Tom Drury

 4.1 Sterne bei 18 Bewertungen
Autor von Die Traumjäger, Das Ende des Vandalismus und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Tom Drury

Tom Drury wurde 1956 in Iowa geboren und zählt zu den bedeutensten amerikanischen Schriftstellern seiner Generation. Er veröffentlicht unter anderem im „New Yorker“ und schrieb moderne Klassiker wie „Das Ende des Vandalismus“ und „Der Traumfänger“.

Alle Bücher von Tom Drury

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Die Traumjäger

Die Traumjäger

 (10)
Erschienen am 01.05.2010
Das Ende des Vandalismus

Das Ende des Vandalismus

 (5)
Erschienen am 01.03.2012
Grouse County

Grouse County

 (2)
Erschienen am 05.08.2017
Das stille Land

Das stille Land

 (1)
Erschienen am 31.01.2015
The Black Brook

The Black Brook

 (0)
Erschienen am 09.02.2000
Hunts in Dreams

Hunts in Dreams

 (0)
Erschienen am 11.12.2012
The Driftless Area

The Driftless Area

 (0)
Erschienen am 10.08.2007
The End of Vandalism

The End of Vandalism

 (0)
Erschienen am 05.06.2006

Neue Rezensionen zu Tom Drury

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walli007s avatar

Rezension zu "Grouse County" von Tom Drury

Die Darlings
walli007vor einem Jahr

Seit Jahren lässt sich Don Norman zur Wahl des Sheriffs aufstellen, bisher hat er immer gewonnen. Louise ist noch mit Tiny Darling verheiratet, aber ihre Beziehung läuft nicht gut. Tiny ist einfach zu eifersüchtig. Don fühlt sich zu Louise hingezogen und beide finden zusammen. Tiny verlässt Grouse County für eine Weile, eckt jedoch überall an. Erst die religiöse Joan scheint im Halt zu geben. Don muss sich derweil auf eine Kampfabstimmung bei der Wahl zum Sheriff einlassen, deren Ausgang zunächst sicher schien, aber wegen des Einsatzes unlauterer Mittel seines Gegners immer unsicherer wird.


In der tiefsten Provinz Amerikas im mittleren Westen leben die Darlings, ihre Freunde, Verwandten und Bekannten. Urtümlich geht es dort zu. Ein wenig scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Nicht dass sie dort mit Pferdekutschen durch die Gegend fahren, aber Häuser und Autos sind älter, eine Erneuerung oder Reparatur täte ihnen gut. Ähnlich scheint es auch mit den Menschen zu sein, bodenständig wirken sie, aber etwas ramponiert und rückständig. Verlassen wollen sie ihre Stadt aber nicht. In ihrer kleinen Welt läuft alles in geordneten Bahnen, viele Überraschungen sind nicht zu erwarten. Doch in der Ruhe liegt auch die Kraft, die diese Menschen ausstrahlen. Nichts kann sie von ihrem Weg abbringen, sie machen ihren Weg.


Aus den drei Teilen „Das Ende des Vandalismus“, „Die Traumjäger“ und „Pazifik“, die in Amerika als einzelne Roman in größeren Zeitabständen erschienen sind, besteht dieser Band. Danach sind auch der Handlung größere Zeitsprünge vorgegeben. Im ersten und zweiten Band werden dabei unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt, die im dritten fesselnd zusammengeführt werden. Das geruhsame und unpolitische Leben im Nichts des mittleren Westens. Tag um Tag vergeht, beinahe eintönig und ereignislos wirkt das Erleben der Bewohner von Grouse County. Doch gerade dies entfaltet einen nicht geringen Reiz. Man beginnt selbst ruhig zu werden und sich die Weite des Landes vorzustellen, mit langsam dahin gleitenden Autos, gemächlich schreitenden Menschen und sich langsam vollziehenden Veränderungen. Obwohl die Bewohner von Grouse County ihre Entscheidungen nicht bewusst zu planen scheinen, passiert letztlich in ihrer Welt doch eine ganze Menge. Gute Zeiten und schlechte Zeiten halten sich die Waage. Wie im richtigen Leben.


Ein ruhiger Roman, der Bilder erstehen lässt, die man gerne in sich aufnimmt und die hoffen lassen, dass die Bewohner von Grouse County ihr mit Zurückhaltung geführtes Leben ohne Störung durch die raue Metropolenwelt weiter leben und erleben dürfen.

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Rezension zu "Grouse County" von Tom Drury

Ein Meisterwerk
Ein LovelyBooks-Nutzervor einem Jahr


++Das Ende des Vandalismus++


Willkommen in Grouse County, einem fiktiven Landkreis im Mittleren Westen des USA! Alles scheint herrlich normal, irgendwie vertraut…
Der Leser lernt einen Mikrokosmos kennen, der sich mit den Strukturproblemen der dortigen ländlichen Region, politischen Themen wie die Wahlen zum Sheriff, alltäglichen Problemen, aber auch Liebes- und Beziehungsfragen beschäftigt - dem ganz normalen Leben also.
Die Darlings leben in einem Ort namens Grafton, als Sheriff Dan Norman Tiny wegen Vandalismus verhaftet. Schlussendlich verliert Tiny seine Frau Louise, diese ihre Selbstwahrnehmung und heiratet schlussendlich der Sheriff. 
Dan, der Sheriff, beschäftigt sich mit Diebstählen der existenzvernichtenden Sorte: im County werden teure landwirtschaftliche Maschinen gestohlen. Aber auch wenn der Bezirk kein außergewöhnlicher ist, gibt es natürlich auch noch anderes zu tun - zum Beispiel als im Supermarkt ein Baby ausgesetzt wird. Zum Glück gibt es für solche Fälle eine funktionierende Gemeinschaft! Oder aber jugendliche Randalierer, die den Wasserturm „verschönern“ und ein wenig gemeinnützliche Arbeit aufgebrummt bekommen. Dies sind nur Fragmente des Romanes - weitere Figuren bekommen ihren Raum…


Und genau dies ist einer der entscheidenden Punkte, auf die man sich einlassen muss: eine Vielzahl an Charakteren lernt man in „Das Ende des Vandalismus“ kennen. Anfänglich hatte ich Sorge, ob ich sie alle in meinem Kopf behalten und voneinander unterscheiden kann. Aber dann hat mich der Sog erfasst und ich war derart im Buch angelangt, dass ich mir keine Gedanken mehr um solche Fragen gemacht habe. Ehrlich gesagt passiert in diesem Roman nicht furchtbar viel - oder besser gesagt nicht furchtbar viel Ungewöhnliches. Aber Tom Drury hat die ländliche Gemeinschaft und Struktur derart gekonnt zusammengefasst und aufsummiert, dass ich den Alltag der unterschiedlichen Menschen inklusive ihrer Sorgen und Nöte nur zu gerne miterlebt habe. Mitunter amüsant, vielleicht sogar komödiantisch, liest sich dieser Roman und ich wollte stets immer weiterlesen, weil er mich derart gefesselt hat.


++Die Traumjäger++


Zurück in Grouse County, einige Jahre nach der Handlung von „Das Ende des Vandalismus“. 
Im Mittelpunkt steht die Patchwork-Familie von Charles „Tiny“ Darling, seiner zweiten Ehefrau Joan, ihrem gemeinsamen Sohn Micah und Joans Tochter Lyris. Letztere beschäftigt vor allem die Frage, warum ihre Mutter sie als Baby zur Adoption freigegeben hat. Keine leichte Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte - schon gar nicht für eine 16jährige… Ihr siebenjähriger Halbbruder wandert durch die nächtliche Stadt, ihre Mutter wiederum begibt sich auf eine Suche nach sich selbst, während Tiny sich mit einer historischen Schusswaffe, die seit Generationen im Besitz der Familie seines Stiefvaters war und nun zurückgekauft werden soll, beschäftigt. 


Sehr schlüssig erzählt Tom Drury die Geschichte des ersten Romanes weiter, fokussiert sich dabei auf ein Oktoberwochenende einer Familie, die Darlings. Noch mehr hat mich bei diesem Band die Klarheit des Autors, mit der er aus dem Leben ganz gewöhnlicher Leute erzählt, fasziniert. Auch in „Die Traumjäger“ entfernt er sich nicht von den alltäglichen Themen der Menschen, sondern schildert ihre Suche nach ihrem eigenen Ich, indem sie in der Vergangenheit suchen und sich mit diesen Wurzeln zu identifizieren versuchen. Hat mich das Debüt des Autors schon überzeugt, so muss ich mit dem zweiten Roman feststellen, dass Drury über ein enormes Talent verfügt, dass darin besteht, alle Seiten einer Gemeinschaft einzufangen.


++Pazifik++


Sieben Jahre nach „Die Traumjäger“ begibt sich der Teenager Micah Darling nach Los Angeles, um dort endlich wieder mit seiner Mutter Joan, inzwischen eine Seriendarstellerin, vereint zu sein. Ihr Ehemann ist ohne seine Frau vereinsamt und geht wieder illegalen Tätigkeiten nach. Micahs ältere Halbschwester Lyris lebt mit ihrem Partner Albert in der Wohnung über Dan Norman, dem ehemaligen Sheriff von Grouse County und seiner Frau Louise, Tinys Ex. 
Dan hatte sich gegen eine sechste Kandidatur als Sheriff entschieden und arbeitet mittlerweile als Privatdetektiv. Als solcher verfolgt er einen Betrüger und gerät somit an seinen vermutlich größten Fall in seiner gesamten beruflichen Laufbahn…
Tom Drury kehrt in „Pazifik“ einerseits dem Mittleren Westen kurzzeitig den Rücken, andererseits findet er zu all den Figuren zurück, die er in den ersten beiden Romanen begleitet und beleuchtet hat. Er verknüpft ihre Leben, schildert ihren Werdegang und - wieder einmal - ihre Gedanken und Emotionen. Die Probleme sind nicht weniger geworden und dennoch verdeutlichen sie realitisch die Sorgen und Nöte der Gesellschaft. Auch seinem Stil bleibt der Autor treu: dicht an seinen Charakteren, widmet er sich diesen exakt und dennoch nüchtern - Drury brilliert auch in „Pazifik“, verliert niemals das Interesse an seinen Figuren und verdichtet das Portrait einer Gemeinschaft im Mittleren Westen und einer Familie, die trotz so mancher seltsamer Entscheidung liebevoll geschildert wird.


Fazit zur Trilogie: Ein Meisterwerk, das nachhallt.

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Boriss avatar

Rezension zu "Die Traumjäger" von Tom Drury

Eine Entdeckung!
Borisvor 3 Jahren

Zuerst wie so oft eine Klappentextkritik. Nein, dies keine "dramatische"Geschichte! Das Tom Drury ein"Gigant"der amerikanischen Erzähltradition ist...Na ja. Kann es eigentlich keinen amerikanischen Roman geben den nicht Jonathan Franzen auf dem Klappentext lobt??? Zum Buch. 4 Tage, jeweils 4 Kapitel, jeweils einem Familienmitglied zugeordnet. 4 Tage in"the middle of nowhere" wie man so schön sagt, irgendwo in Iowa, Kleinstadt. Wunderbar lakonisch beschreibt Drury...wie soll man sagen, Zerfall wäre schon zu dramatisch...nennen wir es das Auseinanderdriften einer Familie. Vater, Mutter, Sohn und die zurückgekehrte Tochter der Frau, die nach der Geburt zur Adoption freigegeben wurde. Eher eine Zweckgemeinschaft. enttäuschte Hoffnungen auf ein anderes Leben überall. Die Mutter geht weg, ein anderer Mann ist zwar beteiligt, aber doch nicht so wichtig. Vielleicht kommt sie auch im Frühling zurück? Andere Personen tauchen auf. Eine Freundin der Tochter verliebt sich in den Bruder des Vaters. Eine Ziege spielt eine wichtige Rolle. Einen Bösen gibt es auch, aber der landet in einer Grube. "Micah wollte die Alte Geschichte hören, wie Charles auf einen Güterzug in den Westen aufgesprungen war, nur um nach ein, zwei Kilometern feststellen zu müssen, dass der Zug für die Nacht auf einem Nebengleis im freien Feld abgestellt wurde." Ich freue mich auf die anderen Bücher des Autors....

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