochinteressant, wenngleich man irgendwie die praktische Botschaft vermisst. Darüber hinaus verfällt Hürter in die nervige Angewohnheit von Neurologen, uns immer wieder zu erklären, welche Gehirnregionen mit ihren überaus leicht zu merkenden Namen auf ihren Computerbildschirmen rot oder grün aufleuchten, wenn dies oder das in unserem Schädel passiert. Das interessiert wahrscheinlich nur die Wenigsten und soll möglicherweise verschleiern, dass mehr eigentlich auch nicht bekannt ist. Wer also irgendwelche praktischen Erkenntnisse in Form von vernünftigen und wohltuenden Regeln für einen besseren Schlaf von diesem Buch und nach diesem Titel erwartet, wird sicher enttäuscht sein. Der Text gibt wohl eher das gegenwärtige und das inzwischen abgelöste, ehemals als sicher geltende Wissen über den Schlaf wieder und beschreibt dabei mehr die offenen Fragen als den sicheren Hafen der Erkenntnis. Lehrreich erschien mir dieses Buch jedoch allemal. Beispielsweise habe ich gelernt, dass der etwas verwirrende Zustand, in dem man träumt und genau weiß, dass man dies tut, nicht auf dem Weg zum Wahnsinn liegt, sondern normal und sehr nützlich ist und sogar bewusst erzeugt werden kann. Fazit. Ein hochinteressantes Buch über das, was die Forschung gegenwärtig über den Schlaf zu wissen glaubt. Leider ist es etwas unstrukturiert geschrieben. Mir fiel es im Nachhinein ungewöhnlich schwer, etwas im Text wiederzufinden, was ich vor einem Tag gelesen hatte. Das Buch orientiert sich an der Schlafforschung und vermittelt aus meiner Sicht keine oder nur sehr wenige praktisch umsetzbare Erkenntnisse.

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  • Rezension zu "Du bist, was du schläfst" von Tobias Hürter

    Du bist, was du schläfst
    HeikeG

    HeikeG

    01. January 2012 um 18:53

    Wenn der Wächter schläft, sind die Gedanken frei . "Was ist das? Der Mensch wünscht es sich herbei, und wenn er es endlich hat, lernt er es nicht kennen." Mit diesem Rätsel brachte bereits Leonardo da Vinci das Paradoxe und Geheimnisvolle dieser menschlichen Notwendigkeit auf den Punkt. Der Schlaf ist ein faszinierendes Phänomen. Man meint, ohne Schlaf nicht leben zu können. Für Körper, Geist und Seele scheint er unentbehrlich. Aber niemand weiß, was er tut, wenn er schläft, und warum er es tut. . "Wir verbringen den ganzen Tag bei klarem Bewusstsein, dann legen wir uns ins Bett, knipsen das Licht aus und - was? Knipst sich das Gehirn auch aus? Wird es ausgeknipst? Was passiert mit all den Ideen darin? Erstarren sie? Laufen sie langsam weiter?" Diese und weitere Fragen stellt sich der studierte Philosoph und Mathematiker Tobias Hürter, der als freier Autor und Wissenschaftsjournalist arbeitet, in seinem unterhaltsamen und lehrreichen Buch. Erstaunlicherweise geschieht sogar sehr viel wenn wir schlafen. "Da werden Erinnerungen sortiert, Gefühle geklärt, Urteile geschärft.", so Hürter. Und Allan Hobson von der Harvard-Universität behauptet gar, ohne Schlaf wäre Bewusstsein, wie wir es tagsüber haben, nicht möglich. "Es ist wie beim Kochen, im Wachen holen wir uns die Zutaten, im Schlaf kochen wir die Suppe daraus.", stellt der kalifornische Schlafforscher Matthew Walker fest. Offensichtlich vollenden wir in der Abgeschiedenheit der Nacht, was wir am Tag begonnen haben. . Tobias Hürter nimmt den Leser auf eine spannende Reise durch die Nacht mit. Eingeteilt in 17 Kapitel, beginnend um 21:00 bis morgens um 7:30, tastet er sich in die rätselhafte Welt des Schlafes vor und vermittelt die von der Wissenschaft mehr und mehr entschlüsselte "fein choreografierte Folge von Zuständen, die wir Nacht für Nacht durchleben." Mit diesem Buch kann die normalerweise im wahrsten Sinne des Wortes verschlafene oder "verborgene Dramaturgie der Nacht" im Wachen durchlebt werden. So durchwabern zum Beispiel um 21:20 Alphawellen unser Gehirn oder man versinkt gegen 23:00 im Reich der hypnagogen Fantasie. Der Verstand wird abgeschaltet und wir geben die Kontrolle über den Körper und das Geschehen im eigenen Kopf vollkommen ab. Ganz schön mutig! Allerdings ist bereits um 0:30 Schluss mit Entspannung. Dann kommt mit dem REM-Schlaf Unruhe in die Hirnstromkurven und der erste Lärm stellt sich ein. Lärm? Allan Hobson, emeritierter Professor für Psychiatrie an der Harvard Medical School, hält Träume für den "Lärm, den das Gehirn macht, während es seine Hausaufgaben erledigt." Tobias Hürter ergänzt: "Im Traum verknüpft unser Gehirn die Bruchstücke der Erinnerung zu einem sinnvollen Ganzen. (...) Der REM-Schlaf ist die Spielphase des Gehirns nach dem Großreinemachen im Leicht- und Tiefschlaf." Den physiologischen Tiefpunkt erreicht der Schläfer allerdings erst 4 Uhr. Eine gut wärmende Bettdecke wäre jetzt angebracht, denn der Körper fällt auf seine Minimaltemperatur. Und wenn man um 7:30 meint, endlich wach zu sein, hat man sich schon wieder getäuscht. Denn eigentlich träumen wir weiter.... . Tobias Hürter hat mit "Du bist, was du schläfst" ein Sachbuch mit philosophischem Grundtenor geschrieben. Denn wenn wir einschlafen, geschieht etwas Besonderes: unser Bewusstsein, dieser Synchronisierer des "milliardenstimmigen Neuronengeplappers zu einem einheitlichen Ganzen", scheint sich im Nichts zu verlieren. Dieser Moment ist für das Bewusstsein nicht zu erhaschen, denn es entschlummert selbst. Vielleicht liegt gerade da ein Schlüssel zu dessen Rätsel. . Im Schlaf, so Tobias Hürter, werden wir zu Kindern, Künstlern, Psychotikern, manchmal zu Zombies, manchmal zu Affen und dann zu Menschen. Eines ist jedoch mittlerweile klar: Wir schlafen nicht für unseren Körper, sondern für das Gehirn! "Wir schlafen, um unser Gefühl für uns selbst zu erhalten.", fasst der Autor zusammen und dazu "brauchen wir regelmäßig Ruhe vor uns selbst. (...) Das Bett ist somit mehr als eine Ruhestätte, es ist ein Bewusstseinslabor." . Gute Nacht!

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