Tobias Prüwer , Franziska Reif A wie Asozial

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Inhaltsangabe zu „A wie Asozial“ von Tobias Prüwer

Die Hartz-IV-Reform markiert eine sozialpolitische Zeitenwende. An die Stelle staatlicher Fürsorge traten Suppenküchenstaat und Sanktionsregime. Menschen wurden angewiesen auf Almosen und unter Druck gezwungen, für Dumpinglöhne zu arbeiten. Tobias Prüwer und Franziska Reif berichten von unfassbaren und unwürdigen Vorkommnissen, die Hartz IV als umfassend-radikalem Regierungsprogramm zu verdanken sind. Hartz IV wird dabei als Komplex mit eigener Logik und Mechanik sichtbar, der über Inkompetenz in den Jobcentern und fehlerhafte Einzelfälle weit hinausgeht. Zusammen mit dem Autorenteam schreiten wir durch schmucklose Schalterhallen und ein bürokratisches Absurdistan. Zu lesen ist von hundert Dingen, die gegen den gesunden Menschenverstand verstoßen, aber trotzdem Teil von Hartz IV sind. Es ist die Rede von Controlling statt Vermittlung, von Überwachung, von Ressentiments in der öffentlichen Wahrnehmung und den vielen Märchen rund ums angebliche Schmarotzertum der Arbeitslosen. Denn es sind nicht die Langzeitarbeitlosen, sondern es ist der Hartz-IV-Komplex, der die Bezeichnung asozial verdient.

Informativ, aufklärend, wachrüttelnd, schockierend! Besonders empfehlenswert für Leute mit Vorurteilen gegenüber Hartz IV-Beziehern!

— Anchesenamun
Anchesenamun

Ein interessantes Sachbuch, welches hinter dem Vorhang von Hartz IV blicken lässt.

— esposa1969
esposa1969

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  • Rezension: "A wie Asozial" (F. Reif/T. Prüwer)

    A wie Asozial
    Anchesenamun

    Anchesenamun

    Zum Inhalt:  „Wer Hartz IV bezieht, ist zu faul zum Arbeiten und will sich bloß in der sozialen Hängematte ausruhen!“ Solchen und ähnlichen Vorurteilen sehen sich Sozialleistungsempfänger in Deutschland tagtäglich ausgesetzt. Doch wie sieht es wirklich aus in den heiligen Hallen der Arbeitsagenturen? Wie erfolgreich ist die damals so stark angepriesene Hartz IV-Reform bislang gewesen, wie viele Menschen hat sie wieder in Lohn und Brot gebracht? Franziska Reif und Tobias Prüwer haben das Schreckgespenst „Hartz IV“ in ihrem Buch bis auf die Knochen durchleuchtet. Sie führen uns durch „schmucklose Schalterhallen und ein bürokratisches Absurdistan“ und zeigen uns Regelungen auf, die uns am gesunden Menschenverstand unserer Politiker ein weiteres Mal stark zweifeln lassen. Am Ende kann man nur zu dem Schluss kommen: „Nicht die Langzeitarbeitslosen, sondern die Hartz-IV-Maßnahmen verdienen die Bezeichnung asozial.“    Meine Meinung:  Ich entschuldige mich bereits vorab für die Länge dieser Rezension. Doch da in „A wie Asozial“ ein sehr komplexes Thema behandelt wird, wollte ich unbedingt meine ausführliche Meinung dazu darlegen. Zuerst einmal: Dieses Buch polarisiert sehr stark, denn darin wird nicht erst diskutiert, ob Hartz IV sinnvoll ist, werden nicht die Vor- und Nachteile beleuchtet. Die Autoren sind ganz eindeutig contra Hartz IV und machen dies auch sehr deutlich. Dieses Buch will aufräumen mit den vielen Vorurteilen: Hartz IV-Bezieher sind faul, ruhen sich in der sozialen Hängematte aus, werden nur tätig, wenn sie dazu gezwungen werden, und verschwenden ihr Geld für Luxusgüter. Wir lernen, wie leicht es für Bezieher ist, selbst bei gutem Willen und absolutem Gehorsam Leistungen (unrechtmäßig) gekürzt zu bekommen, wie demütigend das Herumkommandieren seitens der Argen sein kann oder mit welch unsinnigen Maßnahmen sie in die Berufswelt wieder eingegliedert werden sollen. Auch wenn ich schon einiges über Hartz IV wusste, so habe ich hier wahnsinnig viel gelernt. Fakt ist, dass man nach einem Jahr Hartz IV eigentlich keine Chance mehr hat, von der Arge vermittelt zu werden, und es nur aus eigenem Antrieb schaffen wird, wieder in Lohn und Brot zu kommen. Denn nach einem Jahr wird man sowieso von den Behörden auf die Seite geparkt, nur die „frischen“ Fälle sind erfolgsverheißend, und es zählt nur die Statistik! Da werden Leute immer wieder gerne in nutzlose Maßnahmen (Strickkurse – hallo?!) oder unbezahlte bzw. vom Staat größtenteils subventionierte Praktika oder Saisonarbeiten gesteckt, nur um aus der Statistik zu fliegen. Denn Menschen sind keine Menschen, sie sind Fälle, und es gibt klare Zielvorgaben, wie viele dieser Fälle offiziell vermittelt werden müssen, um gut dazustehen. So passiert es, dass jemand immer mal wieder für ein paar Monate in einen doofen Job gesteckt wird, dann wieder ein paar Monate arbeitslos ist usw. Wenn die Arge das z. B. dreimal mit jemandem macht, dann kann sie tatsächlich behaupten, sie hätte drei Fälle vermittelt, denn ein Leistungsbezieher zählt nicht als ein Mensch, sondern als ein Fall. Übrigens: Selbst der Bundestag leiht sich gerne mal Hartz IV-Bezieher als billige Arbeitskräfte aus – wo soll das hinführen, wenn selbst die Obersten Deutschlands mit schlechtem Beispiel vorangehen? Hier mal ein paar Beispiele, die mich besonders wütend gemacht haben: - Ein Busfahrer, der monatelang ein unbezahltes Praktikum machen musste, und als dieses von der Firma vorzeitig gekündigt wurde, wurden IHM die Leistungen gekürzt. - Die Tochter eines Leistungsempfängers, deren Fallmanager sie zwingen wollte, die Schule abzubrechen, und statt das Abitur zu machen, doch lieber mal eine Ausbildung anzufangen und Geld zu verdienen. - Ein Akademiker, der sich bei der Erwerbsloseninitiative(!) anschreien lassen musste, er soll sich nicht so anstellen, andere Akademiker sind sich auch nicht zu schade für jeden Drecksjob. Er wollte sich nämlich dagegen wehren, als Saisonkraft bei Dauerausbeuter Amazon (zusammen mit Hunderten von  anderen Leistungsempfängern) verheizt zu werden. Natürlich, schwarze Schafe gibt es überall. Und gerade diese fallen am meisten auf, weil die Medien viel lieber den faulen „Hartzer“ zeigen, der Leistungen in Deutschland bezieht und ein Luxusleben auf Mallorca führt, als den, der im Jahr 200 Bewerbungen schreibt, sich bis auf einige Tage im Jahr nicht von seinem Wohnort entfernen darf, um rund um die Uhr für potentielle, plötzlich aus dem Boden schießende Jobs zur Verfügung zu stehen und von seinem Sachbearbeiter zu einem psychologischen Test gezwungen wird und plötzlich als geistig behindert eingestuft wird, um auch die blödesten Jobs oder Tätigkeiten in Behindertenwerkstätten annehmen zu müssen (Was laut diesem Buch öfter passiert!). Aber auch die andere Seite des Schreibtisches wird beleuchtet, was ich persönlich sehr wichtig finde. Auch Vorurteile gegenüber den Mitarbeitern der Argen werden abgebaut. Zwar gibt es durchaus Sachbearbeiter, die ihre Machtposition ausnutzen, gerne ihre „Kunden“ triezen, Bezüge ohne Sinn und Verstand kürzen und einen rauen Umgangston pflegen. Doch zahlreiche Berichte von Angestellten zeigen, dass auch sie machtlos sind, angekotzt von absurden Reglements, die ihnen immer wieder die Hände binden und sie oft dazu zwingen, Sanktionen durchzuführen, wo sie es selbst als unangebracht sehen. Etliche dieser Mitarbeiter geraten selbst oft durch befristete Verträge in die Hartz IV-Mühle, dürfen quasi beide Seiten des Schreibtisches austesten. Oft sind die Ämter so schlecht besetzt, dass ein Mitarbeiter für mehrere 100 Kunden verantwortlich ist, was es ihm unmöglich macht, auf die Situation des Einzelnen näher einzugehen. Wir haben es hier übrigens nicht mit einer Sammlung von Anekdoten zu tun. Auch wenn hier öfter mal Leistungsbezieher und Angestellte zitiert werden, so ist dieses Buch ganz klar ein Sachbuch und kein Erlebnisbericht. Manche Absätze oder Seiten fand ich ziemlich anstrengend, da viele Fakten aufgetischt wurden. Die Autoren haben ihre Arbeit wirklich sehr ordentlich gemacht und alle Quellen angegeben. Was zwar manchmal dazu führte, dass der Text unübersichtlich wurde, aber seit Guttenberg wissen wir ja, dass man mit solchen Angaben nicht geizen sollte. Wer sich also noch intensiver mit dem Thema beschäftigen möchte, hat hier zahlreiche Quellen zum Nachlesen, die durch ein noch ausführlicheres Literaturverzeichnis ergänzt werden. Zwei Kritikpunkte hätte ich aber noch: Erstens ist das Buch schon recht einseitig geschrieben. Hartz IV wird hier sehr verdammt, und die Bezieher allesamt als arme Opfer dargestellt. Nicht falsch verstehen – dass dieses System krankt, ist nicht erst nach Lektüre dieses Buches offensichtlich. Und die tatsächlichen Ausbeuter und Schmarotzer des Systems sind weit in der Unterzahl. Aber es ist mir doch manchmal zu sehr schwarz-weiß gezeichnet. Zweitens: Die Autoren, die beide aus den Geisteswissenschaften kommen, schreiben sehr eloquent und anspruchsvoll, was zu einem Sachbuch mit wissenschaftlichem Anspruch auch durchaus passt. Aber dadurch empfand ich die Lektüre an vielen Stellen auch etwas trocken und mit Fakten überfrachtet, obwohl ich selbst Geisteswissenschaftlerin bin. Zudem hatte ich das Gefühl, dass sich einiges – in andere Worte gehüllt – wiederholte, eventuell hätte man den einen oder anderen Absatz etwas abspecken können. Ich empfehle dieses Buch nicht vorrangig Betroffenen, denn die wissen ja selbst leider zur Genüge über die Tücken von Hartz IV Bescheid. Ich empfehle es Menschen, die sich für die Thematik und Problematik von Hartz IV interessieren, und vor allem möchte ich es denjenigen ans Herz legen, die gegenüber Sozialleistungsbeziehern Vorurteile haben, weil sie sich mit deren Situation noch nie auseinandergesetzt haben.

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    • 2
    Floh

    Floh

    06. August 2014 um 11:53
  • Kritik an der Hartz-IV-Reform

    A wie Asozial
    irismaria

    irismaria

    In „A wie Asozial“ befassen sich die Autoren Franziska Reif und Tobias Prüwer mit den Auswirkungen der Hartz-IV-Reform. Schon die Kurzbeschreibung deutet darauf hin, dass sie die Reform negativ sehen: „Die Hartz-IV-Reform markiert eine sozialpolitische Zeitenwende. An die Stelle staatlicher Fürsorge traten Suppenküchenstaat und Sanktionsregime. Menschen wurden angewiesen auf Almosen und unter Druck gezwungen, für Dumpinglöhne zu arbeiten. Tobias Prüwer und Franziska Reif berichten von unfassbaren und unwürdigen Vorkommnissen, die Hartz IV als umfassend-radikalem Regierungsprogramm zu verdanken sind. Hartz IV wird dabei als Komplex mit eigener Logik und Mechanik sichtbar, der über Inkompetenz in den Jobcentern und fehlerhafte Einzelfälle weit hinausgeht. Zusammen mit dem Autorenteam schreiten wir durch schmucklose Schalterhallen und ein bürokratisches Absurdistan. Zu lesen ist von hundert Dingen, die gegen den gesunden Menschenverstand verstoßen, aber trotzdem Teil von Hartz IV sind. Es ist die Rede von Controlling statt Vermittlung, von Überwachung, von Ressentiments in der öffentlichen Wahrnehmung und den vielen Märchen rund ums angebliche Schmarotzertum der Arbeitslosen. Denn es sind nicht die Langzeitarbeitlosen, sondern es ist der Hartz-IV-Komplex, der die Bezeichnung asozial verdient.“ Sicher sind an den Ausführungen der Autoren viele Beobachtungen wahr. Mir ist der Inhalt für ein Sachbuch aber zu polemisch und zu wenig differenziert. Was mir gut gefällt, ist der Ausblick auf eine mögliche Gesellschaft, in der die Erwerbsarbeit nicht das alleinige Maß aller Dinge ist.

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    • 2
    Floh

    Floh

    21. July 2014 um 18:34
  • Leserunde zu "A wie Asozial" von Tobias Prüwer

    A wie Asozial
    Tectum_Verlag

    Tectum_Verlag

    Liebe Leserinnen und Leser, als zweite Leserunde möchten wir Euch "A wie Asozial" unserer Autoren Tobias Prüwer und Franziska Reif vorstellen.  Wir verlosen 5 Exemplare und wünschen uns nach Abschluss der Leserunde jeweils eine Rezension. Eine Leseprobe findet Ihr unter: http://www.tectum-verlag.de/a-wie-asozial.html Wir freuen uns auf Eure Bewerbungen! Zum Inhalt: Die Hartz-IV-Reform markiert eine sozialpolitische Zeitenwende. An die Stelle staatlicher Fürsorge traten Suppenküchenstaat und Sanktionsregime. Menschen wurden angewiesen auf Almosen und gezwungen, für Dumpinglöhne zu arbeiten. Tobias Prüwer und Franziska Reif berichten von unfassbaren und unwürdigen Vorkommnissen, die das radikale Regierungsprogramm Hartz IV als Komplex mit eigener Logik sichtbar machen. Zusammen mit dem Autorenteam schreiten wir durch schmucklose Schalterhallen und ein bürokratisches Absurdistan. Zu lesen ist von 100 Dingen, die gegen den gesunden Menschenverstand verstoßen, aber trotzdem Teil von Hartz IV sind. Es ist die Rede von Controlling, Überwachung und Ressentiments ums angebliche Schmarotzertum der Arbeitslosen. Reif und Prüwer zeigen: Es ist nicht die Gruppe der Arbeitlosen, sondern der Hartz-IV-Komplex, der die Bezeichnung asozial verdient. Die Autoren: Franziska Reif ist freiberufliche Autorin, Lektorin und Übersetzerin und hat sich intensiv mit den Auswirkungen von prekären Beschäftigungsverhältnissen befasst. Tobias Prüwer arbeitet als freier Journalist vor allem zu den Themen Kultur und Alltag.

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    • 94
  • A wie Asozial

    A wie Asozial
    Mrs. Dalloway

    Mrs. Dalloway

    27. June 2014 um 19:10

    Hartz IV - das sind faule, arbeitsscheue Leute, die den ganzen Tag auf dem Sofa liegen und sich auf Kosten des Staates ein schönes Leben machen. So weit das gängige und abwertende Klischee. Doch darum geht es in diesem Buch nicht. Vielmehr werden Mängel im System aufgezeigt, die beweisen, dass Hartz IV-Bezieher nicht immer selber schuld sind. In interessanten Fallbeispielen wird anschaulich beschrieben, was diese Leute über sich ergehen lassen müssen. Die erschütterndsten Beispiele sind solche, bei denen einer Kellnerin ein Job als Prostituierte angeboten wird und Leistungen schon aufgrund von Nichtigkeiten gekürzt werden. Die Schrift ist leider sehr klein. Also für Leser mit schlechten Augen ist es nur bedingt etwas.

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  • Sehr informativ

    A wie Asozial
    milchkaffee

    milchkaffee

    25. June 2014 um 12:23

    Dieses Sachbuch ist sehr informativ uns interessant. Leider fand ich die Schrift sehr klein, so dass das Lesen sehr anstrengend war. Schon bald merkt man beim Lesen, das beide Autoren strikt gegen Hartz IV sind. Da beide Akademiker sind, hätte ich mir hier gewünscht, das dieses Buch sich sowohl mit Pro und Contra auseinandersetzt. Manche Berichte fand ich stark übertrieben, beilspielsweise verhungert durch Hartz IV. Interessant fand ich, das auch die Sachlage der Mitarbeiter im Amt geschildert wurde. Dieses Buch bietet viele interessante Fakten und zeigt, das sich die Autoren sehr intensiv mit der Thematik befasst haben. Viele Literaturhinweise ermöglichen eine Vertiefung in das Thema.

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  • Hinter den Kulissen von Hartz IV

    A wie Asozial
    esposa1969

    esposa1969

    22. June 2014 um 16:07

    Hallo liebe Leser, ich durfte im Rahmen einer Leserunde an diesem Sachbuch teilnehmen: == A WIE ASOZIAL == So demontiert Hartz IV den Sozialstaat Autoren: Franziska Reif/ Tobias Prüwer == Buchrückentext: == Die Hartz-IV-Reform markiert eine sozialpolitische Zeitenwende. An die Stelle staatlicher Fürsorge traten Suppenküchenstaat und Sanktionsregime. Menschen wurden angewiesen auf Almosen und gezwungen, für Dumpinglöhne zu arbeiten. Tobias Prüwer und Franziska Reif berichten von unfassbaren und unwürdigen Vorkommnissen, die das radikale Regierungsprogramm Hartz IV als Komplex mit eigener Logik sichtbar machen. Zusammen mit dem Autorenteam schreiten wir durch schmucklose Schalterhallen und ein bürokratisches Absurdistan. Zu lesen ist von 100 Dingen, die gegen den gesunden Menschenverstand verstoßen, aber trotzdem Teil von Hartz IV sind. Es ist die Rede von Controlling, Überwachung und Ressentiments ums angebliche Schmarotzertum der Arbeitslosen. Reif und Prüwer zeigen: Es ist nicht die Gruppe der Arbeitlosen, sondern der Hartz-IV-Komplex, der die Bezeichnung asozial verdient. == Leseeindrücke: == Dieses Sachbuch mit einem Vorwort von Günter Wallraff führt die Leser und die Gesetze und Sätze von Hartz IV ein . Anhand von Fallbeispielen lesen wir, was dem arbeitslosen Bürger an zugewiesenen Arbeiten zugemutet werden soll: Niedrige Löhne oder einer arbeitslosen Kellnerin einen Vermittlungsvorschlag zur Prostitution anzubieten, sind einige dieser Beispiele. Was man unter Hartz IV Leistung alles erdulden und ertragen muss wird hier detailliert beschrieben und fallbeispielhaft vorgeführt. Jobcenter live! Die 256 Seiten sind umfassend, aber gut gegliedert . Insgesamt finden wir 11 Kapitel mit jeweils etlichen Unterkapiteln und einem Literaturnachweis im Anhang. Es war sehr interessant  - ich habe noch nie im Leben Hartz IV bezogen, kenne in meinem Umfeld auch niemanden - mal hinter dem Vorhang von Hartz IV blicken zu können und ich werde alles vermeiden, diesen Erniedrigungen ausgesetzt zu werden. Vielen Dank, dass ich mitlesen durfte! by esposa1969

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