Im Morgengrauen

von Tom Bouman 
2,5 Sterne bei12 Bewertungen
Im Morgengrauen
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Intensives Buch über das Leben in den USA abseits der großen Städte!

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Unglaublich viel Potenzial, was m.E. überhaupt nicht ausgeschöpft wurde. Sehr langatmig. Unspektakulär, auch als Roman.

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Inhaltsangabe zu "Im Morgengrauen"

Der Sommer hält Einzug in die tiefen Wälder von Wild Thyme, Pennsylvania, und für Officer Farrell hat er nichts als Ärger im Gepäck. So muss er sich in dieser vom industriellen Niedergang schwer gezeichneten Region nicht nur mit kleinkriminellen Mitbürgern und den zerstörerischen Auswirkungen des grassierenden Heroinhandels auseinandersetzen, sondern auch die spurlos verschwundene Penny Pellings finden, eine drogenabhängige Mutter, die mit ihrem Freund in einem heruntergekommenen Wohnwagen hauste. Henry Farrell startet eine groß angelegte Suchaktion, und bald wird in Tioga County ein Toter entdeckt – Pennys Dealer? Mit der Ruhe des Jägers begibt sich Farrell in die Schattenwelt eines zum Albtraum gewordenen american dream, doch der Vermisstenfall entwickelt sich mehr und mehr zu einem Labyrinth aus Geheimnissen, deren Aufdeckung die ganze Region erschüttern wird.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783869139005
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:350 Seiten
Verlag:ars vivendi
Erscheinungsdatum:26.06.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    Satansbratenvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Intensives Buch über das Leben in den USA abseits der großen Städte!
    Leben, lieben und sterben in den ländlichen USA

    Henry Farrell ist Dorfpolizist mitten in den USA, irgendwo, wo es weder große Städte, noch große Industrie gibt, wo viel Land, wenig gute Jobs, wenig Hoffnung gibt. Eine junge Frau verschwindet, ihr Lebensgefährte wird verdächtigt, sie umgebracht zu haben.die beiden haben in einem Wohnwagen gewohnt, die Tochter hat man ihnen weggenommen, Drogen. Wer einen Krimi klassischer Lesart erwartet, wird enttäuscht. Statt viel Ermittlungsarbeit, vielen falschen und verworrenen Spuren ist es eigentlich von Anfang an relativ klar, was da so ungefähr passiert sein muss. Dafür handelt das Buch aus führlich über das Leben, das Miteinander, das Gegeneinander dort. über Menschen ohne Perspektive, andere, die um das kleine bisschen würde kämpfen, die die immer hoffen, ohne dass es Hoffnung gäbe. Dabei ist Officer Farrell ein recht trauriger, zurückhaltender Held, der vieles tut, was er nicht müsste, diesen Menschen zu liebe. Das Themas Fracking spielt entgegen dem Klappentext eine deutlich geringe Rolle, es ist lediglich der Rahmen des Verfalls. Für mich ein kurzweiliger lesenswerter Roman, der einen etwas nachdenklich zurück lässt, aber eigentlich kein Krimi!

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    detlef_knuts avatar
    detlef_knutvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Trumps Wähler lassen grüßen - Abgrundtiefes Hinterland USA
    USA in all seinen dreckigen Facetten

    Beim Ars vivendi Verlag ist dieser Tage ein Roman aus amerikanischer Lizenz erschienen, den es sich lohnt, zu lesen.

    In dem kleinen Örtchen Wild Thyme in Pennsylvania ist eigentlich nicht Mal so viel los, dass es für einen Polizisten reicht. Doch Officer Henry Farrell wollte zurück in seine Heimatstadt und hatte Glück, als dort der Posten eines Ordnungshüters geschaffen wurde. Wenn man aber denkt, im amerikanischen Hinterland könne nichts passieren, der hat sich getäuscht. Die junge Mutter Penny Pellings ist verschwunden. Gemeldet hat das ihr Freund, beide sind Junkies, haben nicht gerade reine Westen und ihnen wurde vom Jugendamt bereits das Kind entzogen.

    Damit begibt sich der Leser zusammen mit Farrell in den Sumpf der amerikanischen Gesellschaft. Wie bei den Romanen von Smith Henderson (Montana) oder die von James Lee Burke wird nichts beschönigt. Da geht es nicht um Schickimicki-Ermittlungen. Hauptrolle im vorliegenden Roman sind die Menschen in der untersten Schicht, die in Dreck und Armut leben, und versuchen mit Verbrechen herauszukommen. Man erlebt den Ermittler, der nebenbei jobbt und Häuser baut, seine privaten Probleme zu klären versucht, von der Unschuld einzelner Verdächtiger, die bereits mit einem Bein im Knast sind, überzeugt ist, und der dennoch nie seinen Fall von der vermissten Penny zu lösen vergisst.

    Erzählt wird die ganze Geschichte in einem sehr nüchternen, fast emotionslosen Schreibstil wie die Reportage eines Journalisten. Dabei wird nicht mit Details gespart, es gibt Gerüche, Geräusche und alles, was dazugehört. Trotzdem schafft es der Ich-Erzähler Farrell nicht, mir seine Gefühlswelt zu vermitteln. Nun gut, jeder Schriftsteller hat seinen eigenen Stil, es ist lediglich ein Umstand, der mir aufgefallen war.

    Bevor Tom Bouman selbst zu schreiben begann, arbeitete er als Lektor. Für seinen Debütroman "Auf der Jagd" (deutsche Übersetzung ebenfalls bei ars vivendi erschienen) erhielt er 2015 den anerkannten Edgar Award für Debüts.

    Ein ruhiger Kriminalroman über das Hinterland der USA, in all seinen dreckigen Facetten.


    © Detlef Knut, Düsseldorf 2018

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    Gulans avatar
    Gulanvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Ein country noir aus Pennsylvania. Gutes Setting, gute Figuren, Tempo/Spannung eher zurückhaltend.
    Ein entschleunigter Noir.

    Coleman, Sie müssen das nicht mit sich allein ausmachen.“ Ich wartete kurz und sprach dann weiter. „Erinnern Sie sich an mich? Wir waren in derselben Kneipe in Binghamton. Ich habe mit Joe Blaine geredet, weil ich auf der Suche nach einem Mädchen namens Penny war. Ich weiß, dass Sie auch da waren. Erkennen Sie mich wieder?“
    Er schwieg. Wir verscheuchten die Moskitos, und ich biss mir auf die Zunge. Ich hatte das Gefühl, Penny Pellings noch nie so nah gekommen zu sein; wenn ich gekonnt hätte, hätte ich Tods Inneres aufgerissen, um sie zu befreien. (S.289)

    Wild Thyme, ein ländlicher Flecken im Norden Pennsylvanias. Der Officer Henry Farrell hat einen unangenehmen Fall: Penny Pellings, junge Mutter, drogenabhängig und wohnhaft in einem Wohnwagen, ist spurlos verschwunden. Ihr Partner, Kevin O'Keeffe, ist dringend tatverdächtig, beteuert aber seine Unschuld. Kurz darauf wird eine Leiche aus dem Fluss gezogen, ein Dealer und Bekannter von Penny. Henry bleibt auf der Suche und wird nach und nach immer tiefer in die dunklen Seiten der Region gezogen.

    Autor Tom Bouman stammt aus dem Nordosten des US-Bundesstaats Pennsylvania. Er arbeitete als Verlagslektor und war Frontmann einer Countryband. Er lebt inzwischen wieder mit seiner Familie in Pennsylvania und begann seine Schriftstellerkarriere mit dem Roman „Auf der Jagd“ („Dry Bones In The Valley“), dem ersten Band mit seinem Protagonisten Henry Farrell. Mit diesem Roman gewann Bouman der renommierten Edgar Award als bestes Debüt.

    Seine Bücher spielen im sehr ländlichen Nordosten Pennsylvania im Sasquehannah County, an der Grenze zum Bundesstaat New York. Das Setting macht einen besonderen Reiz aus, düstere Kriminalromane im ländlichen Raum, sogenannte „country bzw. rural noirs“ sind aktuell sehr angesagt. Auch in „Im Morgengrauen“ ist die Diskrepanz zwischen idyllischer Natur und brutalen Verbrechen frappierend. Der Norden Pennsylvanias kann man wohl als strukturschwach bezeichnen, die alten Industrien sind nahezu verschwunden, der Niedergang ist vielerorts sichtbar. Fracking-Unternehmen haben sich breitgemacht, Profiteure gibt es nur wenige. Stattdessen die Kehrseiten der Medaille: Umweltschäden, Verkehr, Drogen.

    Erzählt wird die Geschichte vom Ich-Erzähler Henry Farrell. Dieser ist ein Kleinstadtpolizist in den unteren Hierarchiestufen. Ein eher melancholischer, nachdenklicher Typ, schon früh verwitwet, hilft seinem besten Kumpel in dessen Holzbetrieb, spielt die Fiedel in einer Bluegrass-Band, hat eine Affäre mit einer verheirateten Frau. Henry ist aber auch ein gewissenhafter Polizist, der auch recht unkonventionell die Ermittlungen voranbringt. Im Vermisstenfall „Penny Pellings“ ist er relativ schnell von der Unschuld des Verdächtigen O'Keeffe überzeugt, trotzdem verlaufen die Ermittlungen nur schleppend, weil das Ausmaß an Verbrechen, das sich dahinter verbirgt, nur langsam an die Oberfläche tritt.

    Insgesamt hat mir Tom Boumans „Im Morgengrauen“ gut gefallen. Es ist definitiv kein rasanter, temporeicher Krimi, auch die Spannungsmomente sind punktuell dosiert. Da gäbe es also noch Luft nach oben. Allerdings hat mir die Darstellung dieses Landstrichs in Pennsylvania als Symbol für den Niedergang des ländlichen Amerika mit all seinen Facetten gut gefallen. Das Setting und auch die Figuren wirken real und authentisch. Der Roman ist kein klassischer Krimi mit Fokus auf den Ermittlungen, sondern ein Hybrid aus Krimi und Gesellschaftsroman mit weitem Blick auf das Drumherum. Wer sowas mag, ist bei Tom Bouman durchaus gut aufgehoben.

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    pardenvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Die Geschichte verzettelt sich in zu vielen Handlungssträngen - zugunsten der Atmosphäre, doch eben auch zulasten der Spannung.
    Zu zerfasert, um wirklich spannend zu sein...

    ZU ZERFASTERT, UM WIRKLICH SPANNEND ZU SEIN...

    Der Sommer hält Einzug in die tiefen Wälder von Wild Thyme, Pennsylvania, und für Officer Farrell hat er nichts als Ärger im Gepäck. So muss er sich in dieser vom industriellen Niedergang schwer gezeichneten Region nicht nur mit kleinkriminellen Mitbürgern und den zerstörerischen Auswirkungen des grassierenden Heroinhandels auseinandersetzen, sondern auch die spurlos verschwundene Penny Pellings finden, eine drogenabhängige Mutter, die mit ihrem Freund in einem heruntergekommenen Wohnwagen hauste. Henry Farrell startet eine groß angelegte Suchaktion, und bald wird in Tioga County ein Toter entdeckt – Pennys Dealer? Mit der Ruhe des Jägers begibt sich Farrell in die Schattenwelt eines zum Albtraum gewordenen american dream, doch der Vermisstenfall entwickelt sich mehr und mehr zu einem Labyrinth aus Geheimnissen, deren Aufdeckung die ganze Region erschüttern wird.

    Also eines gleich einmal vorweg: wenn ich jemals in die USA reisen sollte - die Gegend um Wild Thyme in Pennsylvania werde ich jedenfalls großräumig umfahren. Eine sterbende Region, so schildert Tom Bouman Land und Leute - viel Armut, Drogenprobleme, Sümpfe, und Fracking mit entsprechender Umweltverseuchung. Die Atmosphäre, die der Autor durch seine feingliedrigen Schilderungen erzeugt, ist unglaublich dicht und nahezu greifbar. Es gibt auch schöne Ecken in diesem Landstrich, dichte Wälder, idyllische Seen, einsame Berge, tiefste Natur - doch die Bedrohung all dessen ist unleugbar auf dem Vormarsch.

    Entsprechend resigniert sind viele der dort lebenden Menschen, leben oft von der Hand in den Mund oder aber von der Illegalität. Dem kann Officer Henry Farrell als einziger Polizist von Wild Thyme wenig entgegensetzen - und will das auch gar nicht. Leben und leben lassen ist eher seine Devise, und gerne zieht er selbst einmal an einem Joint und trinkt vor dem Heimweg auch das ein oder andere Bier. Eine Heldengeschichte ist dies also keinesfalls, denn Schwarz-Weiß-Malereien erwartet man hier vergeblich - viele Grautöne gibt es da aber, passend zur deprimierenden Perspektive vieler Bewohner.

    Doch Farrell hat auch etliches zu tun - nicht zuletzt soll er Penny Pellings finden, die verschwunden ist. Blutspuren lassen vermuten, dass sie einem Verbrechen zum Opfer fiel, doch weshalb - und wo ist die Leiche und wer ist der Täter? Wer jetzt den Kriminalroman erwartet, der auf dem Cover angekündigt ist, wird wohl enttäuscht werden. Denn die Ermittlungen sind schwierig, laufen sporadisch an und werden dann wieder liegen gelassen. Stattdessen entwirft Tom Bouman ein großartiges Panorama von Land und Leuten - allerdings von vielen Leuten.

    Auch wenn ich die langsame Erzählweise des Romans zu schätzen wusste und die Charakterschilderung des Henry Farrell sehr eindrücklich und authentisch fand, störte mich die Vielzahl der auftauchenden Personen doch zunehmend, zumal sie für den eigentlichen Fall oft kaum oder gar nicht wesentlich waren. All dies vermittelte ein gründliches Bild der Lebensumstände der dort lebenden Personen, auch der vielfältigen Aufgaben des Officers, doch bewirkte dies doch ein zu großes Zerfasern der Handlung. Diese Art der Erzählung kommt der Atmosphäre zugute, geht aber doch deutlich zulasten der Spannung, die ich mir von einem Kriminalroman eigentlich verspreche.

    So lässt mich der Roman ambivalent zurück. Einerseits habe ich die Lektüre durchaus genossen, andererseits kann ich die Bezeichnung 'Kriminalroman' kaum bestätigen. Ja, es geht um einen Vermisstenfall, und Leichen gibt es hier mehr als genug, doch siegt letztlich die Verwirrung bei mir und ein wenig Überraschung angesichts des Endes. Die Drogenproblematik und das Fracking versprachen hinsichtlich des Krimis ein großes Potential, doch die zahlreichen Nebenschauplätze haben dieses doch sehr verwässert. Die Spannung zog erst ganz am Schluss etwas an, doch reichte es da bei mir nur noch zu einem Achselzucken.

    Spannungsmäßig hatte ich mir mehr erhofft, aber Tom Bouman hat auch bewiesen, dass er schreiben kann. Deshalb werde ich gerne nach der ersten Folge der Reihe um Henry Farrell Ausschau halten, die doch deutlich bessere Bewertungen erhalten hat als dieser zweite Band.


    © Parden

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    stefanbvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Unglaublich viel Potenzial, was m.E. überhaupt nicht ausgeschöpft wurde. Sehr langatmig. Unspektakulär, auch als Roman.
    Wir tranken ein Bier und unterhielten uns über alles und nichts

    „Wir tranken ein Bier und unterhielten uns über alles und nichts.“ [149]
    So erging es mir leider auch mit dem Buch. Alles und nichts. Vielleicht halte ich es auch mit der Aussage von Richter Heyne „Kann ich nicht mal einen Nachmittag verbringen, ohne darüber nachzudenken, welcher Dorftrottel den anderen umgebracht hat.“ [124]

    Aber alles der Reihe nach. Auf der Suche nach einer Vermissten durchkreuzt Officer Henry Farrell, „die Ein-Mann- Polizeibehörde von Wild Thyme“ [209], die ländliche, von industriellem Niedergang schwer gezeichnete Region, welche sich als „ein richtiges Problemviertel“ [131] darstellt.

    Erwartet hätte ich eine packende, bildgewaltige Story, zumal die Themen Fracking und die Beschreibung der mit ihrem Drogenproblem behafteten Region sehr viel Potenzial versprachen. Teilweise liest sich die Beschreibung der Landschaft, hier am Beispiel von Airy [127] richtig gut, aber insgesamt verliert der Autor sich selbst.
    Das Thema Fracking wird nur kurz angerissen und bei den Drogenproblemen zeichnet Bouman besser. Der Officer selbst macht keine Ausnahme und findet sich in diesem Sumpf wieder. „Ich hatte einiges getrunken und an einem Joint gezogen, aber ich will Ihnen natürlich nicht Ihren Fall vermasseln.“ [92] „Außerdem suchte ich eine kleine Graspfeife.“ [107]

    Die Suche nach der vermissten Penny zieht sich verworren durch das Buch. Ob das daran liegt, dass Farrell von den anderen viel zu vielen Charakteren –jede Person wird umschweifend mit Namen vorgestellt- nicht ernst genommen wird „Sie sind vielleicht kein Detective, aber einen Plan hatten Sie sicher trotzdem.“ [93], oder aber „in diesem Zustand von Trunken- und Bekifftheit“ [145] liegt?

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    Jeanette_Lubevor 3 Monaten
    War leider überhaupt nicht so meins

    Dieses Buch erschien 2018 im ars vivendi Verlag und beinhaltet 319 Seiten.
    In Wild Thyme, Pennsylvania kämpft Officer Henry Farrell einen aussichtslosen Kampf gegen die Vergiftung seiner Welt durch Frackingunternehmen, Drogenkartelle und das große Geld. Außerdem muss er die junge Mutter Penny Pellings finden, die spurlos verschwunden ist. Zunächst sieht alles nach dem Ende einer gewöhnlichen Drogenkarriere aus, doch schnell weitet sich der Fall zu einem die ganze Region erschütternden Fall aus, als bei der Suche nach Penny mehrere Tote entdeckt werden. Farrell begibt sich mit der Ruhe des Jägers in die Schattenwelt eines zum Albtraum gewordenen American Dream...
    Dieses Buch konnte mich nicht wirklich überzeugen. Ich hatte Probleme, der Handlung zu folgen, zu viele Namen, zu viele Orte.. alles fand ich ziemlich undurchsichtig. Ich kann gar nicht so viel darüber schreiben, am liebsten hätte ich dieses Buch schon vor dem Ende einfach gern zur Seite gepackt. Aber die Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden.

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    krimielsevor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Klassischer Amerikanischer Ermittler-Krimi mit viel Gesellschaftskritik, entwickelt sich eher langsam und hinterwäldlerisch als hochspannend
    Hinterwäldlerischer Krimi

    Das Buch „Im Morgengrauen“ von Tom Bouman wird vom Verlag als Thriller beworben, ist aber eher ein klassischer Ermittler-Krimi mit viel hinterwäldlerischer, langsamer und atmosphärischer Spannung anstatt nägelkauender Unruhe. Es unterscheidet sich von anderen Büchern des Genres außerdem dadurch, dass der Protagonist Henry Farrell als einziger Officer der Dienststelle des Örtchens Wild Thyme für alle anstehenden Belange im Prinzip allein zuständig ist und dabei schon mal an seine Grenzen stößt. Man wird beim Lesen förmlich überschüttet mit allen großen und kleinen Problemen des Ortes, und, ebenso wie Henry Farrell, eben auch mit vielen Nebenschauplätzen, die mit dem eigentlich wichtigen Fall auf den ersten und oft auch auf den zweiten Blick nichts zu tun haben. Doch das tut für mich dem Lesevergnügen keinen Abbruch, und sofern man sich darauf einlassen kann, liest sich die Geschichte trotz einiger Wirrnis eben so, wie Henry Farrell seine Ermittlungen erlebt, zwar mit zielgerichtetem Willen aber oft abgelenkt von alltäglichen Nebensächlichkeiten oder behördlichen Befindlichkeiten. Und genau das macht für mich einen Teil des Charmes des Buches aus, das sich dazu auch noch viel Zeit bei atmosphärischen Naturbeschreibungen lässt.

    Der Hauptstrang der Handlung bezieht sich auf das Verschwinden einer jungen Frau, der drogenabhängigen Penny Pellings, die mit ihrem Partner Kevin O‘Keeffe in einem Wohnwagen lebte. Kevin kann sich an nichts erinnern, gibt jedoch Henry gegenüber zu, auf einen Mann geschossen zu haben. Henry ermittelt gründlich im gesamten Umfeld von Penny und stößt dabei auf viele wichtige und unwichtige Details, die auf größere kriminelle Machenschaften und immer wieder auf eine unbekannte Gruppe von Investoren hindeuten.
    Beim Lesen erfährt man bei Henrys Ermittlungen nicht nur die Geschichten der Personen, die er durchleuchtet, auch den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Niedergang der ganzen Region, die kriminellen Machenschaften im Zusammenhang mit Drogenhandel, Prostitution und Fracking spielen eine Rolle. Man hat manchmal das Gefühl, zusammen mit Henry im korruptiven und kriminellen Sumpf regelrecht festzustecken und kein Land mehr zu sehen.

    Henry ist nicht als der blitzsaubere und absolut korrekt handelnde Ermittler dargestellt. Er hat nichts gegen eine gelegentliche Marihuanapfeife und ab und an ein gepflegtes Besäufnis nach Feierabend. Er hegt Sympathien für die Unterschicht, sofern sie sich an die wesentlichen Regeln halten können. Er beherrscht offenbar den schwierigen Balanceakt zwischen Untergebenheit vor der zuständigen presbyterianischen Obrigkeit seiner vorgesetzten Behörde und der Menschlichkeit gegenüber unrecht Behandelten und Outlaws recht gut, auch wenn seine Dienstbeflissenheit und grundsätzliche Moral durchaus zu wünschen übrig lassen. Doch genau das macht seinen Charakter so lebensecht, dadurch passt Henry Farrell sowohl in diese Geschichte als auch in diese heruntergekommene Gegend im Norden Pennsylvanias.

    Stilistisch lässt das Buch für mich keine Wünsche offen, Bouman präsentiert großartiges schriftstellerisches Können, das mir beim Lesen seiner Beschreibungen viel Genuss bereitete. Manchmal sehr atmosphärisch und poetisch, manchmal lapidar, zynisch und trocken, immer passend zum beschriebenen Ereignis, liest sich sein Stil. Und wenn ein paar weniger Abschweifungen in den nicht immer aufregenden Polizeialltag eines ländlichen Policeofficers gewesen wären, hätte das Buch meine uneingeschränkte Begeisterung gefunden. So ziehe ich einen Punkt für etwas zu viele Nebenschauplätze ab, bei denen man zwar durchaus den großen Überblick behalten kann, aber die eben auch abträglich für die Spannung sind.
    Ich empfehle das Buch trotzdem, allerdings keinesfalls mit der Erwartung eines aufregenden Thrillers, sondern eher eines Romanes mit Krimihandlung, der fast mäandernd gerne jeder Wegabzweigung folgt und so zwar einen großartigen und kritischen Eindruck von Henry Farrell und der Gegend um Wild Thyme gibt, aber eben auch mit gebremster Spannung fährt.

    Ich kenne übrigens das erste Buch von Tom Bouman „Auf der Jagd“ noch nicht und freue mich sehr darauf, es zu lesen.

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    YukBookvor 3 Monaten
    Viel Atmosphäre, wenig Spannung

    Eine vermisste Person ist immer guter Stoff für einen Krimi – so auch in diesem Krimi von Tom Bouman. Nach „Auf der Jagd“ lässt der amerikanische Schriftsteller seine Figur Henry Farrell in einem neuen Fall ermitteln: Die drogenabhängige Penny Pellings, die mit ihrem Freund Kevin O’Keeffe in einem Wohnwagen hauste, wird vermisst. Kevin gibt zu, einen Mann erschossen zu haben, kann sich aber sonst an nichts mehr erinnern. Henry will keine voreiligen Schlüsse ziehen und beleuchtet gründlich das gesamte Umfeld der vermissten Person.

    Während er Pennys Bekannte und Verwandte nacheinander abklappert, erfahren wir nicht nur ihre Vorgeschichte, sondern auch viele Details über die Lebensbedingungen der Menschen nd Missstände. Die Region ist stark gebeutelt durch Heroinhandel, ungelöste Mordfälle und den industriellen Niedergang.

    Schon in seinem letzten Buch fiel mir auf, dass sich Boumans Geschichten von typischen Krimis stark unterscheidet – und das nicht nur, weil Officer Henry als einziger in seiner Dienststelle alles selbst machen muss. Man merkt auch, wie sehr dem Autor die Umgebung vertraut ist. Immer wieder nimmt er sich Zeit, die Landschaft, Tier- und Pflanzenarten detailliert zu beschreiben und erweckt die tiefen Wälder von Wild Thyme zum Leben. Darunter leidet jedoch die Dramaturgie und Spannung. Das Tempo war mir zu gemächlich, die Ermittlungsfortschritte zu langsam. Immerhin hatte ich so die Gelegenheit, völlig in den Schauplatz einzutauchen und mich an Boumans stilistischem Können zu erfreuen.

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    H
    hundeliebhabervor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Langatmig und ohne Spannung - die Landschaftsbeschreibungen sind dahingehend das Limit.
    Absolut enttäuschend und langweilig

    Henry Farrell ermittelt im von Wäldern geprägten Pennsylvania. Der Schreiner Kevin O'Keeffe meldet ihm seine drogenabhängige Freundin Penny Pellings als vermisst und räumt ein, jemanden erschossen zu haben. Henry stürzt sich also in die drogengeprägten gesellschaftlichen Abgründe.

    Auch ich war vor den Abgründen beim Lesen nicht sicher. Statt prägnanter Handlung, kohärenter Entwicklungen und Spannungsmomenten - von einem Spannungsbogen gar nicht zu sprechen - erwartete mich ein unprofessioneller Ermittler, der absolut nicht nachvollziehbar ermittelt, sich beispielsweise unbefugten Zugang zu einer Wohnung beschafft, eine andere Polizeiaktion sprengt und kopflos handelt. Daneben steht das Thema Fracking zwar im Klappentext, ist im Buch dann nicht wirklich aufzufinden. Dafür sind Drogen sehr präsent - auch Henry ist ihnen gegenüber nicht abgeneigt.
    Wer auf wenige, charakterstarke Personen im Fokus des Geschehens setzt, ist hier falsch. Selbst der Ermittler bleibt eher schwammig im Gedächtnis, daneben werden sämtliche Personen und weitere Handlungsstränge eingefügt - die Personen bleiben sehr blass und wurden von mir in keinerlei größeren Zusammenhänge gesetzt, sondern kurz nach dem Lesen bereits wieder vergessen, und die Handlungsstränge sind rückblickend betrachtet überwiegend nicht relevant für die Entwicklung des Falls.
    Generell wird der Vermisstenfall Penny in den Hintergrund gerückt, Ermittlungen finden auf lauwarme und eigenartig unprofessionelle Art und Weise statt.
    Das Ende bleibt für mich eher wirr und unverständlich als aufschließend und spannend. Das mag an meiner mangelnden Aufmerksamkeit beim Lesen oder aber an der Fülle der blass gebliebenen Personen und fehlender Spannung.
    Einzig schön zu lesen waren die Landschaftsbeschreibungen - deretwegen ich jedoch nicht zum Krimi greife.
    Leider von meiner Seite aus keine empfehlenswerte Lektüre, sondern wirr, langweilig und langatmig.
    Hätte ich das Buch nicht im Rahmen einer Leserunde gelesen, wäre ich wohl nicht über Seite 50 hinausgekommen...


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    Goch9s avatar
    Goch9vor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Enttäuschend und langatmig
    Enttäuschend

    Klappentext:
    Der Sommer hält Einzug in die tiefen Wälder Pennsylvanias, doch für Officer Henry Farrell ist er voller dunkler Schatten. Als der Schreiner Kevin O’Keeffe zugibt, einen Mann erschossen zu haben, und obendrein seine Freundin Penny als vermisst meldet, beginnt eine groß angelegte Suchaktion und eine nachtschwarze Reise in persönliche und gesellschaftliche Abgründe.

    Dies ist eins der wenigen Bücher, durch die ich mich gequält habe und glücklich war, es hinter mir zu haben. Die Lektüre war enttäuschend. Ich hatte mich um dieses Buch bemüht, weil ich Krimis liebe und die Leseprobe ein Potpourri aus Verbrechen, Landleben in Pennsylvania, Umweltsünden und Düsternis versprochen hat. Der Roman hat nichts davon gehalten.

    Die Aufmachung des Buches und die Gestaltung des Covers hatten mich sofort in den Bann gezogen. Statt Spannung und Einstieg in brisante Themen wie die Fracking-Problematik, wartete der Autor mit einer langweiligen Berichterstattung des Tagesablaufs eines Officers in den tiefen Wäldern und unergründlichen Seen Pennsylvanias auf. Die Landschaftsbeschreibungen waren eigentlich schon das Spannendste.
    Der Vermisstenfall und Schusswaffengebrauch lagen schon oberhalb seines Zuständigkeitsbereichs, aber Farrell „ermittelt“ erst einmal alleine vor sich hin, trinkt, kifft, öffnet unerlaubt eine Wohnung, stolpert durch eine Personenüberwachung anderer Dezernate, befragt hier und sucht dort. Ein roter Faden lässt sich dabei nicht erkennen.
    Es ist langweilig und ermüdend die Abfolge von Ereignissen, die erst einmal keinen Zusammenhang haben, zu verfolgen. Es tauchen immer neue Namen und Beteiligte auf, die aber nie genügend ausgestaltet werden, um ihnen einen Gesicht zu geben.
    Während der ca. 320 Seiten hatte ich nie das Gefühl den Protagonisten näher zu kommen, Empathie empfinden zu können oder einfach nur ihre Handlungsweise nachvollziehen zu können.

    Schade, aber dieses äußerlich schöne Buch hat mich nicht erreicht.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    ars-vivendi-Verlags avatar

    Liebe Krimifans und die, die es noch werden wollen,

    pünktlich zum Erscheinungstermin von Tom Boumans zweiten Kriminalroman „Im Morgengrauen“ verlosen wir im Rahmen einer Leserunde zehn seiner Bücher!

     

    Tom Bouman führt uns in die Wälder Pennsylvanias ...

     

    In Wild Thyme, Pennsylvania, hält der Sommer Einzug. Für Officer Henry Farrell, den einzigen Gesetzeshüter am Ort, bringt er allerdings nichts als Ärger mit sich: Penny Pellings, eine junge, heroinabhängige Mutter, ist spurlos verschwunden und die alkoholgetrübten Erinnerungen ihres Lebensgefährten sorgen nur für zusätzliche Verwirrung. Doch die wenigen Anhaltspunkte in ihrem heruntergekommenen Wohnwagen lassen wenig Hoffnung auf Gutes. Auf der Suche nach der Vermissten durchkreuzt er die ländliche, von industriellem Niedergang schwer gezeichnete Region. Frackingunternehmen vergiften Mensch und Natur und für viele wird das Heroin der Drogenkartelle zum lebensbestimmenden, zerstörerischen Zentrum. Mit der Ruhe und Geduld eines Jägers begibt sich Farrell hinein in die Schattenwelten, die immer deutlicher hinter den Wäldern Pennsylvanias hervortreten. Was als Vermisstenfall begonnen hat, entwickelt sich zu einem Labyrinth aus Geheimnissen, deren Aufdeckung die gesamte Region zu erschüttern droht …

     

    Das zweite Buch von Tom Bouman ist packender Thriller, eindringliche Analyse des Amerika der Gegenwart und poetischer Roman zugleich.

     

    Gespannt auf die dunklen Geheimnisse Pennsylvanias? Schaut doch bei unserer Leseprobe vorbei!

     

    Über den Autor:

    Tom Bouman ist Schriftsteller und Musiker und arbeitete früher als Verlagslektor. Er lebt mit Frau und Tochter im nordöstlichen Pennsylvania. Für seinen 2017 bei ars vivendi in deutscher Übersetzung erschienenen Roman „Auf der Jagd“ erhielt er u. a. den Edgar-Award für das beste Debüt und war zwei Monate lang auf der Krimibestenliste von FAS und Deutschlandradio vertreten

     

    Ist Euer Interesse geweckt und wollt Ihr eines der zehn Exemplare gewinnen?

    So klickt auf den blauen ,,Jetzt bewerben"- Button für die Leserunde und haltet den neuen Krimi von Tom Bouman gleich nach Erscheinungstermin in Euren Händen!

    Im Gegenzug freuen wir uns über eine ausführliche Rezension sowie rege Teilnahme an der Leserunde!

     

    Wir wünschen Euch viel Glück bei der Ziehung und vielleicht seid ihr unter den zehn Glücklichen, die Tom Boumans neuen Thriller „Im Morgengrauen“ gewinnen…

     

    Viel Erfolg wünscht euch

    Euer ars vivendi-Team

     

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