Todd Pruzan The Clumsiest People in Europe: Or, Mrs. Mortimer's Bad-Tempered Guide to the Victorian World

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Inhaltsangabe zu „The Clumsiest People in Europe: Or, Mrs. Mortimer's Bad-Tempered Guide to the Victorian World“ von Todd Pruzan

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    The Clumsiest People in Europe: Or, Mrs. Mortimer's Bad-Tempered Guide to the Victorian World

    Loxeley

    07. September 2010 um 19:19

    Mrs. Favel Mortimer(1802 – 1878) war im Viktorianischen England eine beliebte Kinderbuchautorin. Ihre Werke bestanden hauptsächlich aus (aus heutiger Sicht) religiös-morbiden Texten (für Kleinkinder !), Lesefibeln für Schulanfänger sowie geographischen Schriften. Selbst Winston Churchill scheint ihre Bücher gekannt, und vielleicht auch gehasst, zu haben. Mrs. Mortimer hat England nur zwei Mal verlassen und wohl eine unglückliche Ehe sowie zahlreiche Familienunglücke durchleiden müssen. Am Ende ihres Lebens war sie zu einer Exzentrikerin geworden, die sogar versuchte einem Esel das Schwimmen beizubringen. Dies teilt uns Todd Pruzan, der "Autor" dieses Buches in der großzügigen Einleitung mit. Herausgeber wäre wohl eine bessere Bezeichnung, den er hat Mrs. Mortimers Bücher die sich um die Länder der Welt drehen wiederentdeckt, sortiert und in diesem Buch wiederveröffentlicht. Die besagte Einleitung allein war schon sehr interessant. Pruzan berichtet ausführlich darüber wie er das Buch fand, über das Leben der Autorin, gleichzeitig aber auch über seine gemischten Gefühle die er beim ersten Durchlesen des Originaltextes hatte. Obwohl er selber sowie der Verlag das Buch hauptsächlich als amüsantes Buch ansieht , ist Pruzan sich auch der Brisanz des ganzen bewusst. (Hierauf gehe ich später noch näher ein) Soweit ich mich erinnern kann, folgt nach der Einleitung der Hauptteil des Buches, der nach Kontinenten und dann nochmal nach Ländern sortiert ist. Jedem Land ist ein mehr oder weniger langer Abschnitt gewidmet in dem uns die Eigenarten des Landes vorgestellt werden. Das macht das ganze sehr übersichtlich und klar zu lesen. In meiner Ausgabe waren sogar manchmal alte Illustrationen mit abgedruckt. Da das Buch sich im Original eher an Kinder richtet, ist der Stil klar und simpel, jedoch nie kindisch. Leser ohne großzügige Englischkentnisse wirds freuen. ;) Da Mrs. Mortimer nun mal ein Kind ihrer Zeit und alles im Buch ernst gemein ist, sind viele Teile ziemlich dreist und könnten von manchem Leser als rassistisch eingestuft werden. Lissabon ist dreckig, in China isst man Babies und der Buddhismus ist eine Religion die sich ums Nichts dreht. Das hört sich erstmal garnicht komisch an ist es aber, denn Mrs. Mortimers griesgrämige Beschreibungen sind so schön absurd und überspitzt das man das ganze einfach nicht ernst nehmen kann. Die Autorin findet alles merkwürdig, unmoralisch (besonders Katholiken, was jedoch eher auf verschmähte Liebe ihrerseits zurückzuführen ist) und sinnlos und ist dabei in ihrer Ignoranz auf seltsame Art und Weise wieder urig. Nichtsdestotrotz hat Mortimer auch positives zu berichten: Die Holländer sind sehr sauber, die Deutschen Frauen hübsch, genauso wie viele Menschen aus diversen Afrikanischen Nationen. Sklaverei verurteilt Mortimer, ein Umstand der mich sehr überraschte und beruhigte. Mortimer ist eher eine Misanthropin mit vielen Vorurteilen als eine verblendete Rassistin. Fazit: Wer gerne über Klischees lacht und überspitzten Humor mag, oder sich gerne daran erinnert wie die eigenen Großeltern stur die Mondlandung als Blödsinn abkanzelten sollte diesen Buch eine Chance geben, "The Clumsiest People in Europe" ist aber schon allein deswegen interessant weil man sieht wie sehr sich Vorurteile in 100 Jahren verändert (oder auch nicht verändert) haben. Einen Blick ist es auf jeden Fall wer, da Miss Mortimer ja selbst behauptet hat "dass die Deutschen nur sinnlose Bücher mit ausgedachten Dingen lesen". ...die Dame war ihrer Zeit wirklich vorraus ;)

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