Tom Dehlin führt seine Reihe um das Ermittlergespann der ehemaligen Polizisten fort und setzt zu einem neuen Fall an, indem es zuerst um die vermutliche Entführung einer Frau geht. Im Verlauf der Ermittlungen tuen sich aber weitaus tiefere Abgründe auf, die leider meistens schwer nachzuvollziehen und zu verstehen sind.
Die Handlung wird dabei aus mehreren Blickpunkten geschildert, was der Verständlichkeit des Falls nicht gerade zu Gute kommt. Es gibt viele Tote und noch mehr Personen, die nur marginal zum Plot was beitragen. Man möchte sich die Personen trotzdem merken und natürlich versuchen mitzurätseln. Erschwert wird die private Grübelei durch penetrant oft erwähnte sexuelle Liebeleien zwischen diversen Charakteren, besonders mit dem Fokus auf Pretorius und der Drahtzieherin. Es gibt kaum ein Kapitel wo die beiden nicht der hormonellen Fleischeslust erlegen, ob nun wirklich körperlich oder auch nur rein imaginär.
Oftmals werden dafür die gleichen Formulierungsschemata verwendet, eine Art erotisches Prickeln kommt dabei definitiv nicht auf. Charakterbeschreibungen erfolgen ebenfalls nach diesem Recyclingformat und irgendwann kann man es nicht mehr lesen. Ansonsten lässt sich das Buch flüssig lesen, manchmal könnte man aber auch durchaus querlesen und nichts Signifikantes dabei verpassen.
Ich persönlich hatte nach dem Ende des Buches eine Menge Fragezeichen offen, ein Gefühl der Unvollständigkeit machte sich in meinem Kopf breit. Ich habe das Buch nicht mit absoluter Konzentration gelesen, aber ich bin mir sicher, dass ich die wichtigsten Informationen durchaus mitgenommen habe. Trotzdem bleibt der Plot ausgesprochen wirr und wirkt an vielen Stellen eher unlogisch. Spannung kommt erst sehr am Ende auf und auch dann nur in kleiner Ration. Mir kommen Zweifel, ob es sich lohnt den dritten Teil zu lesen …
Tom Dehlin
Lebenslauf
Alle Bücher von Tom Dehlin
Die Rückkehr der toten Mädchen (Amman & Pretorius 1)
Das Gesetz der Lawine (Amman & Pretorius 2)
Bücher und Bestien
Das Gesetz der Lawine
Tot und lebendig
Neue Rezensionen zu Tom Dehlin
Zwei Mädchen verschwinden spurlos aus einem kleinen Dorf und tauchen ein Jahr später wieder auf, allerdings ohne Erinnerung an die Zeit der Entführung. Dafür fehlt kurz darauf vom nächsten Mädchen jede Spur. Nachdem durch das BKA eher halbherzig ermittelt wurde, sollen nun ein Ex-Polizist, der sich nach einem traumatischen Erlebnis völlig zurück gezogen hatte, und eine eigentlich suspendierte Kollegin mehr oder weniger undercover Licht ins Dunkel bringen.
Mir hat der Krimi wirklich gut gefallen. An den ungewöhnlichen Schreibstil mit wechselnden Zeitformen und verschiedenen Perspektiven habe ich mich rasch gewöhnt. Und für das Ermittlerduo, deren Geschichten in der Nebenhandlung erzählt werden, entwickelte ich schon bald Sympathie.
Ob die Story glaubwürdig ist oder Fiktion, darüber möchte ich lieber nicht nachdenken. So viele Verbrechen geschahen schon im "Dienste der Wissenschaft".
Ich kann dieses spannende Buch durchaus weiter empfehlen, habe dafür ein anderes Buch liegen lassen.
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