Das zerstörte Leben des Wes Trench

von Tom Cooper 
4,2 Sterne bei56 Bewertungen
Das zerstörte Leben des Wes Trench
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Positiv (47):
Tatsus avatar

Bedrückend und trostlos aufgrund der Thematik, aber dennoch sehr interessant und stellenweise auch komisch - ein tolles Buch!

Kritisch (2):
TraumTantes avatar

War einfach nicht mein Genre! Zu langatmig und die Sprache gefiel mir auch überhaupt nicht, aber es wurde sehr gut gelesen.

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Inhaltsangabe zu "Das zerstörte Leben des Wes Trench"

Als Hurrikan Katrina mit den Südstaaten der USA fertig ist, hat Wes Trench alles verloren. Er ist kaum erwachsen, und doch erscheint es ihm, als sei sein Leben schon vorbei. Weil er es zu Hause nicht länger aushält, heuert Wes beim Shrimper Lindqvist an. Der alte Fischer ist noch übler dran: Was er fängt, reicht kaum zum Leben, ein Ölteppich bedroht die Küste, und zu allem Unglück ist ihm auch noch die Armprothese gestohlen worden. Besessen von der Idee, in den Sümpfen der Küste einen Schatz zu finden, fährt er immer wieder mit seinem Boot raus. Auch die gefährlich durchgeknallten Toup-Brüder, deren Grasplantagen er zu nahe kommt, können ihn nicht davon abhalten. Wes genießt die Freiheit an Lindqvists Seite und fasst allmählich neuen Mut, bis ihn ein weiterer Schicksalsschlag zu einer Entscheidung zwingt. Ein großer Roman, der packend und mit viel Liebe zu seinen störrischen, gebeutelten Figuren von Verlust erzählt und davon, was es heißt, allen Widrigkeiten zum Trotz immer wieder aufzustehen.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783550080968
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:384 Seiten
Verlag:Ullstein Buchverlage
Erscheinungsdatum:12.02.2016
Das aktuelle Hörbuch ist am 12.02.2016 bei Hörbuch Hamburg erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Greedyreaders avatar
    Greedyreadervor einem Jahr
    Kurzmeinung: Mir hat dieses Buch sehr gefallen und ich hoffe auf weitere Romane des Autors.
    Zerstörte Leben

    Tom Coopers Debütroman “Das zerstörte Leben des Wes Trench“ (Original: “The Marauders“) spielt in der fiktiven Stadt Jeanette in der Barataria in Louisiana. Wes Trench ist 17 Jahre alt und hat fünf Jahre zuvor durch den Hurrikan Katrina seine Mutter verloren, weil sein Vater Bob halsstarrig die wegen der höchsten Alarmstufe dringend notwendige Evakuierung ablehnte. Durch dieses Ereignis entfremden sich Vater und Sohn, bis ein Zusammenleben nicht mehr möglich ist. Wes will wie sein Vater und Generationen vor ihm Shrimper werden, obwohl die Aussichten, mit der Krabbenfischerei seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, nicht gerade rosig sind. Hatten die Stürme die Region schon schwer geschädigt, gibt ihr die Explosion der Bohrplattform Deepwater Horizon im Jahr 2010 den Rest. Durch den Austritt von Hunderten von Millionen Litern Rohöl wurde das Wasser der Bucht verseucht und Menschen und Tieren schwerer Schaden zugefügt. Die Fischer können von ihrer Arbeit nicht mehr leben.
    Kapitelweise wechselnd erzählt der Roman jedoch nicht nur die Geschichte von Wes Trench und seiner Familie, sondern auch von weiteren Personen aus dem Ort. Da ist der alte einarmige Fischer Gus Lindquist, der seit Jahrzehnten den Goldschatz des französischen Piraten Jean Lafitte sucht., außerdem die gefährlichen Toup-Zwillinge, die auf einer Insel eine Marihuana-Plantage betreiben und jeden töten, der ihre Geschäfte stört. Die Kleinkriminellen Hanson und Cosgrave rauben das Haus einer Witwe aus und stehlen säckeweise Gras von der Plantage. Brady Grimes arbeitet für BP. Sein Job ist es, den Leuten Unterschriften unter Verträge aufzuschwatzen, in denen sie nach Zahlung einer lächerlich geringen Summe auf weitere Forderungen verzichten.
    Coopers Romanerstling liest sich sehr gut und besticht durch die atmosphärische Dichte und das gelungene Lokalkolorit: die lähmende Hitze, die einmalige Sumpflandschaft mit ihrer typischen Pflanzen- und Tierwelt inklusive Schlangen und riesigen Alligatoren. Er zeichnet das Bild einer Region, die durch Naturkatastrophen, aber auch durch die Hand des Menschen schwer geschädigt wurde. Der deutsche Titel ist hier insofern irreführend, als das Leben aller Menschen am Ort zerstört wird – am wenigsten das des jungen Wes, für den es noch Hoffnung gibt. Der Originaltitel “Marauders“ (Plünderer) scheint nur auf den ersten Blick unpassend, ist doch die wesentliche Antriebskraft vieler Figuren im Roman die Gier – nach Geld und Gold, nach Besitztümern und einem besseren Leben, nach Drogen und Öl. Dabei ist die Ölfirma BP, die durch Schlamperei und bewusst in Kauf genommene Sicherheitslücken die Existenzgrundlage einer ganzen Region vernichtet, der schlimmste Plünderer von allen.
    Coopers Roman gehört innerhalb der amerikanischen Gegenwartsliteratur zum relativ neuen Genre des Country Noir, vertreten durch Autoren wie Joe R. Lansdale, Daniel Woodrell, Donald Ray Pollock, Madison Smartt Bell und andere. Sie beschreiben ein zurückgebliebenes, meist ländliches Amerika, in dem die Menschen in Armut und Verzweiflung leben, ohne Zukunftsperspektive, von der Realisierung des amerikanischen Traums ausgeschlossen. Der Ort Jeanette und die Figuren des Romans mögen fiktiv sein, die beschriebenen Katastrophen und ihre Auswirkungen sind es nicht. Vieles in diesem Roman ist so düster, dass der Leser sich gern bei einigen grotesken oder komischen Szenen erholt (“comic relief“), z.B. Linquists schalen Scherzen oder einem Alligator im Schlafzimmer. Mir hat dieses Buch sehr gefallen und ich hoffe auf weitere Romane des Autors.

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    sapperlots avatar
    sapperlotvor 2 Jahren
    Der torfige Geruch der Bayous

    Das bodenständige Sub-Genre der "Country-Noir" Romane erkämpfte sich in den letzten Jahren einen kleinen aber festen Platz im weitläufigen Literaturmarkt. Etablierte Schriftsteller wie Pete Dexter, Cormac McCarthy, Joe R. Lansdale, Donald Ray Pollock oder Daniel Woodrell erhalten Unterstützung von Debütanten wie Brian Panowich oder in diesem Fall Tom Cooper. Ich darf erfreut feststellen: Das kleine Genre mit den rustikalen Geschichten lebt! Und es scheint zu wachsen und neue starke Autorenstimmen erreichen neue Leserschichten und können diese für sich vereinnahmen.

    Tom Cooper nimmt sich den vom Schicksal gebeutelten Krabbenfischer an der Küste des Golfstroms im US Bundesstaats Louisiana an. Erst kämpfen sie mit den Folgen des verheerenden Hurricans Katrina und nur ein paar Jahre später ereignet sich die Umweltkatastrophe Deepwater Horizon der die Gewässer mit einer Ölpest verseucht. Die Fischer sehen sich ihrer Fanggründe und Existenz beraubt und die verantwortliche Ölfirma BP will sie mit einer mickrigen Geldsumme entschädigen. Die knorrigen Menschen im Mündungsdelta des Mississippi, den sogenannten Bayous, sind ein karges Leben mit langen arbeitsreichen Tagen bei geringem Lohn gewöhnt. Sie sind Gefangene der Umstände haben aber ihr eintöniges Dasein so wie es ist grösstenteils akzeptiert. Sie schlagen sich auf Gedeih und Verderb durchs Leben und nehmen es notfalls in Kauf, mit dem Gesetz und dessen zur Durchsetzung verpflichteten Vertreter in Konflikt zu geraten.

    In diesem Roman wird abwechslungsweise aus der Sicht verschiedener, gleichberechtigter Figuren erzählt. Das es ausgerechnet Wes Trench ist der im deutschen Titel erwähnt wird, dürfte seinem jugendlichen Alter geschuldet sein und weil er sein Leben noch vor sich hat. Ansonsten dürfte am ehesten der einarmige Lindquist, dem sogar seine Armprothese gestohlen wird, der mit einem Metalldetektor durch das Moor irrt und nach einem angeblichen Piratenschatz sucht die Gunst der Leser gewinnen. Die anderen "Sumpfratten" der Geschichte stecken bis zu den Knöcheln im Morast ihres beschwerlichen Lebens fest und sind sich ihrer Chancenlosigkeit bewusst. Im Prinzip ist die schöne aber gefährliche Sumpflandschaft mit ihrer Flora und Fauna der heimliche Star der Geschichte. Sie ist mehr als bloss die Kulisse für die Geschichte und der Autor würdigt mehrfach den (bösen) Zauber der in ihr liegt und den sie verströmt. Diese widerspenstige Umgebung ist es auch der die Menschen kontinuierlich über die Jahre hinweg schleift und teilweise zermürbt bis sie zu dem werden die sie sind.

    Die Erzählung beginnt verhältnismässig gemächlich mit textlich längeren Kapitel um die Protagonisten vorzustellen damit wir Leser eine erste Tuchfühlung aufnehmen können. Sofern man als Leser mit den ungehobelten und teils unsympathischen Hauptfiguren überhaupt eine gefühlsmässige Nähe aufbauen will. Nach und nach verkürzt der Autor Tom Cooper die Kapitel und es fühlt sich beim Lesen so an, als würde sich die Handlung fortlaufend beschleunigen. Das Geschehen fesselt einem zunehmend an die Geschichte und es warten zwei, drei skurrile Szenen darauf entdeckt und gelesen zu werden.

    Ein grandioses Buch mit grossartigen Beschreibungen von Land und Leuten in einer in Auflösungserscheinungen zeigenden Region das gänzlich ohne strahlende Helden auskommt.

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    angelj222012vor 2 Jahren
    das zerstörte Leben

    Das Cover und der Einband passen super zusammen und der Titel springt einen regelrecht an.
    Es konnte alles nur schiefgehen was schiefgehen kann. Katrina und jetzt auch noch das Ölleck von BP. Die Geschichte wird mit verschiedenen Handlungssträngen erzählt (aus verschiedenen Perspektiven), die nach und nach zusammenlaufen. Das Buch atmet den Southern Lifestyle grade zu aus. Ich spüre förmlich die feuchte Hitze des Bayou. Am Anfang lullt einen ein falscher Hauch von Normalität ein. Erst dachte ich es passiert gar nichts, doch dann fing es an zu brodeln und man sah das Unheil kommen, bis die Situationen eskalierten.

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    AenHens avatar
    AenHenvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Absolute Leseempfehlung, ein tolles Buch. Angenehmer Erzählstil, klar und schnörkellos.
    Das zerstörte Leben ... eigentlich aller.

    Der Roman „Das zerstörte Leben des Wes Trench“ erzählt die Geschichte einiger Personen aus dem kleinen Ort Jeanette. Jeanette liegt in Louisiana, an der Barataria Bay, im Herzen der Bayous. Die meisten Menschen leben dort seit Jahrzehnten von der Shrimp-Fischerei. Der Sumpf, das harte Leben am Existenzminimum und das Klima haben einen wortkargen, speziellen Charaktertypus erschaffen, so scheint es. Die Geschichte des Romans ist angesiedelt im Jahr 2010 und zu Grunde gelegt werden zwei Ereignisse, die tatsächlich so stattgefunden haben. Zum Einen handelt es sich dabei um den Hurrikan Katrina, der im Jahr 2005 verheerende Verwüstungen vor allem im südlichen Louisiana angerichtet hat und zum anderen die Ölkatastrophe auf der BP-Ölplattform Deepwater Horizon, wo es im Jahr 2010 zu mehreren Blow-Outs kam und damit zur schlimmsten Ölkatastrophe im Golf von Mexiko. Diese beiden Ereignisse bestimmen das grundsätzliche Stimmungsbild des Romans und zumindest einem Großteil der handelnden Personen.
    Inhalt: Episodenartig wird aus dem Leben mehrerer Personen aus Jeanette, oder die sich derzeit in Jeanette aufhalten berichtet. Dies sind Wes Trench und sein Vater Bob, die ihren Lebensunterhalt als Shrimpfischer verdienen. Gleiches tut auch Gus Lindquist, dem nach einem Unfall ein Arm fehlt und dessen großer Traum es ist, den legendären Piratenschatz des Jean Lafitte zu heben, den dieser in den Baratarias versteckt haben soll. Die Toup-Zwillinge Victor und Reginald, man möchte sagen, die Tunichtgute des Ortes besitzen in den Bayous eine Marihuana-Plantage und sind bemüht, alle Schatzsucher und Fischer möglichst fern von ihrem Gelände zu halten. Brady Grimes, stammt aus Jeanette und ist tätig für BP. Ausgerechnet er wurde in seine Heimat zurückgeschickt, um für die Ölgesellschaft Ausgleichszahlungen mit den geschädigten Anwohnern auszuhandeln. Weitere Hauptcharaktere sind Nate Cosgrove, Dachdecker aus Texas und im Prinzip nur aus Versehen nach einer Beerdigung in Louisiana hängen geblieben und John Hanson, die sich beim gemeinsamen Ableisten von Sozialstunden kennenlernen. All diese Charaktere treffen im Sommer 2010 durch ihre parallelen und widerstreitenden Tätigkeiten in Jeanette irgendwann aufeinander. Interessen kollidieren, Unfälle geschehen und nicht für alle wird es Herbst. Mehr möchte ich zum Inhalt nicht sagen, dafür ist die Geschichte an sich zu interessant zu lesen, als das man hier noch mehr vorweg nehmen sollte.
    Fazit: Der Roman hat mir sehr gut gefallen. Es fällt mir jedoch allen Ernstes schwer, Wes Trench als Haupt-Protagonist auszumachen. Sein Leben ist nicht zerstörter als das der anderen Personen, von denen jeder einzelne meiner Meinung nach vielleicht eher im Titel hätte auftauchen können: Bob Trench – hat eine folgenschwere, falsche Entscheidung getroffen. Lindquist – hat nur einen Arm, tablettenabhängig, besessen von der Schatzsuche, verlassen. Die Toups – schwere Kindheit, kriminell. Brady Grimes – ist genötigt, alten Nachbarn und sogar seiner Mutter wider besseren Wissens Vergleiche aufzuschwatzen. Nate Cosgrove – labil, beeinflussbar und dadurch tief im Schlamassel etc etc.
    Ganz im Gegenteil, ist Wes Trench vielleicht derjenige, der am ehesten zukunftsträchtig ist. Oder genau das ist das Drama, er hat Hoffnung, und doch ist alles schon prädestiniert. Er ist in den Baratarias, er bleibt dort. Er hat kein besseres Leben vor sich als alle anderen vor ihm… Diese Deutung bleibt offen.
    Absolute Leseempfehlung, ein tolles Buch. Angenehmer Erzählstil, klar und schnörkellos.

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    buchernarrvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein Roman, der zum Nachdenken anregt, mit einer bildreichen Sprache die einen zum lachen und zum weinen bringen kann.
    Das zerstörte Leben des Wes Trench

    Nachdem ich das Buch gelesen hatte, wusste ich einfach nicht mehr ob es Fiktion oder doch real war. So sehr haben mich die Verzweiflung dieser Menschen, die nach einer Naturkatastrophe wie Katrina, versuchen wieder ihr Leben aufzubauen, und ihr Optimismus in den Bann gezogen. Da ist einmal Wes, der seine Mutter tragisch durch den Hurrican verloren hat, sich einen neuen Job sucht und versucht mit seinem Vater auszukommen, dem er teilweise die Schuld an dem Tod der Mutter gibt. Zudem ist da auch der neue Boss von ihm, ein amputierter Srimps Fischer, der gleichzeitig einen Piratenschatz sucht um ein neues Leben wieder anfangen zu können. Da sind aber auch zwei Brüder die auf einer Insel in der Nähe eine Rauschgiftplantage besitzen und bei denen es nicht immer ruhig und legal zugeht. Und da sind natürlich noch viele, viele andere die versuchen sich nach der Katastrophe wieder aufzurappeln. 
    Unfassbar, wie man von heute auf morgen alles verlieren kann und doch ist es so. Ein Roman, der zum Nachdenken anregt, mit einer bildreichen Sprache die einen zum lachen und zum weinen bringen kann.

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    eleisouvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Zu viele Schicksalsschläge auf einmal, ein deprimierendes Buch.
    Die dunkle Seite des Lebens

    ereits das Cover hat mir in dem Buch nicht sehr gefallen, ich glaube nicht, dass ich in ddr Buchhandlung darss gegriffem hätte. Ich fand es eintönig und nicht sehr gelungen. Das muss ja nichts mit der Geschichte zu tun haben aber in dem Falle trifft es leider zu. Melancholisch, langatmig und ohne einen Schuss Spannung plätschert die Geschichte so daher. Wes Trench ist kein Kind der Sonne, er musste schon immer ums Überleben kämpfen, hat früh seine Mutter an den Hurrikan Katrina verloren und muss sich durchkämpfen. Seinem Vater gibt er die Schuld und ihre Beziehung ist angespannt. Gleichzeitig lernen wir die weiteren Personen des Buches kennen,aber alle waren mir so düster und ihr tagtäglicher Kampf machte mich teils sauer, teils traurig. 
    Nach etwas mehr als die Hälfte des Buches, liess ich es aus den Händen, ich konnte diese Schicksalsschläge nicht mehr ertragen. Hinzu kommt, dass mir die Hauptpersonen als Charaktere überhaupt nicht gefielen. 
    Leider war dieses Buch überhaupt nicht mein Fall und deshalb kann ich leider auch keine Kaufempfelung abgeben. . 

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    Buchhandlung_am_Schaefersees avatar
    Buchhandlung_am_Schaeferseevor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Das Leben im Sumpf der Südstaaten der USA. Drogen, Shrimpsfischer und Krokodile. Mehr Atmosphäre geht nicht.
    Ein moderner Südstaatenroman

    Stechende Hitze, ein dampfender Urwald, tropfende Sümpfe - Tom Coopers Roman könnte ein echter Südstaaten-Klassiker werden. In einer kleinen Stadt in einer Bayou-Bucht ist seine Geschichte angesiedelt und wird bevölkert von eigenwilligen, verschrobenen Figuren. Ein Anwalt, der gern skrupellos wäre, ein Mann, dem seine Armprothese gestohlen wird, ein junger Mann, der versucht, seinem Leben eine Richtung zu geben und eine Insel als üppige Hanfplantage.

    Die Bewohner das Ortes, vornehmlich die Shrimpfischer, hatten nie ein leichtes Auskommen, doch der Hurricane Katrina und die Ölpest nach einem Bohrinsel-Unglück, machen das Leben düsterer und bedrohlicher.

    Der Geschichte wohnt ein tragischer Humor inne und einige Episoden wirken wie von Quentin Tarantino entworfen.

    Abgesehen vom Titel (Deutsch: Das zerstörte Leben des Wes Trench, im Original: The Marauders - beide Titel engen das Spektrum des Romans zu sehr ein) ein nahezu perfektes Buch.

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    Lucs avatar
    Lucvor 2 Jahren
    Gut abgehangen!

    „Das zerstörte Leben des Wes Trench“ ist wahrlich kein Kuschelroman mit Wohlfühltitel. Dabei ist der Satz, der das Buchcover schmückt noch stark untertrieben. Denn in diesem Roman wimmelt es nur so von zerstörten Existenzen mit selbstzerstörenden Ansätzen. Tom Cooper entführt seine Leser nach Louisiana. Der Hurrikan Katrina hat die Region vor einiger Zeit heimgesucht. Im Bayou ist scheinbar Ruhe eingekehrt, die Gewässer stehen wie immer, alles könnte sein wie immer, doch die Menschen sind ein Schatten ihrer selbst, sie haben es den stehenden Gewässern gleich gemacht. Die Armut und Hoffnungslosigkeit hat sich durch sämtliche Bevölkerungsschichten gegraben. Jeder der sich bewegt wird nur noch tiefer in die Tiefe gezogen. Wer still steht wird von Drogen und Medikamenten dahin gerafft.

    Ein solcher Roman hat keine Helden, nur Typen wie Lindquist, der einarmig und vereinsamt durch das brackige Wasser stapft, um mit einem Metall-Detektoren nach Gold zu suchen, wobei ihn die Toup Zwillinge misstrauisch beäugen. Die Brüder verdienen ihren Bourbon mit dem Hanfanbau und trauen ansonsten nur ihrer stattlichen Waffensammlung. Schließlich wimmelt es nur so von Alligatoren in den nahen Gewässern. Schlimmer ist nur noch der Mensch. Wes Trench, der titelgebende Held reiht sich in dieses skurrile Männerensemble ein, noch bevor er das Erwachsenenalter erreicht hat verliert er seine Mutter durch den Wirbelsturm. Oder am Ende gar durch den Vater? Die Schuld, die Erinnerungen kreisen über Vater und Sohn, wie ein Geierpärchen. Tom Cooper fährt ein ganzes Arsenal an Südstaaten Tristesse auf. Interessant, dass ein Roman, der fast völlig ohne Frauen auskommt heutzutage noch den Weg in den Buchhandel findet. Hut ab, den Versuch war es wert.

    Die Männer in diesem Buch können nicht von der Vergangenheit lassen, der selbstständigen handwerklichen Arbeit, abseits der Normalowelt von Stadtmenschen, die von einem Heimgekommen in diesem Buch repräsentiert wird. Grimes stammt aus der Gegend. Für die BP ist er zurückgekehrt, vorgeblich, um Schadensersatz für die Ölverschmutzung zu leisten, eigentlich um die Einwohner abzuzocken. Wie ein Uhrwerk geht er seinem Schlips und Kragenhandwerk in einer börsenorientierten Welt nach, bis seine Mutter an die Reihe kommt. Es sind diese tiefschürfenden zwischenmenschlichen Momente, die den Roman zu einem Erlebnis machen.

    Das Buch hat insgesamt einen etwas zwiespältigen Eindruck bei mir hinterlassen. Das beginnt mit der Sprache, die ganz auf einen Abenteuerroman zugeschnitten zu sein scheint. Auf Unterhaltung, also. Doch so funktioniert der Roman letztendlich nicht. Das ist ein Stück amerikanischer Literatur, keine große, aber auch keine kleine. Aber auf jeden Fall ein Stück Wahrheit. Leider wird einiges an ironischem Potential verschenkt. Wenn ich allein an Lindquist und seinen verlorenen Arm denke, den Alligatorenausflug oder die Hanf Gangster. Aber um Effekte ging es dem Autor offensichtlich beim Schreiben nicht. Er macht sich sehr viel Mühe sein Personal aufzubauen und bekommt seine Geschichte sauber in die Gänge und in der Tat entfaltet dann das Buch eine Kraft und Sogwirkung, die bis mich bis zum Ende bei der Stange gehalten hat. Überzeugend finde ich vor allem die Figurenzeichnung und die sehr interessante Geschichte. Man meint die Verzweiflung fast spüren zu können. Insgesamt ein gelungenes Buch! 

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    amena25vor 2 Jahren
    Ein Stück modernes Amerika

    Der Titel dieses Buches klingt erst mal nicht so verlockend. Umso überraschter war ich dann von der farbigen, bildhaften Sprache, mit der die Landschaft der Barataria Bay und die Personen beschrieben werden. Derbe Dialoge und raue Umgangsformen bilden das harte Leben der Shrimps- und Austernfischer ab, und trotzdem bringen einen gerade diese Stellen zum Schmunzeln.

    Zunächst trifft man auf die Zwillingsbrüder Toup, die mit ihrem Boot offenbar Drogen schmuggeln. Ihnen kommt der Shrimpsfischer Lindquist in die Quere, der mit einem Metalldetektor auf Schatzsuche unterwegs ist, ausgerechnet dort, wo die Toup-Brüder ihre Drogengeschäfte abwickeln. Auch Wes Trench lebt mit seinem Vater in der Sumpfgegend. Ihr Verhältnis ist konfliktbeladen, nicht zuletzt deshalb, weil Wes seinem Vater die Schuld am Tod der Mutter gibt, da er trotz der Warnungen vor dem Hurrikan Katrina den Ort nicht verlassen wollte. Allerdings können beide nicht darüber reden, sondern flüchten sich in verbissenes Schweigen. Wes leidet sehr unter dem Verlust der Mutter, verliert allmählich auch die Erinnerung an sie. Nur einzelne Erlebnisse und Situationen sind ihm haften geblieben.

    Weitere Figuren kommen nach und nach hinzu, deren Leben sich mit dem der anderen zufällig kreuzt. So der nicht unsympathische Cosgrove, der eigentlich nur zur Beerdigung seines Vaters nach New Orleans kommt, dann aber wegen einer Schlägerei zu 200 Stunden Sozialdienst verdonnert wird und dann einfach dableibt, teils aus Gleichgültigkeit, teils aus Bequemlichkeit. Oder Brady Grimes, der im Auftrag von BP bei den von der Ölpest betroffenen Fischern Unterschriften sammeln und sie zu einer Abfindung von 10 000 Dollar überreden soll, damit BP vor größeren Schadensersatzforderungen verschont bleibt. Er stammt aus den Sümpfen, hasst die Landschaft und die Menschen dort und muss nun selbst seine eigene Mutter über den Tisch ziehen.

    Fast alle diese Figuren sind kaputte Gestalten, die Toup-Brüder, die schon von Grund auf böse und gemein sind, andere wie Lindquist oder Wes’ Vater, die das Schicksal gebeutelt hat und die damit nur schlecht zurecht kommen.

    Zum Glück endet das Buch nicht so pessimistisch wie sein Titel klingt. Wes Trench erkennt, dass er in die Barataria gehört und er schafft es, sein Leben in die eigene Hand zu nehmen.

     

    Tom Cooper hat einen packenden, anschaulichen und dennoch sehr klaren Stil. Er vermag, in wenigen knappen Sätzen z.B. ein vernachlässigtes Haus so zu beschreiben, dass man es direkt vor Augen hat.

    Absolut lesenswert!

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    Tamarus avatar
    Tamaruvor 2 Jahren
    Wes Trench

    Wes lebt mit seinem Vater in der kleinen Stadt Jeanette, nachdem seine Mutter dem Hurrikan Katrina zum Opfer gefallen ist. Mit ihr hat er auch seine Träume und seinen Lebensmut verloren. Er überwirft sich mit seinem Vater und heuert stattdessen bei Lindquist an, den eigentlich alle für verrückt halten, weil er daran glaubt, dass in den Sümpfen ein Schatz versteckt ist. Von der Fischerei kann hier niemand mehr leben, denn ein Ölteppich raubt ihnen jegliche Existenz. Da kommt Grimes ins Spiel. Im Auftrag der Ölgesellschaft versucht er die Fischer mit Abfindungen über den Tisch zu ziehen. Selbst vor der eigenen Mutter macht er nicht halt. Auch die Gebrüder Toup versuchen ihren Traum vom Reichtum in den Sümpfen zu verwirklichen. Sie bauen im großen Stil Marihuana an, und sind nicht zimperlich mit denen, die ihnen dabei in die Quere kommen. Ein anspruchsvoller Roman, der die Geschichten der einzelnen Figuren miteinander verwebt und dadurch ein komplexes Bild der dort lebenden Menschen erstellt. Jeder kämpft um's Überleben, jagt seinen Träumen nach und mittendrin Wes, der nur noch von einem eigenen Boot träumt, um dieser Welt zu entfliehen. Es ist eine düstere, beklemmende Story mit toll herausgearbeiteten Protagonisten, die einem alle mehr oder weniger sympathisch sind, je tiefer man in die Geschichte eintaucht. Man kann ihre Verzweiflung regelrecht spüren, so einfühlsam ist dieser Roman geschrieben. Klare Leseempfehlung

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