Tom C. Winter Welt der Toten

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Inhaltsangabe zu „Welt der Toten“ von Tom C. Winter

Im obersten Stock eines Kaufhauses bereitet sich ein Mann auf den Tag vor. Trinkwasser besorgen, dann Batterien für die Taschenlampe. Der Mann ist Grundschullehrer. Er ist auf der Suche nach seinen letzten Schülern - vielleicht hat einer überlebt. Er weiß, wenn er das Gebäude verlässt, fallen ihn die Menschen an, denen er begegnet. Die Infizierten. Denn der Großteil der Menschheit ist einer Pandemie zum Opfer gefallen, die alle zu Bestien macht. Bewaffnet mit einer Pistole wagt der Mann sich hinaus auf die Straße -

Nicht schlecht, aber auch nicht nennenswert gut, trotz interessanter Erklärung für die "Zombieapokalypse".

— SitataTirulala

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    Welt der Toten

    SitataTirulala

    03. September 2015 um 21:31

    Ich will trotzdem weiterleben. Weiterleben, solange es geht. Ob ich lebe oder nicht, mag für das Universum keine Bedeutung haben.  Für mich bedeutet es alles. Es fängt eigentlich ganz harmlos an. Gedächtnislücken, erste Unkoordiniertheit. Dann verschwindet nach und nach immer mehr die Person, lässt nur das Tier zurück, bis nur noch ein einziger Instinkt es auf den Beinen hält: Hunger. Die Erreger verbreiten sich nicht nur über direkten Kontakt. Sie sind im Wasser. In der Luft. Praktisch jeder trägt sie in sich. Als die Menschheit merkt, dass es sich nicht um eine eindämmbare Epidemie handelt, ist es schon zu spät. Carsten, in einem früheren Leben als es noch Schulen gab einmal Grundschullehrer, gehört zu den wenigen Überlebenden der Katastrophe. Er hält sich an strikte Regeln, die sein Überleben sichern. Und er hat eine Aufgabe: in all dem Chaos will er die Kinder von seiner Klassenliste finden. Wenn er auch nur eines davon finden und ihm helfen kann, hat alles wieder einen Sinn. Carstens gefährliche Suche beginnt... In der Auswahl was ich als nächstes lese hat "das Zombiebuch" gewonnen, denn es war verdammt heiß und ich dachte mir hey, ein Kerl, der sich durch eine Horde Zombies schnetzelt, kann so anspruchsvoll nicht sein (ohne das abwertend zu meinen!), also ran an den Speck! In einem Punkt hat das Buch meine Erwartungen erfüllt: besonders anspruchsvoll war es nicht, auch wenn Tom C. Winter sich sehr um tiefgründige Gedanken seines Protagonisten bemüht, über Sein und Nichtsein, das Überleben und das Sterben, die moralischen Bedenken, wenn er jemanden erschießt, der einmal ein Mensch war. Richtig durchkommen tut das leider nicht. Ich hab im Verlauf der ganzen 320 Seiten kein besonderes Gefühl für Carsten entwickelt oder mich großartig in ihn hinein versetzen können. Sympathien? Nicht wirklich. Und das, obwohl seine Aufgabe ja eine durchaus noble ist. Wer denkt als Überlebender schon daran, seine Arbeitskollegen (oder eben Schüler) zu retten? An erster Stelle stünden da sicher Familie und Freunde. Aber Carsten hat sich auf seine Grundschulklasse eingeschossen, weil er glaubt seinem eigenen Überleben damit irgendwie Sinn geben zu können. Allerdings hat das Buch auch überrascht. Es ist nämlich kein bloßes Protagonist-schnetzelt-sich-durch-Zombies. Natürlich gibt es etliche bedrohliche Situationen, und natürlich bleibt auch das Schießen und Erschlagen nicht aus. Aber Tom C. Winter beschäftigt sich mindestens in eben diesem Maße, wenn nicht sogar noch mehr mit den Konflikten, die sich zwischen der Handvoll Überlebender zwangsläufig ergeben. Vorräte horten oder teilen? Quarantäne für Neulinge, weil man nicht wissen kann, ob sie nicht vielleicht schon infiziert sind? Auch wenn ich zugeben muss, dass auch diese Begegnungen nicht wirklich gefühlvoll waren, so hat Winter sie doch schön raus gearbeitet. Was einem im ersten Moment unverständlich erscheint - hey, immerhin sind wir alle Menschen, wir müssen einander doch helfen, wie kann der Typ sich jetzt wie so ein Arsch aufführen? -, zwingt einem bei genauerem Nachdenken doch die Frage auf: wäre ich in dieser Situation wirklich so vertrauensselig? Oder steckt nicht vielleicht auch etwas von diesem harten Misstrauen in mir, wenn es ums nackte Überleben geht? Ohne zu viel verraten zu wollen hat mir auch sehr gut gefallen, dass in diesem Buch nicht immer alles gut geht und zum Happy End alle fröhlich zusammen sitzen. Das passt einfach auch nicht in das Genre. Winters Schreibstil war sehr einfach und schlicht, was ja nicht schlecht ist. Es ließ sich wirklich sehr flüssig und gut runter lesen. Aber was unheimlich genervt hat ist wie sehr er betonen musste, dass sein Hauptcharakter Carsten heißt. Anders kann ich mir das nicht erklären. Mindestens jeder zweite Satz enthielt den Namen, frei nach dem Motto: "Carsten tat dieses. Dann tat Carsten jenes. Aufmerksam lauschte Carsten. Alarmiert griff Carsten nach seiner Pistole." und so weiter und so fort. Und davon wiederum war auch noch jeder zweite Satz "Carsten nickte" oder "XY nickte". Am Anfang kann man noch gut darüber hinweg lesen, aber das fährt sich im Laufe des Buches so fest, dass es mir richtig aufgestoßen ist. Ein bisschen sprachliche Variation hätte ich schon erwartet, und sei es nur mal "er ging irgendwohin" statt Carsten.   Eine tolle Grundidee mit wirklich gut durchdachter Hintergrundgeschichte, wie es überhaupt zu dieser Zombie-Epidemie gekommen ist, die mich vom Schreibstil her gegen Ende hin aber so genervt hat, dass es dicken Punkteabzug gibt. Bleiben immer noch 3 Blümchen für "Welt der Toten" mit Carsten (Himmel, ich kann diesen Namen nicht mehr lesen) - für zwischendurch und Menschen mit sprachlich starken Nerven ist es durchaus lesenswert. ---------- Rezension hier: http://licentiapoeticae.blogspot.de/2015/08/br-tom-c-winter-welt-der-toten.html

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