Tomás Eloy Martínez Purgatorio

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Inhaltsangabe zu „Purgatorio“ von Tomás Eloy Martínez

Kann man einen Menschen herbeilieben? Eine Frau glaubt nicht, dass die Todesschwadron ihren Mann getötet hat. Sie ist fest überzeugt, dass er lebt, und folgt Spuren und Hinweisen von Buenos Aires nach Rio, von Nicaragua nach Mexiko, bis er schließlich in New Jersey auftaucht. Ist es ein Traum, oder hat die Sehnsucht ihn wirklich herbeigeliebt?

›Purgatorio‹ ist ein Bestseller aus Argentinien. Sinnlich und abgründig erzählt er die Odyssee einer Liebe zwischen Terror und Exil. Tomás Eloy Martínez ist ein Autor, vor dem der ganze Kontinent den Hut zieht: Selbst mit dem Tod bedroht, lebte er 20 Jahre im Exil. Seine Romane erscheinen in über 50 Ländern, García Márquez sagt: 'Das will ich unbedingt lesen', Vargas Llosa: 'Meisterwerke'.

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  • Rezension zu "Purgatorio" von Tomás Eloy Martínez

    Purgatorio

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    Eine Frau trifft in einem Café in New Jersey ihren vor dreißig Jahren von der argentinischen Polizei verschleppten Mann. Dreißig Jahre hat sie ihn gesucht. In Caracas, Chile, Mexico, Nicaragua und in verschiedensten Gegenden Argentiniens. Nun erkennt sie seine Stimme, dreht sich um und sieht ihn. Er hat sich kein bisschen verändert, ist noch immer der, der er vor dreißig Jahren war, während die Frau um dreißig Jahre gealtert ist. "Komm, wir müssen reden" sagt er und die beiden verlassen das Lokal. Das ist der verstörende Ausgangspunkt für diesen großartigen Roman, den Tomas Eloy Martinez als finales Statement zu Argentinien, zur faschistoiden Militärdiktatur seines Landes, die bis zum Falklandkrieg gehalten hat, konzipiert hat. Trotz dieses politischen Gewichts ist Purgatorio" kein politischer Roman, sondern eine ergreifende Geschichte einer Liebe, die vom eigenen Vater, scheinbar die rechte Hand des Aals", zerstört wurde, als er die Verschleppung und Ermordung des eigenen Schwiegersohns befohlen hatte. Eine Liebe, die auch dadurch aufrecht erhalten blieb, dass die Frau nie die Leiche ihres Mannes zu Gesicht bekommen hatte und die offiziellen Dokumente eine Entlassung des Gefangenen bezeugen. In dieser vermeintlichen Unkenntnis über den Verbleib ihres Mannes liebt sie ihren Mann dreißig Jahre weiter, versucht ihn herzulieben. Lange lässt Tomas Eloy Martinez den Leser im Unklaren, wie die Sache mit den dreißig Jahren zu verstehen ist und lässt eine weitere Stimme einschreiten, eine Stimme, die unschwer als die des Autors selbst zu erkennen ist, der die Geschichte der Frau nach ihrer Erzählung neu interpretiert. Eine Stimme, die sich bald auch als die erzählende Stimme der Vergangenheit entpuppt. So entsteht ein feines polyphones Stimmengeflecht, das Tomas Eloy Martinez im Sinne seiner Erzählung virtuos bis zum Ende entwickelt. Großartige Szenen, sowohl in Argentinien als auch in New Jersey, der jüngeren und der älteren Emilia und eine überraschende Wendung im richtigen Moment runden diesen starken und fesselnden Roman ab. Ein Roman, in dem die ganze Tragik und Ohnmacht des Lebens in der Diktatur fühlbar und greifbar wird. Mit "Purgatorio" hat Tomas Eloy Martinez ein großartiges Vermächtnis hinterlassen. Absolute Empfehlung.

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    Pankraz

    09. October 2010 um 21:41
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