Tom Cooper Das zerstörte Leben des Wes Trench

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Inhaltsangabe zu „Das zerstörte Leben des Wes Trench“ von Tom Cooper

Als Hurrikan Katrina mit den Südstaaten der USA fertig ist, hat Wes Trench alles verloren. Er ist kaum erwachsen, und doch erscheint es ihm, als sei sein Leben schon vorbei. Weil er es zu Hause nicht länger aushält, heuert Wes beim Shrimper Lindqvist an. Der alte Fischer ist noch übler dran: Was er fängt, reicht kaum zum Leben, ein Ölteppich bedroht die Küste, und zu allem Unglück ist ihm auch noch die Armprothese gestohlen worden. Besessen von der Idee, in den Sümpfen der Küste einen Schatz zu finden, fährt er immer wieder mit seinem Boot raus. Auch die gefährlich durchgeknallten Toup-Brüder, deren Grasplantagen er zu nahe kommt, können ihn nicht davon abhalten. Wes genießt die Freiheit an Lindqvists Seite und fasst allmählich neuen Mut, bis ihn ein weiterer Schicksalsschlag zu einer Entscheidung zwingt. Ein großer Roman, der packend und mit viel Liebe zu seinen störrischen, gebeutelten Figuren von Verlust erzählt und davon, was es heißt, allen Widrigkeiten zum Trotz immer wieder aufzustehen.

Bedrückend und trostlos aufgrund der Thematik, aber dennoch sehr interessant und stellenweise auch komisch - ein tolles Buch!

— Tatsu

Mir hat dieses Buch sehr gefallen und ich hoffe auf weitere Romane des Autors.

— Greedyreader

In Episoden geschilderte, einzigartige Atmosphäre, die beim Lesen fesselt und hinterher unweigerlich zum Nachdenken anregt.

— Orest

War einfach nicht mein Genre! Zu langatmig und die Sprache gefiel mir auch überhaupt nicht, aber es wurde sehr gut gelesen.

— TraumTante

Ein außergewöhnlicher Roman über Menschen, die den Tiefpunkt des Lebens erreicht haben und trotzdem weiterleben. Bewegend. Ohne Schnörkel!

— Regenblumen

Absolute Leseempfehlung, ein tolles Buch. Angenehmer Erzählstil, klar und schnörkellos.

— AenHen

Ein Roman, der zum Nachdenken anregt, mit einer bildreichen Sprache die einen zum lachen und zum weinen bringen kann.

— buchernarr

Zu viele Schicksalsschläge auf einmal, ein deprimierendes Buch.

— eleisou

Der tägliche Kampf ums Überleben im Bundesstaat Louisiana nach dem Hurricane Katrina und dem Oelleck im Golf von Mexico.

— buchbunt

Ein streitbarer Roman von großartiger Sprache, schillernden Charkteren und packendem Südstaatenflair. Schwierig zu knacken, aber wunderbar!

— Floh

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  • Leserunde zu "Vintage" von Grégoire Hervier

    Vintage

    aba

    Mythos oder Realität? Hat die Gibson Moderne wirklich existiert?Wenn man kein Musik-Fan ist, wird man sehr wahrscheinlich nicht wissen können, worum es sich dabei handelt. Zur Erklärung: Die Gibson Moderne ist eine Gitarre, um die sich viele Legenden ranken. Jetzt muss Thomas beweisen, dass es diese Gitarre wirklich gegeben hat, denn es geht nicht nur um viel Geld: Die Gibson Moderne wäre die teuerste Gitarre aller Zeiten, und ihre Existenz eine absolute Sensation in der Geschichte des Rock 'n' Roll!Thomas ist der junge Held von "Vintage", dem neuen Roman des französischen Autors Grégoire Hervier.Wenn ihr Musik liebt, ist dieses Buch genau das Richtige für euch. Und wenn nicht … dann werdet ihr garantiert nach dem Lesen eine neue Leidenschaft haben!Zum InhaltEinem jungen Gitarristen und Journalisten bietet sich der große Deal und die Story seines Lebens: eine Million, wenn er beweisen kann, dass die Gibson Moderne, die legendärste Gitarre aller Zeiten, tatsächlich existiert hat. Auf seiner Suche begegnet er besessenen Musikliebhabern, leidenschaftlichen Sammlern, zwielichtigen Gestalten und sagenumwobenen Instrumenten. Eine faszinierende Reise quer durch Amerika und die gol­denen Jahre von Blues und Rock. Ob Freak oder Liebhaber, "Vintage" ist eine Geschichte, bei der in jedem eine Saite erklingt.Leseprobe gefällig?Zum AutorGrégoire Hervier, geboren 1977 in Villeneuve-Saint-Georges, hat eine Schwäche für Rockmusik, Science-Fiction-Filme und Karate. "Vintage", in dem wahre Fakten in eine raffinierte Erzählung hineinverwoben sind, ist sein dritter Roman.Let's Rock 'n' Roll!Zusammen mit Diogenes verlosen wir 25 Exemplare von "Vintage" unter allen, die sich im Rahmen unserer Leserunde über diesen spannenden Roman austauschen und eine Rezension schreiben möchten. Bewerbt euch* über den blauen "Jetzt bewerben"-Button bis zum 23.08. und antwortet auf folgende Frage:Wer von euch ist ein echter Musik-Liebhaber? Spielt ihr vielleicht sogar ein Instrument? Welche besondere Bedeutung hat Musik für euch? Ich freue mich auf eure Antworten und wünsche viel Glück!Möchtet ihr noch mehr über Grégoire Hervier und seinen rockigen Roman erfahren? Das Special zu "Vintage" bietet nicht nur viel Hintergrundinformation zu der Gibson Moderne, da könnt ihr auch an einem Gewinnspiel teilnehmen und euch den Soundtrack zum Buch anhören, der von Grégoire Hervier persönlich zusammengestellt wurde!Viel Spaß!Und alle, die nicht genug von Diogenes haben können, sollten die Leserunde zu "Palast der Finsternis" von Stefan Bachmann, nicht verpassen! * Bitte beachtet vor deiner Bewerbung unsere Richtlinien für Buchverlosungen und Leserunden.

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  • Leserunde zu "Du erinnerst mich an morgen" von Katie Marsh

    Du erinnerst mich an morgen

    Knorke

    Diese Leserunde ist für die Mitglieder der Challenge "Zukunft vs. Vergangenheit".                        Monatsgenre "Romane und                                                Gegenwartsliteratur" Auch diesen Monat wollen wir wieder den Austausch wagen. Was für Romane stehen in eurem Regal? Was sollte jeder mal gelesen haben? Wer braucht eine Entscheidungshilfe, was als nächstes gelesen werden soll?

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  • Zerstörte Leben

    Das zerstörte Leben des Wes Trench

    Greedyreader

    01. April 2017 um 18:44

    Tom Coopers Debütroman “Das zerstörte Leben des Wes Trench“ (Original: “The Marauders“) spielt in der fiktiven Stadt Jeanette in der Barataria in Louisiana. Wes Trench ist 17 Jahre alt und hat fünf Jahre zuvor durch den Hurrikan Katrina seine Mutter verloren, weil sein Vater Bob halsstarrig die wegen der höchsten Alarmstufe dringend notwendige Evakuierung ablehnte. Durch dieses Ereignis entfremden sich Vater und Sohn, bis ein Zusammenleben nicht mehr möglich ist. Wes will wie sein Vater und Generationen vor ihm Shrimper werden, obwohl die Aussichten, mit der Krabbenfischerei seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, nicht gerade rosig sind. Hatten die Stürme die Region schon schwer geschädigt, gibt ihr die Explosion der Bohrplattform Deepwater Horizon im Jahr 2010 den Rest. Durch den Austritt von Hunderten von Millionen Litern Rohöl wurde das Wasser der Bucht verseucht und Menschen und Tieren schwerer Schaden zugefügt. Die Fischer können von ihrer Arbeit nicht mehr leben. Kapitelweise wechselnd erzählt der Roman jedoch nicht nur die Geschichte von Wes Trench und seiner Familie, sondern auch von weiteren Personen aus dem Ort. Da ist der alte einarmige Fischer Gus Lindquist, der seit Jahrzehnten den Goldschatz des französischen Piraten Jean Lafitte sucht., außerdem die gefährlichen Toup-Zwillinge, die auf einer Insel eine Marihuana-Plantage betreiben und jeden töten, der ihre Geschäfte stört. Die Kleinkriminellen Hanson und Cosgrave rauben das Haus einer Witwe aus und stehlen säckeweise Gras von der Plantage. Brady Grimes arbeitet für BP. Sein Job ist es, den Leuten Unterschriften unter Verträge aufzuschwatzen, in denen sie nach Zahlung einer lächerlich geringen Summe auf weitere Forderungen verzichten. Coopers Romanerstling liest sich sehr gut und besticht durch die atmosphärische Dichte und das gelungene Lokalkolorit: die lähmende Hitze, die einmalige Sumpflandschaft mit ihrer typischen Pflanzen- und Tierwelt inklusive Schlangen und riesigen Alligatoren. Er zeichnet das Bild einer Region, die durch Naturkatastrophen, aber auch durch die Hand des Menschen schwer geschädigt wurde. Der deutsche Titel ist hier insofern irreführend, als das Leben aller Menschen am Ort zerstört wird – am wenigsten das des jungen Wes, für den es noch Hoffnung gibt. Der Originaltitel “Marauders“ (Plünderer) scheint nur auf den ersten Blick unpassend, ist doch die wesentliche Antriebskraft vieler Figuren im Roman die Gier – nach Geld und Gold, nach Besitztümern und einem besseren Leben, nach Drogen und Öl. Dabei ist die Ölfirma BP, die durch Schlamperei und bewusst in Kauf genommene Sicherheitslücken die Existenzgrundlage einer ganzen Region vernichtet, der schlimmste Plünderer von allen.Coopers Roman gehört innerhalb der amerikanischen Gegenwartsliteratur zum relativ neuen Genre des Country Noir, vertreten durch Autoren wie Joe R. Lansdale, Daniel Woodrell, Donald Ray Pollock, Madison Smartt Bell und andere. Sie beschreiben ein zurückgebliebenes, meist ländliches Amerika, in dem die Menschen in Armut und Verzweiflung leben, ohne Zukunftsperspektive, von der Realisierung des amerikanischen Traums ausgeschlossen. Der Ort Jeanette und die Figuren des Romans mögen fiktiv sein, die beschriebenen Katastrophen und ihre Auswirkungen sind es nicht. Vieles in diesem Roman ist so düster, dass der Leser sich gern bei einigen grotesken oder komischen Szenen erholt (“comic relief“), z.B. Linquists schalen Scherzen oder einem Alligator im Schlafzimmer. Mir hat dieses Buch sehr gefallen und ich hoffe auf weitere Romane des Autors.

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  • Der torfige Geruch der Bayous

    Das zerstörte Leben des Wes Trench

    sapperlot

    17. December 2016 um 06:39

    Das bodenständige Sub-Genre der "Country-Noir" Romane erkämpfte sich in den letzten Jahren einen kleinen aber festen Platz im weitläufigen Literaturmarkt. Etablierte Schriftsteller wie Pete Dexter, Cormac McCarthy, Joe R. Lansdale, Donald Ray Pollock oder Daniel Woodrell erhalten Unterstützung von Debütanten wie Brian Panowich oder in diesem Fall Tom Cooper. Ich darf erfreut feststellen: Das kleine Genre mit den rustikalen Geschichten lebt! Und es scheint zu wachsen und neue starke Autorenstimmen erreichen neue Leserschichten und können diese für sich vereinnahmen.Tom Cooper nimmt sich den vom Schicksal gebeutelten Krabbenfischer an der Küste des Golfstroms im US Bundesstaats Louisiana an. Erst kämpfen sie mit den Folgen des verheerenden Hurricans Katrina und nur ein paar Jahre später ereignet sich die Umweltkatastrophe Deepwater Horizon der die Gewässer mit einer Ölpest verseucht. Die Fischer sehen sich ihrer Fanggründe und Existenz beraubt und die verantwortliche Ölfirma BP will sie mit einer mickrigen Geldsumme entschädigen. Die knorrigen Menschen im Mündungsdelta des Mississippi, den sogenannten Bayous, sind ein karges Leben mit langen arbeitsreichen Tagen bei geringem Lohn gewöhnt. Sie sind Gefangene der Umstände haben aber ihr eintöniges Dasein so wie es ist grösstenteils akzeptiert. Sie schlagen sich auf Gedeih und Verderb durchs Leben und nehmen es notfalls in Kauf, mit dem Gesetz und dessen zur Durchsetzung verpflichteten Vertreter in Konflikt zu geraten.In diesem Roman wird abwechslungsweise aus der Sicht verschiedener, gleichberechtigter Figuren erzählt. Das es ausgerechnet Wes Trench ist der im deutschen Titel erwähnt wird, dürfte seinem jugendlichen Alter geschuldet sein und weil er sein Leben noch vor sich hat. Ansonsten dürfte am ehesten der einarmige Lindquist, dem sogar seine Armprothese gestohlen wird, der mit einem Metalldetektor durch das Moor irrt und nach einem angeblichen Piratenschatz sucht die Gunst der Leser gewinnen. Die anderen "Sumpfratten" der Geschichte stecken bis zu den Knöcheln im Morast ihres beschwerlichen Lebens fest und sind sich ihrer Chancenlosigkeit bewusst. Im Prinzip ist die schöne aber gefährliche Sumpflandschaft mit ihrer Flora und Fauna der heimliche Star der Geschichte. Sie ist mehr als bloss die Kulisse für die Geschichte und der Autor würdigt mehrfach den (bösen) Zauber der in ihr liegt und den sie verströmt. Diese widerspenstige Umgebung ist es auch der die Menschen kontinuierlich über die Jahre hinweg schleift und teilweise zermürbt bis sie zu dem werden die sie sind.Die Erzählung beginnt verhältnismässig gemächlich mit textlich längeren Kapitel um die Protagonisten vorzustellen damit wir Leser eine erste Tuchfühlung aufnehmen können. Sofern man als Leser mit den ungehobelten und teils unsympathischen Hauptfiguren überhaupt eine gefühlsmässige Nähe aufbauen will. Nach und nach verkürzt der Autor Tom Cooper die Kapitel und es fühlt sich beim Lesen so an, als würde sich die Handlung fortlaufend beschleunigen. Das Geschehen fesselt einem zunehmend an die Geschichte und es warten zwei, drei skurrile Szenen darauf entdeckt und gelesen zu werden.Ein grandioses Buch mit grossartigen Beschreibungen von Land und Leuten in einer in Auflösungserscheinungen zeigenden Region das gänzlich ohne strahlende Helden auskommt.

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  • das zerstörte Leben

    Das zerstörte Leben des Wes Trench

    angelj222012

    11. July 2016 um 14:22

    Das Cover und der Einband passen super zusammen und der Titel springt einen regelrecht an. Es konnte alles nur schiefgehen was schiefgehen kann. Katrina und jetzt auch noch das Ölleck von BP. Die Geschichte wird mit verschiedenen Handlungssträngen erzählt (aus verschiedenen Perspektiven), die nach und nach zusammenlaufen. Das Buch atmet den Southern Lifestyle grade zu aus. Ich spüre förmlich die feuchte Hitze des Bayou. Am Anfang lullt einen ein falscher Hauch von Normalität ein. Erst dachte ich es passiert gar nichts, doch dann fing es an zu brodeln und man sah das Unheil kommen, bis die Situationen eskalierten.

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  • Das zerstörte Leben ... eigentlich aller.

    Das zerstörte Leben des Wes Trench

    AenHen

    08. July 2016 um 13:14

    Der Roman „Das zerstörte Leben des Wes Trench“ erzählt die Geschichte einiger Personen aus dem kleinen Ort Jeanette. Jeanette liegt in Louisiana, an der Barataria Bay, im Herzen der Bayous. Die meisten Menschen leben dort seit Jahrzehnten von der Shrimp-Fischerei. Der Sumpf, das harte Leben am Existenzminimum und das Klima haben einen wortkargen, speziellen Charaktertypus erschaffen, so scheint es. Die Geschichte des Romans ist angesiedelt im Jahr 2010 und zu Grunde gelegt werden zwei Ereignisse, die tatsächlich so stattgefunden haben. Zum Einen handelt es sich dabei um den Hurrikan Katrina, der im Jahr 2005 verheerende Verwüstungen vor allem im südlichen Louisiana angerichtet hat und zum anderen die Ölkatastrophe auf der BP-Ölplattform Deepwater Horizon, wo es im Jahr 2010 zu mehreren Blow-Outs kam und damit zur schlimmsten Ölkatastrophe im Golf von Mexiko. Diese beiden Ereignisse bestimmen das grundsätzliche Stimmungsbild des Romans und zumindest einem Großteil der handelnden Personen. Inhalt: Episodenartig wird aus dem Leben mehrerer Personen aus Jeanette, oder die sich derzeit in Jeanette aufhalten berichtet. Dies sind Wes Trench und sein Vater Bob, die ihren Lebensunterhalt als Shrimpfischer verdienen. Gleiches tut auch Gus Lindquist, dem nach einem Unfall ein Arm fehlt und dessen großer Traum es ist, den legendären Piratenschatz des Jean Lafitte zu heben, den dieser in den Baratarias versteckt haben soll. Die Toup-Zwillinge Victor und Reginald, man möchte sagen, die Tunichtgute des Ortes besitzen in den Bayous eine Marihuana-Plantage und sind bemüht, alle Schatzsucher und Fischer möglichst fern von ihrem Gelände zu halten. Brady Grimes, stammt aus Jeanette und ist tätig für BP. Ausgerechnet er wurde in seine Heimat zurückgeschickt, um für die Ölgesellschaft Ausgleichszahlungen mit den geschädigten Anwohnern auszuhandeln. Weitere Hauptcharaktere sind Nate Cosgrove, Dachdecker aus Texas und im Prinzip nur aus Versehen nach einer Beerdigung in Louisiana hängen geblieben und John Hanson, die sich beim gemeinsamen Ableisten von Sozialstunden kennenlernen. All diese Charaktere treffen im Sommer 2010 durch ihre parallelen und widerstreitenden Tätigkeiten in Jeanette irgendwann aufeinander. Interessen kollidieren, Unfälle geschehen und nicht für alle wird es Herbst. Mehr möchte ich zum Inhalt nicht sagen, dafür ist die Geschichte an sich zu interessant zu lesen, als das man hier noch mehr vorweg nehmen sollte. Fazit: Der Roman hat mir sehr gut gefallen. Es fällt mir jedoch allen Ernstes schwer, Wes Trench als Haupt-Protagonist auszumachen. Sein Leben ist nicht zerstörter als das der anderen Personen, von denen jeder einzelne meiner Meinung nach vielleicht eher im Titel hätte auftauchen können: Bob Trench – hat eine folgenschwere, falsche Entscheidung getroffen. Lindquist – hat nur einen Arm, tablettenabhängig, besessen von der Schatzsuche, verlassen. Die Toups – schwere Kindheit, kriminell. Brady Grimes – ist genötigt, alten Nachbarn und sogar seiner Mutter wider besseren Wissens Vergleiche aufzuschwatzen. Nate Cosgrove – labil, beeinflussbar und dadurch tief im Schlamassel etc etc. Ganz im Gegenteil, ist Wes Trench vielleicht derjenige, der am ehesten zukunftsträchtig ist. Oder genau das ist das Drama, er hat Hoffnung, und doch ist alles schon prädestiniert. Er ist in den Baratarias, er bleibt dort. Er hat kein besseres Leben vor sich als alle anderen vor ihm… Diese Deutung bleibt offen. Absolute Leseempfehlung, ein tolles Buch. Angenehmer Erzählstil, klar und schnörkellos.

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  • Leserunde zu "Bücherwürmer und Leseratten" von Bettina Mähler

    Bücherwürmer und Leseratten

    ChattysBuecherblog

    Wie Ihr aus dem Titel entnehmen könnt, treffen sich hier die Bücherwürmer und Leseratten. Und zwar zum gemeinsamen SUB-Abbau. Oft stehen wir vor dem Regal und fragen uns, welches Buch wir als nächstes lesen sollen.  Hier kommt die Lösung. Wir lesen einfach nach einem Monatsmotto. Das Ganze funktioniert so: Ich gebe jeweils zum Monatsanfang ein neues Motto bekannt (siehe Unterthema) und dann heißt es: ran an die Bücher...ran an den SUB. Viel Spaß!

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  • Das zerstörte Leben des Wes Trench

    Das zerstörte Leben des Wes Trench

    buchernarr

    25. June 2016 um 18:14

    Nachdem ich das Buch gelesen hatte, wusste ich einfach nicht mehr ob es Fiktion oder doch real war. So sehr haben mich die Verzweiflung dieser Menschen, die nach einer Naturkatastrophe wie Katrina, versuchen wieder ihr Leben aufzubauen, und ihr Optimismus in den Bann gezogen. Da ist einmal Wes, der seine Mutter tragisch durch den Hurrican verloren hat, sich einen neuen Job sucht und versucht mit seinem Vater auszukommen, dem er teilweise die Schuld an dem Tod der Mutter gibt. Zudem ist da auch der neue Boss von ihm, ein amputierter Srimps Fischer, der gleichzeitig einen Piratenschatz sucht um ein neues Leben wieder anfangen zu können. Da sind aber auch zwei Brüder die auf einer Insel in der Nähe eine Rauschgiftplantage besitzen und bei denen es nicht immer ruhig und legal zugeht. Und da sind natürlich noch viele, viele andere die versuchen sich nach der Katastrophe wieder aufzurappeln. Unfassbar, wie man von heute auf morgen alles verlieren kann und doch ist es so. Ein Roman, der zum Nachdenken anregt, mit einer bildreichen Sprache die einen zum lachen und zum weinen bringen kann.

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  • Die dunkle Seite des Lebens

    Das zerstörte Leben des Wes Trench

    eleisou

    23. June 2016 um 22:31

    ereits das Cover hat mir in dem Buch nicht sehr gefallen, ich glaube nicht, dass ich in ddr Buchhandlung darss gegriffem hätte. Ich fand es eintönig und nicht sehr gelungen. Das muss ja nichts mit der Geschichte zu tun haben aber in dem Falle trifft es leider zu. Melancholisch, langatmig und ohne einen Schuss Spannung plätschert die Geschichte so daher. Wes Trench ist kein Kind der Sonne, er musste schon immer ums Überleben kämpfen, hat früh seine Mutter an den Hurrikan Katrina verloren und muss sich durchkämpfen. Seinem Vater gibt er die Schuld und ihre Beziehung ist angespannt. Gleichzeitig lernen wir die weiteren Personen des Buches kennen,aber alle waren mir so düster und ihr tagtäglicher Kampf machte mich teils sauer, teils traurig. Nach etwas mehr als die Hälfte des Buches, liess ich es aus den Händen, ich konnte diese Schicksalsschläge nicht mehr ertragen. Hinzu kommt, dass mir die Hauptpersonen als Charaktere überhaupt nicht gefielen. Leider war dieses Buch überhaupt nicht mein Fall und deshalb kann ich leider auch keine Kaufempfelung abgeben. . 

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  • Ein moderner Südstaatenroman

    Das zerstörte Leben des Wes Trench

    Buchhandlung_am_Schaefersee

    20. June 2016 um 13:23

    Stechende Hitze, ein dampfender Urwald, tropfende Sümpfe - Tom Coopers Roman könnte ein echter Südstaaten-Klassiker werden. In einer kleinen Stadt in einer Bayou-Bucht ist seine Geschichte angesiedelt und wird bevölkert von eigenwilligen, verschrobenen Figuren. Ein Anwalt, der gern skrupellos wäre, ein Mann, dem seine Armprothese gestohlen wird, ein junger Mann, der versucht, seinem Leben eine Richtung zu geben und eine Insel als üppige Hanfplantage. Die Bewohner das Ortes, vornehmlich die Shrimpfischer, hatten nie ein leichtes Auskommen, doch der Hurricane Katrina und die Ölpest nach einem Bohrinsel-Unglück, machen das Leben düsterer und bedrohlicher. Der Geschichte wohnt ein tragischer Humor inne und einige Episoden wirken wie von Quentin Tarantino entworfen. Abgesehen vom Titel (Deutsch: Das zerstörte Leben des Wes Trench, im Original: The Marauders - beide Titel engen das Spektrum des Romans zu sehr ein) ein nahezu perfektes Buch.

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  • Gut abgehangen!

    Das zerstörte Leben des Wes Trench

    Luc

    03. June 2016 um 21:19

    „Das zerstörte Leben des Wes Trench“ ist wahrlich kein Kuschelroman mit Wohlfühltitel. Dabei ist der Satz, der das Buchcover schmückt noch stark untertrieben. Denn in diesem Roman wimmelt es nur so von zerstörten Existenzen mit selbstzerstörenden Ansätzen. Tom Cooper entführt seine Leser nach Louisiana. Der Hurrikan Katrina hat die Region vor einiger Zeit heimgesucht. Im Bayou ist scheinbar Ruhe eingekehrt, die Gewässer stehen wie immer, alles könnte sein wie immer, doch die Menschen sind ein Schatten ihrer selbst, sie haben es den stehenden Gewässern gleich gemacht. Die Armut und Hoffnungslosigkeit hat sich durch sämtliche Bevölkerungsschichten gegraben. Jeder der sich bewegt wird nur noch tiefer in die Tiefe gezogen. Wer still steht wird von Drogen und Medikamenten dahin gerafft. Ein solcher Roman hat keine Helden, nur Typen wie Lindquist, der einarmig und vereinsamt durch das brackige Wasser stapft, um mit einem Metall-Detektoren nach Gold zu suchen, wobei ihn die Toup Zwillinge misstrauisch beäugen. Die Brüder verdienen ihren Bourbon mit dem Hanfanbau und trauen ansonsten nur ihrer stattlichen Waffensammlung. Schließlich wimmelt es nur so von Alligatoren in den nahen Gewässern. Schlimmer ist nur noch der Mensch. Wes Trench, der titelgebende Held reiht sich in dieses skurrile Männerensemble ein, noch bevor er das Erwachsenenalter erreicht hat verliert er seine Mutter durch den Wirbelsturm. Oder am Ende gar durch den Vater? Die Schuld, die Erinnerungen kreisen über Vater und Sohn, wie ein Geierpärchen. Tom Cooper fährt ein ganzes Arsenal an Südstaaten Tristesse auf. Interessant, dass ein Roman, der fast völlig ohne Frauen auskommt heutzutage noch den Weg in den Buchhandel findet. Hut ab, den Versuch war es wert. Die Männer in diesem Buch können nicht von der Vergangenheit lassen, der selbstständigen handwerklichen Arbeit, abseits der Normalowelt von Stadtmenschen, die von einem Heimgekommen in diesem Buch repräsentiert wird. Grimes stammt aus der Gegend. Für die BP ist er zurückgekehrt, vorgeblich, um Schadensersatz für die Ölverschmutzung zu leisten, eigentlich um die Einwohner abzuzocken. Wie ein Uhrwerk geht er seinem Schlips und Kragenhandwerk in einer börsenorientierten Welt nach, bis seine Mutter an die Reihe kommt. Es sind diese tiefschürfenden zwischenmenschlichen Momente, die den Roman zu einem Erlebnis machen. Das Buch hat insgesamt einen etwas zwiespältigen Eindruck bei mir hinterlassen. Das beginnt mit der Sprache, die ganz auf einen Abenteuerroman zugeschnitten zu sein scheint. Auf Unterhaltung, also. Doch so funktioniert der Roman letztendlich nicht. Das ist ein Stück amerikanischer Literatur, keine große, aber auch keine kleine. Aber auf jeden Fall ein Stück Wahrheit. Leider wird einiges an ironischem Potential verschenkt. Wenn ich allein an Lindquist und seinen verlorenen Arm denke, den Alligatorenausflug oder die Hanf Gangster. Aber um Effekte ging es dem Autor offensichtlich beim Schreiben nicht. Er macht sich sehr viel Mühe sein Personal aufzubauen und bekommt seine Geschichte sauber in die Gänge und in der Tat entfaltet dann das Buch eine Kraft und Sogwirkung, die bis mich bis zum Ende bei der Stange gehalten hat. Überzeugend finde ich vor allem die Figurenzeichnung und die sehr interessante Geschichte. Man meint die Verzweiflung fast spüren zu können. Insgesamt ein gelungenes Buch! 

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  • Ein Stück modernes Amerika

    Das zerstörte Leben des Wes Trench

    amena25

    02. May 2016 um 15:17

    Der Titel dieses Buches klingt erst mal nicht so verlockend. Umso überraschter war ich dann von der farbigen, bildhaften Sprache, mit der die Landschaft der Barataria Bay und die Personen beschrieben werden. Derbe Dialoge und raue Umgangsformen bilden das harte Leben der Shrimps- und Austernfischer ab, und trotzdem bringen einen gerade diese Stellen zum Schmunzeln. Zunächst trifft man auf die Zwillingsbrüder Toup, die mit ihrem Boot offenbar Drogen schmuggeln. Ihnen kommt der Shrimpsfischer Lindquist in die Quere, der mit einem Metalldetektor auf Schatzsuche unterwegs ist, ausgerechnet dort, wo die Toup-Brüder ihre Drogengeschäfte abwickeln. Auch Wes Trench lebt mit seinem Vater in der Sumpfgegend. Ihr Verhältnis ist konfliktbeladen, nicht zuletzt deshalb, weil Wes seinem Vater die Schuld am Tod der Mutter gibt, da er trotz der Warnungen vor dem Hurrikan Katrina den Ort nicht verlassen wollte. Allerdings können beide nicht darüber reden, sondern flüchten sich in verbissenes Schweigen. Wes leidet sehr unter dem Verlust der Mutter, verliert allmählich auch die Erinnerung an sie. Nur einzelne Erlebnisse und Situationen sind ihm haften geblieben. Weitere Figuren kommen nach und nach hinzu, deren Leben sich mit dem der anderen zufällig kreuzt. So der nicht unsympathische Cosgrove, der eigentlich nur zur Beerdigung seines Vaters nach New Orleans kommt, dann aber wegen einer Schlägerei zu 200 Stunden Sozialdienst verdonnert wird und dann einfach dableibt, teils aus Gleichgültigkeit, teils aus Bequemlichkeit. Oder Brady Grimes, der im Auftrag von BP bei den von der Ölpest betroffenen Fischern Unterschriften sammeln und sie zu einer Abfindung von 10 000 Dollar überreden soll, damit BP vor größeren Schadensersatzforderungen verschont bleibt. Er stammt aus den Sümpfen, hasst die Landschaft und die Menschen dort und muss nun selbst seine eigene Mutter über den Tisch ziehen. Fast alle diese Figuren sind kaputte Gestalten, die Toup-Brüder, die schon von Grund auf böse und gemein sind, andere wie Lindquist oder Wes’ Vater, die das Schicksal gebeutelt hat und die damit nur schlecht zurecht kommen. Zum Glück endet das Buch nicht so pessimistisch wie sein Titel klingt. Wes Trench erkennt, dass er in die Barataria gehört und er schafft es, sein Leben in die eigene Hand zu nehmen.   Tom Cooper hat einen packenden, anschaulichen und dennoch sehr klaren Stil. Er vermag, in wenigen knappen Sätzen z.B. ein vernachlässigtes Haus so zu beschreiben, dass man es direkt vor Augen hat. Absolut lesenswert!

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  • Typologie der Gier

    Das zerstörte Leben des Wes Trench

    alasca

    Typologie der Gier Als die Ölplattform Deepwater Horizon im Golf von Mexico explodiert, ist Tom Cooper Dozent an der Hochschule von Thibodeaux, Louisiana – nur ein paar Meilen von der Katastrophe entfernt. Er hat ungefiltert erlebt, was die Ölpest, nur 5 Jahre nach der Zerstörung durch Katrina, New Orleans und dem Delta angetan hat, und darüber geschrieben, obwohl er sich dem Thema anfangs nicht gewachsen fühlte. „Er ist organisch geworden“, sagt er über seinen Romanerstling. Dieser spielt in Barataria Bay, ein Bayou nicht weit von New Orleans entfernt. Das Setting ist düster, sein Personal speziell. „Ich habe mich nie für die netten Leute interessiert“, kommentiert er seine Romanbesetzung. Da sind die grausamen Toup-Zwillinge, die auf den Inseln des Bayou Marihuanaplantagen unterhalten und es nicht schätzen, wenn man in deren Nähe kommt; da ist der Shrimpfischer Lindquist, einarmig, schmerzmittelsüchtig, immer auf der Jagd nach dem legendären Schatz des Piraten Jean Lafitte; da sind Nate Cosgrove und John Henry Hanson, zwei Kleinganoven, die hinter dem großen Geld und dem Marihuana der Toups her sind; da ist BP-Agent Brady Grimes, in Barataria Bay geboren und nun zurückgekehrt, um Rache an seinem ungeliebten Heimatort zu nehmen, indem er die von der Ölpest um ihren Lebensunterhalt gebrachten Einwohner dazu verführt, ihren Schadenersatzanspruch für schäbige 10 000 Dollar zu verkaufen. Und dann ist da noch der titelgebende Wes Trench, ein 17jähriger Bayou Boy, der mir unter all den beschädigten Existenzen so erfrischend vorkam wie klares Wasser. Cooper erschafft mit seinen Figuren eine Typologie der Gier und der Verzweiflung – nur Wes´ Träume sind bescheiden und umso schwieriger zu erfüllen. Er hat neue Ideen zur Vermarktung und will nichts weiter als sein eigenes Boot zu Ende bauen und Shrimps fischen wie sein Vater. Seit jedoch die Deepwater Horizon Millionen Barrel Öl ins Meer entließ, sind die Fanggründe für Shrimps in der Barataria Bay zerstört. Wo die Fischer sich früher bescheidenen Wohlstand erarbeiten konnten, reicht der Fang jetzt kaum noch für das Existenzminimum, und viele haben bereits aufgegeben. Ein Streit zwischen Vater und Sohn lässt Wes auf dem Boot von Lindquist anheuern – und damit beginnt die eigentliche Story. Die entwickelt sich in einer lockeren Folge von Szenen, die abwechselnd den Aktionen der verschiedenen Protagonisten folgt. Auf den ersten 120 Seiten ist nicht klar, was diese miteinander zu tun haben. Als sich die Wege der Figuren kreuzen, explodiert die unterschwellige Spannung in blutiger Gewalt; nichts für schwache Nerven. Aufgehellt wird die stellenweise schwer erträgliche Düsternis durch eine oft fast groteske Situationskomik, die Alligatoren in Schlafzimmern auftauchen oder eine angesäuselte Kneipengästeschaft im Gebüsch nach einer verloren gegangenen 30 000-Dollar-Hightech-Armprothese suchen lässt. Cooper schreibt eine szenische Sprache, dass man meint, die feuchte Hitze zu spüren und die aggressiv-üppige Vegetation der Wetlands und ihre Menschentypen vor sich zu sehen. Er beschreibt die sterbende Kultur der „Shrimpers“ mitsamt Bootseinsegnung am Anfang der Saison, ihrem Crockpot Gumbo und ihrem Cajun Waltz. Seine Figuren sind farbig und haben Tiefe und Glaubwürdigkeit. Ich habe mich gerne auf Coopers Saga des Niedergangs eingelassen, denn die Figur des Wes Trench als helle Mitte dieses bemerkenswerten Erstlings vermittelt mit ihrer positiven Energie das Gefühl, dass Hoffnung, Kreativität und Fleiß den Abwärtsdrall einer von Gier versehrten Welt vielleicht doch – vielleicht nicht stoppen, aber zumindest bremsen können.

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    • 2
  • Schillernde Charaktere, Südstaatenflair und anregende Gesellschaftskritik.

    Das zerstörte Leben des Wes Trench

    Floh

    Der amerikanische Autor Tom Cooper hat mit seinem streitbaren Roman „Das zerstörte Leben des Wes Trench“ eine Gesellschaftskritik geschaffen, die den Leser mit seinen Reizen und Vorhaltungen zum Nachdenken und Sinnieren bewegt. Eine polarisierende Geschichte mit Bezug zur Gegenwart und zur Gesellschaft. Eine Typologie der Raffsucht und Gier. Dieses Buch hat eine lange Reifung und eigene Geschichte hinter sich. Ein Themenkomplex in schnörkellose Worte mit prägnanter Wirkung verwoben. Dieses Buch macht nicht nur mit seinem Titel „Das zerstörte Leben des Wes Trench“ unheimlich neugierig, sondern auch mit einem grellen und beinahe abschreckenden Cover in dieser eindringlichen Leuchtschrift. Ein Buch was auffallen muss, um wahrgenommen zu werden. Tom Cooper hat eine wunderbar gradlinige Sprachmelodie (von derb und krass bis beinahe liebevoll und poetisch), die lange in meinem Kopf nachklingt und einen sehr bewegenden, anmutigen und tiefgründigen Roman voller Elan, Tragik, Katastrophe, Abenteuer und Wut einmalig untermalt. Erschienen im Ullstein Verlag (http://www.ullsteinbuchverlage.de/)Ich habe kaum ein Buch gelesen, dass mich so lange gefangen hielt und zwischen Abbruch und Weiterlesen hin und her riss! Meine Erwartungen, nach diesen großen Lobeshymnen und den sehr mitreißenden Leserstimmen auf den Bücherplattformen, waren nun sehr hoch. Aber dieses Buch hat einfach das gewisse ETWAS, was dieses Werk einfach zu etwas ganz Besonderen und sehr selten dagewesenen macht. Auf jeden Fall ist "Das zerstörte Leben des Wes Trench" ein ganz kostbares Stück Literatur, welches mich, zwar recht spät, aber dennoch sehr in den Bann gezogen hat und mich nun mit allerlei neuen Eindrücken, viel Wissen und Informationen und vor allem mit vielen bewegenden Gefühlen und Fragen zurücklässt! Das Weiterlesen hat sich gelohnt und bezahlt gemacht. Inhalt / Beschreibung:"Als Hurrikan Katrina mit den Südstaaten der USA fertig ist, hat Wes Trench alles verloren. Er ist kaum erwachsen, und doch erscheint es ihm, als sei sein Leben schon vorbei. Weil er es zu Hause nicht länger aushält, heuert Wes beim Shrimper Lindqvist an. Der alte Fischer ist noch übler dran: Was er fängt, reicht kaum zum Leben, ein Ölteppich bedroht die Küste, und zu allem Unglück ist ihm auch noch die Armprothese gestohlen worden. Besessen von der Idee, in den Sümpfen der Küste einen Schatz zu finden, fährt er immer wieder mit seinem Boot raus. Auch die gefährlich durchgeknallten Toup-Brüder, deren Grasplantagen er zu nahe kommt, können ihn nicht davon abhalten. Wes genießt die Freiheit an Lindqvists Seite und fasst allmählich neuen Mut, bis ihn ein weiterer Schicksalsschlag zu einer Entscheidung zwingt. Ein großer Roman, der packend und mit viel Liebe zu seinen störrischen, gebeutelten Figuren von Verlust erzählt und davon, was es heißt, allen Widrigkeiten zum Trotz immer wieder aufzustehen." Handlung:Obwohl das Buch keine im klassischen Sinne spannende oder aufbauende Handlung mit scharfen Kern hat, und keinen üblichen Plot mit Spitzen aufweist, möchte ich die Handlng, ohne zu viel zu verraten, kurz zusammenfassen und wiedergeben:Der 17 jährige Amerikaner Wes Trench lebt in der kleinen Bayou-Stadt Jeanette und hat nach dem verheerenden Hurrikan Katrina (es ging durch die Weltpresse) alles verloren. Sein Zuhause, seine Mutter, seine Zukunft, seine Perspektive… Doch das Leben muss weitergehen. Das Haus wurde wieder aufgebaut, überall wird gearbeitet, konstruiert und Hilfe geboten. Der junge Wes und sein Vater tuckern wieder mit dem Kutter raus aufs Meer zum Shrimpsfischen in die ertragreiche Bucht. Doch die Stimmung ist betrübt, das neue Zuhause ist kein Zuhause mehr. Wes Vater trauert unermesslich um seine verlorene Frau, er scheint verloren in seiner tiefen Trauer und Depression. Wes hält es bei ihm nicht mehr aus, dieser Trübsal, diese Trauer und das tiefe Loch. Der junge Wes fasst einen Entschluss und heuert beim alten Shrimper Lindqvist an. Ihm geht es noch schlechter als Wes. Sein Fang reicht kaum zum Leben und die Küste wird von einem Ölteppich bedroht. Doch das ist noch nicht alles, ihm wurde auch noch seine Armprothese gestohlen... Lindqvist ist besessen davon, einen alten Piratenschatz zu finden. Ständig ist er mit seinem Metalldetektor auf der Suche. Mit einem Arm ist das gar nicht so einfach. Lindqvist macht sich zusammen mit Wes auf in die Sümpfe um einen Schatz zu finden doch Lindqvist kommen die Toup Zwillinge in die Quere... Eine Geschichte von Entbehrung, Verlust, großer Hoffnung, Geldsuche, Schatzsuche, Gaunereien, großen Abenteuern und lebendigen Kulissen in einem Gebiet fernab der üblichen Zivilisation. Die Sümpfe der Staaten. Doch wer ist Wes Trench? Was auf den ersten Blick zunächst wie eine eintönige und wenig interessante Lebensgeschichte anmutet, entpuppt sich im Verlauf der Erzählung als eine sagenhaft eindringliche und von Erfolg und Niederlage, sowie Liebe und Leid geprägte Biografie, die einzig aus Lieben und Lernen besteht. Allerdings scheitert der Protagonist Wes Trench in gewisser Weise bei beiden. Denn die Geschichte lenkt viel zu sehr auch auf weitere noch interessantere und polarisierende Charaktere, so dass man die Frage und das Leben des Wes Trench schnell in den Schatten stellt und mit wachsamen und interessierten Augen all die anderen Gauner, Schurken, Widersacher, Freunde, Partner und Verbündete beäugt und verfolgt. Da driftet der Roman etwas weg von seinem Titel und von seiner Assoziation das zerstörte Leben des Wes Trench näher zu erleben. Tom Cooper beschreibt eigentlich ein ganz normales Leben in den Sümpfen um Lousiannas, tut dies aber so überaus gekonnt, dass man sich noch lange nach Ende des Buches an die Zeit in den Staaten mit all der Hitze, den Moskitos und Schweiß erinnern wird.Meinung:Zunächst hervorgehoben: dieses Buch ist keine leichte Kost! Wer neuartige und noch nie dagewesene Sprachmelodien (von rau, derb bis krass zu liebevoll, anmutig und bildhaft im Rahmen der Poesie) liebt, der wird hier in "Das zerstörte Leben des Wes Trench" reich beschenkt. Wer aber mit Tom Coopers Sprachbildern und Stil warm geworden ist, wird sich in seinen Bildern, Darstellungen und in seinem Talent die Südstaaten darzustellen verlieren, wer keine anspruchsvollen Lektüren mag, der wird mit diesem Roman kein Glück haben. An die Leser, die nicht genug bekommen können von streitbaren Bildern, wortgewandten Dialogen, flacher aber auch stellenweise gehobener Sprache und erstaunlicher Effekthascherei: bitte greift zu diesem Werk und lasst euch verwöhnen mit schicksalhaften Begegnungen und einer komplexen Erzählung einer Lebensgeschichte inmitten der Katastrophe der Verwüstung und den Hoffnungen und der Suche nach einem Schatz.Wie zuvor schon erwähnt, waren meine Erwartungen sehr hoch, aber ich war auch vorgewarnt, dass diese Literatur von besonderer Note ist und die Geister erhitzt. Dieses Buch hat Glanz, Anspruch und viele Farben. Sprachlich gekonnt, und sehr beeindruckend. Keine Frage, aber dennoch konnte ich bis fast zur Mitte nicht ausmachen, wohin mich dieses Buch leiten möchte. Der Kern dieses Buches erschließt sich erst recht spät, wenn es denn überhaupt einen eigentlichen Kern geben sollte, daher wankte ich zwischendurch mit Abbruch des Buches. Das wäre jedoch fatal gewesen, denn für die Leser, die durchhalten, offenbart der Roman noch einen ganz besonderen und sehr impulsiven und intensiven Lesegenuss. Es breitet sich ein Gefühl aus, als dass man der Handlung nicht mehr entfliehen kann, man fühlt sich als Gefangener Tom Coopers Worte, Gefangener dieser einzigartigen Geschichte weit weg vom Mainstream und der Masse in den Südstaaten Amerikas, an selten so erlebten Schauplätzen und Kulissen. Eine besondere Kost, die es zu genießen gilt. Zum Glück siegte meine Neugier, denn jetzt bin ich stolz, dieses Buch der gesellschaftskritischen Themen und Spitzen und des großen Sprachgeschicks gelesen und aber auch genossen zu haben!Trotz der Schwierigkeiten für mich, dem Buch einen roten Faden zu verleihen, bin ich sehr begeistert von dem Buch. Was vor allem an den Beschreibungen und der wortgewandten groben aber auch teils sehr leisen Sprache liegt. Tom Cooper hat eine Poesie in seinem Schreibstil, welche unvergleichlich und unvergesslich ist. Die aber auch mit derben Wortschatz und schurkenhafter Sprache ablenkt und eine Achterbahn führt. Ich kann mir vorstellen, dass der Übersetzer an seine Grenzen gestoßen sein mag um diese feinen Noten widergeben zu können. Sagenhafte Charakterstudien, faszinierende Kulissen und wertvolle Botschaften. Ein Buch von Wert...Charaktere:Die eigentliche Hauptperson ist hier in diesem Roman aber der 17jährige Wes Trench wie der Titel uns auch verlauten lässt), der seine Mutter und seine Zukunftsaussichten an den Hurrikan verloren hat. Er überwirft sich mit seinem Vater und heuert beim alten Lindquist an. Die Person Lindquist polarisiert und stielt Wes beinahe die Show. Gerade hier, in dieser Verbindung und Arbeit zwischen den beiden Fischern mit ihrem Erlebten und Verlusten, steht noch so unglaublich viel zwischen den Zeilen. Ungesagtes, das aber nachhallt. Ich habe mich in keiner Zeile gelangweilt, obwohl manchmal nicht viel geschieht. Die Personen sind so klischeehaft und von so feiner Note skizziert, dass der Leser beinahe mit jedem Wort nachfühlt, was ein Leben nach dieser Katastrophe bedeutet. Und noch schlimmer: was die Widersacher mit dem armen Volk anstellen und sie ausbeuten. Mit der Zeit verstricken sich die Leben der beschriebenen Personen miteinander, am Ende kommt es zum großen Showdown in den Sümpfen.Autor Tom Cooper hat nicht nur die Macht und die Gewalt über die Worte, nein, er hat auch die Macht, die Eigenschaften und Details der einzelnen Charaktere, besonders des Wes Trench und des Alten Lindquist, sowie der Touper-Zwillinge und all den anderen Farmer, Fischern und Menschen der gegend und Region, auszumachen und unglaublich genau einzufangen. Seine Beweggründe werden dem Leser jedoch erst schrittweise deutlich und klar gemacht.Wes Trench: ein sagenhaft polarisierender und einprägsamer Hauptcharakter, der lange nach Beenden des Buches noch bewegt und im Kopf herumgeistert. Aber auch Lindquists Lebensweg lässt den Leser einfach nicht mehr los. Das überzeugende bei Coopers Umsetzung und Darstellung der Protagonisten ist, wie er einfache kleine Handlungen der Charaktere detailliert beschreibt, bei denen man sich oft selbst ertappt fühlt. So werden diese auf den ersten Blick unbedeutsamen Taten zu großen Schlüsselelementen im Buch. Das ist auch der Grund, wieso das Buch einem so lange im Gedächtnis bleibt und man nach dem "Durchhalten" so stolz und fasziniert ist: Weil man die besonderen Botschaften des Autors Tom Cooper empfängt und versteht, und in Bezug zur Gegenwart setzen kann. Die überschaubaren Rollen und Nebenrollen verkörpern diese menschlichen Züge sehr genau. Der Verlust, die verheerende Zerstörung und Naturkatastrophe lässt die Menschen zu Egoisten werden, kalt, skrupellos, von Gier und Macht getrieben... Aber es gibt auch die wenigen, die die Menschlichkeit nie verloren haben. Der Autor fängt das dortige Leben und die Situationen in den Sümpfen Südamerikas so gekonnt ein, dass man glaubt Teil der Handlung zu sein.Der Autor:"Tom Cooper hat in zahlreichen literarischen Magazinen Amerikas, u.a. dem New Yorker, Erzählungen veröffentlicht und wurde für den renommierten Pushcart Prize nominiert. Cooper lebt in New Orleans."Der Übersetzer:„Peter Torberg, geboren 1958 in Dortmund, studierte in Münster und in Milwaukee. Seit 1990 arbeitet er hauptberuflich als freier Übersetzer u. a. der Werke von Paul Auster, Michael Ondaatje, Ishmael Reed, Mark Twain, Irvine Welsh und Oscar Wilde.“Cover / Buch:Das Buch ist absolut hochwertig und sehr schön verarbeitet. Das Schriftbild ist angenehm, die Kapitel nicht allzu lang. Das Cover hat mich jedoch nicht begeistern können. Ich mag diesen Neon-Schriftzug nicht und auch der sehr lange Titel passt leider nicht ganz zum Inhalt. Hätte ich nicht so viele tolle Rezensionen zum Buch vernommen, die mich aufmerksam gemacht haben, so wäre dieses Buch, diese Perle der Literatur, sicherlich nicht in mein Augenmerkt gerückt. Zu schade wäre das gewesen. Aufmachung und Inhalt passen leider gar nicht zusammen, für meinen Geschmack. Fazit:Voller realer Kulissen, polarisierenden und streitbaren Charakteren, voller derber Sprache und wunderbarer Poesie und Atmosphäre. Wer hinter die Fassade, blickt und beim Lesen durchhält, wird mit einem kleinen Meisterwerk belohnt! Sicherlich kein Buch für Jedermann, man muss besondere Literatur lieben, und sich fallen lassen, und um all die Nuancen aufzuspüren. 4 löblich intensive Sterne!

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  • Wes Trench

    Das zerstörte Leben des Wes Trench

    Tamaru

    Wes lebt mit seinem Vater in der kleinen Stadt Jeanette, nachdem seine Mutter dem Hurrikan Katrina zum Opfer gefallen ist. Mit ihr hat er auch seine Träume und seinen Lebensmut verloren. Er überwirft sich mit seinem Vater und heuert stattdessen bei Lindquist an, den eigentlich alle für verrückt halten, weil er daran glaubt, dass in den Sümpfen ein Schatz versteckt ist. Von der Fischerei kann hier niemand mehr leben, denn ein Ölteppich raubt ihnen jegliche Existenz. Da kommt Grimes ins Spiel. Im Auftrag der Ölgesellschaft versucht er die Fischer mit Abfindungen über den Tisch zu ziehen. Selbst vor der eigenen Mutter macht er nicht halt. Auch die Gebrüder Toup versuchen ihren Traum vom Reichtum in den Sümpfen zu verwirklichen. Sie bauen im großen Stil Marihuana an, und sind nicht zimperlich mit denen, die ihnen dabei in die Quere kommen. Ein anspruchsvoller Roman, der die Geschichten der einzelnen Figuren miteinander verwebt und dadurch ein komplexes Bild der dort lebenden Menschen erstellt. Jeder kämpft um's Überleben, jagt seinen Träumen nach und mittendrin Wes, der nur noch von einem eigenen Boot träumt, um dieser Welt zu entfliehen. Es ist eine düstere, beklemmende Story mit toll herausgearbeiteten Protagonisten, die einem alle mehr oder weniger sympathisch sind, je tiefer man in die Geschichte eintaucht. Man kann ihre Verzweiflung regelrecht spüren, so einfühlsam ist dieser Roman geschrieben. Klare Leseempfehlung

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