Tom Drury Das Ende des Vandalismus

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Inhaltsangabe zu „Das Ende des Vandalismus“ von Tom Drury

Der Gelegenheitsdieb Tiny Darling wird von seiner Frau Louise nach sieben Jahren Ehe vor die Tür gesetzt. Sie beginnt eine Affäre mit dem örtlichen Sheriff Dan Norman, einem einfachen Mann mit starken Prinzipien, dem die Machenschaften Darlings schon lange ein Dorn im Auge sind. Doch nicht nur sein Job, auch die Beziehung mit der undurchschaubaren Louise rauben dem Gesetzeshüter den Schlaf. Als Louise schließlich eine Fehlgeburt erleidet und Tiny Darling Dans Wiederwahl mit seinen kriminellen Intrigen vereiteln will, muss der Sheriff endlich handeln - die Frage ist nur, wie ... Tom Drury skizziert in »Das Ende des Vandalismus« ein liebevoll realistisches Bild der amerikanischen Provinz und schildert dabei amüsant und lakonisch die Absurditäten einer Dreiecksbeziehung zwischen Alltag, Leidenschaft und Verbrechen.

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  • Rezension zu "Das Ende des Vandalismus" von Tom Drury

    Das Ende des Vandalismus
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    28. June 2010 um 12:49

    Mit "Das Ende des Vandalismus" hatte ich ein Buch in den Händen, das mir ausgesprochen gut gefallen hat - und wo ich dennoch keinen außergewöhnlichen Aufhänger habe, um zu sagen, warum. Denn um ehrlich zu sein: Grouse County ist eine verschlafene Ecke und in Grafton, wo Louise und Dan wohnen, leben gerade einmal ungefähr 300 Menschen. Es passiert nichts Aufsehenerregendes, nichts Besonderes; Grouse County lebt, liebt, bastelt, stimmt ab, berät, organisiert und arbeitet einfach jeden Tag, wie man es an den anderen Tagen im Groben und Ganzen auch tut. Darauf muss man sich einlassen können, dass die Zeit in Grouse County irgendwie anders zu ticken scheint. Am Ende des Buchs hat man nicht einmal eine Ahnung davon, wieviel Zeit die Erzählung eigentlich überspannt. Was das Buch zu etwas Besonderem gemacht hat, waren eindeutig die Auswahl der Personen und die Sprache. Bei Drury kommen nur ganz alltägliche Dinge vor und weil er sich darauf beschränkt, bekommen diese vermeintlichen Belanglosigkeiten die Hauptrolle. Eine Scheune brennt ab, Dan pinselt sich für die Wahl seine Plakate selbst, für Veranstaltungen werden Unmengen an Kuchen herangekarrt und eine Tänzerin träumt von Kalifornien. Für ein Findelkind wird eine Sammelaktion gestartet, Louise trägt Zeitungen aus, man geht Enten schießen und irgendwer klaut Ackergerätschaften. Bei einer Abstimmung im Gemeindessal kann man gleich noch über selbstgebastelte Futterspender informieren und selbst Strafen für Schäden am Wasserturm werden günstiger, wenn auf beiden Seiten richtig verhandelt wird. Man kennt sich im County und bei einem Verkehrsunfall, zu dem Dan gerufen wird, tauschen er und die Polizistin der Nachbarstadt erst einmal die persönlichen Informationen aus. Sheila gratuliert zur Hochzeit, erinnert sich daran, dass es bereits Louises zweite Hochzeit ist und dass das Unfallopfer Kleeborg die Fotos für das Jahrbuch an der Highschool gemacht hat. Erst pflegt man die Bekanntschaft und danach widmet man sich dem auswärtigen, nicht geständigen Unfallfahrer, der es gewagt hat, eine lokale Bekanntheit anzufahren. Das pralle Leben findet woanders statt; in Grouse County zentrieren sich die Höhepunkte des Jahres um die Theateraufführungen der Schule oder die Blutspendetermine. Dröge aber wird es auf keiner Seite, weil Drury die Kunst beherrscht, nur soviele Worte zu benutzen, die für die Personen oder Ereignisse auch wirklich nötig sind. Genau das macht den Charme aus. Dabei kommt so manches unfreiwillig schräg an, weil Drury ganz lakonisch und schlicht erzählt, was seine Protagonisten treiben und diese selbst für Komik sorgen. Sie reden aneinander vorbei oder kommentieren ihre Ideen in völlig unpassenden Momenten. Mehr Aberwitz steckt auch in einer Komödie nicht, dafür berührt und bewegt die Geschichte aber auch viel stärker. Ein bisschen Grouse County erkennt der eine oder andere vielleicht wieder.

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  • Rezension zu "Das Ende des Vandalismus" von Tom Drury

    Das Ende des Vandalismus
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    04. June 2010 um 17:06

    Es gibt immer wieder Bücher, die begegnem einen einfach so. Dieses Buch, war ein spontaner Impuls. Vielleicht lag es am Klappentext. Dieser klingt stark nach einer Komödie, zumindest nach etwas witzigem. Doch, was sollte ich nun, nach meiner Lektüre zu diesem Buch sagen? Das Cover trifft den Inhalt eigentlich ganz gut. Wir lernen eine kleine Stadt kennen, die nicht mehr als 300 Einwohner hat. Wir lernen viele Menschen nach und nach kennen, Polizisten, Tänzerinnen, Fotografen, Bibelfeste Frauen, einen Dieb und einfach nur Menschen, deren Namen man schnell vergisst. Im Anhang aber gibt es noch eine kleine Auflistung der Personen, so ganz kann man sie also nicht vergessen. Im Mittelpunkt dieses Buches, wenn es denn überhaupt einen wirklichen Mittelpunkt gibt, stehen Dan, Tiny und Louise. Tiny ist ein kleiner Dieb und Tagelöhner, seine Frau Louise ist Fotografin und arbeitet im wahrscheinlich einzigsten Fotoladen der Stadt. Dan ist der gewählte Sherrif und wenn er sich nicht gerade um Findelkinder kümmert, Prügelein stoppt oder seinen Wahlkampf betreibt, lebt er in einem Wohnwagen. Interessant wird die Geschichte, als Louise sich von Tiny trennt und sich in Dan verliebt. Dieser muss fortan mit ihrer Mutter auskommen, die ebenfalls einen "großen" Teil des Buches einnimmt und wie fast jeder in dieser Stadt schräg wirkt. Tiny reist fortan durch die Städte und sucht einen neuen Sinn, während Dan und Louise ihr eigenes Leben leben, das manchmal durch Trauer und manchmal mit Glück gesegnet ist. Das Buch ist ohne Spannung und man möchte fast sagen ohne Handlung. Es ist einfach eine Aufzeichnung zu einer Stadt, die sehr liebevoll und gleichzeitig distanziert geschrieben ist. An der Schreibweise erinnert es fast an Mankell und von der Thematik an die Bücher von Willy Vlautin. Während alle Personen manchmal merkwürdig wirken und auch deren Leben manchmal merkwürdig scheint, ist es eigentlich ein ganz normales Leben. Das ganze Buch ist normal und beschreibt ein kleines verschlafenes Nest in den USA. Aber so weit ist die Nicht-Handlung eigentlich nicht fern. Jedes Dorf und jede kleine Stadt wird ähnlich ticken. Was dieses Buch besonders macht, und warum man es lesen sollte, ist, dass es das Leben beschreibt. Man braucht nicht immer Vampire, Bomben, Attentate, erotische Liebeleien, Morde oder andere Dinge, um einen Roman lesenswert zu machen. Das Ende des Vandalismus ist fast philosophisch zu sehen. Vieles lässt Platz für Spekulationen, anderes lässt einen auch schmunzeln. Und obwohl es eigentlich keine "wirkliche" Handlung gibt, weil es keine Attentate, Morde und anderen Bim Bam hat, ist es ein schönes Buch, das man weiterlesen will. Denn nach und nach wird man Teil von Grouse County und die Personen beginnen Farbe anzunehmen und ja, ich habe mich auch dabei erwischt, auf der Karte einen Platz für mein Häuschen zu suchen. All das Alltagsleben wird einfach zu dem Leben "meiner Nachbarn". Und gleichzeitig würde man selber gerne in einer solchen Stadt leben. Jeder kennt jeden, jeder ist für jeden da. Sobald ein Findelkind gefunden wird, schwärmen die Leute herbei um zu helfen und wenn etwas trauriges passiert, sind ebenfalls die Nachbarn da und packen mit an. Zusammenhalt wird dort noch großgeschrieben und selbst der Wahlkampf für die Wahl des Sherrifs kann dies nicht unbedingt zerstören. Lediglich ein einzelner bissiger Hund sorgt vielleicht auf einer Stadtversammlung für Stress. . . Wer dieses Buch liest, sollte nicht zu große Erwartungen haben, denn dann kann man diesem Zauber nicht von Anfang an erliegen und daswäre wirklich schade...

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  • Rezension zu "Das Ende des Vandalismus" von Tom Drury

    Das Ende des Vandalismus
    Greta

    Greta

    04. June 2010 um 11:52

    "beim tanzabend 'das ende des vandalismus', der in der turnhalle von grafton stattfand, postierte sich dan am buffet, um achtzugeben, dass kein alkohol in die getränke gegossen wurde. 'das ist so eine art installation aus unterschiedlichen sachen, die dem vandalismus oft zum opfer fallen' sagte mrs. thorsen. 'also zaun, fensterscheibe und baulampe. ... aber ich will da gar nichts zu sagen, denn die betriebswirtschaftsklasse macht immer so einen totalen scheiß. ein tanzabend wie jeder andere. sie hätten 'stairway to heaven' von denen mal sehen sollen.' ... später sagten alle, es sei wie in einem musikvideo gewesen, weil die tänzer sich wie in hypnose zurückzogen und die band dazu 'china groove' spielte. er schlenderte unauffällig auf die installation gegen den vandalismus zu und schlug mit der brechstange die fensterscheibe ein, wobei die glassplitter bis zur bühne flogen. die band spielte 'whoa, whoa, china groove'. . . " 'verstehst du, wir hätten niemals heiraten sollen. unsere ehe war einfach nur... schwachsinn.' 'mein tattoo mit der eule hat dir immer gefallen.' 'na klar, das ist auch eine solide basis.' 'die schönen zeiten vergisst du einfach', sagte tiny. 'die hast du aus deinem gedächtnis gestrichen.' 'es ist praktisch unmöglich, in seinem leben nicht manchmal ein paar glücksmomente zu erleben, auch wenn es nur zufall ist', sagte louise. . louise hatte immer ein sehr unordentliches auto, und auch jetzt lagen auf dem boden und den rücksitzen mit den holzperlendekcen taschentuchpackungen, taschenbücher und bierflaschen herum. es kam dan vor, als haber er sie geheiratet, ohne sie zu kennen, als kenne er sie jetzt auch noch nicht und werde sie vielleicht niemals richtig kennenlernen, als würden aber diese dinge, die überall herumlagen, irgendeine magische wirkung auf ihn ausüben."

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