Tobias Premper Erst einmal für immer

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Inhaltsangabe zu „Erst einmal für immer“ von Tobias Premper

Roland Steinberg erschafft Menschen: allesamt literarische
Genies, die nur im Verborgenen geschrieben haben. Keiner von ihnen hat je existiert und doch haben sie alle einen Koffer voller Fragmente zurückgelassen. Mit seinen Installationen fiktiver Autorennachlässe und Lebensläufe gelingt Steinberg der Durchbruch in der internationalen Kunstszene. Plötzlich winken Geld und Ruhm. Doch den medienscheuen Künstler kümmert das wenig. Er will hinter die Masken des Alltäglichen blicken und fühlt sich wohler, wenn alle anderen gegangen sind. Voller Zorn und Poesie wandelt Steinberg in Berlin zwischen Licht und Schatten, erfährt dabei Freundschaft und Liebe, Einsamkeit und Verlust. Ein begnadeter Narziss, der alles zerschlagen möchte, um auf den Trümmern zu Jazzmelodien von Thelonious Monk zu tänzeln.
In seinem Debütroman widmet sich Tobias Premper ganz der
Beobachtung der scheinbar nebensächlichen Dinge, schreibt
Kapitel hypnotisch wie Filmszenen, erzählt die Geschichte eines rastlos Suchenden in lakonisch surrealen Szenen und lässt seinen Helden dabei dem Satz Becketts folgen, eines von
Roland Steinberg hoch verehrten Autors: 'Scheitern, wieder
scheitern, immer scheitern, besser scheitern.'

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  • Romandebut des Ausnahmeschreibers

    Erst einmal für immer

    Duffy

    22. November 2015 um 15:55

    Nach einem Buch mit Notizbuchaufzeichnungen und einem zweiten mit großartigen Kurzgeschichten nun also das dritte Buch des Berliner Autoren Tobias Premper: sein Romandebut. Roland Steinbergs Kunst besteht aus der Kreation von LIteraten, die nie veröffentlicht haben und total unbekannt, aber dennoch Genies sind. Alle hat er erfunden, keiner hat je gelebt, aber alle haben einen Koffer mit Fragmenten zurückgelassen. Diese Koffer und die Nachlässe der Autoren stellt Steinberg aus und macht dabei ein Vermögen. Doch das interessiert ihn nicht. Unruhig und rastlos taumelt er durch die Stadt, durch Freundschaften, durch Liebe und bleibt dabei doch Narziss, der zu nichts imstande ist als Kontinuität zu zerstören. Sein Verschwinden und Ableben mutet wie ein schlechter letzter Akt eines Dramas an. Prempers Idee ist vom Ansatz nicht ganz neu, aber doch anders. Nicht umsonst zitiert er an einer Stelle Fernando Pessoa, der auch Lebensläufe von Autoren erfunden hat (Heteronyme), die er dann als selbstständige Schreiber etablierte. Doch Premper gibt der Idee eine besondere Qualität, indem er die Nachlässe in einer besonderen Form (die der Koffer) auch visuell betont. Das Absurde hat bei ihm einen schon witzigen Nebeneffekt, wenn etwa die Transportkisten für die Koffer schon als Kunstwerk gelten. Ansonsten ist der Steinberg eine getriebene Seele, dessen Unfähigkeit zur Bindung offensichtlich gerne im Verhältnis zu seinem Vater gesehen wird, was dann aber doch nur einen Teil seines narzistischen Verhaltens rechtfertigen soll. Dass sich seine Kunst als großes Missverständnis erweisen könnte, nimmt er in Kauf. Prempers Roman ist nicht einfach. Vor allem ist er grundverschieden von seinen Kurzgeschichten. Es ist Literatur auf einem eigenen Stilniveau. Er versucht natürlich den Leser mitzunehmen, setzt aber voraus, dass der/die sich von der eigenen Möglichkeit zur Abstraktion mitnehmen lassen kann. So wird der eine oder andere sicher manchmal ein wenig ratlos den Steinberg hinterfragen wollen und genau diese Perspektive macht das Buch so interessant. Der Leser hat die Chance, sich jedes Urteil über Steinberg zu bilden, das er will und immer richtig zu liegen. Ein gelungenes Debut, ungewöhnlich und nicht leicht, aber das war bei einem so reflektierenden Autoren wie Premper nicht weiter zu erwarten. Es wäre schön, wenn er endlich die breite Aufmerksamkeit erhielte, die ihm zusteht.

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