Tobias O. Meißner Barbarendämmerung

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Inhaltsangabe zu „Barbarendämmerung“ von Tobias O. Meißner

Niemand kennt seinen Namen. Bevor er seine Opfer tötet, spricht er kein Wort. Er dringt in die Städte der Menschen ein und bringt Verwüstung. Er ist der Barbar – und sein Weg führt über Leichen, durch Blutströme und mündet in pures Entsetzen. Als die Menschen versuchen, den Barbaren für ihre Zwecke zu benutzen, gerät alles außer Kontrolle: Aus völliger Ruhe explodiert er zur totalen Raserei. Er besitzt kein Verständnis für Eigentum, Wert oder Schönheit. Er desertiert, zerstört alles und zieht, vom Blut seiner Feinde überströmt, durch unsere Straßen. Wage es nicht, dich dem Barbaren in den Weg zu stellen! Wenn du ihm begegnest, senke stattdessen den Blick. Denn der Barbar ist der vollendete Wilde – mit einer Würde und Gewalt, wie sie sonst nur einer Gottheit gleichkommen …

Ein barbarischer Lesespaß. Die ersten 170 Seiten hab ich an einem Tag verschlungen. Für Fans von Robert E. Howards Conan - Geschichten.

— FreydisNeheleniaRainersdottir
FreydisNeheleniaRainersdottir

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  • Teilweise echt heftig, aber trotzdem ganz schön gut

    Barbarendämmerung
    FreydisNeheleniaRainersdottir

    FreydisNeheleniaRainersdottir

    18. June 2016 um 23:09

    Barbarendämmerung habe ich neulich beim Bookcrossing entdeckt, als ich ein paar  Bücher freigelassen habe, darauf, dass sie einen neuen Leser finden mögen. Und da stand es im Regal, grinste mich an und schrie "Nimm mich mit!" Wenn das Buch unbedingt von mir gelesen werden will, bitte! (Bei Barbaren kann ich nicht nein sagen, für die habe ich eine Schwäche.)Ich komme also mit dem Buch nach Hause und denke mir, ich könnte mal kurz reinlesen. Pustekuchen. Barbarendämmerung hat mich von der ersten Seite ab gefesselt. Es beginnt mit der Hinrichtung des Barbaren, der keinen Namen hat. Zumindest nennt er ihn nicht. Ohnehin ist der Barbar ein wortkarger Geselle, der maximal die Waffen für sich sprechen lässt. Er hat also schon den Kopf auf dem Richtblock gelegt, der Henker holt aus und... macht seine Arbeit schlampig. Dabei entfesselt er das Tier und der Barbar macht aus seiner Hinrichtung ein Schlachtfest. So viel zum Einstieg in eine etwas derbe und recht blutige Hommage an Robert E. Howards Conan der Barbar. Dieses Werk von Tobias O. Meissner ist in einem wunderbaren Stil geschrieben, der beim Lesen sofort einen Film vor dem inneren Auge entstehen lässt. Manches Mal fühlte ich mich, als schaue ich einen Splatter-Film und an einigen Stellen war die Gewalt dann doch sinnlos überspitzt, was dem Buch aber an für sich keinen Punkteabzug beschert, da es auch Episoden gab, in denen selbst ein hartgesottener Barbar zeigte, dass die Gewalt auch Grenzen kennt, bzw. an denen es recht philosophisch zuging. Ich weiß nicht, was ich dem noch hinzufügen soll. Man muss es selbst mal gelesen haben, um sich ein Bild zu machen, aber für schwache Gemüter ist es nichts.

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  • Eine gelungene Hommage an Robert E. Howards Conan

    Barbarendämmerung
    Originaldibbler

    Originaldibbler

    07. May 2014 um 01:16

    Wenn es nach Verkaufszahlen geht, dürfte Tobias O. Meißner vielen durch seine DÄMONEN-Trilogie bekannt sein. Freunden anspruchsvoller Phantastik ist er wahrscheinlich bislang vor Allem durch den MAMMUT-Zyklus oder DAS PARADIES DER SCHWERTER im Gedächtnis geblieben. Letzteres ist aus meiner Sicht sein Meisterwerk an dem sich seine anderen Bücher messen lassen müssen. BARBARENDÄMMERUNG ist - das wird schon auf den ersten Blick klar - eine Hommage an die Conan-Geschichten von Robert E. Howard. Diese Geschichten waren - im Gegensatz zu den Filmen, die die Figur Conan zu Weltruhm geführt haben- keinesfalls nur unterhaltsam. Im Gegensatz steckten sie - bei aller Unterhaltung, die sie boten - gleichzeitig voller Zivilisationskritik. BARBARENDÄMMERUNG ist ein Sammlung von Kurzgeschichten. Jede Geschichte kann für sich alleine stehen; hintereinander gelesen ergibt sich jedoch ein größeres Bild. Jede dieser Geschichten handelt von dem selben namenlosen Barbaren und schildert seine Konfrontation mit verschiedenen Aspekten der Zivilisation: Dörfer - Städte - Tempel, Sklaverei - Prostitution, Gläubige - Priester - Götter, Kämpfe - Schlachten - Kriege,... Am Ende (fast) jeder Geschichte steht die Erkenntnis, das die Zivilisation auf ihrer eigene Art barbarischer ist als die wild-natürliche Barbarei der Barbaren. Dabei ist Meißner mit der Moral der Geschichten keineswegs aufdringlich. Alles in allem ist BARBARENDÄMMERUNG wieder ein großartiger Titel, bei dem alle Meißner Fans auf ihre Kosten kommen dürften. Außerdem liefert das Buch die besten "Conan-Geschichten" seit Howard, was bei der Vielzahl an verfügbaren "Conan-Geschichten" ja auch durchaus etwas heißen will. An DAS PARADIES DER SCHWERTER reicht es jedoch trotzdem nicht ganz heran...

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  • Barbarendämmerung

    Barbarendämmerung
    odenwaldcollies

    odenwaldcollies

    19. August 2013 um 20:55

    Das Buch beginnt mit der Erzählung der bevorstehenden Hinrichtung des "Barbaren", eines jungen, kampferprobten Mannes, dessen Umgangsformen nicht so recht in die ihn umgebende "Zivilisation" passen. Wobei man sich als Leser an vielerlei Stellen des Buches fragt, wer denn nun tatsächlich barbarisch und wer zivilisiert ist. Der Barbar: namenlos, scheinbar ohne Vergangenheit, schweigsam - was er braucht, nimmt er sich, egal, ob es sich um Nahrung, Frauen oder Waffen handelt. Wobei er nicht wahllos tötet, sondern nur, wenn er sich bedroht fühlt. Normalerweise bin ich nicht so sehr der Freund von Kurzgeschichten, aber bei diesem Buch hat mich das nicht gestört, daß jedes Kapitel, bis auf wenige Ausnahmen, für sich steht. Was sicherlich auch daran liegt, daß kein Kapitel dem anderen gleicht, nicht nur die Handlungsorte und Personen wechseln, auch die Herausforderungen für den Barbaren ändern sich. Und der Autor schafft es wieder mal, dies alles wunderbar zu erzählen. Schade finde ich allerdings, daß dadurch die wechselnden Charaktere etwas oberflächlich bleiben, weil sie meist nur für ein Kapitel in Erscheinung treten und sich nicht entwickeln können; in anderen Büchern des Autors hat mir immer besonders gut gefallen, wie vielschichtig er seine Protagonisten darstellt, weit mehr als nur "häßlich = böse" und "gut aussehend = Held". Auf der anderen Seite passt dies aber genau zu diesem Buch, weil der Barbar sich selten mit tiefschürfenden Gedanken rumschlägt, und was einmal vergangen ist, schert ihn nicht mehr sonderlich. Für zarte Gemüter ist das Buch sicherlich nicht so gut geeignet, es geht blutig und derb zu, aber der Titel läßt nun auch nicht auf irgendwelche rosarote Szenarien schließen. Und dennoch ... oftmals hat mich der Barbar mit seinem Tun überrascht, manches Mal hätte ich wetten können, daß er anders reagiert.   Das Buch hat mir sehr gut gefallen, obwohl ich anfangs diesbezüglich unsicher war, da die Hauptperson nicht unbedingt ein Sympathieträger ist - aber die kraftvolle Erzählweise hat mich wieder restlos überzeugt. Sehr gelungen fand ich das Ende des Buches, mit dem in gewisser Weise ein Kreislauf geschlossen wird.

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  • Rezension zu "Barbarendämmerung" von Tobias O. Meißner

    Barbarendämmerung
    Fantasie_und_Träumerei

    Fantasie_und_Träumerei

    17. September 2012 um 08:02

    KLAPPENTEXT: Er entkommt seiner eigenen Hinrichtung und verwandelt sie in ein Blutbad. Er wird als Dieb angeheuert, obwohl er nicht weiß, worin der Unterschied zwischen wertvoll und wertlos besteht. Man lädt ihn ein, an einer Orgie teilzunehmen, und er nimmt teil, aber anders als gedacht. Jemand wird auf ihn aufmerksam, verfolgt ihn, berichtet über ihn, vermutet hinter seiner Geschichte ein aristokratisches Geheimnis. Weil der Barbar in dem, was er tut, eine melancholische Würde zu besitzen scheint. Er gerät in absolute Raserei, nur weil sich jemand ihm nähert, um ihm die Haare zu schneiden. Von einem Forscher wird er als Anschauungsmaterial für den perfekten Primitiven benutzt. Er soll als Söldner eine belagerte Festung gegen eine Übermacht verteidigen und desertiert schon am ersten Tag ... AUTOR: (Quelle: Piper) Tobias O. Meißner, geboren 1967, studierte Kommunikations- und Theaterwissenschaften und lebt als freier Schriftsteller in Berlin. Seine Romane werden von der Kritik hoch gelobt. Meißner wurde von der Zeitschrift "Bücher" als einer der "10 wichtigsten Autoren von morgen" ausgezeichnet. Bei Piper liegen sein hochkarätiger Fantasy-Zyklus "Im Zeichen des Mammuts, die apokalyptischen Epen um "Die Dämonen" sowie die Romane "Die Soldaten" und "Barabarendämmerung" vor. EIGENE MEINUNG: Ich weiß gar nicht so genau, wie ich mit meiner Rezension beginnen soll. Wie ich mit meinen kleinen unscheinbaren Worten beschreiben soll, welch großartiges Werk Autor Tobias O. Meißner mit seiner grandiosen Schreibe erschaffen hat. Protagonist des Buches ist der Barbar. Im Text einfach nur "er" genannt. Kein Name, keine Bezugspunkt, keine leicht einzusehende Identität. Er hat vor Nichts und Niemand Angst, scheint eine recht elementare und praktische Ansicht der Welt zu haben, ist brutal, gewalttätig, faszinierend und abstoßend zugleich. Er nimmt sich, was er haben möchte, ohne Rücksicht und ohne Gefühle. Niemand kann ihn stoppen... "Barabarendämmerung" ist von unglaublich hoher Qualität, was mich so sehr begeistert hat, dass ich dieses Buch trotz des Inhalts, der mich eher zwiespältig zurücklässt, wie einen kleinen Schatz betrachte. Tobias O. Meißner schreibt nicht nur bildgewaltig, sondern schafft es den Leser im tiefsten Inneren zu treffen. Er gibt ihm immer wieder kleine Denkanstöße, doch letztendlich muss dieser sich seine eigenen Gedanken machen, sein eigenes Bild entwickeln. Er fordert den Leser regelrecht dazu heraus mit zu denken, was sicherlich dazu führt, dass weitere sehr unterschiedliche Gedankengänge entwickelt werden. Obwohl der Roman nicht aus der Ich-Perspektive geschrieben ist, hat man das Gefühl, die Geschichte aus den Augen des Barbaren zu betrachten. Man bekommt eine Art psychologischen Einblick in seine Welt, hat das Gefühl ihn zu verstehen, seine Handlungen nachvollziehen zu können, um im nächsten Augenblick wieder geschockt zu sein von seiner Art und seinen Taten. Ich wusste nie, ob ich den Barbaren bewundernswert oder erschreckend fand. Damit kreiert Autor Tobias O. Meißner also einen Protagonisten, der irgendwie weder Held noch Antiheld ist, der fasziniert und dennoch so abstoßend ist in seiner Art, die eigentlich eher einem Tier als einem Menschen gleicht. Er spricht nicht, schnuppert an allem, um Dinge zu identifizieren und geht seinen Trieben nach, wie sie ihn gerade überkommen, ohne Rücksicht auf irgendwen oder irgendwas. Der Barbar ist ein Protagonist, der mit keinem Charakter den ich kenne zu vergleichen ist. Ich habe schon öfter (Fantasy) Bücher gelesen, in denen es brutal und blutrünstig zu geht, doch keiner hatte bisher so eine Wirkung auf mich wie er. Ich war so gefesselt von seiner Art, von seiner Undurchschaubarkeit und der Tatsache, dass man nie genau weiß was als nächstes geschieht, dass ich das Buch am liebsten in einem Zug durch gelesen hätte, doch es war mir einfach nicht möglich. Der Roman ist nicht nur düster, sondern unglaublich bedrückend, denn der Autor dringt mit jedem Wort, jedem Satz und jeder Handlung tief in die Seele seines Lesers ... FAZIT: Tobias O. Meißner ist mit "Barbarendämmerung" nicht nur ein sehr brutales, sondern auch unglaublich düsteres und bedrückendes Meisterwerk gelungen, das seine Leser auf höchstem Niveau und psychologisch durchdacht zum Denken anregt und damit für mich eine ganz einzigartige Ebene der Fantasyliteratur betritt. Ich bin froh, dieses Buch gelesen zu haben!!

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  • Rezension zu "Barbarendämmerung" von Tobias O. Meißner

    Barbarendämmerung
    Simkin

    Simkin

    20. August 2012 um 13:31

    Tobias O. Meißner hat bereits mehrere Romane bei Piper veröffentlicht. Während er sich in diesen bereits Soldaten und Dämonen widmete, hat er sich in seinem aktuellen Roman „Barbarendämmerung“ dem Barbarentum gewidmet. Allerdings geschieht dies relativ mangelhaft. Mit einem nicht sprechenden Protagonisten, einer episodenhaften und sich teilweise wiederholenden Handlung, keinerlei Nebencharakteren und immer wieder eingestreuten fragwürdigen Formulierungen ist das Buch leider nicht zu empfehlen. Denn um jenen Preis kann man definitiv bessere Werke erwerben. Ganze Rezension unter folgendem Link: http://www.janetts-meinung.de/index.php?option=com_content&view=article&id=1872

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  • Rezension zu "Barbarendämmerung" von Tobias O. Meißner

    Barbarendämmerung
    literaturschock

    literaturschock

    21. May 2012 um 19:03

    Der Barbar spricht nicht. Er ist getrieben von seinen Instinkten und damit dem puren Willen zu Überleben. Er weiß nichts über Liebe oder Freundschaft und versteht noch weniger von Kunst. In einer vermeintlichen Zivilisation gilt er als "Anders". Etwas, das man begaffen und benutzen kann - und etwas, von dem ungeahnte Gefahr ausgeht. Und so ist der Barbar auch eine Hommage an Robert E. Howards "Conan", den man allerdings nicht kennen muss, um die Wirkung von "Barbarendämmerung" am eigenen Leib zu spüren. Der episodenhafte Aufbau des Buches ist stark von einem Kurzgeschichtencharakter geprägt. Nur wenige Elemente der Kapitel basieren aufeiander, weshalb man diese auch fast voneinander unabhängig lesen kann. Tobias O. Meißners Sprachexperimente sind seinen Fans wohlbekannt und so finden sich hier übelkeiterregende, an Tarantino erinnernde Splattersequenzen neben Szenen voll von poetischer Kraft und Schönheit. Der Autor erschafft mit wenigen Zeilen lebendige Bilder im Kopf des Lesers und bringt diesen so nahe an das Geschehen, dass kaum eine Seite zwischen ihn und den Barbaren passen würde. Das Buch ist ein Sammelsurium an zitatefähigen Sätzen und eigentlich müsste man fast das ganze Buch abschreiben, wenn man alles Bemerkenswerte hervorheben wollte. Robert E. Howards "Conan" kenne ich nicht - dafür allerdings Schwarzeneggers Interpretation des Conan. Doch zu diesem Thema hülle ich mich lieber in beredtes Schweigen, denn ich weiß, dass vor allem Männer diese Verfilmung lieben. Eine Verfilmung, für die Schwarzenegger 1983 übrigens für die "Goldene Himbeere" als "Schlechtester Darsteller" nominiert wurde. Dies nur am Rande. "Barbarendämmerung" ist ein intelligentes Buch, das den Leser immer wieder die Frage stellen lässt, wer der eigentliche Barbar ist. Was ist so zivilisiert an einer Welt, die Zwangsprostitution - nicht nur von jungen Frauen, sondern auch von Tieren - zulässt? Einer Welt, in der täglich Milliarden von Lebewesen - Menschen wie Tiere, egal ob jung oder alt - Todesqualen erdulden und elend verrecken. Oft nur aus dem Grund, die Lust anderer zu entfachen und zu befriedigen. Die Lust des Fleisches und die Lust nach Fleisch. ZITAT: Und einmal hatte er unten vor versammeltem Hörsaal ein Schwein schlachten lassen. "In den Städten ist man diesen Anblick schon gar nicht mehr gewohnt", hatte er dabei mit lauter Stimme und ausgebreiteten Armen gerufen, während einigen der empfindlicheren Studenten übel wurde und sogar die Sinne schwanden, "aber so sieht es aus, so riecht es, so schreit es, und so wehrt es sich, was wir wohlschmeckende Wurst nennen!" Und doch fehlt der moralisierende Zeigefinger. Vielmehr hält Meißner uns allen den Spiegel vor - wie er das immer in seinen Büchern zu tun pflegt. Die Wertung überlässt er anderen. Der Barbar wirkte auf mich oft wie ein Kind, denn auch Kinder sind manchmal grausam, manchmal aber auch nicht. Und meistens folgen sie ihren Instinkten. In vielen Szenen kann man den Barbaren deshalb sogar eher mit einem Kind als mit einem Tier vergleichen. Kinder spielen oft mit der Grausamkeit, um herauszufinden, wie weit sie gehen können - sie sind unerfahren und müssen Dinge kennenlernen. Tiere sind grausam, wenn es um ihr Überleben geht. Und doch ist der Barbar oft auch wieder ein Tier, das einzig von seinem Instinkt geleitet scheint. Jeder Leser muss sich darüber im Klaren sein, dass man hier keine sympathische Hauptfigur finden wird und auch eine lineare Handlung wird der eine oder andere vermissen. Der rote Faden ist hier rot. Blutrot. Der Barbar überschreitet immer wieder Grenzen. Doch nicht nur der Barbar, nein auch die sogenannten zivilisierten Bürger lassen oft jeden guten Geschmack missen. Immer wieder stellt man sich die Frage: Wer ist hier der Barbar? Der Gefangene, der das Leben wählt, oder die Henker und Zuschauer, die den Tod wählten? Wer missachtet wen? Der Barbar seinen Schmerz? Den nahenden Tod? Oder missachten andere den Barbaren und nutzen ihn einzig aus dem Grund, sich selbst Befriedigung zu verschaffen? In "Barbarendämmerung" geht es jedoch nicht nur um das Blutrünstige in uns allen, sondern auch um die Frage, wie frei jeder von uns sein kann. Gibt es die absolute Freiheit? Oder leben wir alle in einer Illusion der Freiheit? Manche Kapitel erinnern gar an die Bücher des Marquis de Sade. Angefangen mit den Grausamkeiten, Sex mit Leichen und sonstigen Perversitäten, derbes Schwanz-Gerede bis hin zum Monolog eines "Nebendarstellers". Diese Gier nach Belustigung und Blut - oder Belustigung durch Blut. Mancher mag etwas Krankhaftes darin erkennen, doch waren die Menschen krank, die Gladiatorenkämpfe besucht haben? Oder die zusahen, wie Löwen in der Arena auf Sklaven geschickt wurden? Hat diese Art der Krankheit etwas mit dem Status der Zivilisation zu tun? Doch eigentlich gelten die damaligen Römer noch heute einer der Grundsteine unserer Zivilisation. Und wer ist hier in der Geschichte wirklich krank? Derjenige, der durch Liebe manipuliert und den "Geliebten" in den sicheren Tod schickt, oder der Geliebte, der sich manipulieren lässt und nicht darüber nachdenkt, dass es ihm gar nichts bringt, wenn er für seine Liebe stirbt? Trotz allem muss ich leider sagen, dass bei mir dieses Mal der Meißner'sche Wow-Effekt ausblieb. Mir fehlte eine durchgehende Handlung und umso erstaunlicher ist es, dass es mir überhaupt nichts ausmachte, dass der Barbar während des ganzes Buches nicht unbedingt mit seinen rhetorischen Fähigkeiten zu glänzen vermochte. Es ist dieser Kurzgeschichtencharakter, für den ich mich selten erwärmen kann. Der Kopf sagt, dass Tobias O. Meißner hier mal wieder ein hervorragendes Buch abgeliefert hat, aber mein Herz sagt, dass ich andere seiner Bücher viel lieber mag.

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  • Rezension zu "Barbarendämmerung" von Tobias O. Meißner

    Barbarendämmerung
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    11. May 2012 um 22:13

    Mir hat das Buch im Großen und Ganzen gut gefallen. Wir konnten in "Barbarendämmerung" die Reise eines namenlosen Barbaren mitverfolgen, ohne etwas über seine Vergangenheit zu erfahren sondern werden sofort in die Geschichte hineingeworfen und selbst zu Anfang geht es schon hart los, indem sich der Barbar seinen Flucht wortwörtlich erkämpft. Auch sein Weg wird teilweise mit Blut geteert. Aber ich wusste bis zum Schluss nicht so richtig, was ich vom Barbaren soll, es schwankte zwischen dumpfer Mordmaschine und klugem, aber emotional etwas abgeflachtem Menschen. Vielleicht hätte ein wenig Hintergrundwissen nicht geschadet, um das Handeln des Barbaren gänzlich zu verstehen. Daran bin ich etwas aufgestoßen, für mich war der Barbar nicht ganz so zu durchschauen. Was ich auch positiv anmerken muss, ist, dass die Kapitel in sich abgeschlossen sind, man kann das Buch auch ab und zu über einen längeren Zeitraum liegen lassen, ohne, dass man große Startschwierigkeiten beim Wiedereinstig hat, obwohl es dem Leser schwer fallen sollte, das Buch lange wegzulegen. Aber zumindest hat das Buch dazu beigetragen, mir den nächsten Meißner-Roman zuzulegen

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