Tom Bullough

 3.7 Sterne bei 11 Bewertungen
Autor von Die Mechanik des Himmels, Konstantin und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Tom Bullough

Tom BulloughDie Mechanik des Himmels
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Die Mechanik des Himmels
Die Mechanik des Himmels
 (10)
Erschienen am 09.02.2012
Tom BulloughDie Mechanik des Himmels: Roman
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Die Mechanik des Himmels: Roman
Die Mechanik des Himmels: Roman
 (0)
Erschienen am 14.02.2012
Tom BulloughKonstantin
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Konstantin
Konstantin
 (1)
Erschienen am 31.01.2013
Tom BulloughA
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A
A
 (0)
Erschienen am 06.06.2002
Tom BulloughThe Claude Glass
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The Claude Glass
The Claude Glass
 (0)
Erschienen am 03.05.2007

Neue Rezensionen zu Tom Bullough

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FlorianFreistetters avatar

Rezension zu "Konstantin" von Tom Bullough

Rezension zu "Konstantin" von Tom Bullough
FlorianFreistettervor 6 Jahren

Eine Roman über den Raumfahrt-Pionier Konstantin Ziolokofsky. Das Buch ist kurz, aber intensiv. Es ist keine Abhandlung über Raumfahrt, vermittelt aber doch die seltsame Faszination, die von diesem Thema ausging, als es noch reine Fantasie war.

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Binea_Literatwos avatar

Rezension zu "Die Mechanik des Himmels" von Tom Bullough

Rezension zu "Die Mechanik des Himmels" von Tom Bullough
Binea_Literatwovor 7 Jahren

Konstantin Ziolkowski, Kostja genannt, ist taub. Er hatte Scharlach, eine Folge des Ausfluges in den kalten, verschneiten Wald, um seinen Vater dem Holzfäller, etwas Warmes zu Essen zu bringen. Kostja musste eine ganze Zeit lang im Krankenhaus streng isoliert verbringen, aber der Scharlach hinterließ Spuren. Lebenslange Taubheit ist die Folge und dieses Schicksal erfährt er mitten in seiner Kindheit, mit 10 Jahren.

Wie Kostja sich gefühlt haben muss, als ihn diese Taubheit überfiel, kann ich mir wahrlich gut vorstellen. Eine Entzündung im Gehörgang macht mir gerade zu schaffen und mein rechtes Ohr ist nun schon den fünften Tag in Folge taub. Ein bedrückendes, ein erdrückendes Gefühl.

Kostja allerdings hört gar nichts mehr und möchte doch so gern alles hören. Er beschäftigt sich schon von klein auf mit der Technik und bastelt sich eine Art Hörgerät, ein Hörrohr, um wieder mehr am Leben hörend teilzunehmen. Seine Begeisterung für die Wissenschaft versucht er immer und überall auszuleben, egal wie schwierig die Bedingungen in seinem Umfeld sind. Der Weltraum, die Geschwindigkeit, die Sterne, die Mathematik wie auch die Physik, haben es ihm angetan und er möchte sich fortan nur noch damit beschäftigen. Herumtüfteln, ausprobieren, erfinden, berechnen – seinen Tag weiß Konstantin zu gestalten, dabei vernachlässigt er gern die Schule, was ihm allerhand Ärger einbringt.

Nach einem weiten Umzug der Großfamilie und dem Tod der Mutter, bleibt Kostja die Hoffnung, großen Erfolg in Moskau zu erlangen. Mit einem Empfehlungsschreiben bekommt er einen Studienplatz und schafft es, seinen Träumen und Ideen näher zu kommen.

“Je größer der Fortschritt des Menschen, desto mehr ersetzt er das Natürliche durch das Künstliche.”

Tom Bullough lässt den Leser ganz langsam in den Roman gleiten. Kostja und seine Umgebung, seine Unternehmungen und seine Lebenssituation in Armut, zeichnet Bullough farbig und lässt kein Detail aus. Er schreibt dicht und atmosphärisch, die ersten Seiten bestehen aus vielen Beschreibungen, welche ein Wohlfühlgefühl im Leser erzeugen. Eine Stelle im Buch, ist so grandios beschrieben, dass diese nie vergessen werden kann. Kostja wärmt zwei Münzen in seinem Mund an, um diese an die gefrorene Fensterscheibe zu drücken, um in der Zeit in der er im Krankenhaus isoliert ist, wenigstens ab und an durch die zwei kreisrunden Gucklöcher hinaus schauen kann.

Kostja wächst ans Herz, es ist ein schönes Gefühl bei ihm zu sein, doch umso älter er wird, umso mehr löst sich das Band zum Leser. So habe ich es empfunden. Die Zeitsprünge werden immer größer. Der Roman beginnt im Jahr 1867 und endet mit einem finalen Sprung in den Prolog im Jahr 1965, in dem Alexej Archipowitsch Leonow als erster Mensch ein Raumschiff verlässt. Dazwischen gibt es vier größere Zeitsprünge, in denen der Roman immer mehr Fahrt aufnimmt. Werden anfangs noch viele Details beschrieben, die Jahre monatsweise erzählt und die Kapitel über mehrere Seiten gestreckt, kehrt sich dies zum Ende hin um.

Tom Bullough lässt den Leser während des Lesens auch ein Stück Physik lernen. Er begeistert mit seinem Protagonisten Kostja den Leser für die Technik und die Wissenschaft. Allerdings steigert sich die Informationsflut stellenweise sehr stark und es vergeht ein klein wenig die Lust ihm zu folgen. Die reine Mechanik des Himmels findet erst am Ende ihren Platz, hätte man sich diese doch gern schon mehr zu Anfang gewünscht.

Konstantin Ziolkowski, Vater der russischen Raumfahrt, war ein mehr als besonderer Mensch, ein absoluter Genie, den der Autor mit seinem Werk lebendig macht. Eine Mischung aus Biografie und Erzählung, eine Mischung aus farbig und schwarz-weiß, eine Mischung aus lebendig und leblos, eine Mischung auf die sich der Leser einstellen sollte.

Aus literatwoischer Sicht ergaben sich aus dem Roman viele Fragen und wir hatten die Chance, den Autor während der Buchmesse in Leipzig exklusiv zu befragen. Besonders interessant war es herauzufinden, wie es einem jungen Schriftsteller gelingen konnte, im Stile der großen russischen Erzähler zu schreiben, um so das Gefühl für die Weite des Landes mehr als deutlich zu vermitteln. Das Interview veröffentlichen wir schon sehr bald. Es ist mehr als lesenswert, das können wir verraten und Tom Bullough ist ein äußerst symphatischer Schriftsteller.

Es ist bemerkenswert, dass wir mit diesem Roman und mit “Wunderlicht” von Brian Selznick innerhalb kurzer Zeit zwei Bücher in den Händen hielten, die sich mit dem Thema Gehörlosigkeit auseinandersetzen. In beiden Werken öffnet dieses scheinbare Handycap die Tür zu neuen Welten. Die Betroffenen lernen damit umzugehen und ganz eigene Wege durch die Welt der Hörenden zu finden.

Uns Hörenden helfen diese Bücher – sie helfen zu verstehen – sie helfen dabei, kein Mitleid zu entwickeln, sondern auch daran zu denken, dass sich die Konzentration auf die verbleibenden Sinne sehr viel stärker freisetzen kann.
Taubheit ist hier für beide Schriftsteller nicht nur eine Behinderung – es ist gleichsam eine Chance…

Bebilderter Artikel:
http://literatwo.wordpress.com/2012/04/10/die-mechanik-des-himmels/

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Ayaneas avatar

Rezension zu "Die Mechanik des Himmels" von Tom Bullough

Rezension zu "Die Mechanik des Himmels" von Tom Bullough
Ayaneavor 7 Jahren

*Lebensweg des "Erfinder" der Raumfahrt*

Ich gebe zu, von "Die Mechanik des Himmels" hatte ich mir doch etwas mehr erhofft. Wir begleiten in dem Buch Kostja Ziolkowski durch mehrere Etappen seines Lebens. Es ist der Sohn einer verarmten Adelsfamilie, erkrankt an Scharlach und ist nach überstandener Krankheit schwer hörig. Aber schon in jungen Jahren erfindet er Dinge, wie das Höhrrohr. Er begeistert sich für Mathematik und besonders die Sterne und das Weltraum haben es ihm angetan.

Tom Bullough hat es geschafft einen unheimlich dichten, atmosphärischen Roman zu schreiben, der mitunter mit richtig schönen Satzkonstruktionen aufweisen kann. Dennoch hat er nicht immer den Spagat zwischen eindrucksvollen Schreiben und einer packenden Geschichte geschafft. Viel zu oft, fühlte ich mich gelangweilt vom Geschehen und somit natürlich vom Buch.

Die Kapitel umfassen immer einen Monat in einem Jahr und in den 4 größeren Abschnitten vergehen immer mehrere Jahre ins Land. Die Figuren an sich wirkten mir mitunter eindeutig zu flach. Ich weiß bis jetzt noch nicht so recht wie Kostja aussieht. Nur sein Erfindungsdrang und seine Überlegungen zur Raumfahrt sind mir im Gedächtnis geblieben. Seine Eltern, seine Ehefrau die im Roman vorkommen sind eher nettes Beiwerk.

Alles in allem kam mir zudem die "Mechanik des Himmels" viel zu kurz. Ich hätte mir viel mehr solcher Überlegungen, wie sie erst im letzten Drittel des Buches geschrieben wurden gewünscht. So bekommt man zunächst als Leser eher ein Gefühl für das frühe, ärmliche Russland. Was zwar auch dem einen oder anderen sehr interessant erscheinen mag, nur derjenige der sich das Buch zulegt, um wirklich mehr über die Mechanik oder des Erfinders zu lesen, der wird hier etwas enttäuscht.

Ich gebe zu, ich war bei gefühlten 2 Sternen. Aber gerade die letzten 10 Seiten fand ich wieder so packend und irgendwie stimmig, dass ich mit dem gesamten Buch wieder versöhnt wurde und doch noch solide 3 Sterne geben kann. Ich hätte mir gern eine Fortsetzung dieser 10 Seiten gewünscht.
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