Tom Bouman

 3 Sterne bei 20 Bewertungen
Autor von Im Morgengrauen, Auf der Jagd und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Tom Bouman

Auf der Jagd

Auf der Jagd

 (8)
Erschienen am 30.01.2017
Im Morgengrauen

Im Morgengrauen

 (12)
Erschienen am 26.06.2018
Dry Bones in the Valley

Dry Bones in the Valley

 (0)
Erschienen am 02.04.2015

Neue Rezensionen zu Tom Bouman

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Rezension zu "Im Morgengrauen" von Tom Bouman

Leben, lieben und sterben in den ländlichen USA
Satansbratenvor 4 Monaten

Henry Farrell ist Dorfpolizist mitten in den USA, irgendwo, wo es weder große Städte, noch große Industrie gibt, wo viel Land, wenig gute Jobs, wenig Hoffnung gibt. Eine junge Frau verschwindet, ihr Lebensgefährte wird verdächtigt, sie umgebracht zu haben.die beiden haben in einem Wohnwagen gewohnt, die Tochter hat man ihnen weggenommen, Drogen. Wer einen Krimi klassischer Lesart erwartet, wird enttäuscht. Statt viel Ermittlungsarbeit, vielen falschen und verworrenen Spuren ist es eigentlich von Anfang an relativ klar, was da so ungefähr passiert sein muss. Dafür handelt das Buch aus führlich über das Leben, das Miteinander, das Gegeneinander dort. über Menschen ohne Perspektive, andere, die um das kleine bisschen würde kämpfen, die die immer hoffen, ohne dass es Hoffnung gäbe. Dabei ist Officer Farrell ein recht trauriger, zurückhaltender Held, der vieles tut, was er nicht müsste, diesen Menschen zu liebe. Das Themas Fracking spielt entgegen dem Klappentext eine deutlich geringe Rolle, es ist lediglich der Rahmen des Verfalls. Für mich ein kurzweiliger lesenswerter Roman, der einen etwas nachdenklich zurück lässt, aber eigentlich kein Krimi!

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detlef_knuts avatar

Rezension zu "Im Morgengrauen" von Tom Bouman

USA in all seinen dreckigen Facetten
detlef_knutvor 4 Monaten

Beim Ars vivendi Verlag ist dieser Tage ein Roman aus amerikanischer Lizenz erschienen, den es sich lohnt, zu lesen.

In dem kleinen Örtchen Wild Thyme in Pennsylvania ist eigentlich nicht Mal so viel los, dass es für einen Polizisten reicht. Doch Officer Henry Farrell wollte zurück in seine Heimatstadt und hatte Glück, als dort der Posten eines Ordnungshüters geschaffen wurde. Wenn man aber denkt, im amerikanischen Hinterland könne nichts passieren, der hat sich getäuscht. Die junge Mutter Penny Pellings ist verschwunden. Gemeldet hat das ihr Freund, beide sind Junkies, haben nicht gerade reine Westen und ihnen wurde vom Jugendamt bereits das Kind entzogen.

Damit begibt sich der Leser zusammen mit Farrell in den Sumpf der amerikanischen Gesellschaft. Wie bei den Romanen von Smith Henderson (Montana) oder die von James Lee Burke wird nichts beschönigt. Da geht es nicht um Schickimicki-Ermittlungen. Hauptrolle im vorliegenden Roman sind die Menschen in der untersten Schicht, die in Dreck und Armut leben, und versuchen mit Verbrechen herauszukommen. Man erlebt den Ermittler, der nebenbei jobbt und Häuser baut, seine privaten Probleme zu klären versucht, von der Unschuld einzelner Verdächtiger, die bereits mit einem Bein im Knast sind, überzeugt ist, und der dennoch nie seinen Fall von der vermissten Penny zu lösen vergisst.

Erzählt wird die ganze Geschichte in einem sehr nüchternen, fast emotionslosen Schreibstil wie die Reportage eines Journalisten. Dabei wird nicht mit Details gespart, es gibt Gerüche, Geräusche und alles, was dazugehört. Trotzdem schafft es der Ich-Erzähler Farrell nicht, mir seine Gefühlswelt zu vermitteln. Nun gut, jeder Schriftsteller hat seinen eigenen Stil, es ist lediglich ein Umstand, der mir aufgefallen war.

Bevor Tom Bouman selbst zu schreiben begann, arbeitete er als Lektor. Für seinen Debütroman "Auf der Jagd" (deutsche Übersetzung ebenfalls bei ars vivendi erschienen) erhielt er 2015 den anerkannten Edgar Award für Debüts.

Ein ruhiger Kriminalroman über das Hinterland der USA, in all seinen dreckigen Facetten.


© Detlef Knut, Düsseldorf 2018

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Rezension zu "Im Morgengrauen" von Tom Bouman

Ein entschleunigter Noir.
Gulanvor 4 Monaten

Coleman, Sie müssen das nicht mit sich allein ausmachen.“ Ich wartete kurz und sprach dann weiter. „Erinnern Sie sich an mich? Wir waren in derselben Kneipe in Binghamton. Ich habe mit Joe Blaine geredet, weil ich auf der Suche nach einem Mädchen namens Penny war. Ich weiß, dass Sie auch da waren. Erkennen Sie mich wieder?“
Er schwieg. Wir verscheuchten die Moskitos, und ich biss mir auf die Zunge. Ich hatte das Gefühl, Penny Pellings noch nie so nah gekommen zu sein; wenn ich gekonnt hätte, hätte ich Tods Inneres aufgerissen, um sie zu befreien. (S.289)

Wild Thyme, ein ländlicher Flecken im Norden Pennsylvanias. Der Officer Henry Farrell hat einen unangenehmen Fall: Penny Pellings, junge Mutter, drogenabhängig und wohnhaft in einem Wohnwagen, ist spurlos verschwunden. Ihr Partner, Kevin O'Keeffe, ist dringend tatverdächtig, beteuert aber seine Unschuld. Kurz darauf wird eine Leiche aus dem Fluss gezogen, ein Dealer und Bekannter von Penny. Henry bleibt auf der Suche und wird nach und nach immer tiefer in die dunklen Seiten der Region gezogen.

Autor Tom Bouman stammt aus dem Nordosten des US-Bundesstaats Pennsylvania. Er arbeitete als Verlagslektor und war Frontmann einer Countryband. Er lebt inzwischen wieder mit seiner Familie in Pennsylvania und begann seine Schriftstellerkarriere mit dem Roman „Auf der Jagd“ („Dry Bones In The Valley“), dem ersten Band mit seinem Protagonisten Henry Farrell. Mit diesem Roman gewann Bouman der renommierten Edgar Award als bestes Debüt.

Seine Bücher spielen im sehr ländlichen Nordosten Pennsylvania im Sasquehannah County, an der Grenze zum Bundesstaat New York. Das Setting macht einen besonderen Reiz aus, düstere Kriminalromane im ländlichen Raum, sogenannte „country bzw. rural noirs“ sind aktuell sehr angesagt. Auch in „Im Morgengrauen“ ist die Diskrepanz zwischen idyllischer Natur und brutalen Verbrechen frappierend. Der Norden Pennsylvanias kann man wohl als strukturschwach bezeichnen, die alten Industrien sind nahezu verschwunden, der Niedergang ist vielerorts sichtbar. Fracking-Unternehmen haben sich breitgemacht, Profiteure gibt es nur wenige. Stattdessen die Kehrseiten der Medaille: Umweltschäden, Verkehr, Drogen.

Erzählt wird die Geschichte vom Ich-Erzähler Henry Farrell. Dieser ist ein Kleinstadtpolizist in den unteren Hierarchiestufen. Ein eher melancholischer, nachdenklicher Typ, schon früh verwitwet, hilft seinem besten Kumpel in dessen Holzbetrieb, spielt die Fiedel in einer Bluegrass-Band, hat eine Affäre mit einer verheirateten Frau. Henry ist aber auch ein gewissenhafter Polizist, der auch recht unkonventionell die Ermittlungen voranbringt. Im Vermisstenfall „Penny Pellings“ ist er relativ schnell von der Unschuld des Verdächtigen O'Keeffe überzeugt, trotzdem verlaufen die Ermittlungen nur schleppend, weil das Ausmaß an Verbrechen, das sich dahinter verbirgt, nur langsam an die Oberfläche tritt.

Insgesamt hat mir Tom Boumans „Im Morgengrauen“ gut gefallen. Es ist definitiv kein rasanter, temporeicher Krimi, auch die Spannungsmomente sind punktuell dosiert. Da gäbe es also noch Luft nach oben. Allerdings hat mir die Darstellung dieses Landstrichs in Pennsylvania als Symbol für den Niedergang des ländlichen Amerika mit all seinen Facetten gut gefallen. Das Setting und auch die Figuren wirken real und authentisch. Der Roman ist kein klassischer Krimi mit Fokus auf den Ermittlungen, sondern ein Hybrid aus Krimi und Gesellschaftsroman mit weitem Blick auf das Drumherum. Wer sowas mag, ist bei Tom Bouman durchaus gut aufgehoben.

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Gespräche aus der Community

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ars-vivendi-Verlags avatar

Liebe Krimifans und die, die es noch werden wollen,

pünktlich zum Erscheinungstermin von Tom Boumans zweiten Kriminalroman „Im Morgengrauen“ verlosen wir im Rahmen einer Leserunde zehn seiner Bücher!

 

Tom Bouman führt uns in die Wälder Pennsylvanias ...

 

In Wild Thyme, Pennsylvania, hält der Sommer Einzug. Für Officer Henry Farrell, den einzigen Gesetzeshüter am Ort, bringt er allerdings nichts als Ärger mit sich: Penny Pellings, eine junge, heroinabhängige Mutter, ist spurlos verschwunden und die alkoholgetrübten Erinnerungen ihres Lebensgefährten sorgen nur für zusätzliche Verwirrung. Doch die wenigen Anhaltspunkte in ihrem heruntergekommenen Wohnwagen lassen wenig Hoffnung auf Gutes. Auf der Suche nach der Vermissten durchkreuzt er die ländliche, von industriellem Niedergang schwer gezeichnete Region. Frackingunternehmen vergiften Mensch und Natur und für viele wird das Heroin der Drogenkartelle zum lebensbestimmenden, zerstörerischen Zentrum. Mit der Ruhe und Geduld eines Jägers begibt sich Farrell hinein in die Schattenwelten, die immer deutlicher hinter den Wäldern Pennsylvanias hervortreten. Was als Vermisstenfall begonnen hat, entwickelt sich zu einem Labyrinth aus Geheimnissen, deren Aufdeckung die gesamte Region zu erschüttern droht …

 

Das zweite Buch von Tom Bouman ist packender Thriller, eindringliche Analyse des Amerika der Gegenwart und poetischer Roman zugleich.

 

Gespannt auf die dunklen Geheimnisse Pennsylvanias? Schaut doch bei unserer Leseprobe vorbei!

 

Über den Autor:

Tom Bouman ist Schriftsteller und Musiker und arbeitete früher als Verlagslektor. Er lebt mit Frau und Tochter im nordöstlichen Pennsylvania. Für seinen 2017 bei ars vivendi in deutscher Übersetzung erschienenen Roman „Auf der Jagd“ erhielt er u. a. den Edgar-Award für das beste Debüt und war zwei Monate lang auf der Krimibestenliste von FAS und Deutschlandradio vertreten

 

Ist Euer Interesse geweckt und wollt Ihr eines der zehn Exemplare gewinnen?

So klickt auf den blauen ,,Jetzt bewerben"- Button für die Leserunde und haltet den neuen Krimi von Tom Bouman gleich nach Erscheinungstermin in Euren Händen!

Im Gegenzug freuen wir uns über eine ausführliche Rezension sowie rege Teilnahme an der Leserunde!

 

Wir wünschen Euch viel Glück bei der Ziehung und vielleicht seid ihr unter den zehn Glücklichen, die Tom Boumans neuen Thriller „Im Morgengrauen“ gewinnen…

 

Viel Erfolg wünscht euch

Euer ars vivendi-Team

 

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