Inhalt: Kommissar Saeki soll einen Serientäter überführen. Kleine Mädchen wurden ermordet.
Der Kommentar und das Leseerlebnis:
Ich sags gleich: trotz einer guten Idee und einem gelungenen Aufbau der Story war „Tokyo, schwarzer Sommer“ kein ungetrübtes Leseerlebnis für mich und ich verstehe den Erfolg, den der Kriminalroman in Japan hat, nicht.
Zwar finde ich die Spannungen in der Institution der japanischen Kriminalpolizei sehr interessant, wo es zwei verschiedene Aufstiegswege gibt und jeder Aufstiegszweig den anderen misstrauisch beäugt und ihn beneidet. Aber der Roman ist auch weitschweifig, er hat hölzerne Figuren und platte Dialoge und die Sprache würde ich fast als plump bezeichnen, jedenfalls der Trivialliteratur zuzuordnen.
Beispiele:
„Die Hitze in der Stadt ging mit dem Wahnsinn schwanger.“
„In seiner Brust klaffte ein Loch. Das spürte er.“ (Keine Verwundung).
„Bis in die Haarspitzen schien er tief in schlammartiger, bleierner Müdigkeit zu stecken.“
„Ihre Gedankengänge waren rot übertüncht“.
Der Roman ist dual aufgebaut, abwechselnd erzählt der Kommissar und der Mörder. Das ist schnell klar. Masumoto ist in eine Sekte geraten. Warum und wieso er zum Mörder wird, kann ich nicht verraten, das lese man selber. Das Sektenleben ist auch recht platt dargestellt. Man schüttelt verwundert den Kopf über so viel menschliche Dummheit und Verblendung. Aber grundsätzlich ist die Idee ja nicht schlecht. Und natürlich wartet der Autor noch mit einem Überraschungsmoment auf.
Fazit: Gute Komposition, die Ausführung schwächelt.
Kategorie: Kriminalroman
Verlag, Lübbe, 2026









