Tom Buk-Swienty

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Autorenbild von Tom Buk-Swienty (© Morten Holtum)

Lebenslauf von Tom Buk-Swienty

Tom Buk-Swienty, geb. 1966, Autor, Journalist und Lektor am Center for Journalistik der Syddansk Universitet. Er war zehn Jahre USA-Korrespondent der Wochenzeitung Weekendavisen sowie 2002–2003 Fellow am Center for Writers and Scholars der New York Library. 2008 erschien »Schlachtbank Düppel«, das als bestes Sachbuch des Jahres in Dänemark ausgezeichnet wurde.

Alle Bücher von Tom Buk-Swienty

Cover des Buches Die Löwin. Tania Blixen in Afrika (ISBN: 9783328601425)

Die Löwin. Tania Blixen in Afrika

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Erschienen am 04.10.2021
Cover des Buches Feuer und Blut (ISBN: 9783955100582)

Feuer und Blut

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Erschienen am 23.09.2014
Cover des Buches Schlachtbank Düppel: 18. April 1864. (ISBN: 9783955101015)

Schlachtbank Düppel: 18. April 1864.

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Erschienen am 01.06.2015

Neue Rezensionen zu Tom Buk-Swienty

Cover des Buches Die Löwin. Tania Blixen in Afrika (ISBN: 9783328601425)D

Rezension zu "Die Löwin. Tania Blixen in Afrika" von Tom Buk-Swienty

Gelungene Biografie!
Denise43437vor 6 Monaten

Die Biografie „Die Löwin – Tania Blixen in Afrika“ wurde von Tom Buk-Swienty geschrieben und ist im Penguin Verlag erschienen. Buk-Swienty hat Geschichte studiert und ist heute freier Autor und Dokumentarfilmer. Für dieses Buch hat der Autor laut seiner eigenen Angabe fast zehn Jahre recherchiert. Dieses wirkt sich sowohl auf die Anzahl der Quellen positiv aus als auch auf die Biografie an sich.

 

Das Hauptaugenmerk des Buchs liegt auf der Zeit von 1913 bis 1931. In diesen Jahren lebte Tania Blixen (geborene Karen Dinesen, häufig auch Tanne genannt, durch Heirat Baronin Blixen), in Britisch-Ostafrika, dem heutigen Kenia. Dabei spielte sowohl die Karen Coffee Company mit all ihren Problemen, insbesondere finanzieller und wetterbedingter Art, als auch Tanias Liebesleben eine große Rolle. Der Autor lässt auch nicht aus, auf ihre verschiedensten Krankheiten, ihre große Liebe zu Afrika und seinen Bewohnern als auch ihre Hilfe für die einheimische Bevölkerung zu thematisieren. Um die Familienverhältnisse sowie das Leben von Tania und ihr Handeln besser zu verstehen, erfährt der Leser auch etwas über die Zeit vor dem Jahr 1913 sowie ebenfalls über ihren Vater.

 

Neben den verschiedenen Quellen lässt der Autor auch seine eigene Meinung an der ein oder anderen Stelle einfließen und rundet so den Inhalt ab. Sehr gut gefallen mir neben dem angenehmen Schreibstil auch die vielen Fotos, da man sich so die Lebensverhältnisse vor Ort noch besser vorstellen kann.

 

Weiterhin beinhaltet das Buch verschiedene Stammbäume sowie ein Register der wichtigsten Personen. Das hat mir auf Grund der Vielzahl an enthaltenen Personen sehr geholfen mich an der einen oder anderen Stelle zu orientieren, da hier die wichtigsten Informationen zur jeweiligen Person zu finden sind. Sehr gut gefallen hat mir außerdem, dass am Ende des Buchs beschrieben wird, wie es mit den Hauptpersonen weiter ging, so dass das Buch nicht einfach mit der Rückreise von Tania endet.

 

Zugegebenermaßen war ich am Überlegen, ob ich wirklich eine 768 Seiten starke Biografie lesen möchte. Es lohnt sich absolut dieses zu tun. Der Autor hat ein Händchen dafür genau im richtigen Umfang die jeweilige Gegebenheit zu schildern. Mir haben auch seine Fußnoten sehr gefallen, bei denen er beispielsweise berichtet, wie die jeweilige Situation in anderen Büchern dargestellt wurde.

 

Insgesamt bin ich von der Biografie absolut begeistert sowohl von der dahinterliegenden Recherche als auch von der textlichen Aufbereitung sowie den enthaltenen Fotos. Daher empfehle ich das Buch sehr gerne weiter!

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Cover des Buches Die Löwin. Tania Blixen in Afrika (ISBN: 9783328601425)luisa_loves_literatures avatar

Rezension zu "Die Löwin. Tania Blixen in Afrika" von Tom Buk-Swienty

"Ich hatte eine Farm..."
luisa_loves_literaturevor 6 Monaten

Ach, Afrika! Ach, die Ngong-Berge! Was für ein fantastisches Buch! Was für eine faszinierende Persönlichkeit! Das Leben schreibt wahrscheinlich doch die besten Geschichten und eine ganz besondere wird von Tom Buk-Swienty in seiner herausragend gelungenen Biografie „Die Löwin“ erzählt. Buk-Swienty begibt sich laut Untertitel des Bandes auf die Spuren von Tania Blixen in Afrika, in Wahrheit macht er aber so unendlich viel mehr. Denn der Band widmet sich nicht nur Blixens Zeit auf der Kaffeefarm, er zeichnet auch gleichsam ein ganzes Familienporträt der Dinesens und erläutert minutiös Tania Blixens Entwicklungsschritte vom trauernden Backfisch zur selbstbewussten Baronin. Die Biografie berichtet ausführlich von prägenden Einflüssen, wichtigen Freunden und wiederholten Rückschlägen und offenbart die Tragik und Einsamkeit von Blixens Existenz ebenso wie ihren Hang zum Luxus und zur Launenhaftigkeit. Eingebettet wird Tania Blixens Leben in das große Ganze, den Kontext des Ersten Weltkriegs, des Kolonialismus und der Weltwirtschaftskrise, die als Rahmenbedingungen für ihr Leben in Ostafrika eine wesentliche Rolle spielen. Das alles löst Buk-Swienty in einem unglaublich leichten, fließenden Ton, hochinformativ, sehr spannend und fast süchtig machend. Die Biografie liest sich wie ein großartiger, üppiger page turner. Zu keinem Zeitpunkt referiert der Autor, an kaum einer Stelle (und das muss man auf über 700 Seiten erst einmal schaffen) wird es langweilig, stattdessen ist man fast atemlos mittendrin und das bei einem so kenntnisreichen Sachbuch! Ganz nebenbei erfährt man auch die ein oder andere Anekdote – der Lunatic Express war mir zuvor noch kein Begriff – und wird so auch hervorragend unterhalten (auch wenn die häufigen Großwildjagden schwer erträglich sind – aber es war eben eine andere Zeit). „Die Löwin“ ist ein Buch zum Genießen, zum langsamen Lesen, zum Zurückblättern, weil man die zahlreichen, aufschlussreichen Fotos immer wieder betrachten will, weil man sich in dieser fremden Welt der Vergangenheit verlieren kann. 

Dieses Buch ist eine unbedingte und ganz große Leseempfehlung für alle – egal, ob man der Magie des Satzes “Ich hatte eine Farm in Afrika“ bereits erlegen ist oder nicht, denn es ist eine der besten Biografien, die ich je gelesen habe.

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Cover des Buches Die Löwin. Tania Blixen in Afrika (ISBN: 9783328601425)HansDurrers avatar

Rezension zu "Die Löwin. Tania Blixen in Afrika" von Tom Buk-Swienty

Tania Blixen in Afrika
HansDurrervor 10 Monaten

Das ist ein wahrhaft monumentales Buch: umfangreich (über 700 Seiten Text), voller eindrücklicher Bilder, schwer in der Hand liegend – nur schon das Darin-Blättern ist eine Freude, der exzellenten Buchgestaltung wegen. Dieses Werk ist auch ästhetisch eine Perle!

Auch der Einstieg ist aussergewöhnlich. Tom Buk-Swienty, geboren 1966, studierter Historiker, heute als freier Autor und Dokumentarfilmer tätig, erzählt nämlich höchst lehrreich vom Kaffee, also über Kaffeesamen, Beeren und Bohnen sowie über den Kaffeeanbau in Britisch-Ostafrika. Und natürlich hat das seinen guten Grund, denn als die achtundzwanzigjährige Tania Blixen (Tanne), die damals noch Karen Christentze Dinesen hiess, im Dezember 1913 von Neapel nach Mombasa aufbrach, um dort den schwedischen Baron Bror Blixen zu heiraten, planten die beiden im ostafrikanischen Hochland eine Kaffeefarm zu betreiben.

Man glaubt mit an Bord zu sein, so anschaulich schildert der Autor diese Reise. „In dem wie mit dem Lineal gezogenen Suezkanal hat man vom Schiffsdeck aus die Aussicht auf Sand und nochmals Sand; hin und wieder ist eine Kamelkarawane zu entdecken. Die Temperaturen steigen. Im Roten Meer ist die Luftfeuchtigkeit hoch, die Sonne glüht. Fliegende Fische springen am Schiff entlang, und in der Nacht phosphoreszieren die Wellen durch Meeresleuchten.“

Hervorragend gelingt Tom Buk-Swienty auch die Charakterisierung von Tanne, die unter starken Stimmungsschwankungen leidet und den grossbürgerlichen Normen ihres Elternhauses zu entkommen trachtet, allerdings mit eher geringem Erfolg. „Der Aufenthalt in Afrika ist für unbestimmte Zeit geplant, und zum Schutz vor dem Fremden hat Tanne mehr oder weniger die komplette europäische Zivilisation mitgenommen.“

Für mich sind Biographien Fiktion. Wenn sie gut sind – und die vorliegende ist gut, ja, sehr gut – , sind sie wohl informierte, differenzierte Mutmassungen, denn was der Biograph vorgibt zu wissen, kann er oft gar nicht wissen. Natürlich, es gibt Dokumente, doch was schriftlich zurückgelassen wird, bezeugt immer nur einen Bruchteil dessen, was wirklich vorgefallen ist. Und wer kann schon wissen, was andere fühlen? Man weiss es ja auch von sich selber nur selten wirklich genau. Dazu kommen etwa im Falle der Syphilis von Tanne auch die „vielen Verheimlichungen, Halbwahrheiten und späteren Erklärungen“, die mehrere zentrale Fragen rund um die Krankheit unbeantwortet lassen.

Tom Buk-Swienty ist ein höchst differenzierter Biograph. So kommentiert er etwa die Mehrdeutigkeit einer Notiz, die sich auf Tannes unerwiderte Liebe zu Brors Zwillingsbruder Hans bezog: „Ob an diesen Spekulationen etwas Wahres ist, wird sich kaum verifizieren lassen, ebenso wie die äusseren Umstände rätselhaft bleiben, wie Tanne und Bror irgendwann im Laufe der nächsten Jahre zusammenfanden.“ Mehrmals fragt er sich auch, ob der Eindruck, den Fotos vermitteln, nicht etwa täuschen. „Lügen die Fotos? Vermutlich.“

Die grosse weite Welt lockte die beiden, der Zufall führte sie nach Ostafrika, wo die ersten Siedler neben bürokratischen Hürden auch mit dem unbeständigen Klima, Löwen, Elefanten, Ruhr. Cholera. Pythonschlangen sowie unzuverlässigen Arbeitskräften zu kämpfen hatten. „Kenias Hochland war ein Garten Eden. Doch in den Augen der Europäer waren die lokalen Stämme in der Steinzeit stehen geblieben. Umgekehrt hätte man genau so gut sagen können, die Afrikaner waren einem glücklichen Idealzustand sehr nahe. Es gab einen ungeheuren Überfluss an Früchten und Wildtieren, und es war so einfach, Gemüse zu ziehen; es bedurfte nur eines geringen Arbeitseinsatzes um sich selbst zu versorgen … sie hatten alles, was das Leben lebenswert werden liess.“ Nur eben: Dem britischen Imperialismus galt der zufriedene Afrikaner wenig. „Hier gab es die letzte grosse Fläche unbestellten Ackerlands auf der Welt.“ Und für Leute mit einem grossen Portemonnaie ungeahnte Möglichkeiten.

Die Löwin ist natürlich auch Zeit- und Sozialstudie. Afrika zog damals viele Abenteurer an und nicht alle waren von edlem Wesen. Im Gegensatz zu den meisten Siedlern, bekundeten Tanne, die Suaheli lernte, und Bror grosses Interesse an den Afrikanern. „Charakterlich stehen sie über uns“, so Tanne in einem Brief. Auch ist sie höchst angetan von den Mohammedanern. „Ich glaube nicht, dass es Menschen mit mehr Selbstbewusstsein, Ruhe, Mut und Würde gibt als die Mohammedaner …“.

Bror und Tanne führten ein abenteuerliches Leben. Manchmal die Orientierung zu verlieren, war das Eine; festzustellen, dass da, wo sie gezeltet hatten, in der Nacht Löwen zu Besuch kamen, das Andere. Zudem gab es auch unter den Expats, vor allem während des Ersten Weltkrieges Zwistigkeiten, die ihre Geschäfte behinderten. Dazu kamen persönliche Schicksalsschläge: Tannes Herzensfreundin Daisy, vielfältig suchtabhängig, nahm sich mit achtundzwanzig Jahren das Leben; Brors Zwillingsbruder Hans kam bei einem Flugzeugabsturz ums Leben.

Abhängig von den finanziellen Zuwendungen von Tannes Onkel, ausgeliefert der Trockenheit und diversen Kündigungen – das Leben der beiden war alles andere als einfach. Dazu kamen Brors Affären, die ihre Ehe belasteten. Tanne fand Trost „in ihrer neuen Passion für den Islam und seine Schicksalsgläubigkeit.“ Scheiden lassen wollte sie sich nicht; ihre Privilegien war sie nicht bereit aufzugeben – selbst einen somalischen Diener nahm sie mit auf einen Besuch in Dänemark. Doch dann …

Tania Blixen ist durch ihr Memoir Jenseits von Afrika berühmt geworden. Allein wie Tom Buk-Swienty sich mit diesem Werk auseinandersetzt, lohnt die Lektüre dieser Biographie. „In dem Universum und vor allem der Selbstinszenierung, die das Buch in hohem Mass ist, gab es keinen Platz für eine komplizierte Scheidung von einem moralisch zweifelhaften Ehemann.“ Was für eine überzeugende Idee, denen, die darin nicht vorkommen, darunter Beryl Markham, nachzuspüren,.

Was mich speziell für diese ungeheure Fleissarbeit einnimmt, ist der Autors Fähigkeit, spannend zu erzählen und gleichzeitig seine vielfältigen Überlegungen zu einzelnen Vorkommnissen darzulegen. So fasst er etwa seine Ausführungen zur Frage, ob Tanne ein Verhältnis mit Baron Eric von Otter hatte, mit dem Satz zusammen: „Es konnte natürlich alles und nichts bedeuten.“

Tania Blixen war von einer mitunter schwer erträglichen Widersprüchlichkeit– affektierte Oberklassemanieren, Snobismus, kategorische Abscheu vor allem Bürgerlichen einerseits, die ungeheuren Summen, die sie vom Grossbürgertum erhielt andererseits – , die jedoch von ihrer herzlichen Mitmenschlichkeit, die ihren Führungsstil auf der Farm prägte, ergänzt wurde.

Die Löwin ist das Porträt einer neugierigen, eigensinnigen, standesbewussten, von den Werten der väterlichen Familie geprägten Frau. „Die Gesetze und Anordnungen der Weissen sind für die Schwarzen nicht geeignet …“, notierte sie einmal. Darüber hinaus bietet dieses eindrückliche Werk eine faszinierende Zeitreise, bei der man Afrika nicht nur sehen, sondern gleichsam spüren kann. „In dieser hohen Luft fiel das Atmen leicht, und man atmete eine wilde Hoffnung ein, als bekäme man Flügel. Wenn man im Hochland morgens erwachte, dachte man: Jetzt bin ich da, wo mein Platz ist“, so Tanne. Wer möchte da nicht sofort auch dahin? „Tania Blixen in Afrika“ heisst der Untertitel – dieses Buch ist auch eine Hommage an Afrika.

Fazit: Glänzend geschriebene Aufklärung vom Feinsten!

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